Song des Tages (24) – 2016-10-05

Jeden Tag empfehle ich einen Song als den „Song des Tages“. Als meine Brüder und ich früher einmal pro Woche die Musik-Sendung „Formel Eins“ mit Ingolf Lück und Stefanie Tücking im Fernsehen angesehen haben (Mini-Exkurs: Ich weiß nicht mehr, ob er für Regie oder Kamera zuständig war, aber der Name Kai von Kotzen im Abspann gehörte zu den Highlights unseres noch recht schlichten Landeier-Humors…), gab es immer wieder Stücke, an denen sich unsere Geister schieden. Eines davon ist der heutige Song des Tages: „Magic Touch“ von Mike Oldfield:

Meine Brüder konnten mit Mike Oldfield nie viel anfangen, ich dagegen mochte ihn sehr. Tja, über Geschmack lässt sich bekanntlich nicht streiten — dummer Spruch, denn streiten kann man schier endlos darüber, nur wird halt niemals eine befriedigende Lösung dabei herauskommen. Auf jeden Fall mag ich Mike Oldfield immer noch, daher müsst ihr ihn heute auch ertragen… 😉

Alle Songs in meiner freigegebenen Apple Music-Playlist.

Gelesen: „Die Fäden der Zeit“ von Lori M. Lee

Zu den „sechs Büchern für 2016“ (hier) gehörte in meinem Fall auch „Die Fäden der Zeit“ von Lori M. Lee. Ungefähr Mitte August war ich mit der Lektüre durch, also kann das Buch als abgehakt gelten – uff, wieder eins weniger auf der Liste!

„Die Fäden der Zeit“ – ein Buch, das bei mir einen etwas zwiespältigen Eindruck hinterlassen hat.
„Die Fäden der Zeit“ – ein Buch, das bei mir einen etwas zwiespältigen Eindruck hinterlassen hat.

In diesem Fall bin ich auch wirklich froh gewesen, das Buch endgültig (virtuell) weglegen zu können, denn so ganz warm geworden bin ich mit dem Schreibstil und der etwas konfusen Handlung nie geworden. Meine Kritikpunkte Liste ich gleich en detail auf…

Kritikpunkte

Einerseits störte mich permanent, dass die Protagonistin den ganzen Roman über mit einer himmelschreienden Unsicherheit auftritt und agiert. Egal worum es geht, sie wird von Selbstzweifeln förmlich zerrissen, wodurch sie immer wieder quasi handlungsunfähig wird – was mir diesen Charakter einfach komplett verleidet hat.

Ein Beispiel dafür: Kai, die siebzehnjährige Protagonistin, sucht nach ihrem „Bruder“ Reev, der aber gar nicht ihr Bruder ist, weil er sie vor vielen Jahren als Waisenkind bei sich aufgenommen hat. Gemeinsam mit Avan, einem sowohl wunderhübschen (da muss ich immer an „Twilight“ mit seinen glitzernden Vampiren denken, obwohl ich keinen der Filme gesehen habe…) als auch besonders begabten Freund, macht sie sich auf die Suche. Alle paar Seiten muss man wieder lesen, dass sie sich beim Reiten von hinten an Avan drückt und vor Leidenschaft fast vergeht. Sobald er ihr aber etwas mehr Nähe anbietet, schlägt sie ihm jedes einzelne Mal die Tür vor der Nase zu – nur um sich gleich darauf über sich selbst zu ärgern. Ein-, zwei-, vielleicht sogar dreimal würde ich das ja hinnehmen, aber es zieht sich wirklich durch das gesamte Buch. Das ermüdet ungemein. Zumindest mich.

Dann kommt der aus meiner Sicht größte Punkt der Enttäuschung: Kai kann dank einer ihr selbst nicht vertrauten Gabe die „Fäden der Zeit“ manipulieren, was sich im Roman als kurzzeitige Verlangsamung darstellt. Einmal wird sie angegriffen, verlangsamt die Zeit, schlüpft aus der Umklammerung der Angreiferin und kann so die Situation zu ihrem Vorteil wenden.

Diese Fähigkeit hatte mich damals in der Beschreibung am meisten interessiert, immerhin ist es ja auch das fantastische Element schlechthin, das allein schon ein gewisses Interesse an diesem Roman rechtfertigt. Leider wird diese Fähigkeit nur wenige Male und dann immer nur ganz oberflächlich angesprochen. Was für eine Enttäuschung!

Kai ist sich der Tatsache bewusst, dass sie diese Gabe nicht gut beherrscht. Also erwartet man als Leser, dass sie sie trainiert und im Experiment weiterentwickelt, um sie irgendwann effektiv einzusetzen. Oder? Leider völlige Fehlanzeige, mehr als drei oder vier Mal kommt die Sache nicht zur Sprache, Weiterentwicklung oder Erforschung sind völlig ausgeschlossen. Diese völlige Determination des wichtigsten Charakters im Buch ohne jegliche Möglichkeit einer Weiterentwicklung degradiert den Roman zu einer reinen Deskription: Der Leser darf zugucken, aber er darf keine Entwicklung mit den Charakteren durchlaufen. Schade, sehr schade.

Mehr schreibe ich jetzt nicht dazu, sonst bereue ich die investierte Lesezeit noch mehr als ohnehin schon. Mittlerweile habe ich herausgefunden, dass es noch mehrere Fortsetzungen von dieser Geschichte gibt. Wenn die alle so statisch mit den Charakteren umgehen, möchte ich keinen einzigen Buchstaben davon lesen.

Fazit

Wie meine Kritik schon deutlich machte, ist der Roman eher enttäuschend, zumindest hat er mich nicht überzeugt. Es gibt ein paar vereinzelte spannende Stellen, die ich dann genutzt habe, um wieder Hoffnung zu schöpfen – die dann aber leider fast jedes Mal wieder enttäuscht wurde.

Was mich vor allem frustriert hat, war die Tatsache, dass es so viele grundsätzlich gute, wenn nicht gar hervorragende, Ideen gibt, die halt einfach nur schlecht umgesetzt sind. Die grundlegende Story aus der Hand eines Stephen King oder Dean Koontz wäre ein absoluter Knüller!

Gut, ich wende mich wieder (aus meiner Sicht) besserer Literatur zu, der vierte Band des „Dunklen Turm“-Zyklus („Glas“) ruft mich…

Hotarus Filmchallenge – September 2016

  • (36) Auto: Taxi (weitere Infos) – Deutschland ist ein Land der Autonarren, es heißt ja oft, das Auto sei der Deutschen „liebstes Kind“. Nur bei mir ist das nicht so. Ich kann nicht völlig auf das Auto verzichten, weil es mit drei Kindern und diversen Musikinstrumenten, die nun einmal gelegentlich von einem Ort zum anderen transportiert werden müssen, schlicht notwendig ist. Doch ich liebe das Auto nicht, es ist nur ein Hilfsmittel, ein Utensil für mich. Wo andere Leute aus ästhetischen Gründen einen Kratzer oder eine Beule sofort entfernen lassen würden, gucke ich nur nach, ob das durch die Lackschichten hindurch ging – wenn nicht, muss auch erst einmal nichts gemacht werden… Um so verwunderlicher ist es eigentlich, dass ich an „Taxi“ einen solchen Narren gefressen habe, denn dieser Film zelebriert genüsslich das Vernarrt-Sein ins eigene Automobil. Die Handlung ist zwar simpel, aber (für eine Komödie) absolut überzeugend konzipiert (es dürfte schon sehr schwer werden, ein ungleicheres Protagonistenpaar zu finden) und zugleich sensationell lustig. Mittlerweile habe ich den Film mindestens sechs oder sieben Mal gesehen, ich lache immer noch – da gehen noch ein paar Mal…
  • (37) Monster: Die Monster Uni (weitere Infos) – Im Gegensatz zu „Rango“ (hier) ist „Die Monster Uni“ ein Paradebeispiel für einen Film, dem es perfekt gelingt, Eltern und Kinder gleichermaßen anzusprechen. Nie (nun gut: fast nie, „Die Monster AG“ war auch superb!) waren Monster sympathischer und menschlicher, die Handlung ist gut aufgebaut, weist den einen oder anderen Kniff auf – und die Lacher kommen nicht zu kurz (Stichwort: „Ich geh’ nicht wieder in den Knast…“). Kurz: Monster im besten Sinn.
  • (38) Polizist/in: Stirb langsam (weitere Infos) – Mit Sicherheit gehört John McClane zu den bekanntesten Film-Polizisten, die die Welt bislang gesehen hat. In klassischer Wild-West-Manier ist er der harte Law & Order-Typ, für den sich ein gewisser Präsidentschaftsanwärter in den US of A anscheinend hält. In mittlerweile fünf Teilen verkörpert Bruce Willis den Mann mit eisernen Prinzipien, der jedes Mal gefühlt 20 Liter Blut und drei Gliedmaßen verliert, bis er am Ende – selbstverständlich mit einem endcoolen Spruch auf den Lippen – den Bösewicht abserviert. Mit der Realität hat das nicht viel zu tun, als Unterhaltung ist es dagegen perfekt. Gerade die Teile 1, 3 und 4 kann ich mir immer wieder ansehen (wie so oft ist der zweite eher schwach).
  • (39) Buch: Der englische Patient (1, 2) – Das ist jetzt sicherlich ein bisschen verwirrend, doch ich habe den Film genannt, weil ich ihn mir nicht angesehen habe. Vermutlich sehe ich ihn mir niemals an. Der Grund ist das Buch, denn das war fantastisch. Mein Bruder hat es mir zu Weihnachten 1992 oder 1993 geschenkt, sein wichtigstes, vielleicht einziges (?) Auswahlkriterium war gewesen, dass es den Booker Prize gewonnen hatte. Und der Roman nahm mich völlig gefangen – weniger durch seine etwas verworrene Handlung, vielmehr durch seine Sprache. Seitdem habe ich kaum ein anderes Buch gelesen, das derart poetisch geschrieben war. Und gerade weil dieses Buch auf mich so umwerfend wirkte, scheue ich davor zurück, den Film anzusehen. Egal wie gut er ist, er wird nie an das Buch heranreichen können.

Hier gibt es alle meine Beiträge zu Hotarus Film-Challenge an einem Ort.

Hörtipp: „Professor Satchafunkilus and the Musterion of Rock“ von Joe Satriani

Hammer-Album vom Altmeister der E-Gitarre
Hammer-Album vom Altmeister der E-Gitarre

Joe Satriani gehört zu den gottgleichen E-Gitarristen, die bereits während meiner Adoleszenz bekannt waren und Maßstäbe für alle anderen E-Gitarristen setzten. Manch einer ließ sich von seinem exorbitant beeindruckenden Können einschüchtern und letztendlich vom eigenen Eifer abschrecken, andere (z.B. mich) inspirierten sie zu langen Übeabenden und -nächten (teilweise auch spürbar zu Lasten der schulischen Leistungen). In meiner Band (jaaaa, die eine, die sich nach jedem Auftritt umbenennen musste, damit noch Leute in die spärlichen Konzerte kamen) spielten wir sogar ein oder zwei seiner Stücke (ich bin mir zumindest bei „Big Bad Moon“ vom Album „Flying In A Blue Dream“ sicher).

Aber ich schweife ab, denn heute geht es nicht um Kindheitsreminiszenzen! Vor ein paar Tagen begann ich einfach mit einer Suche in Apple Music, gab nacheinander ein paar Namen von mir geläufigen und von mir geschätzten Gitarristen ein, dann ließ ich mich von der Neugier treiben, hörte kurz in die Alben hinein, um dann einige auf meinem iPad zu sichern, andere links liegen zu lassen etc. Sehr hilfreich war auch die Funktion „Das könnte dir auch gefallen…“, denn über diese Schiene entdeckte ich das Album, dessentwegen ich diesen Blog-Eintrag schreibe.

Joe Satriani startete als purer Rock-Gitarrist, nahm im Lauf der Jahre auch einige funkige, balladeske, aber auch härtere Stücke auf, fast immer instrumental, gelegentlich wagte er sich auch selbst als Sänger aus Mikrofon (was nicht einmal schlecht war). Später wich er in den Bereich des Jazz aus, in den letzten Jahren kehrte er – sehr zu meiner Freude – wieder zu seinen Wurzeln im Rock zurück, allerdings schön angereichert mit Elementen aus allen Bereichen, in denen er sich dazwischen herumgetrieben hat.

Mit dem Eintritt ins Musikstudium hörte ich wenig bis gar keine meiner alten Gitarren-Idole, da ich auf die klassische Schiene fixiert war, die ja nun einmal eher meinem Studienfach als Diplommusiker, also dem Musiker im Symphonie-Orchester, entgegenkam. Vor ein paar Jahren jedoch erwachte die Lust an der gitarrenlastigen Musik aufs Neue, überwiegend durch die Band Rush, und selbstverständlich kam auch Joe Satriani wieder ins Spiel.

Das Album „Professor Satchafunkilus and the Musterion of Rock“ ist perfekt gemischt, wenn man das mit guten Kopfhörern oder Boxen (Muarharhar…) hört, fegt es einen glatt von den Füßen. Stückempfehlungen gebe ich gar nicht erst ab, denn sie sind so facettenreich, dass man fast überall etwas entdecken kann, was toll ist (aber das erste Stück ist schon einmal sensationell).

52 Wochen – Teil 27 („Autsch!“)

Man sieht es mir nicht zwingend an, doch ich bin ein sehr ungezügelter Esser, wenn es um Süßigkeiten und anderen Knabberkram geht. Meine Kollegen in der Schule können davon ein Lied singen, denn keine der Süßigkeiten, die als „für alle“ gekennzeichnet sind, bleiben lange von meiner Gier verschont.

Ich bin mir nicht ganz sicher, woher diese ungezügelte Lust auf Süßes kommt, möglicherweise war es das Aufwachsen mit vier Geschwistern (die ebenfalls Süßes mögen), oder aber ich bin einfach nur süchtig. Leider ergibt sich daraus ein Problem für mich: In meiner Gier beiße ich mir immer wieder auf die Zunge oder – noch schlimmer – in die Backe. Und dann sehe ich so aus: Autsch!

Autsch! Das tat weh!
Autsch! Das tat weh!

Zur Aktion „52 Wochen“

Seit nunmehr 27 Wochen läuft Zeilenendes Foto-Aktion „52 Wochen“, an der ich teilnehme (hier findet man alle meine Beiträge). Ziel ist es, jeden Sonntag ein neues Selfie oder Portrait einzustellen. Wenn man lustig ist, kann man ihm auch ein bestimmtes Motto verpassen, was mir besonders liegt, daher gab es bislang eigentlich ausschließlich Fotos mit einem bestimmten Motto. Die üblichen und allesamt sehenswerten Teilnehmer sind:

Hotarus Filmchallenge – Nachgeholt 3: Mai & Juni 2016

  • (18) See: „Hinter dem Horizont“ (weitere Infos) – Der Film ist ein optisches Spektakel sonder gleichen, die darin erzählte Geschichte dramatisch und anrührend zugleich – am schönsten ist jedoch, dass ein See in den Schweizer Alpen als Paradies dargestellt wird. Und durch die filmische Überhöhung wirkt er auch wirklich atemberaubend schön. Allein der betörende Anblick dieses malerischen Sees ist es wert, den Film anzusehen.
  • (19) Teufel: „Im Auftrag des Teufels“ (weitere Infos) – Ich glaube nicht an einen Teufel, doch fasziniert mich die Gestalt eines personifizierten Bösen aus musikalischer, literarischer und filmischer Sicht. Ganz offensichtlich ging es vielen anderen Menschen in den vergangenen Jahrtausenden ganz ähnlich, denn die Religionen wie auch die Sagenwelt sind voll von solchen Gestalten. An dem Film gefällt mir eigentlich nur die überzeugend diabolische Art, wie Al Pacino den aalglatten Anwalt, der doch nur im Dienst des Bösen unterwegs ist, darstellt. Irgendwie liegt ihm diese Rolle, nur in „Der Pate“ (hier) war er noch besser…
  • (20) Katze: „Alien – Das unheimliche Wesen aus einer fremden Welt“ (weitere Infos) – Die Katze spielt eine ganz kleine Nebenrolle, wird jedoch an einer Stelle zum Unheilbringer: Die Stärke des Films liegt in den ganz langen Passagen, in denen man von besagtem Alien überhaupt nichts sieht. Jeder Zuschauer weiß: Es ist da, es ist gefährlich. Doch bekommt man es schlicht nicht zu Gesicht. Dann muss ein Besatzungsmitglied die entlaufene Katze wieder einfangen, wozu er durch ein gefühlt endloses System von Lagerräumen streift. Der Zuschauer platzt schier vor Spannung, denn hinter jeder Kiste, um die nächste Ecke, verborgen hinter einem Schott – überall könnte das fiese Viech lauern. Und die Stelle zieht sich hin. Gerade wenn die Spannung abzuflauen und in Langeweile umzuschlagen droht, findet der arme Kerl die Katze. Als er sie aufheben will, erscheint das Alien im Hintergrund und „macht ihn alle“. Er selbst realisiert die Gefahr erst, als die Katze zu fauchen beginnt, daher bleibt die Katze den Zuschauern meist gut im Gedächtnis.
  • (21) Schule: „Der Club der toten Dichter“ (weitere Infos) – Das klingt jetzt sicher ganz furchtbar abgedroschen, doch der Film hat bei nicht wenigen heutigen Lehrern tatsächlich etwas zur Berufswahl beigetragen. Bei mir sicher auch, wenngleich eher unterschwellig. Und je älter ich werde, desto weniger dränge ich mich den Schülern kumpelhaft auf. Eher im Gegenteil, ich genieße die mit dem gestiegenen Alter gewachsene Distanz. Aber dennoch: Der Film zeigt die unglaubliche Macht, die ein Lehrer oft auf ganz subtile Art und Weise innehat, die Lenkung, die eine ganze Klasse oder auch nur einen einzelnen Schüler dazu verleitet, ein neues Interessengebiet zu entdecken, ein neues Hobby aufzugreifen oder sich ernsthafter mit einem ganz bestimmten Thema auseinanderzusetzen, das derjenige vorher gar nicht auf dem Schirm hatte. Noch dazu sensibilisiert der Film gut für die Gefahren einer zu starken Identifikation…
  • (22) Grenze: „The Last Castle – Die letzte Festung“ (weitere Infos) – Bei diesem Film geht es nicht um eine territoriale Grenze, vielmehr liegt der Fokus auf einer moralischen/ethischen Grenze. Robert Redford brilliert als gealterter aber völlig integrer General, der bei einem Kommandounternehmen gegen den Befehl des Präsidenten verstoßen und versagt hat, wofür er eine zehnjährige Haftstrafe absitzen muss. Seine Integrität steht der Fiesheit und dem unverhohlenen Sadismus des Gefängnisleiters diametral gegenüber. Zwischen den beiden entbrennt ein Machtkampf, der selbstverständlich dramatisch enden muss. Spannend für den Zuschauer ist vor allem das gekonnte Nachzeichnen von menschlicher Schwäche bei der Person, die die meiste Macht ausübt (Gefängnisleiter), und das natürlich wachsende Vertrauen der Mithäftlinge zum moralisch integren Alt-General.
  • (23) Hotel: „The Shining“ (weitere Infos) – auch wenn Stephen King diese filmische Umsetzung nicht mochte/mag, gibt es meiner Meinung nach kaum einen gruseligeren Film, der gegen Ende eine Wahnsinns-Klimax hinlegt. Nachts und allein kann ich den nicht ansehen. Im Zentrum steht immer das Mysterium um das abgeschieden gelegene Hotel, das anfällige Personen während des Winters in den Wahnsinn treibt. Ganz ehrlich: Das Hörbuch (hier und hier) ist auch außerordentlich gruselig, wer so etwas mag, liegt da sicher immer richtig.
  • (24) Schokolade: „Harry Potter und der Gefangene von Askaban“ (weitere Infos) – Grundsätzlich geht es in diesem Film ja nicht um Schokolade, doch jedes Mal, wenn Harry nach einer Konfrontation mit den Dementoren ohnmächtig wurde, bekommt er von Professor Lupin Schokolade zu essen. Irgendwie ist es mein Lieblingsfilm aus der ganzen Reihe, denn er ist gleichermaßen fantastisch wie spannend – und es geht um Schokolade.
  • (25) Mentor/in: „Star Trek (2009)“ (weitere Infos) – Die wohl paradoxeste Mentor-Schüler-Beziehung aller Zeiten: Der gealterte Spock aus einem Zeitstrom unterweist den jungen Kirk aus einem anderen Zeitstrom, wie er sich verhalten muss, um die Krise zu beheben. Der Film ist und bleibt einer unserer Favoriten, den wir (=meine Frau und ich) immer wieder ansehen können, denn die jugendlich frische Besetzung, die aber perfekt die Schrullen der alten Serie aus den 1960er Jahren aufgreift, wird mit gnadenlos actionreicher Handlung, Unmengen an coolem Insider-Gebrabbel (Scotty), irren Effekten (ich sage nur „Warp-Antrieb“) und fantastischer Musik (von Michael Giacchino) gekoppelt. Ein absolutes filmisches Highlight der letzten Jahre!
  • (26) Erbstück: „The Untouchables – Die Unbestechlichen“ (weitere Infos) – Es geht nicht um ein physisches Erbstück, eher um eine lästige Tradition, die über Generationen weitergegeben wird: Korruption. Nach einem geradezu frustrierenden Beginn, in dem die Polizei nur vorgeführt wird, weil sie sich eben im Gegensatz zu den Verbrechern immer an die Regeln hält, betritt der bärbeißige Sean Connery die Bühne und räumt so richtig auf. Der auf einigen tatsächlichen Begebenheiten (Prohibition, Al Capone etc.) basierende Film ist für mich der Inbegriff des harten „Law & Order“-Films, den man zwar nicht oft, aber dann immer wieder mit Genuss und Genugtuung ansehen kann.

Gelesen: „Wovon ich rede, wenn ich vom Laufen rede“ von Haruki Murakami

Ein wundervolles Buch für Läufer: Wovon ich rede, wenn ich vom Laufen rede – persönlich, philosophisch und in einem völlig entspannten Tonfall, der das Lesen zum reinen Genuss macht.
Ein wundervolles Buch für Läufer: Wovon ich rede, wenn ich vom Laufen rede – persönlich, philosophisch und in einem völlig entspannten Tonfall, der das Lesen zum reinen Genuss macht.

„Ganz gleich, wie banal und alltäglich eine Tätigkeit sein mag, wenn man sie nur lange genug ausübt, bekommt sie etwas Meditatives oder Kontemplatives.“ (S. 5)

Wie’s der Zufall so wollte…

Vor ein paar Wochen war ich zu Besuch bei einem guten Freund und Trompeter-Kollegen aus alten Würzburger Zeiten, den es vor ein paar Jahren in die nähere Umgebung (Heidenheim) verschlagen hat. Sein Bruder, ein sehr guter Posaunist und – ebenso wie ich – leidenschaftlicher Läufer, war zeitgleich mit seiner Familie zu Besuch. Wie immer kamen wir alsbald ins Gespräch über unsere Fitness-Tracker, die aktuell benutzten Laufschuhe, diverse Lauftechniken (z.B. Vorderfuß vs. ganzer Fuß) und dergleichen mehr. Irgendwann erwähnte er ganz beiläufig ein Buch über das Laufen von Haruki Murakami.

Sofort erwachte mein Interesse, denn ich hatte einerseits noch gar nichts davon gehört, andererseits fing mich die Zusatzbemerkung „Das ist eher ein philosophisches Buch über das Laufen…“ ein. Gerade diese Art des Schreibens über das Laufen fasziniert mich. Trockene Anweisungen, wie ich wann meinen Fuß wohin setzen soll, können mich nicht hinter dem Ofen hervorlocken, aufgrund meiner Zerrung in der Hüfte habe ich nämlich ein solches Buch gerade nebenher gelesen – GÄÄÄÄÄHHHHNNN!.

Doch Literatur, die eher die psychologischen Auswirkungen des Laufens beleuchtet, fesselt mich. Nicht ganz umsonst bin ich ein großer Fan von Alan Sillitoes „Die Einsamkeit des Langstreckenläufers“. Diese Geschichte taucht in die Gedankenwelt des Läufers beim Laufen ein, sehr faszinierend! Noch während wir dort zu Besuch waren, suchte ich vom iPhone aus das Buch und lud es aus dem iBooks Store.

Begeisterung

Mittlerweile habe ich das Buch komplett gelesen und konnte mir ein Urteil bilden: Es ist hervorragend! Dafür gibt es mehrere Gründe:

  • Der Schreibstil ist flüssig und fast wie im Plauderton. Ich fühlte mich an keiner einzigen Stelle des Buchs belehrt oder bevormundet, stattdessen wirkt es wie eine angenehme Erzählung, der man nachmittags auf der Veranda im Schatten bei einem guten Glas Solera 1847 lauscht. Insgesamt wirkt es, als erzähle der Lieblingsonkel einen (langen) Schwank aus seinem Leben, dem man voller Hingabe lauscht. Viel besser geht’s nicht. Ein passendes Beispiel werde ich unten anfügen.
  • Der Inhalt interessierte mich durchweg. Sowohl die direkt auf das Laufen bezogenen Teile als auch die eher allgemein (auto)biographischen Abschnitte sowie die Ausführungen über das Schreiben packten mich. Genau genommen saugte das Buch mich förmlich in sich hinein.
  • Das Buch ist ehrlich geschrieben, es beschönigt nichts, zeigt aber interessante Wege auf, damit umzugehen. Was ich damit meine? Hoffentlich wird es bei den Zitaten etwas klarer werden, denn es ist schwer in Worte zu fassen.

Zitate

Wie gerade versprochen folgen nun ein paar ausgewählte Zitate. Ich beschränke mich aber auf den Beginn des Buchs, sonst müsste ich jetzt parallel alles noch einmal lesen. Das wäre zwar nicht schlimm, doch lässt es die Zeit schlicht und einfach nicht zu.

Einer der Läufer berichtete von einem Spruch, den ihm sein älterer Bruder (ebenfalls ein Läufer) beigebracht hatte, und den er seither ständig im Kopf behält: Schmerz ist unvermeidlich, Leiden ist eine Option. Man stelle sich vor, man rennt und denkt plötzlich: „Boah, ist das eine Qual, ich kann nicht mehr.“ Die Qual ist eine unvermeidliche Tatsache, sie zu ertragen oder nicht, bleibt jedoch dem Läufer überlassen. (S. 6)

Wie wahr, wie wahr. Egal ob es die reine Unpässlichkeit ist, morgens um 4:30 h aus dem warmen und gemütlichen Bett zu springen, der nagende Schmerz einer Blase an der Ferse oder eine wundgeriebene Brustwarze – die Liste ließe sich fast beliebig erweitern. Dennoch hat der Läufer immer die Wahl: Gehe ich raus oder nicht?

Da ich vorläufig dabei bin, meine Distanzen zu steigern, spielt die Zeit noch keine so große Rolle. Es kommt mir allein darauf an, eine bestimmte Strecke zu schaffen. Wenn ich mein Pensum schneller absolvieren möchte, lege ich auch schon mal einen Spurt ein, aber wenn ich das Tempo erhöhe, verkürze ich auch die Laufzeit. Jedenfalls kommt es mir darauf an, das Wohlbefinden, das ich am Ende eines Laufs empfinde, auf den nächsten Tag zu übertragen. Den gleichen Trick wende ich an, wenn ich an einem Roman schreibe. Ich höre stets an einem Punkt auf, an dem ich das Gefühl habe, ich könnte eigentlich noch weiterschreiben. Dann geht mir die Arbeit am nächsten Tag erstaunlich gut von der Hand. (S. 10)

Üblicherweise fühlt man sich als Läufer nach so ziemlich jedem Lauf gut, es sei denn, die Gesundheit spielt nicht mit. Dennoch verstehe und schätze ich diesen Ansatz. Wer immer so weit geht, dass danach erst einmal völlig der Ofen aus ist, der muss vor dem nächsten Lauf oder dem nächsten Ansetzen zur Arbeit eine immer größer werdende Hemmschwelle überwinden. Wer dagegen leichten Schritts einen Lauf beendet, den zieht es auch am nächsten Morgen wieder hinaus in die Natur.

Seit dem Herbst 1982, als ich mit dem Laufen angefangen hatte, waren beinahe dreiundzwanzig Jahre vergangen, in denen ich fast jeden Tag gejoggt war, jedes Jahr an einem Marathon (bis heute dreiundzwanzig) und an mehr Langstreckenläufen auf der Welt teilgenommen hatte, als ich zählen kann. Lange Strecken zu laufen entspricht meinem Wesen und hat mir immer Spaß gemacht. Von allen Dingen, die ich mir im Laufe meines Lebens zur Gewohnheit gemacht habe, ist das Laufen die hilfreichste und sinnvollste, das muss ich zugeben. Über zwanzig Jahre Langstrecke zu laufen hat mich stärker gemacht, sowohl körperlich als auch emotional. (S. 15f.)

Früher bin ich immer nur mit Hörbüchern oder Musik gelaufen, meist war die Musik sehr energetisch, das Hörbuch spannend – beides sollte mich antreiben und vorwärts bringen. Da das Laufen in den letzten Wochen ohnehin nur in einem recht gebremsten Zustand ging, lernte ich es – vielleicht auch aufgrund dieses Zitates – zu schätzen, entweder sehr entspannte, nicht aufputschende Musik oder eben gar nichts zu hören. Beides sorgt dafür, dass man mental noch etwas ausgeglichener zurückkehrt.

Fazit

Wie schon oben verraten: Ich halte das Buch für sehr gelungen. Und dabei ist es noch nicht einmal ein Werk, das sich einzig und allein auf das Laufen bezieht, vielmehr spannt es einen bunten Bogen über viele Themen der menschlichen Existenz. Der Schreibstil, der in den kurzen Ausschnitten gerade eben auch ein bisschen hervorblitzen durfte, ist meiner Meinung nach sehr flüssig und eingängig. Im Verlauf des Buches wie auch in der Einleitung der ersten drei Romane wird auch einiges an interessanten autobiographischen Details vermittelt, was dem Buch zusätzlich Tiefe verleiht.

Mir hat der gesamte Stil so gut gefallen, dass ich mir gleich danach die Hörbücher der ersten drei Romane von Haruki Murakami besorgt habe. Die ersten zwei hatte ich sehr schnell durch, denn sie sind recht kurz, im dritten stecke ich noch, weil ich parallel auch noch einige andere Bücher lese und andere Hörbücher höre. Allen ist der gleiche elegant-eloquente Stil gemein, was sie jeweils zu einem absoluten Genuss macht (ein entsprechender Blog-Eintrag ist bereits in Vorbereitung). „Wovon ich rede, wenn ich vom Laufen rede“ war sozusagen meine Einstiegsdroge für das Gesamtwerk von Haruki Murakami. Vielleicht wagt sich ja noch jemand auf diese interessante Reise.

Gelesen: „Todesfrist“ von Andreas Gruber

Gerade ausgelesen: „Todesfrist“ von Andreas Gruber
Gerade ausgelesen: „Todesfrist“ von Andreas Gruber

Vor ein paar Wochen berichtete ich von einem wirklich exzellenten Hörbuch mit dem Titel „Todesurteil“. Geschrieben hatte die Geschichte Andreas Gruber. Erst weit im Hörbuch bemerkte ich, dass es sich dabei um den zweiten Teil einer Romanreihe handelte. Kaum hatte ich also das Hörbuch beendet, besorgte ich mir den ersten Teil, diesen jedoch als Buch (bei iBooks). Vorgestern habe ich den Roman zu Ende gelesen: Er ist fantastisch!

Seinen fesselnden Charakter gewinnt der Roman aus mehreren Faktoren:

  • Mit Maarten S. Sneijder hat er einen gleichzeitig zwielichtigen wie auch äußerst brillanten Fallanalytiker erschaffen, der sich ebenso herrlich über seine eigenen Irrtümer ärgert wie er andere Menschen durch seine hochnäsige und anmaßende Art auf die Palme bringt. Obwohl er als ein unglaublicher Kotzbrocken porträtiert wird (bad cop), hängt man ihm als Leser förmlich an den Lippen.
  • Sabine Nemez steht in der Rangordnung innerhalb der Polizei weit unter Maarten S. Sneijder, doch nur durch ihre Verbissenheit und Brillanz gelingen ihm einige wichtige Schlussfolgerungen. Sie stellt die emotionale und rechtschaffene Seite des Ermittler-Duos dar (good cop) – dieses Zweiergespann schreit förmlich nach einer mehrteiligen Romanreihe.
  • Die Handlung ist zwar sehr verworren und kompliziert, außerdem arbeitet Andreas Gruber mit etlichen Rückblenden und Sprüngen, dennoch kann man als Leser dem Handlungsverlauf leicht folgen. Gerade die allmählich fortschreitende Entschlüsselung des Rätsels, das den gesamten Roman ausmacht, erzeugt den permanenten Drang, stets weiterzulesen. Gestern waren meine Schwiegereltern zu Besuch, die ich sehr schätze. Obwohl ich gerne meine Zeit mit ihnen verbringe, musste ich mich einmal für zehn Minuten zurückziehen, um noch ein Kapitel (auf der Treppe sitzend) zu lesen – so spannend ist das Buch geschrieben.

Mehr über den Inhalt des Buchs verrate ich lieber nicht, denn gerade das Rätsel macht ja den Reiz aus. Jeder an einem guten Krimi interessierte Leser kommt hier voll auf seine Kosten.

Doch, eine Kleinigkeit gibt es noch, die mich beim Lesen ständig zum Schmunzeln brachte: Maarten S. Sneijder hat einen absolut Hass auf eine Kette von Buchläden, deren Geschäftsgebaren er anprangert. Die Kette heißt im Buch „Haital“, was sicherlich ein nur schlecht getarntes Synonym von „Thalia“ sein soll. Nicht wirklich von Bedeutung, aber lustig, wenn man es vorher weiß.

Die Timothy Ferriss-Diät

Am Sonntag vor einer Woche begann ich eine Diät. In den Wochen/Monaten davor hatte ich nach und nach ein wenig mehr Speck angesetzt, als mir ins Konzept passt. Statt meiner üblichen 64-65 kg Gesamtgewicht zeigte die Waage am Sonntag Morgen allen Ernstes 66,9 kg. Das war so nicht hinzunehmen, denn bereits bei 66,0 schrillen eigentlich alle Warnglocken.

Mit meinen 178 Zentimetern stellen 66 kg noch kein ernstzunehmendes Problem dar (selbst 70 kg wären ja noch kein Problem), ich wog allerdings vor ein paar Jahren mal etwa 90 kg. Dorthin möchte ich auf keinen Fall zurück, weswegen mir ein rechtzeitiges Gegensteuern immer ratsam erscheint.

Timothy Ferriss: „Der 4-Stunden Körper“ – etwas extrem, aber effektiv
Timothy Ferriss: „Der 4-Stunden Körper“ – etwas extrem, aber effektiv

Inspiriert durch einen Tweet von Bastian Wölfle (siehe hier), der auf ein Interview verlinkte, hatte ich mir im iBooks Store bereits das Buch „Der 4 Stunden Körper“ von Timothy Ferris besorgt und ein Stück gelesen. Gerade am Sonntag vor einer Woche zog ich mir beim Gehen auf dem Laufband (das ist vielleicht eine einschläfernde Tätigkeit, aber meine Zerrung ließ leider keinen Lauf zu) einige weitere Kapitel rein, fand vieles, was ich gut umsetzen konnte – und begann sofort mit der Diät.

Der Einstieg war so spontan, dass ich gleich einmal meine Frau verärgerte, denn plötzlich passte der zwei Tage vorher gemeinsam für die anstehende Woche gewählte Speiseplan nicht mehr zu dem, was ich essen durfte, wollte ich die Diät sinnvoll durchziehen. Dumm das! Doch weil sie nun einmal die beste Frau der Welt ist, legte sich der Ärger schnell und sie unterstützte mich. Das Ende der Diät stand auch sofort fest: Freitag. Beim Abiball wollte ich am Buffett nehmen, wonach mir der Sinn stand. Dazu gehören in Schwaben fast immer Spätzle und diverse andere leckere Beilagen, die sich unmöglich mit der Diät vereinbaren ließen. Gerade der kurze Zeitrahmen ließ mich voller Zuversicht an das Experiment herangehen.

Gleich vorweg: Ich habe mich an manche Elemente aus der Ferriss-Diät nicht gehalten, denn er predigt einen gezielten Einsatz von Medikamenten, die den Stoffwechsel beeinflussen, um die über die Nahrung aufgenommenen Stoffe davon abzuhalten, in Fettdepots gespeichert zu werden. Mit so etwas kann ich überhaupt nichts anfangen, noch dazu geht es um irgendwelche Substanzen, deren komplettes Wirkspektrum noch gar nicht erforscht ist (diesen Teil des Kapitels habe ich dann gleich in hohem Tempo überflogen, denn vom ersten Satz an war mir klar, dass es für mich nicht in Frage kommt).

Und noch eins vorweg: Selbst im angepassten Zustand funktioniert die Diät außerordentlich gut, denn ich habe innerhalb von fünf Tagen 3,1 kg Körpergewicht eingebüßt und mein Körperfett um etwas mehr als ein Prozent gesenkt. Gar nicht so schlecht.

Was habe ich dafür getan? Es gibt ein paar ganz einfache Grundregeln in dieser Diät, an die ich mich auch sehr streng gehalten habe:

  • Keine Getreideprodukte, kein Reis, keine Kartoffeln, keine Pasta etc.
  • Kein Zucker, auch keine Fructose (also keinerlei Obst, was mir schon etwas schwerfiel)
  • Keine Milchprodukte
  • Möglichst wenig Light-Getränke (das war die Hölle für mich, der ich sonst 1,5 Liter Cola Light am Tag trinke), da der Süßstoff Aspartam wohl dafür sorgt, dass leichter Fettdepots gebildet werden. Maximal 500 ml sind pro Tag erlaubt – und die habe ich bis zum letzten Tropfen ausgekostet…
  • Viele Hülsenfrüchte (Bohnen, Linsen, Erbsen, Mais etc.) essen, da sie gut sättigen und auch über längere Zeit füllen.
  • Gemüse darf in rauen Mengen verzehrt werden, gerne bis zur vollständigen Sättigung.
  • Nüsse können zur Überbrückung in Maßen eingesetzt werden.
  • Die erste Mahlzeit des Tages innerhalb von 30 Minuten nach dem Aufstehen, um den Stoffwechsel in Gang zu bringen.
  • Viel Wasser trinken (deshalb habe ich mir ja überhaupt diese dämlichen Trink-Apps auf dem iPhone installiert – zumindest für ein paar Tage).
  • Nicht zu viel Sport treiben, weil der Körper sonst mehr Wasser einlagert und das Hungergefühl stärker wird, was dann wieder für Heißhungerattacken sorgen kann. Gut, in der Hinsicht fiel es mir in der Woche leicht, denn ich war ja lahmgelegt.

Das waren im Grunde die wichtigsten Regeln, wer es genauer wissen möchte, muss im Buch nachlesen, denn da wird das auf etlichen Seiten genau ausgeführt und begründet. Am Montag kaufte ich einen Korb voller Konserven: Chili-Bohnen, Linsen, Baked Beans, Erbsen etc. Und ab da gab es bei jeder Mahlzeit etwas davon – oder eine Mischung. Oft peppte ich das Essen mit Zwiebeln, Frühlingszwiebeln, Paprika, Fenchel oder anderem Gemüse auf. Für eine Woche war das völlig ok, noch nicht einmal eintönig.

Überraschend angenehm war das Essen morgens um 5:00 h. Nach dem frühen Aufstehen briet ich mir ein oder zwei Eier, dazu gab es Baked Beans. Normalerweise würde ich nur selten so mächtig in den Tag starten, aber es war sehr spannend, das lang anhaltende Sättigungsgefühl zu erleben. Denn tatsächlich war bis weit in den Mittag hinein noch kein besonders starkes Hungergefühl zu bemerken. Gerade wenn man dann noch viel trinkt, ist die Gefahr sehr gering, immer wieder zwischendurch etwas zu essen.

Am schlimmsten war für mich der Verzicht auf Pasta, denn die könnte ich dauernd in unterschiedlichsten Variationen essen. Aber für eine einzige Woche nahm ich diesen Verzicht in Kauf.

Als großes Fazit kann ich festhalten, dass diese Diät funktioniert, für mich auf Dauer aber undenkbar ist. Allerdings kann ich sie ja immer wieder für ein paar Tage herausholen, wenn ich mit meiner Gewichtsentwicklung nicht zufrieden bin. Durch die vielen möglichen Gemüse-Kombinationen kommt da auch nicht so schnell Langeweile auf.

Wer sich für das Konzept im Detail interessiert und die weiteren Aspekte des Buchs, das übrigens in einem weitgehend angenehmen Tonfall geschrieben ist, dem kann ich die paar Euro durchaus empfehlen. Bei iBooks waren es 11,99 €, im Buchhandel oder bei Amazon wird es sicherlich nicht deutlich mehr kosten.

So, zum Ausgleich gab es heute erst einmal leckere Pfannkuchen zum Mittagessen. Ein wahres Fest!

Pfannkuchen in vielerlei Variation: Käse, Pilze, Ahornsirup, Bionella, Marmelade etc. – ein Genuss!
Pfannkuchen in vielerlei Variation: Käse, Pilze, Ahornsirup, Bionella, Marmelade etc. – ein Genuss!

52 Wochen – Teil 18 („Die Hard – Solera-Style“)

Zugegeben, Bruce Willis steht als Schauspieler nicht gerade für gelebte Intellektualität, dafür sind die meisten seiner Filme durchaus unterhaltsam. Einer der absoluten Klassiker, den ich – selbstverständlich auch dank seines brillanten Gegenspielers Alan Rickman – immer wieder mal ansehen kann, ist Stirb langsam.

Für den heutigen Beitrag habe ich mir also eine kleine Hommage ausgesucht, die mir durchaus ein paar Minuten für Retusche-Arbeiten abforderte – und es wären noch deutlich mehr nötig gewesen, um das Endergebnis wirklich zu perfektionieren. Aber so etwas zeitlich Umfängliches kann ich erst wieder in den Sommerferien leisten – vielleicht wähle ich dann noch ein CD- oder Buch-Cover aus, das sich meines Antlitzes als wNürdig erweist…

So, wer also der Meinung ist, in der Casa Solera einfallen und einen groß angelegten Raub inszenieren zu müssen (fragt sich nur, was derjenige denn überhaupt klauen möchte: Unterrichtsmaterial, Kinderspielzeug, Sportartikel…), der muss mit einem heldenhaften Einsatz des einsamen Rächers rechnen…

Stirb Langsam – Solera-Style
Stirb Langsam – Solera-Style
Das originale Poster...
Das originale Poster…

Na, hat schon jemand Angst vor mir bekommen? Ha! Das bringt mich auf weitere Ideen für zu verunstaltende Filmposter…

Zur Aktion „52 Wochen“

Seit nunmehr 18 Wochen läuft Zeilenendes Foto-Aktion „52 Wochen“, an der ich teilnehme. Ziel ist es, jeden Sonntag ein neues Selfie oder Portrait einzustellen, wenn man lustig ist, kann man ihm auch ein bestimmtes Motto verpassen – das liegt mir besonders, daher gab es bislang eigentlich ausschließlich Fotos mit einem bestimmten Motto.

Die üblichen und allesamt sehenswerten Teilnehmer sind: