Zweiter Meilenstein 2017

Der zweite Meilenstein ist geschafft: 2.000 Kilometer in diesem Kalenderjahr.
Der zweite Meilenstein ist geschafft: 2.000 Kilometer in diesem Kalenderjahr.

Nachdem ich gestern meinen Lauf (mir völlig unbewusst) bei der Marke von genau 1999,50 Kilometern – in diesem Jahr, nicht am Stück! – beendet hatte, war es klar, dass ich heute den zweiten großen Meilenstein, also die 2.000 Kilometer im Kalenderjahr knacken würde. Unterstützt von Hape Kerkelings Autobiographie „Der Junge muss an die frische Luft“ auf den AirPods rannte ich meine 13,87 Kilometer-Runde über die morgendlich frische Ostalb, verscheuchte dabei mehrere Hasen, einen Fuchs und gefühlte Myriaden von Mücken.

Neue Schuhe – ein Gewinn für mich

Und dabei konnte ich gleich noch eine sehr angenehme Feststellung, die sich mir über die letzten Tage aufgedrängt hat, bestätigen: Die Entscheidung, mir neue Laufschuhe von Asics zu besorgen (ich berichtete), war goldrichtig. Seit einer Woche laufe ich nun mit diesen wundervollen Schuhen, immer im Wechsel einmal Cumulus und einmal Nimbus – meine Adduktoren-Zerrung dankt es mir mit deutlich verringerten Beschwerden. Wochenlang waren die ersten zwei Minuten des Morgenlaufs äußerst schmerzhaft gewesen, bis sich alles in mir auf die etwas wackelige Laufbewegung eingestellt hatte – rund lief es erst nach ein oder zwei Kilometern. Mittlerweile starte ich wieder ganz normal, denn der Schmerz ist zu 90 Prozent verschwunden. Nach etwas über einer Stunde des Laufens merke ich eine sich rascher als sonst steigernde Erschöpfung in der Region, ansonsten bin ich weitgehend beschwerdefrei. Sehr schön.

Gleich mal auf Holz klopfen…

Zurück zum Meilenstein: Was mich dieses Jahr besonders erfreut, ist die Tatsache, dass mein Wohlbefinden insgesamt gut genug mitspielt, dass ich noch keinen einzigen Tag aussetzen musste. Es gab einige Tage, an denen ich morgens ganz schön schlapp war, meist lag es an einer langen Probe am vorigen Abend oder einer insgesamt brutal anstrengenden Woche. Aber weder hatte ich eine richtig heftige Erkältung noch sonst etwas, was mich vom Laufen abhalten konnte. Tock-tock-tock (3x gegen meinen Holzkopf geklopft, auf dass es auch weiterhin so bleiben möge).

Stabile Verhältnisse

Noch etwas gibt mir momentan Auftrieb: Seit der 11. Klasse war ich nicht mehr so „leicht“, ich liege aktuell immer unter 61 Kilogramm, nicht selten bin ich genau bei 60 kg, gelegentlich etwas drunter. Das ist ein gutes Stück weg von den etwa 90 Kilo, die ich 2006 auf den Hüften hatte. Bei meiner alle zwei Jahre stattfindenden Generalüberprüfung beim Hausarzt wog ich zu Beginn des Jahres noch satte 67 Kilo, was für mich eindeutig zu viel war. Kurz drauf begann ich wieder mit dem Kalorienzählen (mit CaloryGuard Pro), seither hat sich diese Problematik zum Glück in Wohlgefallen aufgelöst.

Hin und wieder schaffe ich es sogar, damit Leute zu belustigen. Gestern zum Beispiel fand an unserer Schule das Treffen der Oberstufenkoordinatoren aller Aalener (und benachbarter) Gymnasien zum Zweck der Kooperationsabsprachen statt. Wie bei allen solchen Anlässen hatte das Sekretariat uns mit leckeren Plunderstückchen versorgt. Also zückte ich meine kleine aber feine tragbare Waage aus dem Rucksack und wog meine Stücke ab – sehr zur Erheiterung der neben mir sitzenden Kollegen.

Fazit

Passt alles, auf zu den nächsten 2.000 Kilometern! Morgen steht noch der Big Band Battle in der Aalener Stadthalle an (Beginn: 19:00 h, der Eintritt ist selbstverständlich frei, herzliche Einladung an alle Interessenten!), danach brauche ich ein bisschen Erholung, denn die letzten Tage waren ein echter Höllenritt!

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Gesehen: „Harry Brown“

Ein teilweise sehr bedrückender und vermutlich einigermaßen realistischer Film mit einer fragwürdigen Botschaft...
Ein teilweise sehr bedrückender und vermutlich einigermaßen realistischer Film mit einer fragwürdigen Botschaft…

Bereits vor ein paar Wochen kaufte ich in der 3,99 €-Sektion den Film „Harry Brown“, maßgeblich weil Michael Caine die Hauptrolle spielt. Nicht erst seit „Batman Begins“ schätze ich ihn als großartigen Schauspieler, der mittlerweile in dem Alter angekommen ist, dass er sich die Rollen wirklich aussuchen kann.

Handlung

Harry Brown ist ein englischer Rentner, in seinem früheren Berufsleben war er bei der Spezialeinheit der Armee, was ihm unter anderem auch eine Dienstzeit in Nordirland einbrachte. Nun aber lebt er allein (seine ohnehin seit längerer Zeit im Koma liegende Frau stirbt gleich zu Beginn des Films) und fühlt sich zusehends verloren in einer Welt, die sich weiterbewegt hat. Mit Schrecken beobachtet er, wie jugendliche Banden seine nähere Umgebung in ein Tollhaus verwandeln, in dem offen Gewalt ausgeübt und mit Drogen gedealt wird. Einer seiner wenigen Freunde berichtet ihm davon, dass er von den Jugendlichen schon mehrfach bedroht worden sei. Bereits am nächsten Tag ist er tot, erstochen von einer der Jugendbanden. Da brennt bei Harry eine Sicherung durch: Er besorgt sich eine Waffe (wobei er die zwei finsteren Typen, von denen er die Waffe ursprünglich kaufen wollte, gleich einmal über den Haufen schießt) und macht sich auf, um Selbstjustiz zu üben…

Zweifelhafte Botschaft

Natürlich ist das der klassische Bauplan für einen Action-Film, leider geht die Geschichte – Achtung: Spoiler! – so aus, dass der Kriegsveteran am Ende ungeschoren mit einer ganzen Menge Morde auf seinem Gewissen aus der Affäre hervorgeht. Da muss ich dann doch hinterfragen, was sich die Autoren des Drehbuchs dabei gedacht haben. Denn letztlich wird eindeutig das Signal ausgesandt: „Selbstjustiz ist ok, solange dich keiner dabei erwischt.“ Damit kann ich mich nicht identifizieren.

Alter Darsteller in einem Action-Film – geht das denn?

Spannend ist ja auch die Frage, ob ein Action-Film mit einem Hauptdarsteller, der zu diesem Zeitpunkt (der Film erschien 2009) bereits 76 Jahre alt war (Michael Caine ist Jahrgang 1933), überhaupt überzeugend funktionieren kann. Doch in dieser Hinsicht kann ich volle Entwarnung geben, denn gerade weil Michael Caine in diese Rolle geradezu hineingealtert ist, passt das perfekt. An Action wird nicht gespart, die eine oder andere Szene hätte meinetwegen durchaus auch entschärft werden können.

Realistisch

Insgesamt wirkt der Film in seiner Gesamtheit sehr realistisch („echte“ Erfahrungen mit der Thematik habe ich ja glücklicherweise nicht), was den Film streckenweise zu einer echt beklemmenden Angelegenheit macht. Bei den Kommentaren zum Film in der IMDb (hier) äußern sich mehrere Nutzer in der Weise, dass der Film das Leben in einem Problembezirk Londons zu der Zeit recht akkurat porträtiere.

Fazit

Der Film ist sehr gut gemacht, die Handlung wirkt auf mich äußerst realistisch (und darin beklemmend, was den Film nicht zu einem amüsanten Action-Film macht), der Hauptdarsteller brilliert, insgesamt handelt es sich für ein Regie-Debut (Daniel Barber) um einen kraftvollen und gelungenen Einstieg. Besonders häufig werde ich mir den Film jedoch vermutlich nicht ansehen, denn er verbreitet eine derart pessimistische und düstere Sicht auf das Großstadtleben, dass er eher als Milieustudie denn als Unterhaltung taugt.

Gesehen: „Das Schwergewicht“

Es gibt Filme, deren Inhalt sich mit zwei Sätzen zusammenfassen lässt, die grundsätzlich kaum simpler sein könnten – und die dennoch einen guten Unterhaltungswert mit sich bringen. Oft sind es gerade diese Filme, die nach dem langen und ausufernden Tagwerk die nötige Entspannung erzeugen, die das Einschlafen erleichtert. „Das Schwergewicht“ ist ein solcher Film, denn die Handlung lässt sich mit wenigen Worten zusammenfassen:

Aufgrund akuter Geldnot sollen neben anderen Sparmaßnahmen alle Musikaktivitäten an einer Highschool eingestellt werden. Ein eher mäßig engagierter Lehrer findet das nicht gut, beschließt, die fehlenden Geldbeträge auf eigene Faust aufzutreiben und greift dazu auf eine kreative Idee zurück: Er lässt sich als Kämpfer im sog. „Mixed Martial Arts“-Bereich (man könnte auch sagen: „Kloppe auf den Gegner ein, wie es dir passt.“) aufstellen, trainiert, kämpft – und gewinnt am Ende (völlig „überraschend“) die benötigten 50.000 Dollar, um den Fachbereich zu retten und alle zu beglücken.

Wie gesagt: Viel ist inhaltlich nicht dran. Und wenn man – wie ich – auch kein Freund von publikumswirksamem Gekloppe ist, dann gibt es zumindest ein Element in diesem Film, mit dem ich mich nicht sonderlich anfreunden kann. Doch drum herum sind ein paar sehr ulkige Szenen gebastelt, ein paar (auf krude Weise) lustige Charaktere (der Trainer des Protagonisten ist so einer) eingebaut, sodass einem der Film in der Summe einen angenehm lustigen Abend beschert.

Solera auf dem Dach

Heute habe ich es tatsächlich geschafft, das komplette Dach des Woodport (ich berichtete) mit Dachpappe zu verdecken, alles ordentlich zu vernageln bzw. festzutackern, dann sogar noch alle eventuellen Nässe-Schwachstellen komplett zu verkleistern bzw. zu verspachteln – und dann kam da noch eine Heldentat der besonderen Art hinzu…

Schön ist es nicht, aber die Perspektive hat sonst kaum jemand. Daher kam es mir eher auf die Funktionalität an. Und die konnte ich hoffentlich herstellen...
Schön ist es nicht, aber die Perspektive hat sonst kaum jemand. Daher kam es mir eher auf die Funktionalität an. Und die konnte ich hoffentlich herstellen…
Wenn das jetzt nicht dicht ist, bekomme ich echt die Krise...
Wenn das jetzt nicht dicht ist, bekomme ich echt die Krise…

Gelernt habe ich bei diesem „ersten Mal“ so einiges, dazu gehören zum Beispiel die folgenden Highlights:

  • Nie ohne Schutzbrille den Kleber auftragen, das Zeug ist zähflüssig „wie die Sau“ und spritzt wie ein (männlicher) Pornostar. Meine Hände und Arme brauchten vorhin gute 20 Minuten der Intensivbehandlung, um wieder sauber zu werden…
  • Ebenfalls nie ohne Schutzbrille den Rand einer besandeten Dachpappe fürs Festtackern umbiegen, wenn man direkt darunter steht. Das könnte sonst zu leichten Sichtschwierigkeiten führen…
  • In der Sonne wird’s heiß.
  • Je länger desto heißer.
  • Vor allem wenn die Haarpracht nicht mehr ganz so intakt ist…
  • Eine Leiter benötigt einen festen Stand.
  • Mit allen vier Füßen.

Ach ja, ich hätte fast die „Heldentat“ meinerseits vergessen. Der Tacker wollte keine U-Nadeln ausspucken. Also drückte ich… und drückte… und drückte… Irgendwie passte der Winkel für mein Handgelenk nicht ganz so gut, also hielt ich den Tacker näher an meine Hüfte. In der Retrospektive ist mir klar, dass das eigentlich der Idealfall für ein Fail-/Pannenvideo bei YouTube gewesen wäre, doch irgendwie löste sich dann tatsächlich eine U-Tackernadel und – na ja – tackerte sich an mir fest. Zum Glück nur oberflächlich. Aber aua!

Geplant war das sicher nicht, dafür aber eine sehr „einprägsame“ Erfahrung. *Hüstel*
Geplant war das sicher nicht, dafür aber eine sehr „einprägsame“ Erfahrung. *Hüstel*

Gut, damit wäre dann ein für alle Mal festgestellt, dass ich der geborene Handwerker bin. Ich rühme mich jedoch damit, weder vom Dach noch von der Leiter gefallen zu sein. Außerdem bin ich tatsächlich zuversichtlich, dass es dieses Mal ein dichtes Dach sein sollte. Wenn ich im nächsten Jahr wieder mit so etwas anfangen sollte, habe ich mich geirrt.

52 Wochen – Teil 15 („Arbeit stört Hörbuch“)

Wie jeden Sonntag beteilige ich mich an Zeilenendes Foto-Aktion „52 Wochen“ (hier alle Beiträge von Zeilenende, MarinscheMulticolorina dilletiert und mir, in deren Rahmen allwöchentlich ein neues Selfie oder Porträt veröffentlicht wird.

Heute habe ich mir ein ernstes Thema herausgesucht: Meine berufliche Tätigkeit verhindert es immer wieder, mich meiner Leidenschaft, dem Anhören von Hörbüchern, hinzugeben. Völlig inakzeptabel.

Heute ist zum Beispiel so ein Tag: Nach dem Aufstehen mussten ein paar längst überfällige Dinge erledigt werden, dann ging ich an den Schreibtisch und korrigierte eine Klassenarbeit. Drei Stunden waren danach einfach weg. Außerdem muss ich mich dabei sehr konzentrieren, also herrscht absolute Stille (nur wenn die Kinder im Haus aktiv sind, lasse ich meist leise Musik laufen, dann verbindet sich das Sammelsurium an Geräuschen zu einem relativ unaufdringlichen Hintergrundrauschen, das mich kaum in der Konzentration stört). Danach lief ich 18 Kilometer auf meinem Laufband, wobei ich natürlich – wie fast immer – ein Hörbuch anhörte. Im Moment stecke ich noch ganz am Anfang des zweiten Buchs der sog. „Trilogie der Ratte“ von Haruki Murakami mit dem Titel „Pinball 1973“. Schon der erste Band, „Wenn der Wind singt“, hat mir sehr gefallen – mehr dazu später in einem separaten Blog-Eintrag –, daher brenne ich im Moment sehr auf neues Hörfutter von diesem Autor.

Doch jetzt kommt wieder meine Arbeit daher: Morgen wird eine Klassenarbeit geschrieben, die muss noch erstellt werden. Außerdem liegen noch vier Klassenarbeiten auf meinem Schreibtisch – und alle wollen sie korrigiert werden. Möglichst gestern. Unterricht steht morgen auch noch an. Den bereite ich auch vor. Auch das kostet Zeit…

Und so komme ich gerade nicht zum Weiterhören. Und das stinkt mir. Und dann sehe ich so aus:

Ein ernster, leicht genervter Blick – so gucke ich, wenn ich nicht einfach mein Hörbuch anhören kann...
Ein ernster, leicht genervter Blick – so gucke ich, wenn ich nicht einfach mein Hörbuch anhören kann…

Mal sehen, wie weit ich nächste Woche bin, eventuell kann ich dann mal wieder ein lächelndes Gesicht posten. Schön wäre es.

52 Wochen – Teil 10 („Sonntagsnickerchen“)

Sonntag ist ja mein liebster (und vermutlich auch effizientester) Blogging-Tag, denn am Samstag erhole ich mich während der normalen Schulwochen noch. Erst am Sonntag kann dann die Kreativität ihre volle Kraft entfalten und mich vor Ideen übersprudeln lassen.

In den letzten Tagen habe ich viel überlegt, welches schöne Foto denn für meinen heutigen Beitrag zur vom lieben Zeilenende ins Leben gerufenen Foto-Aktion 52 Wochen (hier sind alle meine Beiträge dazu) passen könnte. Noch dazu beim ersten nennenswerten Jubiläums-Beitrag, dem zehnten. Hier ist Zeilenendes heutiger Beitrag.

Kurzerhand wählte ich eine meiner Lieblingstätigkeiten aus: das Schlafen. Unter der Woche ist der Terminplan meist so gedrängt, dass ich zwar nach dem Mittagessen in einen postprandialen Dämmerzustand verfalle, den aber mit hektischer Aktivität füllen muss, um über die Runden zu kommen. Am Wochenende gönne ich mir dagegen häufiger ein schönes Nickerchen. Hin und wieder übermannt mich die Müdigkeit auch in einer völlig dafür ungeeigneten Position und ich ratze halb sitzend vor mich hin.

52 Wochen (10): Sonntagsnickerchen
52 Wochen (10): Sonntagsnickerchen

Heute aber merkte ich noch beim Taggen des letzten Beitrags, wie sehr die Müdigkeit von mir Besitz ergriff. Geistesgegenwärtig positionierte ich Sofakissen und meine Beine, zog eine glücklicherweise bereitliegende Decke über mich – und wenige Sekunden später war ich zu 100 Prozent im Sleep-Modus angekommen. Und knapp eine Stunde verging, wegen mir hätten es auch zwei oder drei sein dürfen, doch die Arbeit sitzt immer noch da und grinst mich frech an. (Außerdem wäre mehr Schlaf hinderlich für die nächtliche Erholung gewesen, insofern passt das schon. Seufz.) Also werde ich mich nach dem Schreiben dieser Zeilen vom Sofa begeben und wieder zur Tat schreiten. Vielleicht versüße ich sie mir mit einer Schoko-Erdnuss, oder zwei, oder drei…

Zum Foto: iPhone SE (Frontkamera), ein paar Filter aus der App „Filters for iPhone“ (die sind nicht benannt sondern nummeriert, die Zahlen habe ich mir im Dämmerzustand aber nicht gemerkt)

 

Veganes Gericht von und bei Solera

Hmmmm, mir läuft das Wasser im Mund zusammen...
Hmmmmmm, noch heute läuft mir das Wasser im Mund zusammen!

Haha! Solera kann auch vegan kochen. Auch wenn es völlig unbeabsichtigt war… Am Samstag war hier große Familienfeier anlässlich der Kommunion unserer Mittleren. Bereits am Freitag habe ich mein berühmt-berüchtigtes Chili gekocht. Doch erst am Samstag machte mich eine Schwägerin darauf aufmerksam, dass das ja ein rein veganen Essen sei. Von selbst wäre ich nie auf den Gedanken gekommen.

Zutaten:

Die Zutatenliste ist sehr übersichtlich, alles auf der Liste lässt sich in einem normalen Lebensmittelladen (ja, sogar bei den Discountern) ohne Probleme erstehen – und das Ergebnis ist durchaus lecker:

  • 4-5 Zwiebeln
  • 1 mittelgroße Zucchini
  • 2 rote Paprika (gerne auch Spitzpaprika, die geben ein ganz eigenes Aroma)
  • 2 gelbe Paprika
  • Tomatenpürree
  • Tomaten (gehackt)
  • 1 große Dose Mais
  • mehrere Sorten Bohnen (im Prinzip würde eine auch langen, aber mehrere bringen einfach noch mehr unterschiedliche Aromen ins Spiel)

Zubereitung

Die Zubereitung ist ganz einfach, bedarf leider eines etwas höheren Zeitaufwands, wenn man (wie ich) kein Virtuose mit dem Schneidemesser ist – und sollte am besten in mehreren getrennten Stufen durchgeführt werden:

  • Vorbereitung am Tag zuvor: Bohnen in reichlich Wasser einlegen und über Nacht einweichen lassen.
  • Vorbereitung am Tag selbst: Ich bin ein großer Fan von recht fein geschnittenem Gemüse, daher wird alles in mehr als nur mundgerechte Stücke zerkleinert (siehe Bild, die Maiskörner dienen als Referenz für die Größe). Das erhöht für mich den Genuss beim Essen, kostet aber in der Vorbereitung erheblich mehr Zeit. Am Geschmack ändert sich aber sicherlich gar nichts, wenn man die Stücke etwas größer lässt.
  • Jetzt geht's richtig los: Zuerst die Zwiebeln anbraten. Erst wenn diese einen leichten Bräunungsgrad erreicht haben, werfe ich Zucchini und Paprika dazu. Sobald auch diese etwas Farbe gewonnen haben, lösche ich mit Mais und Tomaten ab. Salz und (Cayenne-)Pfeffer sollten schon einmal vorsichtig dosiert hinzugegeben werden. Das darf dann eine ganze Weile vor sich hin köcheln.
  • Parallel dazu werden die eingeweichten Bohnen in einem separaten Topf gekocht. Auf dem Wasser schwimmt dann ziemlich bald ein sehr dichter Schaum, den ich abschöpfe und wegschütte. Erst wenn mittels Test die Bohnen als fertig (weich genug, aber gerade noch ein wenig Biss) abgestempelt sind, kommen sie in das übrige Gericht hinein. Nun muss notfalls noch einmal die Menge an Tomatenpürree angepasst werden, damit das Chili nicht zu stückelig bleibt. Ideal ist es, wenn auch die oberste Schicht noch von Sauce umgeben ist (siehe Foto).
  • Wenn es wiederum ein paar Stunden ruhen oder – meine Empfehlung – bei niedriger Hitze weiter köcheln durfte, wird es Zeit für die endgültige Würzung. Hier entscheidet der persönliche Geschmack: In meinem Fall wird es schon scharf, aber nicht unvertretbar. Gerade bei einer Familienfeier trete ich hinsichtlich des Pfeffer-Anteils deutlich kürzer. Nachwürzen mittels Tabasco-Sauce oder Cayenne-Pfeffer ist ja nicht verboten.
  • Der Geheimtipp ist aber: Nun sollte das Gericht noch eine Nacht, eventuell sogar einen ganzen Tag ruhen. Auf diese Weise vermischen sich die Aromen der unterschiedlichen Gemüsesorten mit den hinzugefügten Gewürzen zu einem wundervollen Ganzen.

Fazit

Sicher kein Essen, dass man jeden Tag machen kann (allein aus Rücksicht auf die atmende Umwelt) und/oder will (Aufwand). Dafür ein himmlisch leckeres und tatsächlich rein veganen Essen. Noch dazu garantiert diese Form der Zubereitung, dass man ziemlich genau weiß, was im Essen steckt (klar, das Tomatenpürree ist die Schwachstelle, aber solange auf der Packung nichts anderes als „Tomaten“ als Inhaltsstoff angegeben ist, vertraue ich einfach mal darauf, dass keine Salami in meinen Topf plumpst) – und das finde ich in unserer von einer sehr dubiosen Lebensmittelindustrie gekennzeichneten Welt sehr beruhigend.