Song des Tages (383) – 2018-03-21

Ein Jahr lang habe ich jeden Tag einen Song als den „Song des Tages“ empfohlen, nun bin ich schon in der zweiten Runde und habe das Intervall etwas gelockert: Statt „jeden Tag“ gibt es nun „hin und wieder“ einen Song des Tages an dieser Stelle.

Beim Sporteln heute früh (draußen Eis und Schneeverkrustungen, deutlich unter 0 Grad) habe ich mir auf dem Laufband zwei Akte X-Folgen angesehen. Die zweite – „Der große Mutato“ – war unglaublich lustig, denn hier wurde ein bunter Strauß aus Teilen des Films „Die Maske“ (hier), in dem Cher eine Hauptrolle spielt, Elemente der Frankenstein-Geschichte und diverse Versatzstücke aus den Schwarz/Weiß-Horrorfilmen der 1950er und 1960er Jahre zu einem tollkühnen Genre-Mix angerührt. Die Folge endet mit dem Besuch eines Konzerts, in dem Mulder, Scully und ein aufgrund eines Gendefekts stark deformierter junger Mann einen Auftritt von Cher besuchen, bei dem sie den heutigen Song des Tages, „Walking in Memphis“, singt.

Klar, die Version von Marc Cohn ist super, aber die Cher-Version ist ebenfalls nicht von der Hand zu weisen. Erstaunlich ist für mich immer, wie tief sie singt, denn beim ersten Anhören war ich mir gar nicht sicher, ob es sich um eine Frauen- oder Männerstimme handelt. So was!

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Song des Tages (382) – 2018-02-27

Ein Jahr lang habe ich jeden Tag einen Song als den „Song des Tages“ empfohlen, nun bin ich schon in der zweiten Runde und habe das Intervall etwas gelockert: Statt „jeden Tag“ gibt es nun „hin und wieder“ einen Song des Tages an dieser Stelle.

Vor einer Woche habe ich das Album als Album der Woche vorgestellt, nun muss ich einfach einen der Songs, meinen aktuellen persönlichen Favoriten, auch als Song des Tages präsentieren: „Half Life“ vom Album „Every Third Thought“ von David Duchovny:

Ich höre den Song seit ein paar Wochen fast täglich, heute hat sogar unsere Mittlere schon nach den ersten paar Sekunden sinngemäß von sich gegeben, dass ihr der Song bekannt vorkomme, von wem der denn sei…

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Song des Tages (381) – 2018-02-26

Ein Jahr lang habe ich jeden Tag einen Song als den „Song des Tages“ empfohlen, nun bin ich schon in der zweiten Runde und habe das Intervall etwas gelockert: Statt „jeden Tag“ gibt es nun „hin und wieder“ einen Song des Tages an dieser Stelle.

Einer meiner Lieblingsfilme als Teenager war „Karate Kid II: Entscheidung auf Okinawa“, auch wenn ich schon damals kein großer Fan von Ralph Macchio war, denn als Schauspieler trug er immer viel zu dick auf. Noch dazu bekam er überwiegend naive Rollen zugeschustert — was unter Umständen den Schluss nahelegte, dass sie gut zu seiner wahren Persönlichkeit passten. Doch wie das in Wahrheit ist, weiß ich nicht.

Für diesen Blog-Eintrag ist es zum Glück auch irrelevant, denn es geht mir um einen Song aus dem oben erwähnten Film: „The Glory of Love“ von Peter Cetera. Es ist ein fürchterlich schnulziger Schmachtsong, aber mir gefällt er, daher hat er seinen Platz in dieser Liste verdient:

Wem das zu schnulzig ist, der sollte erst einmal den Film sehen, da wird’s erst so richtig klischeehaft. Und trotzdem könnte ich mir den Streifen mal wieder reinziehen…

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Gelesen: „Cujo“ von Stephen King

Kurzweilig, gruselig und spannend – das Ende ist sehr dramatisch. Wer einen schnellen und schweißtreibenden Lese-Trip erleben will, ist hier gut aufgehoben.
Kurzweilig, gruselig und spannend – das Ende ist sehr dramatisch. Wer einen schnellen und schweißtreibenden Lese-Trip erleben will, ist hier gut aufgehoben.

Besorgt hatte ich mir das Buch schon vor gut einem Jahr, denn als Teenager hatte ich die Verfilmung des Buchs gesehen. Diese hatte mich nachhaltig beeindruckt, auch wenn sie am Ende vom Roman abweicht, wenngleich ich das vorher gar nicht wusste.

Klappentext

Direkt im Buch steht der folgende Klappentext, der den Inhalt auch auf gelungene Weise anreißt:

Vic und Donna Trenton sind aus der Großstadt New York in die idyllische Kleinstadt Castle Rock in Maine gezogen. Vic will dort seinen Traum, eine eigene Werbeagentur aufzubauen, verwirklichen, steht aber schließlich vor dem finanziellen Ruin. Donna sitzt als gelangweilte Hausfrau mit ihrem vierjährigen Sohn Tad daheim; sie hat gerade eine Affäre mit einem Tennislehrer beendet.
Donna macht sich eines Tages mit Tad auf den Weg zu Joe Camber, um von ihm etwas an ihrem Wagen reparieren zu lassen. Was sie nicht weiß: Joe ist auf grausame Weise von Cujo, dem tollwütigen Bernhardiner seines Sohnes Brett, getötet worden. Als sie die abgelegene Farm erreichen, fällt der reparaturbedürftige Automotor ganz aus. Weil draußen die mordende Bestie lauert, können Donna und Tad die Wagenkabine aber nicht verlassen. Weit und breit ist keine Menschenseele zur Rettung zu sehen. Im heißesten Sommer, den Castle Rock je erlebt hat, beginnt ein aussichtsloser Überlebenskampf…

Leseerlebnis

Stephen King ist ja nun nicht gerade dafür bekannt, seine Geschichten in aller Kürze zu verfassen, aber für einen seiner Romane ist „Cujo“ wirklich ein ziemlich kurzes Lesevergnügen, das in ordentlichem Tempo auf seinen mehrfachen Erzählebenen dahintrabt.

Da mir der Inhalt vom Film her in groben Zügen bekannt war, stellte der Roman eine angenehme Vertiefung dar, denn einige Elemente, die im Roman relativ viel Platz einnehmen, spielten in der Verfilmung – zumindest meiner Erinnerung nach – eine sehr untergeordnete oder sogar gar keine Rolle.

Alle Charaktere (inklusive des Hundes Cujo) erleben eine derart starke Veranschaulichung, dass man an ihren Beweggründen Anteil nimmt, mit ihnen fiebert, sie verurteilt, ihnen Glück oder die Pest an den Hals wünscht — all das, was die Lektüre eines Buchs nun einmal so unwiderstehlich faszinierend macht.

Die DVD habe ich mir vor ein paar Monaten schon besorgt, allerdings habe ich mir das Ansehen bis heute aufgespart, denn zuerst wollte ich das Buch lesen. Da das Interesse an der Geschichte in den letzten Wochen stärker geworden war, lud ich das Buch also wieder in iBooks und begann mit dem Lesen. Trotz der ganzen Arbeit (und die letzte Woche war wirklich gut gefüllt) und diversen zusätzlichen Aktivitäten (Stolpersteinverlegung in Aalen, Proben etc.) habe ich das Buch in knapp über einer Woche geschafft, auch wenn ich bis auf die letzten Tage kaum mehr als zehn Minuten pro Tag ins Lesen investieren konnte.

Fazit

Ein sehr spannender Roman, der eindeutig der Horror-Literatur zuzuordnen ist, auch wenn es glücklicherweise kaum eklige Stellen gibt. Der Gruselfaktor geht, wie bei Stephen King üblich, nicht zwingend vom tollwütigen Hund aus, auch wenn er den größten Horrorfaktor des Romans darstellt. Nein, die beklemmenden Umstände des alltäglichen Lebens sowie die kleinen und immer im genau falschen Moment auftretenden Probleme, die sich dann zu wahren Problembergen auftürmen, sich zu einem immer stärker an den handelnden Personen ziehenden und zerrenden Strudel entwickeln, sie bringen den wahren Horror mit sich, denn jeder Leser kann sich zumindest in einen Teil dieser Probleme hineinversetzen. Und Stephen King ist es gelungen, das in der Form eines Romans perfekt umzusetzen.

Gesehen: Akte X – Staffeln 1-3

Mein aktueller Serien-Fetisch: „Akte X“ – drei Staffeln geschafft, noch warten acht weitere auf mich...
Mein aktueller Serien-Fetisch: „Akte X“ – drei Staffeln geschafft, noch warten acht weitere auf mich…

Ja, ich bin fast 25 Jahre zu spät zur „Akte X“-Party gestoßen, doch jetzt genieße ich jede Folge, wenn ich sie mir beim Rudertraining ansehe. In meiner Jugend war es meine Schwester, die völlig vernarrt in Mulder und Scully jede Folge sehen musste, die ausgestrahlt wurde. Sie bastelte sich – in Ermangelung geeigneter käuflicher Exemplare – ihr eigenes „Akte X“-Poster, kurz: Sie verkörperte den klassischen Sci-Fi-Nerd. Bewundernswert, zumindest in der Retrospektive. Denn damals fühlte sich das noch albern an, ich machte mich – und das trotz meiner eigenen Star Trek-Fanschaft – über ihr Nerdtum lustig. Heute sieht die Sache dagegen ganz anders aus, denn nun kann ich die jeweils nächste Folge kaum erwarten.

Mittlerweile habe ich mein Vorhaben umgesetzt und mein Sportpensum etwas reduziert, sodass ich aktuell morgens etwa 10 Kilometer renne und dann die 90 Minuten noch mit Training auf dem Rudergerät auffülle. Das klappt gut, denn ich kann etwas länger schlafen (Aufstehen jetzt erst um 4:25 h), noch dazu bekomme ich auch auf diese Weise mein Bewegungsziel für den Tag voll – was will ich also mehr.

Bei den aktuell so niedrigen Temperaturen (hier in Aalen hatte es heute früh gute -11 Grad Celsius) ziehe ich ganz einfach das Laufband vor, dabei lege ich mein iPad auf das Laufband-Display (mit einem gefalteten Tuch als Abstandshalter, das klappt sehr gut). Während der insgesamt ca. 90 Minuten Training kann ich mir zwei Akte X-Folgen ansehen, ein Ritual, auf das ich mich tagtäglich freue. Mittlerweile bin ich mit der dritten Staffel fast komplett fertig, ich freue mich schon auf die weitere Entwicklung, denn die Serie ist ein absolutes Fest für Science Fiction-Fans. Außerdem zeugt jede neue Folge von der Nerdschaft der Serienmacher, denn immer wieder wird auf diverse Vorbilder in Literatur, Film und sogar anderen Serien Bezug genommen. Wenn man diese Bezüge erkennt, kann man sich jeweils freuen und die Parallelen genießen.

Morgen früh warten die nächsten zwei Folgen – ich freue mich schon!

Album der Woche – Episode 19 – 2018-02-17

Jede (oder zumindest fast jede) Woche präsentiere ich ein Album, das mir persönlich gut gefällt. Im Vorfeld höre ich es noch einmal (oder häufiger) durch und bemühe mich dann, es allen Interessierten „schmackhaft“ zu machen.

David Duchovny: „Every Third Thought“

Frisch herausgekommen, dabei wirkt das Album sehr routiniert und dadurch angenehm entspannt.
Frisch herausgekommen, dabei wirkt das Album sehr routiniert und dadurch angenehm entspannt.

Ganz frisch auf dem Markt ist das Album „Every Third Thought“ des allseits bekannten Schauspielers David Duchovny. Stilistisch zwischen Pop, Rock und Folk-Rock angesiedelt, begeistert mich das Album durch die Unaufgeregtheit, die wohl am ehesten typisch für die Klasse Musiker ist, deren 20er schon ein bisschen hinter ihnen liegen.

Bis ich auf Twitter einen Link zu einem Interview mit David Duchovny fand, wusste ich gar nicht, dass er sich auch musikalisch betätigt, vor etwa vier Jahren brachte er schon ein Album heraus (das ich aber noch nicht angehört habe). Da ich mir aber gerade ganz gerne zum Rudertraining eine Akte X-Folge ansehe, war mein Interesse geweckt, also bemühte ich Apple Music, lud das Album und lauschte. Was ich hörte, gefiel mir durchaus.

Die Songs:

Insgesamt enthält das Album 12 Titel, die zusammen gut 51 Minuten Spielzeit füllen. Kein einziger Song fällt qualitativ aus dem Raster, wie immer gibt es aber persönliche Favoriten. Ich muss jedoch zugeben, dass es mir in diesem Fall aber sehr schwer gefallen ist, die Besonderheiten der Songs hervorzuheben, denn sie sind „halt schön“, was mir persönlich für die Musik, die ich zur Entspannung und/oder Erbauung anhöre, völlig genügt…

  • „Half Life“: Der Anfang des Album-Openers hämmert schön schräg aus den Boxen, die übersteuerten Gitarrensounds kreischen und jaulen, dann tritt die Musik in den begleitenden Hintergrund, und David Duchovnys angenehm entspannte Gesangsstimme steht im Mittelpunkt. Später pendeln sich Gesang und Begleitung auf einem höheren Energieniveau schön aufeinander ein. Ein toller Start ins Album!
  • „Every Third Thought“: Eines der stärksten Stücke des Albums ist ganz klar der Titeltrack. Hier stimmt einfach alles, noch dazu ist der Sound kristallklar und genau dem Musikstil angepasst. Sehr schick!
  • „Stranger in the Sacred Heart“: Gleich bei den ersten Tönen des Stücks muss ich einfach jedes Mal an The Cure denken. Besonders gut gefällt mir das komplette Einfrieren der Musik vor dem Beginn einer neuen Strophe, die dann wieder mit einigem Verve startet. Sehr gut!
  • „Mo’“: Hier geht es deutlich ruhiger zu als bei meinen beiden vorher genannten Favoriten, die feinen Gesangslinien werden grazil von den Zupfmustern der Gitarren begleitet, was sich gegenseitig schön unterstützt. Das kleine aber feine Gitarrensolo rundet die Sache ab, eindeutig hörenswert!
  • „Someone Else’s Girl“: Von Anfang an spürt man hier ein leichtes Reggae-Feeling mitschwingen, was meine Füße stets zu gänzlich eigenständigen Bewegungen animiert. Die Bläser geben dem Song einen noch authentischeren Anstrich: Handgemachte Musik vom Feinsten.

Fazit

Dafür, dass David Duchovny musikalisch noch ein vergleichsweise unbeschriebenes Blatt ist, hat er mit „Every Third Thought“ ein wirklich schönes, hörenswertes und durchweg entspanntes Album veröffentlicht. Wer wie ich bis vor wenigen Tagen noch nichts von ihm als Musiker gehört hat, sollte sich auf eine positive Überraschung gefasst machen.

Links

Alle meine Lieblingsstücke von diesem tollen Album habe ich bei YouTube gefunden, also sind sie hier verlinkt. Viel Vergnügen!

Song des Tages (380) – 2018-02-14

Ein Jahr lang habe ich jeden Tag einen Song als den „Song des Tages“ empfohlen, nun bin ich schon in der zweiten Runde und habe das Intervall etwas gelockert: Statt „jeden Tag“ gibt es nun „hin und wieder“ einen Song des Tages an dieser Stelle.

Beim Hinausblicken auf den Sonnenuntergang und den sanften Übergang vom Tag in die Nacht hörte ich vorhin einen ergreifenden und doch ganz ruhigen Song, der mir spontan so gut gefallen hat, dass ich ihn gleich zum Song des Tages erkoren habe: „Wherever I Go“ von Mark Knopfler und Ruth Moody:

Den Tag auf diese ruhige Weise gehen zu lassen, ist sehr entspannend. Das sollte ich viel häufiger tun.

Alle Songs in meiner freigegebenen Apple Music-Playlist.

Song des Tages (379) – 2018-02-13

Ein Jahr lang habe ich jeden Tag einen Song als den „Song des Tages“ empfohlen, nun bin ich schon in der zweiten Runde und habe das Intervall etwas gelockert: Statt „jeden Tag“ gibt es nun „hin und wieder“ einen Song des Tages an dieser Stelle.

Bereits als Jugendlicher spielte ich in diversen Orchestern und Big Bands, wodurch ich das sensationell groovige Stück „On Broadway“ von George Benson kennen lernte. In den letzten Jahren habe ich es mit dem OJO (dem Ostalb Jazz Orchestra) in diversen Konzerten gespielt – und immer, aber wirklich immer bleibt mir der Ohrwurm für Tage hängen. Bei manchen Stücken nervt das ja schon sehr, hier dagegen ist die Begeisterung ungebrochen, daher habe ich den Song zum heutigen Song des Tages gemacht:

Ein besonderes Leckerli habe ich vorhin entdeckt: Auch eine Hard Rock-Band wie AC/DC findet offensichtlich Gefallen an diesem Stück, denn Angus Young hat es sich als Basis für ein Gitarren-Solo ausgesucht:

Alle Songs in meiner freigegebenen Apple Music-Playlist.

Album der Woche – Episode 18 – 2018-02-12

Jede (oder zumindest fast jede) Woche präsentiere ich ein Album, das mir persönlich gut gefällt. Im Vorfeld höre ich es noch einmal (oder häufiger) durch und bemühe mich dann, es allen Interessierten „schmackhaft“ zu machen.

Bedingt durch einen fiesen grippalen Infekt, der mich am Donnerstag Nachmittag heftig von den Beinen gerissen und für zweieinhalb Tage mit hohem Fieber im Bett gehalten hat, kommt der Beitrag – wie leider so oft – etwas später als geplant.

Joe Satriani: „What Happens Next“

Brandneu und in der Substanz doch vertraut – ein ganz klassisches Satriani-Album.
Brandneu und in der Substanz doch vertraut – ein ganz klassisches Satriani-Album.

Vor ein paar Wochen brachte der Ausnahme-Gitarrist Joe Satriani ein neues Album mit dem Titel „What Happens Next“ auf den Markt. Eines Morgens tauchte eine Apple Music-Meldung auf meinem iPhone auf, in der das Album angekündigt wurde – und ein paar Minuten später hatte ich es auch schon geladen.

Das erste Reinhören war nicht ganz so berauschend, denn das erste Stück („Energy“) gefiel mir irgendwie nicht (mag auch daran gelegen haben, dass ich in dem Moment nichts derart energiegeladenes hören wollte). Daher blieb das Album erst einmal eine ganze Weile kaum beachtet in der Mediathek liegen. In den letzten Tagen hatte ich aber die Möglichkeit, ein paar Mal in Ruhe hineinzuhören – und dabei fielen mir einige wundervolle Stücke auf, die gerade für die Satriani-Fans einen attraktiven Grund darstellen könnten, sich das Album anzuhören.

Die Songs:

Die 12 Instrumentalstücke dauern grob 51 Minuten. Meine drei Favoriten folgen sogar direkt aufeinander:

  • „Cherry Blossoms“: Exotismen gibt es seit vielen Jahrhunderten in der Musik. Meist waren es Versatzstücke von Komponisten, die die Fremde nie gesehen hatten, die sie musikalisch nachempfinden wollten. Joe Satriani dagegen hat mehr als nur ein paar flüchtige Kontakte nach Japan geknüpft, trotzdem entspricht das Stück exakt der oben geschilderten Exotismen-Tradition, denn mit „echter“ japanischer Musik (der Titel ist durchaus als Wink mit dem Zaunpfahl zu verstehen) hat „Cherry Blossoms“ nun einmal nichts zu tun. Davon darf man sich aber nicht in die Irre führen lassen, denn auf der musikalischen Ebene kann das Stück durchaus begeistern (auch wenn ich zugeben muss, dass ich den ersten Hördurchgang fast ein wenig „platt“ fand, bei späteren Malen wurde ich dann aber immer angenehmer überrascht).
  • „Righteous“: Das Stück gefiel mir auch beim ersten Hineinhören schon, doch mit jedem weiteren Durchgang wird es zunehmend besser. Der Titel an sich ist aus meiner persönlichen Sicht interessant, denn er löst bei mir immer eine ganz bestimmte Erinnerung an „The Stand (Das letzte Gefecht)“ von Stephen King aus. In diesem epischen Roman singt die Figur des Larry Underwood einen Song mit dem Text: „Baby, can you dig your man? He‘s a righteous man, tell me baby, can you dig your man?“
  • „Smooth Soul“: Dieser Song stellt ein Highlight des Albums dar. Alles, was man zu hören bekommt, schmeichelt dem Ohr, feine Melodien fließen wie Honig und verzaubern den Hörer immer wieder aufs Neue. Gleichzeitig ist die technische Seite derart brillant, dass man beeindruckt mit den Ohren schlackern muss, insofern man sich mit den Gitarren-Techniken auskennt. Gerade diese völlig makellose, hyperflüssige Ausführung, die eben so exzellent ist, dass sie mühelos in den Hintergrund tritt, um so die reine Musik in den Vordergrund treten zu lassen – das wünscht sich jeder Musiker zu erreichen.

Fazit

Ein solides, rundum gelungenes Satriani-Album, das vor allem den alten Fans gefallen dürfte (gerade jene sollten vielleicht als erstes Stück „Smooth Soul“ anhören). Neue Hörer werden problemlos Zugang zur Musik finden, ihnen würde ich „Righteous“ als Einstieg empfehlen. Schön zu sehen, dass der Mann seit mehr als 30 Jahren hochqualitative Arbeit abliefert und immer noch neue Ideen entwickelt.

Links

Alle meine Lieblingsstücke von diesem tollen Album habe ich bei YouTube gefunden, also sind sie hier verlinkt. Viel Vergnügen!

Song des Tages (378) – 2018-01-31

Ein Jahr lang habe ich jeden Tag einen Song als den „Song des Tages“ empfohlen, nun bin ich schon in der zweiten Runde und habe das Intervall etwas gelockert: Statt „jeden Tag“ gibt es nun „hin und wieder“ einen Song des Tages an dieser Stelle.

Ohne die geringste Erinnerung daran, wer mir den Tipp gegeben hat, landete ich vor einigen Wochen bei einem wundervollen Song von einer mir bislang völlig unbekannten norwegischen Jazz-Sängerin namens Silje Nergaard, der bereits nach den ersten Sekunden in meiner Favoriten-Playlist landete. Mittlerweile habe ich ihn so oft gehört, dass ich keine Probleme habe, die immer wieder eingeworfenen Trompeten-Solopassagen mitzusummen, darüber hinaus ist alles an dem Song derart gelungen, dass er einen Platz in dieser illustren Runde verdient hat: „Be Still My Heart“ von Silje Nergaard:

Das ist die perfekte Musik, um dabei abends (oder auch am Vor- oder Nachmittag) sanft und völlig entspannt einzuschlafen – und das sicher nicht aufgrund von Langeweile! So ein Ruhepunkt in der Wochenmitte ist doch eine feine Sache.

Alle Songs in meiner freigegebenen Apple Music-Playlist.