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Das Schulz-Dilemma

Mein E-Bike hat heute früh glatt seinen Dienst verweigert, was mich in Zeitnot brachte. Zum ersten Mal in diesem Schuljahr fuhr ich daher mit dem Auto zur Schule. Dabei hörte ich die Nachrichten, in denen von einer interessanten Idee des SPD-Politikers Martin Schulz berichtet wurde.

Seine Idee war eine Art GroKo Light unter der Bezeichnung „KoKo“ (=Kooperationskoalition), bei der eben nicht alles im Vorfeld abgesprochen und vereinbart wird, stattdessen werden nur ein paar grobe Eckpfeiler (oder „Projekte“) abgestimmt und alles weitere muss dann wie bei einer Minderheitsregierung im Bundestag ausdiskutiert und von allen Politkern gemeinsam gestaltet werden.

Ich muss ja gestehen, dass diese Idee eine ordentliche Portion Charme besitzt, denn das würde im Gegensatz zu den vergangenen Legislaturperioden wieder eine Möglichkeit, wenn nicht gar einen Zwang zum echten politischen Abstimmen mit sich bringen. Gerade in der letzten Legislaturperiode fuhr die SPD deswegen so schlecht, weil es der CDU gelang, politische Positionen, die ehemals typisch für die SPD waren, zu besetzen, wodurch viele erreichte Ziele der CDU gutgeschrieben wurden, gleichzeitig wirkte die SPD zunehmend wie ein handlungsunfähiger Verein, der mit Mühe am Regierungstisch geduldet wurde.

Die SPD-Politiker sind nicht dumm, die nach der Wahl sehr deutlich geäußerte Verweigerung einer erneuten GroKo zeugte von dieser Erkenntnis. Erst nach dem wochenlangen und erfolglosen Machtpoker der FDP bei den Jamaika-Verhandlungen waren vor allem die Nachwuchs-Kräfte der SPD ausreichend weichgekocht, um sich dem Machtdenken nicht mehr länger zu verschließen. Ich bin ja nach wie vor der Meinung, der SPD täten ein paar Jahre auf der Oppositionsbank gut, einfach schon deshalb, weil sie ihre eigene Stimme in aller Ruhe wiederfinden und somit ihr politisches Profil schärfen könnte, das durch die eigenen Tendenzen „hin zur Mitte“ und die CDU-Tendenzen nach „links“ in den letzten Jahren so stark verwässert wurde, dass selbst die SPD-Stammwählerschaft kaum mehr erkennen kann, wo denn der frühere Kern ihrer Partei hin entschwunden ist.

Langer Rede kurzer Sinn: Die SPD war direkt nach der Wahl dabei, aus einer Position der Schwäche (anders kann man das Wahlergebnis ja kaum interpretieren) heraus neue Stärke oder zumindest den möglichen Weg zu neuer Stärke für sich zu entdecken und auch zielstrebig einzuschlagen. Sie sind gerade dabei, diese Option durch die Aufnahme der GroKo-Verhandlungen wieder zu begraben.

Doch all das sollte nur als Hintergrund zum eigentlichen Thema dieses Blog-Eintrags dienen: das „Schulz-Dilemma“. Der Vorschlag von Martin Schulz, nur ein paar große Themenblöcke grob abzusprechen und alles andere der echten parlamentarischen Arbeit zu überantworten, wodurch alle im Bundestag vertretenen Parteien gezwungen wären, sich einer „echten“ politischen Diskussion zu widmen und argumentativ für oder gegen eine Sache einzutreten – statt wie in den vergangenen Jahren mit dem Polster der Stimmenmehrheit einfach stur der Parteilinie zu folgen, ob diese nun sinnvoll war oder nicht.

Wie in einem heute erschienenen Tagesschau-Artikel (hier) berichtet wird, scheint die politische Landschaft der Martin Schulz-Idee einer „KoKo“ sehr skeptisch gegenüberzustehen. Man darf sich jedoch auch fragen, warum die Kritik so harsch ausfällt (von „Kasperletheater“ und ähnlichen Äußerungen ist zu lesen und zu hören). Ist es nicht besser und/oder (zumindest) ehrlicher, die Politiker zu zwingen, sich argumentativ im Bundestag mit den Themen auseinanderzusetzen, statt weiterhin im Fraktionszwang und mit komfortabler Mehrheit einfach ein Gesetz nach dem anderen „durchzuwinken“?

Das Dilemma an dieser eigentlich guten Idee ist, dass der SPD im Moment kaum einer etwas abkauft. Zu oft hat ihr die CDU in den letzten Jahren die Butter vom Brot genommen. Doch die Tatsache, dass die Bundeskanzlerin so auf einer „stabilen“ Regierung beharrt (siehe Bericht der Tagesschau), offenbart doch, wie sehr sie sich ans „Durchregieren“ gewöhnt hat – und wie wenig sie Lust darauf hat, mit Argumenten in langen Diskussionen Überzeugungsarbeit zu leisten. Eine GroKo ist komfortabel, siehe vergangene Legislaturperiode, keine Frage. Ob sie „gut“ für das Land ist, sei dahingestellt. Daher wäre mir persönlich entweder gleich eine Minderheitsregierung oder das KoKo-Modell von Martin Schulz lieber. Was wäre das doch für ein Spaß, wenn die ans Regieren ohne echten Gegenwind gewöhnten Damen und Herren von der CDU plötzlich mal wieder richtig „arbeiten“ müssten, um ihre Vorschläge durchzubringen! (Leider gehe ich nicht davon aus, dass es wirklich dazu kommen wird, für eine Überraschung in der Hinsicht wäre ich aber jederzeit zu haben…)

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Der Countdown läuft

Bei meinem letzten Blog-Eintrag, der sich auf die Lauferei bezog (hier), äußerte ich den „verrückten“ Gedanken, doch noch die 6.000 Kilometer in diesem Kalenderjahr zu schaffen, wenn ich jeden Tag im Dezember mindestens 20 Kilometer renne. Nun, so albern der Gedanke auch ist, irgendwie hat mich dabei der Ehrgeiz gepackt, also laufe ich im Moment im Schnitt etwas mehr als 20 Kilometer pro Tag.

Neun Läufe, etwas mehr als 180 km – es geht voran.

Neun Läufe, etwas mehr als 180 km – es geht voran.

Alles in allem ist das Laufen in der Menge völlig ok, ich muss nur jeden Tag gut zwei Stunden einplanen. Wenn ich auf dem Laufband bin, schwitze ich nicht gerade wenig:

Wohlbemerkt: Das Selfie entstand *nach* dem Abtrocknen...

Wohlbemerkt: Das Selfie entstand *nach* dem Abtrocknen…

Außerdem ist das Ermüdungsniveau danach nicht ganz zu vernachlässigen. Meine Frau hat ein kleines Foto von mir gemacht, als ich mich „mal für fünf Minuten“ auf unser bequemes Sofa gesetzt habe:

Kurz mal auf die Couch gesetzt – schwerer Fehler!

Kurz mal auf die Couch gesetzt – schwerer Fehler!

Schön ist, dass ich auf diese Weise morgens immer wieder mal einen Film ansehen kann. So kam ich gestern in den Genuss von „Die Akte Grant (The Company You Keep)“, einem genial spannenden Film von und mit Robert Reford:

Ein absoluter Wahnsinnsfilm mit perfekter Starbesetzung – sehenswert!

Ein absoluter Wahnsinnsfilm mit perfekter Starbesetzung – sehenswert!

Heute früh war es „Twelve Years A Slave“, ein ungemein fesselnder und dramatischer Film. Er war sogar so spannend, dass ich ein recht gutes Tempo anschlug – am Ende schlug ich meinen Halbmarathon-Rekord um etwas mehr als anderthalb Minuten. Schick!

Erstaunlich, wie schnell mich ein spannender Film macht...

Erstaunlich, wie schnell mich ein spannender Film macht…

Mal sehen, ob ich das „Projekt 6.000“ bis zum Ende durchhalte. Einen echten Druck gibt es nicht, nur mein eigener – nach Ansicht meiner Frau „spinniger“ – Ehrgeiz treibt mich an. Und dummerweise muss ich rein rechnerisch auch noch ein bisschen mehr an Kilometern schaffen, denn wenn ich weiterhin „nur“ 20 Kilometer am Tag renne, benötige ich noch knapp 25 Tage, um mein Ziel zu erreichen. So viele Tage sind in dem Monat aber nicht mehr vorhanden… Es bleibt also spannend, ich werde berichten, wie es ausgeht.

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Laufen im Oktober 2017

Mit dem heutigen Tag endet der Monat Oktober in diesem Kalenderjahr. Wie schon in den vorherigen Monaten bin ich an jedem Tag in diesem Monat gelaufen, der kürzeste Lauf ging über 16,06 km, der längste über 21,35 – insgesamt kam ich auf 533,48 Kilometer.

Mehr als die Hälfte der Läufe habe ich (selbst für mich ganz erstaunlich) auf dem Laufband durchgeführt, das ich eigentlich seit dem Frühjahr gemieden hatte. Die Gründe dafür sind einerseits die Bequemlichkeit, denn im Keller ist es wärmer als draußen, außerdem regnet (und stürmt!) es dort nicht – und ich konnte mir beim Laufen auch den einen oder anderen Film ansehen, andererseits die Tatsache, dass ich mich unter der Woche etwas wacher fühlte, wenn ich vor der Schule schon meine gut 100 Minuten Laufen in einem hell erleuchteten Raum (statt mit einer Stirnlampe in einer ansonsten stockdunklen Umgebung) absolviert habe.

Die letzten Tage jedoch bin ich wieder vermehrt draußen gerannt, auch wenn meine Finger nach jedem Lauf so durchgefroren waren, dass ich Mühe hatte, die Haustür aufzuschließen… Vermutlich werde ich dies trotzdem auch während der restlichen Herbstferien so durchhalten (es sei denn, das Wetter wird gar zu garstig).

Meine Übersicht über das Laufen im bisherigen Kalenderjahr – mein Gesamtziel von 5.400 Kilometern rückt spürbar näher.

Meine Übersicht über das Laufen im bisherigen Kalenderjahr – mein Gesamtziel von 5.400 Kilometern rückt spürbar näher.

Nachdem ich bei aktuellem Pensum etwas mehr als 100 Kilometer in der Woche schaffe, sollte mein Jahresziel von 5.400 Kilometern mittlerweile absolut im Bereich des Möglichen liegen. Aber man soll den Tag ja nicht vor dem Abend loben, daher warte ich es einfach ab.

Nachtrag (1.11.2017): Im obigen Screenshot ist ein Fehler, denn ich bin im September zwar nicht gekrochen, ganz so schnell laufe ich aber doch nicht. Da fehlten einfach ein paar Daten bezüglich der Laufdauer, die ich gerade nachgetragen habe. Korrekt sieht die Übersicht nun folgendermaßen aus:

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So ist der September viel realistischer…

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Album der Woche – Episode 7 – 2017-10-29

Jede Woche präsentiere ich ein Album, das mir persönlich gut gefällt. Im Vorfeld höre ich es noch einmal (oder häufiger) durch und bemühe mich dann, es allen Interessierten „schmackhaft“ zu machen.

Glenn Frey: „Soul Searchin’“

Soul Searchin‘ – ein nostalgischer Trip in Soleras Jugend...

Soul Searchin‘ – ein nostalgischer Trip in Soleras Jugend…

1988 erschien das Album „Soul Searchin‘“ von Glenn Frey. Den Musiker kannte ich über den wirklich starken Song „The Heat Is On“, der gleich zu Beginn des ersten Beverly Hills Cop-Films eingesetzt wurde. Meine Brüder und ich hörten die Single rauf und runter, doch ich hatte als knapp Dreizehnjähriger noch keinen blassen Schimmer, was der gute Glenn Frey musikalisch noch so alles zu bieten hatte.

Erkannt habe ich das nur durch Zufall, denn damals lebten in Estenfeld, meinem Heimatort nahe Würzburg, viele der in Würzburg stationierten amerikanischen Soldaten. Hin und wieder kamen sie mit ihren American Footballs auf den Schulplatz, um sich ein paar Minuten lang diese komischen Leder-Eier zuzuwerfen. Selbstverständlich waren wir als Kids völlig hin und weg und mussten unbedingt mitspielen. Schließlich ließen wir uns auch ein paar echte (und tatsächlich qualitativ hochwertige) Footballs besorgen, meiner liegt sicher noch im Haus meiner Eltern herum.

Einmal brachte uns einer der GIs diese unscheinbare CD mit, die wir ausleihen durften: Es handelte sich um das heutige Album der Woche. Binnen weniger Minuten war ich völlig angefixt und kaufte mir alsbald selbst die CD – sie steht bis heute im CD-Regal (auch wenn ich schon seit Jahren nur noch digitalisierte Musik höre).

Die Songs:

Die zehn Songs füllen insgesamt 47 Minuten Spielzeit, damit ist der Durchschnitt etwas länger als für typische Popmusik-Stücke. Wirkliche Schwächen gibt es nicht, auch wenn die letzten beiden Songs deutlich seichteres Pop-Gesülze sind, als ich es mir normalerweise anhören würde. Dafür sind die drei ausgewählten Favoriten (siehe unten) absolute Knaller.

Für mich als studierten Musiker gibt es einen echten Kritikpunkt am gesamten Album: Die Verwendung des Drumcomputers. Ich kann mir diesen absoluten Faux-Pas nur auf eine einzige Weise erklären, nämlich mit der Technikverliebtheit der 1980er Jahre, denn da schien es das oberste Gebot zu sein, alles, was vorher menschliche Musiker geleistet haben, durch synthetische Tonerzeuger zu ersetzen. Die Filmmusik jener Zeit ist oft schwer künstlich, meist mehr als der gute Geschmack erträgt. Zum Glück ist es bei „Soul Searchin‘“ nicht ganz so schlimm. Manch einer wird es auch nicht sogleich merken, jedoch schleicht sich nach einer Weile eine dezente Monotonie ein, wenn halt jeder Schlag auf die Snare, jeder „Wumms“ auf die Bass-Drum und alle abertausend Hi-Hat-Zischer exakt gleich sind – das könnte kein Mensch so akkurat hinbekommen.

Livin‘ Right

Der Opener ist das Aushängeschild eines jeden Albums. Manche Künstler gehen es eher ruhig an, um dann eine kräftige Steigerung hinzulegen (siehe „Son Of A Gun“ vom letzten Album der Woche), andere gehen sofort in die Vollen. Letzteres trifft auch hier zu, denn Glenn Frey startet gleich voll durch. Und was ist das für ein Vergnügen: Über den funkigen Rhythmus-Teppich setzen sich die funkelnden Bläser mit Akkorden, die Spannung erzeugen oder eisenharten Kicks (das Saxophon-Solo ist außerdem wirklich hörenswert), und dann der Gesang, der den Hörer mit viel Energie gleich in seinen Bann schlägt. Wow!

True Love

Der vielleicht romantischste Love-Song aller Zeiten, zumindest aus meiner Sicht. (Wenn er nur nicht so durch den Drum-Computer heruntergezogen würde, denn gerade der Anfang klingt echt heftig synthetisch…) Was genau mich hier so fasziniert, kann ich nicht beschreiben, es ist die gelungene Mischung aus schmachtender Rhythmusgruppe, den Soul-Bläsern, dem emotional aufgeladenen Gesang und dem gegen Ende angewandten Kunstgriff.

Der haut mich jedes Mal um: Dabei endet das eigentliche Stück schon, jeder erwartet beim ersten Hören die nächste Nummer, dann ertönt ein vorbereitender Schlag auf der Snare-Drum und schon sind wir wieder mitten drin. Das Saxophon soliert vor sich hin, der Gesang wirft kurze Phrasen ein, der Groove läuft noch einmal gute anderthalb Minuten weiter. Was für ein „Schmachtfetzen“, aber ich liebe es!

Workin‘ Man

Mein Lieblingsstück auf dem Album, ein amerikanischer Klassiker, das den „hart arbeitenden Mann wie dich und mich“ beschreibt. Der bodenständige Groove, die simple Song-Struktur, das hervorragende Gitarren-Solo, die – zumindest für mich gewährleistete – Authentizität, all das macht den Song zu einem mitreißenden Musikerlebnis.

Lustigerweise wurde auch eine zweite Version von diesem Song aufgenommen, die allen Ernstes im halben Tempo läuft. Ein Kumpel hatte sich von meinem Fieber anstecken lassen und sich die Single bestellt, darauf war diese langsamere Version enthalten, was ihn sehr enttäuschte – ich wünschte, ich hätte ihm das Schmuckstück abgekauft, denn seitdem (und das war zu Beginn der 1990er Jahre) habe ich diese eigenartige, aber dennoch coole Version nicht mehr zu Gehör bekommen. Schade! (Ich muss glatt mal bei Apple Music und YouTube auf die Suche gehen, vielleicht finde ich sie ja doch noch).

Fazit

Das Album stellt für mich einen ganz starken Trip auf meiner „Memory Lane“ dar, ein nostalgisch verklärtes Highlight, das andere vielleicht als fürchterlich sentimentalen Pop-Mist verdammen werden. Mir jedoch gefällt jedes Stück auf seine eigene Weise, die drei genannten Hits könnte ich gut und gern jeden Tag hören, für so gelungen halte ich sie. Bin schon gespannt, welches Feedback ich darauf bekomme…

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Zum Geburtstag ein Erfolgserlebnis

Mit dem gestrigen Lauf habe ich meine Gesamtleistung des Jahres 2016 übertroffen.

Mit dem gestrigen Lauf habe ich meine Gesamtleistung des Jahres 2016 übertroffen.

Gestern habe ich das Douglas Adams-Alter erreicht, natürlich bin ich morgens wieder gelaufen, doch erst heute früh habe ich meine Laufstatistik wieder aktualisiert. Dabei fiel mir auf, dass ich tatsächlich gestern schon meine komplette Vorjahresleistung übertroffen habe (zum Vergleich: hier). Und es kommen noch mehr als zwei Monate…

Es mag ein wenig verrückt klingen, doch wenn ich es in diesem Jahr auf 5.400 Kilometer bringe, habe ich in den beiden Jahren 2016 und 2017 zusammen 10.000 Kilometer geschafft. Das wäre doch ein hübscher Meilenstein!

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Der vierte Meilenstein 2017

Heute früh habe ich mit meinem üblichen Morgenlauf die Grenze von 4.000 gelaufenen Kilometern in diesem Kalenderjahr überschritten. In 258 Läufen mit einer Durchschnittsdistanz von 15,55 Kilometern sind laut meiner Apple Watch und der darauf laufenden Nike Running Club-App seit dem 1. Januar 2017 insgesamt 4.012,33 Kilometer zusammengekommen. Hui!

Meine übliche Statistik, die immer wieder ein paar Tage hinterher hinkt, sodass ich manchmal gar nicht merke, wie irgendein Meilenstein an mir vorbeizieht...

Meine übliche Statistik, die immer wieder ein paar Tage hinterher hinkt, sodass ich manchmal gar nicht merke, wie irgendein Meilenstein an mir vorbeizieht…

Eigentlich hatte ich mir die 4.000 als Jahresziel gesetzt. Aber ich denke mir keinesfalls: „Nun gut, dann kann ich ja aufhören…“ (Hehe, niemals!) Stattdessen habe ich mich darauf eingestellt, vielleicht die 5.200 Kilometer in diesem Jahr zu schaffen, das ergäbe dann einen Wochenschnitt von 100 Kilometern – ein faszinierender Gedanke. Und wenn ich mein bisheriges Laufpensum in groben Zügen beibehalten kann, werde ich theoretisch sogar mehr als diesen Wert erreichen, insofern gibt es sogar einen kleinen Puffer…

Rekorde an völlig unerwarteter Stelle

Am Mittwoch war es hier sehr windig, denn mein Namensvetter, das Sturmtief Sebastian fegte über Deutschland, auch und vor allem die Ostalb hinweg. Beim Laufen im Wald war das nicht zu übersehen, denn ständig musste ich über Zweige, Äste und „halbe Bäume“ springen (oder gleich im Bogen drum herum laufen). Und ich hatte Gegenwind, nicht durchweg, aber über einen guten Teil der Strecke. Entsprechend legte ich mich ins Zeug, um nicht gefühlt auf der Stelle kleben zu bleiben. Ohne es zu merken, legte ich dabei offensichtlich ein gutes Tempo vor, denn nach der Ankunft daheim ploppten einige Meldungen in der Nike Running Club-App auf:

Meine bisher schnellsten 10 Kilometer...

Meine bisher schnellsten 10 Kilometer…

...und meine schnellsten 5 Kilometer (die waren vermutlich Teil der vorher genannten 10 Kilometer, auch wenn es theoretisch separat möglich gewesen wäre)...

…und meine schnellsten 5 Kilometer (die waren vermutlich Teil der vorher genannten 10 Kilometer, auch wenn es theoretisch separat möglich gewesen wäre)…

...und – das hat mich wirklich umgehauen: mein schnellster Kilometer. Vorher lag der Wert bei 4:40 Minuten/Kilometer, jetzt ist er um 15 Sekunden gesunken.

…und – das hat mich wirklich umgehauen: mein schnellster Kilometer. Vorher lag der Wert bei 4:40 Minuten/Kilometer, jetzt ist er um 15 Sekunden gesunken.

Das beweist natürlich nur eines: Gegenwind fühlt sich blöd an, er kann aber auch zu erstaunlichen Leistungen führen. Insgesamt war der Lauf wirklich flink und aufregend, im Gegensatz zu sonst (Hörbücher) habe ich Musik gehört, was sicherlich durch die erhöhte Regelmäßigkeit der Schritte zu einer höheren Effizienz führte.

Juhu! Das Tempo über die Strecke hat mich selbst mehr als nur ein bisschen überrascht!

Juhu! Das Tempo über die Strecke hat mich selbst mehr als nur ein bisschen überrascht!

Schwimmen

In der letzten Zeit habe ich mich etwas intensiver mit dem Schwimmen angefreundet. Ich hasse es nach wie vor, wenn mir Wasser ins Ohr läuft, weshalb ich nicht kraule (obwohl ich als ehemaliger Vereinsschwimmer schon weiß, wie das geht). Bei Decathlon habe ich mir eine billige (unter 10€) Schwimmbrille und ein klein zusammenrollbares Microfaser-Handtuch gekauft. Das packe ich (nebst der Badehose, ts ts ts, was ihr schon wieder denkt!) ein, wenn ich weiß, dass mein Stundenplan ein Loch hat. Von meiner in der Nähe der Aalener Innenstadt gelegenen Schule zum Bad bin ich mit dem Rad in knapp vier oder fünf Minuten gelangt, das Ticket zu lösen und das Umziehen dauern zusammen fünf Minuten, dann geht’s ab ins Wasser und 1,5-2 Kilometer später wieder raus und zurück in den Unterricht.

Am ohnehin rekordträchtigen Mittwoch bin ich nach dem Unterricht ins Hallenbad geradelt, also ohne wirklichen Zeitdruck, um zwei Kilometer zu schwimmen. Irgendwann kurz vor Ende habe ich mich verzählt, sodass ein paar Meter mehr draus wurden. Aber ich bin sehr zufrieden, denn das schont Füße, Knie und Wirbelsäule – so ein Ausgleich ist bei dem vielen Gerenne schon sinnvoll.

Mit der selbstverständlich wasserdichten Apple Watch habe ich mein Schwimmtraining verfolgt. Ich bin noch sehr langsam, aber es macht Spaß und bietet einen Ausgleich zu meinen sonstigen Aktivitäten.

Mit der selbstverständlich wasserdichten Apple Watch habe ich mein Schwimmtraining verfolgt. Ich bin noch sehr langsam, aber es macht Spaß und bietet einen Ausgleich zu meinen sonstigen Aktivitäten.

Danach war ich dann so platt, dass ich abends noch während der ersten MacGyver-Folge lediglich von einem Sekundenschlaf zum nächsten vegetierte. Als mein Kopf das Kopfkissen dann schlussendlich berührte, dauerte es höchstens noch ein paar Sekunden, bis ich komplett „aus“ war.

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Solera (mal wieder) im Stephen King-Fieber

Damit ging's wieder los...

Damit ging’s wieder los…

In den letzten Wochen (eigentlich sind es schon mehrere Monate) habe ich mehrere Romane und Kurzgeschichten (auch Sammlungen von Kurzgeschichten) von Stephen King gelesen und gehört. Zum Teil handelte es sich dabei um mir bereits bekannte Hörbücher, die ich in den letzten Jahren schon gelesen, dann gehört und zum Teil sogar in diesem Blog rezensiert hatte. Wieso hörte ich die Geschichten also noch einmal, wenn es doch so vielen neuen (Lese-/Hör-) Stoff auf der Welt zu entdecken gibt?

On Writing

Die Antwort ist einfach, und ich habe sie mit dem Bild oben auch schon verraten: An erster Stelle stand das teils autobiographische, teils anleitende Werk „On Writing. A Memoir of the Craft.“ In diesem höchst interessanten und auch noch vom Autor selbst gelesenen Abriss über seine eigene Biographie (vor allem im Bezug auf die ihn hinsichtlich der Schriftstellerei prägenden Ereignisse) und diverse schreibstellerische Fertigkeiten touchiert er natürlich immer wieder eigene Werke, beschreibt die Umstände ihrer Entstehung, weist auf Besonderheiten hin, erläutert die Probleme, die er beim Schreiben mit dem jeweiligen Werk hatte, und was ihn da wieder herausgebracht hat. All das war so faszinierend, so unprätentiös und gleichzeitig anregend, dass ich mir die Werke gleich wieder anhören musste, zumindest so ich ihre Hörbücher schon besaß. Und dann hörte ich mir „On Writing“ gleich noch einmal an – aktuell bin ich tatsächlich im dritten Durchgang, den ich beispielsweise zum Kochen laufen lasse.

Gedruckt vs. Hörbuch

Huch! Ein „analoges“ Buch in meinem Haushalt... (Spaß beiseite, da gibt's noch ein paar Schränke voll...)

Huch! Ein „analoges“ Buch in meinem Haushalt… (Spaß beiseite, da gibt’s noch ein paar Schränke voll…)

Das Buch hatte ich in der deutschen Übersetzung schon vor fast zehn Jahren einmal gelesen. Es hatte mir auch schon gefallen, doch in der Hörbuch-Fassung, die vom „Meister“ selbst gelesen wurde, wirkt alles stringenter und authentischer. Gerade weil alle Betonungen „genau so“ gewollt sind, weil der Tonfall „genau dem“ entspricht, was der Autor beim Tippen im Sinn hatte. Fantastisch! Jedem, der auch nur ein mäßiges Englisch beherrscht, sei dieses Hörbuch im Original ans Herz gelegt. Es ist gerade heraus, offen und ehrlich, man (besser: ich) möchte einfach lauschen und merkt überhaupt nicht, wie die Zeit vergeht, während eine überaus faszinierende Geschichte um einen herum ausgebreitet wird.

Welche SK-Romane bzw. -Geschichten habe ich mir also angehört?

Da kam schon so einiges zusammen, was sich aber beim Laufen gut unterbringen ließ (außerdem entspannt mich das, wenn ich bereits vertraute Geschichten beim Laufen höre, dann muss ich mich nicht auf jedes einzelne Wort konzentrieren):

  • „Todesmarsch“ (insgesamt schon das dritte Mal)
  • „Carrie“ (das Erstlingswerk, mit dem er seinen Durchbruch schaffte)
  • „Der Fluch“ („Thinner“, davon gibt es auch eine recht gut Verfilmung)
  • „Rita Hayworth and the Shawshank Redemption“ (kennt man im Deutschen als „Die Verurteilten“, gleich zweimal auf Englisch, früher schon fünf oder sechs Mal in der deutschen Fassung gehört)
  • „Glas“ (der vierte Teil der „Dunkler Turm“-Reihe)
  • „Dreamcatcher“ (deutsch: „Duddits“ – die Verfilmung ist gut, aber man versteht sie nur, wenn man das Buch kennt, sonst ist es ein gänzlich überzogener Horror-Science Fiction-Müll)
  • „Basar der bösen Träume“ (die ersten paar Kurzgeschichten hatte ich schon mehrfach gehört, aber dieses Mal habe ich ganz bereitwillig bis zum Schluss alles in mich aufgesogen)

Parallel dazu lese ich mich gerade durch die Kurzgeschichten-Sammlung „Skeleton Crew“ (auf Deutsch, aber der Titel der deutschen Fassung lautet „Blut“, was irgendwie so gar nicht passt…), in der gleich zu Beginn „Der Nebel“ steht (wurde verfilmt). Danach kommen „Cujo“ und „Tommyknockers“ dran. Danach muss ich wieder in die „Dunkle Turm“-Welt eintauchen, sonst gehen mir die Anknüpfungspunkte am Ende noch verloren. Hach, der Mann hat einfach zu viele gute Bücher geschrieben!

Fazit

Ich habe nicht die Absicht, Schriftsteller zu werden. Aber der kreative Prozess, den ich im musikalischen Bereich ja immer wieder einsetze, fasziniert mich unglaublich. Und wenn etwas meine Aufmerksamkeit so fesselt, dann packt mich diese Sache meist mit Haut und Haaren. So ist es hier ganz offensichtlich passiert. Und es fühlt sich gut an, nicht nur als schönes Gegengewicht zum Arbeitsalltag.

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Song des Tages (353) – 2017-08-31

Jeden Tag empfehle ich einen Song als den „Song des Tages“. An der einen oder anderen Stelle habe ich es ja schon einmal erwähnt, dass ich in San Francisco geboren wurde. Dafür kann ich nichts, es hat – bis auf eine kurze Phase in der Grundschule, in der ich allen Leuten genau das auf die Nase binden musste (und damit fürchterlich genervt habe) – erstaunlich wenig Einfluss auf mein Leben gehabt, denn der Geburtsort ist nun einmal eine weitgehend vom restlichen Lebensweg entkoppelte Angelegenheit. Dennoch handelt es sich bei San Francisco um eine wundervolle Stadt. Meiner Meinung nach liegt das vor allem daran, dass es eine zumindest teilweise unamerikanische Stadt ist, die aufgrund ihrer Lage schon immer einen stark multikulturellen Anstrich hatte, der sich als so belebend erwiesen hat, dass die Einwohner bis heute auf ihre eigene Art daran festhalten.

Bereits am 16. Oktober 2016 hatte ich einen Song über San Francisco hier als Song des Tages aufgeführt, damals war es der einzigartige Tony Bennett mit „I Left My Heart In San Francisco“, heute ist es das vermutlich bekannteste Stück aller Zeiten über diese Stadt und den sog. Summer of Love. Vor fast exakt fünf Jahren, am 18. August 2012, verstarb Scott McKenzie, dessen Stück mein Herz jedes einzelne Mal höher schlagen lässt, wenn nur die ersten paar Takte erklingen: „San Francisco (Be Sure To Wear Some Flowers In Your Hair)“:

Vor etwas mehr als einem Jahr ging ein von allen sehr geschätzter Kollege von meiner Aalener Schule in den Ruhestand. Er wünschte sich zum Abschied dieses Stück, gleichzeitig wollte er sich nicht vom gesamten Kollegium ein Ständchen singen lassen, vermutlich fürchtete er, nicht mehr ganz Herr seiner Emotionen bleiben zu können. Also „entführte“ ich ihn kurzerhand in meinen Musikraum, setzte mich ans Klavier, drückte ihm die Noten in die Hand – und wir sangen dieses Stück als Duett, nur für uns. Das war wirklich schön.

Alle Songs in meiner freigegebenen Apple Music-Playlist.

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Song des Tages (349) – 2017-08-27

Jeden Tag empfehle ich einen Song als den „Song des Tages“. Fernsehserien haben oft ja einen gewissen Kultstatus, den man auch als „Nicht-Gläubiger“ meist mitbekommt, selbst wenn man von der Serie so gut wie nichts weiß. In meinem Fall verhält es sich so mit der Serie Akte X : Meine Schwester war zumindest in ihrer Jugend eine Zeit lang ein riesiger Fan und kennt vermutlich noch immer jede einzelne Folge, ich dagegen habe bislang nur den ersten Kinofilm (und mag ihn im Gegensatz zu vielen anderen) und den zweiten (den ich allerdings nie wieder ansehen muss) sowie die ersten zwei Folgen angesehen. Das war’s auch schon.

Die Serie interessiert mich als Science Fiction-Fan (ich weiß schon, Akte X ist eher Mystery, dennoch gibt es wohl immer wieder Berührungspunkte) aber, also habe ich mir letztes Jahr die komplette Serie als DVD-Pack gekauft (und meiner Schwester ebenfalls zu ihrem Geburtstag geschenkt, damit sie wieder in nostalgische Gefilde eintauchen kann, sollte es mal nötig sein…). Nur mit dem Angucken hat es bis heute nicht so recht geklappt (eben nur die ersten zwei Folgen).

Das musikalische Aushängeschild der Serie, der zu Beginn der Folgen abgespielte Theme-Song (na ja, hier eher ein Instrumentalstück) ist mir sehr gut vertraut und somit zum heutigen Song des Tages avanciert:

Da stimmt einfach alles: Die ausgewählten Sounds klingen geheimnisvoll und mysteriös, das Thema bleibt zwar im Ohr, ist aber trotzdem irgendwie schwer greifbar. Gelungener kann man den Start in eine weitere Episode einer Science Fiction-/Mystery-Serie nicht gestalten.

Alle Songs in meiner freigegebenen Apple Music-Playlist.

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Song des Tages (348) – 2017-08-26

Jeden Tag empfehle ich einen Song als den „Song des Tages“. Heute ist mal wieder Klassiker-Zeit, aber nicht im Sinne klassischer Musik sondern im Sinne zeitloser Klassiker der Popmusik. Santana war bereits zweimal in dieser illustren Runde mit — ebenfalls zeitlosen —Klassikern vertreten, der heutige Song des Tages ist das womöglich bekannteste Stück des Superstars: „Oye Como Va“:

Als ich noch als Instrumentallehrer tätig war, spielte ich mit einigen fortgeschrittenen Schülern eine recht gelungene Play along-Fassung dieses einmaligen Stücks. Und jedes einzelne Mal dachte ich mir: „Hach, und gleich noch ein paar Durchgänge — nur für mich!“

Alle Songs in meiner freigegebenen Apple Music-Playlist.

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