Nur im Film… 1 – „Red Planet“

Und wieder eine neue Kategorie in meinem Blog: Nur im Film… Hier werde ich, wann immer ich eine passende Stelle entdecke (und davon wird es sicherlich viele geben), kurz über die absurden und überzogenen Vorstellungen Hollywoods berichten, die sich so im echten Leben nie ergeben würden.

Meine Frau und ich sehen gerade einen Film: „Red Planet“. Und wie so oft ist mir gleich wieder eine Stelle aufgefallen, wie es sie im echten Leben wohl nie gibt. Zumindest nicht in meiner Welt…

Die Stelle, auf die ich mich beziehe, ist die folgende: Ein Raumschiff wird von der Erde zum Mars geschickt. An Bord: Fünf Männer, eine einzige Frau. Und diese Frau kleidet sich natürlich genau so, wie alle Frauen in dieser Situation es tun würden: Ein weißes, relativ eng anliegendes Langarm-Shirt, selbstverständlich ohne BH darunter. — Ja ne, is klar…

Aus männlicher Sicht kann ich mich ja nicht beschweren, dennoch wird sich vermutlich auch in Zukunft am Wesen der Frau nicht so viel ändern, dass diese generöse Art der Freizügigkeit ernsthaft zu erwarten wäre. Aber in Hollywood gelten ja ohnehin immer andere Gesetze.

Quelle: Link zum Bild, die Veränderungen habe ich mit der Snapseed-App auf dem iPad vorgenommen.

 

Hätte, hätte, Fahrradkette

Peer Steinbrück im Morgenmagazin

Bei der Tagesschau gab es gestern einen unfreiwillig komischen Artikel, der die Perversion unseres modernen Medienzirkus verdeutlichte. Obwohl ich kein Fan der SPD bin, so muss ich doch sagen, dass mir Peer Steinbrück in einer Hinsicht immer mehr gefällt, weil er den Mumm hat, einfach auch mal kantig zu sein, nicht ständig gute Laune zu jeder noch so dämlichen Frage in den gefühlt unzähligen Interviews zu mimen, auch wenn sich in ihm innerlich alles dagegen sträubt.

So auch im Interview heute früh im Morgenmagazin: Der Moderator (Sven Lorig) fragt, ob man nicht hätte merken müssen, dass der Wahlkampfslogan der SPD („Das WIR entscheidet.“) bereits von einer Leiharbeitsfirma verwendet wird. Das sei ja nun „doppelt peinlich“. Man sieht Steinbrück einen Moment zögern, dann kommt die klassische Antwort: „Ja, wissen Sie, Herr Lorig… Hätte, hätte, hätte, Fahrradkette. Natürlich hätte das technische Wahlkampfmanagement der SPD das machen sollen. Aber nu is auch gut.“ Schon im kurzen Zögern sah man, dass Steinbrück keine Lust darauf hatte, auf eine demütigende Frage mit einer unverdient netten Worthülse zu antworten.

Ich verstehe die niedrigen Umfragewerte des SPD-Kanzlerkandidaten schon, denn diese etwas bärbeißige, manchmal geradezu dünnhäutige Art kommt heutzutage in den Medien nicht mehr gut an. Es ist auch — zumindest gefühlt — erkennbar, dass selektiv ausgewählte Sprüche von Politikern gezielt zur Steuerung der öffentlichen Meinung hoch- oder heruntergespielt werden. Man denke nur an die extrem flapsige Antwort der Bundeskanzlerin vor dem Atommüll-Endlager-Untersuchungsausschuss, als sie gefragt wurde, warum sie trotz konkreter Hinweise auf die Nichteignung von Gorleben keine neue Standortsuche für ein Endlager initiiert habe. Hätte Peer Steinbrück diese Antwort gegeben — „Weil ich damals noch nicht so perfekt war wie heute.“ —, er wäre in den Medien verbal gesteinigt worden. An der Kanzlerin wollte man anscheinend nicht rütteln, also verschwand diese schlicht inakzeptable Antwort medial unglaublich schnell in der Versenkung.

Deshalb erscheint mir Peer Steinbrück als vergleichsweise sympathisch: Er spricht, wie ihm der Mund gewachsen ist, nicht jedes Wort wird noch einmal auf die Goldwaage gelegt. Medial stellt das einen Selbstmord auf Raten dar, es zeigt aber wenigstens, was der Mann persönlich denkt und fühlt.

Bei Angela Merkel, ist es nicht so. Sie wird in den Medien immer noch als „kühle Machtpolitikerin“ hofiert, obwohl sie allein in dieser Legislaturperiode schon in vielen zentralen Bereichen ihr Fähnchen in den Wind gedreht und somit eine thematische 180 Grad-Wende vollführt hat: Ausstieg aus dem zuvor selbst herbeigeführten Ausstieg aus dem Atomausstieg (wenn es nicht so erbärmlich gelaufen wäre, könnte man darüber lachen), Einführung eines flächendeckenden Mindestlohns in Deutschland und so weiter und so fort.

Fazit: Wählen werde ich keinen von beiden, müsste ich mich aber nur für einen der beiden entscheiden, stünde Steinbrück bei mir vorne. Zum Glück stehen ja noch mehr zur Wahl…