Hotarus Filmchallenge – September 2016

  • (36) Auto: Taxi (weitere Infos) – Deutschland ist ein Land der Autonarren, es heißt ja oft, das Auto sei der Deutschen „liebstes Kind“. Nur bei mir ist das nicht so. Ich kann nicht völlig auf das Auto verzichten, weil es mit drei Kindern und diversen Musikinstrumenten, die nun einmal gelegentlich von einem Ort zum anderen transportiert werden müssen, schlicht notwendig ist. Doch ich liebe das Auto nicht, es ist nur ein Hilfsmittel, ein Utensil für mich. Wo andere Leute aus ästhetischen Gründen einen Kratzer oder eine Beule sofort entfernen lassen würden, gucke ich nur nach, ob das durch die Lackschichten hindurch ging – wenn nicht, muss auch erst einmal nichts gemacht werden… Um so verwunderlicher ist es eigentlich, dass ich an „Taxi“ einen solchen Narren gefressen habe, denn dieser Film zelebriert genüsslich das Vernarrt-Sein ins eigene Automobil. Die Handlung ist zwar simpel, aber (für eine Komödie) absolut überzeugend konzipiert (es dürfte schon sehr schwer werden, ein ungleicheres Protagonistenpaar zu finden) und zugleich sensationell lustig. Mittlerweile habe ich den Film mindestens sechs oder sieben Mal gesehen, ich lache immer noch – da gehen noch ein paar Mal…
  • (37) Monster: Die Monster Uni (weitere Infos) – Im Gegensatz zu „Rango“ (hier) ist „Die Monster Uni“ ein Paradebeispiel für einen Film, dem es perfekt gelingt, Eltern und Kinder gleichermaßen anzusprechen. Nie (nun gut: fast nie, „Die Monster AG“ war auch superb!) waren Monster sympathischer und menschlicher, die Handlung ist gut aufgebaut, weist den einen oder anderen Kniff auf – und die Lacher kommen nicht zu kurz (Stichwort: „Ich geh’ nicht wieder in den Knast…“). Kurz: Monster im besten Sinn.
  • (38) Polizist/in: Stirb langsam (weitere Infos) – Mit Sicherheit gehört John McClane zu den bekanntesten Film-Polizisten, die die Welt bislang gesehen hat. In klassischer Wild-West-Manier ist er der harte Law & Order-Typ, für den sich ein gewisser Präsidentschaftsanwärter in den US of A anscheinend hält. In mittlerweile fünf Teilen verkörpert Bruce Willis den Mann mit eisernen Prinzipien, der jedes Mal gefühlt 20 Liter Blut und drei Gliedmaßen verliert, bis er am Ende – selbstverständlich mit einem endcoolen Spruch auf den Lippen – den Bösewicht abserviert. Mit der Realität hat das nicht viel zu tun, als Unterhaltung ist es dagegen perfekt. Gerade die Teile 1, 3 und 4 kann ich mir immer wieder ansehen (wie so oft ist der zweite eher schwach).
  • (39) Buch: Der englische Patient (1, 2) – Das ist jetzt sicherlich ein bisschen verwirrend, doch ich habe den Film genannt, weil ich ihn mir nicht angesehen habe. Vermutlich sehe ich ihn mir niemals an. Der Grund ist das Buch, denn das war fantastisch. Mein Bruder hat es mir zu Weihnachten 1992 oder 1993 geschenkt, sein wichtigstes, vielleicht einziges (?) Auswahlkriterium war gewesen, dass es den Booker Prize gewonnen hatte. Und der Roman nahm mich völlig gefangen – weniger durch seine etwas verworrene Handlung, vielmehr durch seine Sprache. Seitdem habe ich kaum ein anderes Buch gelesen, das derart poetisch geschrieben war. Und gerade weil dieses Buch auf mich so umwerfend wirkte, scheue ich davor zurück, den Film anzusehen. Egal wie gut er ist, er wird nie an das Buch heranreichen können.

Hier gibt es alle meine Beiträge zu Hotarus Film-Challenge an einem Ort.

Gesehen: „James Bond 007: Skyfall“

James Bond 007: Skyfall — endlich habe ich ihn mir angesehen!
James Bond 007: Skyfall — endlich habe ich ihn mir angesehen!

Zeitverzögert

Bei manchen Filmen bin ich immer ein wenig später dran als die Allgemeinheit, zum Glück stört es mich nicht im Geringsten, erst nach Ablauf einer ganzen Weile einen Film zu sehen, den ich als Jugendlicher gefühlt sicher sofort hätte sehen müssen. Bei den Bond-Filmen bin ich nun immer noch einen hinten dran, doch ich habe Zeit und Geduld…

Die „Craig-Bonds“

Insgesamt muss man den Bond-Filmen mit Daniel Craig attestieren, dass sie den Action-Aspekt deutlicher als alle Vorgänger in den Vordergrund stellen, wofür — leider — der feine Humor, der beispielsweise die Bond-Filme mit Roger Moore zu meinen Favoriten machte, etwas (streckenweise sogar weit) zurückgedrängt wurde. So sehr ich die rasante Action schätze, für mich sind die Craig-Bonds dahingehend unübertroffen, so sehr vermisse ich dieses fein ausgewogene Pendel zwischen Ironie/Humor und Action. Das ist sicher eine Frage des Zeitgeschmacks, anscheinend bin ich da irgendwie in den 80er-Jahren stehen geblieben…

An der dritten Bond-Komponente, dem zu entziffernden Rätsel, hat sich nichts geändert. Im Gegensatz zu den früheren Bond-Filmen, in denen oft schon sehr früh klargestellt wird, was der Titel zu bedeuten hat (z.B. bei „Goldeneye“), muss man sich bei „Skyfall“ bis etwa 20 Minuten vor Ende des Films gedulden. Das hat mir gefallen.

Gleichzeitig wirkt James Bond in der Darstellung von Daniel Craig immer deutlich fragiler als die früheren, vor Selbstsicherheit und Arroganz nur so strotzenden Versionen (vor allem bei Sean Connery und Roger Moore). Mehr als je zuvor wird trotz der Härte der Action der zerbrechliche menschliche Aspekt des Agenten beleuchtet, wodurch die Action einen emotionalen Widerpart findet (womöglich blieb dabei der Humor auf der Strecke), der die Filme geschickt ausbalanciert. Ohne diese psychologische Komponente wären die Craig-Bonds ziemlich tumbe Action-Filme ohne Tiefe.

Gleichzeitig ist es aus Sicht der gesamten Serie absolut verständlich, wenn nicht gar sinnvoll, den Charakter so anzulegen, denn die Craig-Bonds stellen ja eine Art Vorgeschichte (neudeutsch auch „Prequel“ genannt) zu den früheren Filmen dar. Die spätere Selbstsicherheit bzw. Arroganz des Doppelnull-Agenten ist dann wie das Resultat der inneren Kapitulation vor der Gewalt, die nun einmal sein gesamtes Leben beherrscht, zu deuten. Zumindest erscheint es mir so ganz schlüssig.

Skyfall

Insgesamt ist „Skyfall“ meiner Meinung nach ein sehr gelungener, zügig und energiereich inszenierter Action-Knaller mit einer wehmütigen und gleichzeitig nostalgisch verklärten Schlusswendung (Stichwort: „Moneypenny“).

Grundsätzlich dreht sich die Geschichte darum, einem ehemaligen MI6-Agenten namens Raoul Silva, der entdeckt hat, dass die andere Seite des Gesetzes für ihn viel spannender und schöner ist, dingfest zu machen bzw. in seiner Zerstörungswut zu stoppen, denn der hat es in äußerst mörderischer Absicht auf „M“, Bonds Chefin, abgesehen. Und dieses Ziel verfolgt er ohne Rücksicht auf Verluste. Zusätzlich gewürzt wird die Handlung durch einen anfänglichen Ausstieg Bonds aus dem Geheimdienst, weil er sich nach einer vermeintlich tödlichen Verletzung längere Zeit nicht zum Dienst zurückmeldet.

Positiv aufgefallen sind mir vor allem die folgenden Aspekte:

  • Endlich geht ein Bond-Film intensiver auf die Familiengeschichte der Bonds ein! Hier und da gab es ja immer ein paar Anspielungen, doch nie so detailliert wie in „Skyfall“. So wird geschickt der Charakter des Geheimagenten vertieft, ohne vom hauptsächlichen Handlungsstrang abzulenken. Bedenkt man, dass es sich um den 23. Film einer seit mehr als 50 Jahren fortgesetzten Filmreihe handelt, ist das durchaus eine willkommene Abwechslung.
  • Die in diesem Zuge (Charaktervertiefung) verwendeten Landschaftsaufnahmen aus den schottischen Highlands sind schlicht umwerfend!
  • Der Titelsong von Adele ist gleichzeitig modern und doch hörbar an den typisch opulenten Stil der frühen Bond-Songs angelehnt. Geschickt wurde die charakteristische Bond-Harmoniefolge (mit der kreisenden chromatischen Melodielinie) in die Begleitung der Strophe eingebaut – sehr schön!
  • Die Verneigung vor den früheren Filmen, z.B. in Form des Aston Martins, der während der Flucht vor dem Bösewicht aus einer versteckten Garage geholt wird, stellt eine weitere Verbindung zur Bond-Tradition dar. Es ist für mich auch gleich die lustigste Stelle im Film, als James Bond seiner Chefin scherzhaft damit droht, sie mittels Schleudersitz aus seinem Aston Martin zu befördern — ich glaube, zuletzt kam der in „Goldfinger“ zum Einsatz… Herrlich!

Negativ aufgefallen ist mir eigentlich nur eines: Der neue „Q“ kommt als jugendlicher Nerd in meinen Augen total unglaubwürdig rüber. Gerade in einem so traditionsversessenen Land wie England müssten schon wahre Wunder geschehen, bis so ein „Jungspund“ zu einer derartigen Position im MI6 aufsteigen könnte. Da seine Rolle in „Skyfall“ insgesamt sehr klein ausfällt, macht das nicht viel aus. Dennoch wird dieser Charakter sicher ein Element in den kommenden Bonds werden, das mir ein wenig Magengrimmen verursachen könnte.

Fazit

Alles in allem ein wirklich sehenswerter Bond-Film, der sich gleichzeitig gut in die Traditionen einfügt, dabei aber auch neue Elemente geschickt ins Spiel bringt. Ein bisschen Spannung hat mich ja schon gepackt, wie denn die Reihe insgesamt (ab dem 25. oder 26. Film) fortgesetzt werden soll. Speziell als britischem Agenten gehen Bond langsam aber sicher die Konfliktherde aus (na ja, vielleicht könnte die EU ja angesichts des Brexit zum neuen „Schurkenreich“ aufsteigen). Und irgendwann nutzt sich die „Terroristen oder ehemalige Kollegen“-Schiene auch ein wenig ab. Wie gesagt: spannend.

Mal sehen, wann ich mir „Spectre“ ansehen kann. Meinetwegen darf da noch ein gutes Jahr ins Land ziehen. Eventuell greife ich ihn auch erst später – wie schon „Skyfall“ – für 4€ bei einer iTunes-Aktion ab…

Hotarus Filmchallenge – Nachgeholt 3: Mai & Juni 2016

  • (18) See: „Hinter dem Horizont“ (weitere Infos) – Der Film ist ein optisches Spektakel sonder gleichen, die darin erzählte Geschichte dramatisch und anrührend zugleich – am schönsten ist jedoch, dass ein See in den Schweizer Alpen als Paradies dargestellt wird. Und durch die filmische Überhöhung wirkt er auch wirklich atemberaubend schön. Allein der betörende Anblick dieses malerischen Sees ist es wert, den Film anzusehen.
  • (19) Teufel: „Im Auftrag des Teufels“ (weitere Infos) – Ich glaube nicht an einen Teufel, doch fasziniert mich die Gestalt eines personifizierten Bösen aus musikalischer, literarischer und filmischer Sicht. Ganz offensichtlich ging es vielen anderen Menschen in den vergangenen Jahrtausenden ganz ähnlich, denn die Religionen wie auch die Sagenwelt sind voll von solchen Gestalten. An dem Film gefällt mir eigentlich nur die überzeugend diabolische Art, wie Al Pacino den aalglatten Anwalt, der doch nur im Dienst des Bösen unterwegs ist, darstellt. Irgendwie liegt ihm diese Rolle, nur in „Der Pate“ (hier) war er noch besser…
  • (20) Katze: „Alien – Das unheimliche Wesen aus einer fremden Welt“ (weitere Infos) – Die Katze spielt eine ganz kleine Nebenrolle, wird jedoch an einer Stelle zum Unheilbringer: Die Stärke des Films liegt in den ganz langen Passagen, in denen man von besagtem Alien überhaupt nichts sieht. Jeder Zuschauer weiß: Es ist da, es ist gefährlich. Doch bekommt man es schlicht nicht zu Gesicht. Dann muss ein Besatzungsmitglied die entlaufene Katze wieder einfangen, wozu er durch ein gefühlt endloses System von Lagerräumen streift. Der Zuschauer platzt schier vor Spannung, denn hinter jeder Kiste, um die nächste Ecke, verborgen hinter einem Schott – überall könnte das fiese Viech lauern. Und die Stelle zieht sich hin. Gerade wenn die Spannung abzuflauen und in Langeweile umzuschlagen droht, findet der arme Kerl die Katze. Als er sie aufheben will, erscheint das Alien im Hintergrund und „macht ihn alle“. Er selbst realisiert die Gefahr erst, als die Katze zu fauchen beginnt, daher bleibt die Katze den Zuschauern meist gut im Gedächtnis.
  • (21) Schule: „Der Club der toten Dichter“ (weitere Infos) – Das klingt jetzt sicher ganz furchtbar abgedroschen, doch der Film hat bei nicht wenigen heutigen Lehrern tatsächlich etwas zur Berufswahl beigetragen. Bei mir sicher auch, wenngleich eher unterschwellig. Und je älter ich werde, desto weniger dränge ich mich den Schülern kumpelhaft auf. Eher im Gegenteil, ich genieße die mit dem gestiegenen Alter gewachsene Distanz. Aber dennoch: Der Film zeigt die unglaubliche Macht, die ein Lehrer oft auf ganz subtile Art und Weise innehat, die Lenkung, die eine ganze Klasse oder auch nur einen einzelnen Schüler dazu verleitet, ein neues Interessengebiet zu entdecken, ein neues Hobby aufzugreifen oder sich ernsthafter mit einem ganz bestimmten Thema auseinanderzusetzen, das derjenige vorher gar nicht auf dem Schirm hatte. Noch dazu sensibilisiert der Film gut für die Gefahren einer zu starken Identifikation…
  • (22) Grenze: „The Last Castle – Die letzte Festung“ (weitere Infos) – Bei diesem Film geht es nicht um eine territoriale Grenze, vielmehr liegt der Fokus auf einer moralischen/ethischen Grenze. Robert Redford brilliert als gealterter aber völlig integrer General, der bei einem Kommandounternehmen gegen den Befehl des Präsidenten verstoßen und versagt hat, wofür er eine zehnjährige Haftstrafe absitzen muss. Seine Integrität steht der Fiesheit und dem unverhohlenen Sadismus des Gefängnisleiters diametral gegenüber. Zwischen den beiden entbrennt ein Machtkampf, der selbstverständlich dramatisch enden muss. Spannend für den Zuschauer ist vor allem das gekonnte Nachzeichnen von menschlicher Schwäche bei der Person, die die meiste Macht ausübt (Gefängnisleiter), und das natürlich wachsende Vertrauen der Mithäftlinge zum moralisch integren Alt-General.
  • (23) Hotel: „The Shining“ (weitere Infos) – auch wenn Stephen King diese filmische Umsetzung nicht mochte/mag, gibt es meiner Meinung nach kaum einen gruseligeren Film, der gegen Ende eine Wahnsinns-Klimax hinlegt. Nachts und allein kann ich den nicht ansehen. Im Zentrum steht immer das Mysterium um das abgeschieden gelegene Hotel, das anfällige Personen während des Winters in den Wahnsinn treibt. Ganz ehrlich: Das Hörbuch (hier und hier) ist auch außerordentlich gruselig, wer so etwas mag, liegt da sicher immer richtig.
  • (24) Schokolade: „Harry Potter und der Gefangene von Askaban“ (weitere Infos) – Grundsätzlich geht es in diesem Film ja nicht um Schokolade, doch jedes Mal, wenn Harry nach einer Konfrontation mit den Dementoren ohnmächtig wurde, bekommt er von Professor Lupin Schokolade zu essen. Irgendwie ist es mein Lieblingsfilm aus der ganzen Reihe, denn er ist gleichermaßen fantastisch wie spannend – und es geht um Schokolade.
  • (25) Mentor/in: „Star Trek (2009)“ (weitere Infos) – Die wohl paradoxeste Mentor-Schüler-Beziehung aller Zeiten: Der gealterte Spock aus einem Zeitstrom unterweist den jungen Kirk aus einem anderen Zeitstrom, wie er sich verhalten muss, um die Krise zu beheben. Der Film ist und bleibt einer unserer Favoriten, den wir (=meine Frau und ich) immer wieder ansehen können, denn die jugendlich frische Besetzung, die aber perfekt die Schrullen der alten Serie aus den 1960er Jahren aufgreift, wird mit gnadenlos actionreicher Handlung, Unmengen an coolem Insider-Gebrabbel (Scotty), irren Effekten (ich sage nur „Warp-Antrieb“) und fantastischer Musik (von Michael Giacchino) gekoppelt. Ein absolutes filmisches Highlight der letzten Jahre!
  • (26) Erbstück: „The Untouchables – Die Unbestechlichen“ (weitere Infos) – Es geht nicht um ein physisches Erbstück, eher um eine lästige Tradition, die über Generationen weitergegeben wird: Korruption. Nach einem geradezu frustrierenden Beginn, in dem die Polizei nur vorgeführt wird, weil sie sich eben im Gegensatz zu den Verbrechern immer an die Regeln hält, betritt der bärbeißige Sean Connery die Bühne und räumt so richtig auf. Der auf einigen tatsächlichen Begebenheiten (Prohibition, Al Capone etc.) basierende Film ist für mich der Inbegriff des harten „Law & Order“-Films, den man zwar nicht oft, aber dann immer wieder mit Genuss und Genugtuung ansehen kann.

Hotarus Filmchallenge – Nachgeholt 1: Januar & Februar 2016

  • (01) Mutter: „Twins – Zwillinge“ (weitere Infos) – Eine der schönsten und einfühlsamsten familientauglichen Komödien mit Arnold Schwarzenegger und Danny DeVito. Das Gesicht von Danny DeVito in dem Moment kurz vor Ende des Films, als sich die Mutter den beiden Zwillingsbrüdern zu erkennen gibt, ist für mich eines der Highlights.
  • (02) Keller: „Ladykillers“ (weitere Infos) – Der Keller ist zwar nicht von zentraler Bedeutung, doch spielt sich ein nicht geringer Teil der gesamten Handlung in diesem wenig ansprechenden Raum ab. Ansonsten hat der Film seine Stärken (z.B. Tom Hanks) und Schwächen (irgendwie zünden etliche der Witze, darunter auch die gesamte Angelegenheit mit dem Reizdarm, nicht so recht), aber einmal alle paar Jahre kann man sich den schon ansehen.
  • (03) Suche: „Contact“ (weitere Infos) – Ein Film, der sich mit der mentalen Unfassbarkeit des ersten Kontakts zu einer außerirdischen Intelligenz befasst. Oft kann man ihn sicher nicht ansehen, denn er benötigt eine ganz gewisse Stimmung beim Zuschauer, aber ist diese gegeben… dann ist er jedes Mal ein Genuss, noch dazu mit der brillanten Jodie Foster.
  • (04) Boot: „Die Höllenfahrt der Poseidon“ (weitere Infos) – Meiner Meinung nach einer der gelungensten Katastrophenfilme, da er mit wenigen Ausnahmen halbwegs realistisch ist (insofern Katastrophenfilme überhaupt realistisch sein wollen). Außerdem weist er einige ganz exzellente Schauspieler (wie Gene Hackman und Ernest Borgnine) auf, die den Film zusätzlich auszeichnen.
  • (05) Geist: „Constantine“ (weitere Infos) – Zugegeben, um „Geister“ geht es kaum, eher um Dämonen oder Engel, also „böse und gute Geister“. Aber ich habe ganz offensichtlich kaum Geisterfilme in meiner Mediathek… Noch dazu ist „Constantine“ einer der ganz wenigen Horror-Filme, die ich mir immer wieder ansehen kann, siehe hier.
  • (06) Schuld: „Eine Frage der Ehre“ (weitere Infos) – Ich bin kein Fan von Tom Cruise, was sowohl auf seine Scientology-Verbindungen als auch auf sein katastrophales Over-Acting zurückgeht. Doch dieser Film ist und bleibt gut und spannend, vor allem weil niemand wirklich den Schluss vorhersehen kann. Letzten Endes haut Jack Nicholson darstellerisch wieder alles raus, was die anderen Schauspieler mit ihrer Mittelmäßigkeit verpfuschen…
  • (07) Beerdigung: „Kill Bill, Vol. 2“ (weitere Infos) – Ich verweise auf die Kapitel 7 („Das einsame Grab der Paula Schultz“) und 8 („Die grausame Lehre des Pai Mei“), am besten ist für mich dabei die Stelle, wie sie nach ihrer Flucht aus dem Grab etwas zu trinken bestellt…
  • (08) Rauschen: „Auf der Flucht“ (weitere Infos) – Der sensationelle Sprung, den der Stuntman für Harrison Ford beim Staudamm ausführt, wird durch das heftige Rauschen des Wassers im Hintergrund erst so richtig hervorgehoben. Allein für diese kurze Szene lohnt es sich, den ganzen Film anzusehen!
  • (09) Hitze: „Spaceballs“ (weitere Infos) – Obwohl es sich um eine Komödie und Verballhornung handelt, gibt es eine wundervolle Passage zum Thema „Hitze“: Nach der Notlandung in der Wüste des Vega-Mondes müssen die Protagonisten durch die Wüste laufen. Dabei soll jeder nur das absolut zum Überleben Nötigste mitnehmen. Prinzessin Vespa lässt die Herren ihren Koffer schleppen, der ganz offensichtlich höllisch schwer ist. Nach einer Weile in der brütenden Hitze und unter der knallenden Sonne rebellieren die Herren und sehen in den Koffer hinein: Er enthält einen gigantischen Fön. Als die Männer sie entrüstet befragen, warum sie bei der Hitze ausgerechnet so ein dämliches Utensil durch die Gegend tragen müssen, erwidert die Prinzessin nonchalant: „Ich kann ohne meinen Fön nicht leben!“Göttlich!

52 Wochen – Teil 23 („Warhol-Solera“)

Solera im Warhol-Style – und die Brille macht ganz klar: Love, Peace and Happiness for all mankind...
Solera im Warhol-Style – und die Brille macht ganz klar: Love, Peace and Happiness for all mankind…

Passend zur allmählich einsetzenden Ferien-Entspannung gibt es heute mal einen Haufen Kunst und einen Haufen Blödsinn (aber angenehmen!) auf einmal. Die Idee hatte ich schon vor Wochen, denn in der Kaffeeküche neben unserem Lehrerzimmer in der Schule hängt ein Kunstdruck des bekannten Marilyn Monroe-Bilds von Andy Warhol. Beim Händewaschen warf ich einen Blick darauf – und sofort war mir klar, dass ich das auch einmal ausprobieren muss. Das Ergebnis ist hier zu sehen!

Zur Aktion „52 Wochen“

Seit nunmehr 23 Wochen – Achtung! Bei 26 erreichen wir die Halbzeit! – läuft Zeilenendes Foto-Aktion „52 Wochen“, an der ich teilnehme. Ziel ist es, jeden Sonntag ein neues Selfie oder Portrait einzustellen, wenn man lustig ist, kann man ihm auch ein bestimmtes Motto verpassen – das liegt mir besonders, daher gab es bislang eigentlich ausschließlich Fotos mit einem bestimmten Motto. Die üblichen und allesamt sehenswerten Teilnehmer sind:

Gesehen: „San Andreas“

Ich liebe ja Katastrophenfilme, schon seit früher Kindheit. Damals kamen ja so Klassiker wie „Die Flut bricht los“, „Erdbeben“ oder „Höllenfahrt der Poseidon“ mit einer gewissen Regelmäßigkeit auf den dritten Programmen. Ab den 1990er Jahren wurde technisch dann heftig aufgerüstet: „Outbreak – Lautlose Killer“, „Deep Impact“, „Armageddon – Das jüngste Gericht“, „The Day After Tomorrow“ und „2012“, um nur die bekanntesten Vertreter zu benennen.

Kurz und gut: Ich liebe gut gemachte Katastrophenfilme. Heute fand ich beim Durchstöbern der „Unter 4€“-Angebote im iTunes Store den Film „San Andreas“, der mir spontan als möglichen Kandidat für heute Abend im Hinterkopf hängen blieb. Spontan shoppte ich den Film, dann wurde per Internet-Stream geguckt.

Katastrophenfilme könnte ich zuhauf sehen – und möchte so etwas nie selbst erleben...
Katastrophenfilme könnte ich zuhauf sehen – und möchte so etwas nie selbst erleben…

Ich bin zwar gerade zu müde, um den Film vollständig ansehen zu können, doch die ersten 80 Minuten gefielen mir schon einmal sehr gut. Man darf nicht zu wissenschaftlich oder korrekt an den Film herangehen (das gilt meiner Erfahrung nach für alle Filme dieses Genres), dann kann man die z.T. dezent hirnverbrannte Action genießen. Natürlich müssen diverse US-amerikanische Wahrzeichen (z.B. Hoover-Staudamm, Golden Gate Bridge…) zerstört werden, aber genau darauf wartet der Zuschauer ja – und bei diesem Film gibt es keine Enttäuschungen…

Gesehen: „Unheimliche Begegnung der dritten Art“

Vor vielen Jahren, den genauen Zeitpunkt kann ich wirklich nicht mehr nennen, vermutlich war es kurz vor oder nach dem Abitur, sah ich zum ersten Mal Stephen Spielberg’s Science Fiction-Klassiker „Unheimliche Begegnung der dritten Art“. Damals gefiel mir der Film überhaupt nicht, denn er zog sich gefühlt unglaublich lange hin, die gesamte Spielzeit liegt bei knapp unter 140 Minuten.

Später sah ich den Film noch ein weiteres Mal, da gefiel er mir ein klein wenig besser, viel blieb aber auch beim zweiten Anlauf nicht hängen. Nur die geradezu manische Obsession des Protagonisten, der sich über alle gesellschaftlichen Konventionen hinweg nur noch für seine Vision interessiert und ihr sowohl die berufliche als auch die familiäre Zukunft gnadenlos opfert. Das war das Element, das mir beim ersten Ansehen des Films am meisten gegen den Strich gegangen war, es nervt mich ehrlich gesagt bis heute. Doch heute kann ich dieses Genervtsein sowohl einem geschickten Drehbuch als auch einer guten schauspielerischen Leistung zuschreiben, die eben überzeugend diese Situation darstellt.

Es gibt noch so einige Filme, die ich eine Weile nicht mochte, bis mir einfach klar wurde, dass die Leistung ja eben darin bestand, so überzeugend einen Bösewicht oder Fiesling zu spielen, dass das Publikum (bzw. einfach nur ich) eine tatsächliche Abneigung gegenüber dem porträtierten Charakter entwickelte.

Ein brillanter Science Fiction-Klassiker – trotz seines Alters auch heute noch absolut sehenswert!
Ein brillanter Science Fiction-Klassiker – trotz seines Alters auch heute noch absolut sehenswert!

Vor ein paar Tagen besorgte ich uns den Film in feinster HD-Auflösung im iTunes-Store und überraschte meine Frau damit völlig, denn auch sie hatte den Film seit gefühlten Ewigkeiten nicht mehr gesehen. Voller Freude begannen wir den Film. Er war so angenehm und entspannend anzusehen, dass ich vor lauter Wohlgefühl nach etwas mehr als einer Stunde einschlief… Was aber in diesem Kontext eindeutig als ein Merkmal für hohe Qualität zu deuten war. Bei einem schlechten Film ziehe ich mich ins Bett zurück, hier dagegen ratzte ich sofort auf dem Sofa ein.

Direkt am nächsten Mittag benötigte ich eine Weile zur Zubereitung meines Essens, dabei sah ich weiter. Während des Essens sah ich immer noch weiter – und dann fehlten ohnehin nur noch zehn oder zwölf Minuten, also bekam ich den gesamten Film am nächsten Tag noch zu Ende. Und nun war es wirklich ein durchgehender Genuss. Vielleicht musste ich einfach in diesen Film hineinaltern, um ihn wirklich genießen zu können. Es hat sich gelohnt, denn mit absoluter Sicherheit werde ich mir den Film noch das eine oder andere Mal reinziehen.

Kennt ihr den Film auch? Falls ja: Erging es euch beim ersten Ansehen auch so, dass sich der Film gefühlt „ewig“ hinzog? Oder bin ich hier der einzige Kostverächter?

52 Wochen – Teil 18 („Die Hard – Solera-Style“)

Zugegeben, Bruce Willis steht als Schauspieler nicht gerade für gelebte Intellektualität, dafür sind die meisten seiner Filme durchaus unterhaltsam. Einer der absoluten Klassiker, den ich – selbstverständlich auch dank seines brillanten Gegenspielers Alan Rickman – immer wieder mal ansehen kann, ist Stirb langsam.

Für den heutigen Beitrag habe ich mir also eine kleine Hommage ausgesucht, die mir durchaus ein paar Minuten für Retusche-Arbeiten abforderte – und es wären noch deutlich mehr nötig gewesen, um das Endergebnis wirklich zu perfektionieren. Aber so etwas zeitlich Umfängliches kann ich erst wieder in den Sommerferien leisten – vielleicht wähle ich dann noch ein CD- oder Buch-Cover aus, das sich meines Antlitzes als wNürdig erweist…

So, wer also der Meinung ist, in der Casa Solera einfallen und einen groß angelegten Raub inszenieren zu müssen (fragt sich nur, was derjenige denn überhaupt klauen möchte: Unterrichtsmaterial, Kinderspielzeug, Sportartikel…), der muss mit einem heldenhaften Einsatz des einsamen Rächers rechnen…

Stirb Langsam – Solera-Style
Stirb Langsam – Solera-Style
Das originale Poster...
Das originale Poster…

Na, hat schon jemand Angst vor mir bekommen? Ha! Das bringt mich auf weitere Ideen für zu verunstaltende Filmposter…

Zur Aktion „52 Wochen“

Seit nunmehr 18 Wochen läuft Zeilenendes Foto-Aktion „52 Wochen“, an der ich teilnehme. Ziel ist es, jeden Sonntag ein neues Selfie oder Portrait einzustellen, wenn man lustig ist, kann man ihm auch ein bestimmtes Motto verpassen – das liegt mir besonders, daher gab es bislang eigentlich ausschließlich Fotos mit einem bestimmten Motto.

Die üblichen und allesamt sehenswerten Teilnehmer sind:

Brexit zum Frühstück

Während meiner Yoga-Runde führte am gestrigen frühen Morgen mein iPhone eine Art Breakdance auf: Permanent gingen aktuelle Push-Mitteilungen zum Brexit über meine Tagesschau– und heute-Apps ein und versetzten den Vibrationsalarm in einen wahren Taumel. Das hier ist kein politischer Blog, ich will das auch nicht lange ausdehnen, mir kam nur beim Duschen ein Gedanke, dessen Ausformulierung ich tatsächlich für erstrebenswert erachte.

Der Brexit war aus meiner Sicht eher zu erwarten als der Verbleib in der EU, denn die Briten sind ein stolzes Volk, deren ältere Bevölkerungsschichten sich nach dem alten Glanz des Empire zurücksehnen. In gewisser Weise habe ich mir den Brexit sogar fast herbeigewünscht – nicht wirklich, aber als Gedankenspiel, denn er ermöglicht – nun sogar in der Realität – ein einzigartiges Experiment: Ich habe in Gedanken für mich mal durchgespielt, was die Langzeitfolgen des Brexit sein könnten. Aus meiner Sicht bleiben ja nur drei grundlegende Möglichkeiten zur weiteren Entwicklung:

  1. Es geht den Briten besser als vorher, die Wirtschaft blüht auf, die Politik stabilisiert sich. Das wäre das Signal schlechthin für weitere Länder, in denen die EU-Unzufriedenheit hoch ist, sich zu verabschieden. (Glaubt man einigen Twitterern, so bereitet Horst Seehofer bereits ein eigenes Volksreferendum vor, um Bayern über den Verbleib in/den Austritt aus der EU abstimmen zu lassen…)
  2. Es geht den Briten schlechter als vorher, die Wirtschaft schrumpft schmerzhaft, die Politik destabilisiert sich (und/oder rutscht deutlich nach rechts), soziale Probleme (und in deren Folge ein tumber Nationalismus) verschärfen sich. Eine gewisse Häme gegenüber Großbritannien würde sich EU-weit ausbreiten, die Vorteile einer großen Gemeinschaft würden deutlicher denn je hervortreten und den Zusammenhalt der verbliebenen Länder effektiv stärken. Da die Schotten angeblich ein erneutes Referendum zur Loslösung von England vorbereiten, spekulieren sie offensichtlich auf diesen Ausgang und werden dann als eigenständiges Land selbstverständlich gleich nach der (ebenfalls zu erwartenden) Unabhängigkeit (das wäre ja ein ganz entzückender Wortwitz, denn der Brexit wurde von dessen Befürwortern gestern ja als „Independence Day“ gefeiert) eigene Aufnahmegespräche mit der EU beginnen.
  3. Es passiert fast nichts – nach einer kurzen Anpassungsphase, in der es sicherlich turbulent wird, danach läuft für 85-95 Prozent der Menschen alles in gewohnten Bahnen weiter. Das ist wiederum die spannendste Alternative, denn die Reaktionen der anderen EU-Länder hängen dann von der medialen Interpretation dieser unspektakulären Entwicklung ab. Ich erwähne hier nur ganz beiläufig den Namen einer Zeitung mit vier Großbuchstaben, zu der es in allen europäischen Ländern mindestens ein entsprechendes Pendant gibt – und deren simple, aber häufig (fast schon unablässig) wiederholte, Parolen schon häufig zur Meinungsbildung ganzer gesellschaftlicher Schichten beigetragen haben.

Was daraus wird, hängt nun von der weiteren Entwicklung der kommenden zwei bis fünf Jahre (als Mindestzeitrahmen) ab. Wirklich valide Vergleiche benötigen sicher noch etwas länger, da alle kurzfristigeren Entwicklungen auch anderen ganz üblichen Schwankungen unterliegen könnten.

Schön finde ich persönlich, dass nach der anfänglichen Entsetzenswelle im Internet nun auch einige sehr besonnene Kommentare die möglichen positiven Auswirkungen des Brexit auf das restliche Europa, das — wie ich oben bereits geschlussfolgert habe — ja durchaus auch gestärkt werden könnte, erscheinen, z.B. bei heute.de. Was aus der Angelegenheit wird, dürfte uns allen in den kommenden Jahren wieder und wieder unter die Nase gerieben werden – egal, was in der Substanz dabei herauskommt. Insofern dürfen wir uns als Nicht-Akteure in diesem Spiel ab sofort zurücklehnen und entspannt die Show genießen.

Ein paar aus meiner Timeline ausgewählte Twitter-Kommentare zum Brexit gibt’s noch als kleines Schmankerl:

Das ist sicher zu erwarten, wenn das Experiment misslingt und die Briten schlechter dastehen als vorher
Das ist sicher zu erwarten, wenn das Experiment misslingt und die Briten schlechter dastehen als vorher
Verfrühter Jubel?
Verfrühter Jubel?
Schöner Vergleich — und nicht falsch (ich spreche aus Erfahrung, zumindest was Linux angeht...)
Schöner Vergleich — und nicht falsch (ich spreche aus Erfahrung, zumindest was Linux angeht…)
Schönes Wortspiel!
Schönes Wortspiel!
Dass es so viel ausmacht, war mir vorher nicht bewusst gewesen...
Dass es so viel ausmacht, war mir vorher nicht bewusst gewesen…
Der oben schon erwähnte Seehofer-Bayxit...
Der oben schon erwähnte Seehofer-Bayxit…
Der Brexit aus kulinarischer Sicht
Der Brexit aus kulinarischer Sicht
Ein Grundproblem aller Basisdemokratie...
Ein Grundproblem aller Basisdemokratie…
Nach der Wahl informieren, was könnte schon schiefgehen?
Nach der Wahl informieren, was könnte schon schiefgehen?

Besuch im Bauernhofmuseum in Illerbeuren

Heute waren wir als Familie mit den jeweiligen Familien der beiden Geschwister meiner Frau im Bauernhofmuseum in Illerbeuren. Und es war ein schöner Tag, denn die Kinder kamen gut miteinander aus (wir Erwachsenen sowieso), das Wetter spielte prächtig mit, und das riesige Areal bot so viele Möglichkeiten für die Kinder, sich auszutoben, dass wir niemandem damit auf die Nerven gingen. Und das entspannt die Angelegenheit deutlich für uns Eltern.

Illerbeuren ist ein sehr überschaubarer, deutlich rural geprägter Ort an der Iller, dessen größte zusammenhängende Fläche maßgeblich vom Bauernhofmuseum eingenommen wird. Auf Apple Maps stellt sich die Luftansicht folgendermaßen dar:

Luftansicht auf Illerbeuren – geschätzt ein Drittel davon (eher mehr) gehört zum Bauernhofmuseum (Bild: Apple Maps)
Luftansicht auf Illerbeuren – geschätzt ein Drittel davon (eher mehr) gehört zum Bauernhofmuseum (Bild: Apple Maps)

Zu besichtigen gibt es Unmengen:

  • Historische Gebäude aus allen Teilen des Landes, die Stein für Stein dort abgebaut und hier wieder aufgebaut wurden. Jedes Haus besitzt eine eigene (angenehm kurz gefasste) Informationstafel, der man die harten Fakten entnehmen kann.
  • Ein- bis zweihundert Jahre alte Sorten von Apfel- und Birnbäumen, die zum Teil nach etlichen Jahrzehnten in der Versenkung hier wieder eine neue Blüte erleben dürfen.
  • Diverse Tierarten, wie sie für einen landwirtschaftlichen Betrieb üblich sind (angefangen bei Hasen über Schweine und Pferde…) – das war eines der Highlights für die Kinder.
  • Alle paar hundert Meter neue Möglichkeiten zum Spielen für die Kinder (mal ein Traktor aus Holz, der gerne auch von fünf Kindern gleichzeitig bespielt werden kann, mal ein Kletterbaum, mal eine Freiluft-Kegelbahn mit Holzteilen) – wundervoll für uns Ältere, die sich einfach in Ruhe gegenseitig auf den neuesten Stand bringen wollten.
Erstes Kind auf dem Kletterbaum...
Erstes Kind auf dem Kletterbaum…
Zweites Kind auf dem Kletterbaum...
Zweites Kind auf dem Kletterbaum…

Am besten hat mir gefallen, dass an keiner Stelle des Museums versucht wurde, den Besucher mit enzyklopädischem Wissen vollzustopfen. So etwas habe ich im Urzeit-Museum in der Willibalds-Burg in Eichstätt vor ein paar Jahren erlebt: Eine Führung, die – gefühlt! – bei jedem Exponat mindestens zehn Minuten stehen bleibt und einen kleinen wissenschaftlichen Vortrag loslässt. Manch einer mag das – ich war nach dem zweiten Stopp bedient.

Um so schöner war es heute, denn die geschickt reduzierte Informationsmenge genügte vollauf – und so konnte ich selbst am Ende noch interessiert einen Blick auf neue Tafeln werfen. Bei anderen Museen lässt dieser Impuls doch deutlich schneller nach.

Mein Fazit: Wer nicht zu lange anreisen muss, kann – gerade bei Mitnahme der Kinder (der Eintritt für Familien kostet genau so viel wie der Eintritt für nur die beiden Erwachsenen) – mit diesem Museum nichts falsch machen (wobei der Spaßfaktor bei gutem Wetter sicher deutlich höher ist). Wer mal ins Allgäu kommt: Illerbeuren liegt nahe an der A96, und dabei wiederum nur kurz hinter der Abzweigung von der A7. Aus dem süddeutschen Raum ist das ziemlich gut zu erreichen.