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Vom fehlenden E-Bike, einem Ersatz-MTB und der Apple Watch

Es sind Pfingstferien, gerade noch zumindest. Und doch habe ich seit mehr als drei Wochen kein E-Bike mehr zur Verfügung. So lange ist es schon in der Reparatur. Am 10. Mai fuhr ich in die Stadt, um für den Folgetag etwas zu organisieren, dabei setzte plötzlich der Antrieb aus. Binnen weniger Minuten des Akku-An- und Absteckens, Display-An- und Absteckens, etlicher Start-Versuche und unzähligen (stillen) Flüchen war klar: Da geht nichts mehr.

Also brachte ich am 11. Mai das E-Bike, mein geliebtes Hercules Jarvis, zum Service, nannte die im Display angezeigten Fehlercodes und hoffte, da das eigentlich benötigte Ersatzteil im Laden vorrätig war, auf eine zügige Reparatur. Nach ein paar Tagen rief ich dann interessehalber im Laden an, nur um zu erfahren: Das Ersatzteil hat nicht funktioniert, ein Ersatz für den Ersatz ist unterwegs. Okay. Noch ein paar Tage warten.

Dann wieder: Anruf. Auch dieses Ersatzteil funktioniert nicht. Eine Chance gibt es noch, aber der Techniker muss mit Hercules telefonieren. Vermutlich muss das Rad eingeschickt werden. Seitdem habe ich keine Neuigkeiten mehr gehört. Aber ich wollte auch nicht die gesamten Ferien ohne mobilen Untersatz verbringen. Also wagte ich einen kurzen Blick aufs Konto: Alles klar! Dann ab zum Decathlon, wo ich für 300 € ein Mountainbike – ohne Motor – erstand.

Keine Schutzbleche, kein Ständer, kein Licht, aber für knapp unter 300 € doch ein fahrbarer Untersatz.

Keine Schutzbleche, kein Ständer, kein Licht, aber für knapp unter 300 € doch ein fahrbarer Untersatz.

Das Rad ist natürlich nicht mit dem E-Bike für 2.500 € vergleichbar, aber es ist deutlich leichter (das spürt man sofort) und bringt mich beim Einsatz meiner Muskelkraft von A nach B. Da es keine Unterstützung gibt, habe ich das Mountainbike gleich als zusätzliches Sportgerät für mich entdeckt und in der vergangenen Woche mehr oder weniger täglich eine kurze Tour mit ordentlich Höhenmetern und Anstrengung unternommen. Das macht Spaß.

Dabei habe ich dann gleich noch etwas ausprobiert: Ich habe das iPhone zuhause gelassen, mir aber die AirPods in die Ohren gestopft und die Musik direkt von der Apple Watch laufen lassen, während ich das Fahrrad-Training absolvierte.

Alle Daten vorhanden, auch ohne gekoppeltes iPhone und Internetverbindung...

Alle Daten vorhanden, auch ohne gekoppeltes iPhone und Internetverbindung…

Das GPS-Modul funktioniert zuverlässig – dass ich nebenher durchgehend Musik hören konnte, war ein weiterer Bonus...

Das GPS-Modul funktioniert zuverlässig – dass ich nebenher durchgehend Musik hören konnte, war ein weiterer Bonus…

Das GPS der Uhr funktioniert auch ohne iPhone, somit konnte ich das Training komplett „tracken“, ohne aber ein gekoppeltes Telefon mitzuschleppen. Normalerweise stört mich das iPhone nicht im Geringsten, an diesem Nachmittag war es aber extrem heiß und schwül, daher wollte ich möglichst dünn bekleidet radeln. Das iPhone hätte ich nur mitnehmen können, wenn ich es mir wie beim Laufen auf den Rücken gehängt hätte – dazu war’s mir aber eindeutig zu warm…

P.S.: Es ist nun der 2. Juni, aber mein E-Bike habe ich noch nicht zurück bekommen…

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Take the scenic route…

Ein Rat, den ich fast täglich befolge...

Ein Rat, den ich fast täglich befolge…

Jay Blahnik blickt auf eine lange und sehr erfolgreiche Karriere im Sportbereich zurück, denn er hat in seiner 18 Jahre dauernden Tätigkeit für Nike großen Einfluss auf die Entwicklung von Nike+, zu der Nike Running (aktuell die weltweit größte Läufergemeinschaft) und Nike Training Club gehören, ausgeübt bzw. diese Produkte federführend in der Entstehung und der Weiterentwicklung begleitet. Seit einer Weile ist er auch für Apple tätig, wo er den Bereich „Gesundheit und Fitness“ leitet, der wiederum zentral die entsprechenden Funktionen von iPhone und Apple Watch prägt1.

Bei einer der Apple Keynotes ist er mir im Zusammenhang mit der Vorstellung eben jener Fitness-Funktionen der Apple Watch 2 aufgefallen, die mich dazu brachten, mir diese einmalige Uhr zuzulegen. Und mehr als ein halbes Jahr später bin ich überzeugt, dass es sich dabei um den besten Fitnessbegleiter handelt, den man überhaupt benutzen kann.

Zurück zum Zitat: Every once in a while, take the scenic route. – grob übersetzt: „Nimm ab und zu die Route mit der schönen Aussicht.“ Diesem Rat folge ich schon sehr lange, doch noch nie ist mir dieser wunderschöne Spruch vorher ins Auge gefallen.

Gerade seit letztem Sommer, also seit der Anschaffung des E-Bikes, bin ich zunehmend versucht, neben dem täglichen Laufen auch beim Radeln immer wieder alternative Routen zu benutzen, die zwar etwas länger, dafür aber angenehmer zu fahren sind (oder mir auf ästhetischer Ebene mehr bieten). Klar, auf dem Weg zur Arbeit drängt die Zeit fast immer, also wähle ich da den kürzesten und/oder schnellsten Weg. Geht es nach Hause, machen ein paar Minuten mehr einfach keinen nennenswerten Unterschied, also wähle ich oft den Weg, bei dem ich auf den weniger von Autos frequentierten Routen unterwegs bin oder wo ich eine schöne(re) Aussicht habe. Ein Beispiel:

Drei Varianten für den letzten Endes fast gleichen Zielpunkt...

Drei Varianten für den letzten Endes fast gleichen Zielpunkt…

Alle drei Screenshots stammen aus der Aktivitäts-App meines iPhones, die auf den über die Apple Watch gesammelten GPS-Daten basieren.

  • Das Bild links zeigt den vermutlich kürzesten Weg zwischen unserem Haus und dem sog. Lokschuppen, in dem sich ein sehr guter Copy-Shop befindet, bei dem ich ein A2-Poster für den Big Band Battle (ich berichtete) in Auftrag gegeben hatte, das abgeholt werden musste. Das Poster ragte hinten noch ein paar Zentimeter aus meinem Rucksack heraus, das Wetter sah „instabil“ aus, also wählte ich für den Heimweg (linkes Bild) den kürzesten Weg, um ja nicht in die Bredouille zu geraten.
  • Noch ein paar Minuten vorher, auf dem Hinweg, hatte ich einen kleinen Umweg genommen, der mich vielleicht zwei Minuten mehr kostete, mir dafür aber auf 75 Prozent des Wegs eine autofreie Strecke garantierte. Klarer Fall, die Route war einfach besser (mittleres Bild).
  • Auf dem Bild rechts dagegen sieht man eine ziemlich exakt verdoppelte Route (fast sieben Kilometer) meines üblichen Wegs zur Arbeit. Der Grund dafür war wiederum einfach: Erst sechs Stunden Unterricht, dann noch fast zwei Stunden Oberstufen-Organisation (die nächste Woche wird noch mal so richtig „heiß“…), danach brauchte ich ein paar Minuten mentalen Freiraum, in denen ich mich auf dem Rad austoben konnte. Und von meiner nahe der Aalener Innenstadt gelegenen Schule nach Röthardt hinauf gibt es einige ordentliche Steigungen. Selbst wenn das E-Bike da hilft, steigt die körperliche Anstrengung deutlich an. Und das war in dieser Situation genau richtig. Noch dazu ist der Ausblick von dort fantastisch (nicht ganz umsonst wird der sog. „Panoramaweg“ dort entlang geführt), ein weiterer Grund für den kleinen Umweg.

Beim Laufen ist es ohnehin so, dass ich natürlich meine Standard-Routen habe, immer wieder aber ein paar Schleifen oder Umwege einbaue, um die (gefühlte) Monotonie zu durchbrechen. Fast immer lohnt sich der kleine Umweg, denn nicht selten entdecke ich dabei wunderschöne Ecken oder neue Wege, die ich dann in den folgenden Wochen Stück für Stück „erlaufe“. Insofern kann ich allen den von Jay Blahnik zitierten Tweet nur ans Herz legen: Wenn der Weg schon das Ziel ist, dann darf der Weg auch eine schöne Aussicht haben.

  1. Unter https://en.m.wikipedia.org/wiki/Jay_Blahnik gibt es weitere Informationen (englisch) zu Jay Blahnik.
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Endlich verschwindet der Schnee

Ich bin wirklich überhaupt kein Wintermuffel. Ganz im Gegenteil, ich finde, dass jeder Winter ohne ein paar ordentlich zugeschneite Tage und ein paar Wochen Dauerfrost kein ordentlicher Winter ist. Noch dazu genieße ich dieses herrlich knirschende Geräusch, wenn man mit den Schuhen die verharschte Oberfläche des Schnees durchbricht.

Für dieses Jahr langt's mir nun aber wirklich mit der Kälte. Ich hätte jetzt gerne mal wieder ein paar wärmere Tage — und ganz offensichtlich habe ich auch Glück, denn der Wetterbericht verkündet für die kommenden Tage schönes Wetter und frühlingshafte Temperaturen. Ich sage da nicht nein. Und wenn ich bis November keinen Schnee mehr sehen muss, freut sich der Fahrradfahrer in mir umso mehr…

In diesem Sinne wünsche ich allen ein schönes Wochenende mit einem Hauch des nahenden Frühlings!

 

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Frau am Steuer…

Radfahren

Nein, nein, nein. Dies wird kein „Frauen können nicht Auto fahren“-Blogeintrag, eher im Gegenteil. Wenn ich mir mein Umfeld ansehe, dann steht es nämlich deutlich besser für die Frauen: Meine Mutter (beinahe 70) hat trotz unzähliger Chauffeur-Dienste für fünf Kinder in ihrem ganzen Leben noch keinen Autounfall gebaut. Mein Vater dagegen hat drei Autos und ein Motorrad zu Schrott gefahren. Auch meine Frau fährt sehr gut Auto. Sie wurde bislang nur ein einziges Mal geblitzt, ich schon drei Mal (nie mehr als 7 oder 8 km/h zu viel, aber dennoch). Sie hatte einen einzigen Unfall, als ihr ein Reifen platzte, ich habe schon einmal ein Auto aufs Dach gelegt…

Rein statistisch fahren Frauen also sicher besser — zumindest die Frauen, die ich gut genug kenne, um es beurteilen zu können. Aber ich habe die Überschrift nicht ganz ohne Grund gewählt, denn heute früh wurde ich in meinem gerade eben dargelegten Glauben, dass Frauen insgesamt besser als Männer fahren, auf eine harte, harte Probe gestellt. Was passiert ist? Also, das war so: Ich war mit dem Fahrrad unterwegs…

Mein Weg zur Arbeit führt mich ca. 3,5 bis 4 km durch das Stadtgebiet von Aalen. Zuerst geht es 2,5 km am Stück bergab (was mir den Weg zur Arbeit immer wesentlich angenehmer erscheinen lässt als den Weg zurück nach Hause). Auf dieser Strecke kann ich ganz stressfrei „Gas geben“ und flott vorankommen. Heute landete ich hinter einer Nachbarin im weiteren Sinn (sie wohnt ein paar hundert Meter weg), die auf dem gesamten Bergstück die 25 oder 30 km/h nicht geknackt hat, obwohl vor ihr kein einziges Auto fuhr. Da war wirklich alles frei. Und dennoch ist sie sooooo langsam gefahren, dass ich ständig bremsen musste, um sie nicht anzuschieben… Bergab. 50 km/h erlaubt. Und dann fährt sie nur 30! Wenn ich als Radfahrer da schon nervös wurde, wie wäre es dann erst einem dieser ja doch immer wieder hier herumfahrenden (völlig übermotorosierten) Hormonbündel von einem Mann ergangen? Ohne jetzt nerven zu wollen: „So provoziert man Unfälle, Frau Nachbarin!“

Aber das war ja noch nicht alles. Kaum hatte ich dieses Kapitel hinter mich gebracht, zwang mich eine weitere weibliche Verkehrsteilnehmerin zu einer unangenehmen Vollbremsung, weil sie — trotz meines mittlerweile wieder recht flinken Tempos — beschloss, beim Einbiegen im Schneckentempo quer über die Hauptstraße zu fahren, auf der ich meines Weges kam. Aber natürlich erst, als ich nur noch etwa zehn Meter entfernt war. Ich musste sehr scharf bremsen und letztlich fast komplett stehen bleiben, sonst hätte ich ihren VW-Bus seitlich geküsst.

Hoffentlich stellen diese beiden Ausreißer wirklich die Ausnahme zu meinem ansonsten recht positiven Bild von der „Frau am Steuer“ dar…

 

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