Mein sportlicher Jahresrückblick

Und wieder geht ein Jahr zu Ende, das sich an manchen Tagen unendlich lang angefühlt hat, an anderen dagegen das nostalgische Gefühl von „Was, schon vorbei?“ in mir auslöste. Hier geht es mir darum, einen kurzen Rückblick über meine sportlichen Aktivitäten zu geben – und das hauptsächlich für mich selbst.

Laufen, Laufen, Laufen

Das Laufen ist und bleibt mein Sport, es gehört fest zu meinem Alltag, macht Spaß, hält mich gesund und prägt mich auch in vielerlei Hinsicht.

Der früh aufstehende „Spinner“

Dazu gehört unter anderem das frühe Aufstehen, denn ich will nicht nach der Arbeit laufen, erfahrungsgemäß fühle ich mich da zu schlapp. Also geht an regulären Arbeitstagen der erste Wecker um 3:50 h, meist bin ich dann auch sofort wach, nur am Ende langer Arbeitsstrecken wird es manchmal schwierig. Zwischen 4:15 und 4:30 h bin ich umgezogen und unterwegs – in mehr als 90 Prozent der Fälle draußen, obwohl ich ein Laufband im Keller habe. Doch das benutze ich nur bei Eis und Schnee (ich mag das Laufen mit Spikes nicht) oder im (glücklicherweise seltenen) Fall einer Erkältung.

Meine Frau nennt mich immer wieder einen „Spinner“, weil ich meinen Schlaf dafür opfere, so früh loszurennen. Es hat aber durchaus positive Seiten, denn so habe ich das Training schon sehr früh am Tag hinter mich gebracht, bin in der Schule auf jeden Fall sehr wach, und im Sommer ist das genau die Zeit, in der ich so gut wie nie auf freilaufende Hunde treffe – die sind für uns Läufer ja immer ein heikles Thema…

Vergleich 2017-2018

2017 bin ich knapp über 6.000 km gelaufen (hier), der Plan für 2018 war, es etwas entspannter anzugehen, was ich in der Tat so empfunden habe, auch wenn das Ergebnis nicht zwingend dafür spricht, denn insgesamt waren es 2018 dann doch mehr als 5.850 km.

Meine Läufe im Jahr 2018 – bis auf die drei Tage mit grippalem Infekt im Februar war ich jeden Tag unterwegs.
Meine Läufe im Jahr 2018 – bis auf die drei Tage mit grippalem Infekt im Februar war ich jeden Tag unterwegs.

Meine Standard-Strecke umfasst ziemlich genau 17 km/Tag (also rund 105 km/Woche), gelegentlich teste ich ein wenig an alternativen Routen herum, sodass auch mal nur 15 oder 16 km herauskommen, im Februar war ich drei Tage durch einen fiesen grippalen Infekt aus dem Verkehr gezogen, danach musste ich mich über den Verlauf einer Woche langsam wieder an die vorige Form herantasten – all das hat den Schnitt ein wenig gesenkt.

Bei meiner „Haus-Strecke“ kann ich die Zeiten mittlerweile sehr gut abschätzen, was an Arbeitstagen, wenn ich darauf achten muss, nicht zu spät wieder zuhause zu sein, um noch rechtzeitig duschen und frühstücken zu können, absolut notwendig ist. Daher finden die Testläufe für andere Strecken eher in den Ferien oder an Wochenenden statt.

Der erste „offizielle“ Halbmarathon

Am 23. September nahm ich mit meiner Frau und einer ihrer Kolleginnen am Beurer-Halbmarathon in Ulm teil (hier). Das war der erste „offizielle“ Halbmarathon, zu dem ich mich aufraffen konnte. Insgesamt war das Ergebnis toll (1:39:04 h), das Erlebnis schön und trotz meiner Aversion gegen große Menschenmassen angenehmer als erwartet.

Aber es wird vermutlich auf einige Zeit hin mein einziger solcher Lauf bleiben, denn ich finde es allein schon aus ökologischen Gründen ziemlich unsinnig, 65 km von Aalen nach Ulm zu fahren, um dort 21,1 km zu rennen, danach wieder den gleichen Weg zurück. Das sind, egal ob mit Auto oder Zug, einfach zu viele Kilometer, die letztlich einem „Event“ geopfert werden, das ich für mich privat jeden Tag hier veranstalten kann.

Sicherlich ist es ein ganz besonderes Erlebnis, mit so vielen anderen Läufern aus allen möglichen Gegenden gleichzeitig unterwegs zu sein, vom Straßenrand aus bejubelt zu werden (vermutlich war ich damit aber so gut wie nie gemeint), eine Stadt mal aus einer gänzlich anderen Perspektive zu erleben und den Adrenalin-Schub des Wettbewerbs zu spüren. Doch ich kann darauf sehr wohl verzichten.

Pedelec/E-Bike/Mountainbike

Üblicherweise rechne ich für mich selbst das Pedelec weniger als Sport-Gerät denn als simples Fortbewegungsmittel, doch gerade bei gutem Wetter nehme ich, zumindest wenn ich gerade nicht in großer Eile bin, bevorzugt die „romantische“ Strecke, also den etwas längeren, ästhetisch aber ansprechenderen Weg von A nach B. In den meisten Fällen ist damit der Weg von der Arbeit nach Hause gemeint, der im kürzesten Fall 3,6 km beträgt. Je nach Wetterlage, Stimmung und Lust kann sich der Heimweg dann aber schon einmal auf gut 10 km ausdehnen, weil ich eben die Bewegung an der frischen Luft so genieße.

In den Sommerferien bin ich mit meiner Frau eine Zeit lang gerne abends zwischen einer Stunde und anderthalb Stunden hier in der Umgebung herum gefahren, um diverse Sehenswürdigkeiten zu erkunden, die uns vorher einfach nicht bekannt gewesen waren. Das war sehr schön, denn durch den Antrieb fallen Hindernisse wie größere Steigungen (und davon gibt‘s im Ostalbkreis eine Menge) einfach nicht ins Gewicht. Hoffentlich klappt das z.B. in den Oster-, Pfingst- oder Sommerferien wieder in der Form!

Rudermaschine

Das Rudertraining im Keller gehört zu meinen Lieblings-Sportarten, die ich jedoch manchmal aus dem banalen Grund nicht gerne ausübe, weil es nun einmal im Keller stattfindet. Zum Glück gibt es das iPad, auf dem ich beim Training Serien und/oder Filme ansehen kann – ohne dieses Entertainment-Programm würde ich es wohl kaum aushalten.

Im Prinzip ist das Rudern deswegen eine ganz faszinierenden Sportart, weil eben nicht nur eine Region des Körpers, z.B. die Beine, eingebunden ist. Hier werden gleichzeitig die Muskulatur am Rücken, in den Armen, in der Brust und natürlich auch in den Beinen trainiert. Meine Mutter hat letztes Jahr zu Weihnachten einfach etwas Bargeld verschenkt, die habe ich in die Rudermaschine investiert (hier). Seit der Lieferung Anfang Januar 2018 habe ich insgesamt 188 Trainingsrunden darauf absolviert – insofern hat sich die Anschaffung also auf jeden Fall gelohnt.

Streaks Workout

Hinter dem schlichten Titel Streaks Workout verbirgt sich eine geniale App, die ein Training nach Zeit, Vorlieben und auf verschiedenen Geräten (iPad, iPhone, AppleTV und Apple Watch) bereitstellt. Gemeint ist damit, dass ich im Fall eines Trainings einfach nur meine Watch heben, das Training starten und dann den gesprochenen Anleitungen folgen muss.

Zur Auswahl stehen Programme mit einer Dauer von 6, 12, 18 oder 30 Minuten. In 99 Prozent der Fälle wähle ich das kurze Programm, denn das genügt schon, um den Puls ordentlich in Schwung zu bringen.

Beim ersten Mal wählt man aus einer sehr großen Anzahl unterschiedlicher Übungen jene aus, die man bevorzugt. Aus diesen wird dann zum Beginn eines Trainings per Zufallsgenerator eine Reihenfolge erstellt, die jeweils sechs oder sieben unterschiedliche Übungen in variabler Dauer miteinander kombiniert. So ist kein Training einem anderen exakt gleich – obwohl sich der Pool an Übungen nicht ändert. Das Grundkonzept ist also wirklich einfach aber genial.

Grundsätzlich bemühe ich mich, mindestens ein 6-Minuten-Training am Tag unterzubringen, verzichte jedoch darauf, wenn ich bereits vorher die 200% meines Bewegungsziels erreicht habe.

Yoga

Ich war noch nie besonders flexibel, merke aber äußerst deutlich, wie gut mir regelmäßiges Yoga tut, leider schaffe ich das immer nur für wenige Tage, bis dann wieder etwas dazwischen kommt. Je länger ich es am Stück durchhalte (gemeint ist: tägliches Ausüben über eine oder gar zwei Wochen ohne ausgelassene Tage), desto schneller und einfacher flutscht es mit der Dehnbarkeit.

Zu meinem großen Glück gibt es die App Pocket Yoga, die mich vom iPhone aus mit gesprochenen Anleitungen durch ein Training führt. Wenn ich beispielsweise den „Morgengruß“ wähle, bietet mir die App die Wahl zwischen 2, 4, 6, 8 (usw.) Durchgängen. Die ersten zwei werden langsam ausgeführt, damit die Erklärungen ausreichend Raum einnehmen, danach werden nur noch die Anweisungen ohne Erläuterungen in deutlich höherem Tempo vorgegeben und die Übungen ziemlich flink aneinander gereiht. Bei den ersten zwei Malen kam ich da ganz schön ins Schwitzen, mittlerweile geht es aber.

Mein Ziel für das neue Jahr ist nun, jeden Tag mindestens eine Doppelrunde (ca. 6-7 Minuten) auszuführen, denn den Effekt auf meine Flexibilität kann ich nicht übersehen. Hoffentlich klappt‘s!

Fazit

Wie gerade beschrieben: Ich war aktiv und habe eine Menge Zeit und Energie in den Sport investiert. Das tat gut, sorgte aber auch für einen gewissen körperlichen Verschleiß. Damit dieser nicht allzu stark voranschreitet, habe ich ein paar Ideen, wie es im neuen Jahr weitergehen könnte, doch das wird das Thema eines anderen Blog-Eintrags werden.

Kommt alle gut rüber ins neue Jahr und bleibt gesund und zufrieden!

Der erste „offizielle“ Halbmarathon

Genau vor einer Woche habe ich meinen ersten „offiziellen“ Halbmarathon absolviert – und es war ein spannendes Erlebnis.

Im Ziel, direkt vor dem Ulmer Münster – gut durchgeschwitzt und ziemlich geplättet...
Im Ziel, direkt vor dem Ulmer Münster – gut durchgeschwitzt und ziemlich geplättet…

Eigentlich bin ich ja ein absoluter Individualsportler, der beim Laufen gerne seine Ruhe (bzw. sein Hörbuch oder seine Playlist) hat. Das ist bei einem derartigen Massenevent wie dem Beuerer Halbmarathon in Ulm schlicht undenkbar, denn da gehen einige Tausend Läufer an den Start, entsprechend gedrängt geht es dann auch auf den Straßen und Wegen zu – zumindest anfänglich…

Angemeldet hatten meine Frau und ich uns bereits vor Monaten, denn wer sich früh einschreibt, zahlt nur die Hälfte. Irgendwie hätten wir uns ja auch vorbereiten können, doch ich rannte nach wie vor jeden Tag meine übliche 16-17 Kilometer lange Runde, ließ am Tag vorher einfach zwei Kilometer weg, um ein bisschen Energie einzusparen, dann war der „Tag X“ gekommen und es ging auch schon los.

Organisation und Umstände

Die Organisation des Beuerer Halbmarathons ist wirklich exzellent. Der Weg ist perfekt ausgeschildert, da kommen absolut keine Unklarheiten auf. Außerdem ist alles durchorganisiert: Von der Verstauung der persönlichen Utensilien in einem LKW, der alles zum Zielort transportiert über die digitale Zeitnahme bis hin zur Verpflegung und den Duschen für nach dem Lauf. Obwohl es mein erster Lauf dieser Art war, bestand kaum Unruhe hinsichtlich dieser Aspekte.

Aufgeregt war ich jedoch trotzdem – und zwar wie die Hölle! Das lag vor allem daran, dass ich mich leicht einschüchtern lasse, wenn um mich herum tausende von Läufern, alle in voller Montur, viele mit etlichen bereits absolvierten Läufen genau dieser Art auf dem Buckel (etc.), ihre letzten Vorbereitungen treffen. Dazu kam, dass ich um die Uhrzeit, als wir in Ulm erst starteten, daheim schon seit drei Stunden fertig gewesen wäre. Alles in allem waren die Umstände also sehr ungewohnt, was sich auch in einem erhöhten Puls niederschlug.

Der Lauf an sich

Nun gut, ich reihte mich in der Gruppe ein, die eine Zeit von 1:50 h für die 21,1 Kilometer anpeilten. Ein erfahrener Kollege hatte mir geraten, mich weit vorne in der Gruppe zu positionieren, was ich auch tat. Doch nach 1,5 oder 2 Kilometern waren die mir zu langsam, also zog ich kurzerhand vorbei; im Hinterkopf immer den Gedanken: „Hochmut kommt vor dem Fall“

Ich rechnete damit, das Tempo nicht komplett durchhalten zu können. Doch es ging… und ging… und ging… Als ich bei Kilometer 17 immer noch einen Schnitt von 4:45 Minuten/km hielt und meine Reserven nicht erschöpft waren, realisierte ich, dass es wohl so bis zum Ende gehen könnte. Und tatsächlich klappte es.

Gerade durch‘s Ziel gewitscht: 1:39:04 h für die 21,1 km – geschafft!
Gerade durch‘s Ziel gewitscht: 1:39:04 h für die 21,1 km – geschafft!

Kaum war ich durch‘s Ziel „geflogen“ (ging nicht, weil die Läufer vor mir quasi direkt hinter der Ziellinie stehen geblieben waren), erreichte mich eine automatisierte SMS mit meiner Laufzeit: 1:39:04 h.

Überraschend gute Zeit, für einen Moment war ich echt stolz auf mich!
Überraschend gute Zeit, für einen Moment war ich echt stolz auf mich!

Hui! Mit so einer guten Zeit hatte ich nicht gerechnet. Insgeheim hatte ich mir gewünscht, eine Zeit von etwa 1:40 h zu schaffen, ging aber nicht davon aus, das unter den Umständen zu schaffen – daher war ich echt stolz auf das Ergebnis.

Von den mehreren Tausend Läufern habe ich den Platz 552 erreicht (nur Männer: Platz 506), von den Männern zwischen 40 und 45 den 70. Rang. Keine Ahnung, ob das gut ist, aber ich war vollauf zufrieden.

So findet man mich in der Gesamtwertung aller teilnehmenden Männer.
So findet man mich in der Gesamtwertung aller teilnehmenden Männer.

Meine Frau hatte sich als Ziel eine Zeit unter zwei Stunden gesetzt – und es auch geschafft (sogar überdeutlich)! Das musste mit einem Selfie (beim Gehen aufgenommen, daher wirkt es etwas unentspannt) honoriert werden!

Beide erfolgreich ins Ziel gekommen, gute Stimmung und tolles Wetter – TSCHAKA!
Beide erfolgreich ins Ziel gekommen, gute Stimmung und tolles Wetter – TSCHAKA!

Fazit

Das Erlebnis war wirklich sensationell, allerdings weiß ich nicht, ob ich in den kommenden Jahren wieder an solch einem Massenevent teilnehme. Laufen macht auch ohne den Aufwand (sowohl finanziell als auch ökologisch und zeitlich) Spaß. Andererseits ist so etwas einmal im Jahr durchaus eine tolle Abwechslung. Mal sehen…

Mit der Finisher-Medaille, allerdings war ich da gerade sehr hungrig, daher der gierige Blick!
Mit der Finisher-Medaille, allerdings war ich da gerade sehr hungrig, daher der gierige Blick!

Addendum

Als wir später am Tag wieder daheim angekommen waren und sich bereits die ersten Anzeichen für die Muskelkater-Qualen des folgenden Tages abzeichneten, erfuhren wir, dass bei diesem Sportevent tatsächlich ein Läufer, ein recht junger Mann von ca. 30 Jahren, im Zieleinlauf kollabiert und später im Krankenhaus gestorben ist. Das hat der Hochstimmung nach dem Lauf dann doch einen deutlichen Dämpfer verpasst. Hoffentlich wiederholt sich das in den kommenden Jahren nicht.

Vom fehlenden E-Bike, einem Ersatz-MTB und der Apple Watch

Es sind Pfingstferien, gerade noch zumindest. Und doch habe ich seit mehr als drei Wochen kein E-Bike mehr zur Verfügung. So lange ist es schon in der Reparatur. Am 10. Mai fuhr ich in die Stadt, um für den Folgetag etwas zu organisieren, dabei setzte plötzlich der Antrieb aus. Binnen weniger Minuten des Akku-An- und Absteckens, Display-An- und Absteckens, etlicher Start-Versuche und unzähligen (stillen) Flüchen war klar: Da geht nichts mehr.

Also brachte ich am 11. Mai das E-Bike, mein geliebtes Hercules Jarvis, zum Service, nannte die im Display angezeigten Fehlercodes und hoffte, da das eigentlich benötigte Ersatzteil im Laden vorrätig war, auf eine zügige Reparatur. Nach ein paar Tagen rief ich dann interessehalber im Laden an, nur um zu erfahren: Das Ersatzteil hat nicht funktioniert, ein Ersatz für den Ersatz ist unterwegs. Okay. Noch ein paar Tage warten.

Dann wieder: Anruf. Auch dieses Ersatzteil funktioniert nicht. Eine Chance gibt es noch, aber der Techniker muss mit Hercules telefonieren. Vermutlich muss das Rad eingeschickt werden. Seitdem habe ich keine Neuigkeiten mehr gehört. Aber ich wollte auch nicht die gesamten Ferien ohne mobilen Untersatz verbringen. Also wagte ich einen kurzen Blick aufs Konto: Alles klar! Dann ab zum Decathlon, wo ich für 300 € ein Mountainbike – ohne Motor – erstand.

Keine Schutzbleche, kein Ständer, kein Licht, aber für knapp unter 300 € doch ein fahrbarer Untersatz.
Keine Schutzbleche, kein Ständer, kein Licht, aber für knapp unter 300 € doch ein fahrbarer Untersatz.

Das Rad ist natürlich nicht mit dem E-Bike für 2.500 € vergleichbar, aber es ist deutlich leichter (das spürt man sofort) und bringt mich beim Einsatz meiner Muskelkraft von A nach B. Da es keine Unterstützung gibt, habe ich das Mountainbike gleich als zusätzliches Sportgerät für mich entdeckt und in der vergangenen Woche mehr oder weniger täglich eine kurze Tour mit ordentlich Höhenmetern und Anstrengung unternommen. Das macht Spaß.

Dabei habe ich dann gleich noch etwas ausprobiert: Ich habe das iPhone zuhause gelassen, mir aber die AirPods in die Ohren gestopft und die Musik direkt von der Apple Watch laufen lassen, während ich das Fahrrad-Training absolvierte.

Alle Daten vorhanden, auch ohne gekoppeltes iPhone und Internetverbindung...
Alle Daten vorhanden, auch ohne gekoppeltes iPhone und Internetverbindung…
Das GPS-Modul funktioniert zuverlässig – dass ich nebenher durchgehend Musik hören konnte, war ein weiterer Bonus...
Das GPS-Modul funktioniert zuverlässig – dass ich nebenher durchgehend Musik hören konnte, war ein weiterer Bonus…

Das GPS der Uhr funktioniert auch ohne iPhone, somit konnte ich das Training komplett „tracken“, ohne aber ein gekoppeltes Telefon mitzuschleppen. Normalerweise stört mich das iPhone nicht im Geringsten, an diesem Nachmittag war es aber extrem heiß und schwül, daher wollte ich möglichst dünn bekleidet radeln. Das iPhone hätte ich nur mitnehmen können, wenn ich es mir wie beim Laufen auf den Rücken gehängt hätte – dazu war’s mir aber eindeutig zu warm…

P.S.: Es ist nun der 2. Juni, aber mein E-Bike habe ich noch nicht zurück bekommen…

Der erste Halbmarathon 2018

Hui, es gibt mal wieder News von der Sportfront. Gestern bin ich – völlig ungeplant – meinen ersten Halbmarathon im Jahr 2018 gelaufen. Irgendwie ergab er sich einfach so…

Stress- und Fresstag…

Der 11. Mai war ein wirklich anstrengender Tag: Zur Schule mit einem Pedelec, dessen Elektronik streikte (also ohne jegliche Antriebsunterstützung, dafür mit dem zusätzlichen Gewicht, das ein Pedelec nun einmal mit sich bringt), auf dem Rücken der gut gefüllte Rucksack mit Material für den Unterricht sowie Big Band-Noten (ein dickes Pack) sowie ein Gig-Bag mit Trompete und Dämpfern. Dann fünf Stunden Unterricht, eine Stunde Umbau der Aula, dann Proben-Nachmittag bis kurz nach 16:00 h, ab zum Fahrrad-Laden, um den Austausch der Elektronik anzuleiern… Bis ich daheim war, war es fast 17:00 h. In Windeseile erledigte ich noch die ausstehenden Sport-Aktivitäten, um meinen inneren Monk zu befriedigen (die Liste muss abgehakt werden), danach fiel ich in ein von Müdigkeit überschattetes Fress-Koma. An diesem Abend kamen sicherlich noch gut 2.500 Kalorien zusammen – zusätzlich zu allem anderen, das ich an diesem Tag schon verzehrt hatte…

…und Kompensation

Samstag (12.5.) früh: 5:45 h aus dem Bett, erst einmal die Twitter-Timeline nachgelesen (der vorige Abend war da nicht mehr sehr ergiebig gewesen), dann rein in meine Laufklamotten und los. Da ich in leicht grüblerischer Stimmung war, verzichtete ich darauf, mein aktuelles Hörbuch fortzusetzen – ich hätte mich ohnehin nicht darauf konzentrieren können. Statt dessen nutzte ich die Song des Tages-Playlist (für Apple Music-Abonnenten hier zu finden), die bei zufälliger Wiedergabe eine perfekte Abwechslung genau der Songs/Stücke brachte, die mir ohnehin gefallen.

Dann lief ich los, völlig ohne Plan. Als ich gerade in der nächsten Ortschaft angekommen war, reifte die Idee, am Ende meiner normalen Strecke (also an dem Punkt, an dem ich normalerweise wieder umdrehe) einfach noch einen extra Schlenker anzuhängen. Kaum war ich dort, fühlte ich mich einer weiteren Runde gewachsen, also hängte ich auch noch ein wenig mehr dran. Ab dem Punkt war klar: Wenn schon, denn schon – Halbmarathon!

Eine wundervolle Runde bei exzellentem Wetter – himmlisch!
Eine wundervolle Runde bei exzellentem Wetter – himmlisch!

Da mir der vorige Tag noch etwas in den Knochen steckte, ging ich von einem ziemlich furchtbaren Tempo aus, doch das stimmte gar nicht, da mein „Pace“ bei 5:19/km lag:

Die Überraschung des Tages: Ein recht gutes Tempo für den Morgen nach einem „heftigen“ Tag...
Die Überraschung des Tages: Ein recht gutes Tempo für den Morgen nach einem „heftigen“ Tag…

Die 351 Höhenmeter sind nur Steigungsmeter, abwärts wird nicht gezählt. Und diese Strecke bietet einige Steigungen, manche kurz und heftig (die gehen ja immer ganz gut), andere lang und fies (sie wirken aus der Entfernung immer so harmlos, sind aber genau das Gegenteil). Doch rein landschaftlich ist es zu dieser Jahreszeit ein absolutes Vergnügen da entlang zu laufen, weil sich die Natur momentan so exzessiv entfaltet.

Hmmm, alles in allem ein schöner Lauf, aber heute gab es wieder das Standard-Programm, schließlich muss da noch einiges für die kommende Woche vorbereitet und leckeres Essen zubereitet werden…

Noch zwei meiner üblichen Morgenläufe, dann habe ich die (ersten) 2.000 Kilometer in diesem Jahr voll:

Bald sind die ersten 2.000 Kilometer in diesem Jahr voll, mein Jahresziel ist aber weiterhin undefiniert, auf keinen Fall wird es wieder auf die 6.000 vom letzten Jahr hinaus laufen...
Bald sind die ersten 2.000 Kilometer in diesem Jahr voll, mein Jahresziel ist aber weiterhin undefiniert, auf keinen Fall wird es wieder auf die 6.000 vom letzten Jahr hinaus laufen…

Apple Books: Wunschliste

Ich liebe die iBooks-App auf dem iPhone und dem iPad, denn dort nutze ich sie mehrmals täglich. Mir ist es wichtig, meine aktuellen Bücher überall dabei zu haben, so kann man der Leselust in jeder passenden Situation sofort nachgeben und ganz nach aktueller Stimmungslage das geeignete Buch auswählen. Seit ein paar Jahren habe ich noch dazu meine Lesebrille nicht mehr benötigt, da die Darstellung auf einem Retina-Display mit hohem Kontrast so gut und gestochen scharf ausfällt, dass ich keinerlei störende Ermüdungserscheinung meiner Augen mehr festgestellt habe (bei Papierbüchern stellten sich nach ein paar Stunden oft leichte Geisterbilder ein) – kein Wunder, dass ich kaum mehr Papierbücher lese!

Umbenennung?

Aktuell wird im Netz wieder gemunkelt, dass die App bald in „Apple Books“ umbenannt werden soll. Mich würde das nicht stören, ehrlich gesagt: Das ist mir völlig egal. Solange die von mir bislang genutzten Funktionen nicht entfernt oder beschnitten werden, können sich Name und App-Icon doch ändern, wie es den Verantwortlichen gefällt. Nur zu!

Wünsche für eine Weiterentwicklung

Dafür hätte ich aber noch eine kleine Menge von Wünschen, die die App deutlich aufwerten könnten:

  • Ich vermisse schmerzlich einen Speed Reading-Modus. Bei Texten aus dem Netz muss ich mit der „Accelerator“-App von Lickability (Link zum App Store) nur den Seiteninhalt kopieren, schon kann ich mit einer einstellbaren Geschwindigkeit Wort für Wort in hohem Tempo lesen. Da man aber die Texte in iBooks nicht kopieren kann, lässt sich dieser Weg nicht beschreiten, also müsste die Funktion nativ in der Apple Books-App implementiert werden. So schwer kann das ja nicht sein.
  • Die derzeitige Lesezeichen-Funktion müsste ein bisschen präzisiert werden, denn gerade beim Wechsel zwischen den verschiedenen Geräten mit unterschiedlich großen Displays ist es immer wieder vorgekommen, dass ich nicht genau wusste, wo ich zuletzt gestoppt hatte. Mehr dazu unten.
  • Apropos „verschiedene Geräte“: Warum gibt es noch keine Apple Watch-Version der App? Klar, das Display ist klein, aber das wäre für mich kein Hindernis. Gerade für kurze Wartezeiten, bei denen man auf Abruf sein muss, für sich gefühlt ewig hinziehende Konferenzen oder langatmige Reden, auf deren Ende man als Musiker warten muss… Einsatzgebiete für eine Apple Watch-Version gäbe es aus meiner Sicht viele. Und auch die praktische Umsetzung wäre sicher nicht allzu schwer zu bewältigen: Mittels der Digital Crown könnte man schön durch den Text scrollen, die Uhr ist immer dabei, der Speicher ist mehr als ausreichend, um einige Bücher auf Abruf bereit zu halten – das wäre doch mal eine fantastische Sache!
  • Die Befehle „Siri, lies den markierten Text vor!“ und „Siri, lies mir das Buch ab dem markierten Wort vor!“ sollten implementiert werden und zuverlässig funktionieren. Beim Laufen, Spazieren, Spülen und Auto-/Pedelec-Fahren wäre das der pure Luxus!
  • Viele Bücher zeichnen sich durch wunderschöne Titelblätter aus. Meist ist dieses Artwork innen auf einer eigenen Seite noch einmal zu sehen, aber eben nicht immer. Das sollte sich ändern, denn die Darstellung als kleines Icon genügt nicht, um alle Bilder, die oft Details aus dem Buch aufgreifen, vollends zu würdigen.
  • Wie wäre es mit einer intelligenten Leihfunktion? Ein Beispiel: Freund X kommt zu Besuch, ich schwärme vom gerade beendeten Buch, das ihn auch brennend interessiert. Ein gedrucktes Buch könnte ich mitgeben, ein digitales nicht. Warum sollte es — abgesehen von monetären Interessen — nicht die Möglichkeit geben, das Buch an seinen Account zu verleihen? In meiner App wäre es dann ausgegraut, ich könnte es solange nicht lesen. Nachdem der Freund dann durch ist, tippt er auf „Zurückgeben“, es verschwindet aus seinem Account und ist bei mir wieder verfügbar. Eine wunderbare Sache daran wäre auch, dass man immer wüsste, wo (im Sinne von „Wem habe ich das gleich wieder ausgeliehen?“) sich das Buch gerade befindet, zur Not könnte man es sich über eine Schaltfläche wieder aktiv auf das eigene Gerät zurück holen.

Das wären meine Wünsche an eine ansonsten schon tolle App. Vielleicht werden ja bald ein paar davon erfüllt…

Präzisierung der Lesezeichen-Funktion

Oben habe ich das schon erwähnt, aber es bedarf womöglich einer Erläuterung für jene, die die App nicht kennen. Aktuell tippt man beim Beenden des Lesens einfach auf ein schönes Lesezeichen-Icon in der oberen rechten Ecke des Displays. Beim nächsten Öffnen landet man wieder an dieser Stelle, man kann auch mehrere solche Lesezeichen setzen, z.B. wenn man in einem Fachbuch zwischen ein paar wichtigen Stellen hin und her springen muss, dann geht das sehr schnell, indem man die Übersicht der Lesezeichen öffnet und das gewünschte antippt. Eigentlich eine super Sache.

Doch die digitale Welt sollte noch ein wenig mehr bieten. Ein Lesezeichen in einem analogen Buch ist auch ungenau, denn wo auf der Doppelseite hat man das Buch weglegen müssen? Nicht immer ist ein optisch trennender Absatz oder ein neues Kapitel gerade verfügbar (ich denke gerade an den Schluss von „Ulysses“ von James Joyce, da zieht sich ein einziger Satz über gut 40 Buchseiten – ohne Punkt und Komma…).

Ein Beispiel aus meinem Alltag: Ich lese gerade in mehreren Büchern, eines davon ist „Solaris“ von Stanislaw Lem. Gestoppt habe ich genau am Beginn eines neuen Kapitels, also ist der Wiederanknüpfungspunkt schnell gefunden.

Der Kapitelbeginn auf dem iPad, der Pfeil weist auf das Lesezeichen-Icon hin.
Der Kapitelbeginn auf dem iPad, der Pfeil weist auf das Lesezeichen-Icon hin.
Der gleiche Kapitelbeginn auf dem iPhone. Auch hier ist das Lesezeichen-Icon zu sehen, darüber hinaus sieht man sofort, dass hier viel weniger Text auf das Display passt.
Der gleiche Kapitelbeginn auf dem iPhone. Auch hier ist das Lesezeichen-Icon zu sehen, darüber hinaus sieht man sofort, dass hier viel weniger Text auf das Display passt.

Der erste Screenshot zeigt die Sicht auf den Kapitelbeginn auf meinem 12,9 Zoll großen iPad Pro-Display. Die iBooks-App stellt automatisch auf eine doppelseitige Ansicht um, was beim Lesen sehr bequem ist. Im Vergleich zum zweiten Screenshot (iPhone 7 Plus) sieht man gleich das „Mehr“ an Text auf dem iPad. Nun ist es hier durch den Kapitelbeginn klar, wo es weitergeht. Was aber in der folgenden Situation?

Auf dem iPad: Hier ist nun kein Kapitelbeginn, wir sind mitten im Text – worauf genau bezieht sich das Lesezeichen?
Auf dem iPad: Hier ist nun kein Kapitelbeginn, wir sind mitten im Text – worauf genau bezieht sich das Lesezeichen?
Hier nun: iPad zu, iPhone an, Buch geöffnet, auf dieser Seite gelandet. Ist es die richtige Stelle? Da wesentlich weniger Text zu sehen ist, kann es gut sein, dass ich nun erst etwas blättern und suchen muss...
Hier nun: iPad zu, iPhone an, Buch geöffnet, auf dieser Seite gelandet. Ist es die richtige Stelle? Da wesentlich weniger Text zu sehen ist, kann es gut sein, dass ich nun erst etwas blättern und suchen muss…

Gerade die unterschiedliche Textmenge auf den abweichenden Displaygrößen sorgt für eine Ungenauigkeit, die unter Umständen zum Blättern und Suchen der Anschlussstelle führen können.

Insofern könnte Apple hier eine wirklich schöne und nützliche Sache implementieren, indem nämlich das Lesezeichen kein statisches Icon ist – vielmehr sollte man das Icon packen und auf das zuletzt gelesene oder als nächstes zu lesende Wort ziehen können. Dann wäre die Synchronisierung über alle Displaygrößen hinweg an exakt die richtige Stelle gekoppelt. Hach, wie cool wäre das denn!

Das Schlaf-Experiment

In den letzten Wochen war es hier im Blog sehr still, der letzte Eintrag liegt fast einen Monat zurück. Die Gründe sind simpel: Wenn ich Lust zum Schreiben hatte, fehlte es an Zeit, Wachheit oder einer zündenden Idee – wenn ich dann aber eine zündende Idee hatte, fehlte es an der Zeit, sie auszuarbeiten. Die Situation wurde auch dadurch nicht verbessert, dass in den letzten Wochen arbeitstechnisch nicht gerade wenig los war – womöglich kann ich in den Osterferien, die in knapp zwei Wochen anstehen, wieder ein paar gute (soll heißen: mehr als nur in fünf Minuten hingeworfene) Beiträge veröffentlichen.

Zum heutigen Thema: Ich treibe viel Sport, einerseits zur Erhaltung der Gesundheit im Allgemeinen, andererseits zur Gewichtskontrolle, denn ich gebe es offen zu: Ohne Süßigkeiten und Knabberkram fehlt mir ein großes Stück Lebensqualität. Basta. Seitdem ich vor mittlerweile etwa sieben Jahren 25-30 Kilo abgenommen habe, halte ich mein Gewicht im Großen und Ganzen, es schwankt lediglich um ca. drei bis fünf Kilo. Da ich damit nur zwischen dem unteren Rand des empfohlenen Gewichtsbereichs und dem Normalgewicht changiere, bereitet mir das keine Sorgen.

Seit einigen Monaten benutze ich auf der Apple Watch und dem iPhone die App AutoSleep (ich berichtete), die ihren Namen der Tatsache verdankt, dass sie automatisch (und das äußerst zuverlässig) erkennt, wenn ich einschlafe. Während des Schlafs werden die körperliche (Un)Ruhe und die Herzfrequenz protokolliert. Der Automatismus ist die große Stärke, denn ich würde es unter Garantie an den meisten Abenden vor lauter Müdigkeit vergessen, eine Protokollierung meines Schlafverhaltens manuell zu aktivieren – damit wäre das dann auch sinnlos. AutoSleep funktioniert aber wirklich gut, bis auf eine Nacht, in der die Apple Watch auf dem Ladegerät blieb, weil ich so tief und fest einschlief, dass ich nicht mehr vom Sofa hochkam, habe ich alle Nächte aufgezeichnet.

Und dabei ist mir eine interessante Sache aufgefallen, die zwar wenig erstaunlich, in ihrer Deutlichkeit aber höchst beeindruckend ist: Wenn ich mir abends auf dem Sofa viel Knabber- und Süßkram einverleibe, steigt mein Puls über Nacht (und auch den folgenden Tag) dauerhaft an. Das sollte grundsätzlich niemanden überraschen, die direkte und quasi sofort nachweisbare Auswirkung ist aber ein wirklicher „Augenöffner“.

In der Fastenzeit verzichte ich normalerweise unter der Woche auf Süßigkeiten und Knabberkram, nur am Wochenende ist so etwas erlaubt. Dieses Jahr hat das überhaupt nicht funktioniert, da ich direkt vor Beginn der Fastenzeit einen widerlichen grippalen Infekt durchleben musste, der mir im Abklingen für mindestens drei Tage ganz unangenehme Geschmacksverirrungen bescherte: Nichts von meinen vorher so lieben Geschmäckern wollte mir noch taugen. Als es dann endlich wieder schmeckte, waren weder mein Körper noch mein Geist bereit, sofort den Verzicht anzutreten – unfreiwillig hatte ich ja gerade erst eine gute Woche Verzicht hinter mir.

Also fraß ich die folgenden Tage wie ein Scheunendrescher. Vermutlich war das tiefenpsychologisch eine Kompensation für die Tage des Elends zuvor, auf jeden Fall stellte ich mir schon zu Beginn der abendlichen Abschlaff-Phase nicht nur eine Kleinigkeit auf die Sofa-Lehne (was mich zwingt, jedes Mal aufzustehen, um Nachschub zu holen, bei zunehmender Müdigkeit bleibt das dann einfach aus – eine fast schon als „genial“ zu bezeichnende Strategie der Selbstkasteiung…). Nein, nun stellte ich mir gleich drei oder vier Sachen hin – am besten in der kompletten Packung, nicht nur eine kleine Portion in einem Schälchen…

Ein paar Tage später registrierte ich, dass mein Ruhepuls in der Nacht erhöht war. Üblicherweise liegt mein Pulsdurchschnitt während des Schlafens bei 43-48 Schlägen pro Minute, Tiefstwerte sind 37-39, Höchstwerte um die 50-55. Nach dem mehrtägigen Kompensationsfressen war der Ruhepuls im Mittel auf über 50 gestiegen, die Höchstwerte lagen über 60. Nach weiteren Tagen kletterte das Mittel sogar auf über 55. Zehn Schläge mehr in jeder einzelnen Minute, das gab mir zu denken.

Also startete ich ein Experiment: Letzte Woche verzichtete ich von Montag bis Freitag komplett auf alles Süße und allen Knabberkram. Und wie erwartet sank die durchschnittliche Herzfrequenz wieder ab. Noch nicht ganz auf Normalniveau, aber fünf Tage können nun einmal keine zwei bis drei Wochen Dauerfressen kompensieren…1

Die Übersicht über meinen Schlafpuls im bisherigen Monat.
Die Übersicht über meinen durchschnittlichen Schlafpuls im bisherigen Monat.

Dargestellt sind die Daten für März 2018: Die ersten vier Tage gehörten noch zur Kategorie „gnadenlose Fresstage“, also wirklich ohne jegliche Rücksicht auf Verluste. Ab dem 5.3. gab es keine Süßigkeiten und keinen Süßkram mehr, also beginnt der Ruhepuls mit seinem Sinkflug über die folgenden Tage. Der Restzucker musste wohl erst einmal metabolisch verwertet und abgebaut werden, sodass es nicht sofort einen deutlicheren Rückgang zu verzeichnen gibt, bis zum Freitag sank die durchschnittliche Herzfrequenz aber doch um beachtliche acht Schläge pro Minute.

Der Samstag (10.3.) war ein echter Horror-Tag, an dem ich von 8:00 bis 21:30 h in der Schule war: Erst „Tag der offenen Tür“, später noch ein Benefiz-Konzert, um Gelder für Südafrika zu sammeln. Als ich damit fertig war, musste eine ganze Packung Schokokekse dran glauben. Und weil ich schon dabei war, habe ich die letzten Tage gleich weiter gemampft! Damit erklärt sich auch der erneute Anstieg des Ruhepulses. Hach!

Somit ist es klar zu erkennen, wie stark und direkt der Konsum von Süßkram in den Metabolismus des Körpers eingreift. Was ich noch nicht getestet habe:

  • Kommt es zum gleichen Effekt, wenn ich zum Beispiel mittags etwas Süßes zu mir nehme, abends aber nicht?
  • Tritt der gleiche Effekt auch ein, wenn ich abends nur Knabberkram wie geröstete und gesalzene Erdnüsse verzehre? (Ist also Salz genauso „wirksam“ wie Zucker?)

Das werde ich in den kommenden Wochen erkunden. Hat sonst noch jemand solche Erfahrungen gemacht?

  1. Das ist wie der Beginn einer Diät, bei der man einen Tag lang „heldenhaft“ durchhält, um am nächsten Morgen enttäuscht festzustellen, dass von den drei Kilo zu viel noch immer 2,99 Kilo übrig sind, obwohl man sich doch „so bemüht“ hatte.

Laufen im Januar 2018

Der Januar 2018 war ein ziemlich guter Laufmonat, der mir auch wettertechnisch zumindest hin und wieder entgegen kam (soll heißen: das Laufband wurde nur spärlich genutzt, fast alle Läufe fanden draußen statt – macht mehr Spaß und ist als Training durch die Höhenmeter und die frische Luft viel effektiver). Ein paar Läufe führten mich durch fast knietiefen Schnee, was sich nach einigen Kilometern als äußerst anstrengend herausstellte, dafür war es optisch ein absoluter Genuss, durch die weiße Winterlandschaft zu traben – da macht der „brennende“ Oberschenkel nichts aus.

Tempo- und streckenmäßig kann ich mich auch nicht beklagen, ich bin fast immer zeitig aus dem Bett gekommen, nur gelegentlich hielten mich die noch nicht aufgeladenen AirPods zurück, was sich aber zügig bereinigen ließ. Insofern: Alles im grünen Bereich.

Mit etwas mehr als 530 Kilometern war der Januar recht effektiv – und dennoch recht entspannt.
Mit etwas mehr als 530 Kilometern war der Januar recht effektiv – und dennoch recht entspannt.

Mal sehen, was der Februar so bringt, der erste Morgenlauf wurde, dem schlechten Wetter sei‘s gedankt, auf dem Laufband absolviert (mit John Wick: Kapitel 2 als Ablenkung).