Eine Frage des Autohauses

Im Oktober 2010 kauften meine Frau und ich für unsere fünfköpfige Familie ein neues Auto, einen FIAT Dobló. Unseren eigentlich sehr guten Skoda Octavia gaben wir damals in Zahlung, denn die drei Kindersitze passten bei diesem Modell nicht nebeneinander auf die Rückbank. Insgesamt erschien uns der preisliche Deal, den wir bei der Inzahlungnahme abgesprochen hatten, nicht ungünstig.

Verhandlungen

Weder ich noch meine Frau sind besonders gut im Verhandeln (da fehlen uns wohl die Schwaben-Gene). Statt also verzweifelt (und ungeschickt) zu versuchen, den Preis zu drücken, kam es uns darauf ein, einen kompletten Satz Winterräder kostenfrei zum Auto zu erhalten, denn sonst hätten wir beim Kauf im Oktober ziemlich bald nach dem Erwerb des Autos gleich noch einmal ein paar Hunderter hinblättern müssen, um neue Winterräder zu erstehen. Das wollten wir vermeiden. Wir schafften es auch, diese Vereinbarung festzuklopfen. Doch dann kam alles anders. Und wie…

Lieferengpässe en masse

Zwei Punkte auf der bestellten Liste ließen dann aber geraume Zeit auf sich warten:

  • Das Gepäckraumtrennnetz, das laut Katalog hätte erhältlich sein müssen, war von uns beim Kauf mit allem anderen bezahlt worden, konnte dann aber etwa ein Jahr lang nicht geliefert werden. Wir haben es auch heute noch nicht. Nur wollten wir irgendwann einfach eine Möglichkeit haben, den Gepäckraum effektiv vom Fahrgastraum abzutrennen, denn bei Unfällen mit einem voll beladenen Auto kann das unter Umständen sehr hilfreich sein. Also bauten sie uns statt des immer noch nicht erhältlichen Gepäckraumtrennnetzes das Hundegitter ein. Besser als nichts, aber irgendwie kam uns die Sache schon recht seltsam vor. Und auf jeden Fall ist es ein Armutszeugnis für eine so traditionsreiche Automarke wie FIAT.
  • Auch die Felgen für die Winterräder waren alles andere als schnell zu haben. FIAT hatte vom Vorgängermodell zu unserem Dobló die Befestigung der Räder am Auto von einer Version mit vier Schrauben auf eine mit fünf Schrauben umgestellt. Und die Felgen dafür waren ganz offensichtlich Mangelware. Nach etlichen Telefonaten und Email-Anfragen beim Händler zogen diese uns Anfang Dezember 2010 einfach die Winterreifen auf die Sommerfelgen auf – bereits dies wäre eigentlich schon gar nicht zulässig gewesen, wie wir drei Jahre später erfuhren, aber immerhin…
  • Die „angeblich korrekten“ Felgen erhielten wir dann pünktlich zum folgenden Winter (November 2011), also ebenfalls mit etwas mehr als einem Jahr Verspätung.

Händler, Händler, Händler

Insgesamt war es mit diesem Händler in Schorndorf ohnehin ein sehr zähes Verhandeln um lauter Selbstverständlichkeiten. Die stets versprochenen Rückrufe erfolgten zu 99 Prozent nicht, ganz oft würde man von einem Angestellten zum nächsten weitervertröstet. Kurzum: Mangelhaft im Service.

Als wir noch in Schwäbisch Gmünd wohnten, testeten wir daher noch einen weiteren Händler für die alltäglichen Service-Arbeiten. Doch die waren derart unfreundlich und wenig entgegenkommend bei der Terminvergabe, dass einem auch die Lust verging, sich dorthin zu begeben.

Nach unserem Umzug vor etwa drei Jahren fanden wir ein neues Autohaus in der Nähe der Aalener Innenstadt: Das FIAT-Autohaus Haussmann. Nach unseren Vorerfahrungen waren wir überaus skeptisch, doch – endlich – wurden wir einmal eines Besseren belehrt, denn dort ist der Service nicht nur gut, er ist exzellent. Allein im vergangenen Kalenderjahr mussten wir an zwei oder drei Tagen ganz spontan in die Werkstatt, weil die Software eine Fehlermeldung ausgespuckt hatte oder sonst kleinere Wehwehchen am Auto aufgetreten waren. Auch ohne Terminvereinbarung wurden wir stets schnell und überaus zuvorkommend bedient.

Rückrufe und Kostenvoranschläge, die ganz unkompliziert per Email geschickt werden, sind eine Selbstverständlichkeit, ein paar nette Worte zur Begrüßung, automatisches Mitdenken und freundliche Erinnerungen an (fast) verpasste Termine (TÜV…) gehören zum Standard.

Auch Service daheim klappt sehr gut: Einmal wollten wir zu einer Verabredung mit Freunden losfahren, als wir einen Platten am Vorderreifen bemerkten. Ein Telefonat genügte: Innerhalb von 20 Minuten kam (kurz vor Feierabend!) ein Mitarbeiter aus der Werkstatt mit dem passenden Ersatzrad vorbei und wechselte schnell das gesamte Rad aus. Die ganze Aktion wurde dann über den Schutzbrief abgewickelt – für uns völlig unkompliziert.

Hach, ich komme glatt ins Schwärmen!

Risiko pur

Was es mit den oben erwähnten angeblich korrekten Felgen für unsere Winterreifen auf sich hatte, erfuhren wir gerade vor ein paar Tagen. Und es waren absolut keine schönen Nachrichten: Meine Frau war beim nächtlichen Fahren an einem Bordstein hängen geblieben. Um auf Nummer Sicher zu gehen, brachte ich am Donnerstag das Auto in die Werkstatt. Nach vier Wintern stand ohnehin ein Tausch der Reifen an. Also gab ich den Auftrag, die Reifen zu kontrollieren und bis zu einem gewissen Grenzbetrag einfach zwei oder vier auszutauschen. Dann zischte ich zu Fuß rüber in die Schule (das ist nur ungefähr ein halber Kilometer).

Als ich später aus der Schule kam, um das Auto abzuholen, war es nicht zu sehen. Ich ging zur Rezeption und fragte, ob das Auto gerade auf Kontrollfahrt sei. Die Antwort überraschte mich dann doch, denn mir wurde verweigert, mit dem Auto wieder zu fahren, da weder die Felgen noch die Reifen für dieses Auto überhaupt zugelassen seien. Hmmmm. Nun hatten wir ja schon vier Winter mit diesen Rädern hinter uns. Aber faktisch heißt es: Der Händler aus Schorndorf hatte uns einfach unpassende Felgen verkauft, um uns mit den ständigen Nachfragen, wann denn nun endlich passende Felgen geliefert würden los zu sein. Faktisch hat er unsere Sicherheit im Straßenverkehr vorsätzlich gefährdet. Ein starkes Stück.

Wäre es ein Privatmann gewesen, von dem ich die Felgen kaufte, hätte ich nichts gesagt, denn dann wäre es auch meine Schuld gewesen, nicht genau hingeguckt zu haben. Anders verhält es sich bei einem Händler, noch dazu demjenigen, von dem ich den Neuwagen, zu dem diese Räder gehören, gekauft habe. Der hat alle benötigten Informationen und muss darüber hinaus Tag für Tag mit diesen Dingen umgehen. Welch eine unglaubliche Schlamperei! Es ärgert mich, dass ich keinerlei Quittung über den Erhalt der Winterräder mehr habe, denn damit hätte ich diesem Händler aus Schorndorf jetzt wirklich die Hölle heiß gemacht.

Händler des Vertrauens

Zurück zum Donnerstag: Nachdem geklärt war, dass ich mit dem Auto so nicht mehr fahren könnte, legte man mir gleich eine vorbereitete Auflistung vor, was denn die passenden Ersatzfelgen mit Reifen und Einspuren etc. kosten würden. Ich bestellte nach kurzer Überlegung und bekam innerhalb von zwei Minuten auch noch einen Mietwagen (der dann nicht einmal etwas kostete) gestellt, denn mein Sohn musste innerhalb der nächsten halben Stunde schon zum Zahnarzt.

Eigentlich hieß es, dass vor Dienstag keine Aussicht auf Lieferung bestünde, da durch den Wintereinbruch gerade viele Leute auf den Gedanken kämen, „umzurüsten“. Puh! Aber gestern, also nur einen Tag nach der Bestellung, kam gegen 14:00 h der Anruf, dass das Auto fertig sei und abgeholt werden könne.

Ich könnte an dieser Stelle aus dem Loben unseres hiesigen Händlers gar nicht mehr herauskommen. Der einzige Nachteil an der Geschichte ist für uns, dass natürlich die Felgen, Reifen, Radkappen und das Einspuren zusammen doch über 900 € gekostet haben, das kann ich aber schwerlich unserem Händler anlasten. Dennoch: einen Großteil dieser Kosten hätten wir uns locker sparen können, wenn das erste Autohaus nicht so unglaublich geschlampt hätte. Saftladen!

 

Urlaub in Italien

Vom 22. bis zum 29. August war ich mit meiner Familie in Italien, genauer gesagt in Forte dei Marmi, einem eher noblen Küstenort der Toskana. Die Kinder waren uns schon seit Jahren in den Ohren gelegen, dass sie jetzt endlich mal einen Urlaub am (Meeres-)Strand erleben wollten. Früher konnten wir uns noch mit dem Argument drücken, dass nicht alle Kinder schwimmen könnten, nachdem unsere Jüngste es aber im Verlauf des Frühjahrs gelernt hatte, gab es schlicht keine griffige Ausrede mehr. Also buchte ich einen Urlaub am Strand.

Anreise

Da wir mit fünf Personen und dem dazugehörigen Gepäck das Auto komplett füllen und mit keinem anderen Verkehrsmittel so billig nach Italien kommen konnten, mussten wir in den sauren Apfel beißen und die ungefähr 740 Kilometer von Aalen nach Forte dei Marmi selbst fahren.

Gepackt wurde alles einen Tag vorher, das Auto stand über Nacht bereit. Mein Wecker klingelte um 3:25 h. Da die Kinder entsprechend gebrieft waren, schafften wir es mit allem Drum und Dran tatsächlich, um etwa zehn Minuten nach vier am frühen Morgen auf der Straße zu sein. Eine offensichtlich weise Entscheidung, was die Verkehrsdichte anging (so kamen wir bis auf zwei kleine Stau-Unterbrechungen kurz vor dem Ziel ungehindert durch). Irgendwie dachte ich ja, die Kinder würden im Auto dann gleich noch bis sieben oder acht Uhr weiterschlafen, doch die waren so aufgedreht, dass sie alle wach blieben. Egal, wofür gibt es iPods?

Durch Deutschland und Österreich flogen wir förmlich hindurch, eine erste Pinkelpause gab es in der Schweiz direkt vor der Viamala-Schlucht (einen schönen Gruß an Mario Adorf an dieser Stelle, zumindest mussten wir Eltern beide sofort an ihn denken). Dann rauf und rauf und rauf, bis wir durch den San Bernardino-Tunnel in den italienischsprachigen Teil der Schweiz und danach — endlich — nach Italien gelangten. Dort gab es erst einmal einen „richtigen“ Kaffee für die liebste Frau, einen „Kaba“ für unsere Jüngste, die beiden Großen tranken den Rest einer meiner Pepsi Light-Flaschen aus. Gut so, sonst hätte ich alle paar Kilometer weitere Pinkelpausen einlegen müssen!

Wie oben schon kurz erwähnt: In Italien gab es zwei kleinere Staus, beide nicht allzu lang (insgesamt ging uns etwa eine halbe Stunde dadurch verloren). In beiden Fällen waren wir der Klimaanlage im Auto für ihren reibungslosen Betrieb sehr dankbar, denn zu diesem Zeitpunkt brannte die Sonne recht gnadenlos auf die sich träge durch die Landschaft wälzende Metall-Lawine herunter.

Gegen 14 Uhr schlugen wir im Hotel auf, kurz nach drei liefen wir bereits in Richtung Strand, wo uns weitere Überraschungen erwarten sollten…

Das Hotel von vorne
Die Frontansicht des Hotels »La Pace«

Strandplatz

In der Beschreibung des Hotels stand, der Weg zum Strand sei „ca. 200 Meter“. Hmmmmmmm. Irgendwie kam es mir wie mindestens 500 Meter vor (Luftlinie zählt für mich nicht, denn ich kenne bislang niemanden, der durch Wände gehen kann). Und das war noch nicht einmal unser Strand. Bis wir an dem vom Hotel empfohlenen Abschnitt des Strandes angelangt waren, mussten wir locker 1,2 bis 1,5 Kilometer laufen. Aber wir sind ja alle sportlich, daher hat uns das nicht wirklich gestört.

Doch dann kam der Hammer: Der Strand musste bezahlt werden. Hupsi! Als ich zum letzten Mal am Strand war (irgendwann in den 1980er Jahren), gehörte das noch nicht zum Alltag. Und die Preise waren gar nicht so gering, obwohl wir später erfuhren, dass es dort auch Plätze für bis zu 200 €/Tag geben soll. Unser Strandplatz (inklusive Sonnenschirm, zweier Sonnenstühle und einer großen Liege) kostete pro Tag 43 €, die ganze Woche bekamen wir mit etwas Rabatt für 250€. Aber immer noch ein dicker Batzen Geld.

Dafür kann man sich über die gebotene Leistung nicht beschweren, denn der Strand war stets sauber, beim morgendlichen Laufen sah ich Horden von hilfreichen Geistern umher eilen, Müll beseitigen, Sand harken, Stühle und Sonnenliegen in Position stellen. Darüber hinaus gab es mehrere saubere und nur für die Mieter eines Strandplatzes zugängliche Toiletten, mehrere Süßwasserduschen, eine private Umkleidekabine — und eine fantastische Aussicht!

Aussicht vom Strand
Die Aussicht vom Strand war wirklich sehenswert.

Nach dem ersten Schock über den Preis war die Entscheidung schnell gefallen: Wir bleiben der Kinder zuliebe die ganze Woche am Strand! Somit war dann zumindest der inhaltliche Fahrplan für die restliche Woche gesetzt. Da wir auch nicht vorhatten (und ebensowenig vorhaben), in Bälde an einen solchen Badestrand zurückzukehren, war das für uns völlig in Ordnung.

Essen im Hotel

Im Hotel hatten wir nur Halbpension gebucht, das Mittagessen fiel (mit Ausnahme von ein paar Crackern oder Keksen) einfach aus, da sowohl Frühstück als auch Abendessen ziemlich opulent waren. Gerade das Frühstück war deliziös, denn es gab zwar zu wenig Obst, ansonsten aber alles, was mein Herz in seinen (ernährungstechnisch) schwachen Stunden begehrt: Cereals mit frischer Milch, Joghurt, Brötchen, Toast, Butter und Aufstriche ohne Ende, gebratene Eier, Croissants, kleine Krapfen mit Vanillepudding-Füllung, Donuts und und und — kalorientechnisch ein absoluter Overkill. Unter 1.600 Kalorien ging da kein Frühstück vorbei. Aber es musste ja eine Weile halten…

Beim Abendessen gab es immer ein riesiges Buffet, das leider für Vegetarier wie mich nicht immer ganz kompatibel war (es gab immer vegetarische Gerichte, doch nicht immer von hoher Attraktivität für mich). Mir fehlte ein wenig die Rohkost, doch für eine Woche Urlaub war schon klar, dass ich keine ernsthaften Probleme bekommen würde. Vor dem Buffet gab es allerdings stets einen Pasta-Gang als Vorspeise. Und das war Abend für Abend ein Highlight. Unsere Jüngste, die sich noch nicht so auf die italienische Küche einlassen konnte/wollte, vererbte mir nicht selten noch einen zu 75 Prozent gefüllten Teller, den ich nur zu gerne zügig leerte. Und es folgte ein hervorragendes Dessert, in dieser Hinsicht stehen meiner eigenen Erfahrung nach die Italiener den Andalusiern in nichts nach.

Laufen an Italiens Küste

Wenn so opulent gegessen wird, kann ein Urlaub leicht zu einer Ballung von Fettgewebe um die mittleren Regionen führen. In weiser Voraussicht hatte ich in Aalen meine Laufschuhe und geeignete Laufkleidung eingepackt. Morgens stahl ich mich gegen 6:45 h aus dem Hotel und rannte los.

Meine erste Feststellung: Wo sind die Höhenmeter? Aber direkt am Meer entlang gibt es davon nur wenige (die Skala in meiner Lauf-App skalierte sich auf „5 Meter“ — und die wurden kaum erreicht, bei meiner Frau, die ebenfalls fleißig war, stand am Ende tatsächlich mal „1m“ in der Rubrik „Höhenmeter“), was dann angesichts meiner Gewöhnung an einige Höhenmeter beim Laufen in Aalen wiederum ein meist recht hohes Tempo nach sich zog. Die meisten Läufe absolvierte ich mit einem Tempo von deutlich unter 5:30 Minuten/Kilometer. Der schnellste Kilometer wurde in 4:41 Minuten abgehakt, für mich ein absoluter Rekord!

Hilfreich war dabei sicher auch, dass die Küstenstraßen ziemlich geradlinig geführt werden. Jede Kurve, am Ende gar noch auf Schotter oder unebenem Boden, nagt perfide am Tempo. Hier gab es davon nur ganz wenige, daher stieg das Tempo immer weiter. Am schönsten war der etwa sechs Kilometer ununterbrochen geradeaus führende Streifen am Ufer (siehe Screenshot). Da „flog“ man gefühlt nur so dahin.

Gerade Wege, hohes Tempo
Gerade Wege, hohes Tempo!

Ein weiterer Pluspunkt war der stets wehende Wind vom Meer, der mich beim Laufen erfrischte und kühlte. Ohne den Wind wäre es für mich sicher deutlich unangenehmer gewesen. Erst im Vergleich konnte ich heute früh beim ersten heimischen Lauf den Mangel an Erfrischung an einigen Stellen bemerken. Ach!

Noch eine ganz nette Kleinigkeit: Um diese Uhrzeit ist in einem Touristenort noch absolut nichts los. Ich habe mehr Müll- und Straßenreinigungsfahrzeuge gesehen als andere Passanten oder Läufer. Aber die… Interessanterweise kann man „echte Läufer“ sehr schnell von „Joggern“ unterscheiden:

  • Echte Läufer rennen sehr geradlinig, konzentriert und flink. Außerdem grüßen sie andere Läufer meist mit einem aufrichtigen Lächeln und Kopfnicken, gelegentlich auch mit einem kurzen Handzeig. Kaum einer hört Musik oder sonst etwas, die meisten halten ihren Kopf frei und lassen ihre Füße den eigenen Rhythmus finden.
  • Jogger dagegen laufen langsam, kreuz und quer, meist mit den unmöglichsten Verrenkungen in Hüfte und Knie (schon das Hingucken schmerzt). Außerdem zählt das Aussehen mehr als das Laufen, also muss die Frisur sitzen (das bedingt dann wiederum ein langsames Tempo, sonst könnte sich ja etwas lösen). Zusätzlich sind die Laufklamotten ausnahmslos von angesagten Marken und meist gebügelt. Das Smartphone mit monströs großen Over-Ear-Kopfhörern darf als Accessoire natürlich nicht fehlen. Einen Gruß darf man sich von einem Jogger nicht erhoffen, denn das wäre zuviel Mühe. Daran könnte man mal eine ganz interessante Sozialstudie durchführen…

Einmal konnte ich nicht anders, da musste ich mir einen kleinen Spaß mit dem GPS in meiner Lauf-App machen: Fast parallel zu unserem Strandabteil gab es in der Stadt eine Art Kreisverkehr, der — dem Berliner Ring in Würzburg nicht unähnlich — in drei Spuren um ein begrüntes Zentrum geführt wird. Bei einem Lauf rannte ich die drei Spuren nacheinander konsequent ab, um zu sehen, wie akkurat das GPS funktioniert. Nun ja, das Ergebnis lässt sich auf dem folgenden Screenshot erkennen.

Nicht ganz perfekt...
Das GPS ist nicht ganz perfekt, aber man kann die Runden dennoch erkennen.

 

Außerdem erfuhr ich noch etwas über mich: Ich kann über Wasser laufen (nicht „gehen“). Offensichtlich war der lange Steg, den ich mehrfach bis zum Ende hinaus- und wieder zurück lief, nicht in der Karten-App verzeichnet. Und nun beweist der Screenshot, dass ich locker 300 Meter über das Wasser gerannt bin. Das soll mir erst einmal jemand nachmachen!

Beweis: Ich kann über das Wasser rennen!
Hier ist der Beweis: Ich kann über das Wasser rennen!

Mini-Kulturprogramm zum Schluss

Am Abreisetag wagten wir uns noch einmal ca. 40 Kilometer südlich nach Pisa, denn die Kids waren ganz scharf darauf, den „schiefen Turm“ zu sehen. Den Rest der Stadt ignorierten wir dann auch komplett, aber den Turm in seinem starken Neigungsgrad konnten wir absolut genießen (eine Besteigung sparten wir uns aufgrund des massiven Touristen-Andrangs jedoch).

Touristen-Schwemme
Die Touristenschwemme gab es übrigens schon morgens um kurz nach zehn...

Rückreise nach Deutschland

Und dann starteten wir — glücklicherweise wohl ein oder zwei Stunden nach allen anderen Touristen — unsere Rückreise. Hätten wir nicht gleich zu Beginn eine Viertelstunde im äußerst zähflüssigen Verkehr zugebracht und in der Schweiz fast 30 Minuten das Räumen einer Unfallstelle in einem Autobahntunnel abwarten müssen, wäre die Rückreise komplett ohne nennenswerte Wartezeiten abgegangen.

Ich kann mich nicht über das Bett im Hotel beschweren, denn es war völlig ok. Aber der Genuss, nach einer so langen Fahrt wieder ins eigene Bett zu sinken und dann ziemlich flink wegzudämmern, kann gar nicht akkurat in Worte gefasst werden. Hach, Urlaub hat doch eigentlich immer den Zweck, einem das Nach-Hause-Kommen besonders schmackhaft zu machen.

Zurück in den Alltag

Am nächsten Morgen dann die eine Woche ausgesetzte Seilspringen-Ration von 93 Minuten, Dusche, Waage (ein spannender Moment): 64,7 Kilogramm. Uff! Alles im grünen Bereich… Mittlerweile ist fast die komplette Wäsche gewaschen und getrocknet, sogar zusammengelegt. Nur zum Verräumen konnten wir uns noch nicht ganz aufraffen. Aber der Tag ist ja noch lang.

 

 

Schilder & Ampel – Overkill?

Ich wohne in Aalen, mir gefällt die Stadt, alles cool. Alles? Nein, natürlich gibt es immer ein paar Sachen, über die man sich aufregen könnte, es aber meist aus Bequemlichkeit bleiben lässt. Eine Sache nervt mich aber wirklich, die muss ich jetzt auch einmal ausformulieren: Die Ampeln in Aalen sind bis relativ spät nachts und zusätzlich noch am Sonntag angeschaltet. Wofür?

Ich wohne im wunderschönen Stadtteil Grauleshof, wenn ich mal abends in die Stadt muss — wie z.B. gestern, als ich meine Frau von ihrem Schulkonzert in der Stadthalle (für nicht Ortskundige: einmal quer durch die Stadt) abholte —, dann stehe ich selbst um 22:05 h noch an einer roten Ampel. Es ist ja nicht so, dass die Kreuzungen (und alle anderen Verkehrssituationen) nicht noch durch eine Wagenladung voller Schilder geregelt wären…

Letztes Jahr hatte ich ein Konzert am ersten Weihnachtsfeiertag. Die Anspielprobe war eine Stunde vor dem Gottesdienst (9:00 oder 9:30 h). Ich fuhr also die Ziegelstraße hinunter, musste dann aber eine volle Minute vor einer völlig menschen- und fahrzeugbefreiten Kreuzung an einer roten Ampel warten. Wieso muss an einem Feiertag morgens die Ampel an einer Kreuzung den nicht vorhandenen Verkehr regeln?

Complaining
Schönes Zitat, gell?

Ich habe mal ein schönes Zitat bei Twitter gelesen: „Complaining about a problem without posing a solution is called whining.“ Frei übersetzt: „Wer sich über etwas beschwert, ohne gleichzeitig eine Lösung zu diesem Problem anzubieten, jammert nur herum.“

Und daher biete ich auch gleich eine Lösung an: Ich verstehe, dass der Verkehr durch die Ladenschließzeiten um ca. 20:00 h noch nicht zum Erliegen kommt, darum wäre ich ja schon zufrieden, wenn an Werktagen um 21:00 h die Ampeln ausgeschaltet werden könnten. Am Sonntag dagegen könnte man sie komplett abgeschaltet lassen. Allein die Energie-Ersparnis dürfte gewaltig sein, zusätzlich besteht durch die flächendeckende Ausschilderung meines Ermessens kein zusätzliches Verkehrsrisiko.

Finde ich mit dieser Idee eventuell sogar noch ein paar Unterstützer? Falls ja, das Kommentarfach wartet schon…

 

 

Frau am Steuer…

Radfahren

Nein, nein, nein. Dies wird kein „Frauen können nicht Auto fahren“-Blogeintrag, eher im Gegenteil. Wenn ich mir mein Umfeld ansehe, dann steht es nämlich deutlich besser für die Frauen: Meine Mutter (beinahe 70) hat trotz unzähliger Chauffeur-Dienste für fünf Kinder in ihrem ganzen Leben noch keinen Autounfall gebaut. Mein Vater dagegen hat drei Autos und ein Motorrad zu Schrott gefahren. Auch meine Frau fährt sehr gut Auto. Sie wurde bislang nur ein einziges Mal geblitzt, ich schon drei Mal (nie mehr als 7 oder 8 km/h zu viel, aber dennoch). Sie hatte einen einzigen Unfall, als ihr ein Reifen platzte, ich habe schon einmal ein Auto aufs Dach gelegt…

Rein statistisch fahren Frauen also sicher besser — zumindest die Frauen, die ich gut genug kenne, um es beurteilen zu können. Aber ich habe die Überschrift nicht ganz ohne Grund gewählt, denn heute früh wurde ich in meinem gerade eben dargelegten Glauben, dass Frauen insgesamt besser als Männer fahren, auf eine harte, harte Probe gestellt. Was passiert ist? Also, das war so: Ich war mit dem Fahrrad unterwegs…

Mein Weg zur Arbeit führt mich ca. 3,5 bis 4 km durch das Stadtgebiet von Aalen. Zuerst geht es 2,5 km am Stück bergab (was mir den Weg zur Arbeit immer wesentlich angenehmer erscheinen lässt als den Weg zurück nach Hause). Auf dieser Strecke kann ich ganz stressfrei „Gas geben“ und flott vorankommen. Heute landete ich hinter einer Nachbarin im weiteren Sinn (sie wohnt ein paar hundert Meter weg), die auf dem gesamten Bergstück die 25 oder 30 km/h nicht geknackt hat, obwohl vor ihr kein einziges Auto fuhr. Da war wirklich alles frei. Und dennoch ist sie sooooo langsam gefahren, dass ich ständig bremsen musste, um sie nicht anzuschieben… Bergab. 50 km/h erlaubt. Und dann fährt sie nur 30! Wenn ich als Radfahrer da schon nervös wurde, wie wäre es dann erst einem dieser ja doch immer wieder hier herumfahrenden (völlig übermotorosierten) Hormonbündel von einem Mann ergangen? Ohne jetzt nerven zu wollen: „So provoziert man Unfälle, Frau Nachbarin!“

Aber das war ja noch nicht alles. Kaum hatte ich dieses Kapitel hinter mich gebracht, zwang mich eine weitere weibliche Verkehrsteilnehmerin zu einer unangenehmen Vollbremsung, weil sie — trotz meines mittlerweile wieder recht flinken Tempos — beschloss, beim Einbiegen im Schneckentempo quer über die Hauptstraße zu fahren, auf der ich meines Weges kam. Aber natürlich erst, als ich nur noch etwa zehn Meter entfernt war. Ich musste sehr scharf bremsen und letztlich fast komplett stehen bleiben, sonst hätte ich ihren VW-Bus seitlich geküsst.

Hoffentlich stellen diese beiden Ausreißer wirklich die Ausnahme zu meinem ansonsten recht positiven Bild von der „Frau am Steuer“ dar…