Schlagwort-Archive: USA

Song des Tages (386) – 2018-04-28

Ein Jahr lang habe ich jeden Tag einen Song als den „Song des Tages“ empfohlen, nun bin ich schon in der zweiten Runde und habe das Intervall etwas gelockert: Statt „jeden Tag“ gibt es nun „hin und wieder“ einen Song des Tages an dieser Stelle.

Die TV-Serie „Psych“ gefällt mir sehr gut, auch wenn ich bislang kaum mehr als ein paar Folgen der ersten Staffel gesehen habe. Die kuriose Mischung aus „Monk“ und diversen Screwball-Komödien wird perfekt unterstützt vom quietschigen Titelsong, der selbst zu später Stunde noch ein Anrecht darauf hat, Song des Tages zu werden:

Frech, witzig und voller Ohrwurm-Qualitäten. Mehr davon, bitte!

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Song des Tages (381) – 2018-02-26

Ein Jahr lang habe ich jeden Tag einen Song als den „Song des Tages“ empfohlen, nun bin ich schon in der zweiten Runde und habe das Intervall etwas gelockert: Statt „jeden Tag“ gibt es nun „hin und wieder“ einen Song des Tages an dieser Stelle.

Einer meiner Lieblingsfilme als Teenager war „Karate Kid II: Entscheidung auf Okinawa“, auch wenn ich schon damals kein großer Fan von Ralph Macchio war, denn als Schauspieler trug er immer viel zu dick auf. Noch dazu bekam er überwiegend naive Rollen zugeschustert — was unter Umständen den Schluss nahelegte, dass sie gut zu seiner wahren Persönlichkeit passten. Doch wie das in Wahrheit ist, weiß ich nicht.

Für diesen Blog-Eintrag ist es zum Glück auch irrelevant, denn es geht mir um einen Song aus dem oben erwähnten Film: „The Glory of Love“ von Peter Cetera. Es ist ein fürchterlich schnulziger Schmachtsong, aber mir gefällt er, daher hat er seinen Platz in dieser Liste verdient:

Wem das zu schnulzig ist, der sollte erst einmal den Film sehen, da wird’s erst so richtig klischeehaft. Und trotzdem könnte ich mir den Streifen mal wieder reinziehen…

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Song des Tages (366) – 2017-09-21

Ein Jahr lang habe ich jeden Tag einen Song als den „Song des Tages“ empfohlen, nun bin ich schon in der zweiten Runde und habe das Intervall etwas gelockert: Statt „jeden Tag“ gibt es nun „hin und wieder“ einen Song des Tages an dieser Stelle.

Nach dem gestrigen Wiedereinstieg habe ich gleich noch einmal Lust bekommen – und natürlich auch einen passenden Song gefunden, den man nicht oft genug hören kann. Zwar ist das 1987 erschienene Album „The Joshua Tree“ von U2 ohnehin schon ein Klassiker, doch stehen viele der wirklich gelungenen Stücke sehr im Schatten von „With Or Without You“ und „I Still Haven‘t Found What I‘m Looking For“ – unverdientermaßen, wie ich meine.

Gleich der Opener des Albums ist ein vollkommen umwerfendes Stück, auch wenn ich es beim ersten Anhören noch als ziemlich furchtbar empfunden habe (als Jugendlicher kann man sich ja mal vertun), mittlerweile liebe ich es wirklich. Kaum ein anderer Song hat die Verlorenheit eines Individuums in den Weiten Nordamerikas jemals besser klanglich eingefangen (na ja, abgesehen von dem einen oder anderen Bruce Springsteen-Song). Hier nun also der Song des Tages: „Where The Streets Have No Name“ von U2:

Das Video hat einen geradezu dokumentarischen Charakter, wer nur die Musik hören will, sollte gleich zu 2:10 springen, ab da geht es so richtig los.

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Song des Tages (361) – 2017-09-08

Jeden Tag empfehle ich einen Song als den „Song des Tages“. Vor ein paar Wochen habe ich schon ein Stück aus der Filmmusik zum amerikanischen Actionfilm „Top Gun“ an dieser Stelle verbraten (hier). In dem Zuge habe ich mich auch (wenngleich nicht allzu ausführlich) über den Film ausgelassen, sodass ich das heute nicht wiederholen muss.

Aber es gibt eine ganz andere und durchweg faszinierende Sache, die ich ins Zentrum der Betrachtung lenken möchte: Der heutige Song des Tages stammt von Kenny Loggins. Aha, das war doch der, der auch schon „Footloose“ gesungen hat (hier). Ganz genau! Doch die beiden Songs könnten kaum unterschiedlicher sein. Diese stilistische Wandlungsfähigkeit fasziniert mich bei etablierten Musikern immer wieder, so auch hier. Wo „Footloose“ ein mit viel Soul und einer guten Prise Rock & Roll gepfefferter Pop-Song war, sind wir bei „Danger Zone“ fast am anderen Ende der Skala: hier wird’s rockig (gleichzeitig mit einem hohen Synthie-Anteil, der aber hervorragend dazu passt). Also: Ohren auf für „Danger Zone“ von Kenny Loggins!

Auch wenn ich heute dieser unverhohlen positiven Darstellung des (selbstverständlich „heroischen“) US-Militärs deutlich kritischer (wenn nicht gar gerade heraus ablehnend) gegenüber stehe, so fühle ich auch jetzt noch beim Ansehen der actionreichen Flugszenen das aufgeregte Prickeln, das mir schon mit elf Jahren im Kino über den ganzen Körper fuhr. Hach, irgendwie ist das schon sehr nostalgisch…

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Song des Tages (353) – 2017-08-31

Jeden Tag empfehle ich einen Song als den „Song des Tages“. An der einen oder anderen Stelle habe ich es ja schon einmal erwähnt, dass ich in San Francisco geboren wurde. Dafür kann ich nichts, es hat – bis auf eine kurze Phase in der Grundschule, in der ich allen Leuten genau das auf die Nase binden musste (und damit fürchterlich genervt habe) – erstaunlich wenig Einfluss auf mein Leben gehabt, denn der Geburtsort ist nun einmal eine weitgehend vom restlichen Lebensweg entkoppelte Angelegenheit. Dennoch handelt es sich bei San Francisco um eine wundervolle Stadt. Meiner Meinung nach liegt das vor allem daran, dass es eine zumindest teilweise unamerikanische Stadt ist, die aufgrund ihrer Lage schon immer einen stark multikulturellen Anstrich hatte, der sich als so belebend erwiesen hat, dass die Einwohner bis heute auf ihre eigene Art daran festhalten.

Bereits am 16. Oktober 2016 hatte ich einen Song über San Francisco hier als Song des Tages aufgeführt, damals war es der einzigartige Tony Bennett mit „I Left My Heart In San Francisco“, heute ist es das vermutlich bekannteste Stück aller Zeiten über diese Stadt und den sog. Summer of Love. Vor fast exakt fünf Jahren, am 18. August 2012, verstarb Scott McKenzie, dessen Stück mein Herz jedes einzelne Mal höher schlagen lässt, wenn nur die ersten paar Takte erklingen: „San Francisco (Be Sure To Wear Some Flowers In Your Hair)“:

Vor etwas mehr als einem Jahr ging ein von allen sehr geschätzter Kollege von meiner Aalener Schule in den Ruhestand. Er wünschte sich zum Abschied dieses Stück, gleichzeitig wollte er sich nicht vom gesamten Kollegium ein Ständchen singen lassen, vermutlich fürchtete er, nicht mehr ganz Herr seiner Emotionen bleiben zu können. Also „entführte“ ich ihn kurzerhand in meinen Musikraum, setzte mich ans Klavier, drückte ihm die Noten in die Hand – und wir sangen dieses Stück als Duett, nur für uns. Das war wirklich schön.

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Podcast-Empfehlung: „Sparkletack“

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„Sparkletack – The San Francisco History Podcast“ von Richard Miller – ein absolutes Muss für alle Fans dieser einmaligen Stadt!

Vor ein paar Jahren entdeckte ich über eine Empfehlung in einer Zeitschrift oder einem Buch den Podcast „Sparkletack“. Der Titel ist ein reines Fantasiewort, denn sparkle heißt so viel wie „glitzern, leuchten“, und tack ist eine „Reißzwecke“. Mit dem Thema des Podcasts hat beides nichts zu tun, denn dieser Podcast hat nur ein zentrales Thema: Die Stadt San Francisco.

Da ich dort geboren bin und es sich gleichzeitig um die schönste Stadt der Welt handelt, existiert tief in mir ein profundes Interesse an der Stadt. Ich war auch schon einige Male dort, allerdings lange nicht so oft, wie ich es gerne hätte – doch Fliegen ist teuer und äußerst unökologisch, zwei aus meiner Sicht starke Faktoren, die gegen allzu häufige Besuche sprechen.

Richard Miller

Die Podcast-Serie wurde ins Leben gerufen und komplett produziert von Richard Miller, einem Ex-Bewohner von San Francisco, den sein Beruf bereits vor acht Jahren weiter in den Norden, nach Portland in Oregon, verfrachtet hat. Aus seiner Liebe zu dieser Perle aller Städte erwuchs eine wundervolle Sammlung von Episoden, die San Francisco aus den unterschiedlichsten Sichtweisen portraitieren.

Worum geht’s?

Die ca. 100 Episoden behandeln so vielseitige Themen wie:

  • Eigenheiten des Essens und Trinkens in San Francisco
  • Sehenswürdigkeiten, die entweder jeder oder aber keiner kennt
  • Die Geschichte der Stadt
  • Historische Persönlichkeiten von Interesse

Jede Folge ist liebevoll recherchiert und eingesprochen worden – hört man sie der Reihe nach durch, merkt man, wie Richard Miller von Episode zu Episode sicherer und routinierter wird. Die Episodenlänge variiert sehr stark, denn es gibt kurze Episoden, die nur fünf oder sechs Minuten dauern, denen wiederum lange Episoden mit einer Spielzeit von gut 40 Minuten gegenüberstehen.

Gerne immer wieder…

Vor Jahren habe ich alle Folgen der Reihe nach durchgehört, immer wieder lade ich mir entweder einzelne Episoden oder doch gleich alle und höre mir meine persönlichen Highlights wieder an. Gerade im August, wenn der Arbeitsdruck bei mir geringer ist, schätze ich es sehr, mich wieder in diese nostalgische Stimmung versetzen zu lassen.

Wo gibt’s den „guten Stoff“?

Sollte ich nun jemandem Appetit auf „Sparkletack“ gemacht haben, wäre es mir persönlich eine große Freude. Zu finden ist der Podcast entweder (für die Apple-Nutzer) direkt in der Podcast-App von Apple (Teil von iOS, einfach bei der Suchfunktion den Titel eingeben und die Folgen laden/streamen) oder auf der Homepage sparkletack.com

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Song des Tages (341) – 2017-08-19

Jeden Tag empfehle ich einen Song als den „Song des Tages“. Als damals der Film „Top Gun“ in die Kinos kam, war ich noch zu jung. Das hielt mich jedoch nicht davon ab, einfach zur Kinokasse zu gehen und ein Ticket zu kaufen. Und dann saß ich da als elfjähriger Knirps und wurde völlig überwältigt von der Action. Noch Wochen später hatte ich immer ein paar Modellflugzeuge in der Tasche dabei, um Szenen aus dem Film nachzuspielen.

Heute sehe ich den Film natürlich etwas differenzierter, denn es handelt sich um ein typisches Produkt des kalten Krieges, das — selbstverständlich — die Amerikaner als die untadeligen Guten und die Russen als die ganz klar Bösen darstellt. Auch die sonstige Filmhandlung ist fast schon banal, zum Teil sexistisch, mit „naiv“ noch sehr wohlwollend umschrieben… Aber als kleiner Junge in der fünften oder sechsten Klasse war ich nun einmal begeistert.

Mitverantwortlich für meine Begeisterung war natürlich die Filmmusik, denn es gab sowohl gute Songs als auch das sog. „Top Gun Anthem“ von Harold Faltermeyer und Steve Stevens, das ich zum heutigen Song des Tages erwählt habe:

Für eine Hymne ist dieses Stück wirklich perfekt gestaltet, im Film auch noch optimal positioniert — es konnte seine Wirkung auf mich einfach nicht verfehlen.

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Trumps zweite Amtszeit

Heute mal noch eine kleine politische Prophezeiung: Ich bin mir relativ sicher, dass es hinsichtlich des amtierenden Präsidenten der Vereinigten Staaten von Amerika eine von zwei Meldungen geben wird: Entweder wird Donald Trump ziemlich bald seines Amtes enthoben (aus meiner persönlichen Sicht heraus wünschenswert, aber derzeit nicht ernsthaft zu erwarten), oder er schafft es tatsächlich in eine zweite Amtszeit.

Den ersten Punkt muss ich nicht elaborieren, denn durch die Medien geistern täglich neue Meldungen über Fehltritte und (mehr oder weniger grobe) Schnitzer des Präsidenten. Kombiniert man das noch mit den Anschuldigungen hinsichtlich seiner vielen Russland-Verbindungen, die in der amerikanischen Seele ja immer noch eine ganz bestimmte Glocke zum Klingen bringen, müsste es eigentlich langsam sehr eng werden – ob es das wirklich tut, wird die Zeit zeigen müssen. Bislang habe ich nicht den Eindruck.

Erstaunlich ist nur, dass die Republikaner noch nicht gemerkt haben, dass sie im Falle eines erfolgreichen Impeachment Trumps als seine Steigbügelhalter ebenso „den Bach runter gehen“ würden wie ihr ungeliebter Präsident. Von den Demokraten erwarte ich im Moment nicht wesentlich mehr als das, was sie aktuell tun: Nichts bzw. fast nichts. In den ersten Wochen nach der Wahl konnte man das durchaus einer gewissen Schockstarre zuschreiben, mittlerweile ist es schlicht unentschuldbar. Trotzdem bekommen sie keine gerade Linie in ihren Widerstand gegen die aktuelle Regierung – echte „Opposition“ sieht anders aus.

Aber für den Moment möchte ich einfach mal davon ausgehen, dass es kein erfolgreiches Impeachment-Verfahren gegen Donald Trump geben wird. Und für diesen Fall rechne ich mittlerweile mit einer zweiten Amtszeit. Das klingt vielleicht etwas provokant, ich habe aber Gründe, die ich nun darlegen möchte.

Pro-Trump-Wähler leben in ihrer eigenen Welt

Ein Großteil der Trump-Wähler ist schlicht und einfach nicht gebildet genug, um die platten Statements als das zu erkennen, was sie sind: heiße Luft. In diversen in- und ausländischen Nachrichtenformaten wurde nach 100 Tagen Amtszeit zusammengefasst, was von Trumps angekündigten Veränderungen umgesetzt wurde: Nichts (siehe Bild unten). Bei seinen überzeugten Wählern hat dies jedoch keinerlei Auswirkungen gehabt, ihre Unterstützung ist im weiterhin sicher. Der Grund liegt auf der Hand: Er erzählt ihnen genau, was sie hören wollen. Die Umsetzung der vielen Versprechen ist mittlerweile gar nicht mehr nötig, nur versprochen muss es werden, garniert mit einem zünftigen „Make America GREAT AGAIN!“

Tweets wie diese geistern bereits seit Wochen täglich durch alle „sozialen“ Medien.

Tweets wie diese geistern bereits seit Wochen täglich durch alle „sozialen“ Medien.

Genau genommen hat Donald Trump aber auch noch nicht wirklich etwas auf die Beine stellen können in seiner Amtszeit – in dieser Hinsicht bleibt er weit hinter seinen vollmundigen Versprechungen zurück.

Genau genommen hat Donald Trump aber auch noch nicht wirklich etwas auf die Beine stellen können in seiner Amtszeit – in dieser Hinsicht bleibt er weit hinter seinen vollmundigen Versprechungen zurück.

Postfaktische Neuigkeitsblasen

Wir sind definitiv im Zeitalter des Postfaktischen angekommen. Damit meine ich nicht nur die einzelnen Nachrichtensender, die ausschließlich positiv über den Präsidenten und seine Parteikollegen berichten. Mir geht es eher um die auf den jeweiligen Nutzer maßgeschneiderten News-Bubbles, wie sie die modernen sozialen Netzwerke erlauben. Neuigkeiten, die einem nicht in den Kram passen, werden stumm geschaltet („mute“) oder der Verfasser gleich ganz geblockt. Noch nie war es so einfach, sich eine eigene Welt voll von ausschließlich „genehmen“ Nachrichten zu basteln. Bereits vor Jahren (zu Zeiten der „Tea-Party“ um Sarah Palin) war das deutlich erkennbar, doch das Ausmaß ist derart angewachsen, dass es immer schwerer wird, zu den Menschen innerhalb einer solchen maßgeschneiderten Blase von Neuigkeiten, die derjenige an sich heranlässt, vorzudringen. Und wenn ein absoluter Trump-Anhänger sich so seine eigene Realität einmal gebastelt hat, ist es schier unmöglich, ihn oder sie wieder mit rationalen Argumenten auf den Boden der Tatsachen zurück zu holen. Beweis gefällig? Hier.

Fazit

Zusammengefasst können wir also festhalten, dass es auf der einen Seite in den USA eine schwache Opposition gibt, die ihre Zeit in den letzten Monaten zu stark mit einer eigenen verzweifelten Suche nach Lösungen für ihre internen Probleme verbracht hat: Würden Trump und sogar noch Pence durch ein hypothetisches Impeachment schon morgen aus dem Amt gejagt, wer sollte denn als demokratischer Kandidat einspringen? Da ist einfach kein charismatischer Kandidat, der bereit steht – selbst Hillary Clinton war ja nicht wirklich beliebt (und Bernie Sanders würde es nach dem letzten Wahlkampf vermutlich nicht noch einmal wagen, anzutreten).

Auf der anderen Seite stellen die Trump-Wähler eine große gesellschaftliche Gruppe dar, die sich wenig Sorgen um die Erfüllung der vollmundigen Versprechungen macht, solange man die Versprechungen in der passenden Rhetorik („MAKE AMERICA GREEEEAAAAT AGAAAAAAAIIIN!“) nur immer wieder laut genug wiederholt. Gleichzeitig wird medial zwar über alles berichtet, doch je nach Fernsehsender oder sozialen Medien haben sich die Lager klar einsortiert, sodass man als Angehöriger der einen oder anderen Gruppe oft nur noch die „gewünschten“ Fakten zu Gesicht bekommt1.

Der nächste Wahlkampf wird eine reine Schlammschlacht werden, doch Donald Trump lebt seit Jahren, wenn nicht Jahrzehnten in genau dieser Welt und beherrscht dieses Spiel mit einer gnadenlosen Rücksichtslosigkeit wie kein Zweiter. Genau deshalb wird Trump meiner Einschätzung nach auch wieder gewählt werden und eine zweite Amtszeit im Weißen Haus absolvieren. Und die Amerikaner werden – auch wenn es sich „hart“ anhört – ihn verdienen. Doch das muss ich an anderer Stelle noch einmal aufgreifen, denn für heute habe ich genug über Politik geschrieben.

Nachtrag 1 (31.7.2017, 20:10):

Vorhin habe ich bei Twitter den folgenden Link entdeckt, der mittels eines Zitats angekündigt wurde – passt perfekt zum Thema, gerade zum Kommentar von Robert.

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Sehr passend, schon in der kurzen Zusammenfassung.

Nachtrag 2 (5.8.2017, 17:15):

Gerade heute früh hat jemand bei Twitter (siehe Bild) ebenfalls diese News-Bubble schön treffend erwähnt:

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Grob übersetzt: Nicht nur Dschihadisten werden online radikalisiert. [Es gibt] so viele Twitter-Subkulturen mit ihrem eigenen Ansichten-Set und der sich selbst verstärkenden Empörung.

  1. Darüber muss ich mich an anderer Stelle auch noch einmal auslassen, denn das politische System der USA unterscheidet nur noch zwischen zwei Lagern, somit gibt es nur noch: „Bist du nicht für mich, bist du gegen mich!“ – Kompromisse, wie sie in der Politik unvermeidlich sind, werden dadurch aber unmöglich gemacht.
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Gehört: „Born to Run – Die Autobiographie“ von Bruce Springsteen

Bruce Springsteen gehört zu den Idolen meiner Adoleszenz – und das zumindest teilweise  aus den völlig falschen Gründen. Ich bin in den USA geboren, was aber eher dem mexikanischen Essen als einer gezielten Familienplanung geschuldet war. Daher war ich als Jugendlicher, der nie zu den „Coolen“ gehörte, dankbar für dieses kleine schillernde Detail meiner Biographie. Schon in der Grundschule muss ich meinen Mitschülern zum Teil erheblich auf die Nerven gegangen sein, weil viel zu viele Erzählungen mit „Als wir noch in Amerika lebten…“ begannen.

Zurück zu Bruce Springsteen: Sein Song „Born In The USA“ war für mich eine beinahe schon heilig zu nennende Hymne, vermutlich weil ich außer der einen Textzeile, die den Refrain ausmacht, nicht viel verstand. Selbst als meine Englischkenntnisse entsprechend angewachsen waren, dass dies kein Problem hätte sein sollen, musste mir das notorische Nuscheln des Sängers immer wieder Steine in den Weg werfen. Es war, nein ist (!) verhext, denn er nuschelt immer noch, zum Teil sogar noch mehr… (Wer mir das nicht glaubt: hier – bitte ganz anhören!)

Viel später sah ich mir die Lyrics zu meiner Jugendhymne dann im Internet an. Da ich mich schon ein wenig mit der amerikanischen Geschichte auskannte, begriff ich schnell, dass dieser Song alles andere als eine Hymne an das „Amerikanisch-Sein“ war, vielmehr handelte es sich um eine gnadenlose Abrechnung mit einer Gesellschaft, die Soldaten in die Ferne schickt, um dort ihre (teils auch nur vorgeschobenen) Werte und Moralvorstellungen zu verteidigen, sich dann aber rüde von den Heimkehrern abwendet und sie mitleidslos auflaufen lässt (umso mehr, wenn der Krieg ein Reinfall war).

Selbst Ronald Reagan hätte sich an diesem Song beinahe die Finger verbrannt, denn er hatte – wie ich und unzählige andere – nur die wie in einer Gebetsmühle wiederholte Refrain-Zeile im Ohr. Was wäre das doch für ein Knaller gewesen: Ein republikanischer Präsidentschaftskandidat zieht mit einer Anti-Kriegs-Hymne in Stadion nach Stadion ein, um zum Volk zu sprechen… Doch dazu kam es nicht. In Bruce Springsteens Autobiographie „Born To Run“ erfährt man diese Geschichte. Und unzählige andere.

Eine packende und von vorne bis hinten interessante Autobiographie des „Boss“ – empfehlenswert auch für jene, die sich nicht als „glühende Fans“ bezeichnen würden!

Eine packende und von vorne bis hinten interessante Autobiographie des „Boss“ – empfehlenswert auch für jene, die sich nicht als „glühende Fans“ bezeichnen würden!

Insgesamt ist das Hörbuch durchaus ein lohnenswertes Erlebnis. Selbst wenn man mit Bruce Springsteen als Musiker nicht viel am Hut haben sollte, die Einblicke in seine Generation, was sie musikalisch prägte, wodurch sie gesellschaftlich beeinflusst wurden, welche Konflikte sie mit ihren Eltern und anderen Autoritätspersonen austragen mussten, wie sie sich in einer noch ganz anderen Zeit einen eigenen Lebensweg suchen mussten, wie das Musikgeschäft funktioniert, wie sie mal zu Recht und mal ohne Not hart im Umgang mit Mitmenschen (vor allem anderen musikalischen Mitstreitern) waren und und und.

Da ich das Hörbuch fast komplett beim Laufen hörte, konnte ich mir keine Notizen machen, doch dieses Buch steckt so voll mit Stellen, die sich im Musikunterricht verbraten lassen, dass ich mir irgendwann noch das iBook besorgen muss (aktuell kostet es noch fast 20 € – da warte ich geduldig ab…). Allein die Begeisterung für Elvis Presley, die Bruce Springsteen als Teenager ereilte, ist es wert, gelesen/gehört zu werden. Die Euphorie wird so mitreißend geschildert, dass ich das Hörbuch beim Laufen kurz unterbrach, nur um ein paar Elvis-Songs auf dem iPhone zu streamen.

Genug geschrieben: Ich persönlich bin begeistert von dieser Autobiographie, die zwar sicher nicht absolut alles über den Menschen Bruce Springsteen verrät (das gibt er im Nachwort ganz offen zu), aber doch etliche sehr intime Einblicke in ein mittlerweile schon recht langes und äußerst ereignisreiches Leben ermöglicht. Wie schon gesagt: Selbst wenn man Bruce Springsteen gar nicht so toll findet, in dieser Autobiographie erfährt man viel über eine ganze Generation, über ihr amerikanisches Lebensgefühl – und das ist es schon wert, gehört zu werden. Gerade in Zeiten, in denen die Amerikaner manchmal etwas schwer zu verstehen sind…

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Song des Tages (105) – 2016-12-25

Jeden Tag empfehle ich einen Song als den „Song des Tages“. Heute besuchen wir meine Mutter, wie es traditionsgemäß jedes Jahr am ersten Weihnachtsfeiertag der Fall ist. In meiner Kindheit lief immer der gleiche Radiosender am Morgen in der Küche (ich weiß nur leider nicht mehr, welcher Sender es war…). Auf jeden Fall kam da immer um die gleiche Uhrzeit der heutige Song des Tages, glücklicherweise handelte es sich um einen guten Song, den man auch später immer wieder mal anhören kann. Und gerade zum ersten Weihnachtsfeiertag passt er ganz ausgezeichnet: „Morning Has Broken“ von Cat Stevens:

Nostalgie pur. Dafür sind die Feiertage der perfekte Rahmen.

Ein ähnliches Dauer-Erlebnis hatte ich mit dem AFRN während des Studiums. Mein Radiowecker war auf den Sender eingestellt, jeden Morgen um die gleiche Zeit sprang das Radio an, binnen weniger Sekunden danach kam die stets gleiche Ansage: „And the rest of the story…“ (Meine Frau hat das wirklich gehasst, vor allem aber, weil ich meistens selig weiter gepennt habe, während sie aufgrund der von mir voreingestellten Lautstärke senkrecht im Bett stand…). Erst Jahre später unterhielt ich mich mit einem GI, der mir erzählte, dass diese Sendung allmorgendlich live aus New York in die ganze Welt übertragen werde – und genau der Spruch „And the rest of the story…“ bei den Stammhörern des Senders einen absoluten Kultstatus einnehme… Tja, so kann’s gehen – ähnliches gilt auf jeden Fall für den heutigen Song des Tages, zumindest für mich.

Alle Songs in meiner freigegebenen Apple Music-Playlist.

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