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Podcast-Empfehlung: „Sparkletack“

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„Sparkletack – The San Francisco History Podcast“ von Richard Miller – ein absolutes Muss für alle Fans dieser einmaligen Stadt!

Vor ein paar Jahren entdeckte ich über eine Empfehlung in einer Zeitschrift oder einem Buch den Podcast „Sparkletack“. Der Titel ist ein reines Fantasiewort, denn sparkle heißt so viel wie „glitzern, leuchten“, und tack ist eine „Reißzwecke“. Mit dem Thema des Podcasts hat beides nichts zu tun, denn dieser Podcast hat nur ein zentrales Thema: Die Stadt San Francisco.

Da ich dort geboren bin und es sich gleichzeitig um die schönste Stadt der Welt handelt, existiert tief in mir ein profundes Interesse an der Stadt. Ich war auch schon einige Male dort, allerdings lange nicht so oft, wie ich es gerne hätte – doch Fliegen ist teuer und äußerst unökologisch, zwei aus meiner Sicht starke Faktoren, die gegen allzu häufige Besuche sprechen.

Richard Miller

Die Podcast-Serie wurde ins Leben gerufen und komplett produziert von Richard Miller, einem Ex-Bewohner von San Francisco, den sein Beruf bereits vor acht Jahren weiter in den Norden, nach Portland in Oregon, verfrachtet hat. Aus seiner Liebe zu dieser Perle aller Städte erwuchs eine wundervolle Sammlung von Episoden, die San Francisco aus den unterschiedlichsten Sichtweisen portraitieren.

Worum geht’s?

Die ca. 100 Episoden behandeln so vielseitige Themen wie:

  • Eigenheiten des Essens und Trinkens in San Francisco
  • Sehenswürdigkeiten, die entweder jeder oder aber keiner kennt
  • Die Geschichte der Stadt
  • Historische Persönlichkeiten von Interesse

Jede Folge ist liebevoll recherchiert und eingesprochen worden – hört man sie der Reihe nach durch, merkt man, wie Richard Miller von Episode zu Episode sicherer und routinierter wird. Die Episodenlänge variiert sehr stark, denn es gibt kurze Episoden, die nur fünf oder sechs Minuten dauern, denen wiederum lange Episoden mit einer Spielzeit von gut 40 Minuten gegenüberstehen.

Gerne immer wieder…

Vor Jahren habe ich alle Folgen der Reihe nach durchgehört, immer wieder lade ich mir entweder einzelne Episoden oder doch gleich alle und höre mir meine persönlichen Highlights wieder an. Gerade im August, wenn der Arbeitsdruck bei mir geringer ist, schätze ich es sehr, mich wieder in diese nostalgische Stimmung versetzen zu lassen.

Wo gibt’s den „guten Stoff“?

Sollte ich nun jemandem Appetit auf „Sparkletack“ gemacht haben, wäre es mir persönlich eine große Freude. Zu finden ist der Podcast entweder (für die Apple-Nutzer) direkt in der Podcast-App von Apple (Teil von iOS, einfach bei der Suchfunktion den Titel eingeben und die Folgen laden/streamen) oder auf der Homepage sparkletack.com

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Lehrer, Kinder, Ferien – und Zeilenende

Zeilenende

Gestern hat mir der einmalige Zeilenende auf Twitter einen Tweet mit einem fragenden Kommentar weitergeleitet:

Da muss man schon genau hinsehen...

Bitte genau hinsehen!

Da ich am Donnerstag meine zweiwöchige Big Band-Probe in Ellwangen hatte, die sich bis kurz nach 22 h hinzog, woran sich immer noch etwa 30 Minuten Heimfahrt anschließen, war ich in der konkreten Situation nicht in der richtigen Stimmung, mich von der Muse küssen zu lassen und gleich zu antworten. Außerdem ist das Thema gar nicht so unspannend – also kündigte ich ihm nur an, es in einem eigenen Blog-Eintrag zu verarbeiten. Nun denn…

Ferienarten

Lehrer unterscheiden Ferien, denn auch wenn die Dauer der „unterrichtsfreien Zeiten“ meist nicht extrem voneinander abweicht, wäre es vermessen zu glauben, dass alle Ferien sich gleichen würden. Doch zuerst einmal muss ich klarstellen, welche Ferien ich überhaupt habe, das unterscheidet sich ja von Bundesland zu Bundesland. Hier in Baden-Württemberg sieht es ungefähr folgendermaßen aus:

  • Herbstferien: eine Woche, die sich am Ende des Oktobers bis in die ersten Novembertage erstreckt. Diese Ferien sind unglaublich wichtig als erste Aufarbeitungsphase nach ungefähr zwei Monaten Schule. Gerade am Schuljahresanfang müssen alle Listen, Sitzpläne etc. erstellt und gepflegt werden, bis zu den Herbstferien setzt sich dann auch einiges, man hat jede Klasse einigermaßen kennen gelernt, die ersten Eindrücke sind gefestigt – jetzt kann und muss die weitere Planung angepasst werden.
  • Weihachtsferien: üblicherweise zwei Wochen, die kurz vor dem Heilig Abend beginnen und dann nach den ersten Januar-Tagen enden. Als Musiklehrer bin ich meist bis zum letzten Moment in der Schule voll im Einsatz, da im Dezember ein großes Adventskonzert und am letzten Schultag ein von Musik umrahmter Gottesdienst stattfinden. Beides erfordert Vororganisation, Proben und umfangreiche Transport-, Auf- und Abbautätigkeiten, vom eigentlichen Musizieren ganz zu schweigen. Parallel sind bis dahin in den meisten Klassen (in meinem Fall meist 14 bis 17 im Schuljahr) die ersten Klassenarbeiten/Klausuren geschrieben (und hoffentlich auch schon korrigiert, damit man nichts mit in die Ferien nehmen muss). Zum Beginn der Weihnachtsferien bin ich üblicherweise derart erschlagen, dass ich erst einmal zwei Tage brauche, um auf „normal Null“ zurück zu kommen. In den ersten Berufsjahren wurde ich beim Nachlassen der Anspannung erst einmal krank, das hat sich glücklicherweise in den letzten Jahren gelegt, denn mittlerweile achte ich etwas mehr auf mich.
  • Faschings- oder Winterferien: eine Woche, die sich vor allem aus gesetzlichen Feiertagen (Rosenmontag, Faschingsdienstag) und verschiebbaren Ferientagen zusammensetzt. Da zum Ende des ersten Halbjahres die Halbjahresinformationen fällig sind, die mit Notenkonferenzen und entsprechendem zusätzlichen Arbeitsaufwand einhergehen, ist auch diese Woche dringend nötig, um einfach wieder aufzuarbeiten und den Erholungsmangel etwas auszugleichen. Februar ist auch die Zeit, in der meist ein oder mehrere eigene Kinder eine Erkältung anschleppen.
  • Osterferien: üblicherweise zwei Wochen, eine vor Ostern, eine danach. Die Tage werden länger, die Frühjahrsmüdigkeit ist spürbar. Meist geht direkt nach den Osterferien das schriftliche Abitur los, also ist vorher ein kleiner Endspurt angesagt. Doch alles in allem sind dies meist Ferien, die zur Erholung ganz gut sind. Außerdem kann man nun wieder im Garten aktiv werden. Osterferien sind gute Ferien. (Einschränkungen folgen…)
  • Pfingstferien: üblicherweise zwei Wochen Ende Mai/Anfang Juni vor dem großen Schlusslauf. Wenn man es ungeschickt anstellt, liegen zu Beginn der Ferien ein paar große Korrekturstapel auf dem Schreibtisch, damit man in den letzten Schulwochen nicht noch zu viel Korrekturarbeit erledigen muss. Aber diese Ferien nutzen wir gern, um mal für ein paar Tage wegzufahren, ansonsten bereite ich wie üblich ein paar Tage Unterricht vor.
  • Sommerferien: Die große sechs- bis siebenwöchige Unterbrechung, die meist von Ende Juli bis zur ersten Septemberwoche reicht. Im Gegensatz zu allen anderen Ferien, in denen ich immer sehr darauf bedacht bin, schon die ersten paar Tage „danach“ gut vorzubereiten, halte ich mir die Sommerferien (schul)planerisch komplett frei. Welche Klassen ich genau bekomme, erfahre ich ohnehin erst ein paar Tage vor Beginn des Schuljahres, wozu also schon Wochen vorher die sommerliche Trägheit stören?

Soviel zur gefühlten Einteilung der Ferien aus meiner Sicht. Es gibt sicher Kollegen, die ein gänzlich anderes Prozedere pflegen. Sicher teilen aber auch etliche meine Vorgehensweise. Das Vorbereiten der ersten Tage, am besten der ganzen ersten Woche, ist ein logisches Vorgehen, das sich in der Praxis bewährt hat. Denn der Umstieg von „ich kann jeden Morgen auch erst um 6:30 h aufstehen“ auf „der Wecker klingelt um 4:35 h“ ist doch etwas anstrengend…

Kinder und Ferien – und Eltern…

Unsere Kinder sind in den Ferien üblicherweise herrlich entspannt. Unser Großer (10) könnte aus seiner Perspektive heraus auch den ganzen Tag in seinem Zimmer sitzen, Bücher lesen, LEGO bauen und Musik hören – der würde freiwillig keine Sekunde aus dem Zimmer herauskommen. Die Mädels dagegen sind wesentlich neugieriger und agiler, die motzen meist schon nach 10 Minuten Ferien, dass sie sich langweilen. Wenn man Glück hat, finden sie sehr schnell eine Beschäftigung für die folgenden Stunden, wenn man dies nicht hat, kommen sie alle paar Minuten wieder, um zu fragen, was sie denn nun tun könnten. Das kann anstrengend sein, meist finden sie aber sehr zügig eine Ihnen genehme Beschäftigung.

Unsere zwei Großen sind unter der Schulwoche an mehreren Tagen im Hort, weil wir Erwachsenen an fast allen Tagen Nachmittagsunterricht haben. Da auch noch vorbereitet werden muss, bleiben die Kinder dann bis etwa 16:00 h im Hort. Mit etwas Glück haben sie danach die Hausaufgaben fertig und können nach dem obligatorischen Instrumentalüben ihren eigenen Wünschen nachgehen. Die jüngste war bislang im Kindergarten, aus dem sie mit den anderen gemeinsam (gleiches Gebäude) gegen 16:00 h abgeholt wurde. Ab September geht auch sie in die Schule, dann werden sich die Hortzeiten angleichen (es sei denn, der neue gymnasiale Stundenplan bei unserem Großen macht dem einen Strich durch die Rechnung).

Wenn der Hort eine Ferienbetreuung anbietet, nehmen wir meist ein paar Tage davon dankend an, um unsere anstehenden Arbeiten erledigen zu können, ohne ein allzu schlechtes Gewissen zu haben. Meist gehen wir in den Wintermonaten an einem der Vormittage auch einfach mal in die Sauna, so bleiben wir etwas gesünder – auch nicht schlecht.

Bietet der Hort keine Ferienbetreuung an (die Stadt gibt den Betreuungseinrichtungen die Anzahl der freien Tage genau vor), wird es manchmal etwas „tricky“, denn wenn wir arbeiten müssen, bleibt oft nichts anderes übrig, als die Kinder ein paar Stunden sich selbst zu überlassen. Den Kindern taugt das sehr, doch es zieht meist energische Aufräumarbeiten im Haus nach sich…

Fazit

Den Kindern gefallen Ferien immer, die könnten dem Bild durchweg zustimmen. Als Lehrer kann ich nicht bestätigen, dass ich in den Ferien nur Alkohol trinke, meine Fingernägel lackiere, Geld scheffle (bekommen die normalen Arbeitnehmer während der Urlaubszeit ihren Lohn nicht weitergezahlt?), Party mache (bin eh nicht der Party-Typ, da stehe ich nur dumm herum und lese in der WordPress-App, was Zeilenende und meine anderen virtuellen Freunde so wundervoll schreiben). Ich erhole mich gezielt, arbeite nach und vor – und schreibe unzählige Blog-Einträge, die dann keiner lesen möchte. Zum Glück habe ich mit Zeilenende einen bezahlten (*hüstel*: Gottes Lohn) Dauerleser, der mir auf jeden Artikel ein Like geben muss, sonst komm ich rüber und geb ihm auf die Mütze… 😉

Spaß beiseite: In unserer Funktion als Eltern mögen wir die Ferien nicht ganz so hundertprozentig, da sie meist weniger Struktur und somit mehr Arbeit mit sich bringen. Gleichzeitig lernt man es so, die geregelten Wochen der Schulzeit noch mehr zu schätzen… Was für uns Eltern an den Ferien einmalig schön ist: Die Möglichkeit, sich jedem Kind mit mehr Zeit widmen zu können. Da kann dann eine Bastelarbeit in Ruhe zu Ende gebracht und gewürdigt werden, für die man in der Schulzeit oftmals nur den Gedanken (Verzeihung bitte!) „Wo sollen wir das Teil denn noch hinstellen?“ übrig hätte. Laut ausgesprochen wird der Gedanke nie, aber vor allem in den Ferien haben wir die nötige Ruhe (und den Mangel an Terminen, die uns herumschleichen), um das Ergebnis mit den Kindern gemeinsam zu genießen.

Insofern, lieber Zeilenende, kann ich der Elternzeile im aktuellen Zustand nicht zustimmen. Ein weinendes Gesicht vorne und hinten, aber viele lachende und gemütlich auf dem Sofa kuschelnde Emojis in der Mitte wären passender. Trotzdem: Vielen Dank für den Impuls! Schönen Samstag noch, vielleicht komme ich heute neben der Korrektur der Oberstufenklausur auch noch zum Schreiben eines weiteren Eintrags.

Die Osterferien beginnen dieses Jahr erst am Mittwoch (nächste Woche), da die Weihnachtsferien um ein paar Tage verlängert waren. Insofern verzögert sich der Ansturm meiner neuen Einträge etwas. Aber das ist ja eher erholsam als schlimm… 😉

 

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Tastatur-Albtraum

Mein Apple Smart Cover

Hier das iPad mit gekoppeltem Smart Cover

Seit einigen Wochen besitze ich ein iPad Pro, das ich als Gerät sehr schätze. Neben dem iPhone ist es mein permanenter Begleiter, vor allem in der Schule, denn auf dem iPad befinden sich immer meine gesamte Unterrichtsvorbereitung sowie Sitzpläne, Notenlisten etc. Da ich seit dem ersten iPad (2010) dabei bin, ist in den letzten Jahren alles auf die Arbeit mit diesem Gerät zurechtgelegt worden – und es funktioniert gut.

Beim Kauf des neuen iPads habe ich gleich die von Apple dafür produzierte Tastatur, das sog. Smart Cover, mitbestellt. Ganz offensichtlich hatte ich das Kleingedruckte übersehen, denn die Tastatur wird nur mit amerikanischem Tastatur-Layout angeboten. Die Tasten an sich liefern schon die gewohnte deutsche Tastaturbelegung, der Aufdruck entspricht aber der US-Version. So was von blödsinnig! Vor ein paar Jahren noch war Apple ein Vorreiter in Sachen vorbildlicher Internationalisierung der Sprachversionen im Betriebssystem und auch bei der Hardware. Das war offensichtlich einmal, nun ist es ein Witz mit Anlauf. (Vor allem beim Preis von 179 € – und da ist iPad nicht inklusive.)

Schade an der Sache ist vor allem, dass die Tastatur vom Tastengefühl und der Reaktion wirklich einmalig gut ist, doch bei allen möglichen Sonderzeichen fange ich immer wieder das Suchen und Ausprobieren an – selbst nach einigen Wochen der Dauernutzung (und ich konnte ja schon vor mehr als 20 Jahren schnell tippen). Das ärgert mich (umso mehr, als ich manche Zeichen erst beim dritten oder vierten Anlauf erwische).

Noch dazu hat Apple auf diverse sehr hilfreiche Sondertasten verzichtet, die mir zur Vollendung meiner Bequemlichkeit einfach fehlen: Lautstärke rauf/runter, Helligkeit des Displays rauf/runter, ein paar Tasten wurden komplett eingespart, sodass ich das deutsche Anführungszeichen (also unten: ) nicht bekomme. Ich behelfe mir mit zwei einzelnen unten angesetzten Akzenten (also ‚‚), aber es ist nicht wirklich zu vergleichen.

Mal die Konkurrenz testen

Langer Rede kurzer Sinn: Vor ein paar Tagen hatte ich mal wieder gehörig die Schnauze voll und las ein paar Testberichte. Darin wurde von vielen Benutzern die Logi Create-Tastatur/Hülle-Kombination von Logitech gelobt. Noch dazu hat sie Tasten, die man bei der Arbeit im Dunkeln von hinten beleuchten lassen kann (sehr schick), dann ist das Tastaturlayout ganz „normal“ für mich, es gibt alle gewünschten Sondertasten (sogar noch ein oder zwei mehr, die ich gar nicht bräuchte). Purster Luxus. Oder so ähnlich.

Kurzer Gast in meinem Haus: Logi Create

Nur ein kurzzeitiger Gast in meinem Haus: Logi Create

Als ich gestern nach der Arbeit daheim ankam, war sie gerade geliefert worden. Mit großer Vorfreude packte ich sie aus und setzte das iPad ein – optisch auf jeden Fall sehr schick. Natürlich testete ich als erstes die Sondertasten: Juhu, genau wie gewünscht (und zum Teil noch viel besser)!

Doch dann begann ich zu tippen. Das war zu Beginn eigentümlich, aber so etwas kann sich über ein paar Minuten bessern. Also tippte ich weiter und weiter und weiter. Nach ungefähr zehn Minuten landete das Teil wieder in der Verpackung. Heute habe ich es zurückgeschickt.

Wenn ich drei Sätze hintereinander tippe und mindestens ein Drittel, zum Teil die Hälfte der Buchstaben in beinahe jedem Wort fehlt, weil die Tastatur einfach nicht schnell genug reagiert, kann ich das auf keinen Fall akzeptieren. Und hier war es so. Ich habe es mehrfach getestet, iPad raus aus der Hülle, nochmal die Apple-Tastatur („Smart Cover“) ran, Test einwandfrei. Zurück zum Logi Create – Katastrophe. Keine Chance auf ein längeres Gastspiel. Und dabei hätte ich sie so gerne benutzt. Allein meiner schönen Anführungszeichen und der Sondertasten wegen. Aber es hat nicht sollen sein. Sehr ärgerlich!

Ausblick

In den kommenden Wochen werde ich mich weiter umhören und diverse andere Produkte in Augenschein nehmen, aber mein Vertrauen ist etwas gebrochen, denn Logitech galt mir immer als einer der besten Tastaturen-Hersteller. Wenn dieses halbgare Teil allen Ernstes der Gipfel der Tastaturen-Schöpfung für das iPad Pro sein soll, dann bleibe ich weiter beim Smart Cover. Schluchz!

 

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Eine Frage des Autohauses

Im Oktober 2010 kauften meine Frau und ich für unsere fünfköpfige Familie ein neues Auto, einen FIAT Dobló. Unseren eigentlich sehr guten Skoda Octavia gaben wir damals in Zahlung, denn die drei Kindersitze passten bei diesem Modell nicht nebeneinander auf die Rückbank. Insgesamt erschien uns der preisliche Deal, den wir bei der Inzahlungnahme abgesprochen hatten, nicht ungünstig.

Verhandlungen

Weder ich noch meine Frau sind besonders gut im Verhandeln (da fehlen uns wohl die Schwaben-Gene). Statt also verzweifelt (und ungeschickt) zu versuchen, den Preis zu drücken, kam es uns darauf ein, einen kompletten Satz Winterräder kostenfrei zum Auto zu erhalten, denn sonst hätten wir beim Kauf im Oktober ziemlich bald nach dem Erwerb des Autos gleich noch einmal ein paar Hunderter hinblättern müssen, um neue Winterräder zu erstehen. Das wollten wir vermeiden. Wir schafften es auch, diese Vereinbarung festzuklopfen. Doch dann kam alles anders. Und wie…

Lieferengpässe en masse

Zwei Punkte auf der bestellten Liste ließen dann aber geraume Zeit auf sich warten:

  • Das Gepäckraumtrennnetz, das laut Katalog hätte erhältlich sein müssen, war von uns beim Kauf mit allem anderen bezahlt worden, konnte dann aber etwa ein Jahr lang nicht geliefert werden. Wir haben es auch heute noch nicht. Nur wollten wir irgendwann einfach eine Möglichkeit haben, den Gepäckraum effektiv vom Fahrgastraum abzutrennen, denn bei Unfällen mit einem voll beladenen Auto kann das unter Umständen sehr hilfreich sein. Also bauten sie uns statt des immer noch nicht erhältlichen Gepäckraumtrennnetzes das Hundegitter ein. Besser als nichts, aber irgendwie kam uns die Sache schon recht seltsam vor. Und auf jeden Fall ist es ein Armutszeugnis für eine so traditionsreiche Automarke wie FIAT.
  • Auch die Felgen für die Winterräder waren alles andere als schnell zu haben. FIAT hatte vom Vorgängermodell zu unserem Dobló die Befestigung der Räder am Auto von einer Version mit vier Schrauben auf eine mit fünf Schrauben umgestellt. Und die Felgen dafür waren ganz offensichtlich Mangelware. Nach etlichen Telefonaten und Email-Anfragen beim Händler zogen diese uns Anfang Dezember 2010 einfach die Winterreifen auf die Sommerfelgen auf – bereits dies wäre eigentlich schon gar nicht zulässig gewesen, wie wir drei Jahre später erfuhren, aber immerhin…
  • Die „angeblich korrekten“ Felgen erhielten wir dann pünktlich zum folgenden Winter (November 2011), also ebenfalls mit etwas mehr als einem Jahr Verspätung.

Händler, Händler, Händler

Insgesamt war es mit diesem Händler in Schorndorf ohnehin ein sehr zähes Verhandeln um lauter Selbstverständlichkeiten. Die stets versprochenen Rückrufe erfolgten zu 99 Prozent nicht, ganz oft würde man von einem Angestellten zum nächsten weitervertröstet. Kurzum: Mangelhaft im Service.

Als wir noch in Schwäbisch Gmünd wohnten, testeten wir daher noch einen weiteren Händler für die alltäglichen Service-Arbeiten. Doch die waren derart unfreundlich und wenig entgegenkommend bei der Terminvergabe, dass einem auch die Lust verging, sich dorthin zu begeben.

Nach unserem Umzug vor etwa drei Jahren fanden wir ein neues Autohaus in der Nähe der Aalener Innenstadt: Das FIAT-Autohaus Haussmann. Nach unseren Vorerfahrungen waren wir überaus skeptisch, doch – endlich – wurden wir einmal eines Besseren belehrt, denn dort ist der Service nicht nur gut, er ist exzellent. Allein im vergangenen Kalenderjahr mussten wir an zwei oder drei Tagen ganz spontan in die Werkstatt, weil die Software eine Fehlermeldung ausgespuckt hatte oder sonst kleinere Wehwehchen am Auto aufgetreten waren. Auch ohne Terminvereinbarung wurden wir stets schnell und überaus zuvorkommend bedient.

Rückrufe und Kostenvoranschläge, die ganz unkompliziert per Email geschickt werden, sind eine Selbstverständlichkeit, ein paar nette Worte zur Begrüßung, automatisches Mitdenken und freundliche Erinnerungen an (fast) verpasste Termine (TÜV…) gehören zum Standard.

Auch Service daheim klappt sehr gut: Einmal wollten wir zu einer Verabredung mit Freunden losfahren, als wir einen Platten am Vorderreifen bemerkten. Ein Telefonat genügte: Innerhalb von 20 Minuten kam (kurz vor Feierabend!) ein Mitarbeiter aus der Werkstatt mit dem passenden Ersatzrad vorbei und wechselte schnell das gesamte Rad aus. Die ganze Aktion wurde dann über den Schutzbrief abgewickelt – für uns völlig unkompliziert.

Hach, ich komme glatt ins Schwärmen!

Risiko pur

Was es mit den oben erwähnten angeblich korrekten Felgen für unsere Winterreifen auf sich hatte, erfuhren wir gerade vor ein paar Tagen. Und es waren absolut keine schönen Nachrichten: Meine Frau war beim nächtlichen Fahren an einem Bordstein hängen geblieben. Um auf Nummer Sicher zu gehen, brachte ich am Donnerstag das Auto in die Werkstatt. Nach vier Wintern stand ohnehin ein Tausch der Reifen an. Also gab ich den Auftrag, die Reifen zu kontrollieren und bis zu einem gewissen Grenzbetrag einfach zwei oder vier auszutauschen. Dann zischte ich zu Fuß rüber in die Schule (das ist nur ungefähr ein halber Kilometer).

Als ich später aus der Schule kam, um das Auto abzuholen, war es nicht zu sehen. Ich ging zur Rezeption und fragte, ob das Auto gerade auf Kontrollfahrt sei. Die Antwort überraschte mich dann doch, denn mir wurde verweigert, mit dem Auto wieder zu fahren, da weder die Felgen noch die Reifen für dieses Auto überhaupt zugelassen seien. Hmmmm. Nun hatten wir ja schon vier Winter mit diesen Rädern hinter uns. Aber faktisch heißt es: Der Händler aus Schorndorf hatte uns einfach unpassende Felgen verkauft, um uns mit den ständigen Nachfragen, wann denn nun endlich passende Felgen geliefert würden los zu sein. Faktisch hat er unsere Sicherheit im Straßenverkehr vorsätzlich gefährdet. Ein starkes Stück.

Wäre es ein Privatmann gewesen, von dem ich die Felgen kaufte, hätte ich nichts gesagt, denn dann wäre es auch meine Schuld gewesen, nicht genau hingeguckt zu haben. Anders verhält es sich bei einem Händler, noch dazu demjenigen, von dem ich den Neuwagen, zu dem diese Räder gehören, gekauft habe. Der hat alle benötigten Informationen und muss darüber hinaus Tag für Tag mit diesen Dingen umgehen. Welch eine unglaubliche Schlamperei! Es ärgert mich, dass ich keinerlei Quittung über den Erhalt der Winterräder mehr habe, denn damit hätte ich diesem Händler aus Schorndorf jetzt wirklich die Hölle heiß gemacht.

Händler des Vertrauens

Zurück zum Donnerstag: Nachdem geklärt war, dass ich mit dem Auto so nicht mehr fahren könnte, legte man mir gleich eine vorbereitete Auflistung vor, was denn die passenden Ersatzfelgen mit Reifen und Einspuren etc. kosten würden. Ich bestellte nach kurzer Überlegung und bekam innerhalb von zwei Minuten auch noch einen Mietwagen (der dann nicht einmal etwas kostete) gestellt, denn mein Sohn musste innerhalb der nächsten halben Stunde schon zum Zahnarzt.

Eigentlich hieß es, dass vor Dienstag keine Aussicht auf Lieferung bestünde, da durch den Wintereinbruch gerade viele Leute auf den Gedanken kämen, „umzurüsten“. Puh! Aber gestern, also nur einen Tag nach der Bestellung, kam gegen 14:00 h der Anruf, dass das Auto fertig sei und abgeholt werden könne.

Ich könnte an dieser Stelle aus dem Loben unseres hiesigen Händlers gar nicht mehr herauskommen. Der einzige Nachteil an der Geschichte ist für uns, dass natürlich die Felgen, Reifen, Radkappen und das Einspuren zusammen doch über 900 € gekostet haben, das kann ich aber schwerlich unserem Händler anlasten. Dennoch: einen Großteil dieser Kosten hätten wir uns locker sparen können, wenn das erste Autohaus nicht so unglaublich geschlampt hätte. Saftladen!

 

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Apple Music — offline (nicht) verfügbar

Apple Music

Apple Music — meistens herrlich, manchmal nervig

In der vergangenen Woche hatte ich an zwei Tagen eine nicht wirklich angenehme Überraschung mit Apple Music. Ich konnte beide Male das Problem lösen, aber eigentlich wäre die ganze Situation nicht nötig gewesen. Was war los?

In meiner Schule haben wir seit diesem Schuljahr eine komplett neue Serverstruktur, denn die alten liefen noch auf Windows XP, das nach ungefähr 14 Jahren von Microsoft zum Sterben verurteilt wurde. Da keine Patches und Upgrades dafür mehr herauskommen, waren viele Schulen gezwungen, ihre Infrastruktur zu erneuern — wir auch.

Unter der XP-Lösung konnte ich meinen AirPort Express an eine Buchse hängen, mich über W-LAN einloggen und hatte in meinem Raum Zugang zum Internet. Mit der neuen Serverlösungen geht das nicht. (Nicht einmal unser oberster Netzewerkverwalter schafft es, seinen eigenen Wifi-Router zum Laufen zu bringen.)

Zum „Glück“ bietet Apple Music aber die Möglichkeit, Musikstücke „offline verfügbar“ zu machen. Das bedeutet für mein Verständnis, dass die Musik auf dem Speicherchip des iPads landet, um keine Internetverbindung mit dem Streamen zu belasten oder überhaupt zu benötigen. Für eine Klassenarbeit suchte ich ein passendes Stück, tippte auf die Fläche zum Herunterladen auf mein iPad, sah, dass es angekommen war, dachte mir: „Super, wieder eine Sorge weniger!“

Doch dann stand ich zwei Tage später in der Klassenarbeit vor versammelter Mannschaft und wollte den geladenen Track abspielen lassen. Und er weigerte sich und behauptete sinnigerweise, dass die „Authentifizierung via W-LAN“ fehlgeschlagen sei. Kein Wunder, da war ja kein W-LAN.

Mir drängt sich die Frage auf, warum diese Authentifizierung bei jedem neuen Abspielen sein muss. Traut Apple seinen zahlenden Kunden so wenig über den Weg, dass hier jedes einzelne Mal gecheckt werden muss, ob — trotz Familienabos — nicht auf zwei Geräten mit der gleichen ID gleichzeitig Musik gehört wird? Das erscheint mir doch ein wenig kleinkariert. Nein, nicht „ein wenig“, eher „sehr“.

Einen Tag später testete ich es aus, spielte ein geladenes Stück daheim im W-LAN einmal an, ließ es dann so stehen, begab mich in die Schule, da lief es dann ohne Zicken. Offensichtlich gibt es zeitliche Grenzen, innerhalb derer nicht nachgeprüft werden muss. Andererseits möchte ich nicht jeden Morgen daheim erst noch einmal die Musik für den Unterricht anspielen müssen, nur um dann sicher sein zu können, dass sie zwei Stunden später immer noch funktioniert… (Soviel zum Thema „It just works.“)

Einen Tag später passierte die Authentifizierungsmisere wieder. Wie schon beim ersten Mal koppelte ich dann notgedrungen das iPad mit dem iPhone, wodurch dann die Internetverbindung hergestellt werden konnte und die Authentifizierung stattfand. Mein Unterrichtsraum ist aber leider von vielen dicken Betonwänden umgeben, weswegen dort ein ganz mickriges Mobilfunknetz gewährleistet ist — diese kurze Authentifizierung benötigte geschlagene vier Minuten. Wer schon einmal vier Minuten vor einer Klasse mit lauter ungeduldigen und aufgeregten Teenagern in einer Klassenarbeit gestanden hat, und einfach nur abwarten musste, während sich am oberen Bildschirmrand ein Kreisel drehte, bekommt ein ganz neues Zeitgefühl… Während dieser Zeit musste ich dann die Schüler auffordern, einfach schon einmal mit den anderen Aufgaben loszulegen. Das war schon etwas peinlich, denn eigentlich hatte ich das Hörbeispiel vorher herausgesucht und in eine Playlist gesteckt, um eben keine Verzögerung in einer Klassenarbeit zu haben. Dumm das.

An dieser Stelle wäre es angebracht, einen Appell an Apple loszulassen. Erfahrungsgemäß reagiert der Konzern aber erst ab einer Kragenweite (Achtung, Sexismus: oder vielleicht Körbchengröße?) von Taylor Swift auf derlei Vorschläge, deshalb lasse ich es gleich.

 

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Lektorenschwund und die Folgen

In den letzten Jahren wurde es immer deutlicher, momentan bestehen absolut keine Zweifel mehr: Viele Buchverlage verzichten auf Lektoren. Woran merkt man das? Ganz einfach: Beim Lesen der jeweils veröffentlichten Bücher taumelt man von einem Tipp- zum nächsten Satzbau- oder Sinnfehler.

Früher beschäftigten alle Verlage eine ganze Reihe von Lektoren, die sich darauf konzentrierten, Grammatik und Verständlichkeit des Textes zu wahren. Gut, bei dem einen oder anderen furchtbar trockenen Fachbuch ist das mit der Verständlichkeit eher nicht gelungen, dafür fand man derbe Rechtschreib- und Grammatikfehler (damals noch den Unterschied zwischen „daß“ und „das“, heute natürlich „dass“ und „das“) wirklich äußerst selten.

Aber diese Lektoren kosteten natürlich immer ihr Geld, vermutlich auch nicht allzu wenig, denn es mussten ja gut ausgebildete Menschen mit einem Gespür für die Sprache und — je nach Einsatzgebiet — einem breiten Fachwissen in dem geforderten Gebiet sein. Da heute meist der niedrigste Preis gewinnt, verzichten immer mehr Verlage auf Lektoren, andere Autoren veröffentlichen gleich im Eigenverlag — nicht immer zur Freude der Leser.

Gerade seit Einzug der eBooks scheint sich der Druck auf die Verlage deutlich erhöht zu haben, noch sparsamer zu sein, denn in den letzten fünf Jahren ist der Qualitätsstandard hinsichtlich Orthographie und Grammatik bei vielen solcher digital veröffentlichter Bücher auf ein sehr niedriges Niveau gesunken. Für den Leser ist das manchmal geradezu schmerzlich.

Bei iBooks habe ich mir vor ein paar Wochen einen Episoden-Guide für „The Big Bang Theory“ in zwei Bänden gekauft. Die enthaltenen Informationen sind völlig in Ordnung, aber die Orthographie treibt mir nicht selten fast schon Tränen in die Augen. Der Autor unterscheidet nicht immer korrekt zwischen „dass“ und „das“, hin und wieder werden Redewendungen falsch eingesetzt, sodass der eigentliche Sinn völlig verdreht wird. Natürlich stirbt man daran nicht, andererseits ist es schon eine spürbare Minderung des Genusses.

Schlimm waren auch einige Kinderbücher, die ich meinen größeren beiden Kindern in ihren ersten Jahren zum Einschlafen vorgelesen habe. Da gab es schon Stellen, bei denen durch das technisch ungeschickte Einfügen eines Bildes der Textfluss völlig zerrissen wurde. Manchmal wurden Satzteile gelöscht, sodass ein Satz auf halber Strecke endete. Dann wiederum gab es Stellen, bei denen mehrere Satzteile gleich zwei oder drei Mal hintereinander vorkamen. Sicher lag das an der Unkenntnis im Umgang mit der noch recht jungen eBook-Technik. Dennoch ist es für einen Verlag peinlich, dass ganz offensichtlich niemand die Endfassung des Buchs noch einmal durchgesehen hat. Die meisten dieser Fehler konnte man unmöglich übersehen.

Sehr vorbildlich ist die erst vor ein paar Tagen neu herausgekommene Luxus-Edition der „Harry Potter“-Bücher. Mit großem Genuss kann ich hier von einem exzellenten Lektorat Zeugnis ablegen. Mir ist noch nicht ein einziger Rechtschreibfehler aufgefallen, zusätzlich wurden mit viel Geschmack zusätzliche Anmerkungen in den Text eingebaut, aber so unaufdringlich, dass man sie bei Interesse mit einer Fingerberührung abrufen bzw. wieder verschwinden lassen kann. Hier waren Menschen mit Können und Geschmack am Werk, das spürt man als Leser deutlich.

Nun bin ich mir nicht sicher, wen das überhaupt interessiert, aber ich würde für ein Buch gerne einen Euro mehr zahlen, wenn ich wüsste, dass es einem ordentlichen Lektorat unterzogen wurde. Der erste Band der Harry Potter-Reihe hat ja nun schon einige Jährchen auf dem Buckel, dennoch kostet diese von mir gerade so hoch gelobte Edition rund zehn Euro pro Band. Aber die zahle ich gerne, wenn ich dafür diese Qualität an Lektorat und diese spürbare Liebe zum Detail bekomme. Denn so ein Buch öffne ich auch in ein paar Jahren sicher immer wieder gerne.

 

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Aktion: „Gemeinsam lesen“ – 10. November 2015

Genialer Pausenfüller: „1001 Songs you must hear before you die“

Genialer Pausenfüller: „1001 Songs you must hear before you die“

Gestern und vorgestern habe ich jeweils einen neuen Beitrag zur Aktion „Gemeinsam lesen“ veröffentlicht. Mein paralleles Lesen in mehreren Büchern erlaubt mir, gleich noch einen anzuhängen. Das heutige Buch ist so ein klassischer Lückenfüller, der immer für die ganz kurzen Pausen taugt, denn jedes einzelne Kapitel ist in wenigen Minuten ausgelesen.

Welches Buch liest du gerade und auf welcher Seite bist du?

„1001 Song you must hear before you die“, das Buch ist das Ergebnis der langjährigen Zusammenarbeit eines großen Teams, herausgegeben wurde es von Robert Dimery. Von den 8542 (iPhone-Größe) Seiten habe ich bislang 194 geschafft. Zum Glück ist es keine zusammenhängende Geschichte. Jedes Kapitel ist ca. 5-8 (iPhone-)Seiten lang, das liest sich in Windeseile…

Wie lautet der erste Satz auf deiner aktuellen Seite?

Socialist by birth and nature, New York lyricist Yip Harburg was deeply affected by the mass unemployment and endless breadlines that became all too familiar in the United States after the Wall Street Crash in 1929. (S. 195)

Was willst du unbedingt aktuell zu deinem Buch loswerden?

Als Musiker bin ich ohnehin immer interessiert daran, mehr über mein eigenes Fachgebiet zu erfahren. Noch dazu ist dies ein Buch, das sich mit den aktuellen Streaming-Diensten (in meinem Fall Apple Music) so richtig lohnt, denn nun kann ich das Kapitel über einen Song durchlesen und ihn mir gleich danach anhören, ohne ihn mir extra kaufen zu müssen.

Den einen oder anderen Song habe ich schon meiner Favoriten-Liste hinzugefügt. Gerade in der Ära vor 1950 verbarg sich so manches mir noch völlig unbekannte Schmuckstück, auf das ich durch dieses Buch hingestoßen wurde.

 

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Bruce Dickinson: „Hell on Wheels“

Bruce Dickinson: »Hell on Wheels«

Bruce Dickinson: „Hell on Wheels“ (aka AC/DC: „Back in Black“)

Nachdem ich in den letzten Wochen nur wenig gepostet habe, wird es Zeit, etwas daran zu ändern. Hier nun ein musikalischer Beitrag:

Die 1990er

In den 1990er Jahren war ich neben meiner trompeterischen Tätigkeiten auch eifrig als E-Gitarrist in einigen Bands aktiv, entsprechend prägte das meinen Musikgeschmack — ich hatte sogar lange Haare (eindeutig ein heute nicht mehr herzustellender Zustand, denn dafür sind es mittlerweile viel zu wenige). Die ganz harten Heavy Metal-Sachen mochte ich damals nicht, daran hat sich bis heute nicht viel, eigentlich gar nichts, geändert. Iron Maiden und Megadeth waren mit großem Abstand die härtesten Bands, die ich hörte.

Im Jahr 1990 veröffentlichte Bruce Dickinson, der damalige wie heutige Sänger von Iron Maiden, sein erstes Solo-Album, weil — so seine eigene Angabe — er „die Möglichkeit dazu hatte“. Da er zusätzlich immer weniger zufrieden damit war, von allen nur als „der Sänger von Iron Maiden“ angesehen zu werden, schuf er sich mit seiner Solo-Karriere ein kreatives Ventil. Zu diesem Zeitpunkt war ein Ausstieg bei seiner Stammband nicht geplant. Dummerweise stieg er, beflügelt vom Erfolg seiner Solo-Karriere, dann doch nach drei Jahren bei Iron Maiden aus — so war das sicher nicht im Sinn des Erfinders. Glücklicherweise kehrte er auch wieder zurück, denn ohne ihn war die Band nicht halb so gut.

Tatooed Millionaire

Zurück zum eigentlichen Thema: Das Album mit dem Titel „Tatooed Millionaire“ erhielt nach seinem Erscheinen in der Fachpresse durchweg fantastische Kritiken, also legte ich mir damals noch die Vinyl-Version zu (ja, so lange ist das her — außerdem kostete sie weniger als die CD, als Teenager hatte ich einfach kein Geld…). Und tatsächlich: es handelte sich um eine Sammlung hervorragender Songs: bodenständig und doch verspielt, lyrisch und doch energetisch, frech und doch ernst – viele solcher Gegensatzpaare könnte man anführen. Wichtig ist nur, dass es mir gefiel.

Seit Jahren besitze ich keinen Plattenspieler mehr. Dank Apple Music habe ich aber in den letzten Wochen das Album auf mein iPad geladen und immer wieder etwas darin herumgehört. Gleich der Opener „Son of a Gun“ ist ein mitreißendes und energiegeladenes Stück, den Vogel schießt meiner Meinung nach aber „Hell on Wheels“ ab.

Hell on Wheels

Der Titel deutet es ja schon ein wenig an: hierbei handelt es sich um eine Verneigung vor, wenn nicht gar eine Huldigung an die Band AC/DC. Was andernfalls nur als schamloser Rip-Off gelten dürfte, wird hier mit einem ansteckenden Feuer zelebriert — noch dazu vom Lead-Sänger einer der bekanntesten Metal-Bands aller Zeiten, einem Urgestein der „New Wave of British Heavy Metal“ —, man kann gar nicht anders, als mit den Füßen mitzuwippen, den Kopf im Takt leicht in Schwingung zu versetzen und an der einen oder anderen Stelle gleich einmal mitzusummen.

Experiment und Fazit

Wer sich auf ein lustiges kleines Experiment einlassen möchte, hört sich bitte zuerst „Back in Black“ von AC/DC an und wechselt dann möglichst nahtlos zu „Hell on Wheels“.

Die Ähnlichkeit ist verblüffend! Und gerade in dieser Offenheit als ehrliche Hommage von einem Musiker an eine Band zu deuten. Sehr gelungen! Das Stück ist schon in meiner Favoriten-Playlist gelandet.

 

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Gesehen: Breaking Bad – Erste Staffel

Walter aus »Breaking Bad«

Walter White, der „Protagonist“ aus „Breaking Bad“

Ich habe bei Twitter schon viel über die amerikanische TV-Serie „Breaking Bad“ gelesen, auch sonst gab es ein unüberseh-/hörbares mediales Echo, dennoch ging die Serie bis vor ein paar Tagen komplett an mir vorbei. Beim Familientreffen am Ellertshäuser See Mitte August legte mir eine nette ältere Dame aus Kanada näher, mir die Serie mal anzusehen. Sie selbst war erst kurz zuvor darauf aufmerksam geworden und hatte dann wohl die ganze Serie auf Netflix durchgesehen. Nach so viel Lob ging mir die Sache noch ein paar Tage durch den Kopf, dann sah ich mal nach, was die DVDs denn kosten sollten, was zum Glück nicht viel war.

Also bestellte ich mir die erste Staffel auf DVD und begann mit dem Ansehen… Mehrere Sachen fielen mir dabei auf:

  • Es ist ganz klar eine Serie „von Erwachsenen für Erwachsene“. Natürlich können auch Jugendliche sie ansehen, aber sie werden höchstens einen Teil der Tiefe erfassen können. Gerade Walt's verzweifelte Lage wird in den ersten Folgen sehr eindrücklich geschildert. Sehen und ansatzweise nachvollziehen können das viele, wirklich verstehen werden es vermutlich nur Erwachsene. Eindeutig ein Pluspunkt der Serie.
  • Die Serie zeigt schonungslos, in welche Sackgasse sich die amerikanische Gesellschaft zunehmend bewegt. Damit meine ich nicht die Drogenszene. Die gibt es überall, so etwas wird sich nicht vermeiden lassen. In keinem Land der Welt. Vielmehr bewundere ich den scharfen Blick der Drehbuchautoren auf die feinen sozialen Katastrophen im US-amerikanischen Alltag: Ein Lehrer, der zusätzlich zu seinem Beruf in der Schule noch in der Waschstraße arbeiten muss, um seine Familie ernähren zu können, dabei immer noch keine Möglichkeit hat, genug Geld aufzubringen, um auch nur geringste Rücklagen zu bilden — das ist wirklich schockierend. Und die Serie reitet noch nicht einmal darauf herum, was für mich belegt, dass dieser Zustand im Bewusstsein vieler Amerikaner wohl schon als „völlig normal“ angesehen wird. Ich wurde in Amerika geboren, schon damals (1975) gab es in den USA nur eine ganz schmale Mittelschicht, die Gesellschaft teilte sich vor allem in eine kleine (aber extrem wohlhabende) Oberschicht und eine sehr große (und teilweise wirklich erbärmlich arme) Unterschicht. Damals sah es hier in Deutschland noch komplett anders aus, denn es gab eine sehr breite Mittelschicht und an den beiden Extrempolen nur einen kleinen Rand. In den letzten drei Jahrzehnten hat sich unsere Gesellschaft langsam aber sicher in Richtung des amerikanischen Modells verändert. Wir sind noch nicht so völlig „entsolidarisiert“ (Volker Pispers), aber Jahr für Jahr berichten die Medien darüber, dass die Schere zwischen Arm und Reich immer weiter auseinander geht. Genau das war in den USA vor über 30 Jahren bereits der Fall, mal sehen, wo wir nach Ablauf eines ähnlichen Zeitraums stehen werden…
  • Besonders drastisch finde ich, welch krankhafte Geister in der amerikanischen Politik gegen die sog. „Obamacare“ (also die für alle Bürger eingerichtete Krankenversicherung) wettern. Bis zur Einrichtung von „Obamacare“ war nur krankenversichert, wer das Geld dafür aufbringen konnte. Auch der Umfang der Krankenversicherung hängt dann von den individuellen finanziellen Möglichkeiten ab. Eigentlich muss man Obama dies sehr hoch anrechnen, endlich die medizinische Grundversorgung für ein so großes Land hergestellt zu haben, doch was muss er stattdessen für Kritik einstecken… Krank! Zurück zur Serie: Der Protagonist von „Breaking Bad“ erhält die Diagnose Lungenkrebs — und kann sich eine Behandlung faktisch nicht leisten. Es geht nicht darum, sich eine besondere Behandlung leisten zu können, er kann schlichtweg für gar keine das Geld aufbringen, denn er müsste alles aus eigener Tasche bezahlen. Klar, auch bei uns wird nicht jeder eine exzellente Versorgung von seiner Krankenkasse bezahlt bekommen, aber eine grundlegende und solide medizinische Versorgung ist auf jeden Fall gewährleistet. Zurück zur Serie: Walt kann sich seine Chemotherapie nur leisten, indem er vor jeder Behandlung einen Scheck über die Kosten für Medikament und Behandlung abgibt. Wie demütigend es für ihn ist, die Arzthelferin jedes einzelne Mal zu bitten, den Scheck nicht vor Montag der kommenden Woche einzulösen, wird schauspielerisch sehr überzeugend rübergebracht. Das Geld hat er (trotz zweier Jobs) natürlich nicht, er muss es sich erst verdienen, indem er illegale Drogen herstellt und über seinen „Partner“ verticken lässt. Eigentlich geht das komplett gegen seine innere Überzeugung, doch er möchte seine Frau, seinen Sohn und das noch ungeborene Baby finanziell so gut wie möglich absichern.
  • Die Szenen, die im Drogenmilieu spielen, haben mir einmal mehr verdeutlicht, wie wichtig es ist, die eigenen Kinder zu starken Persönlichkeiten zu erziehen, die sich ihren Problemen mit Intelligenz und Pragmatismus stellen (anstatt in eine benebelte Rauschwelt zu fliehen). Noch dazu bin ich froh, nicht einmal ansatzweise ein persönliches Interesse an Drogen zu haben. Die zu erwartenden und in der Serie dargestellten Verhaltensweisen würden tiefgreifende Änderungen in meinem Selbstbild erfordern, die ich aber nicht einzugehen gewillt bin.

Die erste Staffel bestand nur aus ein paar Folgen, vermutlich war sich das Filmstudio nicht sicher, ob eine thematisch und sozial derart kontroverse Serie ein Erfolg werden würde. Doch ganz offensichtlich fanden sich genügend Anhänger, sodass einige weitere Staffeln folgten. Gestern kamen die DVDs der zweiten Staffel hier an, dann kann die Geschichte weitergehen. Ich bin schon gespannt, ob mein positives Bild der Serie sich auch weiterhin halten kann.

Kennt noch jemand diese Serie? Falls ja, wie findet ihr sie? (Und falls ihr mir einen Kommentar schreibt: Bitte verratet mir noch nichts über den weiteren Verlauf, sonst könnte mir das den Spaß verderben…)

 

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Abzocke, aber derart…

Preissteigerung

Preissteigerung

Dass man bei Autobahn-Raststätten immer etwas mehr zahlen muss als beim Discounter um die Ecke, ist vermutlich jedem einzelnen Leser dieser Zeilen bereits altbekannt. Tatsächlich dürfte das Wissen so alt wie die Autobahnen und ihre Raststätten sein. Ich zumindest habe das weder als Kind noch als Erwachsener anders erlebt.

Heute standen wir jedoch zum ersten Mal seit vielen Monaten in einem richtigen Stau. Im Verlauf von ca. 35 Minuten neigte sich mein Kraftstoffvorrat allmählich zur Neige, was auch an den Temperaturen jenseits der 30 Grad Celsius und der Notwendigkeit zur Kühlung des vollbesetzten Autos lag. Also fuhr ich beim nächsten Autohof ab, um zu tanken.

Soweit kein Problem, der Sprit war auch nicht wesentlich teurer als anderswo. Beim Anstehen an der Kasse (was in diesem Fall tatsächlich fast zehn Minuten dauerte, weil trotz Sommerferien in allen Bundeländern nur eine einzige Kassiererin anwesend war), hatte ich aber ausreichend Zeit, mich umzublicken. Und was ich sah, lies mich ganz schön aufmerken:

  • Eine Dose geröstete und gesalzene Erdnüsse (no name-Produkt), bei Norma für 69 oder 99 Cent zu haben, hier: 3,99 €.
  • Ein Nackenhörnchen (das sind diese komischen Kissen für die Beifahrer, deren Kopf zu schwer wird, um ihn selbst zu halten), bei IKEA oder Kaufland für 1,99 bis 3,99 € zu haben, hier: 19,99 € (Aber immerhin mit der Bemerkung „Sonderpreis!“).
  • Eine Tafel Ritter Sport-Schokolade, normalerweise für ca. 99 Cent, höchstens 1,29 € zu haben, hier: 2,99 €.

Diese Liste könnte man mit fast allen Produkten in dieser Tankstelle fortführen. Ausgenommen sind vermutlich nur Bücher (zum Glück gibt’s die Buchpreisbindung) und Zeitschriften (da steht der Preis auf dem Umschlag). Auf alles andere gibt es extreme Aufschläge, zum Teil mehrere hundert Prozent.

Mir geht es jetzt nicht um ein möglichst reißerisches Gemaule über unsinnig angehobene Preise, denn einen kleinen Aufschlag für den zusätzlichen Transport würde ich ja einsehen. Aber eben einen kleinen Aufschlag. Da dort ohnehin fast ausschließlich Massenprodukte verkauft werden, die meist lange haltbar sind (abgepackte Gummibären, Erdnüsse, Schokolade etc.) und die über eine reguläre Lieferung einmal die Woche wieder aufgestockt werden könnten, stellt das die Logistik eines heutigen Unternehmens meiner Einschätzung nach eigentlich vor keine große Herausforderung. Ganz ehrlich, es wäre peinlich, wenn im Computerzeitalter immer noch gravierende Probleme in dieser Hinsicht aufträten. Vor allem bei der sonst so makellosen Logistik der Mineralölkonzerne (ja, ich weiß, die haben damit ja nichts zu tun…).

Ich habe heute nichts gekauft, werde auch in Zukunft tunlichst vermeiden, darauf angewiesen zu sein, eine Packung Gummibärchen zum Preis von vier zu erwerben. Aber erschreckend fand ich die Dreistigkeit der Wucherpreise dann doch. Vielleicht fahre ich zu wenig Auto, um das häufiger vor Augen geführt zu bekommen. Sollte dem so sein, habe ich nicht vor, es zu ändern.

 

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