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Milanaise Armband (Fake) für die Apple Watch

Schon bei der allerersten Präsentation der Apple Watch fiel mir das ungeheuer schicke Armband namens Milanaise Loop auf: ein echter Hingucker. Wie es bei Apple üblich ist, hat schickes Design seinen Preis. Im Falle dieses Armbands sind es fast 160 €. Zu viel. Leisten könnte ich es mir schon, aber für einen reinen Luxus-Artikel (ein Armband war bei meiner Apple Watch ja schon dabei) unnötig viel Geld.

Das originale Milanaise Armband von Apple – schick, elegant und teuer. Zu teuer für meinen Geschmack. Aber halt doch verlockend schick...

Das originale Milanaise Armband von Apple – schick, elegant und teuer. Zu teuer für meinen Geschmack. Aber halt doch verlockend schick…

Seit Ende Oktober genieße ich meine Apple Watch, von der ich mich auch nicht mehr trennen werde. Doch in der Nike + Edition wird halt ein für sportliche Zwecke nach wie vor unschlagbares Kunststoff-Armband geliefert. Durch dessen Löcher schwitzt man nicht ganz so heftig (bzw. der Schweiß kann leichter abfließen bzw. verdampfen), alles super – zum Rennen werde ich das auch weiterhin tragen. Aber es ist halt nicht so ein Hingucker wie das Milanaise Armband…

In meinem Bekanntenkreis gibt es eine sportliche Dame des medizinischen Gewerbes, die ebenfalls eine Apple Watch besitzt. Wir liefern uns immer wieder nett gemeinte Rivalitäten hinsichtlich der Erfüllung der „drei Ringe“ (Aktivität, Training, Stehen). Sie hat mir einmal ein ganz anderes Armband gezeigt und nebenbei erwähnt, dass sie dieses „ganz billig bei Amazon“ erstanden habe. Und schon war die Idee geboren…

Nicht das Original, dennoch sehr schick – und 140 € billiger...

Nicht das Original, dennoch sehr schick – und 140 € billiger…

…fünf Minuten später war das (Fake) Milanaise Armband für 19,95 € bestellt. Heute kam es an, wurde natürlich sofort ein- und angelegt – und sieht einfach nur rattenscharf aus. Überzeugt euch selbst:

Hier noch kaum zu erkennen (Perspektive ist alles)...

Hier noch kaum zu erkennen (Perspektive ist alles)…

Hier in der prachtvollen Seitenansicht (wer Lust hat: Zoomt mal in das Bild hinein und seht euch das Stahlgewebe genauer an – traumhaft!)

Hier in der prachtvollen Seitenansicht (wer Lust hat: Zoomt mal in das Bild hinein und seht euch das Stahlgewebe genauer an – traumhaft!)

Mit dem neckischen magnetischen Verschluss, der sich absolut stufenlos an jedes Handgelenk anpasst – super!

Mit dem neckischen magnetischen Verschluss, der sich absolut stufenlos an jedes Handgelenk anpasst – super!

Klar, bei einem derart billigen Material darf ich nicht erwarten, dass es mit dem Original konkurrieren kann. Doch eine optische Verbesserung im Vergleich zum Sportarmband stellt es für mich eindeutig dar. Noch dazu kann ich die Weite ganz flexibel meinen jeweiligen Bedürfnissen anpassen. Hach!

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52 Wochen – Teil 43 („Bluesman“)

Gestern Abend durfte ich bei Blues & The Gang im Gleis 1 aushelfen. Zweimal hatte ich mit der Band geprobt, doch nie waren alle anwesend. Die Ehre hatte ich erst im Konzert – doch es war fantastisch. Einzig die Uhrzeit lag weit außerhalb meiner Komfortzone, denn das Konzert begann erst kurz nach 21:00 h und bestand aus zwei Sets. Mit Pause waren wir kurz nach Mitternacht fertig. Da schlafe ich normalerweise schon seit mehr als zwei Stunden. Gestern/heute kamen dann aber noch Abbau und Verladen, danach lenkte ich den Wagen des Pianisten nach Hause. Pünktlich um 2:30 h kroch ich in mein Bett.

Alles in allem war der Abend zwar höllisch anstrengend, aber auch sehr erfrischend, denn mit einer kleinen Band hatte ich schon seit gefühlt ewigen Zeiten nicht mehr gespielt. Als langhaariger Teenager war ich als Gitarrist in einer sensationell guten Rockband aktiv (soll heißen: Wir mussten uns nach jedem Auftritt umbenennen, damit beim nächsten noch Leute kommen…). Je kleiner die Band, desto wichtiger ist der einzelne Musiker. Bei einer Big Band – da habe ich deutlich mehr Erfahrung – ist das zwar ähnlich, aber bei Weitem nicht so zwingend. Setze ich bei der kleinen Band ein paar Takte aus, fehlt da tatsächlich ein Part, bei der Big Band dagegen ist oft noch ein anderer Spieler parallel zu mir (klar: es fehlt immer noch etwas, nicht zuletzt die Klangfarbe, aber es ist halt nicht ganz so dramatisch).

Der Auftrittsort ist außerordentlich skurril: Ein alter Bahnhof, der sich in zwei Teile gliedert: Links vom Eingang landet man in einer dadaistischen Dauerinstallation (siehe heutiges Selfie-Konstrukt), rechts geht es in den Aufführungsraum. Wesentlich mehr als 40-50 Personen bekommt man neben der Band nicht mehr in den Raum, gestern war es rappelvoll. An zwei Stellen im Set gab es zwei Stücke ohne Bläser hintereinander, da gingen wir von der Bühne. In diesen Pausen wandelte ich durch die dadaistische Installation – und zückte flugs mein iPhone…

Dadaismus und Blues müssen keine Gegensätze sein, das habe ich gestern Abend gelernt...

Dadaismus und Blues müssen keine Gegensätze sein, das habe ich gestern Abend gelernt…

Im Lauf der letzten 43 Wochen ist mir aufgefallen, wie schwierig es ist, beim Selfie-Schießen nicht allzu doof in die Kamera zu schielen… Das Problem kaschierte ich heute durch die Kombination der Fotos. Schön (im Sinne von: „AAAAAAAAAAhhhhhhhhhh!“) auch rechts oben die Hinweise zur technischen Installation im Konzertraum…

Zur Aktion „52 Wochen“

Seit nunmehr 43 Wochen läuft Zeilenendes Foto-Aktion „52 Wochen“, an der ich teilnehme (hier findet man alle meine Beiträge). Ziel ist es, jeden Sonntag ein neues Selfie oder Portrait einzustellen. Die übrigen Teilnehmer sind:

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Song des Tages (46) – 2016-10-27

Jeden Tag empfehle ich einen Song als den „Song des Tages“. Einer der besten Musikfilme aller Zeiten ist meiner Meinung nach „Singin‘ In The Rain“ aus dem Jahr 1952. Er ist vollgepackt mit guten Songs (wenngleich das leider nur für die englischsprachige Version gilt, denn die Übertragung ins Deutsche ist derart peinlich, dass man diese leider nicht empfehlen kann) und atemberaubenden Choreographien (noch dazu in für heutige Verhältnisse gar nicht mehr realisierbar langen Kameraeinstellungen: da musste dann eine zwei- bis dreimonatige Stepptanz-Nummer mit nur drei oder vier Takes komplett im Kasten sein).

Der heutige Song des Tages stammt auch aus diesem Film, doch geht es hierbei um eine der fantastischen Wortwitz-Nummern, die im Deutschen so gar nicht funktionieren: „Moses“ aus „Singin‘ In The Rain“:

Im Wikipedia-Artikel zu diesem Film steht völlig zu Recht das folgende Zitat:

Der Film stellt einen Höhepunkt des Genres dar, das zu Beginn der 1950er Jahre seine Blüte im Hollywood Studio-System erlebte. Die temperamentvollen Tanz- und Musikszenen ergeben eine perfekte Symbiose aus spielerischer Präzision, ironischer Brechung und übermütigem Elan. Das Musical spielt seine überbordenden Möglichkeiten an Sets und Dekors lustvoll aus und entführt die Zuschauer durch die Verlegung der Handlung zu einem wichtigen Augenblick der Filmgeschichte.

Besser kann man es nicht ausdrücken.

Alle Songs in meiner freigegebenen Apple Music-Playlist.

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Ein außergewöhnlicher Samstag

Manch einer mag es bemerkt haben: Ich habe mich hier in der letzten Woche ziemlich rar gemacht. Dahinter steckte keine böse Absicht, es war einfach eine derbe anstrengende Woche. Doch es gab auch einige Höhepunkte, einen davon gibt es im Anschluss gleich einmal zu lesen.

Der vergangene Samstag war ein eigenartiger Tag, in ihm vereinten sich sehr viele gegenläufige Strömungen, von völliger Entspannung bis zu endgültiger Erschöpfung war alles dabei.

Luxus-Schlaf

Nachdem sich die fünf Wochentage vor dem Samstag dieses Mal erheblich anstrengender angefühlt hatten als sonst – wobei ich im Detail nicht einmal sagen kann, was im Einzelnen den Ausschlag dafür gab –, gönnte ich mir am Samstag ein langes Ausschlafen (also bis 7:21 h). Ich war am Freitag Abend bereits um 21:45 h im Bett, daher kam ich auf eine Schlafenszeit von über neuneinhalb Stunden. Ich glaube, das hatte ich in den letzten Monaten nie erreicht. Und es tat gut, denn ich erwachte von selbst und konnte mich sofort voller Tatendrang aus dem Bett schwingen.

Laufen der besonderen Art

Nach einem ruhigen Einschwingen in den Tag machte ich mich auf dem Laufband an einen der allmorgendlichen 15 Kilometer-Läufe. Doch trotz Erholung und eines leichten Frühstücks wurde mir nach etwa fünf Kilometern recht plötzlich schummrig. Ich fühlte mich zittrig – und das in einer der erholsamen Phasen (bei 9 km/h) des laufenden 15-Kilometer-Programms. Nicht schön.

Ich unterbrach den Lauf und begab mich in die Küche, packte erst einmal die Schokolade aus und aß zwei Rippen. Dann folgten noch ein paar Kekse und etwas zu trinken (mit Koffein, mehr muss ich wohl nicht ergänzen). Nach ungefähr 15-20 Minuten Pause war ich wieder fit, zitterte nicht mehr und startete erneut, dieses Mal halt noch die fehlenden 10 Kilometer, jedoch mit gemütlichem Tempo (zwischen 8 und 10 km/h, mit einem absoluten Überhang der geringeren Geschwindigkeit). Klappte alles gut.

Ausgeflippte Kinder

Wir nähern uns nach und nach dem Höhepunkt des Samstags. Um ihn aber erreichen zu können, ist es wichtig, sich einen Umstand ins Gedächtnis zu rufen: Wir haben drei Kinder. Der Höhepunkt, auf den ich zusteure, ist der Besuch beim Kabarettisten unserer Wahl, doch können wir vor allem die Jüngste nicht allein zuhause lassen. Also hatten wir meine Mutter zur Betreuung eingeladen – das machen wir höchstens ein- oder zweimal im Jahr, denn allein für die einfache Strecke benötigt sie mehr als anderthalb Stunden Fahrt. Hier klappte es aber glücklicherweise.

Nur waren die Kinder völlig aus dem Häuschen – und das schon Stunden vorher. Vor allem die Jüngste freute sich wie eine Schneekönigin. Zwischen den Nachfragen, wann denn „endlich“ die Oma komme, lagen zunehmend kürzere Zeitintervalle (auch eine seltsame Wortkombination: zunehmend kürzer). Doch auch das überlebten wir (die Oma übrigens ebenso).

Urban Priol in Heidenheim

Um 18:50 h machten wir uns dann aus dem Staub und ließen Kinder und Mutter zurück. Nach knapp 35 Minuten Fahrzeit entstiegen wir in Heidenheim unserem Automobil und durften uns erst einmal zweihundert Meter durch ekelhaften Schneematsch zum Congress Centrum durchschlagen. Die Mühe lohnte sich jedoch, denn zu unserer beider Überraschung lagen unsere Karten fast ganz in der Mitte der ersten Reihe. Quasi „Angesicht zu Angesicht“ mit Urban Priol!

Blick von unseren Plätzen

Der Blick von unseren Plätzen auf die Bühne – Hmmmmmmm!

Vor etwa zwei Jahren hatten wir ihn dort schon einmal gesehen/gehört, was schon sehr gut war, aber an diesem Samstag hatte er wohl zusätzlich so richtig gute Laune. Und das war schlicht fabulös. Inklusive der etwa zwanzigminütigen Pause füllte er beinahe exakt die drei folgenden Stunden aus. Und es handelte sich um ein wahres verbales Feuerwerk. Purer Genuss!

(Na ja, fast purer Genuss… Für uns Frühaufsteher und den-ganzen-Tag-Durchwurschtler ist eine Veranstaltung, die um 20:00 h beginnt, schon recht hart an der Grenze. Wenn sie dann tatsächlich volle drei Stunden in Anspruch nimmt und danach noch 35 Minuten Heimfahrt winken, kann man mit dem Kopf genießen und gleichzeitig mit dem Körper Qualen – die „ruhelosen Beine“ und die ständig neu zufallenden Augen – ausstehen… Aber angesichts des tollen Programms handelt es sich hier vollständig um ein „Jammern auf hohem Niveau“.)

Im Anschluss besorgten wir uns direkt bei ihm zwei signierte Ausgaben der neuesten Doppel-CD („Tilt! 2015 – Der etwas andere Jahresrückblick“), eine für uns, eine für die tapfere Betreuerin, die sich mit drei überdrehten Kindern einen Abend um die Ohren schlagen musste.

Laufstatistik 2016

  • 46 Läufe
  • Kilometer gesamt: 674,35
  • Laufzeit: 65 Stunden 35 Minuten

 

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Die „gute“ Seite des Internet

Das Internet ermöglicht viele schöne und wundervolle Dinge, z.B. WordPress mit den netten Menschen, die sich — zumindest in meinem Bekanntenkreis — dort tummeln, kann aber auch ein Ort abgrundtiefen Hasses und verdrehter Wahrheiten, Neid und sexueller Nötigung, Diffamierung und Ausnutzung sein.

Bei Twitter fand ich heute ein Beispiel für die beeindruckend schöne Seite des Internet: Ein Mädchen, das aus der Begeisterung für eine Sache anhand unzähliger Videos einen Tanzstil nicht nur erlernt sondern gleich gemeistert hat. Aber seht selbst!

Ist das nicht höchst faszinierend. Solche Videos zeigen, dass die ursprüngliche Vision des Internet immer noch lebendig ist, anders wäre eine derartige Entwicklung für mich nicht zu erklären…

 

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Entspannendes Zeichnen

Screenshot Pigment

Ein kleiner Screenshot aus Pigment für meine Entspannung

Heute war ein ereignisreicher und relativ langer Tag voller Aktivität, entsprechend müde bin ich. Um noch etwas schneller und effektiver herunterzukommen (der Begriff „Bettschwere“ schlendert gemütlich durch mein Bewusstsein), habe ich meinen Apple Pencil gezückt und in der Pigment-App den Teil eines Bildes ausgemalt. Das ist auf wundervolle Weise entspannend, da man sich während des Ausmalens komplett auf das Einhalten der vorgegebenen Begrenzungslinien konzentriert. Es ist hervorragend. Und auf die Weise können auch Menschen wie ich, der eigentlich zwei linke Hände (in der Kunst) besitzt, ihr Vergnügen empfinden.

Schönen Abend und einen guten Start in die neue Woche!

P.S.: Seit ein paar Tagen spiele ich mit der Runtastic Push-Ups Pro-App herum, heute habe ich auch noch die Runtastic Situps Pro-App geladen, bisher sind beide sehr interessant, wenngleich etwas fies. Vor allem das Berühren des iPads mit der Nase bei den Liegestützen ist… fordernd. Vor allem für ein so breit gebautes Muskelpaket wie mich (*hüstel*)…

P.P.S.: Die Form hat sich weiter stabilisiert. In den letzten Tagen hatte ich einige sehr gute Läufe mittlerer Dauer. Mit meiner aktuellen Lieblings-Playlist auf dem iPad flog ich nur so dahin (na ja, kontrolliertes Torkeln halt). Mal sehen, was die neue Woche so bringt.

Die Form stabilisiert sich.

Die Form stabilisiert sich — das gefällt mir.

Laufstatistik 2016:

  • 17 Läufe
  • Kilometer gesamt: 233,07
  • Laufzeit: 23 Stunden 33 Minuten 42 Sekunden

 

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Ratgeber gibt es viele…

Literatur zum Thema

Meine private Bibliothek zu diesem Themenkomplex

Wenn man sich in Buchläden, bei Amazon oder iBooks umguckt, scheint es eine nie versiegende Anzahl von Ratgebern zu allen möglichen Themen zu geben. Auch das weite Themenfeld der Musik, insbesondere das Üben, werden dabei nicht ausgespart. Ich persönlich habe keine besonders große Affinität zu dieser Art von Ratgebern, denn Papier ist geduldig, schreiben kann man viel, wenn der Tag lang ist – und vor allem: ob das, was sich in gedruckter Form gut liest, dann auch in der Praxis umsetzen lässt, ist wiederum eine ganz andere Geschichte.

Inventur im eigenen Bücherregal

Dennoch wollte ich mal kurz Inventur machen: In meinem Bücherschrank im Arbeitszimmer fand ich immerhin vierzehn Bücher mit einem direkten Bezug zum Üben (gemeint ist: Üben, Proben und/oder Auftreten ist das hauptsächliche Thema des jeweiligen Buchs) und nochmals vier, die das Thema zumindest deutlich anschneiden (z.B. ein Buch über die „Psychologie des Instrumentalunterrichts“). Das ist dann doch eine ganze Menge zu einem vermeintlich einfachen Thema.

Ich beschränke mich bei den folgenden Ausführungen erst einmal auf die vierzehn erstgenannten Bücher, denn diese sind ja direkt auf das Üben bezogen. Diese vierzehn Bücher könnten kaum unterschiedlicher sein: Das kürzeste Exemplar ist die komprimierte Kurzfassung einer Studie (Umfang: 33 Seiten im Din A5-Format), das längste ist ein gebundenes Buch in englischer Sprache (Umfang: 271 Seiten).

Erfahrungen mit den Büchern

Ich habe in alle Bücher zumindest hineingelesen. Manche waren faszinierend geschrieben, die konnte man sowohl anwenden als auch leicht lesen, andere waren geradezu krampfhafte Ansammlungen chaotisch zusammengewürfelter Tipps und Ratschläge, die sich gegenseitig widersprachen (z.B. wenn auf der linken Buchseite steht: „Immer im Originaltempo üben, damit man sich dieses möglichst intensiv einprägt!“ und die rechte Seite dagegen hält: „Unbedingt langsamer üben, um immer die volle Kontrolle über jeden Teil der Bewegungsausführung zu behalten!“ – wie soll man das nun anwenden?), andere waren in ihrer Herangehensweise schlicht zum Kaputtlachen (für Kenner: „Effortless Mastery“ von Kenny Werner, schon der Titel ist ein Widerspruch allererster Güte, fast so gut wie „Die McDonalds-Diät“) oder aber auf ästhetischer Ebene sehr ansprechend (so hatte man schon allein aufgrund der Aufmachung des Buchs Lust, es immer wieder in die Hand zu nehmen).

Persönliches Fazit

Interessant ist, dass bei allem, was da geschrieben steht, eine innere Überzeugung in mir gereift ist, die bislang keiner der Autoren widerlegen oder „ausstechen“ konnte: Wenn es was werden soll, muss man sich hinsetzen und so lange daran arbeiten/üben, bis es klappt. Nichts anderes hilft.

Klingt nach Pädagogik pur, gell? Jetzt aber mal Spaß beiseite: Hat schon mal jemand von einem erfolgreichen Musiker gehört, der besonders viele Bücher über das Üben gelesen hat? Eher nicht so. Wohl aber haben etliche Leute schon von Musikern gehört und gelesen, die Tag für Tag etliche Stunden Übezeit abgerissen haben. Und das ist nun einmal das Rezept zum Erfolg: Harte Arbeit.

Anekdoten-Zeit

Eine kleine Anekdote aus meinem eigenen Leben: Ungefähr in der zehnten Klasse war bei mir der Entschluss gereift, die Musik zum Zentrum meines beruflichen Lebens zu machen. Ab da übte ich Tag für Tag mindestens drei Stunden, während der Kollegstufe, damals also Klasse 12 und 13, kam ich auf ca. vier bis fünf Stunden. Im Studium stieg das auf z.T. über sieben Stunden an. Jeden Tag. Und komischerweise hatte ich während des ganzen Studiums keinen Bedarf für derlei Ratgeber über das Üben. Wenn etwas nicht ging, blieb ich einfach so lange stur dabei, bis es ging.

Einmal im Unterricht nahm mein Professor ein herumliegendes Übetagebuch (auch eine Sache, die ich nie führen musste, um meine Ziele zu erreichen) eines Kommilitonen zur Hand, blätterte interessiert und durchaus belustigt darin. Plötzlich legte er es weg und sagte nur: „Der übt zu wenig.“ Der Kollege, um den es ging, war absolut kein schlechter Trompeter, aber er litt gerade zu der Zeit an ein paar Ansatzproblemen. Üben und Spielen waren für ihn dadurch etwas mühsamer als für die meisten anderen – eine frustrierende Situation. Aber der einzig sinnvolle Weg aus dieser Krise war nun einmal, viel zu üben und zu spielen. Nur so konnte sich der Körper auf die veränderten Bedingungen einstellen und sie so verinnerlichen, dass sie auch „live“, unter Druck und ohne zusätzlichen gedanklichen Aufwand abrufbar wurden. Und dafür übte er damals zu wenig.

Streichholzmethode

Sollte einer meiner vielen Leser auch ein Musiker sein, kann ich eine Übemethode vorschlagen, die wirklich garantiert funktioniert (vorausgesetzt, man schaltet auch das Hirn ein):

  • Man nehme eine Packung Streichhölzer und leere sie auf den Tisch aus, die leere Packung stelle man sich hin.
  • Dann wird geübt, zuerst nur in dem Tempo, in dem die Stelle, um die es geht, auf jeden Fall funktioniert.
  • Für jeden erfolgreichen Durchgang wandert ein Streichholz in die leere Schachtel hinein. Bei jedem fehlerhaften Durchgang fliegt eines (verschärft: zwei oder drei, für die ganz Harten: alle) wieder raus.

Ich garantiere: Wenn die Packung voll ist, läuft die Stelle. Und damit es nicht heißt: „Ja, auf dem (virtuellen) Papier klingt das ja immer toll, wie schaut es mit der Praxis aus?“ Ich habe diese Methode für mich selbst schon oft angewandt, auch einige Schüler mussten schon da durch — es fühlt sich im jeweiligen Moment katastrophal an, aber so wird die frisch angelegte Spur im Gehirn gleich so durchlässig gemacht, dass es dann wirklich gut sitzt.

Klingt ein bisschen nach „Holzhammer“, ist es sicher auch – dafür klappt’s damit auch wirklich.

 

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Musikalischer Nonsens

Heute habe ich wieder geübt, insgesamt kam ich mit der Trompete auf 56 Minuten reine Spielzeit. Kein Vergleich zum Studium, aber besser als nichts — und effektiv war es auch. Insofern gibt es keinen Grund zum Klagen.

Beim Üben habe ich jedoch etwas entdeckt, das mir in der Vergangenheit auch schon häufiger aufgefallen, irgendwie aber jedes Mal neu in Vergessenheit geraten war: ein geradezu unglaublicher musikalischer Nonsens. Was ich damit meine? Ganz einfach.

Kurze Vorwarnung

In den folgenden Absätzen lasse ich auf übelste Weise den Lehrer raushängen. Selbst mir ist das Ausmaß an Erbsenzählerei peinlich. Wem das also zu haarspalterisch wird, der darf gerne andere Artikel lesen. Ich verspreche auch, bald einen ganz anderen nachzuschieben. Für alle, die gerne ein wenig Haarspalterei betreiben: „Treten Sie näher!“

Spaulding und die Notation

In seinem durchaus bahnbrechenden Werk „Double High C in 37 Weeks“, einer zu Beginn der 1960er Jahre im Eigenverlag des Autors erschienenen Trompetenschule, hat Roger W. Spaulding das folgende notiert:

Notation 1

So steht's in Spaulding's Schule...

Jetzt wird's spannend: Wer hat den semantischen Fehler in diesem einzelnen Takt erkannt? Im Prinzip ist es ganz einfach, denn grundsätzlich steht da nichts per se falsches, es ergibt nur keinen in sich geschlossenen Sinn. Schuld ist die enharmonische Verwechselung der beiden mittleren (oder eben der beiden äußeren) Töne.

Die erklingende Akkordbrechung ergibt eindeutig einen H-Dur-Akkord (H-Fis-Dis-H), notiert ist er aber als Nonsens, denn das Gebilde H-Ges-Es-H ist kein H-Dur-Akkord.

Notation 2

Das wäre der korrekte H-Dur-Akkord.

Alternativ könnte man auch einen Ces-Dur-Akkord (Ces-Ges-Es-Ces) erwarten, dann wären die beiden mittleren Töne korrekt, die beiden äußeren nicht.

Notation 3

Das wäre der korrekte Ces-Dur-Akkord.

Wie man es auch dreht und wendet, die vorgegebene Lösung von Herrn Spaulding ist aus musiktheoretischer Sicht „Bockmist“, was an der Spielbarkeit glücklicherweise nichts ändert. Es sofort eher für ein kurzes Kräuseln im Hirn, wenn der geschulte Blick auf etwas derart Eigentümliches stößt.

P.S.: Nachtrag für die ganz Haarspalterischen

Ich verstehe durchaus, wie es zu dieser seltsamen Notation kam: Alle Akkordbrechungen in Aufwärtsbewegung werden mit Kreuzen notiert, alle in Abwärtsbewegung mit B. Das ist ein in sich geschlossenes System, das aber leider dem musikalischen Sachverstand zuwider läuft.

 

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Mal wieder richtig üben

Trompete

Die Trompete — drei Ventile, um eine Million verschiedener Töne damit zu erzeugen...

Es sind Ferien, wie ich in fast allen kürzlich verfassten Blog-Einträgen bereits anmerkte. Ein großer Vorteil der Ferien ist es bei uns Lehrern, dass wir die Tageszeit noch etwas freier als sonst einteilen können.

Ich habe in den Wochen vor den Ferien sehr viel spielen und dirigieren müssen, daher legte ich erst einmal ein paar (=vier) Pausentage ein. Heute ging es wieder los. Und es war wirklich schön, denn wenn einem kein Termin direkt im Nacken sitzt und Druck macht, kann man sich beim Üben ganz entspannt auf das Instrument, die Tonerzeugung, das Körpergefühl und dergleichen konzentrieren.

Beim Üben gibt es für mich nur einen einzigen ernst zu nehmenden Maßstab: Die reine Spielzeit. Unter 20 Minuten pro Tag sollte man es ganz lassen, am besten wäre natürlich eine satte Stunde pro Tag. Umgerechnet benötige ich für eine Stunde reine Spielzeit aber mehr als 90 Minuten, daher ist das nicht ganz so leicht in den Alltag zu integrieren.

Heute habe ich es immerhin auf 50 Minuten reine Spielzeit gebracht, was sich sehr gut angefühlt hat. Morgen gibt es sicher mehr davon. Neben einem umfassenden Basis-Programm habe ich auch einige Minuten Arbeit in das „Konzert in C-Dur“ für zwei Trompeten, Streicher und Basso Continuo von Antonio Vivaldi investiert. Am 6. Dezember wird das unter meiner Mitwirkung in der Aalener Stadthalle aufgeführt. Damit ich dann optimal vorbereitet bin, habe ich das Stück schon einmal auf den Notenständer befördert und heute einfach mal beide Partien durchgespielt (ich weiß nämlich noch nicht, welche Stimme mir für den Dezember zugewiesen wird).

Mal sehen, was ich morgen noch an schönen Werken aus meinem Fundus heraus krame. Es ist und bleibt eine schöne Zeit. Hach, Ferien!

 

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Üben hilft leider

Klaviatur

An diesem Instrument hätte ich noch mehr Zeit verbringen sollen...

Jeder Musiker, der weiter als die ersten Schnupperstunden gekommen ist, kennt das Dilemma: Ein neues Stück wird vom Lehrer aufgegeben oder selbst gewählt (oder steht im Orchester/Ensemble an) – auf jeden Fall handelt es sich um ein noch nicht eingeübtes Stück. Alles daran fühlt sich ungewohnt, unsicher und dadurch anstrengend an, denn erst einmal müssen im Gehirn die entsprechenden Verknüpfungen angelegt und durchlässig gemacht werden. Das dauert. Und es funktioniert nur mit einem gewissen Grad an Verbissenheit und Konsequenz.

Live daheim

Unser Großer spielt seit ca. anderthalb Jahren Gitarre, wobei er sich unserer Einschätzung nach ziemlich gut anstellt. Er hat sowohl das richtige „Händchen dafür“ als auch ein musikalisches Gespür, das ihm erlaubt, nicht nur richtig sondern schön zu spielen. Wenn er ein Stück mal kann und mag, dann wird es oft zu ganz ungewohnten Augenblicken wieder hervorgeholt und einfach so gespielt. Gerne auch mit Verzerrung und Echo-Effekt auf der E-Gitarre. Das freut uns als Eltern immer sehr, denn es beweist, dass er auch Spaß an der Sache hat.

Bekommt er aber im Unterricht ein neues Stück (oder gar mehrere) auf, dann gibt es erst einmal tagelang Gejammer: „Ich kann das nicht, das macht keinen Spaß, mein Lehrer ist gemein…“ – die volle Pallette! Und dabei ist es nur einfach noch nicht im Kopf und den Fingern angekommen.

Aber als erfahrene Musiker wissen wir nun einmal: „Üben hilft leider.“ Wäre dem nicht so, könnte man alles auf Talent, Tagesform und Lehrer schieben. So aber muss sich unser Sohn Tag für Tag aufs Neue triezen lassen. Wir tun das ja auch. Meine Frau geht dabei mit einer Engelsgeduld vor. Ich hätte die wahrscheinlich nicht, zumindest nicht mit einer Person, die nicht ich bin.

Selbstverstärkung durch Erfolg

Aber: Üben funktioniert nicht nur leider, es funktioniert auch immer wieder. Und dann wird es immer besser! Wenn man einmal die magische psychologische Schallgrenze durchbrochen hat, hinter der das Üben so richtig effektiv wird, dann verstärken sich die einzelnen Übemaßnahmen gegenseitig. Und dann motiviert Üben einfach durch das hohe Ausmaß an Effektivität und den spürbaren Zugewinn an neuen Fertigkeiten immer wieder und immer mehr zum häufigeren Üben. Dann setzt man von selbst mehr daran, besser und effizienter zu üben und die eigenen Fertigkeiten konsequent auszubauen.

Beim Üben

Hier ist sie beim Üben.

Ein wunderbares Beispiel hierfür ist unsere mittlere Tochter. Sie spielt seit drei Jahren Geige, ist sieben Jahre alt und kann sich absolut hören lassen. Das Üben mit ihr ist öfter mal ein richtiger Kampf, denn neue Stücke stressen sie sehr. Aber immer und immer wieder versucht sie ihr Bestes, mittlerweile sticht sie sogar schon wesentlich ältere Geiger aus. So gut ist sie! Und das sage ich nicht nur als stolzer Vater, sondern als ein Musiker, der Tag für Tag Schüler auf ihren Instrumenten vorspielen hört.

Die magischen 10.000 Stunden

In der Expertise-Forschung wird immer wieder die magische Zahl von 10.000 Stunden genannt, die man geübt haben muss, um auf ein professionelles Leistungsniveau zu kommen. Ich will ehrlich zugeben, dass ich bei mir noch nie nachgerechnet habe, aber nun möchte ich das selbst etwas genauer wissen…

Im Studium habe ich pro Tag (im Normalfall) bis zu acht Stunden geübt. Das war nicht immer der Fall, häufig war es auch deutlich weniger, ich schätze, im Schnitt kam ich in den ersten zwei Studienjahren auf etwa dreieinhalb bis vier Stunden am Tag. Machen wir mal hierfür eine kleine Rechnung auf:

  • 2 Jahre, 365 Tage im Jahr, jeden Tag 210 Minuten geübt: 2 x 365 x 210 = 153.300 Minuten = 2.555 Stunden
  • Davor habe ich aber auch schon drei Jahre lang sehr viel geübt, schätzungsweise zweieinhalb bis drei Stunden pro Tag im Durchschnitt (oft mehr, aber es geht um den Durchschnitt): 3 x 365 x 150 = 164.250 Minuten = 2.737,5 Stunden
  • Danach habe ich etwas weniger geübt, denn die Tage waren einfach voller (Doppelstudium und bis zu 36 Wochenstunden Unterricht/Vorlesungen/Seminare). Daher gehe ich für die verbleibenden fünf Studienjahre (ja, ich weiß, das waren viele Semester, aber es sind auch drei Studienabschlüsse geworden) von einem Tagesschnitt von anderthalb bis zwei Stunden aus: 5 x 365 x 90 = 109.500 Minuten = 1.825 Stunden

Summa summarum komme ich bis zu diesem Zeitpunkt auf gute 7.117,5 Stunden. Vor Beginn des Studiums (und den drei Jahren, die ich schon eingerechnet habe) standen ja auch noch einmal sieben Jahre des Übens — und nach dem Studium (meinen letzten Abschluss habe ich 2002 errungen) habe ich trotz des alten Musikerwitzes auch noch etliche Stunden geübt.

Ich denke, die 10.000 Stunden habe ich voll bekommen, aber nur knapp. Um mich wirklich als „Vollprofi“ bezeichnen zu können, müsste ich auch jetzt noch mindestens ein bis zwei Stunden täglich üben. Das ist aber mit Beruf, Familie, Sportprogramm und weiteren Verpflichtungen (wie dem Hinzufügen neuer Beiträge zu diesem Blog) schlicht und ergreifend nicht mehr machbar.

Ich spiele gerne auf meinem Instrument, ich übe sogar gerne, denn danach fühlt sich mein Körper wohl, und mein Geist ist frei von Ablenkungen. In diesem zentrierten Gefühl könnte ich mich stundenlang aufhalten, aber es rufen halt immer auch noch andere Pflichten.

Der alte Musikerwitz

Ja, wenn man es oben anreißt, muss man es unten auch einhalten, daher nun der erwähnte Musikerwitz:

Fragt eine Dame einen Musiker: „Sagen Sie mal, Sie haben doch Musik studiert. Warum üben Sie dann noch?“

Der ist gut, gell? Klar, da lachen nur die Musiker. Aber ich kenne einen, der gefällt den meisten Nicht-Musikern genauso:

In New York steht ein Musiker etwas hilfesuchend am Straßenrand. Eine alte Dame kommt vorbei, er fragt sie: „Entschuldigen Sie, werte Dame! Könnten Sie mir verraten, wie ich in die Carnegie-Hall komme?“ Die Dame sieht ihn einmal von Kopf bis Fuß an und sagt: „Üben, üben, üben!“

Brüller.

Die Kehrseite

Werfen wir noch einen kurzen Blick auf die Kehrseite des Übens! Wenn man es unterlässt oder nur ungeschickt anstellt, verhindert man ein weiteres Vorankommen. Und zwar meist völlig. Die Problematik dabei liegt in unserem Gehirn, denn dieses lernt nur durch häufige Wiederholung!

Ein Beispiel, wie man es nicht machen sollte: Schüler A hat immer am Montag Unterricht, er übt nur am Sonntag, dafür aber eine ganze Stunde lang. Sein Gehirn hat somit nur eine sehr geringe Anzahl von Wiederholungen erlebt, daher wird das Stück, das er geübt hat, am Montag unter Garantie nicht gut sitzen.

Ein Beispiel, wie man es machen sollte: Schüler B hat auch am Montag Unterricht, er übt am Dienstag 10 Minuten, am Mittwoch 10 Minuten, am Donnerstag 10 Minuten, am Freitag 10 Minuten, am Samstag 10 Minuten und am Sonntag nochmals 10 Minuten.

Umgerechnet auf die gesamte Woche haben Schüler A und B gleich viel geübt: eine Stunde. Während Schüler A seinem Gehirn aber gar keine Zeit zum Verarbeiten lässt und keine Wiederholungen nachschiebt, da er nur an einem einzigen Tag übt, merkt er sich vom Geübten wesentlich weniger. Schüler B dagegen hat seinem Gehirn ausreichend Verarbeitungszeit gegönnt, an sechs aufeinanderfolgenden Tagen das gleiche Stück immer wieder geübt, wodurch sich eine hohe Wiederholungszahl ergibt, sein Gehirn hatte viele Möglichkeiten zur weiteren Verarbeitung und wiederholten Speicherung, er wird sich das Stück wesentlich besser gemerkt haben. Dazu kommt noch, dass Schüler B jeden Tag nur 10 Minuten investieren muss, um auf ein besseres Gesamtergebnis zu kommen. Schüler A dagegen schleppt die gesamte Woche ein schlechtes Gewissen mit sich herum, übt am Sonntag unter furchtbarem Stress, und bekommt es am Montag im Unterricht wahrscheinlich vom Lehrer noch mehr oder pädagogisch „reingedrückt“, dass er das Stück immer noch nicht kann.

Quizfrage: Wer von den beiden hat wohl mehr Spaß am Üben?

Probe

Einmal pro Woche reicht nicht.

Fazit

Nach diesem kleinen Exkurs sollte klar geworden sein, dass Üben ein unverzichtbarer Bestandteil eines Musikerlebens ist. Den wahren Sinn des Übens begreift man meist erst spät — und selbst danach kann einem der innere Schweinehund gelegentlich noch einen Strich durch die Rechnung machen. Aber wenn man es — unter Verwendung intelligenter Herangehensweisen — mal geschafft hat, sich durch die harten Lehrjahre hindurch zu beißen, dann belohnt man sich selbst mit Üben, man muss sich dazu nicht mehr zwingen. Und man fühlt sich einfach prächtig dabei!

 

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