Torpedo Bag Classic

Mein Torpedo Bag Classic
Lange ersehnt, endlich hier: Mein Torpedo Bag Classic!

So, die Überschrift des heutigen Blog-Eintrags dürfte vermutlich einem überwiegenden Anteil meiner Leser ein großes Fragezeichen ins Gesicht zaubern. Dazu kann ich gleich sagen, dass das Torpedo Bag Classic mein neues, vorgestern bei Thomann bestelltes, gestern dank des nicht mehr laufenden Post-Streiks geliefertes Gigbag für meine Trompete ist.

Was ist ein Gigbag?

Vor drei Jahrzehnten beförderten die meisten Blechbläser ihre Instrumente noch in Koffern von einem Ort zum nächsten. Das war sehr sicher für die Instrumente, meist klobig in der Handhabung und überaus schwer, weil diese Koffer oft ein immenses Eigengewicht mitbrachten. Ich kann ein langes und leidvoll klagendes Lied davon singen, denn in meinem letzten Schuljahr beförderte ich meine Trompeten in einem Koffer für drei Trompeten durch die Gegend — und der war aus meiner Sicht über die Maßen klobig und schwer. Da ich fast nirgendwo ohne meine Trompeten auftauchte, schleppte ich dieses Trum quasi permanent mit mir herum.

Ich höre schon die Stimme, die ruft: „Und was hat das alles mit einem Gigbag zu tun?“ Keine Sorge, es legt die Basis für das Verständnis, warum ein Gigbag so wichtig für die Musiker ist.

Wo ein Koffer klobig und schwer ist, stellt ein Gigbag eine leichte und oft deutlich elegantere und ergonomischere Transportlösung dar, dafür ist ein Gigbag normalerweise nie genauso sicher. Ein Gigbag ist nun einmal eher so etwas wie eine Tragetasche für das Instrument, in den meisten Fällen so gestaltet, dass man es als Rucksack oder seitlich baumelnd tragen kann – das ist der komfortable Aspekt.

Sicherheit geht vor

Leider tauschen vor allem billige Gigbags zu viel an Sicherheit für das Instrument gegen den Tragekomfort ein. Mein ca. fünfzehn Jahre altes Gigbag gab vor ein paar Monaten den Geist auf, die Reißverschlüsse waren verschlissen und ausgerissen. Außerdem war innen das Futter an mehreren Stellen aufgerissen, sodass das Dämm-Material herauskam – in diesem Zustand war es für den alltäglichen Einsatz nicht mehr geeignet.

Das ausgemusterte Gigbag war ziemlich billig, ich habe ca. 40 bis 50 Mark dafür gezahlt. Während des Studiums ist es mir ein einziges Mal beim Tragen am Handgriff (während des gemütlichen Gehens in der Innenstadt) ausgekommen und auf den Boden gefallen – aus einer Höhe von ca. 50 bis 60 Zentimetern (höchstens). Dabei hat sich sofort der zweite Ventilzug minimal eingestaucht, wodurch ich das zweite Ventil nicht mehr benutzen konnte. Die Trompeten sind alle versichert, also konnte ich den Schaden mit ein wenig Papierkram und Fahrzeit bei einem befreundeten Instrumentenbauer zügig wieder richten lassen. Aber: Nötig wäre das nicht gewesen, hätte das Gigbag den Stoß einfach nur gut genug abgefangen. Hat es aber nicht. Da hat sich der billige Preis schon einmal gerächt.

Sicherheit hat ihren Preis

Dieses alte Gigbag hat sich vor ca. einem halben Jahr verabschiedet. Schon lange hatte ich ein Auge auf das Torpedo Bag geworfen, denn ein Schüler in meiner Big Band hat das auch – und irgendwie war es schon verlockend. Doch das Eintrittsgeld in diese Königsklasse des bequemen Instrumententransports war mir damals noch etwas zu hoch. Beim ersten Kontrollblick auf die Thomann-Homepage lag der Preis bei 169 € für das Gigbag, ein paar Wochen später schon bei 199 €. Durch den schwachen Eurokurs der letzten Monate ist er nunmehr auf 229 € geklettert.

Damals war mir das zu teuer. Ich vertagte den Kauf auf die Zeit um meinen Geburtstag (Herbst), bestellte einen Lückenfüller, das mit 25 € sehr günstige, leider aber nicht wirklich sichere Trompeten-Gigbag von Thomann. Für den Preis ist es völlig ok, man darf sich nur keinen Illusionen über die Sicherheit des Instrumentes hingeben. Wenn ich das Instrument von außen deutlich in seinen Konturen erspüren kann, ist da kein effektiver Schutz. Punkt.

Durch Proben und Konzerte (z.B. mit dem Aalener Symphonie Orchester), Üben und Spielen in der Schule, beim Instrumentalunterricht und dergleichen mehr wurde mir aber bewusst, dass ich das Instrument permanent der Gefahr aussetzte, verbeult und eingedellt zu werden (und es gibt noch schlimmere Gefahren). Bevor der Preis des Torpedo Bags die Chance bekommen konnte, noch weiter zu klettern, schlug ich nun in dieser Woche zu. (Damit ist auch klar, dass er spätestens morgen mit großer Sicherheit wieder sinken wird…)

Das Torpedo Bag Classic ist ein fantastisches Produkt zu einem gehobenen Preis, den ich aber – mittlerweile – zu zahlen bereit bin, denn ich transportiere meine Trompete aktuell täglich durch die Gegend. Schäden am Instrument möchte ich um jeden Preis vermeiden.

Exzellenz
Exzellentes Material, fantastische Verarbeitung – Perfektion!

Exzellentes Material

Wenn man sich bei YouTube unter dem Stichwort „Torpedo Bags Classic“ oder direkt auf der Homepage des Herstellers umsieht, entdeckt man ein schönes Video mit dem Titel „The Torpedo Bag Classic: Features & Design“. Darin führt der Chef der Firma durch die einzelnen Materialien und die Verarbeitung. Hat man das Video gesehen, versteht man auch den hohen Preis – und dann nimmt man ihn nicht mehr als hoch sondern als angemessen wahr. Mir geht es zumindest so.

Fazit

Noch fehlen mir die Erfahrungswerte, daher habe ich keine Übersicht darüber, wie sich mein schickes Torpedo Bag Classic im Alltag schlägt, auf jeden Fall kann ich schon einmal vermelden, dass es absolut herrlich aussieht und beim Tragen einen ungeheuer stabilen Eindruck hinterlässt. Der Hersteller verspricht, dass man sogar mit dem Auto darüber fahren könne, ohne die Trompete darin zu beschädigen. Das möchte ich nicht testen. Aber es beruhigt – und das allein fühlt sich schon sehr gut an.

 

Liebster Blog-Award – Episode 3-6

Der Liebster Blog-Award ist eine Art Blog-Kettenbrief, der die nominierten Blogger auf nette Weise nötigt, etwas mehr über sich zu verbreiten. Außerdem sollen sie diesen Kettenbrief voller Fragen an eine ganze Reihe weiterer Blogger weiterschicken, die dann wiederum ihre Nominierung annehmen, das Spiel potenzieren und so weiter.

Ich wurde mittlerweile sechs Mal nominiert. Gefreut habe ich mich jedes einzelne Mal — und ich möchte allen danken, die mich nominiert haben. Aber: Vor allem die letzten vier Nominierungen lagen mir etwas schwer im Magen, denn die Nominierungen trudelten gerade ein, als ich keine Zeit zum Schreiben hatte. Manche sind nun schon mehrere Wochen alt – ich schäme mich schon fast, nach so langer Zeit darauf zu antworten. Aber früher ging es einfach nicht.

Das bringt mich gleich zu einem wichtigen Punkt: Ich finde den Liebster Blog Award eine schöne Sache, aber nur bis zu einem gewissen Grad. Und aktuell wird es mir etwas zu viel. Sollte mich noch einmal jemand nominieren, werde ich vermutlich nicht mehr darauf eingehen. Das ist keine Missachtung der mir zuteil werdenden Ehre, aber ich kann mir nicht immer so viel Zeit „aus den Rippen schneiden“, dass ich die Fragen angemessen beantworten kann. Nehmt es mir bitte nicht übel, aber lieber schreibe ich weiter meine Art von Einträgen, die meisten meiner „Anhänger“ werden mir ja deshalb folgen. Und auch diese Einträge benötigen Zeit und Muse.

So, jetzt aber ran!

Die Fragen von „Buchherz – Der Bücherblog“

Was ist deine Motivation beim Bloggen?

Mentale Hygiene, denn so kann ich die vielen Gedanken, die mir manchmal mehrere Tage lang im Kopf herumgeistern, einfach in eine Form bringen. Danach sind sie dann hoffentlich aus meinem Kopf verschwunden – oder besser strukturiert und entwickeln sich weiter. Beides gut.

Was war für dich der ausschlaggebende Moment, um mit dem Bloggen anzufangen?

Ich brauchte ein Ventil, um hier und da die wirren Gedanken in meinem Kopf einfach mal zu (virtuellem) Papier zu bringen, danach ist der Kopf wieder frei.

Worauf bist du am meisten stolz bei deinem Blog?

Dass es anscheinend immer noch Leute gibt, die Interesse daran haben, die Kommentare schreiben, die Einträge favorisieren – das freut mich irre!

Schätz mal: Wie viele Bücher besitzt du? (E-Books zählen mit)

Unmöglich zu schätzen, aber ich habe sicherlich schon ca. 2.000 Bücher gelesen.

Schläfst du lieber bei geöffnetem oder geschlossenem Fenster?

Im Winter eher zu (sonst erfriere ich), im Frühjahr, Sommer und Herbst prinzipiell immer offen.

Wie startest du morgens deinen Tag?

  • 4:50 h klingelt mein iPhone
  • 4:51 h Toilette, Timeline nachlesen
  • 4:55 h Seilspringen
  • 6:25 h Fertig, eine Minute abdampfen
  • 6:26 h Ab in die Dusche
  • 7:00 h Frühstück, hurtig, hurtig
  • 7:20 h Fahrrad, ab zur Schule!

Du hast genau eine Frage, die du irgendjemandem auf der Welt stellen kannst und diese Person muss dir ehrlich antworten. Wem würdest du diese Frage stellen?

Wenn du vom heutigen Standpunkt aus zurückblickst, welche Einsichten hättest du gerne schon vor zehn, fünfzehn oder zwanzig Jahren (abhängig vom Alter der gefragen Person) erlangt?

Von welchem Song kriegst du nie genug und kannst ihn dir immer wieder anhören?

Schwierige Frage, denn gerade als Musiker, mehr noch als Musiklehrer, kenne ich wirklich viel Musik. Und ich schätze auch sehr viel davon. Aktuell könnte ich dauernd „Augenbling“ von Seeed hören, das hat einen endcoolen Groove.

Welches Buch liest du gerade und wie lautet der 5. Satz auf S. 163?

Aktuell lese ich „Schwarz“ (das ist der erste Band der Dark Tower-Reihe) von Stephen King. Der Satz lautet:

„Links ragte ein verchromtes Rohr heraus, das über einem Abfluss im Boden endete.“

 

Leider etwas nichtssagend, aber hier wird eine Pumpe in einer Zwischenstation in einer sich schier endlos ausbreitenden Wüste beschrieben – somit erlangt sie ein gewisses Maß an Interesse…

Was möchtest du in deinem Leben noch unbedingt erreichen?

Entspannter werden. Ich kann manchmal sehr verbissen sein – mehr als mir und anderen in meiner Umgebung gut tut.

Fragen von „Zeilenendes Sammelsurium“

Vollkorn oder normales Mehl?

Die richtige Mischung macht’s. Bei Brot nehme ich lieber Vollkorn-Varianten, bei Lauge mag ich es lieber mit normalem Mehl.

Optimist oder Pessimist?

Eindeutig Optimist.

Star Trek oder Star Wars?

Keine Frage: Star Trek. Hab alle Filme und alle Serien auf DVD (oder in iTunes). Meine Frau liest sogar noch Bücher, die die Serien weiterführen.

Reden oder schweigen?

Ich kann schweigen. Glaube ich. Aber meistens fällt es mir nicht schwer, etwas von mir zu geben. Ich mag Gesellschaft, wenn es nicht zu groß wird. Smalltalk dagegen ist nicht meine Primärqualifikation.

Lesen oder fernsehen?

Beides, aber halt mit unterschiedlicher Zielsetzung. Wenn ich lese, rege ich meine Fantasie an, denn in meinem Kopf entsteht die gedruckte Geschichte neu. Beim Fernsehen lasse ich mich eher ablenken, indem ich mich von der Informationsflut fortspülen lasse. Beides ist gut, aber gleichzeitig geht es nicht.

Wenn du eine Pflanze wärest, welche wärest du?

Die Vanilleeispflanze.

Was ist dein Leib- und Magengericht?

Dampfnudeln mit Vanillesoße (süß), Pizza (herzhaft), Paprika-Salat (sauer). Und dann jede Menge Süßigkeiten und Knabberkram.

Welches Buch/Welcher Film/… hatte den stärksten Einfluss auf dein Leben?

Uh, das ist außerordentlich schwer. Da ich Lehrer wurde, kann ich leider dem Klischee nicht ganz entkommen, dass „Der Club der toten Dichter“ irgendwann einmal einen gewissen Einfluss auf mich hatte. Aber das ist schon sehr lange her.

Tatsächlich hat Star Trek mein Leben vermutlich mehr geformt als alles andere. Niemand sieht mir das an, aber ich habe viele der darin propagierten Werte verinnerlicht – und das ist sicherlich nicht schlecht. Widerstand ist ohnehin zwecklos.

Gibt es ein Leben nach dem Tod?

Gibt es eines davor? Stopp! Der war schlecht (es handelt sich um ein Zitat aus „A Prayer for the Dying“).

Ganz ehrlich: Ich fürchte mich vor dem Gedanken, es gäbe ein Leben nach dem Tod, da unsere Gedankenwelt immens von unserer Körperlichkeit bestimmt wird. Zumindest meine (vielleicht bin ich da irgendwie in der Pubertät stehen geblieben). Ich kann mir partout nicht vorstellen, wie sich eine nicht-körperliche Existenz darstellen soll. Daher fällt mir keine für mich selbst gültige Antwort ein. Vielleicht in ein oder zwei Jahrzehnten.

Was kannst du besonders gut?

Ich habe ein gewisses Händchen in musikalischen Angelegenheiten, möchte mich da aber nicht über den Klee loben.

Ansonsten bin ich unschlagbar im Vernichten großer (wenn nicht größter) Mengen von Haribo Saftbären, Schokoerdnüssen, Eiscreme, gerösteten und gesalzenen Erdnüssen, Chips – und vieler anderer Dickmacher. Würde ich nicht morgens immer konsequent gegensteuern, liefe meine Körperfülle völlig aus dem Ruder.

Gibt es ein Leben in Glückseligkeit?

Ja, aber nicht in der Form, wie es die Werbung verspricht. Denn die Glückseligkeit kommt vor allem in Form von Zufriedenheit daher. Wenn man ständig neue Wünsche entwickelt, die sich oft auf vergleichsweise belanglose Dinge beziehen (in meinem Fall sind dies oft Apple-Produkte), dann nagen diese Wünsche unterbewusst ständig an einem herum. Das ist sicher keine Glückseligkeit.

Wenn ich mich aber umsehe und mein bisheriges Leben Revue passieren lasse (intakte Familie, Kindergarten, Schulbildung, musikalische Ausbildung, mehrere Studiengänge parallel durchgeführt und alle erfolgreich abgeschlossen, Referendariat, Aufbau einer eigenen Familie, Beruf und „Karriere“), muss ich mir attestieren, dass es kaum noch dringende Wünsche geben kann. Daher bin ich mir sicher, dass ich mit etwas mehr innerer Ruhe (bin halt so ein gedanklich zappeliger Typ) und der damit einhergehenden Zufriedenheit sicher ein hohes Maß an Glückseligkeit in mein Leben bringen kann. Schon jetzt fühlt sich vieles davon erstaunlich gut an.

Fragen von „jungesleben“

Warum hast du mit dem Bloggen angefangen?

In Apples iLife-Suite gab es ein Programm namens iWeb, mit dem man eine eigene Homepage gestalten und publizieren konnte. Das musste ich natürlich ausprobieren. Irgendwann ging es dann mit dem eigenen Blog los. Es war eher Spielerei – und mein erster Blog war auch ein ziemlicher Haufen Mist. Einmal brachte er mir auch kräftig Ärger ein. Dann machte ich ihn für ein Jahr dicht, startete danach ganz neu und anders – nun bin ich seit 2012 am Stück dabei und entwickle allmählich einen eigenen Stil.

Würdest du lieber nicht sprechen oder nicht hören können? & Warum?

Lieber nicht sprechen. Als Musiker ist die bloße Vorstellung einer Ertaubung kaum an Schrecklichkeit zu übertreffen. Wer sich schon einmal Beethovens „Heiligenstädter Testament“ durchgelesen hat, kann das eventuell besser nachvollziehen.

Hast du schon einmal die Sehnsucht gehabt, dein ganzes Leben umzukrempeln?

Permanent, vor allem als ich damals „Simplify your life“ gelesen habe. Und dann gab es noch ein- bis zweihundert Anlässe. Der Punkt ist nur: So oft kann man das Leben nicht umkrempeln. Wenn man das einmal im Jahrzehnt schafft, ist man schon sehr weit. Aber man muss es tun, sonst rostet man in alten Routinen ein.

Was hindert dich daran, grenzenlos glücklich zu sein?

Verantwortung für andere, vor allem für meine Kinder. Ich will ihnen eine gute Zukunft ermöglichen, also habe ich einen Beruf ergriffen, der mir gefällt, der aber – wie vermutlich jeder andere auch – mit ein paar Pferdefüßen daherkommt (siehe dazu die Blogeinträge zum Korrigieren). Schon oft habe ich mir gedacht: „Wie schön wäre doch ein reiner Bürojob, bei dem man morgens um acht erscheint und um spätestens fünf Uhr am Nachmittag wieder gehen kann – und nichts von dem Job mit nach Hause nimmt.“

Als Lehrer habe ich immer wieder angenehme Freiphasen (Ferien), die allerdings in mindestens der Hälfte der Fälle durchaus von Arbeit durchzogen sind, der Rest wird allen Ernstes zum Erholen gebraucht. Denn rein auf der körperlichen und geistigen Belastungsebene gibt es mehrfach im Jahr absolute Durststrecken, nach denen man eine Pause dringend braucht.

Das sind alles Elemente, die dem „grenzenlosen“ Glücksgefühl im Wege stehen. Aber ich mache meinen Job gern (und hoffentlich nicht allzu schlecht), ich liebe meine Frau und meine Kinder, habe viel erreicht. Ich bin zufrieden und glücklich.

Was ist der schönste Augenblick für dich in diesem Jahr gewesen?

Es gab etliche schöne Momente, zwischen ihnen kann ich unmöglich eine sinnvolle Wahl treffen:

  • Einmal waren meine Frau und ich in der Sauna – an dem Tag hatten wir bei drei Saunagängen die Sauna ganz für uns, wodurch wir uns einfach unterhalten konnten. Das geht mit einer vollen Sauna sonst nicht.
  • Zusätzlich gab es ein paar fantastische Momente der Zweisamkeit mit meiner Frau, als die Kinder endlich eingeschlafen oder im Hort waren – in denen einfach mal Stille im Haus einkehrte. Das war wirklich erholsam. Wenn dann noch die Stimmung passt, kann nicht mehr viel schiefgehen.
  • Der schönste Moment der letzten Wochen aber war das gemeinsame Laufen mit meiner Frau. Wir haben in den letzten Wochen zwei oder drei Läufe (jeweils 12-13 km) absolviert. Noch vor ein paar Jahren hat so etwas nie geklappt, weil immer einer dem anderen zu schnell, zu langsam, zu bestimmend etc. war – jetzt konnten wir es beide genießen.

Wie abhängig bist du von den Medien, deinem Smartphone & der Technologie?

Die Frage ist zu allgemein gestellt. Ich benutze diese Dinge den ganzen Tag, aber ich bin mir nicht sicher, was mit „abhängig“ gemeint ist. Sicher würden viele bequeme und bequem erscheinende Routinen im Alltag umgeworfen werden, weil sie auf dem Einsatz dieser Dinge basieren, ich käme aber trotzdem klar.

Freiwillig verzichten möchte ich deswegen aber noch lange nicht auf mein iPad, iPhone etc. Aber ich kann auch ohne.

Angenommen du bist Single. Gibst du jeder interessierten Person die gleiche Chance dich kennenzulernen?

Bin ich schon seit mehr als 16 Jahren nicht mehr, es fällt mir außerordentlich schwer, das auch nur angedacht zu beurteilen.

Wie gehst du damit um, wenn du traurig oder niedergeschlagen bist?

Kommt zum Glück nicht allzu häufig vor, ich darf mich da wohl glücklich schätzen. Wenn, dann helfen Musik, Sport und Zurückgezogenheit – diese Phase geht vorbei, meist schneller, wenn ich mich auf ein neues Ziel konzentrieren kann.

Was fehlt deiner Meinung nach den Menschen in deiner Umgebung? Welchen Rat würdest du Ihnen geben?

Ich bin kein Missionar. Wenn mich jemand konkret um Hilfe bittet, gewähre ich diese gerne in dem Umfang, der mir möglich ist. Aber ich trete nicht aktiv auf jemanden zu, der eventuell ein Problem hat, nur um mich aufzudrängen.

Welchen Traum wirst du dir in den nächsten 12 Monaten erfüllen?

Hoffentlich noch mehr Langstreckenläufe mit meiner wundervollen Frau.

Was ist für dich das Attraktivste, das eine Person ausmachen kann?

Eigenständigkeit und Entschlossenheit. Wer weiß, was er/sie will, wird dieses Ziel konsequent verfolgen – genau diese Zielstrebigkeit lässt fast jeden Menschen attraktiv machen (solange das Ziel nicht meinen diametral entgegen läuft).

Fragen von „Seppolog“

Was hast Du unmittelbar getan, bevor Du Dich gerade vor Deinen Blog gesetzt hast?

Korrigiert. Und prokrastiniert.

Welche drei Strategien bringen uns den Weltfrieden?

  1. Mehr Sex.
  2. Noch mehr Sex.
  3. Und mehr Geschichten über Sex. Was dann zwangsläufig wieder zu Punkt 1 führt. Ein onanistischer Kreislauf der Freude.

Warum bloggst Du?

Mein Kopf hat nur begrenzten Speicher. Würde ich all die wirren Gedanken da drin lassen, gäbe es irgendwann einen finalen „information overload“. So kann ich die Sachen in eine rudimentäre Form gießen. Entweder sie sind damit zufrieden und aus meinem Kopf verschwunden, oder aber sie entwickeln sich weiter, dann bleiben sie noch ein wenig, sind aber erträglicher.

Wo warst Du, als Du zuletzt in Deinem Wohnzimmer warst?

So ganz klar ist mir die Frage nicht, denn ich war da in meinem Wohnzimmer. Das steht in Aalen. Im Stadtteil Grauleshof (geile Wohngegend). Aber meistens verbringe ich dort (=im Wohnzimmer) die Zeit auf der Couch oder beim Aufhängen von Wäsche. Gestern Abend lag ich auf der Couch, um eine Star Trek-Folge (Voyager) zu sehen.

Findest Du nicht auch, der “Liebster Award” sollte mit einem hohen Preisgeld verbunden werden?

Eindeutig. Dann wäre ich nämlich jetzt schon ein immens reicher Typ. Du sicher auch.

Angenommen, das Preisgeld läge bei fünf Millionen Euro: Du würdest doch nicht etwas spenden, oder?!

Doch, aber nur meinem eigenen „Witwen und Waisen“-Fond. (Muarharhar)

Nachdem Du mir zwanzig Prozent des Preisgeldes abgegeben hast: Wie wirst Du mich los, wenn ich Dich Tag und Nacht um weitere Prozente anbettele?

Ich nominiere dich einfach erneut, dann kann ich mir das Geld zurückpumpen. Spätestens da suchst du das Weite.

Gibt es Deiner Meinung nach einen Sinn des Lebens? Wenn ja, verrate uns nicht, welchen!

Es gibt einen, würde ich den verraten, wäre mein Sex-Appeal auf einen Schlag dahin. Mache ich also nicht.

Muss es eigentlichen einen geben?

Geheimnis. Frag Edward Snowden. Der hat meine Dateien sicher alle gelesen.

Wirklich?

Ne, bin viel zu uninteressant. Wer von der NSA oder einem anderen Dienst liest schon den Krempel, den ich verzapfe? (Sollte jemand aus dem Lager der Geheimdienste antworten wollen, gerne auch per Email oder iMessage, die Daten habt ihr ja sicher…)

Hast Du früher viel bei Schlecker eingekauft?

Extrem selten. Ich habe das Ambiente gehasst. Außerdem hat das Sortiment nicht zu meinen Wünschen gepasst.

Fazit

Noch einmal in Kurzform: Vielen Dank für die Nominierungen, ich bin dankbar, dass mein Bloggen auf soviel Wertschätzung (oder Verzweiflung) trifft. Es gibt so viele tolle Blogs, die ich selbst nicht kenne, sucht bitte selbst. Einen kleinen Tipp kann ich da geben: Lest die Kommentare zu den Einträgen. Oft findet ihr ein oder zwei Leute, die euren Geschmack treffen, die auch selbst sehr aktiv sind. Wenn euch das gefällt, folgt denen – was soll schon schief gehen?

 

(Mehrfach) gelesen: „Strangers“ von Dean Koontz

Auch wenn es ein Frühwerk war, gehört „Strangers“ für mich zum Besten, das Dean Koontz jemals geschrieben hat. Klar, ich kenne die Odd Thomas-Reihe und habe schon vier der Bücher gelesen, aber die sind immer noch kein Vergleich für diese fantastische Geschichte.

Begleiter über eine lange Zeit

Zum ersten Mal las ich sie auf Deutsch unter dem Titel „Schwarzer Mond“ Ende der 1980er Jahre, also vor etwas mehr als 25 Jahren. Bereits da packte mich die Geschichte völlig, im Anschluss habe ich das Buch mehrfach an Freunde in der Schule verliehen, die es allesamt ebenso genossen — nur kam es von einer dieser Verleih-Aktionen nicht mehr zurück.

Mitte der 1990er Jahre war ich zum letzten mal mit meinen Eltern im Urlaub, damals in den USA, wo ich mir in San Francisco (wo sonst?) eine schöne Paperback-Ausgabe auf Englisch zulegte, die ich natürlich auch gleich auf der Reise wieder komplett durchlesen musste. Auch später habe ich es mindestens noch einmal durchgepflügt.

iBook

Vor ein oder zwei Jahren kam das Buch dann bei iBooks heraus, und wieder wurde mein Geldbeutel erleichtert (altersbedingt dieses Mal aber nur noch ein wenig). Auch dieses Mal verschlang ich das Buch, obwohl ich im Prinzip ganz genau wusste, was mich erwartete. Und dennoch: Die Länge des Buchs, das allmähliche Entrollen der Geschichte im Hintergrund, die alle nacheinander betrachteten Personen miteinander in Verbindung setzt und sich Zeit nimmt, die Vergangenheit (und Gegenwart) jedes Charakters zu beleuchten, gegen Ende dann aber in einem wahren Spannungssog, der mehr als hundert Seiten umfasst und eine höllisch spannende Schlussklimax präsentiert — all das lässt mich das Buch jedes mal aufs Neue genießen.

Hörbuch

Vor ca. einem Jahr entdeckte ich das Hörbuch (ca. 30 Stunden Hörzeit) auf Englisch bei iTunes. Und ich war standhaft. Geradezu heldenhaft. Bis letzte Woche konnte ich widerstehen. Dann verließen die hart erarbeiteten Euronen virtuell meinen Geldbeutel, seitdem genieße ich wieder. Und es ist ein Trip solch unvergleichlicher Nostalgie, ein gutes Stück hinunter auf meiner „Memory Lane“, dass ich die Ausgabe absolut nicht bedaure. Dieses Hörbuch werde ich sicher noch etliche Male anhören.

Strangers (Cover)
Das Cover des Hörbuchs

Inhalt

Nun habe ich euch lange genug vorgeschwärmt und den Mund ordentlich wässrig gemacht. Hehe. Worum geht es also in diesem für mich so faszinierenden Buch? Jetzt wird es knifflig, denn verrate ich zuviel, hat keiner mehr den Impetus, das Buch zu lesen, verrate ich zu wenig, kommt vermutlich nur geringes Interesse auf. Wie dem auch sei, ich wage es!

Zu Beginn des „angenehm dicken Wälzers“ lernen wir Dominick Corvaisis kennen, einen Autor, der ganz am Anfang einer vielversprechenden Karriere steht. Er hat gerade seinen ersten Roman an einen Verlag verkauft, die Vorab-Kritiken sind exzellent, die Auflage wird noch vor der Veröffentlichung mehrfach erhöht, seine gesamte aktuelle Situation verheißt für die nächste Zukunft Erfolg und Zufriedenheit. Und in diese zu erwartende Ruhe und Entspannung hinein verfällt er urplötzlich dem Schlafwandeln. Nacht für Nacht erwacht er an einem anderen Versteck in seinem Haus, das er während des Schlafs von innen verbarrikadiert hat, vor Angst nassgeschwitzt, bewaffnet, zitternd.

Wir springen über die Hälfte des nordamerikanischen Kontinents und treffen Ginger Weiss, eine junge und außerordentlich erfolgreiche Ärztin, die kurz davor steht, eine mit jahrelanger harter Arbeit vorbereitete Karriere als Chirurgin zu beginnen. Beim Einkaufen stößt sie mit einem ihr unbekannten Mann zusammen, dessen schwarze Lederhandschuhe in ihr einen übermächtigen Fluchtreflex auslösen. Noch tut sie das als eine momentane Überreizung und als ein Symptom für den Stress der letzten Zeit ab, doch binnen weniger Tage erleidet sie weitere Anfälle dieser Art, die ihr letztlich sogar das Ausüben ihres Berufs unmöglich machen.

In Chicago verliert Brendan Cronin, ein hingebungsvoller Priester, von einer Woche auf die nächste seinen Glauben. Aber nicht durch Zweifel, nicht durch traumatische Erlebnisse, die ihn an der Existenz eines gütigen Gottes zweifeln lassen, der Glaube löst sich einfach in ihm auf — und stürzt ihn dadurch in eine existenzielle Krise.

Und wieder an einem anderen Platz in den USA lernen wir Jack Twist kennen, der nach einer Karriere bei einer Spezialeinheit der Armee eine noch viel erfolgreichere Laufbahn als professioneller Dieb eingeschlagen hat. Das Planen und Ausführen von heiklen Diebstählen (z.B. mehrere Millionen Dollar aus einem Mafia-Umschlagplatz zu entwenden) übte über viele Jahre einen ungeheuren Reiz auf ihn aus. Doch plötzlich zieht er keinerlei Befriedigung mehr daraus, eine seltsame Rastlosigkeit ergreift Besitz von ihm…

Es werden noch mehr Charaktere eingeführt, z.B. Ernie Block, ein ehemaliger Marine, der urplötzlich eine ungeheure Angst vor der Dunkelheit entwickelt, Jorja Monatella, eine Kellnerin, deren Tochter von einem Tag auf den nächsten unerklärliche Angstattacken erleidet — und eben noch einige andere.

Und dann erhalten sie alle Post. Andeutungen, dass die Wurzel für ihre aktuellen Probleme in ihrer Vergangenheit liege. Ohne voneinander zu wissen, begeben sich alle auf die Suche nach dieser Wurzel. Als sie sich treffen, löst sich ein geradezu ungeheuerliches Rätsel in einem Reigen von kaum zu ertragender Spannung und überraschend intensiver Action auf, sodass es einem als Leser (ich bin hier der Beurteilungsmaßstab) schier unmöglich ist, das Buch auch nur kurz beiseite zu legen.

Also wer jetzt nicht scharf auf diese Geschichte ist, dem kann ich auch nicht helfen.

 

Neuigkeiten, die die Welt nicht braucht

Screenshot von meinem iPhone
Screenshot aus der Mitteilungszentrale meines iPhones

Auf meinem iPad und dem iPhone habe ich jeweils die Tagesschau- und die heute.de-App installiert. In letzter Zeit erhalte ich von beiden Apps immer häufiger Push-Mitteilungen, über deren Gehalt ich mich nur wundern kann.

Man sollte ja eigentlich davon ausgehen können, dass über die Push-Funktion nur wirklich wichtige Mitteilungen verschickt werden. Sollte man, ja. Darf man leider schon lange nicht mehr. Ich bringe — obwohl mich Fußball faktisch nicht interessiert — ein gewisses Verständnis dafür auf, wenn aktuelle Spielergebnisse als Push-Mitteilungen meinen sonstigen Informationsfluss stören. Das interessiert ansonsten ja wohl sehr viele Menschen.

Doch in den vergangenen Tagen gingen geradezu absurde Mitteilungen bei mir ein:

Eilmeldung: Aufsichtsrat: Hauptstadtflughafen BER soll spätestens Ende 2017 eröffnen.

Wie bitte? Diese Nachricht, nichts weiter als eine völlig unseriöse Ankündigung des lediglich beabsichtigten (und davon hatten wir in den letzten Jahren ja nicht gerade wenige) Eröffnungsdatums eines Flughafens wird als Eilmeldung deklariert? Das Ereignis tritt bestenfalls in etwas mehr als zwei Jahren ein und hat für das Leben von ca. 90-95 Prozent der Bundesbürger (vermutlich) selbst dann kaum spürbare Auswirkungen. Und dennoch wird diese durch nichts gesicherte Prognose an mehrere Tausend, vielleicht Millionen Menschen in Deutschland verschickt.

Wie es mein Screenshot so schön zeigt, war da ja gleich noch eine an Wichtigkeit kaum zu überbietende Mitteilung eingegangen:

Eilmeldung: „Lichtgrenze“ ist das Wort des Jahres 2014.

Ganz ehrlich: Wie viele Kilometer mir das am Allerwertesten vorbeigeht, vermag ich kaum auszudrücken — aber wiederum wird das Label „Eilmeldung“ draufgepappt, immer in der Absicht, die Aufmerksamkeit der App-Benutzer zu binden. Selbst wenn es sich um völlig irrelevantes Zeug handelt. Und selbst wer sich dafür interessiert, wird wohl kaum den Status als „Eilmeldung“ unterstützen wollen. Denn das verdienen solche Nichtigkeiten schlicht und ergreifend nicht.

Ein wenig erinnert mich das an die Fabel vom Hirten, der sich des Nachts langweilt. Da er allein ist und sich nicht gut mit sich selbst beschäftigen kann, ruft er laut: »Wolf!« Das ganze Dorf ist im Handumdrehen auf den Beinen und rennt zu den Herden, um denWolf zu vertreiben. Doch da ist keiner. Dieses Spiel wiederholt sich einige Male. Irgendwann geben es die Dorfbewohner auf, den Rufen Folge zu leisten. Und genau da kommt der Wolf, frisst den Hirten mitsamt den Schafen. Ende, Schluss, aus und vorbei…

So könnte es auch mit diesen beiden Apps gehen. Wenn so ziemlich alles, was tagtäglich darüber eintrudelt, langweiliger und nicht wirklich wichtiger Krempel ist, achtet keiner mehr darauf. Doch gerade der Verlust an Relevanz ist der Tod einer App zu einer bekannten Nachrichtensendung. Und genau das droht den beiden Apps gerade. Zumindest von meiner Seite…

Meine Konsequenz: Ich werde in den kommenden Tagen sowohl bei beiden Apps eine entsprechende Bewertung im App-Store abgeben, eventuell auch direkt eine Email an die Redaktionen schreiben. Wenn sich dieses aufgeplusterte Verhalten dann nicht in absehbarer Zeit ändert, fliegen die Apps ganz schnell wieder von meinem iPhone/iPad herunter. Basta!

 

Geld für wichtige Dinge…

Geld verbrennen

Achtung, es wird ein bisschen flach. Mir fehlt die Lust, dieses Thema in der eigentlich gebotenen Breite auszuformulieren — es wird eher ein kurzes Dampfablassen

Heute früh habe ich wie jeden Morgen in der Tagesschau-App gelesen. Dabei fiel mir ein Artikel auf, in dem es um das Millionen-, vermutlich aber eher Milliardengrab im Zusammenhang mit der frisch aufgegebenen Entwicklung einer Drohne für die Bundeswehr ging. Ganz abgesehen davon, dass ich zum heutigen Zeitpunkt Rüstungsausgaben auf Länderebene prinzipiell skeptisch gegenüberstehe — wäre es nicht geschickter, einfach eine europäische Armee für alle Fälle bereitzuhalten, die von allen beteiligten Ländern gleichermaßen (zur Not auch in Relation zur individuellen Größe des EU-Landes) finanziert wird? —, so schlug doch diese unglaubliche Verschwendung auch in mir größere Wellen der Empörung, weil sie anscheinend trotz konkreter Anfragen des Bundesrechnungshofs geschickt und über einen viel zu langen Zeitraum verschleiert wurde.

Dabei rege ich mich über die Verschwendung per se schon gar nicht mehr auf, denn das ist in der Politik leider nichts Neues. Angesichts so vieler uneingelöster politischer Versprechen — ganz konkret denke ich da an den Anspruch auf KiTa-Plätze für alle Kinder unter drei Jahren… —, die allesamt für das Wohlbefinden und Gedeihen der Bevölkerung viel wichtiger wären, kommt mir aber schon die Galle hoch. An allem, was für die Menschen im Land wirklich wichtig wäre (Gesundheitssystem, Steuergerechtigkeit, Bildung, Kinderbetreuung), wird gespart. Geld wird verpulvert — und das flächendeckend und unabhängig von der Partei der jeweiligen Regierung eines Bundeslandes — für sinn- und maßlose Prestigeprojekte: Berliner Flughafen, Stuttgart 21, Hamburger Elbphilharmonie, Militärprojekte wie das oben genannte und dergleichen mehr.

Ganz ehrlich: Jeder Politiker, der für solche Projekte stimmt und später die wichtigen Themen verschleppt oder blockiert, weil dafür angeblich „kein Geld mehr da ist“, gehört sofort aus moralischen Gründen aus seinem Amt entfernt. Basta!

 

Der Deutschen größte Tugend

Geeeeeld...

Ich verstehe es nicht, wenn Leute viel Geld ansparen, ohne ein konkretes Ziel vor Augen zu haben. Ganz auf die Spitze getrieben: Was bringt es jemandem, reich zu sterben? Rhetorische Frage, denn die Antwort lautet selbstverständlich: Nichts.

Als Familie sind wir sehr darauf bedacht, einige unverzichtbare Rücklagen (ein bis zwei Monatsgehälter) für Notfälle auf einem Tagesgeldkonto verfügbar zu haben. Dieser „Notgroschen“ wird dann gezielt eingesetzt, wenn spontan die Waschmaschine oder irgendein anderes Gerät des täglichen Bedarfs den Geist aufgibt. Das kam schon vor — und es war wirklich ein sehr gutes Gefühl, das bereit liegende Geld ohne weiteres Nachdenken einsetzen zu können.

Für den Fall, dass unser Auto den Geist aufgibt, wäre es schön, auch noch einen kleinen weiteren Rücklagenposten mit ca. 10.000 bis 15.000 € zu haben, was im Moment aber nicht der Fall ist. Es kommt für uns einfach nicht in Frage, ein Auto auf Pump zu kaufen. Im schlimmsten Fall müssten wir jahrelang Geld abstottern für ein bereits verschrottetes Auto. Eine ungemütliche Vorstellung. Nein: Ein Auto wird beim Kauf bar bezahlt oder halt nicht gekauft.

Aber über diese Notfallreserven hinaus halten meine Frau und ich es nicht für sinnvoll, Geld ohne konkretes Ziel anzuhäufen. Die reine Vermehrung des Geldes um seiner selbst Willen ist für uns schlicht und einfach kein lohnenswertes Ziel. Uns ist es wichtiger, unser direktes Lebensumfeld so angenehm wie möglich zu gestalten. Das ist viel mehr wert, als am Ende des Jahres noch ein paar hundert Euro in Kapitalertragszinsen einzuheimsen. Schon gar nicht einzusehen ist es, sich im Alltag notwendige Dinge zu versagen, nur um das Geld „einfach so“ anzusparen.

Sparen an sich hat ja in Deutschland einen ganz eigenen Stellenwert. Bei der Euro-Umstellung hat man gesehen, wieviel Bargeld die Deutschen plötzlich auf die Bank trugen, um es umzutauschen — und selbst zehn Jahre nach der Währungsumstellung müssen anscheinend immer noch etliche Deutsche Unsummen in DM daheim (oder in längst vergessenen Schließfächern) horten… Das ist doch krank! Geld um des Geldes Willen zu horten, sich selbst das Geld vom Mund (oder anderem) absparen, nur um es „für später“ zu haben. Bei aller Zukunftsvorsorge muss doch das „Hier und Jetzt“ auch ein bisschen genossen werden.