Erlösung!

Gestern, nach geschlagenen fünf Wochen, kam der erlösende Anruf, dass ich mein E-Bike (es ist ein Pedelec, aber das Wort ist so hässlich, dass ich immer noch E-Bike bevorzuge…) abholen könne.

Endlich wieder vereint...
Endlich wieder vereint…

Als ich im Radladen ankam, erfuhr, ich dass insgesamt alle vorhandene Elektronik sowie das Hinterrad ausgetauscht wurden – Gesamtkosten über 1.000 € –, bevor sie merkten, dass für das eigentliche Problem nur ein defekter Sensor verantwortlich war. Zum Glück hatte ich beim Kauf damals vor zwei Jahren eine Versicherung für fünf Jahre abgeschlossen, die alle solchen Probleme abdeckte. Damals hatte ich noch etwas nachgegrübelt, ob es sich wirklich lohnt, insgesamt 375 € für diese Versicherung hinzublättern. Spätestens jetzt weiß ich, dass das gut war.

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Vom fehlenden E-Bike, einem Ersatz-MTB und der Apple Watch

Es sind Pfingstferien, gerade noch zumindest. Und doch habe ich seit mehr als drei Wochen kein E-Bike mehr zur Verfügung. So lange ist es schon in der Reparatur. Am 10. Mai fuhr ich in die Stadt, um für den Folgetag etwas zu organisieren, dabei setzte plötzlich der Antrieb aus. Binnen weniger Minuten des Akku-An- und Absteckens, Display-An- und Absteckens, etlicher Start-Versuche und unzähligen (stillen) Flüchen war klar: Da geht nichts mehr.

Also brachte ich am 11. Mai das E-Bike, mein geliebtes Hercules Jarvis, zum Service, nannte die im Display angezeigten Fehlercodes und hoffte, da das eigentlich benötigte Ersatzteil im Laden vorrätig war, auf eine zügige Reparatur. Nach ein paar Tagen rief ich dann interessehalber im Laden an, nur um zu erfahren: Das Ersatzteil hat nicht funktioniert, ein Ersatz für den Ersatz ist unterwegs. Okay. Noch ein paar Tage warten.

Dann wieder: Anruf. Auch dieses Ersatzteil funktioniert nicht. Eine Chance gibt es noch, aber der Techniker muss mit Hercules telefonieren. Vermutlich muss das Rad eingeschickt werden. Seitdem habe ich keine Neuigkeiten mehr gehört. Aber ich wollte auch nicht die gesamten Ferien ohne mobilen Untersatz verbringen. Also wagte ich einen kurzen Blick aufs Konto: Alles klar! Dann ab zum Decathlon, wo ich für 300 € ein Mountainbike – ohne Motor – erstand.

Keine Schutzbleche, kein Ständer, kein Licht, aber für knapp unter 300 € doch ein fahrbarer Untersatz.
Keine Schutzbleche, kein Ständer, kein Licht, aber für knapp unter 300 € doch ein fahrbarer Untersatz.

Das Rad ist natürlich nicht mit dem E-Bike für 2.500 € vergleichbar, aber es ist deutlich leichter (das spürt man sofort) und bringt mich beim Einsatz meiner Muskelkraft von A nach B. Da es keine Unterstützung gibt, habe ich das Mountainbike gleich als zusätzliches Sportgerät für mich entdeckt und in der vergangenen Woche mehr oder weniger täglich eine kurze Tour mit ordentlich Höhenmetern und Anstrengung unternommen. Das macht Spaß.

Dabei habe ich dann gleich noch etwas ausprobiert: Ich habe das iPhone zuhause gelassen, mir aber die AirPods in die Ohren gestopft und die Musik direkt von der Apple Watch laufen lassen, während ich das Fahrrad-Training absolvierte.

Alle Daten vorhanden, auch ohne gekoppeltes iPhone und Internetverbindung...
Alle Daten vorhanden, auch ohne gekoppeltes iPhone und Internetverbindung…
Das GPS-Modul funktioniert zuverlässig – dass ich nebenher durchgehend Musik hören konnte, war ein weiterer Bonus...
Das GPS-Modul funktioniert zuverlässig – dass ich nebenher durchgehend Musik hören konnte, war ein weiterer Bonus…

Das GPS der Uhr funktioniert auch ohne iPhone, somit konnte ich das Training komplett „tracken“, ohne aber ein gekoppeltes Telefon mitzuschleppen. Normalerweise stört mich das iPhone nicht im Geringsten, an diesem Nachmittag war es aber extrem heiß und schwül, daher wollte ich möglichst dünn bekleidet radeln. Das iPhone hätte ich nur mitnehmen können, wenn ich es mir wie beim Laufen auf den Rücken gehängt hätte – dazu war’s mir aber eindeutig zu warm…

P.S.: Es ist nun der 2. Juni, aber mein E-Bike habe ich noch nicht zurück bekommen…

Der erste Halbmarathon 2018

Hui, es gibt mal wieder News von der Sportfront. Gestern bin ich – völlig ungeplant – meinen ersten Halbmarathon im Jahr 2018 gelaufen. Irgendwie ergab er sich einfach so…

Stress- und Fresstag…

Der 11. Mai war ein wirklich anstrengender Tag: Zur Schule mit einem Pedelec, dessen Elektronik streikte (also ohne jegliche Antriebsunterstützung, dafür mit dem zusätzlichen Gewicht, das ein Pedelec nun einmal mit sich bringt), auf dem Rücken der gut gefüllte Rucksack mit Material für den Unterricht sowie Big Band-Noten (ein dickes Pack) sowie ein Gig-Bag mit Trompete und Dämpfern. Dann fünf Stunden Unterricht, eine Stunde Umbau der Aula, dann Proben-Nachmittag bis kurz nach 16:00 h, ab zum Fahrrad-Laden, um den Austausch der Elektronik anzuleiern… Bis ich daheim war, war es fast 17:00 h. In Windeseile erledigte ich noch die ausstehenden Sport-Aktivitäten, um meinen inneren Monk zu befriedigen (die Liste muss abgehakt werden), danach fiel ich in ein von Müdigkeit überschattetes Fress-Koma. An diesem Abend kamen sicherlich noch gut 2.500 Kalorien zusammen – zusätzlich zu allem anderen, das ich an diesem Tag schon verzehrt hatte…

…und Kompensation

Samstag (12.5.) früh: 5:45 h aus dem Bett, erst einmal die Twitter-Timeline nachgelesen (der vorige Abend war da nicht mehr sehr ergiebig gewesen), dann rein in meine Laufklamotten und los. Da ich in leicht grüblerischer Stimmung war, verzichtete ich darauf, mein aktuelles Hörbuch fortzusetzen – ich hätte mich ohnehin nicht darauf konzentrieren können. Statt dessen nutzte ich die Song des Tages-Playlist (für Apple Music-Abonnenten hier zu finden), die bei zufälliger Wiedergabe eine perfekte Abwechslung genau der Songs/Stücke brachte, die mir ohnehin gefallen.

Dann lief ich los, völlig ohne Plan. Als ich gerade in der nächsten Ortschaft angekommen war, reifte die Idee, am Ende meiner normalen Strecke (also an dem Punkt, an dem ich normalerweise wieder umdrehe) einfach noch einen extra Schlenker anzuhängen. Kaum war ich dort, fühlte ich mich einer weiteren Runde gewachsen, also hängte ich auch noch ein wenig mehr dran. Ab dem Punkt war klar: Wenn schon, denn schon – Halbmarathon!

Eine wundervolle Runde bei exzellentem Wetter – himmlisch!
Eine wundervolle Runde bei exzellentem Wetter – himmlisch!

Da mir der vorige Tag noch etwas in den Knochen steckte, ging ich von einem ziemlich furchtbaren Tempo aus, doch das stimmte gar nicht, da mein „Pace“ bei 5:19/km lag:

Die Überraschung des Tages: Ein recht gutes Tempo für den Morgen nach einem „heftigen“ Tag...
Die Überraschung des Tages: Ein recht gutes Tempo für den Morgen nach einem „heftigen“ Tag…

Die 351 Höhenmeter sind nur Steigungsmeter, abwärts wird nicht gezählt. Und diese Strecke bietet einige Steigungen, manche kurz und heftig (die gehen ja immer ganz gut), andere lang und fies (sie wirken aus der Entfernung immer so harmlos, sind aber genau das Gegenteil). Doch rein landschaftlich ist es zu dieser Jahreszeit ein absolutes Vergnügen da entlang zu laufen, weil sich die Natur momentan so exzessiv entfaltet.

Hmmm, alles in allem ein schöner Lauf, aber heute gab es wieder das Standard-Programm, schließlich muss da noch einiges für die kommende Woche vorbereitet und leckeres Essen zubereitet werden…

Noch zwei meiner üblichen Morgenläufe, dann habe ich die (ersten) 2.000 Kilometer in diesem Jahr voll:

Bald sind die ersten 2.000 Kilometer in diesem Jahr voll, mein Jahresziel ist aber weiterhin undefiniert, auf keinen Fall wird es wieder auf die 6.000 vom letzten Jahr hinaus laufen...
Bald sind die ersten 2.000 Kilometer in diesem Jahr voll, mein Jahresziel ist aber weiterhin undefiniert, auf keinen Fall wird es wieder auf die 6.000 vom letzten Jahr hinaus laufen…

Nike Running Club, ade! – Trainings-App, hallo!

Im gesamten letzten Jahr habe ich alle 365 Läufe mit der Nike Running Club-App getrackt. Im Gegensatz zu meiner Frau, bei der die App bei fast jedem Lauf einen Nervenzusammenbruch hatte, lief das eigentlich ziemlich gut, sehe ich von ein paar wenigen (es waren wirklich nur ganz vereinzelte Male) GPS-Irrungen ab, die allerdings nicht beim Lauf auftraten sondern bei der anschließenden visuellen Darstellung der gelaufenen Strecke. Ein Beispiel:

Der rote Strich sollte eigentlich eine ziemlich wilde Linie in dieser gelblich-grünlichen Farbe sein, doch bei der Darstellung sind diese Daten wohl nicht mehr korrekt verarbeitet worden.
Der rote Strich sollte eigentlich eine ziemlich wilde Linie in dieser gelblich-grünlichen Farbe sein, doch bei der Darstellung sind diese Daten wohl nicht mehr korrekt verarbeitet worden.

Bei diesem Lauf am 27. Dezember bin ich zuerst einige Runden durch den Ort Adelschlag (dort wohnen meine Schwiegereltern) gelaufen, während der mir meine Apple Watch auch brav alle 500 Meter ein akustisches und haptisches Signal gab. Somit ist für mich klar, dass die GPS-Erfassung während des Laufs einwandfrei klappte, nur bei der Verarbeitung der über fast 24 Kilometer angesammelten Daten ging dann etwas schief, was in der roten Linie resultierte. Auch ohne Konsum von Alkohol ist eine so gerade Linie ein Ding der Unmöglichkeit.

Wie schon geschrieben: Das sind Kleinigkeiten, die mir – zumindest meiner Wahrnehmung nach – keine Strecken verkürzt oder komplett gelöscht haben. Bei meiner Frau war das anders, sie hatte von Anfang an das Problem, dass die App beim Beenden des Laufs abstürzte. Wenn sie die App dann erneut öffnete, fehlten ganz oft die letzten 300, 500 oder auch mal 1.000 Meter. Das ärgert – um so mehr, wenn man mit einem festen Strecken-Ziel (z.B. 8 km) losgerannt war, das dann in der digitalen Darstellung nicht erreicht war (z.B. 7,6 km), obwohl vor Beendigung des Laufs der gewünschte Wert schon angezeigt (möglicherweise sogar schon übertroffen) worden war. Ärgerlich, sehr ärgerlich.

Mit dem neuen Jahr wechselten wir beide daher auf die in die Apple Watch integrierte Trainings-App. Ich hatte in den vergangenen Monaten meine Fahrten mit dem E-Bike (ich weiß, es ist ein Pedelec), das Schwimmen, das gelegentliche Yoga und mein Seilspringen getrackt, nun war es also nur noch ein kleiner Schritt, auch die Läufe mit dieser App zu verfolgen.

Was ich nicht erwartet hatte: Es ist viel besser als mit der NRC-App. Die GPS-Daten können ja nicht so extrem voneinander abweichen, schließlich werden sie vom gleichen Gerät (der Apple Watch) erfasst, doch die Auswertung ist um einiges feiner. Das kann ich natürlich wortreich beschreiben, eine kurze bildliche Gegenüberstellung ist aber viel einfacher und eindrucksvoller:

Der Wanderparkplatz bei Röthardt: Hier komme ich bei den meisten Läufen auf dem Hin- und Rückweg vorbei. Bei Nike sehen die beiden Wege in der GPS-Darstellung so aus.
Der Wanderparkplatz bei Röthardt: Hier komme ich bei den meisten Läufen auf dem Hin- und Rückweg vorbei. Bei Nike sehen die beiden Wege in der GPS-Darstellung so aus.
Die gleiche Passage bin ich heute früh gelaufen, meine Trainings-App der Apple Watch hat mir dann doch ein differenzierteres Bild ausgespuckt...
Die gleiche Passage bin ich heute früh gelaufen, meine Trainings-App der Apple Watch hat mir dann doch ein differenzierteres Bild ausgespuckt…
Die ersten und letzten paar hundert Meter meiner Läufe in Aalen gehen (fast) immer in kleinen Runden durch unser Wohngebiet. Natürlich überdecken sich dabei manche Linien im GPS. So bei Nike...
Die ersten und letzten paar hundert Meter meiner Läufe in Aalen gehen (fast) immer in kleinen Runden durch unser Wohngebiet. Natürlich überdecken sich dabei manche Linien im GPS. So bei Nike…
Und so in der Trainings-App meiner Apple Watch (die verschiedenen Farbtöne stellen das Tempo dar). Schon ein deutlicher Unterschied, oder?
Und so in der Trainings-App meiner Apple Watch (die verschiedenen Farbtöne stellen das Tempo dar). Schon ein deutlicher Unterschied, oder?

Ganz abgesehen von diesen Feinheiten in der GPS-Darstellung, die allein sicher noch kein Grund wären, ein System zugunsten eines anderen aufzugeben, ist die Darstellung in der Trainings-App am Ende einfach kompakter – und wesentlich besser könnte sie auch kaum gemacht sein: Fachkenntnis und Geschmack treffen sich hier in bestmöglicher Weise.

Alle Informationen an einem Ort versammelt – viel besser geht es nicht.
Alle Informationen an einem Ort versammelt – viel besser geht es nicht.

In der NRC-App ist die ganz banale Zeitangabe („Von wann bis wann bin ich gerannt?“) vor einiger Zeit rausgeflogen. Manchmal ist es aber zu einem späteren Zeitpunkt ganz interessant, zu sehen, ob man früh oder spät gerannt ist, wie die Uhrzeit mit dem Tempo korreliert etc. – das geht in der NRC-App gar nicht mehr, was sehr bedauerlich ist. Bei der Trainings-App werden die Daten ganz automatisch mitgeliefert.

Fazit: Der Umstieg hat sich schon nach fünf Tagen absolut rentiert, die Zeit mit der NRC-App war schön, aber ein Zurück kommt für mich nun nicht mehr in Frage. Dazu ist die Trainings-App auf der Apple Watch einfach zu gut.

Eine neue Herausforderung für ein neues Jahr

Der aktuelle Stand meiner Laufkilometer ist bei etwa 5.990 angelangt, morgen früh muss ich theoretisch nur noch zehn Kilometer zusammenlaufen, um mein Jahresziel zu erfüllen. Doch nach etwas mehr als 4.600 Kilometern 2016 und den (zu erwartenden) 6.000 Kilometern 2017 möchte ich meinen Gelenken und den unteren Extremitäten ein wenig Abwechslung und Entlastung gewähren. Daher habe ich mir ein paar neue Ziele für 2018 gesetzt:

  • Natürlich werde ich auch weiterhin laufen, doch nicht mehr so viel. Das Ziel liegt bei 3.650 Kilometern im Jahr, also zehn Kilometern pro Tag.
  • Darüber hinaus möchte ich mindestens ein oder zweimal in der Woche ins Schwimmbad gehen, um dort zwischen 1,5 und 2,5 Kilometer zu absolvieren.
  • Außerdem habe ich mir eine sog. Rudermaschine bestellt, die ein sehr intensives Fitnesstraining ermöglicht und dabei die Stöße auf Füße, Knie, Beine und Wirbelsäule stark reduziert.

Mit diesen drei Säulen, die noch durch gelegentliches Seilspringen sowie meine Fahrten auf dem Pedelec ergänzt werden, sollte es mir möglich sein, im neuen Jahr ein ausgewogenes und effektives Fitness-Programm zu etablieren. Ich bin schon gespannt, wie es läuft…

Das Schulz-Dilemma

Mein E-Bike hat heute früh glatt seinen Dienst verweigert, was mich in Zeitnot brachte. Zum ersten Mal in diesem Schuljahr fuhr ich daher mit dem Auto zur Schule. Dabei hörte ich die Nachrichten, in denen von einer interessanten Idee des SPD-Politikers Martin Schulz berichtet wurde.

Seine Idee war eine Art GroKo Light unter der Bezeichnung „KoKo“ (=Kooperationskoalition), bei der eben nicht alles im Vorfeld abgesprochen und vereinbart wird, stattdessen werden nur ein paar grobe Eckpfeiler (oder „Projekte“) abgestimmt und alles weitere muss dann wie bei einer Minderheitsregierung im Bundestag ausdiskutiert und von allen Politkern gemeinsam gestaltet werden.

Ich muss ja gestehen, dass diese Idee eine ordentliche Portion Charme besitzt, denn das würde im Gegensatz zu den vergangenen Legislaturperioden wieder eine Möglichkeit, wenn nicht gar einen Zwang zum echten politischen Abstimmen mit sich bringen. Gerade in der letzten Legislaturperiode fuhr die SPD deswegen so schlecht, weil es der CDU gelang, politische Positionen, die ehemals typisch für die SPD waren, zu besetzen, wodurch viele erreichte Ziele der CDU gutgeschrieben wurden, gleichzeitig wirkte die SPD zunehmend wie ein handlungsunfähiger Verein, der mit Mühe am Regierungstisch geduldet wurde.

Die SPD-Politiker sind nicht dumm, die nach der Wahl sehr deutlich geäußerte Verweigerung einer erneuten GroKo zeugte von dieser Erkenntnis. Erst nach dem wochenlangen und erfolglosen Machtpoker der FDP bei den Jamaika-Verhandlungen waren vor allem die Nachwuchs-Kräfte der SPD ausreichend weichgekocht, um sich dem Machtdenken nicht mehr länger zu verschließen. Ich bin ja nach wie vor der Meinung, der SPD täten ein paar Jahre auf der Oppositionsbank gut, einfach schon deshalb, weil sie ihre eigene Stimme in aller Ruhe wiederfinden und somit ihr politisches Profil schärfen könnte, das durch die eigenen Tendenzen „hin zur Mitte“ und die CDU-Tendenzen nach „links“ in den letzten Jahren so stark verwässert wurde, dass selbst die SPD-Stammwählerschaft kaum mehr erkennen kann, wo denn der frühere Kern ihrer Partei hin entschwunden ist.

Langer Rede kurzer Sinn: Die SPD war direkt nach der Wahl dabei, aus einer Position der Schwäche (anders kann man das Wahlergebnis ja kaum interpretieren) heraus neue Stärke oder zumindest den möglichen Weg zu neuer Stärke für sich zu entdecken und auch zielstrebig einzuschlagen. Sie sind gerade dabei, diese Option durch die Aufnahme der GroKo-Verhandlungen wieder zu begraben.

Doch all das sollte nur als Hintergrund zum eigentlichen Thema dieses Blog-Eintrags dienen: das „Schulz-Dilemma“. Der Vorschlag von Martin Schulz, nur ein paar große Themenblöcke grob abzusprechen und alles andere der echten parlamentarischen Arbeit zu überantworten, wodurch alle im Bundestag vertretenen Parteien gezwungen wären, sich einer „echten“ politischen Diskussion zu widmen und argumentativ für oder gegen eine Sache einzutreten – statt wie in den vergangenen Jahren mit dem Polster der Stimmenmehrheit einfach stur der Parteilinie zu folgen, ob diese nun sinnvoll war oder nicht.

Wie in einem heute erschienenen Tagesschau-Artikel (hier) berichtet wird, scheint die politische Landschaft der Martin Schulz-Idee einer „KoKo“ sehr skeptisch gegenüberzustehen. Man darf sich jedoch auch fragen, warum die Kritik so harsch ausfällt (von „Kasperletheater“ und ähnlichen Äußerungen ist zu lesen und zu hören). Ist es nicht besser und/oder (zumindest) ehrlicher, die Politiker zu zwingen, sich argumentativ im Bundestag mit den Themen auseinanderzusetzen, statt weiterhin im Fraktionszwang und mit komfortabler Mehrheit einfach ein Gesetz nach dem anderen „durchzuwinken“?

Das Dilemma an dieser eigentlich guten Idee ist, dass der SPD im Moment kaum einer etwas abkauft. Zu oft hat ihr die CDU in den letzten Jahren die Butter vom Brot genommen. Doch die Tatsache, dass die Bundeskanzlerin so auf einer „stabilen“ Regierung beharrt (siehe Bericht der Tagesschau), offenbart doch, wie sehr sie sich ans „Durchregieren“ gewöhnt hat – und wie wenig sie Lust darauf hat, mit Argumenten in langen Diskussionen Überzeugungsarbeit zu leisten. Eine GroKo ist komfortabel, siehe vergangene Legislaturperiode, keine Frage. Ob sie „gut“ für das Land ist, sei dahingestellt. Daher wäre mir persönlich entweder gleich eine Minderheitsregierung oder das KoKo-Modell von Martin Schulz lieber. Was wäre das doch für ein Spaß, wenn die ans Regieren ohne echten Gegenwind gewöhnten Damen und Herren von der CDU plötzlich mal wieder richtig „arbeiten“ müssten, um ihre Vorschläge durchzubringen! (Leider gehe ich nicht davon aus, dass es wirklich dazu kommen wird, für eine Überraschung in der Hinsicht wäre ich aber jederzeit zu haben…)

Ein Jahr Apple Watch

Heute ist es genau ein Jahr her, dass ich meine (erste) Apple Watch zugeschickt bekam. Selbstverständlich berichtete ich in diesem Blog-Eintrag davon, wie ich mich von meinem Polar Loop-Armband zur Apple Watch begab, ein Schritt, den ich bis heute nicht eine Sekunde bereut habe.

Ich könnte jetzt hier alle möglichen Daten auflisten, mich brüsten mit den langen Listen der vielen Trophäen und mich im Glanze meines eigenen Ruhms sonnen. Doch so viel kann ich gar nicht lüften, um den Gestank wieder loszuwerden, deshalb zeige ich ganz einfach jene Trophäe her, die mir meine Apple Watch – mittlerweile eine Series 3 (aber ohne Mobilfunk, ich bin nicht bei der Telekom) – heute verliehen hat.

Seit einem Jahr habe ich jeden Tag alle drei Ringe voll bekommen. Das freut mich!
Seit einem Jahr habe ich jeden Tag alle drei Ringe voll bekommen. Das freut mich!

Es gab tatsächlich nur ein paar wenige Tage, an denen ich Mühe hatte, die Ringe vollzubekommen. An einem habe ich es wirklich erst um 23:58 oder 23:59 geschafft, alle 12 Steh-Stunden erfolgreich zu absolvieren. Doch meistens ist der grüne Ring vor dem Frühstück abgehakt, der rote folgt im Verlauf des Vormittags, der blaue dann unter der Woche (wenn keine Ferien sind) kurz nach 15:00 h, heute (erster Tag der Herbstferien) erst um 17:07 h, da ich – es war wirklich dringend nötig – ausgeschlafen habe.

Die Apple Watch hat mich auf 365 Läufen, bei unzähligen Minuten Seilspringen, bei etlichen Yoga-Übungen, beim Schwimmen, beim Fahren mit dem Pedelec (ich möchte immer noch „E-Bike“ schreiben), beim Spazieren, bei der Gartenarbeit, beim Duschen, im Unterricht, in langweiligen und spannenden Sitzungen, im Konzert, im Auto, beim Schlafen – kurz: bei so ziemlich allem, was am Tag und in der Nacht so läuft – begleitet. Wenn sie nicht benutzt wurde, war sie unauffällig im Hintergrund. Wurde sie jedoch benutzt, trat sie elegant und funktional in Erscheinung. Wenn mir jemand bei WordPress eine Mitteilung schickt, erhalte ich sie zuerst über mein Handgelenk, ruft mich jemand an, ebenso, iMessages, Emails – alles wird dort zuerst vermeldet – und will ich es nicht hören, schalte ich die Uhr stumm. Ganz nach meinen Bedürfnissen.

Auch kann ich mit Fug und Recht behaupten, mich an die kleinen Eigenheiten der Apple Watch bzw. des watchOS gewöhnt zu haben. Noch nie war ein technischer Begleiter ein tatsächlich so persönliches Gerät wie dieser kleine Computer am Handgelenk. Ich bin sehr gespannt, wie die Reise in den kommenden Jahren weitergeht.