Versatile Blog-Award – April 2017

Der Versatile Blogger Award – dieses Mal zu Gast bei Solera 1847.
Der Versatile Blogger Award – dieses Mal zu Gast bei Solera 1847.

Bereits vor einigen Tagen (oder sind es schon Wochen?) hat mich Pialalama in ihrem eigenen Eintrag für den Versatile Blogger-Award nominiert. Die letzten Tage waren jedoch derart vollgestopft mit Arbeit, dass ich mit Mühe einige länger vorbereitete Blog-Beiträge abschließen und veröffentlichen und meine Song des Tages-Sparte leidlich am Laufen halten konnte. Kurz und gut: Es wird Zeit für Ferien! (Und es sind nur noch drei Tage bis dahin…)

Der Versatile Blog-Award

Der VBA besteht aus einem zum Glück recht simplen Kodex, der sich auf die drei sofort folgenden drei Punkten reduzieren lässt:

  1. Danke der Person, die dich nominiert hat!
  2. Verrate uns sieben noch unbekannte Dinge über Dich.
  3. Wähle Blogger aus, um sie für den VBA zu nominieren.

Zu den drei Punkten:

Die erste Verpflichtung ist kein Problem, denn ich freue mich, dass Pialalama meinem Blog folgt, offensichtlich einige Artikel gelesen, besternt und kommentiert hat – das macht das Bloggen als Tätigkeit faszinierend und lohnend. Vielen Dank schon allein dafür! Dann hat sie mich auch noch nominiert, was mich weiterhin in ihrer Schuld stehen lässt, doch mit meinen heutigen Antworten hoffe ich, diese tilgen zu können. Dennoch: Auch für die Nominierung vielen Dank!

Die zweite Aufgabe, nämlich sieben „noch unbekannte“ Dinge über mich zu erzählen, ist vergleichsweise schwierig, denn ich blogge nun schon seit mehr als fünf Jahren, da kamen schon ein paar Einträge zusammen. Laut der WordPress-App sind es vor diesem 846 Artikel gewesen. Ich bin selbst beeindruckt. Doch genau da liegt auch das Problem, denn ich weiß nicht, ob ich bei jedem der sieben Punkte etwas erwische, was ich wirklich noch nicht preisgegeben habe. Aber ich bemühe mich, versprochen!

Mit letztem Punkt tue ich mir schwer, da ich niemanden zu etwas zwingen möchte (und das Nominieren ist zwar kein echter Zwang, doch baut er eine gewisse Erwartungshaltung und damit etwas Druck auf – das möchte ich vermeiden), überlasse ich es jedem Leser dieses Blogs, sich angesprochen zu fühlen und für sich selbst sieben unbekannte Dinge zu präsentieren.

Die sieben (hoffentlich noch) unbekannten Fakten über mich

  1. Obwohl ich ein Musiker und Musiklehrer bin, der fast täglich mit Klassen singt und musiziert, fühle ich mich gerade beim Singen vor anderen immer noch leicht gehemmt. Woran genau das liegt, weiß ich nicht, denn nach fast 15 Jahren in meinem Beruf sollte diese Scheu eigentlich gründlich ausgeräumt worden sein – ist sie aber nicht.
  2. Ich schreibe für 99 Prozent aller Schulstunden immer noch einen recht detaillierten Stundenentwurf. Es gibt Kollegen, die das nach dem Referendariat sofort ablegen und nie wieder aufgreifen. Ich schätze es aber als gedankliche Stütze, damit mein Unterricht strukturiert bleibt. Und ich kann ja jederzeit von meinem Entwurf abweichen – das komplette Freischwimmen liegt mir nicht.
  3. Ich finde Eckart von Hirschhausen überhaupt nicht lustig. Vor Jahren bekam ich zum Geburtstag eines seiner Bücher geschenkt – zum Glück habe ich nicht selbst Geld dafür ausgegeben. Aber alles, was ich bis heute von ihm gehört oder gelesen habe, war allenfalls schaler Rentner-Humor. Nichts gegen Rentner, aber wenn alle Witze vorhersehbar, pedantisch, das Abtasten von Spitzfindigkeiten oder schlicht lahm sind, dann kann mich das als gefühlt jungem Menschen (von 41,5 Jahren) nicht hinter dem Ofen hervorlocken. Viel besser ist Vince Ebert, denn er schafft den Spagat zwischen einer Belehrung und dem gerade richtigen Maß an Komödie, sodass man sich dabei auf intelligente Weise unterhalten lässt. Zwischen den beiden liegen Welten (auch wenn sie oft gemeinsam vermarktet werden, was mir nicht ganz einleuchten will).
  4. Als Kind hatte ich mal alle Finger der rechten Hand in einer Autotür, als diese mit ordentlich Schwung zugeworfen wurde. Seitdem habe ich gehörigen Respekt vor diesen Dingern (also den Türen, meine Finger müssen nur intakt bleiben, Respekt benötigen sie von mir als ihrem Benutzer eigentlich keinen).
  5. Alle Schlangen, vor allem Klapperschlangen, üben auf mich eine unglaubliche Faszination aus. Doch in freier Wildbahn würde ich beim bloßen Anblick auch nur eines verendeten Exemplars vermutlich einen üblen Panik-Anfall bekommen.
  6. Beim Schließen von Freundschaften bin ich sehr zögerlich, da ich trotz aller Blechbläserhaftigkeit eigentlich ein eher zurückhaltender Mensch bin. Smalltalk liegt mir auch nicht, was mich auf Parties und in Probenpausen immer dazu verleitet, mit den gleichen, mir bereits bekannten (oder angetrauten) Personen zu sprechen. Doch habe ich eine Freundschaft dann mal geschlossen, hält sie meist über Jahrzehnte (bzw. für immer, aber ich kann nur für die letzten 41,5 Jahre sprechen).
  7. Eigentlich träume ich ja auf eine naive Weise davon, eines Tages von irgendwoher viel Geld zu bekommen, um nicht mehr arbeiten zu müssen. Doch weiß ich bis heute keine Antwort auf die Frage, ob ich dann meinen Beruf tatsächlich aufgeben könnte. Denn eigentlich mache ich den sehr gerne (auch wenn es immer wieder etwas gibt, worüber ich mich ärgere, was mich nervt, mir zusetzt etc.). Mein früherer Chef hat mir mehrfach eine Fortbildung in Richtung Schulleitung angeboten, die ich entschieden abgelehnt habe, da ich mich im Unterrichtsraum lebendig und an der „richtigen Stelle“ fühle. Beim Ausfüllen von Tabellen, dem ständigen Herumorganisieren am Schulalltag, vor allem aber am permanenten Repräsentieren etc. habe ich wenig Vergnügen, noch dazu bin ich nicht der konfrontative Typ, der man in der Eigenschaft als oberste disziplinarische Instanz innerhalb einer Schule vermutlich sein muss. Sollte jemand zufälligerweise ein paar Millionen übrig haben, biete ich mich an, das Experiment durchzuführen…

Huch, das ging ja doch relativ schnell. Ich bin ganz erleichtert, dass mir sieben Sachen eingefallen sind, von denen die meisten meiner Gefolgschaft hier bei WordPress tatsächlich noch unbekannt sein müssten.

So, nun bin ich mit (geradezu unglaublich) gutem Beispiel vorangegangen, nun sollten mir etliche folgen und sich berufen fühlen, ebenfalls dem Versatile Blogger-Award zu frönen. Und los geht’s!

Fastenzeit 2017

Ganz offensichtlich hat das Engerschnallen des Gürtels (wobei das zu keinem Zeitpunkt notwendig wurde) geholfen.
Ganz offensichtlich hat das Engerschnallen des Gürtels (wobei das zu keinem Zeitpunkt notwendig wurde) geholfen.

Jedes Jahr, wenn die Fastenzeit kommt, legen meine Frau und ich einen etwas besinnlicheren Umgang mit unserer Ernährung an den Tag. Sie ist dieses Jahr noch konsequenter als ich, doch auch bei mir hat sich schon einiges getan. Über die Advents- und Weihnachtszeit bin ich nun einmal immer ein Keks- und Kuchenmonster: Wo immer so etwas steht, bin ich bereit, mich persönlich um die Vernichtung zu bemühen. Selbstlos, wie so ein Superheld.

Doch die Konsequenzen sind jeweils deutlich zu sehen, spätestens auf der Waage, denn selbst mein täglich angewandtes Sportprogramm kann die Unmengen an Kalorien nur bedingt im Schach halten. Vor ein paar Wochen entdeckte ich dann zu meinem Entsetzen, dass ich mehr als 67 kg – fast schon 68 kg – auf die Waage brachte. Normalerweise stellen die 66 kg (verteilt auf 178 cm Körpergröße) meine Schallgrenze dar. Bin ich da drüber, wird aktiv und konsequent gegengesteuert. Doch die winterliche Kälte verleitet mich halt immer wieder zu kleinen Snacks nebenher, um entweder etwas Warmes in den Bauch zu kriegen (ich trinke weder Tee noch Kaffee, das Cola Light schmeckt nur gekühlt – ein echtes Dilemma!).

Mein Wohlfühlgewicht liegt bei gut 64 kg, auch 65 kg sind völlig in Ordnung. Um das Ziel auch wirklich zu erreichen, habe ich mein Abnehmziel auf 63 kg gesetzt. Und dann begann ich nach dem Anhören von „Fettlogik überwinden“ (hier) wieder mit dem Kalorienzählen (mit CaloryGuard Pro). Das ist in meinem Fall immer sehr effektiv, denn es bringt mir zu Bewusstsein, was ich während des Tages so in mich hineinstopfe. Und wie es die Grafik oben so schön zeigt: Es wirkt. Es wirkt sogar sehr gut. Also bleibe ich noch ein bisschen dran, bis Ostern erreicht ist. Danach werde ich aber auch nicht damit aufhören – nur werde ich gelegentlich ganz sehenden Auges über das Tagesziel hinausschießen, denn ganz ohne Süßigkeiten kann und will ich nicht leben. Und ich werde es genießen. Der Rebell in mir frohlockt schon.

Scotch des Tages

Hmmmmm, ein Geschenk von meiner Frau, das ich lange Zeit zu schätzen weiß...
Hmmmmm, ein Geschenk von meiner Frau, das ich lange Zeit zu schätzen weiß…

Hmmmmm, ein so leckerer Scotch! 25 ml pures Vergnügen, so entspannt man sich gut am Abend. Die Flasche hat mir meine Frau schon vor einiger Zeit geschenkt, doch der Cragganmore zählt eindeutig zu den besten Whiskey-Sorten, die mein Gaumen je kosten durfte…

Scotch des Tages

Sanft, süß und stark – der Canadian Club Whiskey.
Sanft, süß und stark – der Canadian Club Whiskey.

Der heutige Scotch des Tages ist genau genommen gar kein Scotch, denn dieser leckere Whiskey wird in Kanada hergestellt. Ich schätze die sanfte und süße Qualität, geschmacklich steht er einigen der mir bekannten schottischen Whiskey-Varianten in nichts nach (auch wenn er etwas glatter schmeckt und nicht so viel geschmackliche Tiefe aufweist – wobei das durchaus am Alter liegen kann).

Scotch des Tages

In bester „Cotton Reloaded“-Tradition (wenn auch nicht in Pete's Candy Store)...
In bester „Cotton Reloaded“-Tradition (wenn auch nicht in Pete’s Candy Store)…

Für die Fans der „Cotton Reloaded“-Serie, deren bislang erschienene Folgen mir vollständig bekannt sind, sollte der heutige Scotch des Tages nur zu bekannt sein, denn kaum eine Episode geht vorbei, ohne dass Cotton einen Talisker trinkt oder zumindest daran denkt, dass er gerade viel lieber einen trinken als der momentanen Tätigkeit nachgehen würde.

In diesem Sinne: Hoch die Tassen!

Scotch des Tages

Glenfarclas 105, „cask strength“, also mit 65% Alkohol...
Glenfarclas 105, „cask strength“, also mit 65% Alkohol…

Eigentlich ein fast schon medizinisch einzusetzender Scotch, denn durch die Fassstärke („cask strength“) von gut 65% Alkohol ätzt der im Hals-, Nasen- und Rachenraum alles frei und tötet jegliche Fremdkörper ab…

Die Scotch-Diät

Die Fastenzeit steht vor der Tür, wie jedes Jahr werde ich sie nutzen, um meine Ernährungsgewohnheiten, die ab der Vorweihnachtszeit Stück für Stück aus den Fugen geraten sind, wieder auf ein normales Maß zurückzuführen. Letztendlich ist das Ziel aber eigentlich, eine dauerhafte Verhaltensänderung herbeizuführen. Nun kenne ich mich seit etwas über 41 Jahren, daher weiß ich, wie stark das Bedürfnis nach Süßigkeiten in mir steckt. Gerade nach einem langen und meist anstrengenden Tag verspüre ich die Lust auf ein bisschen (oder auch mehr, gelegentlich sogar deutlich mehr) Knabberkram und Süßes sehr heftig.

Aus der Erfahrung der letzten Jahre weiß ich, dass üblicherweise nach der Fastenzeit auch wieder eine Art „Nachhol-Fressen“ stattfindet, die natürlich hinter der Gesamtmenge an Süßkram, den ich ansonsten in der Zeit vertilgt hätte, zurückbleibt – insofern hat sich das schon gelohnt. Doch es bleibt diese psychologische Komponente im Spiel, die mir mehr oder weniger aufdringlich immer wieder die Lust auf das abendliche Gemampfe unterjubelt. Daher habe ich für dieses Jahr eine alternative Strategie ins Auge gefasst: Statt des kompletten Verzichts werde ich jeden Abend genießen, doch jeweils nur einen Scotch (maximal 50 ml). Ich habe einige Sorten zur Auswahl, an mancher Flasche „arbeite“ ich schon sieben oder acht Jahre – doch mein Konsum ist so gering, dass die üblichen 750 ml/Flasche gefühlt „ewig“ halten. Das Foto zeigt die verschiedenen Scotch-Sorten, die ich für die Fastenzeit bereitgestellt habe:

Elf unterschiedliche Sorten für den abendlichen Genuss...
Elf unterschiedliche Sorten für den abendlichen Genuss…

Wer genau hinguckt, muss natürlich erkennen, dass sich drei „Betrüger“ eingeschlichen haben, denn:

  1. Canadian Club, die zweite Flasche von links, ist kein schottischer Whiskey sondern ein kanadischer.
  2. Finch, die fünfte Flasche von links, ist ein schwäbischer Whiskey, den mir mein Schwager (ein Ur-Schwabe) vor ein paar Jahren zum Geburtstag geschenkt hat.
  3. Die dritte Flasche von rechts, Osborne Reserva del Toro, ist ein Brandy – aber auch sehr lecker.

Nun bin ich gespannt, ob mein Plan aufgeht. Es wäre ja nicht allzu schlimm, abends einen kleinen Scotch zu trinken – auf jeden Fall kommen da weit weniger Kalorien zusammen als bei 100g Schoko-Erdnüssen oder Gummibärchen (und so wenig davon zu essen wäre schon eine echte Herausforderung). Ich werde auf jeden Fall berichten, vielleicht gibt’s sogar abendlich ein schönes Foto vom jeweiligen Glas…

Laufen, Laufen, Laufen

Mein bisheriges Laufpensum 2017 — „es läuft“.
Mein bisheriges Laufpensum 2017 — „es läuft“.

Noch vor ein paar Jahren hätte ich jeden ausgelacht, der mir mein aktuelles Sportpensum prophezeit hätte. Dann kam der Dezember 2010: Ich installierte eine App namens CaloryGuard (heute heißt sie CaloryGuard Pro). Diese App dient dem Kalorienzählen, sie besitzt eine große Datenbank, die man auch selbst um neue Speisen erweitern kann. Sie hatte vor allem einen Effekt: Mir bewusst zu machen, was ich so täglich in mich hineinstopfte, also welche Unmengen an für mich in ihrem vollen Ausmaß nie überblickte Kalorien.

Ein Beispiel: Zum Frühstück aß ich gerne ein vermeintlich gesundes Müsli, das für mich aus einer Banane und Dinkel Crunchy von Alnatura bestand. Die Firma und ihr Produkt will ich hier überhaupt nicht verteufeln, doch es ist reich an Zucker. Das steht auch auf der Packung, doch wie oft liest man die so genau durch? Ich jedenfalls war ein Meister der selektiven Wahrnehmung, und so kam ich beim Frühstück nicht selten schon auf 800-1.000 Kalorien. Dass es so krass war, machte mir erst die App in Kombination mit der Küchenwaage vollends bewusst. Binnen weniger Tage war das Frühstück umgestellt, nun lag es bei ca. 200-300 Kalorien.

Nach und nach passte ich weitere Bereiche meiner Ernährung auf diese Weise an. Lustigerweise hatte ich nicht einmal das Gefühl eines großen Verzichts, denn da ich mir ein Tagesziel von 1.550 Kalorien gesetzt hatte, konnte ich immer noch ganz gut was in mich hineinfuttern.

Doch dann begannen die Kilos zu schmelzen: Pro Woche jeweils gut ein Kilo. Dann setzte ich noch den Sport drauf. Früher bin ich gelegentlich gelaufen, auch schon längere Strecken wie 15-25 Kilometer. Aber das war selten, außerdem kompensierte ich das danach immer sofort durch eine vermehrte Nahrungsaufnahme, um mich für die „tolle Leistung“ entsprechend zu belohnen. Klassiker! So könnte das nichts werden. Nun aber hatte ich ja stets die Übersicht über Kalorienzufuhr und deren Abnutzung.

Den Anfang machten die 5 Minuten-Apps, dazu gehörten 5 Minuten Pilates, 5 Minuten Yoga und 5 Minuten Bauch, Beine, Po. Die Apps führten vor, gaben die Trainingsdauer vor, belohnten durch eine Statistik, die im Lauf der Zeit ganz schön anwuchs. Der größte und für mich wichtigste Vorteil war jedoch die geringe Hemmschwelle, denn fünf Minuten sind ja nicht lang. Und das funktionierte fantastisch.

Bald war ich so in dieser Sache drin, dass ich dann gleich zwei oder drei 5 Minuten-Runden durchzog, das dann auch noch in drei Apps. Und schon war ich bei gut 45 Minuten Sport am Tag, aber immer noch mit dem Gefühl der Leichtigkeit, denn ich konnte jederzeit entscheiden, ob noch eine 5 Minuten-Runde angehängt werden sollte oder eben nicht.

Dann gab es da noch den Fitness-Raum, den uns die Amerikaner vererbt hatten. Das Hochbegabten-Gymnasium war dort eingerichtet worden, wo vorher die University of Maryland eine deutsche Außenstelle hatte. Als die Amerikaner gingen, ließen sie einige tolle Sachen da: Einen Fitnessraum voller Geräte sowie eine (englischsprachige) Bibliothek, die dann den Grundstock der neuen Schulbibliothek bildete. Aber ich schweife ab… Ein netter Sportkollege wies mich in die Benutzung des Laufbands ein. Ab da rannte ich fast jeden Tag.

In dieser Zeit führte ich ein leicht asketisches Dasein, da ich mir einen groben Schnitzer im Umgang mit einer Kollegin geleistet hatte. Der war nicht im luftleeren Raum passiert, doch ich hätte mich — selbst wenn ich es gewollt hätte, was nicht der Fall war — nicht herauswinden können. An mir wurde ein Exempel statuiert, das irgendwann sogar der geschädigten Kollegin zu weit ging, da die Schulleitung schlicht über das Ziel hinausgeschossen war. Ab einem gewissen Punkt ist das Maß der Bestrafung so übervoll, dass jede weitere Auflage, jedes weitere öffentliche „Die Hosen Runterlassen“ nur noch Abneigung auf allen Seiten erzeugt.

Das soll nicht ablenken, vielmehr zeigt es meine damalige Verfassung: Vom Kollegium isoliert, in einer Situation, die mir körperlich (ich war eindeutig zu dick) und seelisch (ich spürte, dass bis auf ganz wenige Ausnahmen — Gruß an D. und S. — nur meine Familie zu mir stand) ganz schön zu schaffen machte. Irrsinnigerweise erwuchs daraus der eiserne Wille, die gewollten Veränderungen mit unnachgiebiger Konsequenz durchzuziehen. Und das gelang: Sport ins Alltagsleben integriert und die Ernährung auf ein solides Fundament gestellt, zwischen Dezember 2010 und Sommer 2011 verschwanden gut 25 Kilo. Mit großer Genugtuung musste ich mehrfach neue Kleiderkollektionen anschaffen. Ein himmlisches Gefühl! Ein Jahr später klappte der Schul- und Ortswechsel, seither fühle ich mich wie ein neuer Mensch.

Seit dieser Zeit (2011) gehört ein tägliches Sportprogramm fest zu meinem Leben. Eine Zeit lang war es das Seilspringen, das mir nach wie vor viel Spaß bereitet, auch wenn ich die Menge stark reduziert habe. Doch in mir steckt nun einmal der Läufer, das habe ich erkannt. So ätzend es sein mag, sich im kalten Februar in einen eiskalten Keller zu begeben, um dort allmorgendlich 75 Minuten auf dem Laufband zu rennen, kaum läuft das Band…

…bin ich zufrieden. Zwei Stunden lang im Sommer über die Ostalb zu stürmen: herrlich. Beim Laufen schalte ich meinen ständigen Gedankenfluss durch Hörbücher oder Musik zumindest teilweise aus. So bin ich danach mental erfrischt und körperlich gut auf Touren gebracht. Vor einem langen Schultag gibt es (für mich) nichts besseres.

Mein Ziel für dieses Jahr war es, alles ein wenig ruhiger angehen zu lassen. Dem folge ich tatsächlich: Unter der Woche ist immer bei 75 Minuten Schluss. Gelegentlich werden es 76, weil ich unbedingt eine gesetzte Marke erreichen möchte, aber das sind letztlich nur ein paar Sekunden hin oder her. Bin ich schlapp, laufe ich in den 75 Minuten nur 11 Kilometer, normal sind 12,5, an besonders guten Tagen schaffe ich über 13 Kilometer. Nur an den Wochenenden oder in den Ferien gibt es die Bonusmeilen (hier). Das ist eine ausgewogene Mischung, die mir das tägliche Laufen ermöglicht, ohne mich auszulaugen.

Und ich bin zufrieden.

Gehört: „Fettlogik überwinden“ von Dr. Nadja Hermann

Ein faszinierendes und faktenreiches Buch – nicht nur für Leute mit extremem Übergewicht!
Ein faszinierendes und faktenreiches Buch – nicht nur für Leute mit extremem Übergewicht!

Ich bin zwar sicher nicht die primäre Zielgruppe, dennoch faszinierte mich der Titel des Hörbuchs bereits seit einer Weile. Mehrfach stand ich kurz davor, es mir zu laden, jedes einzelne Mal zögerte ich es aber doch noch hinaus, bis ich dann vor gut zwei Wochen einfach meinen inneren Schweinehund bezwang und „zuschlug“. Und dann hörte ich die neun Stunden und vierzig Minuten innerhalb von zwei Tagen fast in einem Rutsch durch. Das Hörbuch war spannend, faktenreich, eloquent, und – aus meiner Sicht sein größter Vorteil – es räumte mit unglaublich vielen Ernährungshalbwahrheiten (bzw. Ernährungslügen) auf.

Inhalt

Wie der Titel schon suggeriert, geht es wirklich darum, die typischen Denkschemata eines Menschen, der auf ein gesundes Gewicht hin abnehmen möchte, zu durchbrechen, denn gerade diese verhindern in der leider überwiegenden Mehrzahl der Fälle eine erfolgreiche Gewichtsreduktion. Dazu gehören beispielsweise Sprüche wie

  • „Um abzunehmen muss man mindestens 1.200 Kilokalorien pro Tag zu sich nehmen…“
  • „Du bist im Hungermodus, kein Wunder dass du nichts abnimmst…“
  • „So wenig Kalorien am Tag? Das ist doch ungesund!
  • „Mein/Dein Stoffwechsel ist halt langsamer/schneller/xy…“

In diesem Buch werden sehr viele dieser teils wohlmeinenden, teils malevolenten Behauptungen auf die wissenschaftliche Probe gestellt, die Studien herausgesucht, in denen die jeweiligen Phänomene erforscht wurden – und dann werden sie geradezu genüsslich zerlegt: So ziemlich keine der angeblichen Abnehmregeln hat am Ende noch Bestand, außer einer, die mancher Abnehmwillige so gar nicht hören/lesen will:

Die Zufuhr an Kalorien muss geringer sein als der Verbrauch.

Wie man dieses Verhältnis herstellt, wird nicht vorgegeben – eher genau im Gegenteil, denn die Autorin, die ihr eigenes Körpergewicht von satten 150 auf gesunde 65 Kilogramm reduziert hat, legt sich da gar nicht fest. Vielmehr rät sie sogar dazu, einen individuell passenden Weg zu finden, mit dem sich der jeweils Abnehmwillige am wohlsten fühlt.

Warum habe ICH mir dieses Hörbuch besorgt und angehört?

Wie oben schon erwähnt, gehöre ich sicher nicht zur primären Zielgruppe. Vor fast sechs Jahren habe ich von gut 90 auf ungefähr 64 Kilogramm abgenommen (kurzfristig war ich sogar mal bei 62 Kilogramm, doch das war schon arg mager). Insofern habe ich den Prozess der körperlichen Umstellung schon durchlaufen, ich halte das Gewicht seit mindestens fünfeinhalb Jahren (mit Schwankungen zwischen 62 und 67 Kilo). Wieso also höre ich mir ein recht ausführliches Hörbuch zum Thema „Abnehmen“ an?

Gerade in dieser Angelegenheit möchte ich nicht falsch verstanden werden: Bei 1,78 m Körpergröße wiege ich aktuell zwischen 64 und 66 Kilogramm, befinde mich also bei einem BMI ganz grob um die 21, was im absolut grünen Bereich liegt. Ich habe nicht vor, weniger als 63 Kilogramm zu wiegen, denn alles darunter taugt mir nicht – noch dazu mag ich die Süßigkeiten und den ganzen leckeren Knabberkram nun einmal viel zu sehr, als dass es mit meinem Gewicht so schnell so weit abwärts gehen könnte… (Die vielen Knabbereien und Süßigkeiten gleiche ich selbstverständlich durch mein rigoroses Sportprogramm aus, wer mir schon länger folgt, kennt sicher den einen oder anderen Blogeintrag. )

Mir geht es also bei der Lektüre bzw. dem Anhören eines solchen (Hör-)Buchs nicht darum, mich „runterzuhungern“ (darum geht es auch der Autorin nicht). Vielmehr bin ich immer auf der Suche nach Möglichkeiten, meine Ernährungsgewohnheiten kritisch zu durchleuchten, um so frühzeitig gegenzusteuern, wenn nach der Weihnachtszeit mit ihren viel zu vielen gut gefüllten Plätzchentellern (und da kann ich schlicht und einfach nie „Nein“ sagen) die Waage plötzlich 67 oder mehr Kilogramm anzeigt.

Außerdem finde ich das Thema auch aus familiärer Hinsicht interessant, denn wer garantiert mir denn, dass nicht irgendwann eines unserer Kinder (oder gar mehrere) in der einen oder anderen Form mit Gewichtsproblemen zu kämpfen haben wird? Da kann eine solide Wissensgrundlage nicht schaden.

Fazit

Vielmehr möchte ich an dieser Stelle gar nicht zu diesem Ratgeber in Hörbuchform loswerden. Ich fand auch aus meiner Perspektive das Buch sehr interessant, der Tonfall ist sachlich und angenehm vorgelesen, die Inhalte sind intelligent aufbereitet und wissenschaftlich fundiert (eben nicht postfaktisch). Daher kann ich mir durchaus vorstellen, dass dieses Buch eines der wenigen sein wird, die tatsächlich auf lange Sicht einigen Nutzen für viele Abnehmwillige bieten können.

Getestet: CraveMate-App

Jeden Abend auf der Couch überfällt mich die Lust auf Süßes und Knabberkram, was sich trotz morgendlicher Läuferei auf lange Sicht sicher in Form eines kleinen Rettungsrings um die Hüfte niederschlagen wird. Das möchte ich nicht, immerhin bin ich seit nunmehr fünf Jahren die 25 Kilo unnötiges Bauchspeck los, dahin muss ich nicht zurück…

Apps zur Hilfe

Um den inneren Schweinehund unter Kontrolle zu halten, gibt es verschiedene Möglichkeiten. Mehrere Jahre lang hatte ich mit CaloryGuard die verzehrten Kalorien gut unter Kontrolle, später ersetzte ich diese App durch die etwas zweifelhaft titulierte App Fat Secret. Dann hatte ich einfach die Schnauze voll, denn bei jedem Essen die Mengen eingeben, vor allem bei nicht genormtem Essen (ich esse so gut wie gar kein Fast Food und auch kaum Fertiggerichte), erwies sich als ätzend langwierig und umständlich. Also löschte ich alle Kalorienzähler-Apps vom iPhone und iPad.

Das war vor einem guten Dreivierteljahr. Was passierte? Nicht viel, ich bin aktuell ein gutes Kilo schwerer als damals, das kann aber auch am typischen Fressdrang im Herbst/Winter liegen. Alles halb so schlimm. Wenn der Stress, den die Schulzeit kurz vor Weihnachten üblicherweise mit sich bringt, vorbei ist, sinkt üblicherweise auch der Drang, mich allabendlich vollzustopfen.

CraveMate

Doch ich kenne mich sehr gut, daher weiß ich, dass spätestens in der nächsten Stressphase wieder ein halbes Kilo auf meinen Hüften landet. Wie kann ich das vielleicht schon vorher abfangen? Ganz einfach: CraveMate.

Das Icon ist mit Witz und viel Liebe zum Detail gestaltet: Das „C“ als angebissener Keks („Cookie“) und das „M“ als ein zu erklimmender Gipfel mit einer Zielfahne auf dem Gipfel – sehr schick!
Das Icon ist mit Witz und viel Liebe zum Detail gestaltet: Das „C“ als angebissener Keks („Cookie“) und das „M“ als ein zu erklimmender Gipfel mit einer Zielfahne auf dem Gipfel – sehr schick!

Diese App verfolgt ein ganz einfaches Konzept: Man setzt sich ein persönliches Ziel mit festem Zeitrahmen, einfach muss es auch sein, denn mehr als 200 Zeichen darf man beim Formulieren nicht brauchen.

Klingt wie eine Schwäche der Programmierer, ist aber vermutlich ein genialer Trick, denn je einfacher das Ziel formuliert ist, desto leichter kann man es im Blick behalten und sich danach richten. Ein auf 1.000 Zeichen mit vielen kleinen Ausnahmen ausformuliertes Ziel wird aller Wahrscheinlichkeit nicht einmal die Mühe wert sein, es so genau auszuformulieren. In der Kürze liegt eindeutig die Klarheit und somit die Chance auf Erfolg.

Mein erster Testlauf sah folgendermaßen aus: Eine Woche lang nur 100 Gramm Knabberkram am Tag. Kurz und knackig, keine Schlupflöcher. Daran habe ich mich trotz weitergehender Gelüste zuverlässig gehalten. Darauf kann ich auch ein klein wenig stolz sein.

Mein erster Testlauf mit CraveMate war einfach – und vermutlich gerade deshalb erfolgreich.
Mein erster Testlauf mit CraveMate war einfach – und vermutlich gerade deshalb erfolgreich.

Gut, zurück zur Funktionsweise der App: Das englische Verb „to crave“ heißt so viel wie „stark begehren“. „Mate“ dagegen ist der „Kumpel“ oder „Helfer“. CraveMate greift immer dann, wenn einen die Lust überkommt, quasi wie ein Kumpel, der einem beim Cold Turkey hilft (auch wenn ich da keine Erfahrungen habe, doch die Autobiographie von Miles Davis war sehr aufschlussreich). Um mich von der Fresslust abzulenken, habe ich dann gespült, Wäsche aufgehängt, fünf Minuten Seilspringen eingelegt oder die Wohnung gestaubsaugt oder was auch immer. Davon habe ich ein Foto gemacht, das die Überwindung des drängenden Bedürfnisses beweist.

Soziale Netzwerke als externer Druck – es geht auch ohne…

Prinzipiell ist CraveMate gedacht, das nun auch noch über soziale Netzwerke zu teilen. Das habe ich nicht gemacht, denn ich bin meist mein stärkster Kritiker, vor mir selbst ein Versagen eingestehen zu müssen, das wäre eine absolute Katastrophe für mein Ego.

Fazit

Wie schon gesagt, die Testwoche war ein Erfolg, wenn die Feiertage rum sind (an denen es nun einmal traditionsgemäß immer viel zu viel zu essen gibt), starte ich gleich die nächste Runde, da gibt’s sicher das eine oder andere Pfund zu verlieren… Wie steht’s: Macht jemand mit?