Schlagwort-Archive: Nostalgie

Song des Tages (374) – 2017-11-24

Ein Jahr lang habe ich jeden Tag einen Song als den „Song des Tages“ empfohlen, nun bin ich schon in der zweiten Runde und habe das Intervall etwas gelockert: Statt „jeden Tag“ gibt es nun „hin und wieder“ einen Song des Tages an dieser Stelle.

Nach der schweren Kost von gestern gibt es heute etwas vergnüglichere Musik, versprochen! Nachdem wir eurEka, The Big Bang Theory und Mac Gyver komplett durchgeguckt haben, ist im Moment Monk im Komplettpaket für die abendliche Entspannung zuständig. In der ersten Staffel gab es einen wundervollen instrumentalen Opener von Jeff Beal (hier), der ab Beginn der zweiten Staffel durch einen Song von Randy Newman ersetzt wurde. Anfänglich sträubte ich mich sehr gegen den neuen Song, nach etlichen Folgen hat er sich mir ganz gut ins Hirn gegraben, der Widerstand ist erlahmt, nun kann ich ihn genießen:

Auf seinem Album „Dark Matter“ hat Randy Newman eine ganz exzellente Big Band-Fassung veröffentlicht, diese ist in meiner Playlist zu finden, denn die Version, die als Titellied der Serie ab der zweiten Staffel verwendet wird, ist auf Apple Music (zumindest derzeit) nicht zu finden.

Alle Songs in meiner freigegebenen Apple Music-Playlist.

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Song des Tages (373) – 2017-11-23

Ein Jahr lang habe ich jeden Tag einen Song als den „Song des Tages“ empfohlen, nun bin ich schon in der zweiten Runde und habe das Intervall etwas gelockert: Statt „jeden Tag“ gibt es nun „hin und wieder“ einen Song des Tages an dieser Stelle.

Seit dem letzten Song des Tages ist schon fast ein ganzer Monat vergangen, was so keineswegs beabsichtigt war. Die letzten Wochen waren einfach nur so zugeknallt mit Arbeit, dass ich mit Mühe und Not das aktuelle Projekt (Album der Woche) am Laufen halten konnte. Vor Beginn der Weihnachtsferien wird das auch sicher nicht mehr viel besser werden. Den einen oder anderen Song habe ich schon seit geraumer Zeit im Blick, daher gibt es heute mal wieder einen Song mit mehr oder weniger aktuellem Bezug.

Vor ein paar Tagen ist Charles Manson gestorben. Der Mann saß fast so lange im Gefängnis, wie es mir bislang vergönnt war, auf der Welt zu sein. Seine Taten sprechen bzw. sprachen für sich, kaum jemand wird ihm eine Träne nachweinen. Doch zurück zum eigentlichen Thema: Durch Zufall ist mir vor ein paar Wochen ein altes Ozzy Osbourne-Album eingefallen, auf dem Zakk Wylde Gitarre spielt. Mehr wusste ich nicht mehr, denn zuletzt hatte ich die CD vor gefühlten fünfzehn Jahren angehört. Über Apple Music war ich schnell wieder dabei – und sofort fiel mir auf, dass einer der Songs eine Referenz an Charles Manson beinhaltet. Es geht um den Song „Bloodbath In Paradise“:

Der Bezug zu Charles („Charlie“) Manson ist überhaupt nicht versteckt, vielmehr steht er mitten im Text:

Your comin‘ home
There’s blood on the walls
‚Cos Charlie and the family made house calls
If you’re alone
Then watch what you do
‚Cos Charlie and the family might get you

Auch in den folgenden Strophen wird immer wieder auf die brutalen Morde des Sektenführers angespielt. Doch eigentlich wollte ich Fokus gar nicht auf die verwerflichen Taten des Psychopathen lenken, mir geht es ja um die Musik…

Der eingangs erwähnte Zakk Wylde ist ein fantastischer Gitarrist, der auch diesem Stück seinen eigenen Stempel aufdrückt. Das war der Teil, an den ich mich auch nach mehr als einem Jahrzehnt erinnerte. Möglicherweise gefällt es ja auch anderen.

Alle Songs in meiner freigegebenen Apple Music-Playlist.

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Album der Woche – Episode 9 – 2017-11-12

Jede Woche präsentiere ich ein Album, das mir persönlich gut gefällt. Im Vorfeld höre ich es noch einmal (oder häufiger) durch und bemühe mich dann, es allen Interessierten „schmackhaft“ zu machen.

James Newton Howard: „The Village (Soundtrack)“

Eine der besten Filmmusiken, die ich jemals zu hören bekam – ohne „Wenn“ und „Aber“!

Eine der besten Filmmusiken, die ich jemals zu hören bekam – ohne „Wenn“ und „Aber“!

Heute weiche ich ein wenig von meinen sonst hier geschilderten Vorlieben, die ja eher im Pop-/Rock-Bereich liegen, ab. Dennoch könnte es für Interessierte ein sehr faszinierendes Hörerlebnis werden.

2004 kam „The Village – Das Dorf“ in die Kinos. Vermarktet wurde der Film als eine Art Suspense- oder Horror-Film, wobei der Film ungefähr in der Mitte eine ganz drastische Wende nimmt, die – zumindest für mich beim ersten Ansehen – wirklich unvorhersehbar war. Und damit ändert sich auch der Charakter des Films auf grundlegende Weise (aus meiner Sicht zum Guten). So überrascht wurde ich selten. Leider mag meine Frau den Film überhaupt nicht, weshalb ich ihn seit sechs oder sieben Jahren nicht mehr angesehen habe.

Die Musik ist dafür einer der absoluten Gipfel dessen, was jemals ein Komponist als musikalische Umrahmung einer Filmhandlung geschrieben hat. Es gibt ja viele Menschen, die John Williams, Ennio Morricone oder Hans Zimmer für den oder die besten Filmmusikkomponisten halten. Seit dem Genuss dieses Films und der dazugehörigen Musik steht James Newton Howard für mich an erster Stelle, ziemlich dicht gefolgt von Michael Giacchino („The Incredibles“, die neueren Star Trek-Filme, „Jurassic World“ und noch viele mehr).

Die Stücke:

Insgesamt beinhaltet das Album 13 Stücke mit einer Gesamtspielzeit von 43 Minuten – wobei es selbstverständlich auch ein paar Stücke gibt, die – der Dramaturgie des Films geschuldet – allein für sich nur einen begrenzten Reiz ausüben, zumindest geht es mir so. Doch andere Stücke sind derartig hochwertige „Juwelen“, dass man nur in Demut das Haupt neigen kann sowohl vor der kompositorischen (James Newton Howard) als auch vor der interpretatorischen (Hilary Hahn) Leistung.

What Are You Asking Me?

Vorsicht, ich muss ein wenig spoilern, sonst kann ich die immense emotionale Wirkung dieses Stücks nicht annähernd umreißen.

In der Handlung gibt es eine junge Frau namens Ivy Walker (phänomenal gespielt von Bryce Dallas Howard), die Lucius Hunt (vom nicht minder genialen Joaquin Phoenix dargestellt) liebt – und er liebt sie. Er ist jedoch schüchtern und wagt es zu Beginn des Films noch nicht, seine Liebe einzugestehen. In einer überaus romantischen Szene, in der sich beide nach einigem verbalen Abtasten („endlich“) ihre Liebe gestehen, kann man die Schüchternheit beider nicht übersehen. Dieses Stück, das die Frage, die dem gesamten Dialog zugrunde liegt, als Titel trägt, zeigt dieses fragile Verhältnis zweier Menschen, die innerlich schon lange füreinander brennen, sich dies aber sowohl aufgrund ihrer Mitmenschen und deren antizipierter Reaktion als auch durch ihre generelle Schüchternheit bedingt kaum trauen.

Und dieses Herantasten kann man schon in den ersten Sekunden des Stücks so wundervoll nachempfinden, wenn das Klavier zögerlich mit zwei Sechzehnteln und einer Achtelkette einsetzt (für Leute vom Fach: so nimmt der Komponist die Betonung aus dem ersten Ton bzw. dem Taktbeginn heraus, was die Zaghaftigkeit noch weiter unterstützt). Mit dem Einsatz der Geige kann man fast schon die zwei Liebenden in ihrem scheuen Tanz um die Wahrheit herum vor Augen sehen. Es ist ein unglaublich ergreifendes Stück – sowohl als Musik wie auch als Szene im Film.

The Vote

Die entscheidende Stelle im Film, an der sich die für das Dorf Verantwortlichen entscheiden müssen, ob ihnen das Leben des allerseits als zukünftigem Anführer erdachten Lucius wichtiger ist als die Aufrechterhaltung ihres raffinierten Coups (mehr spoilere ich nicht, basta!), muss natürlich auch musikalisch mit äußerster Dramaturgie umgesetzt werden.

Im Zentrum dieser Entscheidung steht Ivy Walker, die im Film um die zwanzig Jahre alt sein soll. Das Geigenthema, das mit ihr assoziiert ist, wurde von Hilary Hahn (leider nicht mit mir verwandt…) eingespielt, die zum damaligen Zeitpunkt ungefähr genauso alt war – was die Gestaltung des Stücks auf die bestmögliche Weise unterstützte. Auch im Making of äußern sich Komponist und Regisseur dazu, was man sich in diesem Video ansehen kann.

Die inständige Bitte an die Dorfältesten, ihrem Antrag stattzugeben, sie ziehen zu lassen, um für ihren schwer verletzten Verlobten Medizin zu holen, das Flehen um die Ausnahme von der eisernen Regel, all das wird musikalisch so intensiv dargeboten, dass mir bei jedem Anhören neu der Atem stockt. Alles an diesen sechs Minuten ist wunderbar, die zweite Hälfte davon jedoch noch etwas himmlischer. Unbedingt mit einer guten Anlage oder Kopfhörern anhören, um jedes Details der Musik voll auskosten zu können!

Fazit

Neben diesen zwei Stücken sind von den elf übrigen natürlich noch weitere Stücke hörenswert, doch jedes einzelne Mal, wenn ich das Album anhöre, sind die beiden meine Anlaufpunkte, mit ihnen beginne ich, mit ihnen ende ich. (Geht es nur mir so, oder schreibe ich heute wirklich extrem „salbungsvoll“?)

Auch wer mit klassischer Musik üblicherweise nichts am Hut hat, sollte sich diese paar Minuten nehmen, und die beiden Stücke – mit gutem Sound-Equipment – anhören. Jede Sekunde lohnt sich. Garantiert.

Ein kleiner Nachgedanke: Wie ich gerade heute auf dieses Album kam, ist mir selbst schleierhaft, denn in der Pipeline habe ich noch etliche rockige Gegenstücke. Möglicherweise ist es der Herbst mit den entlaubten Bäumen, die auch im Film einen Teil der mysteriösen, düsteren Stimmung zu Beginn ausmachen. Gegen Ende meines heutigen Morgenlaufs ging die Sonne auf und ich konnte die kahlen Bäume um mich herum mit jenem deutlichen Kontrast erkennen, denn es nur früh am Morgen und kurz vor Sonnenuntergang gibt. Vermutlich hat das mein Unterbewusstsein auf die Spur geführt.

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Album der Woche – Episode 8 – 2017-11-05

Jede Woche präsentiere ich ein Album, das mir persönlich gut gefällt. Im Vorfeld höre ich es noch einmal (oder häufiger) durch und bemühe mich dann, es allen Interessierten „schmackhaft“ zu machen.

Savatage: „Hall of the Mountain King“

Eines der besten Metal-Alben aller Zeiten, hier passt einfach alles!

Eines der besten Metal-Alben aller Zeiten, hier passt einfach alles!

1987 erschien mit „Hall of the Mountain King“ das fünfte Album der Power-Metal-Band Savatage. In einer Auflistung irgendeiner Heavy Metal-Zeitschrift, vermutlich war es der Metal Hammer, den ich mir als Vierzehn-/Fünfzehnjähriger gelegentlich kaufte, landete das Album unter den bedeutendsten Alben der 1980er Jahre. Mein Interesse war geweckt, also kaufte ich mir die CD. Ein Kauf, den ich nie bereute, denn dieses Album ist dermaßen fantastisch, dass ich mich schlicht nie daran satt höre.

Meine Begeisterung rührt vor allem von der stimmigen und kompakten Atmosphäre her, bei der die Titel und Texte der Songs, der Sound des gesamten Albums und die Gestaltung des Covers perfekt ineinander greifen und sich zu einem Ganzen verbinden.

Die Songs:

In der 2011 neu aufgelegten Version des Albums gibt es noch zwei Bonustracks, daher kommt das Album mit den 12 Songs mit 48 Minuten auf etwas mehr Spielzeit als im Original (10 Songs, ca. 40 Minuten). Da wirklich alle Songs empfehlenswert sind, möchte ich euer Augenmerk heute nur auf ein Song-Gespann richten, das es dafür absolut in sich hat…

Prelude To Madness

Nach einer kurzen Synthesizer- und E-Gitarren-Einleitung beginnt ein Stück, das vermutlich allen Hörern schon einmal begegnet ist, denn es handelt sich um „In der Halle des Bergkönigs“ aus der von Edvard Grieg komponierten Bühnenmusik zu „Peer Gynt“ von Henrik Ibsen. Es entwickelt sich aber ein spektakulärer „Battle“ zwischen der bekannten (Instrumental-)Musik (hier vom Synthesizer) und der E-Gitarre, die darüber und dagegen ein markantes (und mit äußerst flinken Fingern ausgeführtes) Gitarren-Solo hinlegt. Das klingt jetzt möglicherweise nicht allzu faszinierend, ist aber ein spektakuläres Hörerlebnis.

Hall of the Mountain King

Der Titeltrack geht direkt aus dem „Prelude To Madness“ hervor und setzt mit einem äußerst charismatischen Riff auf der E-Gitarre ein. Die düster-bedrohliche Atmosphäre, die schon auf dem Album-Cover gezeigt wird, findet hier ihr perfektes musikalisches Pendant. Insgesamt dominieren Gesang und E-Gitarre das musikalische Geschehen – kein Wunder, wurden doch beide von den Oliva-Brüdern, die bis zum Tod von Criss, dem Gitarristen, den harten Kern der Band bildeten, ausgeführt. Gerade in der Kombination mit dem „Vorspiel“ ist das wirklich der Höhepunkt des Albums.

Fazit

Nach dem unerwarteten und verfrühten Unfalltod von Criss Oliva im Herbst 1993 büßte Savatage sein wichtigstes Markenzeichen, den unnachahmlichen Gitarren-Sound und die wieselflinken Finger, ein, die bis zum Album „Edge of Thorns“ (ebenfalls ein heißer Anwärter auf einen Platz in dieser Blog-Sparte) jede Veröffentlichung maßgeblich geprägt hatte. Die folgenden Alben kenne ich bislang nicht, denn Savatage ist für mich immer die Band der Oliva-Brüder gewesen. Irgendwann wage ich mich mal daran, die neueren Sachen zu hören. 2007 hat sich die Band aufgelöst – insofern kommt da auch nichts mehr nach.

Wer aber in die glorreichen Glanzzeiten dieser einmaligen Band eintauchen will, ist mit „Hall of the Mountain King“ definitiv an einem ziemlich perfekten Punkt in der Geschichte der Band. Für alle, die danach auf den Geschmack gekommen sind, empfehle ich die drei Nachfolger-Alben: „Streets – A Rock Opera“, „Gutter Ballet“ und „Edge of Thorns“. Mit keinem dieser musikalischen Juwelen kann man etwas falsch machen.

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Song des Tages (372) – 2017-10-24

Ein Jahr lang habe ich jeden Tag einen Song als den „Song des Tages“ empfohlen, nun bin ich schon in der zweiten Runde und habe das Intervall etwas gelockert: Statt „jeden Tag“ gibt es nun „hin und wieder“ einen Song des Tages an dieser Stelle.

Mit „Don‘t Worry, Be Happy“ wurde Bobby McFerrin vor gefühlt „ewigen Zeiten“ einem breiten Publikum bekannt. Parallel dazu und stets seither hat er sich aber im Jazz- und Klassik-Bereich und darüber hinaus durch seine pädagogische Arbeit einen fantastischen Ruf erarbeitet.

1997 erschien sein Album „Circle Songs“, das ausschließlich vokale Stücke beinhaltet, die jedoch komplett ohne sinngebenden Text auskommen. Wer das liest, wird sich sicher wundern, was denn dann in den Stücken gesungen wird. Nun, das klärt sich gleich, denn der heutige Song des Tages ist der „Circle Song No. 6“, hier kann man ihn sich anhören:

Was den Song für mich so faszinierend macht, ist die unglaublich dichte Atmosphäre. Verstehen muss man kein Wort, doch kommt an, was ankommen muss.

Zum Schluss noch ein kleines Bonbon, das die Genialität seiner musikpädagogischen Arbeit beweist (alt, aber immer wieder gut):

So viel zum Thema „Erwartungen in der Musik“…

Alle Songs in meiner freigegebenen Apple Music-Playlist.

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Song des Tages (371) – 2017-10-23

Ein Jahr lang habe ich jeden Tag einen Song als den „Song des Tages“ empfohlen, nun bin ich schon in der zweiten Runde und habe das Intervall etwas gelockert: Statt „jeden Tag“ gibt es nun „hin und wieder“ einen Song des Tages an dieser Stelle.

Rush waren in diesem Blog schon häufig vertreten, heute ist es ein weiteres mal soweit. Das jüngste Album der Band, „Clockwork Angels“, ist ein meisterhaft von vorne bis hinten durchdachtes Konzeptalbum, ich habe mir vor ein paar Monaten die Romanfassung der Geschichte in Hörbuchform angehört (hier).

Der heutige Song des Tages ist ein ruhigeres Stück, vielleicht am ehesten mit diesem Neologismus „Power-Ballade“ getroffen. Dennoch können Rush ihre progressiven Wurzeln nicht ganz abschütteln, sodass es in stilistischer Hinsicht recht variantenreich daherkommt, nie auch nur für einen Moment bereits „ausgelutscht“ klingt. Hier nun also Rush mit dem wundervollen „Halo Effect“:

Üblicherweise habe ich meine Songs des Tages immer in aller Frühe publiziert (5:55 h ist die übliche Einstellung). Doch die Proben vorgestern und das Konzert mit allem Drum und Dran gestern haben mir die Zeit geraubt, den Beitrag entsprechend vorzubereiten (eigentlich war er sogar schon für Donnerstag geplant…). Egal, immerhin ist er jetzt da, und auch wenn das Video eine Live-Version ist (da stimmt der Sound oft nicht so ganz), der Song ist und bleibt mehr als nur hörenswert!

Alle Songs in meiner freigegebenen Apple Music-Playlist.

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Album der Woche – Episode 5 – 2017-10-15

Jede Woche präsentiere ich ein Album, das mir persönlich gut gefällt. Im Vorfeld höre ich es noch einmal (oder häufiger) durch und bemühe mich dann, es allen Interessierten „schmackhaft“ zu machen.

AC/DC: „Back in Black“

Das vielleicht beste AC/DC-Album aller Zeiten: „Back in Black“

Das vielleicht beste AC/DC-Album aller Zeiten: „Back in Black“

1980 erschien mit „Back In Black“ von AC/DC einer der größten Meilensteine der Rock-Geschichte. Die zehn Songs stellen eine derart gelungene Zusammenstellung von eingängigen Krachern voller kantiger Riffs, Mitsing-Refrains, frecher Texte und eines knallharten Sounds dar, dass es absolut kein Wunder ist, dass mittlerweile über 50 Millionen Exemplare davon verkauft wurden.

Für die echten AC/DC-Fans stellt es noch in einer weiteren Hinsicht einen Meilenstein dar, denn es ist das erste Album mit Brian Johnson als Sänger. Nach dem Vorjahres-Erfolg des Albums „Highway To Hell“ verstarb der vorige Sänger Bon Scott am Ende einer durchzechten Nacht im Auto von Angus Young. Kurz darauf begann die Suche nach einem Ersatz, denn die Karriere der Band hatte gerade erst Fahrt aufgenommen. Brian Johnson sang zwei Lieder vor, dann stand er als Nachfolger des früheren Frontmanns fest. Seine kratzige Reibeisenstimme verpasst dem Album mit dem hohen Maß an Energie den letzten Schliff.

Die Songs:

Wie so oft fällt es mir schwer, die besten Songs des Albums auszuwählen, da sie alle so fantastisch sind. Ein paar Highlights möchte ich dennoch hervorheben:

Hells Bells

Dies war mein erstes AC/DC-Stück, das ich auf der E-Gitarre spielen konnte. Mit 15 hatte ich mit der Band meinen ersten Auftritt. Aus einem Programm von gut 20 Stücken kam dieses irgendwann kurz vor Ende des Gigs dran – und ich hatte vor lauter Aufregung vergessen, wie genau das Zupfmuster am Anfang ging. Das war ein ganz, ganz peinlicher Moment (peinlicher war an dem Abend nur noch „meine Version“ von Steve Vais „For The Love of God“). Fast immer, wenn ich den Anfang höre, muss ich wieder daran denken. Da mittlerweile gut 27 Jahre seitdem vergangen sind, ist die Peinlichkeit weitgehend verflogen.

Back In Black

Für mich ist das Riff, mit dem dieses Stück so markant einsteigt, das beste Gitarren-Riff aller Zeiten (vielleicht mit der Ausnahme von „Highway To Hell“). Sehr effektvoll wurde es als Filmmusik im ersten Teil von „Iron Man“ eingesetzt. In vielerlei Hinsicht ist das für mich der Höhepunkt des musikalischen Schaffens von AC/DC.

You Shook Me All Night Long

Nachdem AC/DC ohnehin schon als „schlimme Finger“ bekannt waren, passte dieses Stück perfekt in die Sex, Drugs & Rock and Roll-Facette. Darüber hinaus ist es eine der großen AC/DC-Hymnen, die man immer, aber wirklich immer mitsingen kann.

Zuerst könnte man ja noch auf die Idee kommen, es handle sich um eine Ballade, denn die ersten Sekunden klingen – für AC/DC-Verhältnisse – melancholisch-verträumt. Doch dann steigen Gitarre und Schlagzeug in das Riff ein. Ab da geht gnadenlos die Post ab, denn das Grundtempo wird ordentlich angezogen. Und hat man diesen Teil einmal gehört, bleibt der Refrain so übel im Ohr hängen, dass er noch tagelang immer wieder in den unvorhersehbarsten Situationen wie ein Springteufel hervorschnellt und einen in Besitz nimmt…

Rock & Roll Ain‘t Noise Pollution

Der Song ist ein Frontalangriff auf die viel zu oft geäußerte Behauptung, Rockmusik sei „akustische Umweltverschmutzung“. Nach dem Motto „den Stier bei den Hörern packen“ vertreten AC/DC hier vehement die gegenteilige Meinung. Und das auf so charmant-melodiöse Weise, dass man eigentlich nur laut mitsingen kann (klappt in diesem Fall vermutlich auch mit 1-2 Promille Alkoholgehalt im Blut).

Wie schon bei „You Shook Me All Night Long“ beginnt der Song mit einem melancholischen Gitarren-Intro. Doch statt in ein höheres Tempo abzubiegen und ordentlich einzuheizen wird hier das trügerisch langsam voranschreitende Tempo genutzt, um ordentlich Spannung aufzubauen, sodass sich nach einem wundervoll auf die Klimax hinarbeitenden Pre-Chorus alle angestaute Kraft im Refrain entladen kann. Auch das Gitarrensolo gehört zu den ganz feinen Aspekten des Songs, die ihn definitiv hörenswert machen.

Fazit

Für mich steht fest, dass es bis heute (immerhin 37 Jahre später) noch kein gelungeneres AC/DC-Album gibt. Hier stimmt einfach alles: Länge, Eingängigkeit, Kraft und Virtuosität – die Band rockt, was das Zeug hält, mitreißend bis zum Umfallen.

Ich unterstelle nun einfach mal, dass das Album fast allen potentiellen Lesern dieses Blogs bekannt ist. An diese Adresse muss ich gar keine weiteren Worte richten, denn das Album zu kennen heißt, es zu lieben. Wer es noch nicht kennt, wird sicher mit den empfohlenen Tracks überaus glücklich. Doch auch alle anderen sind auf dem gleichen (=hohen) Qualitätsniveau, sodass man getrost die ca. 40 Minuten investieren kann – eine Enttäuschung wird das in keinem Fall!

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Song des Tages (370) – 2017-10-14

Ein Jahr lang habe ich jeden Tag einen Song als den „Song des Tages“ empfohlen, nun bin ich schon in der zweiten Runde und habe das Intervall etwas gelockert: Statt „jeden Tag“ gibt es nun „hin und wieder“ einen Song des Tages an dieser Stelle.

Kaum ein aktueller Regisseur ist so umstritten wie Quentin Tarantino, der von seinen Fans für seine Genialität verehrt wird, wohingegen ihn diejenigen, die seinen Filmen nichts abgewinnen können, für „überbewertet“ halten (kein Wunder angesichts des unglaublichen Hypes um einige seiner Filme). Ich kenne nicht alle seiner Filme, doch mag ich schon einige davon – und letztens habe ich mal wieder den ersten Teil von Kill Bill angesehen. Dabei bemerkte ich ein musikalisches Juwel, das ich hier und heute als Song des Tages präsentiere: „Bang Bang (My Baby Shot Me Down)“ von der einmaligen Nancy Sinatra:

Für all jene, die Quentin Tarantino-Filme nicht mögen, sei hier gleich zur Beruhigung gesagt: Der Song existierte lange vor dem Film, er wurde nur als passend empfunden und dafür ausgesucht. Und es lohnt sich wirklich, sich auch den Video-Clip anzusehen, denn ganz am Ende gibt es eine Überraschung…

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Song des Tages (369) – 2017-10-11

Ein Jahr lang habe ich jeden Tag einen Song als den „Song des Tages“ empfohlen, nun bin ich schon in der zweiten Runde und habe das Intervall etwas gelockert: Statt „jeden Tag“ gibt es nun „hin und wieder“ einen Song des Tages an dieser Stelle.

Wie ich vor ein paar Tagen berichtete, habe ich kürzlich den Film „Oblivion“ gesehen. Insgesamt ist der Film schon ein herrliches Science Fiction-Spektakel, doch im Abspann wird man als Zuschauer noch ein bisschen mehr verwöhnt, denn da erklingt ein sehr gelungener Song, den ich gleich einmal zum heutigen Song des Tages erkoren habe. Es handelt sich um den Titelsong „Oblivion“ von M83 feat. Susanne Sundfør – und passt gut auf, der wird euch gefallen:

Susanne Sundfør ist eine recht junge Sängerin, von der ich vor dem Ansehen des Films noch nie Notiz genommen hatte. Nun aber muss ich sagen, dass ein gewisses Interesse an ihrem Schaffen erwacht ist. Vielleicht finde ich ja etwas, das zu einem weiteren Song des Tages führt…

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Song des Tages (368) – 2017-10-10

Ein Jahr lang habe ich jeden Tag einen Song als den „Song des Tages“ empfohlen, nun bin ich schon in der zweiten Runde und habe das Intervall etwas gelockert: Statt „jeden Tag“ gibt es nun „hin und wieder“ einen Song des Tages an dieser Stelle.

Yngwie Malmsteen ist und bleibt ein Phänomen: Einerseits ein sensationell guter Gitarrist, der seit mittlerweile mehr als drei Jahrzehnten auf der Bühne steht und dort mehr Hornhaut von den Fingerkuppen bei seinen High-Speed-Attacken auf die sechs Saiten seiner E-Gitarre eingebüßt hat als anderen Leuten in einem ganzen überhaupt in der gesamten Handfläche gewachsen ist. Dem steht auf der anderen Seite ein unglaublich von sich selbst eingenommener Egomane gegenüber, der es einfach nicht lassen kann, in jedem einzelnen seiner Stücke gnadenlos seine fingertechnischen Fertigkeiten unter Beweis zu stellen. Und „unter Beweis zu stellen“ ist eigentlich eine viel zu zurückhaltende Art, die Sache auszudrücken, denn er führt sich auf der Bühne auf wie ein Donald Trump der Musik.

Bereits seit Jahren verfolge ich seine Karriere nicht mehr, denn das Muster hatte sich damals so fest eingefahren, dass es sich aller Wahrscheinlichkeit nach nicht geändert hat: Die Begleitmusiker sind nichts weiter als Staffage, sie liefern einen Klangteppich, über dem dann ein Gitarrensolo nach dem anderen abgezogen werden kann. Wer nicht spurt, wird rausgeworfen.

Mit dem heutigen Song des Tages kehre ich aber ganz zu Yngwie Malmsteens Wurzeln zurück, genauer gesagt zum ersten Stück seines ersten Solo-Albums: „Black Star“.

Hört man sich den Song in der Album-Version an (Empfehlung für alle Streaming Abo-Kunden), überrascht – zumindest aus der Perspektive seiner späteren Veröffentlichungen – die ungeheure Zurückhaltung, die dabei zum Ausdruck kommt. Natürlich packt er an der einen oder anderen Stelle seine wieselflinken Finger aus und lässt sie tanzen. Dafür ist das Stück ansonsten immer wieder wundervoll ruhig und melodisch.

Die Live-Version (und es ist die beste von drei oder vier, die ich bei YouTube fand) ist leider eine, bei der der gute Mann wieder einmal allen im Raum zeigen musste, dass er sich nicht an ein Geschwindigkeits-Limit zu halten bereit ist. Zum Glück blitzt zwischendurch noch der ruhige Charakter des Originals durch. Sonst könnte man den alten Aufschneider schier nicht ertragen.

Alle Songs in meiner freigegebenen Apple Music-Playlist.

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