Der erste „offizielle“ Halbmarathon

Genau vor einer Woche habe ich meinen ersten „offiziellen“ Halbmarathon absolviert – und es war ein spannendes Erlebnis.

Im Ziel, direkt vor dem Ulmer Münster – gut durchgeschwitzt und ziemlich geplättet...
Im Ziel, direkt vor dem Ulmer Münster – gut durchgeschwitzt und ziemlich geplättet…

Eigentlich bin ich ja ein absoluter Individualsportler, der beim Laufen gerne seine Ruhe (bzw. sein Hörbuch oder seine Playlist) hat. Das ist bei einem derartigen Massenevent wie dem Beuerer Halbmarathon in Ulm schlicht undenkbar, denn da gehen einige Tausend Läufer an den Start, entsprechend gedrängt geht es dann auch auf den Straßen und Wegen zu – zumindest anfänglich…

Angemeldet hatten meine Frau und ich uns bereits vor Monaten, denn wer sich früh einschreibt, zahlt nur die Hälfte. Irgendwie hätten wir uns ja auch vorbereiten können, doch ich rannte nach wie vor jeden Tag meine übliche 16-17 Kilometer lange Runde, ließ am Tag vorher einfach zwei Kilometer weg, um ein bisschen Energie einzusparen, dann war der „Tag X“ gekommen und es ging auch schon los.

Organisation und Umstände

Die Organisation des Beuerer Halbmarathons ist wirklich exzellent. Der Weg ist perfekt ausgeschildert, da kommen absolut keine Unklarheiten auf. Außerdem ist alles durchorganisiert: Von der Verstauung der persönlichen Utensilien in einem LKW, der alles zum Zielort transportiert über die digitale Zeitnahme bis hin zur Verpflegung und den Duschen für nach dem Lauf. Obwohl es mein erster Lauf dieser Art war, bestand kaum Unruhe hinsichtlich dieser Aspekte.

Aufgeregt war ich jedoch trotzdem – und zwar wie die Hölle! Das lag vor allem daran, dass ich mich leicht einschüchtern lasse, wenn um mich herum tausende von Läufern, alle in voller Montur, viele mit etlichen bereits absolvierten Läufen genau dieser Art auf dem Buckel (etc.), ihre letzten Vorbereitungen treffen. Dazu kam, dass ich um die Uhrzeit, als wir in Ulm erst starteten, daheim schon seit drei Stunden fertig gewesen wäre. Alles in allem waren die Umstände also sehr ungewohnt, was sich auch in einem erhöhten Puls niederschlug.

Der Lauf an sich

Nun gut, ich reihte mich in der Gruppe ein, die eine Zeit von 1:50 h für die 21,1 Kilometer anpeilten. Ein erfahrener Kollege hatte mir geraten, mich weit vorne in der Gruppe zu positionieren, was ich auch tat. Doch nach 1,5 oder 2 Kilometern waren die mir zu langsam, also zog ich kurzerhand vorbei; im Hinterkopf immer den Gedanken: „Hochmut kommt vor dem Fall“

Ich rechnete damit, das Tempo nicht komplett durchhalten zu können. Doch es ging… und ging… und ging… Als ich bei Kilometer 17 immer noch einen Schnitt von 4:45 Minuten/km hielt und meine Reserven nicht erschöpft waren, realisierte ich, dass es wohl so bis zum Ende gehen könnte. Und tatsächlich klappte es.

Gerade durch‘s Ziel gewitscht: 1:39:04 h für die 21,1 km – geschafft!
Gerade durch‘s Ziel gewitscht: 1:39:04 h für die 21,1 km – geschafft!

Kaum war ich durch‘s Ziel „geflogen“ (ging nicht, weil die Läufer vor mir quasi direkt hinter der Ziellinie stehen geblieben waren), erreichte mich eine automatisierte SMS mit meiner Laufzeit: 1:39:04 h.

Überraschend gute Zeit, für einen Moment war ich echt stolz auf mich!
Überraschend gute Zeit, für einen Moment war ich echt stolz auf mich!

Hui! Mit so einer guten Zeit hatte ich nicht gerechnet. Insgeheim hatte ich mir gewünscht, eine Zeit von etwa 1:40 h zu schaffen, ging aber nicht davon aus, das unter den Umständen zu schaffen – daher war ich echt stolz auf das Ergebnis.

Von den mehreren Tausend Läufern habe ich den Platz 552 erreicht (nur Männer: Platz 506), von den Männern zwischen 40 und 45 den 70. Rang. Keine Ahnung, ob das gut ist, aber ich war vollauf zufrieden.

So findet man mich in der Gesamtwertung aller teilnehmenden Männer.
So findet man mich in der Gesamtwertung aller teilnehmenden Männer.

Meine Frau hatte sich als Ziel eine Zeit unter zwei Stunden gesetzt – und es auch geschafft (sogar überdeutlich)! Das musste mit einem Selfie (beim Gehen aufgenommen, daher wirkt es etwas unentspannt) honoriert werden!

Beide erfolgreich ins Ziel gekommen, gute Stimmung und tolles Wetter – TSCHAKA!
Beide erfolgreich ins Ziel gekommen, gute Stimmung und tolles Wetter – TSCHAKA!

Fazit

Das Erlebnis war wirklich sensationell, allerdings weiß ich nicht, ob ich in den kommenden Jahren wieder an solch einem Massenevent teilnehme. Laufen macht auch ohne den Aufwand (sowohl finanziell als auch ökologisch und zeitlich) Spaß. Andererseits ist so etwas einmal im Jahr durchaus eine tolle Abwechslung. Mal sehen…

Mit der Finisher-Medaille, allerdings war ich da gerade sehr hungrig, daher der gierige Blick!
Mit der Finisher-Medaille, allerdings war ich da gerade sehr hungrig, daher der gierige Blick!

Addendum

Als wir später am Tag wieder daheim angekommen waren und sich bereits die ersten Anzeichen für die Muskelkater-Qualen des folgenden Tages abzeichneten, erfuhren wir, dass bei diesem Sportevent tatsächlich ein Läufer, ein recht junger Mann von ca. 30 Jahren, im Zieleinlauf kollabiert und später im Krankenhaus gestorben ist. Das hat der Hochstimmung nach dem Lauf dann doch einen deutlichen Dämpfer verpasst. Hoffentlich wiederholt sich das in den kommenden Jahren nicht.

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Der erste Halbmarathon 2018

Hui, es gibt mal wieder News von der Sportfront. Gestern bin ich – völlig ungeplant – meinen ersten Halbmarathon im Jahr 2018 gelaufen. Irgendwie ergab er sich einfach so…

Stress- und Fresstag…

Der 11. Mai war ein wirklich anstrengender Tag: Zur Schule mit einem Pedelec, dessen Elektronik streikte (also ohne jegliche Antriebsunterstützung, dafür mit dem zusätzlichen Gewicht, das ein Pedelec nun einmal mit sich bringt), auf dem Rücken der gut gefüllte Rucksack mit Material für den Unterricht sowie Big Band-Noten (ein dickes Pack) sowie ein Gig-Bag mit Trompete und Dämpfern. Dann fünf Stunden Unterricht, eine Stunde Umbau der Aula, dann Proben-Nachmittag bis kurz nach 16:00 h, ab zum Fahrrad-Laden, um den Austausch der Elektronik anzuleiern… Bis ich daheim war, war es fast 17:00 h. In Windeseile erledigte ich noch die ausstehenden Sport-Aktivitäten, um meinen inneren Monk zu befriedigen (die Liste muss abgehakt werden), danach fiel ich in ein von Müdigkeit überschattetes Fress-Koma. An diesem Abend kamen sicherlich noch gut 2.500 Kalorien zusammen – zusätzlich zu allem anderen, das ich an diesem Tag schon verzehrt hatte…

…und Kompensation

Samstag (12.5.) früh: 5:45 h aus dem Bett, erst einmal die Twitter-Timeline nachgelesen (der vorige Abend war da nicht mehr sehr ergiebig gewesen), dann rein in meine Laufklamotten und los. Da ich in leicht grüblerischer Stimmung war, verzichtete ich darauf, mein aktuelles Hörbuch fortzusetzen – ich hätte mich ohnehin nicht darauf konzentrieren können. Statt dessen nutzte ich die Song des Tages-Playlist (für Apple Music-Abonnenten hier zu finden), die bei zufälliger Wiedergabe eine perfekte Abwechslung genau der Songs/Stücke brachte, die mir ohnehin gefallen.

Dann lief ich los, völlig ohne Plan. Als ich gerade in der nächsten Ortschaft angekommen war, reifte die Idee, am Ende meiner normalen Strecke (also an dem Punkt, an dem ich normalerweise wieder umdrehe) einfach noch einen extra Schlenker anzuhängen. Kaum war ich dort, fühlte ich mich einer weiteren Runde gewachsen, also hängte ich auch noch ein wenig mehr dran. Ab dem Punkt war klar: Wenn schon, denn schon – Halbmarathon!

Eine wundervolle Runde bei exzellentem Wetter – himmlisch!
Eine wundervolle Runde bei exzellentem Wetter – himmlisch!

Da mir der vorige Tag noch etwas in den Knochen steckte, ging ich von einem ziemlich furchtbaren Tempo aus, doch das stimmte gar nicht, da mein „Pace“ bei 5:19/km lag:

Die Überraschung des Tages: Ein recht gutes Tempo für den Morgen nach einem „heftigen“ Tag...
Die Überraschung des Tages: Ein recht gutes Tempo für den Morgen nach einem „heftigen“ Tag…

Die 351 Höhenmeter sind nur Steigungsmeter, abwärts wird nicht gezählt. Und diese Strecke bietet einige Steigungen, manche kurz und heftig (die gehen ja immer ganz gut), andere lang und fies (sie wirken aus der Entfernung immer so harmlos, sind aber genau das Gegenteil). Doch rein landschaftlich ist es zu dieser Jahreszeit ein absolutes Vergnügen da entlang zu laufen, weil sich die Natur momentan so exzessiv entfaltet.

Hmmm, alles in allem ein schöner Lauf, aber heute gab es wieder das Standard-Programm, schließlich muss da noch einiges für die kommende Woche vorbereitet und leckeres Essen zubereitet werden…

Noch zwei meiner üblichen Morgenläufe, dann habe ich die (ersten) 2.000 Kilometer in diesem Jahr voll:

Bald sind die ersten 2.000 Kilometer in diesem Jahr voll, mein Jahresziel ist aber weiterhin undefiniert, auf keinen Fall wird es wieder auf die 6.000 vom letzten Jahr hinaus laufen...
Bald sind die ersten 2.000 Kilometer in diesem Jahr voll, mein Jahresziel ist aber weiterhin undefiniert, auf keinen Fall wird es wieder auf die 6.000 vom letzten Jahr hinaus laufen…

Termine, Konzert(e), Stress…

Dem einen oder anderen wird es aufgefallen sein: Am vergangenen Sonntag habe ich keinen Eintrag zum Thema „Album der Woche“ veröffentlicht. Der Grund ist vollkommen banal: zu viel zu tun. Am Montag Abend fand von der Schule aus unser Adventskonzert statt – als Leiter der Fachschaft Musik war ich entsprechend eingebunden. Die Organisation im Vorfeld hatte gut geklappt, die Proben in der (leider extrem kalten) Kirche klappten gemäß Planung, auch den Nachmittagsunterricht absolvierte ich noch ganz normal, dann gab es eine gute Stunde Pause, danach stand ich im Anzug wieder in der Kirche, gegen 21:45 h war ich wieder daheim – ein langer Tag!

Gleichzeitig ein lohnender, denn das Konzert kam gerade in seiner großen Vielfältigkeit (acht verschiedene Ensembles, die zum Teil noch einmal untereinander kombiniert wurden) und aufgrund der Tatsache, dass man die im Vorfeld geleistete Arbeit spüren und das Ergebnis entspannt genießen konnte, sehr gut an. Hier gibt es einen Bericht (natürlich etwas voreingenommen, da von einer Kollegin geschrieben, aber auch nicht übertrieben…), sogar mit Bildern.

Am Dienstag hing ich dementsprechend noch ein bisschen durch, fraß mir aber gleich das am Montag verloren gegangene Kilo wieder an – Schokokekse, lecker! Dieser Energieschub brachte mir am Mittwoch früh gleich einen neuen Rekord beim aktuell allmorgendlichen Halbmarathon ein:

Unerwartet ging es schon wieder um mehr als eine Minute schneller...
Unerwartet ging es schon wieder um mehr als eine Minute schneller…

Und das, obwohl ich immer noch bei gerade einmal 8 km/h starte. Ich glaube, das muss ich morgen früh mal ändern und gleich mit 9 km/h einsteigen, dann verliere ich am Anfang nicht so viel Zeit beim „Einlaufen“. Immerhin liege ich gut im Schnitt: Im Dezember habe ich bislang fast 300 Kilometer geschafft.

Gut unterwegs, trotzdem wird es ganz schön knapp...
Gut unterwegs, trotzdem wird es ganz schön knapp…

Mein Schnitt ist somit bei 20,97 km/Tag (nur im Dezember!), also bin ich nah an meiner Planung. Um die 6.000 km vollzubekommen, muss ich noch fast 400 weitere Kilometer im verbleibenden Rest des Monats schaffen – das schreit nach einer „kreativen“ Lösung (ich hoffe auf die Wochenenden, denn da kann ich etwas länger schlafen, was dann auch ein paar längere Läufe ermöglicht). Ich werde wieder berichten, wenn sich etwas ereignet. Auch das „Album der Woche“ kommt am schnell nahenden Wochenende wieder!

Der Countdown läuft

Bei meinem letzten Blog-Eintrag, der sich auf die Lauferei bezog (hier), äußerte ich den „verrückten“ Gedanken, doch noch die 6.000 Kilometer in diesem Kalenderjahr zu schaffen, wenn ich jeden Tag im Dezember mindestens 20 Kilometer renne. Nun, so albern der Gedanke auch ist, irgendwie hat mich dabei der Ehrgeiz gepackt, also laufe ich im Moment im Schnitt etwas mehr als 20 Kilometer pro Tag.

Neun Läufe, etwas mehr als 180 km – es geht voran.
Neun Läufe, etwas mehr als 180 km – es geht voran.

Alles in allem ist das Laufen in der Menge völlig ok, ich muss nur jeden Tag gut zwei Stunden einplanen. Wenn ich auf dem Laufband bin, schwitze ich nicht gerade wenig:

Wohlbemerkt: Das Selfie entstand *nach* dem Abtrocknen...
Wohlbemerkt: Das Selfie entstand *nach* dem Abtrocknen…

Außerdem ist das Ermüdungsniveau danach nicht ganz zu vernachlässigen. Meine Frau hat ein kleines Foto von mir gemacht, als ich mich „mal für fünf Minuten“ auf unser bequemes Sofa gesetzt habe:

Kurz mal auf die Couch gesetzt – schwerer Fehler!
Kurz mal auf die Couch gesetzt – schwerer Fehler!

Schön ist, dass ich auf diese Weise morgens immer wieder mal einen Film ansehen kann. So kam ich gestern in den Genuss von „Die Akte Grant (The Company You Keep)“, einem genial spannenden Film von und mit Robert Reford:

Ein absoluter Wahnsinnsfilm mit perfekter Starbesetzung – sehenswert!
Ein absoluter Wahnsinnsfilm mit perfekter Starbesetzung – sehenswert!

Heute früh war es „Twelve Years A Slave“, ein ungemein fesselnder und dramatischer Film. Er war sogar so spannend, dass ich ein recht gutes Tempo anschlug – am Ende schlug ich meinen Halbmarathon-Rekord um etwas mehr als anderthalb Minuten. Schick!

Erstaunlich, wie schnell mich ein spannender Film macht...
Erstaunlich, wie schnell mich ein spannender Film macht…

Mal sehen, ob ich das „Projekt 6.000“ bis zum Ende durchhalte. Einen echten Druck gibt es nicht, nur mein eigener – nach Ansicht meiner Frau „spinniger“ – Ehrgeiz treibt mich an. Und dummerweise muss ich rein rechnerisch auch noch ein bisschen mehr an Kilometern schaffen, denn wenn ich weiterhin „nur“ 20 Kilometer am Tag renne, benötige ich noch knapp 25 Tage, um mein Ziel zu erreichen. So viele Tage sind in dem Monat aber nicht mehr vorhanden… Es bleibt also spannend, ich werde berichten, wie es ausgeht.