52 Wochen – Teil 1

Wie im letzten Blogeintrag erwähnt, nehme ich an der Aktion 52 Wochen Selfies vom lieben Zeilenende teil. Aktuell finden sich in meiner Fotos-App nur wenige Selfies, da es sich dabei um eine Art der Fotografie handelt, die ich bislang immer als wenig sinnvoll erachtet habe. Doch Zeilenende, der alte Verführer, hat es geschafft, mein Interesse zu wecken.

Kommen wir zum ersten Bild: Mit 40 bin ich keine 25 mehr. Ich bin zwar in körperlich ganz guter Verfassung, doch die eine oder andere Spur des körperlichen Verfalls kann ich schlicht nicht (mehr) wegretuschieren. Warum sollte ich das auch? Stattdessen eifere ich meinem Vorbild, Captain Jean-Luc Picard nach, zeige (ganz unamerikanisch) den zurückweichenden Haaransatz und die Falten – und fühle mich so alt, wie ich es bin.

 

Star Trek und DVD-Menüs

Gestern haben wir uns nicht zum ersten Mal den Pilotfilm „Der Abgesandte“ der Star Trek-Serie „Deep Space Nine“ von der DVD angesehen.

Exkurs: Star Trek: „Deep Space Nine“

In diesem Zuge muss ich gleich einmal darauf hinweisen, dass im Gegensatz zum schlichtweg furchtbaren Piloten von „The Next Generation“ oder dem etwas öden Einstieg in „Voyager“ hier ein inhaltliches Meisterwerk vorliegt:

  • Der wichtigste Charakter, Benjamin Sisko, ist in sich höchst widersprüchlich angelegt. Im Gegensatz zu Jean-Luc Picard von der Enterprise, der von Anfang an wohlüberlegt und gesetzt agiert (und dadurch bereits im Pilotfilm zu sprechlastig rüberkommt), bietet diese charakterliche Disposition Siskos Unmengen an nicht vorhersehbaren Entwicklungsmöglichkeiten.
  • Die ganze Serie spielt auf einer Raumstation (eben „Deep Space Nine“), die zu einem Planeten gehört, der gerade erst die Fesseln einer 50-60 Jahre dauernden Knechtschaft abgeworfen hat. Die dadurch bedingt noch stark im Fluss befindlichen Machtverhältnisse ziehen natürlich auch viele schillernde, wenn nicht gar zwielichtige, Charaktere an, die immer wieder interessante Optionen für neue Episoden bieten. Da aber die Station immer am gleichen Ort bleibt, erhält die Serie mehr Konstanz als alle anderen Star Trek-Serien, bei denen ja immer ein Raumschiff von einem Punkt der Galaxie zum anderen weiterfliegt (die alte „Kirk“-Masche halt: In jedem Hafen eine andere…).
  • Das Wurmloch in der direkten Nachbarschaft der Raumstation öffnet den Weg in eine gänzlich unerforschte Region des Weltraums (den „Gamma-Quadranten“) – wiederum ergeben sich hier schier unglaubliche Möglichkeiten, neue und spannende Elemente ins Spiel zu bringen. Doch auch hier gaben die Macher der Serie – löblich! – nicht der Verlockung nach, permanent neue Rassen und Kulturen einzuführen. Mit dem „Dominion“ wird eine große Macht aus dem Gamma-Quadranten geschaffen, die bis zum Ende der siebten Staffel ein entscheidender Faktor der Handlung bleibt.
Star Trek: Deep Space Nine
Die wohl beste Science Fiction-Serie aller Zeiten: Star Trek: Deep Space Nine

Da ich die Serie schon einige Male komplett durchgeguckt habe, kann ich bestätigen, dass es sich um eine der gelungensten (wenn nicht gar die gelungenste) Science Fiction-Serien überhaupt handelt, zumindest aus meiner Sicht.

Zurück zum Thema

Und das bringt mich zurück zur Überschrift: DVD-Menüs. Welch eine Qual das gestern Abend war! Die besten DVDs sind für mich jene, die den Zuschauer direkt, also ohne lange animierte und vor allem nicht überspringbare Kinkerlitzchen, in ein Auswahlmenü katapultieren, von wo aus der Film mittels Druck auf eine einzige Taste der Fernbedienung gestartet werden kann. Vorbildlich ist in dieser Hinsicht z.B. „Evolution“, denn nach dem Einlegen der DVD ist man in weniger als 30 Sekunden im eigentlichen Film (und genau dafür hat man die DVD ja vorher eingelegt). Katastrophal ist dagegen der erste „Harry Potter“-Film, bei dem man noch eine ganze Minute lang eine zwar wunderschön animierte, ab dem zweiten, spätestens dritten Mal aber langweilige Einleitung gucken muss, bevor man endlich aus dem Menü auswählen darf…

Zurück zu „Deep Space Nine“: Auf dieser DVD wird erst einmal ein langer Vorspann gezeigt. Dann ist das Menü im Star Trek-Design animiert, die typischen Geräusche dürfen auch nicht fehlen. Für Hardcore-Fans, die sonst keinen Inhalt im Leben haben, sicher ein Genuss. Für Menschen wie mich, die einfach nur die Folgen sehen wollen, eine Qual.

Das wäre doch einmal die Marktlücke schlechthin: DVD- oder BluRay-Editionen, bei denen alle Extras und alle komplexen Kinkerlitzchen weggelassen wurden. Die dürften meinetwegen sogar genausoviel kosten (obwohl ja nachweislich weniger drauf ist). Aber nun einmal ganz ehrlich: Das ist doch der hauptsächliche Grund, warum ich mir die DVDs besorge: Ich will die Folgen oder den Film ohne lästige Werbeunterbrechung und insgesamt möglichst ungestört ansehen.

Jedes animierte Menü, jeder ellenlange Marketing-Film der Filmindustrie („Raubkopierer sind im Netz nicht anonym…“ und wie sie alle heißen), jeder Hinweis darauf, in welchem Soundsystem sich der Film vermeintlich am besten anhört (bei uns mit zwei ganz normalen Stereo-Boxen an der Anlage ohnehin völlig egal), und aller Schrott in dieser Hinsicht lässt mich den Kauf doch nur bereuen. Und diese Star Trek-Kollektionen hatten durchaus einen stolzen Preis.

Warum muss ich mir als Käufer bei jeder einzelnen DVD dieser Sammlung (und es sind bei sieben Staffeln mit jeweils mindestens sechs DVD wirklich viele Medien) wieder neu ansehen, dass „Raubkopierer im Internet nicht anonym sind“? Das ist doch absurd im Quadrat!

So genug gemotzt. Irgendwann kommt die Filmindustrie vielleicht ja mal auf den Gedanken, dass sie sich selbst damit keinen Gefallen getan hat, weil irgendwann alle Leute anfangen, sich die Folgen illegal im Netz anzusehen, nur um sich die Qual der Menüs und der sonstigen „wertvollen Hinweise“ zu ersparen. Geht es euch manchmal auch so?

 

Musik aus der „Schwarzwaldklinik“

Star Trek Enterprise VS. Schwarzwaldklinik
Star Trek Enterprise vs. Schwarzwaldklinik

Meine Frau und ich sind Trekkies. Ohne Kostüme und derlei Zeugs, aber wir kenne seit vielen Jahren alle Star Trek-Folgen aller Serien (letztes Jahr habe ich alles auf einmal in einer Sammler-Edition bei Amazon gekauft) sowie alle zwölf Kinofilme.

Der jüngsten Serie — „Star Trek Enterprise“ — stand ich in den ersten Folgen noch recht ablehnend gegenüber, da die Charaktere im Vergleich zu den etablierten Serien noch gar zu steif und ungelenk wirkten. Mittlerweile mag ich auch diese Serie und bedaure sehr, dass nur vier Staffeln gedreht wurden.

Es gibt aber eine Sache, die mich an dieser Serie wirklich schon immer gestört hat — und es vermutlich auf ewig tun wird: Die grauselige Musik. Typisch für die alten Serien waren die symphonisch geprägten Themen, meine Favoriten hierbei waren und sind die Themen von „Deep Space Nine“ und „Voyager“. Der Titelsong von „Enterprise“ bricht mit der Tradition, ist aber gerade noch ein wenig erträglich. Wenn dann aber eine Folge zu Ende ist, kommt der Abspann. Und die Musik ist derart dämlich kitschig, dass meine Frau und ich nur noch das Wort „Schwarzwaldklinik“ dafür einsetzen.

Zum Vergleich: Abspann-Musik von Enterprise und das Thema der „Schwarzwaldklinik“. Na, was sagt ihr? Klingt doch ziemlich ähnlich — oder sieht das jemand anders?

Quellen: Bild „Enterprise“, Bild „Schwarzwaldklinik“

 

 

Liebster Blog-Award – Episode 3-6

Der Liebster Blog-Award ist eine Art Blog-Kettenbrief, der die nominierten Blogger auf nette Weise nötigt, etwas mehr über sich zu verbreiten. Außerdem sollen sie diesen Kettenbrief voller Fragen an eine ganze Reihe weiterer Blogger weiterschicken, die dann wiederum ihre Nominierung annehmen, das Spiel potenzieren und so weiter.

Ich wurde mittlerweile sechs Mal nominiert. Gefreut habe ich mich jedes einzelne Mal — und ich möchte allen danken, die mich nominiert haben. Aber: Vor allem die letzten vier Nominierungen lagen mir etwas schwer im Magen, denn die Nominierungen trudelten gerade ein, als ich keine Zeit zum Schreiben hatte. Manche sind nun schon mehrere Wochen alt – ich schäme mich schon fast, nach so langer Zeit darauf zu antworten. Aber früher ging es einfach nicht.

Das bringt mich gleich zu einem wichtigen Punkt: Ich finde den Liebster Blog Award eine schöne Sache, aber nur bis zu einem gewissen Grad. Und aktuell wird es mir etwas zu viel. Sollte mich noch einmal jemand nominieren, werde ich vermutlich nicht mehr darauf eingehen. Das ist keine Missachtung der mir zuteil werdenden Ehre, aber ich kann mir nicht immer so viel Zeit „aus den Rippen schneiden“, dass ich die Fragen angemessen beantworten kann. Nehmt es mir bitte nicht übel, aber lieber schreibe ich weiter meine Art von Einträgen, die meisten meiner „Anhänger“ werden mir ja deshalb folgen. Und auch diese Einträge benötigen Zeit und Muse.

So, jetzt aber ran!

Die Fragen von „Buchherz – Der Bücherblog“

Was ist deine Motivation beim Bloggen?

Mentale Hygiene, denn so kann ich die vielen Gedanken, die mir manchmal mehrere Tage lang im Kopf herumgeistern, einfach in eine Form bringen. Danach sind sie dann hoffentlich aus meinem Kopf verschwunden – oder besser strukturiert und entwickeln sich weiter. Beides gut.

Was war für dich der ausschlaggebende Moment, um mit dem Bloggen anzufangen?

Ich brauchte ein Ventil, um hier und da die wirren Gedanken in meinem Kopf einfach mal zu (virtuellem) Papier zu bringen, danach ist der Kopf wieder frei.

Worauf bist du am meisten stolz bei deinem Blog?

Dass es anscheinend immer noch Leute gibt, die Interesse daran haben, die Kommentare schreiben, die Einträge favorisieren – das freut mich irre!

Schätz mal: Wie viele Bücher besitzt du? (E-Books zählen mit)

Unmöglich zu schätzen, aber ich habe sicherlich schon ca. 2.000 Bücher gelesen.

Schläfst du lieber bei geöffnetem oder geschlossenem Fenster?

Im Winter eher zu (sonst erfriere ich), im Frühjahr, Sommer und Herbst prinzipiell immer offen.

Wie startest du morgens deinen Tag?

  • 4:50 h klingelt mein iPhone
  • 4:51 h Toilette, Timeline nachlesen
  • 4:55 h Seilspringen
  • 6:25 h Fertig, eine Minute abdampfen
  • 6:26 h Ab in die Dusche
  • 7:00 h Frühstück, hurtig, hurtig
  • 7:20 h Fahrrad, ab zur Schule!

Du hast genau eine Frage, die du irgendjemandem auf der Welt stellen kannst und diese Person muss dir ehrlich antworten. Wem würdest du diese Frage stellen?

Wenn du vom heutigen Standpunkt aus zurückblickst, welche Einsichten hättest du gerne schon vor zehn, fünfzehn oder zwanzig Jahren (abhängig vom Alter der gefragen Person) erlangt?

Von welchem Song kriegst du nie genug und kannst ihn dir immer wieder anhören?

Schwierige Frage, denn gerade als Musiker, mehr noch als Musiklehrer, kenne ich wirklich viel Musik. Und ich schätze auch sehr viel davon. Aktuell könnte ich dauernd „Augenbling“ von Seeed hören, das hat einen endcoolen Groove.

Welches Buch liest du gerade und wie lautet der 5. Satz auf S. 163?

Aktuell lese ich „Schwarz“ (das ist der erste Band der Dark Tower-Reihe) von Stephen King. Der Satz lautet:

„Links ragte ein verchromtes Rohr heraus, das über einem Abfluss im Boden endete.“

 

Leider etwas nichtssagend, aber hier wird eine Pumpe in einer Zwischenstation in einer sich schier endlos ausbreitenden Wüste beschrieben – somit erlangt sie ein gewisses Maß an Interesse…

Was möchtest du in deinem Leben noch unbedingt erreichen?

Entspannter werden. Ich kann manchmal sehr verbissen sein – mehr als mir und anderen in meiner Umgebung gut tut.

Fragen von „Zeilenendes Sammelsurium“

Vollkorn oder normales Mehl?

Die richtige Mischung macht’s. Bei Brot nehme ich lieber Vollkorn-Varianten, bei Lauge mag ich es lieber mit normalem Mehl.

Optimist oder Pessimist?

Eindeutig Optimist.

Star Trek oder Star Wars?

Keine Frage: Star Trek. Hab alle Filme und alle Serien auf DVD (oder in iTunes). Meine Frau liest sogar noch Bücher, die die Serien weiterführen.

Reden oder schweigen?

Ich kann schweigen. Glaube ich. Aber meistens fällt es mir nicht schwer, etwas von mir zu geben. Ich mag Gesellschaft, wenn es nicht zu groß wird. Smalltalk dagegen ist nicht meine Primärqualifikation.

Lesen oder fernsehen?

Beides, aber halt mit unterschiedlicher Zielsetzung. Wenn ich lese, rege ich meine Fantasie an, denn in meinem Kopf entsteht die gedruckte Geschichte neu. Beim Fernsehen lasse ich mich eher ablenken, indem ich mich von der Informationsflut fortspülen lasse. Beides ist gut, aber gleichzeitig geht es nicht.

Wenn du eine Pflanze wärest, welche wärest du?

Die Vanilleeispflanze.

Was ist dein Leib- und Magengericht?

Dampfnudeln mit Vanillesoße (süß), Pizza (herzhaft), Paprika-Salat (sauer). Und dann jede Menge Süßigkeiten und Knabberkram.

Welches Buch/Welcher Film/… hatte den stärksten Einfluss auf dein Leben?

Uh, das ist außerordentlich schwer. Da ich Lehrer wurde, kann ich leider dem Klischee nicht ganz entkommen, dass „Der Club der toten Dichter“ irgendwann einmal einen gewissen Einfluss auf mich hatte. Aber das ist schon sehr lange her.

Tatsächlich hat Star Trek mein Leben vermutlich mehr geformt als alles andere. Niemand sieht mir das an, aber ich habe viele der darin propagierten Werte verinnerlicht – und das ist sicherlich nicht schlecht. Widerstand ist ohnehin zwecklos.

Gibt es ein Leben nach dem Tod?

Gibt es eines davor? Stopp! Der war schlecht (es handelt sich um ein Zitat aus „A Prayer for the Dying“).

Ganz ehrlich: Ich fürchte mich vor dem Gedanken, es gäbe ein Leben nach dem Tod, da unsere Gedankenwelt immens von unserer Körperlichkeit bestimmt wird. Zumindest meine (vielleicht bin ich da irgendwie in der Pubertät stehen geblieben). Ich kann mir partout nicht vorstellen, wie sich eine nicht-körperliche Existenz darstellen soll. Daher fällt mir keine für mich selbst gültige Antwort ein. Vielleicht in ein oder zwei Jahrzehnten.

Was kannst du besonders gut?

Ich habe ein gewisses Händchen in musikalischen Angelegenheiten, möchte mich da aber nicht über den Klee loben.

Ansonsten bin ich unschlagbar im Vernichten großer (wenn nicht größter) Mengen von Haribo Saftbären, Schokoerdnüssen, Eiscreme, gerösteten und gesalzenen Erdnüssen, Chips – und vieler anderer Dickmacher. Würde ich nicht morgens immer konsequent gegensteuern, liefe meine Körperfülle völlig aus dem Ruder.

Gibt es ein Leben in Glückseligkeit?

Ja, aber nicht in der Form, wie es die Werbung verspricht. Denn die Glückseligkeit kommt vor allem in Form von Zufriedenheit daher. Wenn man ständig neue Wünsche entwickelt, die sich oft auf vergleichsweise belanglose Dinge beziehen (in meinem Fall sind dies oft Apple-Produkte), dann nagen diese Wünsche unterbewusst ständig an einem herum. Das ist sicher keine Glückseligkeit.

Wenn ich mich aber umsehe und mein bisheriges Leben Revue passieren lasse (intakte Familie, Kindergarten, Schulbildung, musikalische Ausbildung, mehrere Studiengänge parallel durchgeführt und alle erfolgreich abgeschlossen, Referendariat, Aufbau einer eigenen Familie, Beruf und „Karriere“), muss ich mir attestieren, dass es kaum noch dringende Wünsche geben kann. Daher bin ich mir sicher, dass ich mit etwas mehr innerer Ruhe (bin halt so ein gedanklich zappeliger Typ) und der damit einhergehenden Zufriedenheit sicher ein hohes Maß an Glückseligkeit in mein Leben bringen kann. Schon jetzt fühlt sich vieles davon erstaunlich gut an.

Fragen von „jungesleben“

Warum hast du mit dem Bloggen angefangen?

In Apples iLife-Suite gab es ein Programm namens iWeb, mit dem man eine eigene Homepage gestalten und publizieren konnte. Das musste ich natürlich ausprobieren. Irgendwann ging es dann mit dem eigenen Blog los. Es war eher Spielerei – und mein erster Blog war auch ein ziemlicher Haufen Mist. Einmal brachte er mir auch kräftig Ärger ein. Dann machte ich ihn für ein Jahr dicht, startete danach ganz neu und anders – nun bin ich seit 2012 am Stück dabei und entwickle allmählich einen eigenen Stil.

Würdest du lieber nicht sprechen oder nicht hören können? & Warum?

Lieber nicht sprechen. Als Musiker ist die bloße Vorstellung einer Ertaubung kaum an Schrecklichkeit zu übertreffen. Wer sich schon einmal Beethovens „Heiligenstädter Testament“ durchgelesen hat, kann das eventuell besser nachvollziehen.

Hast du schon einmal die Sehnsucht gehabt, dein ganzes Leben umzukrempeln?

Permanent, vor allem als ich damals „Simplify your life“ gelesen habe. Und dann gab es noch ein- bis zweihundert Anlässe. Der Punkt ist nur: So oft kann man das Leben nicht umkrempeln. Wenn man das einmal im Jahrzehnt schafft, ist man schon sehr weit. Aber man muss es tun, sonst rostet man in alten Routinen ein.

Was hindert dich daran, grenzenlos glücklich zu sein?

Verantwortung für andere, vor allem für meine Kinder. Ich will ihnen eine gute Zukunft ermöglichen, also habe ich einen Beruf ergriffen, der mir gefällt, der aber – wie vermutlich jeder andere auch – mit ein paar Pferdefüßen daherkommt (siehe dazu die Blogeinträge zum Korrigieren). Schon oft habe ich mir gedacht: „Wie schön wäre doch ein reiner Bürojob, bei dem man morgens um acht erscheint und um spätestens fünf Uhr am Nachmittag wieder gehen kann – und nichts von dem Job mit nach Hause nimmt.“

Als Lehrer habe ich immer wieder angenehme Freiphasen (Ferien), die allerdings in mindestens der Hälfte der Fälle durchaus von Arbeit durchzogen sind, der Rest wird allen Ernstes zum Erholen gebraucht. Denn rein auf der körperlichen und geistigen Belastungsebene gibt es mehrfach im Jahr absolute Durststrecken, nach denen man eine Pause dringend braucht.

Das sind alles Elemente, die dem „grenzenlosen“ Glücksgefühl im Wege stehen. Aber ich mache meinen Job gern (und hoffentlich nicht allzu schlecht), ich liebe meine Frau und meine Kinder, habe viel erreicht. Ich bin zufrieden und glücklich.

Was ist der schönste Augenblick für dich in diesem Jahr gewesen?

Es gab etliche schöne Momente, zwischen ihnen kann ich unmöglich eine sinnvolle Wahl treffen:

  • Einmal waren meine Frau und ich in der Sauna – an dem Tag hatten wir bei drei Saunagängen die Sauna ganz für uns, wodurch wir uns einfach unterhalten konnten. Das geht mit einer vollen Sauna sonst nicht.
  • Zusätzlich gab es ein paar fantastische Momente der Zweisamkeit mit meiner Frau, als die Kinder endlich eingeschlafen oder im Hort waren – in denen einfach mal Stille im Haus einkehrte. Das war wirklich erholsam. Wenn dann noch die Stimmung passt, kann nicht mehr viel schiefgehen.
  • Der schönste Moment der letzten Wochen aber war das gemeinsame Laufen mit meiner Frau. Wir haben in den letzten Wochen zwei oder drei Läufe (jeweils 12-13 km) absolviert. Noch vor ein paar Jahren hat so etwas nie geklappt, weil immer einer dem anderen zu schnell, zu langsam, zu bestimmend etc. war – jetzt konnten wir es beide genießen.

Wie abhängig bist du von den Medien, deinem Smartphone & der Technologie?

Die Frage ist zu allgemein gestellt. Ich benutze diese Dinge den ganzen Tag, aber ich bin mir nicht sicher, was mit „abhängig“ gemeint ist. Sicher würden viele bequeme und bequem erscheinende Routinen im Alltag umgeworfen werden, weil sie auf dem Einsatz dieser Dinge basieren, ich käme aber trotzdem klar.

Freiwillig verzichten möchte ich deswegen aber noch lange nicht auf mein iPad, iPhone etc. Aber ich kann auch ohne.

Angenommen du bist Single. Gibst du jeder interessierten Person die gleiche Chance dich kennenzulernen?

Bin ich schon seit mehr als 16 Jahren nicht mehr, es fällt mir außerordentlich schwer, das auch nur angedacht zu beurteilen.

Wie gehst du damit um, wenn du traurig oder niedergeschlagen bist?

Kommt zum Glück nicht allzu häufig vor, ich darf mich da wohl glücklich schätzen. Wenn, dann helfen Musik, Sport und Zurückgezogenheit – diese Phase geht vorbei, meist schneller, wenn ich mich auf ein neues Ziel konzentrieren kann.

Was fehlt deiner Meinung nach den Menschen in deiner Umgebung? Welchen Rat würdest du Ihnen geben?

Ich bin kein Missionar. Wenn mich jemand konkret um Hilfe bittet, gewähre ich diese gerne in dem Umfang, der mir möglich ist. Aber ich trete nicht aktiv auf jemanden zu, der eventuell ein Problem hat, nur um mich aufzudrängen.

Welchen Traum wirst du dir in den nächsten 12 Monaten erfüllen?

Hoffentlich noch mehr Langstreckenläufe mit meiner wundervollen Frau.

Was ist für dich das Attraktivste, das eine Person ausmachen kann?

Eigenständigkeit und Entschlossenheit. Wer weiß, was er/sie will, wird dieses Ziel konsequent verfolgen – genau diese Zielstrebigkeit lässt fast jeden Menschen attraktiv machen (solange das Ziel nicht meinen diametral entgegen läuft).

Fragen von „Seppolog“

Was hast Du unmittelbar getan, bevor Du Dich gerade vor Deinen Blog gesetzt hast?

Korrigiert. Und prokrastiniert.

Welche drei Strategien bringen uns den Weltfrieden?

  1. Mehr Sex.
  2. Noch mehr Sex.
  3. Und mehr Geschichten über Sex. Was dann zwangsläufig wieder zu Punkt 1 führt. Ein onanistischer Kreislauf der Freude.

Warum bloggst Du?

Mein Kopf hat nur begrenzten Speicher. Würde ich all die wirren Gedanken da drin lassen, gäbe es irgendwann einen finalen „information overload“. So kann ich die Sachen in eine rudimentäre Form gießen. Entweder sie sind damit zufrieden und aus meinem Kopf verschwunden, oder aber sie entwickeln sich weiter, dann bleiben sie noch ein wenig, sind aber erträglicher.

Wo warst Du, als Du zuletzt in Deinem Wohnzimmer warst?

So ganz klar ist mir die Frage nicht, denn ich war da in meinem Wohnzimmer. Das steht in Aalen. Im Stadtteil Grauleshof (geile Wohngegend). Aber meistens verbringe ich dort (=im Wohnzimmer) die Zeit auf der Couch oder beim Aufhängen von Wäsche. Gestern Abend lag ich auf der Couch, um eine Star Trek-Folge (Voyager) zu sehen.

Findest Du nicht auch, der “Liebster Award” sollte mit einem hohen Preisgeld verbunden werden?

Eindeutig. Dann wäre ich nämlich jetzt schon ein immens reicher Typ. Du sicher auch.

Angenommen, das Preisgeld läge bei fünf Millionen Euro: Du würdest doch nicht etwas spenden, oder?!

Doch, aber nur meinem eigenen „Witwen und Waisen“-Fond. (Muarharhar)

Nachdem Du mir zwanzig Prozent des Preisgeldes abgegeben hast: Wie wirst Du mich los, wenn ich Dich Tag und Nacht um weitere Prozente anbettele?

Ich nominiere dich einfach erneut, dann kann ich mir das Geld zurückpumpen. Spätestens da suchst du das Weite.

Gibt es Deiner Meinung nach einen Sinn des Lebens? Wenn ja, verrate uns nicht, welchen!

Es gibt einen, würde ich den verraten, wäre mein Sex-Appeal auf einen Schlag dahin. Mache ich also nicht.

Muss es eigentlichen einen geben?

Geheimnis. Frag Edward Snowden. Der hat meine Dateien sicher alle gelesen.

Wirklich?

Ne, bin viel zu uninteressant. Wer von der NSA oder einem anderen Dienst liest schon den Krempel, den ich verzapfe? (Sollte jemand aus dem Lager der Geheimdienste antworten wollen, gerne auch per Email oder iMessage, die Daten habt ihr ja sicher…)

Hast Du früher viel bei Schlecker eingekauft?

Extrem selten. Ich habe das Ambiente gehasst. Außerdem hat das Sortiment nicht zu meinen Wünschen gepasst.

Fazit

Noch einmal in Kurzform: Vielen Dank für die Nominierungen, ich bin dankbar, dass mein Bloggen auf soviel Wertschätzung (oder Verzweiflung) trifft. Es gibt so viele tolle Blogs, die ich selbst nicht kenne, sucht bitte selbst. Einen kleinen Tipp kann ich da geben: Lest die Kommentare zu den Einträgen. Oft findet ihr ein oder zwei Leute, die euren Geschmack treffen, die auch selbst sehr aktiv sind. Wenn euch das gefällt, folgt denen – was soll schon schief gehen?

 

Sauna-Freuden

Meine Frau und ich gehen in allen Schulferien (mindestens) einmal in die Sauna. Diesen kleinen Luxus gönnen wir uns, da wir in den ersten Jahren mit Kindern auf sehr viele Dinge verzichtet haben. Nun, da die Kinder etwas älter sind und auch mal eine Weile ohne uns klarkommen bzw. im Hort/Kindergarten „verräumt“ sind, ist das ein wiederkehrender Termin in allen Schulferien, den wir meist schon Wochen vorher in unseren Kalender eintragen.

Noch vor ein paar Jahren hätte mich der Gedanke, meinen Körper unverhüllt in einer Sauna zu zeigen, noch mit einigem Schrecken erfüllt. (Wer meine Blog-Einträge der vergangenen Wochen gelesen hat, dürfte auch wissen, warum.) Als wir vor ca. einem dreiviertel Jahr erstmalig in die Sauna gingen, war ich immer noch etwas gehemmt. Doch kaum lag die Badehose in der Ablage, war auch die letzte Hemmschwelle gefallen — schließlich laufen alle da nackt herum. Seitdem kann ich die Sauna auch wirklich genießen.

In Aalen gibt es die Limes-Thermen, die neben dem eigentlichen Schwimmbad und mehreren kleineren Saunen auch die prachtvolle Panorama-Sauna bieten. Von dort aus hat man einen Blick auf weite Teile der Stadt, was — ganz ehrlich — in einigen Fällen wesentlich attraktiver ist als der Anblick innerhalb der Sauna (und damit meine ich nicht meine Frau, denn die könnte ich selbst nach mehr als sechzehn Jahren Partnerschaft immer noch genussvoll den ganzen Tag betrachten, schließlich wird sie von Tag zu Tag hübscher!).

Heute kamen wir zu einem Zeitpunkt an, als der letzte Aufguss gerade ein paar Minuten zurücklag. Die hohe Luftfeuchtigkeit war aber noch immer im Raum, und die Temperatur war gefühlt deutlich höher als gewöhnlich. Normalerweise brauche ich ca. fünf Minuten, bis ich so richtig ins Schwitzen komme, heute betrat ich die Sauna und fühlte mich sofort klatschnass. Das war ein kräftiger Start in den Sauna-Tag.

Der angenehmste Teil kam nach dem zweiten Saunagang, denn als wir uns auf die Ruheliegen zurückzogen, frönte ich kurz einem Buch (in diesem Fall „I Am Spock“ des kürzlich traurigerweise verstorbenen Leonard Nimoy), merkte aber ziemlich bald eine angenehme Mattigkeit über mich hereinbrechen, legte das Buch weg — und schlief binnen weniger Momente ein. Ich war so weit weg, dass ich mindestens 20, eher 30 Minuten lang wie ausgeschaltet auf dieser Liege döste. Das tat so gut.

Der dritte Saunagang war etwas verkürzt, denn meine Nase wollte nicht mehr mitspielen (Nasenbluten). Als wir dann ein paar Minuten auf den Ruheliegen verbracht hatten, siegte der Hunger, und wir zischten los zum Mittagessen (auch das gehört zu unserem Sauna-Ritual). Nach einem so entspannten Erlebnis freue ich mich schon auf die Pfingstferien, denn da geht’s wieder in die Sauna.

 

Klo-Lektüre 4

Klo-Lektüre IV

Vor einigen Wochen habe ich beim Stöbern im iBooks-Store das Buch „Memories of the Future“ von Wil Wheaton entdeckt. Ja, genau: Wil Wheaton, der Typ, der vor etwas über 20 Jahren die Rolle des Wesley Crusher bei Star Trek –– The Next Generation innehatte. Ganz sicher war ich mir zuerst ja nicht, ob ich dafür Geld ausgeben sollte, doch ich wagte es –– und habe es bis heute nicht bereut. Keine einzige Sekunde.

Das Buch ist voller Selbstironie und mit unendlich viel Humor geschrieben. Neben dem gründlichen Zerpicken der Folgen aus der Perspektive eines Darstellers enthält das Buch auch etliche Ausschnitte aus dem Skript, mit dem die Schauspieler arbeiteten, viel Hintergrundwissen über alle möglichen Details zur Serie, zur Arbeit am Set, zu den häufig hirnlosen Dialogen, über die man eigentlich nur noch laut lachen kann…

Mein persönliches Fazit: Wer sich mit Star Trek – The Next Generation auskennt (sprich: mindestens einmal alle 178 Folgen gesehen hat bzw. wer noch nicht einmal nachschlagen musste, um diese Zahl zu wissen), kann mit dem Buch nichts falsch machen.

Besser noch: Man kann sich einen exzellenten Eindruck vom Inhalt des Buchs verschaffen. Wie? Ganz einfach: Rund um den Termin der Veröffentlichung hat Wil Wheaton einen Podcast mit dem Titel Memories of the Futurecast herausgebracht. Da er kostenlos ist, kann man sich alle Episoden ungestört und in unbegrenzter Wiederholungszahl entweder bei iTunes oder direkt über die zu diesem Zweck eingerichtete Internetseite anhören. In diesem Podcast liest Wil Wheaton ausgewählte Passagen aus dem Buch vor, garniert sie mit spontanen Anekdoten und Witzchen, stellt jeweils neue Musik vor und dergleichen mehr — mir gefiel der Podcast mit seinen 14 Episoden so gut, dass ich mir alle heruntergeladen und mittels AudioBook Builder in ein Hörbuchformat umgewandelt habe.

Tatsächlich habe ich dem Buch mehr Hintergrundwissen zu den anfänglichen Folgen zu verdanken als vielen anderen Quellen, die möglicherweise von wesentlich ambitionierteren Personen gepflegt werden.

Also, liebe Trekkies, aufgemerkt und ab an den Computer bzw. das iPad oder iPhone: Zieht euch den guten Stoff rein!

 

75 Jahre „Krieg der Welten“

Heute, am 31. Oktober 2013, ist es exakt 75 Jahre her, dass das Radio-Hörspiel zu Herbert George (kurz: H. G.) Wells Roman Krieg der Welten ausgestrahlt wurde. Auch wenn von heutigen Kommunikationswissenschaftlern angezweifelt wird, ob damals wirklich eine „landesweiste Massenhysterie in der Bevölkerung“ ausbrach, bleibt es doch ein Faktum, dass das Hörspiel exzellent in seiner Dramaturgie war. Was macht das Hörspiel so besonders, dass die damaligen Hörer zumindest aufgeregt, zum Teil sicherlich auch verängstigt waren?

Orson Wells (nicht direkt mit H. G. Wells verwandt), der zusammen mit Howard Koch das Skript für das Radiohörspiel erstellt und die Aufnahme geleitet hatte, war im Gegensatz zu den meisten damals ausgestrahlten Radio-Sendungen recht innovativ vorgegangen: Er hatte alle Dialoge bereits vor dem Tag der Ausstrahlung aufgenommen und dann so mit diversen musikalischen Unterbrechungen arrangiert, dass für einen Hörer, der die anfängliche Ankündigung eines „Radio-Spiels“ verpasst hatte, der Eindruck einer tatsächlich gerade ablaufenden Sendung entstehen konnte, vielleicht sogar musste.

Heute früh habe ich mir für 99 Cent bei iTunes den Original-Mitschnitt von 1938 gekauft und beim Joggen in voller Länge angehört. Und ich muss sagen: ich bin begeistert. Orson Wells war ein Meister der von ihm gewählten Dramaturgie, viele Passagen wirken absolut authentisch. Gerade die aus heutiger Sicht geradezu überspitzt komisch wirkende Gegenüberstellung von schnulziger Musik und dramatischen Eilmeldungen erscheinen mir für ein damaliges Publikum außerordentlich passend gewesen zu sein.

Zum heutigen 75-jährigen Jubiläum spendiert L.A Theatre Works eine Neuinszenierung des Hörspiels mit bekannten Darstellern aus den verschiedenen Star Trek-Serien (wie z.B. Leonard Nimoy, Brent Spiner und Gates McFadden). Mittels des Gutschein-Codes WOW75 kann man sich die 2,99 $ für die downloadbare Zip-Datei sparen. Die Qualität ist gut, ich habe kurz hineingehört, den Rest hebe ich mir für heute Abend auf.

Happy Halloween!

Nachtrag vom 26. November 2013

Mittlerweile habe ich beide Hörbücher mehrfach gehört und einen Teil des originalen Romans gelesen. Dabei ist mir etwas eigenartiges aufgefallen: Die Neuinszenierung des Hörspiels von L.A. Theatre Works (s.o.) kürzt die Handlung des originalen Hörspiels um eine wichtige Episode. In dieser Episode trifft der nach den verheerenden Angriffen der Marsianer umher irrende Professor auf einen Mann, der in Folge des Traumas nicht mehr ganz zurechnungsfähig ist und sich in wilde anarchistische Fantasien flüchtet (er möchte in der Kanalisation eine Widerstandsbewegung aufbauen etc.).

Was ich mich dabei frage: Wurde dieser Abschnitt als „unwichtig“ oder „für die heutige Zeit unpassend“ empfunden? Welche anderen Gründe gab es sonst, die kurze Zeitspanne (höchsten fünf bis sechs Minuten) einzusparen? Es leuchtet mir nicht ein.

Am zutreffendsten erscheint mir persönlich die eventuelle Abwägung des Regisseurs, dass es den heutigen US-Bürgern möglicherweise nicht zugemutet werden sollte, einen Charakter aus den eigenen Reihen vorgehalten zu bekommen, der angesichts eines übermächtigen Feindes seinen Verstand verliert und dann gleich beginnt, alle gesellschaftlichen Konventionen zugunsten einer paramilitärischen Organisation über den Haufen zu werfen. Aber es ist – wie gesagt – nur eine Vermutung.

Hat noch jemand eine Meinung dazu?

Nur im Film… 2 – „Star Trek (2009)“

Und schon habe ich wieder eine Stelle entdeckt, die nur einem Hollywood-Gehirn entspringen kann: Am Anfang des von mir sehr geschätzten Films Star Trek aus dem Jahr 2009 wird das Raumschiff USS Kelvin von einem übermächtigen romulanischen Raumschiff aus der Zukunft angegriffen. Während dieses Dauerbombardements (alles an Bord wackelt, kracht und rumpelt, ist beschädigt oder brennt) bringt Kirks Mutter ihren Sohn zur Welt. Realismus pur!

Eine Geburt — ich habe drei davon miterlebt — ist ein sehr fragiler Vorgang, der leicht von externen Faktoren gestört werden kann. Die möglichst tiefe Entspannung der Mutter ist für das Gelingen der Geburt von fundamentaler Bedeutung. Sobald die Entspannung verloren geht, bleibt der Geburtsvorgang ganz schnell stehen, was sowohl für Mutter als auch Kind nicht ungefährlich ist.

Zurück zur Filmszenerie: Alarmtöne in regelmäßigen Abständen, die verkünden, dass irgend etwas an Bord gewaltig schief läuft, hysterische und hektische Besatzungsmitglieder, die in wilder Panik zu den Fluchtshuttles rennen, Erschütterungen, die das gesamte Schiff erzittern lassen… Wie soll sich die werdende Mutter dabei entspannen? Richtig: Gar nicht. Wenn sich in den nächsten paar hundert Jahren nichts an der menschlichen Physiologie ändert, würde es unter solchen Umständen garantiert keine Geburt geben. Hollywood!