San Francisco: Coit Tower

Viel zu lange habe ich nichts mehr über meine Geburtsstadt San Francisco geschrieben. Einige Absätze des heutigen Artikels liegen schon seit Monaten in meinem Entwürfe-Ordner herum, doch es kostet Zeit, sich dieses Themas mit dem gebotenen Ernst und der notwendigen Muse zu widmen. Daher wollte ich keinen Schnellschuss aus der Hüfte loslassen, nur um den Artikel fertig zu bekommen.

Der Coit Tower aus der Luft (Quelle: Apple Maps)
Der Coit Tower aus der Luft (Quelle: Apple Maps)

Mit dem Coit Tower treffen wir heute ein weiteres Highlight San Franciscos, das mir diese Stadt so sehr ans Herz hat wachsen lassen. Im Coit Tower vereinigen sich gleich mehrere kulturell interessante Aspekte, die natürlich auch touristisch ausgeschlachtet werden, doch in diesem Fall ist es gut so, denn sonst hätte am Ende kaum jemand Zugang zu dieser Attraktion.

An manchen Tagen kann es da ziemlich bedrängt zugehen, wir hatten damals (2003) riesiges Glück, denn trotz sonnigen Wetters und milder sommerlicher Temperaturen waren höchsten eine Handvoll Leute zeitgleich mit uns anwesend, was einige ungestörte Fotos ermöglichte.

Geschichte:

Erbaut wurde der Coit Tower im Jahr 1933, verantwortlich für den Bau waren Arthur Brown Jr. und Henry Howard. Der Name des Turms geht auf eine ganz interessante Geschichte zurück:

Lillie Hitchcock Coit, ein Kind aus sehr wohlhabenden Verhältnissen, half den Feuerwehrmännern bei einem Brand in der Nähe des Telegraph Hill, woraufhin sie zu einem Maskottchen der Freiwilligen Feuerwehr San Franciscos wurde. 1929 starb sie und hinterließ der Stadt 100.000 (andere Quellen sprechen von 125.000) Dollar für die Verschönerung der Stadt. Die Summe klingt vermutlich nach heutigen Verhältnissen nicht besonders opulent, zumindest wenn man bedenkt, was allein die Großbaustelle des BER täglich an Geld verschlingt, für damalige Verhältnisse war es aber ein „riesiger Batzen“.

Auf jeden Fall wurde der 64 Meter hohe Aussichtsturm errichtet, der bis heute fantastische Ausblicke auf einen Großteil der Stadt und der Bucht ermöglicht. Davon konnten wir uns persönlich überzeugen. Und davon gibt’s natürlich gleich einiges zu sehen…

Wer nun ein wenig auf den Geschmack gekommen ist, findet weitere Informationen zum Coit Tower hier und hier.

Architektur:

Der Coit Tower soll zwar offiziell nicht so aussehen wie eine aus dem Boden ragende Feuerwehrspritze, zumindest beabsichtigten die Architekten dies nicht. Wenn man ihn sich allerdings ansieht, fällt eine gewisse Ähnlichkeit dennoch ins Auge.

Der Coit Tower – ein bisschen kann man hier schon die stilisierte Spritze eines Feuerwehrschlauchs erkennen...
Der Coit Tower – ein bisschen kann man hier (zumindest meiner Meinung nach) schon die stilisierte Spitze einer Feuerwehrspritze erkennen.

Zumindest geht es mir so. Aber wer es anders sieht, darf mir gerne einen Kommentar schreiben. Gerade visuelle Analogien sind ja ein Gebiet, in dem sich schier unendliche Diskussionen führen lassen.

Aussicht:

Die Aussicht von der Spitze des Coit Tower ist schlicht sensationell. Aus den fast schon unzähligen Bildern habe ich nur eine sehr kleine Auswahl zusammengestellt, die als kleiner Appetizer angesehen werden können, doch einmal einen Trip nach San Francisco zu unternehmen.

Hier ein Ausblick auf die Lombard Street, außerdem sieht man am hinteren rechten Eck noch die Auffahrt auf die Golden Gate Bridge.
Ausblick auf die Lombard Street, außerdem sieht man am hinteren rechten Eck noch die Auffahrt auf die Golden Gate Bridge.
Hier der wundervolle Ausblick direkt auf die Golden Gate Bridge.
Die vermutlich bekannteste Attraktion der City by the Bay: Die Golden Gate Bridge.
Hier der Blick in Richtung der Innenstadt, zentral ist die Needle zu sehen.
Blick in Richtung der Innenstadt, im Zentrum ist die sog. Needle zu sehen.
Und zuletzt noch ein Blick in den himmlischen Sommerhimmel im August 2003...
Zuletzt noch ein Blick in den himmlischen Sommerhimmel im August 2003.

Kunst im Innern:

Beim ersten Besuch wird man fast überwältigt von den atemberaubend schön bemalten Innenwänden im Erdgeschoss. Die Wandmaler ließen sich von Diego Riveras sozialkritischer Malerei inspirieren und bauten zahlreiche „linke“ Elemente in die Wandgemälde ein.

Die Wandgemälde zeigen überwiegend die hart arbeitende Bevölkerung der USA (und diese in einem nicht geringen Ausmaß mit deutlich erkennbarem Migrationshintergrund).
Die Wandgemälde zeigen überwiegend die hart arbeitende Bevölkerung der USA (und diese in einem nicht geringen Ausmaß mit deutlich erkennbarem Migrationshintergrund).
Mensch und Maschine in einem nicht enden wollenden Arbeitsprozess
Mensch und Maschine in einem nicht enden wollenden Arbeitsprozess…
Fleiß und körperlicher Einsatz als durchgehende Motive
Fleiß und harter körperlicher Einsatz sind die durchgehenden Motive.
Sogar die echten Fenster wurden perfekt in die Wandgemälde integriert.
Sogar die echten Fenster wurden perfekt in die Wandgemälde integriert.
Und manchmal schlüpft eine wunderhübsche Frau ins Bild, die durch ihre Schönheit den Coit Tower ganz unerwartet zum Leuchten bringt.
Und manchmal schlüpft eine wunderhübsche Frau ins Bild, die durch ihre Schönheit den Coit Tower noch mehr zum Leuchten bringt…

Fazit:

Der Coit Tower gehört zu den von außen eher unscheinbaren, in seiner Gesamtwirkung aber immens bedeutsamen Attraktionen San Franciscos. Wenn ich mal wieder in der Stadt sein sollte, muss ich die drei Dollar für den Aufzug auf jeden Fall investieren – der Ausblick ist es wert!

Gehört: „Cotton Reloaded 43: Das Gift der Viper“ von Christian Weis

Lange, viel zu lange mussten treue Cotton Reloaded-Fans wie ich (und mittlerweile meine Frau sowie unser Sohn) auf die neueste Episode warten – und ich für meinen Teil kann sagen: Es hat sich gelohnt.

Vor zwei Tagen erschienen parallel eBook und Hörbuch, wie immer tendierte ich zum Hörbuch, da ich mir die Geschichte dann beim morgendlichen Laufen anhören konnte – so auch in diesem Fall. Da macht sich auch der einzige – und sicher nicht ernst gemeinte – Kritikpunkt fest: 20 Minuten mehr hätten perfekt zu den zwei Läufen gepasst…

Christian Weis: Cotton Reloaded 43 ‚‚Das Gift der Viper“
Spannung pur: Cotton Reloaded 43 ‚‚Das Gift der Viper“ von Christian Weis

Das Cover (siehe Bild) spricht mich persönlich sehr an und wirkt allein schon spannungssteigernd, denn ich habe gerade vor Klapperschlangen eine Heidenangst. Gleichzeitig üben diese Tiere eine fast schon extreme Faszination auf mich aus. Die Gründe liegen in den diversen Geschichten, die mir meine Mutter aus meiner frühen Jugend in Kalifornien immer wieder erzählt hat. Darin kamen Klapperschlangen mehrfach vor, sowohl beim Campen, wenn ein solches Tierchen mal eben unter dem Campingtisch auftauchte (was meinem Vater wohl einige sehr spannende Momente verschaffte) oder bereits verendet auf dem Wanderweg lag (eben dieses Tierchen hatten wir in Alkohol konserviert daheim in einem Glas verwahrt – ich weiß gar nicht, ob es noch in meinem Elternhaus steht).

Zu den Details der Handlung verrate ich nichts, denn das würde bei einer so frischen Geschichte sicher für den einen oder anderen Fan einen Spoiler erster Güte bedeuten. Was ich sagen kann: Routiniert führt der fränkische Autor Christian Weis (dessen Familienname selbst iTunes-intern mehrere Schreibweisen verpasst bekam, siehe Bild oben) den Hörer/Leser durch eine spannende Geschichte um bedrohte Zeugen in einem Mafia-Fall, deren Schutz durch das G-Team sichergestellt werden soll. Ungefähr in der Mitte zeichnet sich eine – nicht ganz unerwartete – Wende ab, die aber in gewohnt actionreicher Manier bis zum Schluss durchgezogen wird.

Mir hat das Hörbuch sehr gut gefallen, wie schon Cotton Reloaded 32: Ebene Null werde ich es sicher noch mehrfach anhören. Bei einem so niedrigen Preis (1,99 €, weniger als ein Euro pro gehörter Stunde – nicht nur für Schwaben klingt das nach einem echt guten Deal!) kann ich nur empfehlen, schnell zuzugreifen und sich dem Genuss gleich an diesem Wochenende hinzugeben.

Laufstatistik 2016:

  • 100 Läufe
  • Kilometer gesamt: 1507,61
  • Laufzeit: 153 Stunden 52 Minuten

 

Gewusst wie…

Gestern ist mir bei Twitter eine Geschichte in den Blick geraten, die mir sehr nach zwar erfunden, aber genial klingt. Ich habe den Link zum Glück noch einmal gefunden, sonst könnte ja noch jemand denken, ich hätte mir das selbst ausgedacht…

Die Geschichte geht folgendermaßen: Ein Mann besitzt ein großes Grundstück, zu dem auch ein See gehört. Er ist nicht häufig auf diesem Grundstück, noch seltener am See. Als er aber eines Tages wieder einmal einen Ausflug dorthin unternimmt, sieht er eine Gruppe von Frauen beim Baden – alle unbekleidet. Er nähert sich und spricht die Frauen an. Diese hatten ihn schon beim Näherkommen gesehen und sich aus seiner direkten Reichweite zurückgezogen. Als er am Ufer steht, ruft eine der Frauen, dass sie erst aus dem Wasser kämen, wenn er wieder weg sei. Seine Antwort ist (vermutlich erfunden, aber) unschlagbar: Ich bin nicht Ihretwegen gekommen. Eigentlich wollte ich nur den Alligator füttern…

Na, ist der Groschen schon gefallen? Ich könnte immer noch lachen, auch wenn die Geschichte brachial erfunden klingt –zumindest kenne ich keine Gruppen von Frauen, die gemeinsam zum Nacktbaden an einen verlassenen See fahren (hmmm, vielleicht kenne ich auch einfach nur die falschen Frauen…).

 

Halloween — bitte abschaffen!

Vor ein paar Wochen war Halloween, leider. Es gibt nur ganz wenige Tage im Kalenderjahr, die ich noch weniger mag als diesen einen.

Exkurs in meine Kindheit

Eigentlich gab es diesen Brauch in meiner Kindheit nur in den USA. Da ich in der Nähe von Würzburg aufgewachsen bin, wo es über Jahrzehnte hinweg mehr als eintausend dauerhaft stationierte amerikanische Soldaten gab, sah man natürlich schon ein bisschen davon. Aber: Wir nahmen daran nicht teil, von uns Kindern wäre auch keiner auf die Idee gekommen, sich Ende Oktober zu verkleiden und von Haus zu Haus zu ziehen, um dort nach Süßigkeiten zu fragen.

In unserer Straße in Estenfeld wohnte eine Familie namens Bennett, die mich und meinen besten Kumpel aus Kindheitstagen sogar mal zu einer Halloween-Feier in der Schule der Leighton-Barracks mitnahm. Für uns zwei 13- oder 14-Jährige war das ganz außergewöhnlich und somit schlichtweg fantastisch. Davon konnten wir erzählen, wir konnten als zwei „Eingeweihte“ in diesen besonderen Erinnerungen schwelgen, denn die auf dem Fest gezeigten Kostüme waren für unsere deutschen Verhältnisse schon sehr realistisch und mit wesentlich mehr Mühe gemacht (oder mit mehr Geld gekauft), als es bei uns an Fasching üblich war.

Transfer nach Europa

Mittlerweile ist der Brauch, an Halloween von Haus zu Haus zu ziehen, leider auch bei uns angekommen, allerdings hat er hier keine Tradition, daher verkommt der Brauch meiner Erfahrung nach zu einem „Heute lass ich die Sau raus!“-Tag für Pubertierende.

Einige schaffen es ja wenigstens noch, sich ordentlich zu kostümieren und einen einigermaßen kunstvollen Spruch aufzusagen. Da gebe ich auch gerne etwas her. Gelegentlich klingeln an meiner Tür auch Kids, die mit Mühe und Not drei Worte ausspucken: „Süßes oder Saures!“ Das wirkt so lahm, dass ich gerade mit Fleiß in unserem Vorratsbeutel neben der Tür nach den unattraktivsten und kleinsten Süßigkeiten suche. Wer es nicht schafft, sich ein klein wenig Mühe zu geben, bekommt auch keine außergewöhnlichen oder tollen Leckereien.

Party

Mein Sohn hat das Glück/Pech, am Heilig Abend geboren zu sein, weshalb es da erfahrungsgemäß schwierig wird mit einer Geburtstagsparty. Also feiern wir seit Jahren vor. Letztes Jahr lief die Party an Halloween ganz gut, also wollte er dieses Jahr wieder eine, die wir ihm auch gewährten. Der Personenkreis war überschaubar, leider kamen auch zwei Jungs, die eigentlich nichts anderes taten, als mit ihren Spielzeugpistolen in einer Tour zu knallen. Ohne Munition, nur dieses trockene, aber recht schneidende Geräusch, wenn die Metall- oder Kunststoffteile mit Karacho aufeinander knallen. Nach zwei Minuten war es störend, nach 30 Minuten richtig enervierend, nach zwei Stunden hätte ich die Pistolen am liebsten einkassiert und in den Mülleimer oder die Mülltonne entsorgt.

Doch zusätzlich zum Knallen richteten sie die Waffen — zwar nur im Spiel, aber doch mit viel gespieltem Ernst — immer und immer wieder auf die anwesenden Personen, natürlich auch mich. Und das mag ich überhaupt nicht. Wenn schon knapp Zehnjährige dauernd so enthemmt sind, dass sie permanent Kopfschüsse simulieren, dann läuft da irgend etwas falsch. Da verrutschen mir persönlich zu sehr die Wertmaßstäbe.

Später mussten wir natürlich auch noch um die Häuser ziehen, wonach die Süßigkeiten gleichmäßig auf alle verteilt wurden. Dazu warfen alle ihre „Beute“ in der Mitte auf einen Haufen, dann würde reihum jeweils ein großes oder zwei bis drei kleine Teile weggenommen. Dabei fiel dann von einem der beiden Knarrenträger mehrfach der Spruch: „Wenn du das XY (hier bitte beliebigen Süßigkeitsnamen einsetzen) genommen hättest, hätte ich dich umgebracht!“

So setzt sich diese Enthemmung gleich einmal fort. Für mich gänzlich inakzeptabel. Wären sie nicht Geburtstagsgäste gewesen, hätte ich sie noch in dem Moment aus meinem Haus geworfen. Möglicherweise hätte sie das zum Nachdenken gebracht, was sie da eigentlich die ganze Zeit unreflektiert von sich geben.

Mir ist klar, dass ich hier mehrere ganz unterschiedliche Dinge in einen Topf geworfen habe: Meine Abneigung gegen Halloween in Deutschland und mein Erschrecken über das offen gewaltverherrlichende Verhalten zweier Zehnjähriger. Dennoch musste das einfach mal raus. Über Kommentare würde ich mich freuen, vielleicht verleihen diese dem Artikel die noch fehlende Tiefe…

 

San Francisco: Crookedest Street in the World

Lombard Street
Lombard Street — The Crookedest Street in the World

Es ist wieder einmal Zeit, sich meiner Geburtsstadt San Francisco zuzuwenden. Nicht nur meiner Meinung nach die schönste Stadt der Welt (neben Aalen, hüstel). Auch heute begegnen wir einem der weithin bekannten Wahrzeichen der „City by the bay“: Lombard Street, die den Angaben der Anwohner zufolge „krummste Straße der Welt“. Und in der Tat, vermutlich bietet nur ein Kreisverkehr mehr Krümmung, und die dafür nur in einer Richtung.

Viel los in den Kurven
Viel los in den Kurven

Der nicht ganz bescheidene Titel der Straße sowie der prachtvolle Anblick sorgen natürlich dafür, dass sich Unmengen an Touristen rund ums Jahr bei jedem Wetter dort einfinden. Als wir im Sommer 2003 dort waren, herrschte wundervollster Sonnenschein, die Temperaturen waren warm, aber nicht heiß — kein Wunder, dass sich die Touristen quasi gegenseitig auf den Füßen standen. Dennoch gelang es mir, hier und da ein paar schöne Schnappschüsse zu ergattern. Mehr möchte ich zu dieser fabulösen Ecke San Franciscos gar nicht schreiben. Lasst eure Augen über ihre sanften Rundungen streichen, sicher zaubern sie ein Lächeln auf euer Gesicht!

 

Gesehen: Breaking Bad – Erste Staffel

Walter aus »Breaking Bad«
Walter White, der „Protagonist“ aus „Breaking Bad“

Ich habe bei Twitter schon viel über die amerikanische TV-Serie „Breaking Bad“ gelesen, auch sonst gab es ein unüberseh-/hörbares mediales Echo, dennoch ging die Serie bis vor ein paar Tagen komplett an mir vorbei. Beim Familientreffen am Ellertshäuser See Mitte August legte mir eine nette ältere Dame aus Kanada näher, mir die Serie mal anzusehen. Sie selbst war erst kurz zuvor darauf aufmerksam geworden und hatte dann wohl die ganze Serie auf Netflix durchgesehen. Nach so viel Lob ging mir die Sache noch ein paar Tage durch den Kopf, dann sah ich mal nach, was die DVDs denn kosten sollten, was zum Glück nicht viel war.

Also bestellte ich mir die erste Staffel auf DVD und begann mit dem Ansehen… Mehrere Sachen fielen mir dabei auf:

  • Es ist ganz klar eine Serie „von Erwachsenen für Erwachsene“. Natürlich können auch Jugendliche sie ansehen, aber sie werden höchstens einen Teil der Tiefe erfassen können. Gerade Walt's verzweifelte Lage wird in den ersten Folgen sehr eindrücklich geschildert. Sehen und ansatzweise nachvollziehen können das viele, wirklich verstehen werden es vermutlich nur Erwachsene. Eindeutig ein Pluspunkt der Serie.
  • Die Serie zeigt schonungslos, in welche Sackgasse sich die amerikanische Gesellschaft zunehmend bewegt. Damit meine ich nicht die Drogenszene. Die gibt es überall, so etwas wird sich nicht vermeiden lassen. In keinem Land der Welt. Vielmehr bewundere ich den scharfen Blick der Drehbuchautoren auf die feinen sozialen Katastrophen im US-amerikanischen Alltag: Ein Lehrer, der zusätzlich zu seinem Beruf in der Schule noch in der Waschstraße arbeiten muss, um seine Familie ernähren zu können, dabei immer noch keine Möglichkeit hat, genug Geld aufzubringen, um auch nur geringste Rücklagen zu bilden — das ist wirklich schockierend. Und die Serie reitet noch nicht einmal darauf herum, was für mich belegt, dass dieser Zustand im Bewusstsein vieler Amerikaner wohl schon als „völlig normal“ angesehen wird. Ich wurde in Amerika geboren, schon damals (1975) gab es in den USA nur eine ganz schmale Mittelschicht, die Gesellschaft teilte sich vor allem in eine kleine (aber extrem wohlhabende) Oberschicht und eine sehr große (und teilweise wirklich erbärmlich arme) Unterschicht. Damals sah es hier in Deutschland noch komplett anders aus, denn es gab eine sehr breite Mittelschicht und an den beiden Extrempolen nur einen kleinen Rand. In den letzten drei Jahrzehnten hat sich unsere Gesellschaft langsam aber sicher in Richtung des amerikanischen Modells verändert. Wir sind noch nicht so völlig „entsolidarisiert“ (Volker Pispers), aber Jahr für Jahr berichten die Medien darüber, dass die Schere zwischen Arm und Reich immer weiter auseinander geht. Genau das war in den USA vor über 30 Jahren bereits der Fall, mal sehen, wo wir nach Ablauf eines ähnlichen Zeitraums stehen werden…
  • Besonders drastisch finde ich, welch krankhafte Geister in der amerikanischen Politik gegen die sog. „Obamacare“ (also die für alle Bürger eingerichtete Krankenversicherung) wettern. Bis zur Einrichtung von „Obamacare“ war nur krankenversichert, wer das Geld dafür aufbringen konnte. Auch der Umfang der Krankenversicherung hängt dann von den individuellen finanziellen Möglichkeiten ab. Eigentlich muss man Obama dies sehr hoch anrechnen, endlich die medizinische Grundversorgung für ein so großes Land hergestellt zu haben, doch was muss er stattdessen für Kritik einstecken… Krank! Zurück zur Serie: Der Protagonist von „Breaking Bad“ erhält die Diagnose Lungenkrebs — und kann sich eine Behandlung faktisch nicht leisten. Es geht nicht darum, sich eine besondere Behandlung leisten zu können, er kann schlichtweg für gar keine das Geld aufbringen, denn er müsste alles aus eigener Tasche bezahlen. Klar, auch bei uns wird nicht jeder eine exzellente Versorgung von seiner Krankenkasse bezahlt bekommen, aber eine grundlegende und solide medizinische Versorgung ist auf jeden Fall gewährleistet. Zurück zur Serie: Walt kann sich seine Chemotherapie nur leisten, indem er vor jeder Behandlung einen Scheck über die Kosten für Medikament und Behandlung abgibt. Wie demütigend es für ihn ist, die Arzthelferin jedes einzelne Mal zu bitten, den Scheck nicht vor Montag der kommenden Woche einzulösen, wird schauspielerisch sehr überzeugend rübergebracht. Das Geld hat er (trotz zweier Jobs) natürlich nicht, er muss es sich erst verdienen, indem er illegale Drogen herstellt und über seinen „Partner“ verticken lässt. Eigentlich geht das komplett gegen seine innere Überzeugung, doch er möchte seine Frau, seinen Sohn und das noch ungeborene Baby finanziell so gut wie möglich absichern.
  • Die Szenen, die im Drogenmilieu spielen, haben mir einmal mehr verdeutlicht, wie wichtig es ist, die eigenen Kinder zu starken Persönlichkeiten zu erziehen, die sich ihren Problemen mit Intelligenz und Pragmatismus stellen (anstatt in eine benebelte Rauschwelt zu fliehen). Noch dazu bin ich froh, nicht einmal ansatzweise ein persönliches Interesse an Drogen zu haben. Die zu erwartenden und in der Serie dargestellten Verhaltensweisen würden tiefgreifende Änderungen in meinem Selbstbild erfordern, die ich aber nicht einzugehen gewillt bin.

Die erste Staffel bestand nur aus ein paar Folgen, vermutlich war sich das Filmstudio nicht sicher, ob eine thematisch und sozial derart kontroverse Serie ein Erfolg werden würde. Doch ganz offensichtlich fanden sich genügend Anhänger, sodass einige weitere Staffeln folgten. Gestern kamen die DVDs der zweiten Staffel hier an, dann kann die Geschichte weitergehen. Ich bin schon gespannt, ob mein positives Bild der Serie sich auch weiterhin halten kann.

Kennt noch jemand diese Serie? Falls ja, wie findet ihr sie? (Und falls ihr mir einen Kommentar schreibt: Bitte verratet mir noch nichts über den weiteren Verlauf, sonst könnte mir das den Spaß verderben…)

 

Social Media-Verweigerer

Ich bin kein Freund der sog. „sozialen Medien“, was vor allem an der Datensammelwut vieler Apps liegt. Ich würde z.B. Whatsapp tatsächlich benutzen, aber solange die App im Hintergrund mein gesamtes Adressbuch auf ihren Server lädt und dort alles damit tun kann, was sie will (denn kaum ist es einmal hochgeladen, habe ich ja keine Kontrolle mehr darüber, was damit angestellt wird), kommt das für mich nicht in Frage. Mir geht es dabei noch nicht einmal um einen Selbstschutz, aber ich bin letztlich auch kein Freund davon, wenn meine Daten über Bekannte und Verwandte auf solche Weise verbreitet werden. Schließlich gehen meine Kontaktdaten diese Firmen solange einen Scheiß an, bis ich mich dazu entschließe, sie ihnen mitzuteilen.

Whatsapp, Facebook und Cie.

Und Whatsapp ist ja noch nicht einmal das Schlimmste, was einem in dieser Hinsicht passieren kann. Früher einmal war ich ein Instagram-Nutzer. Allerdings nur genau bis zu dem Tag, an dem die Firma von Facebook aufgekauft wurde. Noch am gleichen Tag habe ich alle meine Bilder gelöscht und meinen Account geschlossen.

Aber Facebook, Google+, LinkedIn und die ganzen anderen Netzwerke sind mir zutiefst suspekt, denn — und da gebe ich Tim Cook zu 100 Prozent recht — bei all diesen kostenlos angebotenen Apps ist der vermeintliche Kunde eben das Produkt, denn für die Leistungen des jeweiligen sozialen Netzwerks bezahlt man mit der Preisgabe intimer Daten, über deren weitere Verknüpfung und Verwendung man keinerlei Kontrolle hat.

Ich leide wirklich nicht an Verfolgungswahn, aber das geht mir dann doch immer einige Schritte zu weit.

Gut kann ich mich an meine ersten Jahre als Lehrer am LGH erinnern: Quasi täglich gingen von diversen Schülern (jeglichen Geschlechts) Kontaktanfragen von Facebook ein. Diese Kontaktanfragen sahen harmlos aus, offenbarten aber, wie tief bereits damals die Informationen verschiedener Adressbücher verschiedener Schüler miteinander verknüpft wurden, denn in jeder dieser Emails wurde sofort auf Personen hingewiesen, die ich „kennen könnte“. Tatsächlich kannte ich jeweils die meisten. Aber gerade diese Demonstration, was mit den Daten angestellt würde, ließ mich sofort Abstand nehmen.

Twitter

Jetzt könnte man sofort entrüstet ausrufen und fragen: „Aber du bist doch bei Twitter! Wie verträgt sich das mit der gerade offenbarten Einstellung?“ Ganz einfach: Bei Twitter hinterlasse ich so gut wie keine privaten Daten, denn ich schreibe/poste fast nichts. Für mich ist Twitter ein sehr schnelles Nachrichten-Medium. Ich folge hauptsächlich den Nachrichtenseiten und Personen, die mich interessieren, so bleibe ich da auf einem aktuellen Stand. Wenn ich selbst kaum etwas schreibe, bleibt meine Privatsphäre weitgehend gewahrt. Sollte sich das mal ändern, bin ich sofort weg.

Letzte Woche las ich einen Artikel, dass Google überlege, Twitter aufzukaufen. Das wäre exakt der Tag, an dem meine Teilnahme dort endete.

WordPress

So, nun bleibt nur noch ein soziales Netzwerk, in dem ich aktiv bin — nicht zu knapp und mit der Preisgabe etlicher privater Informationen: WordPress. Also „hier“.

Was macht den Unterschied aus? Warum bin ich hier aktiv und verweigere anderen Netzwerken diese Art der Offenheit? Da gibt's ein paar Dinge:

  • WordPress interessiert sich nicht für mein Adressbuch,
  • es jubelt mir nicht ständig irgendwelche ungewollten Kontaktanfragen unter,
  • ich bestimme das genaue Ausmaß dessen, was ich preisgebe,
  • die Wahl, mit wem ich es in diesem Netzwerk zu tun habe, liegt bei mir,
  • WordPress gleicht aufgrund seiner meist etwas ausufernden Form eher einer Reihe von Brieffreundschaften. Man nimmt sich Zeit, um etwas auszuformulieren, Bilder einzupflegen, Links zu setzen, kurz: investiert mehr Mühe und Sorgfalt (und auf jeden Fall mehr Zeichen, als diese bei Twitter je erlaubt sein werden…).

Gerade der letzte Punkt ist mir wichtig. Darum bin ich hier, darum schätze ich meine WordPress-Bekanntschaften, darum schreibe ich hier.

Nun wünsche ich euch allen einen wundervollen Donnerstag — und freue mich auf die vielen interessanten Sachen, die ich heute wieder lesen darf!

 

Gesehen: „Die zwölf Geschworenen“

Die zwölf Geschworenen
Ein altes Filmposter zu „Die zwölf Geschworenen“

Als es vor ein paar Wochen so außerordentlich heiß war, haben wir uns bemüht, die Bewegungsmenge vor allem am Nachmittag so gering wie möglich zu halten. Für die mittägliche Schlaf(f)-Phase gab es also einen Film, der uns Erwachsenen gut gefällt, schon länger nicht mehr angesehen wurde und den Kindern keine Albträume verpasst: „Die zwölf Geschworenen“.

Der Film stammt aus dem Jahr 1957 und sollte weithin bekannt sein, immerhin gehört er zu den sog. Klassikern. Die Besetzung umfasst etliche Stars der Zeit (leider sind mittlerweile alle gestorben): Henry Fonda, Jack Klugmann, Jack Warden und viele andere. Spannung baut der Film zuerst ganz subtil auf: Nur ein einziger Geschworener stellt sich gegen den Strom der Masse, die den Ausführungen des Staatsanwalts teils aus Bequemlichkeit, teils aus Hilflosigkeit folgen möchte. Doch dieser eine (Henry Fonda) stellt sich quer, wird zum Ärgernis der Sitzung. Und innerhalb von ca. 90 Minuten gelingt das Wunder: Alle der übrigen Geschworenen müssen sich nach und nach beim intensiven Hinterfragen der Puzzleteile, die der Staatsanwalt als angeblich lückenlose Darstellung des Tathergangs präsentiert hat, von ihrem früheren Standpunkt verabschieden.

Sollte nun jemand mich bezichtigen, den Spaß am Ansehen verdorben zu haben, indem ich das Ende verraten habe, kann derjenige (oder diejenige) beruhigt aufatmen, denn das Endergebnis ist nicht das Element, das für Spannung sorgt. Vielmehr ist es der Prozess, den die Geschworenen auf dem Weg zum endgültigen Formulieren des „begründeten Zweifels“ durchlaufen.

Der Regisseur hat zusätzlich durch eine geschickte Auswahl unterschiedlicher Kamera-Objektive für eine geradezu klaustrophobische Atmosphäre gesorgt, denn im Verlauf des Films erzeugt er den Eindruck, der Raum werde immer kleiner. Fantastisch. Wer den Film noch nicht gesehen hat, sollte getrost diese 90 Minuten Lebenszeit investieren. Bereuen wird das sicher niemand.

 

Torpedo Bag Classic

Mein Torpedo Bag Classic
Lange ersehnt, endlich hier: Mein Torpedo Bag Classic!

So, die Überschrift des heutigen Blog-Eintrags dürfte vermutlich einem überwiegenden Anteil meiner Leser ein großes Fragezeichen ins Gesicht zaubern. Dazu kann ich gleich sagen, dass das Torpedo Bag Classic mein neues, vorgestern bei Thomann bestelltes, gestern dank des nicht mehr laufenden Post-Streiks geliefertes Gigbag für meine Trompete ist.

Was ist ein Gigbag?

Vor drei Jahrzehnten beförderten die meisten Blechbläser ihre Instrumente noch in Koffern von einem Ort zum nächsten. Das war sehr sicher für die Instrumente, meist klobig in der Handhabung und überaus schwer, weil diese Koffer oft ein immenses Eigengewicht mitbrachten. Ich kann ein langes und leidvoll klagendes Lied davon singen, denn in meinem letzten Schuljahr beförderte ich meine Trompeten in einem Koffer für drei Trompeten durch die Gegend — und der war aus meiner Sicht über die Maßen klobig und schwer. Da ich fast nirgendwo ohne meine Trompeten auftauchte, schleppte ich dieses Trum quasi permanent mit mir herum.

Ich höre schon die Stimme, die ruft: „Und was hat das alles mit einem Gigbag zu tun?“ Keine Sorge, es legt die Basis für das Verständnis, warum ein Gigbag so wichtig für die Musiker ist.

Wo ein Koffer klobig und schwer ist, stellt ein Gigbag eine leichte und oft deutlich elegantere und ergonomischere Transportlösung dar, dafür ist ein Gigbag normalerweise nie genauso sicher. Ein Gigbag ist nun einmal eher so etwas wie eine Tragetasche für das Instrument, in den meisten Fällen so gestaltet, dass man es als Rucksack oder seitlich baumelnd tragen kann – das ist der komfortable Aspekt.

Sicherheit geht vor

Leider tauschen vor allem billige Gigbags zu viel an Sicherheit für das Instrument gegen den Tragekomfort ein. Mein ca. fünfzehn Jahre altes Gigbag gab vor ein paar Monaten den Geist auf, die Reißverschlüsse waren verschlissen und ausgerissen. Außerdem war innen das Futter an mehreren Stellen aufgerissen, sodass das Dämm-Material herauskam – in diesem Zustand war es für den alltäglichen Einsatz nicht mehr geeignet.

Das ausgemusterte Gigbag war ziemlich billig, ich habe ca. 40 bis 50 Mark dafür gezahlt. Während des Studiums ist es mir ein einziges Mal beim Tragen am Handgriff (während des gemütlichen Gehens in der Innenstadt) ausgekommen und auf den Boden gefallen – aus einer Höhe von ca. 50 bis 60 Zentimetern (höchstens). Dabei hat sich sofort der zweite Ventilzug minimal eingestaucht, wodurch ich das zweite Ventil nicht mehr benutzen konnte. Die Trompeten sind alle versichert, also konnte ich den Schaden mit ein wenig Papierkram und Fahrzeit bei einem befreundeten Instrumentenbauer zügig wieder richten lassen. Aber: Nötig wäre das nicht gewesen, hätte das Gigbag den Stoß einfach nur gut genug abgefangen. Hat es aber nicht. Da hat sich der billige Preis schon einmal gerächt.

Sicherheit hat ihren Preis

Dieses alte Gigbag hat sich vor ca. einem halben Jahr verabschiedet. Schon lange hatte ich ein Auge auf das Torpedo Bag geworfen, denn ein Schüler in meiner Big Band hat das auch – und irgendwie war es schon verlockend. Doch das Eintrittsgeld in diese Königsklasse des bequemen Instrumententransports war mir damals noch etwas zu hoch. Beim ersten Kontrollblick auf die Thomann-Homepage lag der Preis bei 169 € für das Gigbag, ein paar Wochen später schon bei 199 €. Durch den schwachen Eurokurs der letzten Monate ist er nunmehr auf 229 € geklettert.

Damals war mir das zu teuer. Ich vertagte den Kauf auf die Zeit um meinen Geburtstag (Herbst), bestellte einen Lückenfüller, das mit 25 € sehr günstige, leider aber nicht wirklich sichere Trompeten-Gigbag von Thomann. Für den Preis ist es völlig ok, man darf sich nur keinen Illusionen über die Sicherheit des Instrumentes hingeben. Wenn ich das Instrument von außen deutlich in seinen Konturen erspüren kann, ist da kein effektiver Schutz. Punkt.

Durch Proben und Konzerte (z.B. mit dem Aalener Symphonie Orchester), Üben und Spielen in der Schule, beim Instrumentalunterricht und dergleichen mehr wurde mir aber bewusst, dass ich das Instrument permanent der Gefahr aussetzte, verbeult und eingedellt zu werden (und es gibt noch schlimmere Gefahren). Bevor der Preis des Torpedo Bags die Chance bekommen konnte, noch weiter zu klettern, schlug ich nun in dieser Woche zu. (Damit ist auch klar, dass er spätestens morgen mit großer Sicherheit wieder sinken wird…)

Das Torpedo Bag Classic ist ein fantastisches Produkt zu einem gehobenen Preis, den ich aber – mittlerweile – zu zahlen bereit bin, denn ich transportiere meine Trompete aktuell täglich durch die Gegend. Schäden am Instrument möchte ich um jeden Preis vermeiden.

Exzellenz
Exzellentes Material, fantastische Verarbeitung – Perfektion!

Exzellentes Material

Wenn man sich bei YouTube unter dem Stichwort „Torpedo Bags Classic“ oder direkt auf der Homepage des Herstellers umsieht, entdeckt man ein schönes Video mit dem Titel „The Torpedo Bag Classic: Features & Design“. Darin führt der Chef der Firma durch die einzelnen Materialien und die Verarbeitung. Hat man das Video gesehen, versteht man auch den hohen Preis – und dann nimmt man ihn nicht mehr als hoch sondern als angemessen wahr. Mir geht es zumindest so.

Fazit

Noch fehlen mir die Erfahrungswerte, daher habe ich keine Übersicht darüber, wie sich mein schickes Torpedo Bag Classic im Alltag schlägt, auf jeden Fall kann ich schon einmal vermelden, dass es absolut herrlich aussieht und beim Tragen einen ungeheuer stabilen Eindruck hinterlässt. Der Hersteller verspricht, dass man sogar mit dem Auto darüber fahren könne, ohne die Trompete darin zu beschädigen. Das möchte ich nicht testen. Aber es beruhigt – und das allein fühlt sich schon sehr gut an.

 

Der Steve Jobs-Film

Steve Jobs Biopic
Ein Film, der ohne mich als Zuschauer auskommen muss...

Auf Twitter wird sich gerade wieder mächtig über die Verfilmung von Steve Jobs' Leben ausgetauscht — mich lässt das völlig kalt. Ich werde mir den Film ganz unabhängig von allen möglichen Filmkritiken nicht ansehen, denn er interessiert mich nicht ein bisschen. Apple an sich interessiert mich, da ich etliche der Produkte benutze und trotz einiger deutlicher Kritikpunkte hier und da weitgehend zufrieden damit bin.

Von Steve Jobs habe ich vor ein paar Jahren bereits eine gedruckte Biographie gelesen. Es war furchtbar, denn der Typ war im wahrsten Sinn des Wortes ein Ekel. Er war genial, aber menschlich in vielerlei Hinsicht absolut untragbar. Hätte er nicht das Schicksal von Apple innerhalb weniger Jahre umgekehrt, würde vermutlich kaum noch jemand von ihm sprechen. So wird der Erfolg von Apple oft ganz allein auf ihn zurückgeführt. Mittlerweile ist er fast vier Jahre tot, Apple gibt es immer noch, die Geschäfte laufen, neue Produkte kommen auf den Markt, werden gekauft…

Monokausale Begründungen sind mir immer suspekt, hier aber sind sie so eindeutig überzogen, dass man angesichts dieses verzweifelten Personenkults nur noch den Kopf schütteln kann. Und nun kommt noch ein Film über diese Person heraus. Mein Leben kann er nicht bereichern, mich nicht erfreuen. Also spare ich mir dieses zweifelhafte Vergnügen.

Wie sehr ihr das? Meinungen gerne in Kommentarform abgeben, ich freue mich!