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Heute Abend gibt es ein wirklich empfehlenswertes Konzert zu hören – Karten sind an der Abendkasse (noch) zu haben.

Heute Abend gibt es ein wirklich empfehlenswertes Konzert zu hören – Karten sind an der Abendkasse (noch) zu haben.

Es ist mal wieder soweit: Traditionell veranstaltet das OJO (Ostalb Jazz Orchestra, hier) ein Konzert mit einem namhaften Gastkünstler. Im letzten Jahr hatten wir den ganz herausragenden Trompeter Axel Schlosser zu Gast, heute Abend ist es Obi Jenne, der Schlagzeuger der SWR Big Band. Insgesamt darf sich unser Publikum auf gut zwei Stunden Spielzeit, in der Mitte von einer Pause unterbrochen, freuen. Die Stücke entstammen vielen unterschiedlichen Jazz-Stilen, im Mittelpunkt steht immer wieder das Schlagzeug, in mehreren Stücken spielen sogar zwei Schlagzeuger an individuellen Sets, sodass es sicher ein fantastischer und abwechslungsreicher Abend wird.

Wie schon in der Bildunterschrift angekündigt: Noch gibt es Karten an der Abendkasse – aber nicht mehr allzu viele. Glücklicherweise könnte ein größerer Bedarf durch das Hinzufügen von Stühlen aus weiteren Klassenzimmern des Peutinger-Gymnasiums gedeckt werden. Wer also noch Zeit und Lust oder einfach nur Interesse hat: Kommt! Es lohnt sich.

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Podcast-Empfehlung: „Sparkletack“

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„Sparkletack – The San Francisco History Podcast“ von Richard Miller – ein absolutes Muss für alle Fans dieser einmaligen Stadt!

Vor ein paar Jahren entdeckte ich über eine Empfehlung in einer Zeitschrift oder einem Buch den Podcast „Sparkletack“. Der Titel ist ein reines Fantasiewort, denn sparkle heißt so viel wie „glitzern, leuchten“, und tack ist eine „Reißzwecke“. Mit dem Thema des Podcasts hat beides nichts zu tun, denn dieser Podcast hat nur ein zentrales Thema: Die Stadt San Francisco.

Da ich dort geboren bin und es sich gleichzeitig um die schönste Stadt der Welt handelt, existiert tief in mir ein profundes Interesse an der Stadt. Ich war auch schon einige Male dort, allerdings lange nicht so oft, wie ich es gerne hätte – doch Fliegen ist teuer und äußerst unökologisch, zwei aus meiner Sicht starke Faktoren, die gegen allzu häufige Besuche sprechen.

Richard Miller

Die Podcast-Serie wurde ins Leben gerufen und komplett produziert von Richard Miller, einem Ex-Bewohner von San Francisco, den sein Beruf bereits vor acht Jahren weiter in den Norden, nach Portland in Oregon, verfrachtet hat. Aus seiner Liebe zu dieser Perle aller Städte erwuchs eine wundervolle Sammlung von Episoden, die San Francisco aus den unterschiedlichsten Sichtweisen portraitieren.

Worum geht’s?

Die ca. 100 Episoden behandeln so vielseitige Themen wie:

  • Eigenheiten des Essens und Trinkens in San Francisco
  • Sehenswürdigkeiten, die entweder jeder oder aber keiner kennt
  • Die Geschichte der Stadt
  • Historische Persönlichkeiten von Interesse

Jede Folge ist liebevoll recherchiert und eingesprochen worden – hört man sie der Reihe nach durch, merkt man, wie Richard Miller von Episode zu Episode sicherer und routinierter wird. Die Episodenlänge variiert sehr stark, denn es gibt kurze Episoden, die nur fünf oder sechs Minuten dauern, denen wiederum lange Episoden mit einer Spielzeit von gut 40 Minuten gegenüberstehen.

Gerne immer wieder…

Vor Jahren habe ich alle Folgen der Reihe nach durchgehört, immer wieder lade ich mir entweder einzelne Episoden oder doch gleich alle und höre mir meine persönlichen Highlights wieder an. Gerade im August, wenn der Arbeitsdruck bei mir geringer ist, schätze ich es sehr, mich wieder in diese nostalgische Stimmung versetzen zu lassen.

Wo gibt’s den „guten Stoff“?

Sollte ich nun jemandem Appetit auf „Sparkletack“ gemacht haben, wäre es mir persönlich eine große Freude. Zu finden ist der Podcast entweder (für die Apple-Nutzer) direkt in der Podcast-App von Apple (Teil von iOS, einfach bei der Suchfunktion den Titel eingeben und die Folgen laden/streamen) oder auf der Homepage sparkletack.com

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Ausflug zur Harburg

Gestern spielte das Wetter mit, außerdem sind gerade Ferien – ideale Bedingungen, um einen Familienausflug, der eigentlich schon seit Jahren immer auf der Agenda stand, zu unternehmen. Gegen Mittag waren alle Vorbereitungen abgeschlossen, dann ging es von Aalen zur Harburg (im Nördlinger Ries). Auf dem Weg zu den Schwiegereltern in der Gegend von Ingolstadt kamen wir früher recht häufig dort vorbei, fast jedes einzelne Mal sagten wir uns: „Irgendwann müssen wir uns die Burg mal ansehen!“ – Und kaum waren wir daheim: Aufschieberitis, weil halt so viel anderes anstand. Seit gestern können wir aber endlich sagen: Wieder ein Haken auf unserer langen Liste!

Und die Harburg ist wirklich ein schöner Flecken, den man sich genussvoll ansehen kann. Ein paar der Bilder, die ich geschossen habe, sind hier zu einer kleinen Collage vereint:

Oben links: Ausblick von der Harburg auf den Ort Harburg, oben rechts: Blick auf die Burgmauer mit dem Rundweg, unten links: vom Gang auf der Burgmauer hinab auf den schön gepflegten Garten, unten rechts: der Innenhof – hier lässt es sich ganz gut aushalten!

Oben links: Ausblick von der Harburg auf den Ort Harburg, oben rechts: Blick auf die Burgmauer mit dem Rundweg, unten links: vom Gang auf der Burgmauer hinab auf den schön gepflegten Garten, unten rechts: der Innenhof – hier lässt es sich ganz gut aushalten!

Holzauge, sei wachsam!

Wenn wir uns schon auf einen derartigen Ausflug begeben, dann nehmen wir selbstverständlich auch die Führung durch die Burg mit. Und in diesem Fall war das ein richtiger Glücksgriff, denn die junge Führerin (vermutlich eine Schülerin aus der Gegend, die sich in den Ferien etwas dazu verdiente) machte ihre Sache sehr gut.

Und wir alle lernten tatsächlich ein paar Dinge dazu, so zum Beispiel den Ursprung des Sprichworts „Holzauge, sei wachsam!“ Dieses leitet sich ab von den Schießscharten für die Armbrust-Schützen. Damit ihnen, während sie am Nachladen bzw. Nachspannen der Armbrust waren, kein Feind von außen einen Pfeil hereinschicken konnte, war ein ausgehöhltes Holzstück in die Mauer eingesetzt (siehe Bild). Wenn man schießen wollte, nutzte man die Aussparung, wenn man dagegen nachlud, drehte man einfach das Holzstück, sodass kein Pfeil/Bolzen hereinfliegen konnte.

Das ist das Holzauge, schön kann man erkennen, dass außen herum genug Platz ist, um das Drehen zu ermöglichen – wir durften es auch alle selbst ausprobieren.

Das ist das Holzauge, schön kann man erkennen, dass außen herum genug Platz ist, um das Drehen zu ermöglichen – wir durften es auch alle selbst ausprobieren.

An dieser Stelle testete ich noch die Kamera meines neuen iPhones (7 Plus), indem ich einmal durch die Aussparung hindurch fokussierte und einmal den Innenrand anvisierte. Die zwei Bilder sind schon beeindruckend gut, vor allem das mit dem Innenrand:

Hier ging der Fokus auf den Baum draußen. Das ist schon ganz gut, aber noch nichts im Vergleich zum folgenden Bild...

Hier ging der Fokus auf den Baum draußen. Das ist schon ganz gut, aber noch nichts im Vergleich zum folgenden Bild…

Das Bild hat mich wirklich umgehauen, denn die extreme Detailschärfe ist für eine Smartphone-Kamera schon sehr beeindruckend.

Das Bild hat mich wirklich umgehauen, denn die extreme Detailschärfe ist für eine Smartphone-Kamera schon sehr beeindruckend.

Iron Man

Ach ja, eines war da noch. Am Ende der Führung bekamen wir den Prototypen von Iron Man zu sehen:

Natürlich ist das bloß ein Spaß, aber irgendwie erinnerte mich die Rüstung gestern sehr an den ersten Iron Man-Prototypen aus dem Kinofilm...

Natürlich ist das bloß ein Spaß, aber irgendwie erinnerte mich die Rüstung gestern sehr an den ersten Iron Man-Prototypen aus dem Kinofilm…

Oje! Die Rüstung war unter Garantie fürchterlich unbequem und schwer. Ob man sich als Träger damit wirklich einen Gefallen getan hat, wage ich schwer zu bezweifeln. Sicher, gegen ein paar leichte Waffen war man darin ganz gut geschützt, doch dafür büßte man auch an Beweglichkeit und Schnelligkeit ein, ganz abgesehen von der Erschöpfung, die allein durch das zusätzliche Gewicht zu erwarten war.

Fazit

Gestern kamen Wetter, Entspannung und eine wirklich gut präsentierte Harburg zu einem wundervollen Ferienerlebnis für unsere ganze Familie zusammen. Wer nah genug dran wohnt, sollte sich bei schönem Wetter auch einmal auf den Weg machen, es lohnt sich!

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Gehört: „Ulysses“ von James Joyce

Liebevoll und aufwändig produziert: „Ulysses“ von James Joyce als Hörbuch.

Liebevoll und aufwändig produziert: „Ulysses“ von James Joyce als Hörbuch.

„Ulysses“ gehört zu den literarischen Werken, die mich aufgrund ihres Bekanntheitsgrades, des Autors (von dem ich in meiner Schul- und Studienzeit bereits drei andere Bücher gelesen und genossen hatte) und der Erzähltechnik („Stream of Consciousness“) schon lange faszinierten.

Weg mit dem (gedruckten) Buch

Die gedruckte Buchfassung hatte ich gut 20 Jahre im Regal stehen, bis mir klar wurde, dass ich sie nie lesen würde, schon gar nicht in dieser Darreichungsform. Meine Lesegewohnheiten sind in den letzten sieben Jahren derart stark auf iPhone und iPad umgemünzt worden, dass ich mich mit einem „normalen“ Buch in der Hand zwar nicht unwohl fühle, mir aber sofort klar ist, dass ich es eben nicht ständig (im Sinne von 24 Stunden am Tag) bei mir trage. Und in dieser Hinsicht schlägt das iPhone alle anderen Lesegeräte. Noch dazu ist der Kontrast auf dem Bildschirm derart hoch, dass ich auch schon seit gut fünf Jahren meine Lesebrille nicht mehr benötige. Zurück zum Buch: Die Druckfassung habe ich über Momox im letzten Jahr verkauft, aber das Interesse an „Ulysses“ als Werk blieb ungebrochen. Also langte ich vor ein paar Wochen tief in meine Taschen und leistete mir für gut 38 € im iTunes Store das beinahe 40 Stunden lange Hörbuch – pro Stunde ungefähr ein Euro, das ist aus meiner Sicht akzeptabel.

Hörbuch deluxe

Es ist eine wirklich grandios produzierte ungekürzte Fassung mit ca. 40 unterschiedlichen Sprechern (allerlei Geschlechts), die sich teils in kurzen Abschnitten, teils in wirklich langen Passagen abwechseln. Auch handwerklich ist das Hörbuch äußerst gut gemacht, denn es spielt – beim Laufen habe ich das durch die AirPods natürlich sehr deutlich gemerkt – auch mit dem Panorama: Bei Passagen, in denen sich die Sprecher in kurzem zeitlichen Versatz ergänzen, wird mehrfach zwischen linkem und rechtem Kanal hin und her gewechselt. Nötig wäre das natürlich nicht, aber ein interessanter Effekt ist es allemal.

Fazit: Die Hörbuch-Produktion ist sowohl hinsichtlich der Sprecher als auch der Audio-Qualität absolut makellos und ihr Geld zweifelsohne wert.

Das „Werk“

Vorwarnung: Ich „oute“ mich gleich als völliger Kulturbanause.

Anders als die Hörbuch-Produktion konnte mich das Werk – vielleicht auch aufgrund einer gewissen Reife, die ich mir mittlerweile schamlos zugestehen darf – nur wenig mitreißen. In den letzten Monaten/Jahren habe ich sehr viel gelesen und noch mehr gehört. Wenn mir etwas gefiel, habe ich darüber gebloggt, wodurch den Lesern meines Blogs ziemlich leicht fallen dürfte, meine literarischen Interessensgebiete einzugrenzen:

  • Unmengen an Science Fiction (z.B. „Krieg der Klone“ von John Scalzi oder die „Space Troopers“-Reihe von P. E. Jones)
  • viel Action (z.B. die „Cotton Reloaded“-Serie)
  • (leichter) Horror (vor allem die späteren Werke von Stephen King wie „Die Arena“ oder auch „Dreamcatcher“)
  • viel Humor (z.B. „Das Rosie-Projekt“ von Graeme Simsion)
  • gerne auch alles in Kombination
  • oder natürlich Fachbücher über sportliche oder Gesundheits-Themen.

Gerade bei den Romanen und Kurzgeschichten geht es mir aber darum, die Charaktere in ihrer Interaktion zu erleben, Anteil an ihren Motiven und den Umständen, die sie zum Handeln zwingen, zu nehmen, sie zu verstehen und meist auch innerlich zu bewerten – das macht Literatur ja so großartig: Sie kann uns unterhalten, uns bewegen und zum Nachdenken anregen. Außerdem schätze ich es sehr, wenn die Handlung zügig vorangetrieben wird.

„Ulysses“ dagegen ist – oberflächlich betrachtet – die Verkörperung der Banalität, denn es geht letztlich um nichts. Das sage ich nicht verächtlich, eher bedauernd. Faktisch folgt die Geschichte (es ist ja noch nicht einmal eine richtige Geschichte…) einen Tag (für die Puristen: einen Tag und ein Stück des folgenden Morgens) lang einer Person („Leopold Bloom“), zeigt seine Interaktionen mit einer Vielzahl anderer Menschen, dessen Gedanken und die der anderen Personen auf – vermag aber mit wenigen Ausnahmen kaum, mich zu interessieren. Der Grund ist die bereits erwähnte Banalität. Der Schluss des Buchs ist ja ein gut 40 Druckseiten langer innerer Monolog der Ehefrau („Molly Bloom“). James Joyce hat versucht, einen tatsächlichen Gedankenstrom nachzustellen, was ihm sicher auch gelungen ist. Doch leider sind unsere alltäglichen Gedanken mit Unmengen an Banalitäten angefüllt. Viele Menschen – ich sicher eingeschlossen – denken ziemlich oft an ganz normale körperfunktionale Dinge (z.B. „Ich muss demnächst mal wieder auf’s Klo…“ und dergleichen). Es ist ja schön, das einmal exemplarisch zu begreifen, wenn aber ein gut zweieindreiviertel Stunden langer Abschnitt eines Hörbuchs fast nur um derlei Themen kreist (und es ist wirklich so, dass Molly sich in diesem langen Abschluss-Gedankenstrom nur über Sex, die Gestaltung ihrer Wohnung, Sex, Shopping, Sex, Toilettengänge, Sex, Körperpflege, ihre eigene verschrobene Selbstwahrnehmung, Sex und dergleichen Gedanken macht) nimmt es die Wirkung einer Tortur an.

In „Geisterbrigaden“ lässt John Scalzi einen ähnlichen Gedankengang ablaufen:

Passt irgendwie perfekt, oder?

Passt irgendwie perfekt, oder?

Beim Laufen war es sogar noch viel schlimmer. Der schleppend langsame Verlauf dieses einen Tages (literarisch ja nun auf 38 Stunden ausgedehnt) zieht sich gefühlt doppelt so lange hin, wenn man sich des Morgens durch die noch recht düstere Ostalb bewegt. Mit dem richtigen Hörbuch „fliege“ ich (gefühlt) nur so über die Straßen und Wege, mit „Ulysses“ kroch ich wie eine Schnecke.

Die Erzähltechnik und die Wortwahl sowie der unverkennbar gebildete Ansatz, der nicht zuletzt durch die eingesetzten mindestens fünf Sprachen (ich konnte Deutsch, Englisch, Französisch, Italienisch und Latein erkennen) zutage tritt, sind die Elemente, die mich begeistern konnten. Hier und da schuf James Joyce sogar geradezu brüllend komische Passagen, wie zum Beispiel die Kutschfahrt nach dem Requiem für Paddy Dignam, bei der die Fahrgäste sich in einen wahren Lachrausch hineinsteigern.

Wie ich schon geschrieben habe: Ich bin wohl ein Kulturbanause. Denn selbstverständlich ist mir völlig klar, dass ein derart fähiger Autor wie James Joyce niemals in seinem Leben so viel Zeit und Mühe dafür geopfert hätte, nur Banalitäten anzusammeln. Das Werk ist durchzogen von einem feinen Netz literarischer, sozialer und historischer Anspielungen. Mein Banausentum besteht nun darin, dass mir das – geradeheraus gesagt – scheißegal ist. Momentan mag ich Bücher, die ich in die Hand nehmen und mich selbst für eine Weile darin verlieren kann. Ich suchte Unterhaltung und fand Bildung. Und genauso spröde, wie das klingt, war es leider auch.

Fazit:

Das Werk ist faszinierend, aber nicht für mein aktuelles Ich. Dieses sucht nach Unterhaltung, die das Werk in der für mich attraktiven Form nicht oder nur an wenigen Stellen zu bieten vermag. Dass ich mir die volle Länge gegönnt habe, zeigt, dass es mir durchaus ernst mit dem Buch war, doch ist mir jetzt eindeutig nach leichterer Kost, die meinem simplen Geist eher entgegen kommt. In einigen Jahren gibt es einen erneuten Anlauf, vielleicht sogar in Form eines iBooks mit zusätzlicher Sekundärliteratur, denn faszinierend ist das Werk nach wie vor auf einer intellektuellen Ebene – nur weiß ich, dass ich in den kommenden Jahren erst einmal kein Verlangen habe, mich dem Werk noch einmal so zu nähern.

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Die Welt braucht mehr Liebe – Blogger spielen Liebeslieder

Arabella hatte eine wundervolle Idee – nur ich bin (wie so oft) ein wenig spät dran... Dafür aber um so enthusiastischer!

Arabella hatte eine wundervolle Idee – nur ich bin (wie so oft) ein wenig spät dran… Dafür aber um so enthusiastischer!

Arabella hatte am vergangenen Woche zu einer sehr schönen Aktion aufgerufen, bei der mich sofort die Lust überkam, teilzunehmen und einen Beitrag zu schreiben. Leider war die Zeit unter der Woche chronisch zu knapp, daher komme ich erst heute dazu…

John Dowland war ein Komponist der Renaissance, um den sich bis heute diverse Gerüchte ranken, von denen einige sehr gewagt sind. Gleichzeitig muss er als Musiker einen wirklich guten Ruf gehabt haben – etliche seiner Stücke werden bis heute immer wieder gesungen. Nicht zuletzt von mir und meinen Schülern: Mit meinem letzten vierstündigen Musik-Kurs (früher nannte man so etwas „LK“ oder „Leistungskurs“) habe ich das wundervoll romantische und gleichzeitig so überaus durchtriebene Liebeslied „Come Again“ einstudiert, ich erinnere mich noch daran, dass die Schüler es auch ein halbes Jahr später immer wieder gerne gesungen haben und es häufig einforderten. Diesem Wunsch kam ich natürlich überaus gerne nach, gehört es doch zu meinen Dowland-Favoriten.

2006 veröffentliche der von mir so geschätzte Sting das Album „Songs from the Labyrinth“, auf dem ausschließlich Dowland-Songs mit ihm als Sänger und einer Lauten-Begleitung (Edin Karamazov) zu hören sind. Obwohl sich viele fürchterlich über seinen Stimmklang aufgeregt haben, so muss ich doch sagen, dass mir seine Version dieses Stücks so unglaublich gut gefällt, eben weil sie nicht perfekt, nicht makellos ist. Als ob in der Renaissance-Zeit nur perfekte Sänger herumgelaufen wären…

Daher ist mein Beitrag zu Arabellas wundervoller Aktion dieses gleichzeitig sehnsuchtsvolle wie auch augenzwinkernd auffordernde Liebeslied: „Come Again“:

Möge es euch ein wenig Liebe in den Tag zaubern! Ich höre es mir gleich noch einmal an.

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Scotch des Tages

Sanft, süß und stark – der Canadian Club Whiskey.

Sanft, süß und stark – der Canadian Club Whiskey.

Der heutige Scotch des Tages ist genau genommen gar kein Scotch, denn dieser leckere Whiskey wird in Kanada hergestellt. Ich schätze die sanfte und süße Qualität, geschmacklich steht er einigen der mir bekannten schottischen Whiskey-Varianten in nichts nach (auch wenn er etwas glatter schmeckt und nicht so viel geschmackliche Tiefe aufweist – wobei das durchaus am Alter liegen kann).

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52 Wochen – Teil 46 („Lampenfieber“)

Am 5. Januar trat ich mit Blues & The Gang im Aalener Frapé auf. Der Auftritt lief gut, ich kann mich gar nicht beschweren – auch wenn natürlich der eine oder andere Ablauf mal eben spontan auf der Bühne geändert wurde. Aber wofür hatten wir vorher geprobt, doch nur um genau darauf gefasst zu sein, oder? Spaß beiseite: Der Gig war richtig gut, das Publikum ging toll mit, die Stimmung im Raum war exzellent (siehe Zeitungsbericht, auch wenn mein Name durch den des regulären Trompeters ersetzt wurde, der aktuell noch im Urlaub weilt).

Nun dürfte man coole Livebilder erwarten, die mich frivol mit dem Hintern wackelnd im Kreis der Band zeigen, doch erstens habe ich von den übrigen Musikern noch keine Bilder erhalten, zweitens habe ich in den Pausen eher streng (man könnte auch von „gequält“ sprechen) dreingeblickt, denn draußen war es kalt (gute -16 Grad Celsius), die Zeit lag wieder einmal außerhalb meiner Komfortzone (Beginn: 21:25 h, Ende: 0:15 h) und – für mich eindeutig am schlimmsten – Zigarettenrauch. Der ganze Laden, auch der Rückzugsraum für die Band, alles waberte nur so von Rauch.

Vor einer geraumen Weile habe ich mich zu dem Thema ja schon einmal ausgelassen (hier). Schon da habe ich darauf hingewiesen, dass ich kein militanter Nichtraucher bin, der dann aggressiv auf die Raucher zugeht und sie anschnauzt (wäre in einem Raucherlokal auch wenig hilfreich gewesen), aber üblicherweise entziehe ich mich aktiv der Umgebung, in der geraucht wird. Schnell und effektiv. Das ging nicht, da ich von 19:20 bis 0:20 h in eben diesen Räumlichkeiten bleiben musste (wenn ich nicht erfrieren wollte). Also hielt ich es mit zusammengebissenen Zähnen aus. Tja, und genau so sehe ich heute auf den Selfies auch aus:

Ein paar Impressionen von mir als dezent aufgeregtem Trompeter – der etwas gequälte Gesichtsausdruck ist aber eher dem Dauergequalme der Gäste geschuldet gewesen...

Ein paar Impressionen von mir als dezent aufgeregtem Trompeter – der etwas gequälte Gesichtsausdruck ist aber eher dem Dauergequalme der Gäste geschuldet gewesen…

Genug davon: Der Gig war wirklich fantastisch (abgesehen vom Rauch), der Titel der heutigen Selfie-/Foto-Collage lautet aber „Lampenfieber“ – und das völlig zu Recht, denn ich war geradezu „höllisch“ aufgeregt.

Bevor ich Musik studiert habe, dachte ich immer: „Wenn ich das Studium mal hinter mir habe, dann gehe ich viel relaxter und sicherer an die Auftritte heran.“ Weit gefehlt, denn mit den Fähigkeiten stiegen auch die Ansprüche. Wer mehr kann als vorher, erwartet entsprechend mehr als vorher. So erging es auch mir, weswegen ich überhaupt nicht davon reden kann, eine „coole Socke“ zu sein. Nach außen hin schon, innerlich jedoch war ich alles andere als entspannt. Auch das wirkte nachhaltig auf meinen düsteren Gesichtsausdruck.

Zur Aktion „52 Wochen“

Seit nunmehr 46 Wochen läuft Zeilenendes Foto-Aktion „52 Wochen“, an der ich teilnehme (hier findet man alle meine Beiträge). Ziel ist es, jeden Sonntag ein neues Selfie oder Portrait einzustellen. Die übrigen Teilnehmer sind:

Fortsetzung: Die nächsten 52 Wochen?

Das habe ich letzte Woche schon gefragt: „Gibt es eigentlich schon einen Plan, die hier geballte Kreativität (also die aller am Projekt teilnehmenden Blogger) in neue Bahnen zu lenken, denn in nur sechs Wochen ist ja schon Feierabend…?“ Der gute Zeilenende hat auch schon ein paar Vorschläge gemacht (siehe Kommentare von letzter Woche), womöglich bringt aber noch jemand aus der illustren Runde einen innovativen Vorschlag ein.

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52 Wochen – Teil 43 („Bluesman“)

Gestern Abend durfte ich bei Blues & The Gang im Gleis 1 aushelfen. Zweimal hatte ich mit der Band geprobt, doch nie waren alle anwesend. Die Ehre hatte ich erst im Konzert – doch es war fantastisch. Einzig die Uhrzeit lag weit außerhalb meiner Komfortzone, denn das Konzert begann erst kurz nach 21:00 h und bestand aus zwei Sets. Mit Pause waren wir kurz nach Mitternacht fertig. Da schlafe ich normalerweise schon seit mehr als zwei Stunden. Gestern/heute kamen dann aber noch Abbau und Verladen, danach lenkte ich den Wagen des Pianisten nach Hause. Pünktlich um 2:30 h kroch ich in mein Bett.

Alles in allem war der Abend zwar höllisch anstrengend, aber auch sehr erfrischend, denn mit einer kleinen Band hatte ich schon seit gefühlt ewigen Zeiten nicht mehr gespielt. Als langhaariger Teenager war ich als Gitarrist in einer sensationell guten Rockband aktiv (soll heißen: Wir mussten uns nach jedem Auftritt umbenennen, damit beim nächsten noch Leute kommen…). Je kleiner die Band, desto wichtiger ist der einzelne Musiker. Bei einer Big Band – da habe ich deutlich mehr Erfahrung – ist das zwar ähnlich, aber bei Weitem nicht so zwingend. Setze ich bei der kleinen Band ein paar Takte aus, fehlt da tatsächlich ein Part, bei der Big Band dagegen ist oft noch ein anderer Spieler parallel zu mir (klar: es fehlt immer noch etwas, nicht zuletzt die Klangfarbe, aber es ist halt nicht ganz so dramatisch).

Der Auftrittsort ist außerordentlich skurril: Ein alter Bahnhof, der sich in zwei Teile gliedert: Links vom Eingang landet man in einer dadaistischen Dauerinstallation (siehe heutiges Selfie-Konstrukt), rechts geht es in den Aufführungsraum. Wesentlich mehr als 40-50 Personen bekommt man neben der Band nicht mehr in den Raum, gestern war es rappelvoll. An zwei Stellen im Set gab es zwei Stücke ohne Bläser hintereinander, da gingen wir von der Bühne. In diesen Pausen wandelte ich durch die dadaistische Installation – und zückte flugs mein iPhone…

Dadaismus und Blues müssen keine Gegensätze sein, das habe ich gestern Abend gelernt...

Dadaismus und Blues müssen keine Gegensätze sein, das habe ich gestern Abend gelernt…

Im Lauf der letzten 43 Wochen ist mir aufgefallen, wie schwierig es ist, beim Selfie-Schießen nicht allzu doof in die Kamera zu schielen… Das Problem kaschierte ich heute durch die Kombination der Fotos. Schön (im Sinne von: „AAAAAAAAAAhhhhhhhhhh!“) auch rechts oben die Hinweise zur technischen Installation im Konzertraum…

Zur Aktion „52 Wochen“

Seit nunmehr 43 Wochen läuft Zeilenendes Foto-Aktion „52 Wochen“, an der ich teilnehme (hier findet man alle meine Beiträge). Ziel ist es, jeden Sonntag ein neues Selfie oder Portrait einzustellen. Die übrigen Teilnehmer sind:

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Kuba

Vor fast exakt 15 Jahren, im Oktober 2001, besuchte ich als Teil einer Studentengruppe der Hochschule für Musik Würzburg Kuba. Eine Woche lang gab es ein allgemeines Kulturprogramm, die zweite Woche über erhielten wir an der ISA, der Staatlichen Musikhochschule in Havanna, Unterricht in Musikgeschichte, Klavier und diversen Rhythmus-Instrumenten. Organisiert und begleitet wurde die Fahrt von Prof. Dr. Andreas C. Lehmann, der bis heute an der Musikhochschule in Würzburg unterrichtet.

Kuba! Heute wäre der Halbmast wohl eher angebracht...

Kuba! Heute wäre der Halbmast wohl eher angebracht…

Der zwar nicht ganz unerwartete, doch keinesfalls erwünschte Tod von Fidel Castro hat mich veranlasst, diesen Blog-Eintrag, den ich schon sehr lange im Hinterkopf erwogen hatte, endlich in Angriff zu nehmen. Er wird mit etlichen Bildern von damals gespickt werden, die ich aus unserem „analogen“ Fotoalbum abfotografiert habe, daher darf man in dieser Hinsicht leider keine hochauflösenden Qualitätsschüsse erwarten.

Politik

Wer die Einleitung aufmerksam gelesen hat, mag bemerkt haben, dass das Datum unserer Fahrt nur wenige Wochen nach dem tragischen 11. September 2001 lag. Entsprechend aufregend war es für uns, am 1. Oktober in den Flieger zu steigen, um dann 13 Stunden lang gen Kuba zu fliegen. Eigentlich hätte der Flug ja auch nur elf Stunden dauern sollen, doch die USA verweigerten damals allen Flugzeugen, die nicht auf US-amerikanischem Boden landen wollten, den Überflug. Der Flug über das Meer führte zu mehr Wind und Wetter und verzögerte unsere Ankunft auf der kubanischen Insel um gute zwei Stunden.

Die Anschläge und der während unseres Aufenthalts auf Kuba beginnende (zweite) Irak-Krieg bestimmten somit auch das politische Klima dieser zwei Wochen. Unser Prof, dessen Frau eine US-Amerikanerin ist, dürfte noch wesentlich stärker als wir Studenten von den Ereignissen mitgenommen worden sein. Mit eiserner Disziplin zog er aber die ganze Fahrt als charmanter und kompetenter Verantwortlicher durch. Hut ab! Da ich in den letzten Jahren ja immer wieder mit Musikensembles oder Schülergruppen unterwegs war, weiß ich, wie dünnhäutig man schon bei Kleinigkeiten werden kann (und die summieren sich ja schnell bei einer größeren Gruppe).

Auch die Kubaner reagierten auf die Anschläge und den Krieg, indem sie überall in den großen Städten (Santiago de Cuba und Havanna) deutlich sichtbare Schilder aufstellten:

Kuba – Gegen den Terrorismus und gegen den Krieg!

Kuba – Gegen den Terrorismus und gegen den Krieg!

Die gleiche Positionierung, nur ohne Fidel.

Die gleiche Positionierung, nur ohne Fidel.

Land und Leute

Die erste Woche verbrachten wir in und um Santiago de Cuba, einer fantastischen Stadt, die ich jederzeit Havanna vorziehen würde (auch wenn dort kulturell noch mehr los ist). Und wie überall zeigte Kuba seine gespaltene Natur: Kulturelle und historische Schätze einerseits, Mangel und Verfall andererseits.

Ein ganz banales, aber möglicherweise unterhaltsames Beispiel sind die folgenden Fotos, die zwei nebeneinander aufgestellte Parkbänke (bzw. deren Überreste) in einem typisch kubanischen Zustand zeigen:

Im ersten Fall fehlt glücklicherweise „nur“ die Rückenlehne, im zweiten Fall, nun ja...

Im ersten Fall fehlt glücklicherweise „nur“ die Rückenlehne, im zweiten Fall, nun ja…

Doch die Kubaner sind ein außerordentlich lebenslustiges, geduldiges und erfinderisches Volk. Wer den Bus nehmen will, weiß, dass er nicht zwingend pünktlich kommt. Und wenn er kommt, wollen statt der üblichen 50-80 Personen locker 120-150 mitfahren. Erstaunlicherweise passen die auch alle da hinein:

Kubanischer Personennahverkehr – mit einer gelassenen Disziplin und der Gewissheit, dass alle mitfahren werden.

Kubanischer Personennahverkehr – mit einer gelassenen Disziplin und der Gewissheit, dass alle mitfahren werden.

Auch beim Wohnen sind die Kubaner in erster Linie eines: genügsam. Darüber hinaus beweisen sie in ihren häufig bescheidenen Verhältnissen ein sicheres Gespür für Eleganz, wie man an diesem Überblick über ein Wohnviertel Santiagos erkennen kann (links unten bin ich gerade noch mit eingefangen worden):

Trotz vieler Mängel und (aus unserer Sicht) fragwürdiger Sicherheitsstandards blitzt immer wieder auch die schlichte kubanische Eleganz durch.

Trotz vieler Mängel und (aus unserer Sicht) fragwürdiger Sicherheitsstandards blitzt immer wieder auch die schlichte kubanische Eleganz durch.

Kultur-Programm

Unser Kulturprogramm war sehr vollgepackt und in der Kombination mit der hohen Luftfeuchtigkeit sowie den dauerhaft sehr warmen Temperaturen ganz schön anstrengend. Nach einem mehrstündigen Rundgang durch Santiago de Cuba saßen wir als ganz Gruppe vor dem Bacardi/Rum-Museum etwas platt auf den Stufen und sehnten uns nach kühlen Getränken und Eis…

Obwohl wir alle ziemlich platt aussehen, es war der Hammer!

Obwohl wir alle ziemlich platt aussehen, es war der Hammer!

Unser Fremdenführer, der einige Beziehungen hatte, sorgte sogar dafür, dass wir die Vorpremiere eines Theaterstücks besuchen konnten. Da es gut anderthalb Stunden nur auf Spanisch ablief, bekamen wir trotz unseres sechsmonatigen Spanischkurses im Vorfeld nur Bruchstücke mit. Kostüme, Masken und Ausdrucksstärke der Spieler und Musiker waren jedoch auch so beeindruckend.

Gute Beziehungen (das sog. „Vitamin B“) führten zum Besuch dieses Theaterstücks, das nach uns kaum noch jemand gesehen haben dürfte...

Gute Beziehungen (das sog. „Vitamin B“) führten zum Besuch dieses Theaterstücks, das nach uns kaum noch jemand gesehen haben dürfte…

Nach dem Ende der Aufführung begleitete uns der Fremdenführer zum Hotel zurück. Dabei erfuhren wir, dass einige der anderen Zuschauer wohl zu einer Kommission gehörten, die beurteilen sollten, ob das Stück öffentlich gezeigt werden dürfe. Angeblich durfte es nicht. Insofern könnten wir zu den ganz wenigen Personen gehören, die dieses – vermutlich systemkritische – Theaterstück zu Gesicht bekamen. Zensur live, eine der vielen widersprüchlichen Facetten Kubas.

Touristen-Luxus

Touristen werden auf Kuba außerordentlich zuvorkommend behandelt, die Unterkünfte sind (abgesehen von den extrem teuren Nobelhotels, die für uns Studenten von vornherein ausgeschlossen waren) sauber und schlicht. Immerhin gab es in unserem Hotel (Las Americas) in Santiago einen Hotelpool, den wir tagtäglich ausgiebig nutzten:

Im Pool – vorne links Multicolorina, hinten in der Mitte ich...

Im Pool – vorne links Multicolorina, hinten in der Mitte ich…

Abends wurde am Pool ein aufwändiges Animationsprogramm durchgezogen. Auch ich durfte mal im Mittelpunkt stehen und mir von unserem Reiseführer die coolsten Moves zeigen lassen. Selbstverständlich meisterte ich sie alle…

Solera – knisternde Erotik auf zwei Beinen... *hüstel*

Solera – knisternde Erotik auf zwei Beinen… *hüstel*

Ganz abgesehen vom kulturellen Programm gab es für mich natürlich auch ganz private Highlights, denn Multicolorina in ihrer ganzen Pracht zwei Wochen lang um mich zu haben, war (und ist bis heute) ein erhebendes Erlebnis. Seht sie euch nur an, da bleibt einem doch glatt die Luft weg, oder?

Wer blendet mehr? Die Sonne oder Multicolorinas Schönheit?

Wer blendet mehr? Die Sonne oder Multicolorinas Schönheit?

Bei einem Karibik-„Urlaub“ (es war ja kein Urlaub, der Begriff „Studienreise“ war in unserem Fall tatsächlich völlig angemessen) darf eines nicht fehlen: Der Besuch am Strand. Bei diesen Temperaturen im Meer baden – himmlisch!

Ohne Gruppenbild kann eine Studienfahrt nicht enden...

Ohne Gruppenbild kann eine Studienfahrt nicht enden…

Einzig die heftige UV-Strahlung setzte einigen von uns Bleichgesichtern arg zu: Eine Mitstudentin legte sich für gut 45 Minuten völlig ohne Sonnencreme zum „Bräunen“ hin. Bis zum Abend war die Haut an ihren Unterschenkeln und Füßen vom heftigen Sonnenbrand so angeschwollen, dass sie nicht mehr in ihre Schuhe passte. Autsch!

Havanna

In Havanna besuchten wir wirklich viele Veranstaltungen an der ISA, die speziell für uns mit einem leider völlig inkompetenten Simultandolmetscher abgehalten werden sollten. Der Professor für kubanische Musikgeschichte legte auf Spanisch los, hörte, was der Dolmetscher daraus machte, unterbrach ihn mehrfach – und warf ihn hinaus, um selbst auf Englisch weiterzumachen. Herrlich!

Die ISA – in dem Ambiente zu studieren... Hach!

Die ISA – in dem Ambiente zu studieren… Hach!

Die Kurse wurden teilweise im Plenum, teilweise in kleinen Niveaugruppen abgehalten. Schön war es, dass auch unser Prof voll dabei war – hier sind wir gerade an den Percussion-Instrumenten:

Und laut sind die Dinger, wenn man sie richtig spielt!

Und laut sind die Dinger, wenn man sie richtig spielt!

Zwischendurch übte ich auch noch mein eigentliches Instrument in den Pausen zwischen den Kursen. Vermutlich können nicht viele von sich behaupten, zum Üben nach Havanna gereist zu sein… 😉

Musiker kennen ihn, den „Fluch des Übens“ – jeden Tag neu ruft das Instrument. Gerade im Studium darf man sich da auch nicht allzu oft eine Auszeit nehmen...

Musiker kennen ihn, den „Fluch des Übens“ – jeden Tag neu ruft das Instrument. Gerade im Studium darf man sich da auch nicht allzu oft eine Auszeit nehmen…

Der Klavierunterricht war einer, der in Niveaugruppen stattfand. Die Dozentin (Elcilia) teilte gnadenlos offen in gut, mittel und schlecht ein. Das Urteil bzw. die Zuteilung wurde vor versammelter Mannschaft verkündet, ab da blieb man unwiderruflich in der Gruppe, der man zugeteilt worden war.

Elcilia war gnadenlos direkt und offen – besonders beliebt machte sie sich daher bei uns nicht, effektiv war es aber, manche Sachen, die sie uns zeigte, spiele ich heute noch.

Elcilia war gnadenlos direkt und offen – besonders beliebt machte sie sich daher bei uns nicht, effektiv war es aber, manche Sachen, die sie uns zeigte, spiele ich heute noch.

Die Methodik war (und ist) simpel: Vormachen, nachmachen – Lob, Tadel. Für Nettigkeiten gab es da kaum Platz...

Die Methodik war (und ist) simpel: Vormachen, nachmachen – Lob, Tadel. Für Nettigkeiten gab es da kaum Platz…

Unvergesslich ist uns Teilnehmern das „Kopieren“, denn für Elcilia war Kopieren nicht etwa das uns bekannte Auflegen des Originals auf die Glasplatte eines Kopiergeräts und das Drücken eines Knopfes. Nein, für Elcilia war das: Sie legt ein Blatt mit Noten auf den Tisch, wir schreiben zu zehnt parallel das Blatt in Din A4-Größe ab. Herrlich!

Neben dem Unterricht an der ISA, der immer Vor- und Nachmittag füllte, gab es ja noch unglaublich viel zu entdecken. Auf einer langen Stadtführung lernten wir die Bar kennen, in der Ernest Hemingway wohl Stammgast war:

Ernest Hemingway war ein großer Kuba-Fan – auch die Revolution konnte ihn nicht abschrecken. In seiner Lieblingsbar hängen bis heute Fotos wie diese, um den Touristen noch ein paar Dollar für Getränke aus der Tasche zu locken...

Ernest Hemingway war ein großer Kuba-Fan – auch die Revolution konnte ihn nicht abschrecken. In seiner Lieblingsbar hängen bis heute Fotos wie diese, um den Touristen noch ein paar Dollar für Getränke aus der Tasche zu locken…

Außerdem führte uns unsere Reiseführerin (in der zweiten Woche war das eine Dame rund um die 50) auch auf das Dach eines mehrstöckigen Gebäudes, wo ein Dachrestaurant neben leckerem Essen auch einen spektakulären Ausblick auf den Hafen und die Altstadt bot. Dabei entstand dieses fantastische Bild, das Multicolorina in ihrer ganzen Schönheit (die bis heute immer nur größer wird) zeigt:

So hübsch, hach!

So hübsch, hach!

Heimkehr

Unsere Heimkehr verlief relativ reibungslos, lediglich der Kälteschock saß tief: Auf Kuba selbst bei Nacht gut und gern 25 Grad Celsius, in Deutschland (Mitte Oktober) eher Temperaturen, die sich zunehmend auf den Gefrierpunkt zubewegten. Das war für ein paar Tage schon herb, gerade in Kombination mit dem Jet-Lag. Doch auch das haben wir überlebt – und trotz der inzwischen vergangenen 15 Jahre sind die zwei Wochen auf Kuba nach wie vor eine meiner angenehmsten Erinnerungen.

Wieder daheim – erschöpft, frierend und absolut zufrieden!

Wieder daheim – erschöpft, frierend und absolut zufrieden!

Bedankt haben wir uns damals schon bei ihm, doch auch nach all den Jahren möchte ich Prof. Dr. Andreas C. Lehmann hier noch einmal meinen Dank aussprechen. Angesichts der heiklen politischen Situation war diese Fahrt sicher Anlass für das eine oder andere graue Haar. Aber das steht ihm sicher hervorragend!

Getaggt mit , , , , , , , , , , , , , ,

Song des Tages (72) – 2016-11-22

Jeden Tag empfehle ich einen Song als den „Song des Tages“. Heute wird’s ein wenig sentimental. Es mag am windigen Wetter der letzten Tage/Wochen liegen, irgendwie wünscht man sich da – zumindest für den einen oder anderen Moment – einen schwülen Sommertag herbei, an dem das Leben langsam und zähflüssig dahinkriecht. Und kein Song kann dieses Gefühl besser vermitteln als die Version von „Summertime“, die Ella Fitzgerald und Louis Armstrong auf dem Porgy & Bess-Album aufgenommen haben.

Das gesamte Album ist von derart hoher Qualität, man kann es nicht oft genug anhören. Die CD hatte ich mal, dann habe ich sie verliehen – und anscheinend teilte der Entleiher meine hohe Meinung von der Qualität, deshalb habe ich sie seit Jahren nicht mehr… Aber der iTunes Store hat vor einigen Jahren Abhilfe für dieses Problem geschaffen.

Am schönsten an dieser Fassung von „Summertime“ ist eine von Satchmos liebenswertesten Marotten: Er „grunzte“ immer schon los, bevor er eigentlich singen musste. Hört euch mal die Stelle ab 2:30 an. Noch bevor er mit seiner Strophe einsetzt, vernimmt man ganz deutlich dieses tief aus dem Hals kommende, beinahe schon monströse Räuspern. Es klingt vielleicht abfällig, aber genau deswegen liebe ich Louis Armstrong als Sänger – niemand sonst hätte so etwas auf die Platte gelassen, er schon.

Alle Songs in meiner freigegebenen Apple Music-Playlist.

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