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Nike Running Club, ade! – Trainings-App, hallo!

Im gesamten letzten Jahr habe ich alle 365 Läufe mit der Nike Running Club-App getrackt. Im Gegensatz zu meiner Frau, bei der die App bei fast jedem Lauf einen Nervenzusammenbruch hatte, lief das eigentlich ziemlich gut, sehe ich von ein paar wenigen (es waren wirklich nur ganz vereinzelte Male) GPS-Irrungen ab, die allerdings nicht beim Lauf auftraten sondern bei der anschließenden visuellen Darstellung der gelaufenen Strecke. Ein Beispiel:

Der rote Strich sollte eigentlich eine ziemlich wilde Linie in dieser gelblich-grünlichen Farbe sein, doch bei der Darstellung sind diese Daten wohl nicht mehr korrekt verarbeitet worden.

Der rote Strich sollte eigentlich eine ziemlich wilde Linie in dieser gelblich-grünlichen Farbe sein, doch bei der Darstellung sind diese Daten wohl nicht mehr korrekt verarbeitet worden.

Bei diesem Lauf am 27. Dezember bin ich zuerst einige Runden durch den Ort Adelschlag (dort wohnen meine Schwiegereltern) gelaufen, während der mir meine Apple Watch auch brav alle 500 Meter ein akustisches und haptisches Signal gab. Somit ist für mich klar, dass die GPS-Erfassung während des Laufs einwandfrei klappte, nur bei der Verarbeitung der über fast 24 Kilometer angesammelten Daten ging dann etwas schief, was in der roten Linie resultierte. Auch ohne Konsum von Alkohol ist eine so gerade Linie ein Ding der Unmöglichkeit.

Wie schon geschrieben: Das sind Kleinigkeiten, die mir – zumindest meiner Wahrnehmung nach – keine Strecken verkürzt oder komplett gelöscht haben. Bei meiner Frau war das anders, sie hatte von Anfang an das Problem, dass die App beim Beenden des Laufs abstürzte. Wenn sie die App dann erneut öffnete, fehlten ganz oft die letzten 300, 500 oder auch mal 1.000 Meter. Das ärgert – um so mehr, wenn man mit einem festen Strecken-Ziel (z.B. 8 km) losgerannt war, das dann in der digitalen Darstellung nicht erreicht war (z.B. 7,6 km), obwohl vor Beendigung des Laufs der gewünschte Wert schon angezeigt (möglicherweise sogar schon übertroffen) worden war. Ärgerlich, sehr ärgerlich.

Mit dem neuen Jahr wechselten wir beide daher auf die in die Apple Watch integrierte Trainings-App. Ich hatte in den vergangenen Monaten meine Fahrten mit dem E-Bike (ich weiß, es ist ein Pedelec), das Schwimmen, das gelegentliche Yoga und mein Seilspringen getrackt, nun war es also nur noch ein kleiner Schritt, auch die Läufe mit dieser App zu verfolgen.

Was ich nicht erwartet hatte: Es ist viel besser als mit der NRC-App. Die GPS-Daten können ja nicht so extrem voneinander abweichen, schließlich werden sie vom gleichen Gerät (der Apple Watch) erfasst, doch die Auswertung ist um einiges feiner. Das kann ich natürlich wortreich beschreiben, eine kurze bildliche Gegenüberstellung ist aber viel einfacher und eindrucksvoller:

Der Wanderparkplatz bei Röthardt: Hier komme ich bei den meisten Läufen auf dem Hin- und Rückweg vorbei. Bei Nike sehen die beiden Wege in der GPS-Darstellung so aus.

Der Wanderparkplatz bei Röthardt: Hier komme ich bei den meisten Läufen auf dem Hin- und Rückweg vorbei. Bei Nike sehen die beiden Wege in der GPS-Darstellung so aus.

Die gleiche Passage bin ich heute früh gelaufen, meine Trainings-App der Apple Watch hat mir dann doch ein differenzierteres Bild ausgespuckt...

Die gleiche Passage bin ich heute früh gelaufen, meine Trainings-App der Apple Watch hat mir dann doch ein differenzierteres Bild ausgespuckt…

Die ersten und letzten paar hundert Meter meiner Läufe in Aalen gehen (fast) immer in kleinen Runden durch unser Wohngebiet. Natürlich überdecken sich dabei manche Linien im GPS. So bei Nike...

Die ersten und letzten paar hundert Meter meiner Läufe in Aalen gehen (fast) immer in kleinen Runden durch unser Wohngebiet. Natürlich überdecken sich dabei manche Linien im GPS. So bei Nike…

Und so in der Trainings-App meiner Apple Watch (die verschiedenen Farbtöne stellen das Tempo dar). Schon ein deutlicher Unterschied, oder?

Und so in der Trainings-App meiner Apple Watch (die verschiedenen Farbtöne stellen das Tempo dar). Schon ein deutlicher Unterschied, oder?

Ganz abgesehen von diesen Feinheiten in der GPS-Darstellung, die allein sicher noch kein Grund wären, ein System zugunsten eines anderen aufzugeben, ist die Darstellung in der Trainings-App am Ende einfach kompakter – und wesentlich besser könnte sie auch kaum gemacht sein: Fachkenntnis und Geschmack treffen sich hier in bestmöglicher Weise.

Alle Informationen an einem Ort versammelt – viel besser geht es nicht.

Alle Informationen an einem Ort versammelt – viel besser geht es nicht.

In der NRC-App ist die ganz banale Zeitangabe („Von wann bis wann bin ich gerannt?“) vor einiger Zeit rausgeflogen. Manchmal ist es aber zu einem späteren Zeitpunkt ganz interessant, zu sehen, ob man früh oder spät gerannt ist, wie die Uhrzeit mit dem Tempo korreliert etc. – das geht in der NRC-App gar nicht mehr, was sehr bedauerlich ist. Bei der Trainings-App werden die Daten ganz automatisch mitgeliefert.

Fazit: Der Umstieg hat sich schon nach fünf Tagen absolut rentiert, die Zeit mit der NRC-App war schön, aber ein Zurück kommt für mich nun nicht mehr in Frage. Dazu ist die Trainings-App auf der Apple Watch einfach zu gut.

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Auf zu neuen Ufern…

Hmmm, kleines Wortspiel gleich in der Überschrift, denn heute ist mein Rudergerät, ein Hammer Cobra XTR (hier), geliefert worden. Zwei muskelbepackte Hermes-Hünen schleppten die gut 40 Kg in meinen Hausflur – zum Glück auf zwei separate Pakete verteilt, sonst hätte ich ein Problem beim Weitertransport in den Keller gehabt!

Einmal 26 und einmal 14 Kilo – zum Glück innerhalb des Bereichs, den ich noch tragen kann!

Einmal 26 und einmal 14 Kilo – zum Glück innerhalb des Bereichs, den ich noch tragen kann!

Selbstverständlich machte ich mich sogleich an den Aufbau, binnen 35 Minuten war alles aufgebaut. Dann zum ersten Mal den Stecker in die Steckdose gesteckt, woraufhin das Menü des „Bordcomputers“ erwachte:

Direkt aus der Perspektive des zukünftigen Nutzers, nur die Füße müssten noch in die Schlaufen...

Direkt aus der Perspektive des zukünftigen Nutzers, nur die Füße müssten noch in die Schlaufen…

Und dann ging’s los mit dem ersten Testlauf: Einfach mal ein Programm ausgewählt und losgelegt. Zehn Minuten später war ich schon ganz gut am Schwitzen (kein Wunder, lange Hose…).

Das Menü ist übersichtlich und gut von hinten beleuchtet, sodass ich auch in völliger Finsternis trainieren könnte.

Das Menü ist übersichtlich und gut von hinten beleuchtet, sodass ich auch in völliger Finsternis trainieren könnte.

Die Bewegungen sind einfach, aber effektiv, nach dem Umziehen habe ich eine 20-minütige Trainingseinheit mit einem „Berg- und Tal“-Programm (soll heißen: mit ständig wechselnder Belastung) absolviert. Dabei lernte ich gleich etwas über die Bedienung: Erst das Programm wählen, dann die Dauer einstellen. Macht man es umgekehrt, löscht die Auswahl des Programms die vorher eingestellte Zeit. Gut, das ist spätestens nach dem dritten Training verinnerlicht…

Danach spürte ich meinen Hintern ganz gut, auch die Arme, die bei mir eher zu den weniger trainierten Körperpartien gehören. Da habe ich also einiges an Arbeit in den kommenden Wochen und Monaten zu vollbringen.

Vom hinteren Ende sieht das Rudergerät gleich noch viel cooler aus!

Vom hinteren Ende sieht das Rudergerät gleich noch viel cooler aus!

Aber mein Fazit nach gerade einmal 30 Minuten Ausprobieren: Ein himmlisch leises Gerät, das ich ohne Probleme auch nachts um elf benutzen könnte, ohne jemanden im Haus aufzuwecken. Über die langfristigen Auswirkungen auf meine Fitness kann ich natürlich noch nichts sagen. Auf der Apple Watch gibt es ein vorprogrammiertes Training, sodass ich einfach nur dieses auswählen und starten muss – sehr komfortabel!

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Ein Platz, 12 Monate – 11 – Dezember 2017

In diesem von Zeilenende initiierten Projekt wird ein Ort ein Jahr lang fotografisch begleitet, jeweils am letzten Sonntag im Monat wird der dann aktuelle Zustand hier präsentiert.

Jahreszeitlich bedingt sind draußen kaum mehr grüne Pflanzen zu sehen, Grau und Braun sind die dominierenden Farbtöne, dennoch bin ich in dieser Hinsicht vom Wechselspiel eher ungestresst – mit steigendem Alter nimmt man vieles einfach hin, was in den „Sturm und Drang“-Tagen gerne noch hochdramatisiert wurde. Was mir jedoch gefällt: Der Garten hat sich in den letzten anderthalb Jahren gut „gesetzt“, alles wirkt mehr so, als ob es genau so hätte sein sollen. Wenn noch drei oder vier Jahre ins Land gezogen sind, wird sich dieser Eindruck sicher noch deutlich verstärken. Vielleicht denke ich ja daran, dann gibt’s einen Nachtrag…

Ich bleibe auch am letzten Tag des Jahres 2017 den drei etablierten Perspektiven treu: (1) Von der Terrasse aus, (2) vom Rand des neu angelegten Abschnitts aus um die Hausecke, (3) vom Woodport aus auf die drei Etagen.

Von der Terrasse aus...

Von der Terrasse aus…

Vom Rand um die Hausecke...

Vom Rand um die Hausecke…

...und vom Woodport aus.

…und vom Woodport aus.

Die weiteren Teilnehmer und ihre spannenden Beiträge sind (oder werden noch) bei Zeilenende verlinkt.

Mir ist heute beim Anpassen der Titelzeile noch etwas aufgefallen: Summa summarum handelt es sich hierbei schon um den vorletzten Beitrag in dieser Kategorie. Für das kommende Jahr muss ich mir noch ein spannendes neues Projekt überlegen, die mich auf der fotografischen und eventuell auch bildbearbeitenden Ebene herausfordert. Auch das Zeitintervall ist nicht ganz unwichtig, denn der monatliche Abstand ist schon sehr lang, wobei die „52 Wochen“ vorher durchaus recht arbeitsintensiv waren. Vermutlich wird es der Mittelweg, aber noch ist nichts in trockenen Tüchern, ich habe ja noch einen guten Monat, um mir die Sache zu überlegen (und Vorschläge sind mir stets willkommen).

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Jahresziel erreicht

Gerade vor ein paar Minuten habe ich meinen letzten längeren Lauf in diesem Kalenderjahr beendet und damit das erst gegen Anfang Dezember angehobene Jahresziel von 6.000 Kilometern erreicht bzw. minimal übertroffen.

Jeden Tag ein Lauf, zusammen etwas mehr als 6.000 Kilometer – nächstes Jahr wird wieder anders...

Jeden Tag ein Lauf, zusammen etwas mehr als 6.000 Kilometer – nächstes Jahr wird wieder anders…

Umgerechnet auf die 31 Tage des Dezembers habe ich jeden Tag 21,84 Kilometer absolviert, nun kann ich also tatsächlich behaupten, „mehr als 31 Halbmarathons in einem Monat“ gelaufen zu sein. Tatsächlich waren enorme Schwankungen in den Distanzen zu verzeichnen: Von 16,11 bis 26,4 km war fast alles dabei, aber das Ziel war ja nicht, jeden Tag genau die 21,1 km zu schaffen sondern die 6.000 km/Jahr vollzubekommen.

Wie die Pläne für das kommende Jahr aussehen, habe ich gestern ja schon kurz umrissen, noch ist mein Rudergerät nicht da, aber das dauert nicht mehr allzu lange. Ich bin schon sehr gespannt, wie sich das auf die Dauer anfühlt, denn da werden sicher wieder ganz andere Muskelgruppen in Anspruch genommen.

Nun warte ich darauf, dass die Sonne sich ein bisschen mehr hervorwagt, damit ich meine Fotos für Zeilenendes Fotoaktion („1 Ort, 12 Monate“) schießen kann, außerdem steht heute noch ein Album der Woche an. Für alle, die dann schon auf einer Feier weilen, im Stau stecken oder einfach besseres zu tun haben: Kommt gut ins neue Jahr, es dauert ja nicht mehr lange.

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Eine neue Herausforderung für ein neues Jahr

Der aktuelle Stand meiner Laufkilometer ist bei etwa 5.990 angelangt, morgen früh muss ich theoretisch nur noch zehn Kilometer zusammenlaufen, um mein Jahresziel zu erfüllen. Doch nach etwas mehr als 4.600 Kilometern 2016 und den (zu erwartenden) 6.000 Kilometern 2017 möchte ich meinen Gelenken und den unteren Extremitäten ein wenig Abwechslung und Entlastung gewähren. Daher habe ich mir ein paar neue Ziele für 2018 gesetzt:

  • Natürlich werde ich auch weiterhin laufen, doch nicht mehr so viel. Das Ziel liegt bei 3.650 Kilometern im Jahr, also zehn Kilometern pro Tag.
  • Darüber hinaus möchte ich mindestens ein oder zweimal in der Woche ins Schwimmbad gehen, um dort zwischen 1,5 und 2,5 Kilometer zu absolvieren.
  • Außerdem habe ich mir eine sog. Rudermaschine bestellt, die ein sehr intensives Fitnesstraining ermöglicht und dabei die Stöße auf Füße, Knie, Beine und Wirbelsäule stark reduziert.

Mit diesen drei Säulen, die noch durch gelegentliches Seilspringen sowie meine Fahrten auf dem Pedelec ergänzt werden, sollte es mir möglich sein, im neuen Jahr ein ausgewogenes und effektives Fitness-Programm zu etablieren. Ich bin schon gespannt, wie es läuft…

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Kalt, aber schnell!

Mein Ziel (6.000 km/Jahr) ist mittlerweile in greifbarer Nähe, bislang nähere ich mich meinem Ziel mit sprichwörtlich großen Schritten. Gerade heute früh machte ich mich zeitig auf, da mein Schwiegervater heute seinen Geburtstag feiert und ich so viel wie möglich dabei sein möchte.

Kaum hatte ich das Haus verlassen, bemerkte ich drei Dinge: (1) Kälte, (2) Nebel und (3) Glätte. Keine besonders lauffreundliche Kombination, die mir im Verlauf der folgenden Kilometer so den einen oder anderen Schreckmoment einbrachte. Dennoch war die Kälte angebracht, um mir ein gutes Tempo aufzuzwingen, sodass es am Ende zu folgendem Lauf kam:

Kalt ja, zügig dafür auch!

Kalt ja, zügig dafür auch!

So schnell war ich in den letzten Wochen nie, aber das viele Zuckerzeug der vergangenen Tage hat mir wohl einige Reserven eingebracht, die ich nun terminlich passend abrufen konnte.

Die 5 Kilometer in unter 23 Minuten, auf dem Laufband benötige ich meist über 30 Minuten.

Die 5 Kilometer in unter 23 Minuten, auf dem Laufband benötige ich meist über 30 Minuten.

Üblicherweise brauche ich für die 10 Kilometer gut eine Stunde, heute nicht...

Üblicherweise brauche ich für die 10 Kilometer gut eine Stunde, heute nicht…

Damit hätte ich vor dem Lauf nicht gerechnet, denn mein letzter Rekord lag etwa 15 Minuten darüber.

Damit hätte ich vor dem Lauf nicht gerechnet, denn mein letzter Rekord lag etwa 15 Minuten darüber.

Ich war selbst ganz sprachlos, dass ich das anfängliche Tempo nicht nur halten konnte, vielmehr gelang es mir sogar, Stück für Stück den Tempo-Schnitt von anfänglich exakt 5:00/km auf 4:49/km zu drücken. Bei einer langen Steigung nach etwa 20 Kilometern führte das zu ziemlichem Geschnaufe, es fühlte sich aber immer noch gut an — erstaunlich!

Zum aktuellen Stand des 6.000 km-Projekts habe ich auch noch Neuigkeiten: Mit dem heutigen Lauf habe ich die 5.900 Kilometer übertroffen, in den nächsten fünf Tagen muss ich jeweils nur noch 20 km schaffen, dann bin ich durch:

Seit etwa anderthalb Wochen habe ich mir mit ein paar Formeln einen automatischen Countdown eingebaut. Das Ziel ist in greifbarer Nähe.

Seit etwa anderthalb Wochen habe ich mir mit ein paar Formeln einen automatischen Countdown eingebaut. Das Ziel ist in greifbarer Nähe.

Gelaufen bin ich heute nur mit der Apple Watch, an die ich für den Musikgenuss meine AirPods gekoppelt hatte. Das iPhone blieb daheim — und so rannte ich mit den Songs des Tages im Ohr durch die neblige Rutschlandschaft.

Also: In fünf Tagen gibt’s wieder Neuigkeiten…

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Ohne Fleiß kein Preis

Vorgestern hat meine Frau einen Blog-Eintrag veröffentlicht, in dem sie ihrem Unmut über die Unterschlagung des Auftritts ihres Unterstufen-Orchesters beim Schulkonzert im Bericht der Lokalzeitung Luft machte (hier). Und das völlig zu Recht, denn so etwas gehört sich einfach nicht. Als Musiklehrer, der selbst einige Male im Jahr mit Schüler-Ensembles vor Publikum steht und sich später die Berichte darüber in der Lokal-Presse durchliest, kenne ich die Erwartungshaltung vor dem Lesen und die Freude bzw. Enttäuschung, wenn der Artikel dann entweder besonders positiv oder negativ auf die eigenen Darbietungen eingeht.

Aber darum geht es mir in diesem Beitrag nicht. Vielmehr ist es so, dass in den Kommentaren zum Artikel meiner Frau ein Kommentator immer wieder darauf hinauswollte, dass Musik doch einfach nur Spaß machen solle. Selbst als sie ihn sehr deutlich darauf hinwies, dass es sich dabei um eine Pflichtveranstaltung für die Schüler handle, die sich diese nicht „mal eben“ aussuchen (nein, sie haben zu Beginn einmal die Wahl, danach sind sie festgelegt) und nach Belieben auch wieder ablegen können, beharrte er darauf.

Nur Lustprinzip? – Klappt nicht!

Aus der Sicht eines studierten Musikers kann ich nun aber mit absoluter Sicherheit sagen, dass die Betonung des Lustprinzips, also das „nur üben, wenn es auch Spaß macht“, unter gar keinen Umständen jemals zum Erfolg führen wird. Denn dafür ist harte Arbeit nötig. Und harte Arbeit macht zwangsläufig irgendwann keinen Spaß (mehr).

Einer unserer Professoren an der Hochschule für Musik in Würzburg erläuterte uns während des Studiums die „10.000 Stunden“-Grenze, die für das Erlangen eines professionellen Niveaus nötig sei. Verkürzt dargestellt heißt das: Wer an seinem Instrument wirklich ein Profi werden möchte, muss in seinem Leben mindestens 10.000 Stunden geübt haben. Und „geübt“ heißt eben nicht „gespielt“, sondern konzentriert mit einem konkreten Ziel unter Einsatz aller körperlichen und geistigen Ressourcen gearbeitet.

Beispielrechnungen

Doch dieser Zahlenwert mit „10.000 Stunden“ ist äußerst abstrakt. Also fülle ich ihn einmal mit ein wenig Details, um die Vorstellung zu konkretisieren:

  • Ausgehend von einem Studium über acht Semester (ignorierend, dass man unter keinen Umständen zu studieren beginnt und da erst das Instrumentalspiel beginnt) müssten nun die 10.000 Stunden auf 48 Monate verteilt werden, das entspräche bei keinem einzigen Pausentag in vier Jahren einem täglichen Übepensum von 6,94 Stunden.
  • Nehmen wir noch ein oder zwei Jahre vorher dazu, in denen man sich als Schüler intensiv auf die Aufnahmeprüfung vorbereitet und ebenfalls viel Zeit investiert, dann wären es 72 Monate, ohne einen einzigen Pausentag landen wir immer noch bei einer täglich zu absolvierenden Übezeit von 4,62 Stunden.

Jetzt wird die Sache schon wesentlich konkreter. Und nehmen wir uns nun einen typischen Jugendlichen, der womöglich auch hier und da einfach mal einen stressigen Tag (Klausurdruck, Nachmittagsunterricht, Transitzeiten etc.) hat, wodurch das Üben kürzer treten oder ganz ausfallen muss, so gibt es nur die Optionen, diese Zeiten entweder am Ende der 72 Monate anzuhängen oder an anderen Tagen mehr zu schaffen.

Fazit

Und nun möchte ich den Menschen sehen, der über einen so langen Zeitraum nur von seiner eigenen Lust gesteuert diese Menge an Übezeit aufbringt. Ohne hier allzu viel zu „spoilern“: So jemanden gibt es vermutlich gar nicht, zumindest habe ich noch niemanden erlebt, der so funktioniert.

Von mir selbst weiß ich, dass es fast unmöglich ist, vier oder fünf Stunden konzentriert zu üben, denn irgendwann ist entweder körperlich oder geistig Schluss. Da geht dann nicht mehr.

Big fish in a little pond…

Und zum Thema „es muss Spaß machen“: Gleich nach Beginn des Studiums kommt für die meisten Musikstudenten der große Knick in der Motivation, denn üblicherweise waren sie vorher in ihrem Umfeld die „Cracks“, die neben den Profis am besten spielten und entsprechend viel Aufmerksamkeit erhielten. Nun aber sind sie die Anfänger, die in einer Umgebung bestehen müssen, in der praktisch jeder andere schon weiter ist. Aus psychologischer Sicht ein denkbar schwieriger Zeitraum. Man nennt das in der Psychologie den Wechsel von „Big fish in a little pond“ („dicker Fisch im kleinen Teich“) zu „Little fish in a big pond“ („kleiner Fisch im großen Teich“). Spätestens da muss einem klar werden, dass die ausschließliche Betonung des Spaß-Faktors auf dem Weg zum Erfolg (egal in welchem Bereich) völlig unrealistisch ist. Es handelt sich eher um eine Idealvorstellung, die mit der Realität aber nichts zu tun hat.

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Termine, Konzert(e), Stress…

Dem einen oder anderen wird es aufgefallen sein: Am vergangenen Sonntag habe ich keinen Eintrag zum Thema „Album der Woche“ veröffentlicht. Der Grund ist vollkommen banal: zu viel zu tun. Am Montag Abend fand von der Schule aus unser Adventskonzert statt – als Leiter der Fachschaft Musik war ich entsprechend eingebunden. Die Organisation im Vorfeld hatte gut geklappt, die Proben in der (leider extrem kalten) Kirche klappten gemäß Planung, auch den Nachmittagsunterricht absolvierte ich noch ganz normal, dann gab es eine gute Stunde Pause, danach stand ich im Anzug wieder in der Kirche, gegen 21:45 h war ich wieder daheim – ein langer Tag!

Gleichzeitig ein lohnender, denn das Konzert kam gerade in seiner großen Vielfältigkeit (acht verschiedene Ensembles, die zum Teil noch einmal untereinander kombiniert wurden) und aufgrund der Tatsache, dass man die im Vorfeld geleistete Arbeit spüren und das Ergebnis entspannt genießen konnte, sehr gut an. Hier gibt es einen Bericht (natürlich etwas voreingenommen, da von einer Kollegin geschrieben, aber auch nicht übertrieben…), sogar mit Bildern.

Am Dienstag hing ich dementsprechend noch ein bisschen durch, fraß mir aber gleich das am Montag verloren gegangene Kilo wieder an – Schokokekse, lecker! Dieser Energieschub brachte mir am Mittwoch früh gleich einen neuen Rekord beim aktuell allmorgendlichen Halbmarathon ein:

Unerwartet ging es schon wieder um mehr als eine Minute schneller...

Unerwartet ging es schon wieder um mehr als eine Minute schneller…

Und das, obwohl ich immer noch bei gerade einmal 8 km/h starte. Ich glaube, das muss ich morgen früh mal ändern und gleich mit 9 km/h einsteigen, dann verliere ich am Anfang nicht so viel Zeit beim „Einlaufen“. Immerhin liege ich gut im Schnitt: Im Dezember habe ich bislang fast 300 Kilometer geschafft.

Gut unterwegs, trotzdem wird es ganz schön knapp...

Gut unterwegs, trotzdem wird es ganz schön knapp…

Mein Schnitt ist somit bei 20,97 km/Tag (nur im Dezember!), also bin ich nah an meiner Planung. Um die 6.000 km vollzubekommen, muss ich noch fast 400 weitere Kilometer im verbleibenden Rest des Monats schaffen – das schreit nach einer „kreativen“ Lösung (ich hoffe auf die Wochenenden, denn da kann ich etwas länger schlafen, was dann auch ein paar längere Läufe ermöglicht). Ich werde wieder berichten, wenn sich etwas ereignet. Auch das „Album der Woche“ kommt am schnell nahenden Wochenende wieder!

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Der Countdown läuft

Bei meinem letzten Blog-Eintrag, der sich auf die Lauferei bezog (hier), äußerte ich den „verrückten“ Gedanken, doch noch die 6.000 Kilometer in diesem Kalenderjahr zu schaffen, wenn ich jeden Tag im Dezember mindestens 20 Kilometer renne. Nun, so albern der Gedanke auch ist, irgendwie hat mich dabei der Ehrgeiz gepackt, also laufe ich im Moment im Schnitt etwas mehr als 20 Kilometer pro Tag.

Neun Läufe, etwas mehr als 180 km – es geht voran.

Neun Läufe, etwas mehr als 180 km – es geht voran.

Alles in allem ist das Laufen in der Menge völlig ok, ich muss nur jeden Tag gut zwei Stunden einplanen. Wenn ich auf dem Laufband bin, schwitze ich nicht gerade wenig:

Wohlbemerkt: Das Selfie entstand *nach* dem Abtrocknen...

Wohlbemerkt: Das Selfie entstand *nach* dem Abtrocknen…

Außerdem ist das Ermüdungsniveau danach nicht ganz zu vernachlässigen. Meine Frau hat ein kleines Foto von mir gemacht, als ich mich „mal für fünf Minuten“ auf unser bequemes Sofa gesetzt habe:

Kurz mal auf die Couch gesetzt – schwerer Fehler!

Kurz mal auf die Couch gesetzt – schwerer Fehler!

Schön ist, dass ich auf diese Weise morgens immer wieder mal einen Film ansehen kann. So kam ich gestern in den Genuss von „Die Akte Grant (The Company You Keep)“, einem genial spannenden Film von und mit Robert Reford:

Ein absoluter Wahnsinnsfilm mit perfekter Starbesetzung – sehenswert!

Ein absoluter Wahnsinnsfilm mit perfekter Starbesetzung – sehenswert!

Heute früh war es „Twelve Years A Slave“, ein ungemein fesselnder und dramatischer Film. Er war sogar so spannend, dass ich ein recht gutes Tempo anschlug – am Ende schlug ich meinen Halbmarathon-Rekord um etwas mehr als anderthalb Minuten. Schick!

Erstaunlich, wie schnell mich ein spannender Film macht...

Erstaunlich, wie schnell mich ein spannender Film macht…

Mal sehen, ob ich das „Projekt 6.000“ bis zum Ende durchhalte. Einen echten Druck gibt es nicht, nur mein eigener – nach Ansicht meiner Frau „spinniger“ – Ehrgeiz treibt mich an. Und dummerweise muss ich rein rechnerisch auch noch ein bisschen mehr an Kilometern schaffen, denn wenn ich weiterhin „nur“ 20 Kilometer am Tag renne, benötige ich noch knapp 25 Tage, um mein Ziel zu erreichen. So viele Tage sind in dem Monat aber nicht mehr vorhanden… Es bleibt also spannend, ich werde berichten, wie es ausgeht.

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Roadrunner…

Ein Screenshot aus der Nike Running App vom 5. Oktober 2017:

5. Oktober 2017: 7.004 Kilometer bei Nike Running geloggt.

5. Oktober 2017: 7.004 Kilometer bei Nike Running geloggt.

Der gleiche Screenshot vom 1. Dezember 2017:

1. Dezember 2017: 8.004 Kilometer... Genau ein Tausender mehr als vorher...

1. Dezember 2017: 8.004 Kilometer… Genau ein Tausender mehr als vorher…

Huch!

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