Archiv der Kategorie: Vergangenheit

Album der Woche – Episode 8 – 2017-11-05

Jede Woche präsentiere ich ein Album, das mir persönlich gut gefällt. Im Vorfeld höre ich es noch einmal (oder häufiger) durch und bemühe mich dann, es allen Interessierten „schmackhaft“ zu machen.

Savatage: „Hall of the Mountain King“

Eines der besten Metal-Alben aller Zeiten, hier passt einfach alles!

Eines der besten Metal-Alben aller Zeiten, hier passt einfach alles!

1987 erschien mit „Hall of the Mountain King“ das fünfte Album der Power-Metal-Band Savatage. In einer Auflistung irgendeiner Heavy Metal-Zeitschrift, vermutlich war es der Metal Hammer, den ich mir als Vierzehn-/Fünfzehnjähriger gelegentlich kaufte, landete das Album unter den bedeutendsten Alben der 1980er Jahre. Mein Interesse war geweckt, also kaufte ich mir die CD. Ein Kauf, den ich nie bereute, denn dieses Album ist dermaßen fantastisch, dass ich mich schlicht nie daran satt höre.

Meine Begeisterung rührt vor allem von der stimmigen und kompakten Atmosphäre her, bei der die Titel und Texte der Songs, der Sound des gesamten Albums und die Gestaltung des Covers perfekt ineinander greifen und sich zu einem Ganzen verbinden.

Die Songs:

In der 2011 neu aufgelegten Version des Albums gibt es noch zwei Bonustracks, daher kommt das Album mit den 12 Songs mit 48 Minuten auf etwas mehr Spielzeit als im Original (10 Songs, ca. 40 Minuten). Da wirklich alle Songs empfehlenswert sind, möchte ich euer Augenmerk heute nur auf ein Song-Gespann richten, das es dafür absolut in sich hat…

Prelude To Madness

Nach einer kurzen Synthesizer- und E-Gitarren-Einleitung beginnt ein Stück, das vermutlich allen Hörern schon einmal begegnet ist, denn es handelt sich um „In der Halle des Bergkönigs“ aus der von Edvard Grieg komponierten Bühnenmusik zu „Peer Gynt“ von Henrik Ibsen. Es entwickelt sich aber ein spektakulärer „Battle“ zwischen der bekannten (Instrumental-)Musik (hier vom Synthesizer) und der E-Gitarre, die darüber und dagegen ein markantes (und mit äußerst flinken Fingern ausgeführtes) Gitarren-Solo hinlegt. Das klingt jetzt möglicherweise nicht allzu faszinierend, ist aber ein spektakuläres Hörerlebnis.

Hall of the Mountain King

Der Titeltrack geht direkt aus dem „Prelude To Madness“ hervor und setzt mit einem äußerst charismatischen Riff auf der E-Gitarre ein. Die düster-bedrohliche Atmosphäre, die schon auf dem Album-Cover gezeigt wird, findet hier ihr perfektes musikalisches Pendant. Insgesamt dominieren Gesang und E-Gitarre das musikalische Geschehen – kein Wunder, wurden doch beide von den Oliva-Brüdern, die bis zum Tod von Criss, dem Gitarristen, den harten Kern der Band bildeten, ausgeführt. Gerade in der Kombination mit dem „Vorspiel“ ist das wirklich der Höhepunkt des Albums.

Fazit

Nach dem unerwarteten und verfrühten Unfalltod von Criss Oliva im Herbst 1993 büßte Savatage sein wichtigstes Markenzeichen, den unnachahmlichen Gitarren-Sound und die wieselflinken Finger, ein, die bis zum Album „Edge of Thorns“ (ebenfalls ein heißer Anwärter auf einen Platz in dieser Blog-Sparte) jede Veröffentlichung maßgeblich geprägt hatte. Die folgenden Alben kenne ich bislang nicht, denn Savatage ist für mich immer die Band der Oliva-Brüder gewesen. Irgendwann wage ich mich mal daran, die neueren Sachen zu hören. 2007 hat sich die Band aufgelöst – insofern kommt da auch nichts mehr nach.

Wer aber in die glorreichen Glanzzeiten dieser einmaligen Band eintauchen will, ist mit „Hall of the Mountain King“ definitiv an einem ziemlich perfekten Punkt in der Geschichte der Band. Für alle, die danach auf den Geschmack gekommen sind, empfehle ich die drei Nachfolger-Alben: „Streets – A Rock Opera“, „Gutter Ballet“ und „Edge of Thorns“. Mit keinem dieser musikalischen Juwelen kann man etwas falsch machen.

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Album der Woche – Episode 7 – 2017-10-29

Jede Woche präsentiere ich ein Album, das mir persönlich gut gefällt. Im Vorfeld höre ich es noch einmal (oder häufiger) durch und bemühe mich dann, es allen Interessierten „schmackhaft“ zu machen.

Glenn Frey: „Soul Searchin’“

Soul Searchin‘ – ein nostalgischer Trip in Soleras Jugend...

Soul Searchin‘ – ein nostalgischer Trip in Soleras Jugend…

1988 erschien das Album „Soul Searchin‘“ von Glenn Frey. Den Musiker kannte ich über den wirklich starken Song „The Heat Is On“, der gleich zu Beginn des ersten Beverly Hills Cop-Films eingesetzt wurde. Meine Brüder und ich hörten die Single rauf und runter, doch ich hatte als knapp Dreizehnjähriger noch keinen blassen Schimmer, was der gute Glenn Frey musikalisch noch so alles zu bieten hatte.

Erkannt habe ich das nur durch Zufall, denn damals lebten in Estenfeld, meinem Heimatort nahe Würzburg, viele der in Würzburg stationierten amerikanischen Soldaten. Hin und wieder kamen sie mit ihren American Footballs auf den Schulplatz, um sich ein paar Minuten lang diese komischen Leder-Eier zuzuwerfen. Selbstverständlich waren wir als Kids völlig hin und weg und mussten unbedingt mitspielen. Schließlich ließen wir uns auch ein paar echte (und tatsächlich qualitativ hochwertige) Footballs besorgen, meiner liegt sicher noch im Haus meiner Eltern herum.

Einmal brachte uns einer der GIs diese unscheinbare CD mit, die wir ausleihen durften: Es handelte sich um das heutige Album der Woche. Binnen weniger Minuten war ich völlig angefixt und kaufte mir alsbald selbst die CD – sie steht bis heute im CD-Regal (auch wenn ich schon seit Jahren nur noch digitalisierte Musik höre).

Die Songs:

Die zehn Songs füllen insgesamt 47 Minuten Spielzeit, damit ist der Durchschnitt etwas länger als für typische Popmusik-Stücke. Wirkliche Schwächen gibt es nicht, auch wenn die letzten beiden Songs deutlich seichteres Pop-Gesülze sind, als ich es mir normalerweise anhören würde. Dafür sind die drei ausgewählten Favoriten (siehe unten) absolute Knaller.

Für mich als studierten Musiker gibt es einen echten Kritikpunkt am gesamten Album: Die Verwendung des Drumcomputers. Ich kann mir diesen absoluten Faux-Pas nur auf eine einzige Weise erklären, nämlich mit der Technikverliebtheit der 1980er Jahre, denn da schien es das oberste Gebot zu sein, alles, was vorher menschliche Musiker geleistet haben, durch synthetische Tonerzeuger zu ersetzen. Die Filmmusik jener Zeit ist oft schwer künstlich, meist mehr als der gute Geschmack erträgt. Zum Glück ist es bei „Soul Searchin‘“ nicht ganz so schlimm. Manch einer wird es auch nicht sogleich merken, jedoch schleicht sich nach einer Weile eine dezente Monotonie ein, wenn halt jeder Schlag auf die Snare, jeder „Wumms“ auf die Bass-Drum und alle abertausend Hi-Hat-Zischer exakt gleich sind – das könnte kein Mensch so akkurat hinbekommen.

Livin‘ Right

Der Opener ist das Aushängeschild eines jeden Albums. Manche Künstler gehen es eher ruhig an, um dann eine kräftige Steigerung hinzulegen (siehe „Son Of A Gun“ vom letzten Album der Woche), andere gehen sofort in die Vollen. Letzteres trifft auch hier zu, denn Glenn Frey startet gleich voll durch. Und was ist das für ein Vergnügen: Über den funkigen Rhythmus-Teppich setzen sich die funkelnden Bläser mit Akkorden, die Spannung erzeugen oder eisenharten Kicks (das Saxophon-Solo ist außerdem wirklich hörenswert), und dann der Gesang, der den Hörer mit viel Energie gleich in seinen Bann schlägt. Wow!

True Love

Der vielleicht romantischste Love-Song aller Zeiten, zumindest aus meiner Sicht. (Wenn er nur nicht so durch den Drum-Computer heruntergezogen würde, denn gerade der Anfang klingt echt heftig synthetisch…) Was genau mich hier so fasziniert, kann ich nicht beschreiben, es ist die gelungene Mischung aus schmachtender Rhythmusgruppe, den Soul-Bläsern, dem emotional aufgeladenen Gesang und dem gegen Ende angewandten Kunstgriff.

Der haut mich jedes Mal um: Dabei endet das eigentliche Stück schon, jeder erwartet beim ersten Hören die nächste Nummer, dann ertönt ein vorbereitender Schlag auf der Snare-Drum und schon sind wir wieder mitten drin. Das Saxophon soliert vor sich hin, der Gesang wirft kurze Phrasen ein, der Groove läuft noch einmal gute anderthalb Minuten weiter. Was für ein „Schmachtfetzen“, aber ich liebe es!

Workin‘ Man

Mein Lieblingsstück auf dem Album, ein amerikanischer Klassiker, das den „hart arbeitenden Mann wie dich und mich“ beschreibt. Der bodenständige Groove, die simple Song-Struktur, das hervorragende Gitarren-Solo, die – zumindest für mich gewährleistete – Authentizität, all das macht den Song zu einem mitreißenden Musikerlebnis.

Lustigerweise wurde auch eine zweite Version von diesem Song aufgenommen, die allen Ernstes im halben Tempo läuft. Ein Kumpel hatte sich von meinem Fieber anstecken lassen und sich die Single bestellt, darauf war diese langsamere Version enthalten, was ihn sehr enttäuschte – ich wünschte, ich hätte ihm das Schmuckstück abgekauft, denn seitdem (und das war zu Beginn der 1990er Jahre) habe ich diese eigenartige, aber dennoch coole Version nicht mehr zu Gehör bekommen. Schade! (Ich muss glatt mal bei Apple Music und YouTube auf die Suche gehen, vielleicht finde ich sie ja doch noch).

Fazit

Das Album stellt für mich einen ganz starken Trip auf meiner „Memory Lane“ dar, ein nostalgisch verklärtes Highlight, das andere vielleicht als fürchterlich sentimentalen Pop-Mist verdammen werden. Mir jedoch gefällt jedes Stück auf seine eigene Weise, die drei genannten Hits könnte ich gut und gern jeden Tag hören, für so gelungen halte ich sie. Bin schon gespannt, welches Feedback ich darauf bekomme…

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Album der Woche – Episode 6 – 2017-10-23

Jede Woche präsentiere ich ein Album, das mir persönlich gut gefällt. Im Vorfeld höre ich es noch einmal (oder häufiger) durch und bemühe mich dann, es allen Interessierten „schmackhaft“ zu machen.

Wieder einmal bin ich etwas spät dran, denn eigentlich wollte ich diesen Beitrag spätestens bis gestern Mittag online haben. Doch die Vorbereitungen für das Konzert gestern (eine erste Kritik findet sich hier, ich bin sogar im Foto als zweiter „Koch“ von links zu sehen) nahmen einfach zu viel Zeit in Anspruch. Ich gelobe Besserung!

Bruce Dickinson: „Tattooed Millionaire“

Eingängiger, witziger, verspielter und doch sehr geradliniger Hard Rock, ein fantastisches Album – kann ich mir immer und immer wieder anhören.

Eingängiger, witziger, verspielter und doch sehr geradliniger Hard Rock, ein fantastisches Album – kann ich mir immer und immer wieder anhören.

Das 1990 erschienene Album „Tattooed Millionaire“ von Bruce Dickinson war eigentlich nur als kurzfristiges Nebenprojekt gedacht, das dem Iron Maiden-Sänger die Möglichkeit bot, nach etlichen Jahren mit der immer gleichen Band, die nun einmal einen klar definierten Stil besitzt, andere musikalische Facetten an sich selbst auszuprobieren.

Zuerst entstand nur ein einzelner Song, der als Soundtrack zu einem Horror-Film in Auftrag gegeben war. Kaum war dieser fertig, schon bot die Plattenfirma dem Sänger einen eigenen Plattenvertrag an, den er ohne großes Zögern annahm. Gemeinsam mit Janick Gers, der bereits den ersten Song gemeinsam mit ihm geschrieben hatte, entstand auch das restliche Album (mit Ausnahme eines von David Bowie gecoverten Songs).

Ich erinnere mich noch, dass das Album bei seinem Erscheinen einigen Wirbel verursachte, denn viele Iron Maiden-Fans erwarteten von Bruce Dickinson eher Songs im Stil der Heavy Metal-Boliden. Doch diese enthielt das Album nun einmal nicht, was für viel Enttäuschung sorgte. Andere Fans dagegen – zu dieser Fraktion gehöre ich ganz eindeutig – freuten sich, dass der Sänger auf diese Weise neues musikalisches Terrain eroberte.

Die Songs:

Wie so oft fällt es mir schwer, die besten Songs des Albums auszuwählen, da sie alle hörenswert sind. Meine persönlichen Highlights möchte ich dennoch individuell hervorheben:

Son Of A Gun

Melancholisch, fast schon bedächtig beginnt mit diesem Song das Album, um dann aber immer kraftvoller zu werden und die für einen guten Opener unabdingbare mitreißende Qualität zu entwickeln. Bereits die ersten Worte des Liedtextes werden mit fesselnder Intensität gesungen, am Ende der einleitenden Strophe ist Bruce Dickinson bereits bei maximalem Energie-Output angekommen – und das lässt bis zum Schluss nicht mehr nach. Wahnsinn!

Tattooed Millionaire

Der Titelsong des Albums ist eine der ganz eingängigen Mitsing-Hymnen des Albums, zumindest was den Refrain angeht. Aber auch davon abgesehen steckt einiges drin: Der Groove ist superb, der Text macht sich in perfekter Underdog-Manier über das gekünstelte Gehabe reicher Menschen her, das Gitarrensolo und der Break davor (kommt auch am Schluss noch einmal vor) ist einfach vom Feinsten. Den Song kann man gar nicht oft genug hören – von daher ist es auch kein Wunder, dass er es einmal zum Song des Tages brachte.

Hell On Wheels

Über diesen Song habe ich vor einiger Zeit schon einmal geschrieben (hier), er ist gleichzeitig ein schamloser wie auch ein demütiger AC/DC-„Rip-Off“. Hört man sich diesen Song parallel zu Songs wie „Highway To Hell“ oder „Back in Black“ an, bemerkt man gleich die mehr als nur zufälligen Ähnlichkeiten. Doch vermute ich weniger Ideenlosigkeit, vielmehr scheint es eine ernstgemeinte Hommage an musikalische Mitstreiter und Wegbegleiter zu sein. Und (am wichtigsten) es macht einfach nur tierisch Spaß, sich diesen Song anzuhören, schließlich gehört er zu den wenigen Songs, bei denen ich meine früher ach so langen Haare gelegentlich vermisse…

Gypsy Road

Wie sähe unser Leben aus, wenn wir als „Zigeuner“ (das ist nun einmal die Übersetzung von „gypsy“) geboren wären? Der Song versucht auf sowohl textlich wie auch musikalisch sehr eindringliche Weise, diesen Gedanken umzusetzen – mit einigem Erfolg, zumindest aus der Perspektive, dass dabei ein genialer Rock-Song entstanden ist. Wieder einmal zieht Bruce Dickinsons intensive Stimme den Hörer binnen kurzer Zeit in ihren Bann, der Text fließt dahin, die Band untermalt dieses Zusammenspiel gelungen – ganz klar einer der Höhepunkte des Albums.

Fazit

Bedenkt man die Umstände der Entstehung des Albums, dann kann man sich eigentlich nur wünschen, dass noch mehr etablierte Sänger von Heavy Metal-Bands sich aufmachen, um auch ein paar Solo-Alben auf den Markt zu bringen. Die Freude am Experiment, die Frische der Musik, die Unverbrauchtheit des Materials, alles an dieser Sammlung von Songs ist gelungen (auch wenn ich nicht auf jeden Song hier eingegangen bin).

Dieses Album höre ich nun seit mehr als einem Jahr immer wieder, die Songs sind dermaßen stark, dass sie nie langweilig werden – selbst wenn man jede Textzeile „im Schlaf“ mitsingen könnte (eine mehr als eigenartige Redewendung). Ich finde es beinahe schade, dass die folgenden Solo-Alben allesamt deutlich härter – also näher am Heavy Metal denn am Hard Rock – ausgefallen sind, denn dieser musikalische Stil läge mir mehr. Doch auch dort finden sich einige Juwelen, insofern steht es mir nicht zu, hier herumzujammern.

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Solera (mal wieder) im Stephen King-Fieber

Damit ging's wieder los...

Damit ging’s wieder los…

In den letzten Wochen (eigentlich sind es schon mehrere Monate) habe ich mehrere Romane und Kurzgeschichten (auch Sammlungen von Kurzgeschichten) von Stephen King gelesen und gehört. Zum Teil handelte es sich dabei um mir bereits bekannte Hörbücher, die ich in den letzten Jahren schon gelesen, dann gehört und zum Teil sogar in diesem Blog rezensiert hatte. Wieso hörte ich die Geschichten also noch einmal, wenn es doch so vielen neuen (Lese-/Hör-) Stoff auf der Welt zu entdecken gibt?

On Writing

Die Antwort ist einfach, und ich habe sie mit dem Bild oben auch schon verraten: An erster Stelle stand das teils autobiographische, teils anleitende Werk „On Writing. A Memoir of the Craft.“ In diesem höchst interessanten und auch noch vom Autor selbst gelesenen Abriss über seine eigene Biographie (vor allem im Bezug auf die ihn hinsichtlich der Schriftstellerei prägenden Ereignisse) und diverse schreibstellerische Fertigkeiten touchiert er natürlich immer wieder eigene Werke, beschreibt die Umstände ihrer Entstehung, weist auf Besonderheiten hin, erläutert die Probleme, die er beim Schreiben mit dem jeweiligen Werk hatte, und was ihn da wieder herausgebracht hat. All das war so faszinierend, so unprätentiös und gleichzeitig anregend, dass ich mir die Werke gleich wieder anhören musste, zumindest so ich ihre Hörbücher schon besaß. Und dann hörte ich mir „On Writing“ gleich noch einmal an – aktuell bin ich tatsächlich im dritten Durchgang, den ich beispielsweise zum Kochen laufen lasse.

Gedruckt vs. Hörbuch

Huch! Ein „analoges“ Buch in meinem Haushalt... (Spaß beiseite, da gibt's noch ein paar Schränke voll...)

Huch! Ein „analoges“ Buch in meinem Haushalt… (Spaß beiseite, da gibt’s noch ein paar Schränke voll…)

Das Buch hatte ich in der deutschen Übersetzung schon vor fast zehn Jahren einmal gelesen. Es hatte mir auch schon gefallen, doch in der Hörbuch-Fassung, die vom „Meister“ selbst gelesen wurde, wirkt alles stringenter und authentischer. Gerade weil alle Betonungen „genau so“ gewollt sind, weil der Tonfall „genau dem“ entspricht, was der Autor beim Tippen im Sinn hatte. Fantastisch! Jedem, der auch nur ein mäßiges Englisch beherrscht, sei dieses Hörbuch im Original ans Herz gelegt. Es ist gerade heraus, offen und ehrlich, man (besser: ich) möchte einfach lauschen und merkt überhaupt nicht, wie die Zeit vergeht, während eine überaus faszinierende Geschichte um einen herum ausgebreitet wird.

Welche SK-Romane bzw. -Geschichten habe ich mir also angehört?

Da kam schon so einiges zusammen, was sich aber beim Laufen gut unterbringen ließ (außerdem entspannt mich das, wenn ich bereits vertraute Geschichten beim Laufen höre, dann muss ich mich nicht auf jedes einzelne Wort konzentrieren):

  • „Todesmarsch“ (insgesamt schon das dritte Mal)
  • „Carrie“ (das Erstlingswerk, mit dem er seinen Durchbruch schaffte)
  • „Der Fluch“ („Thinner“, davon gibt es auch eine recht gut Verfilmung)
  • „Rita Hayworth and the Shawshank Redemption“ (kennt man im Deutschen als „Die Verurteilten“, gleich zweimal auf Englisch, früher schon fünf oder sechs Mal in der deutschen Fassung gehört)
  • „Glas“ (der vierte Teil der „Dunkler Turm“-Reihe)
  • „Dreamcatcher“ (deutsch: „Duddits“ – die Verfilmung ist gut, aber man versteht sie nur, wenn man das Buch kennt, sonst ist es ein gänzlich überzogener Horror-Science Fiction-Müll)
  • „Basar der bösen Träume“ (die ersten paar Kurzgeschichten hatte ich schon mehrfach gehört, aber dieses Mal habe ich ganz bereitwillig bis zum Schluss alles in mich aufgesogen)

Parallel dazu lese ich mich gerade durch die Kurzgeschichten-Sammlung „Skeleton Crew“ (auf Deutsch, aber der Titel der deutschen Fassung lautet „Blut“, was irgendwie so gar nicht passt…), in der gleich zu Beginn „Der Nebel“ steht (wurde verfilmt). Danach kommen „Cujo“ und „Tommyknockers“ dran. Danach muss ich wieder in die „Dunkle Turm“-Welt eintauchen, sonst gehen mir die Anknüpfungspunkte am Ende noch verloren. Hach, der Mann hat einfach zu viele gute Bücher geschrieben!

Fazit

Ich habe nicht die Absicht, Schriftsteller zu werden. Aber der kreative Prozess, den ich im musikalischen Bereich ja immer wieder einsetze, fasziniert mich unglaublich. Und wenn etwas meine Aufmerksamkeit so fesselt, dann packt mich diese Sache meist mit Haut und Haaren. So ist es hier ganz offensichtlich passiert. Und es fühlt sich gut an, nicht nur als schönes Gegengewicht zum Arbeitsalltag.

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Podcast-Empfehlung: „Sparkletack“

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„Sparkletack – The San Francisco History Podcast“ von Richard Miller – ein absolutes Muss für alle Fans dieser einmaligen Stadt!

Vor ein paar Jahren entdeckte ich über eine Empfehlung in einer Zeitschrift oder einem Buch den Podcast „Sparkletack“. Der Titel ist ein reines Fantasiewort, denn sparkle heißt so viel wie „glitzern, leuchten“, und tack ist eine „Reißzwecke“. Mit dem Thema des Podcasts hat beides nichts zu tun, denn dieser Podcast hat nur ein zentrales Thema: Die Stadt San Francisco.

Da ich dort geboren bin und es sich gleichzeitig um die schönste Stadt der Welt handelt, existiert tief in mir ein profundes Interesse an der Stadt. Ich war auch schon einige Male dort, allerdings lange nicht so oft, wie ich es gerne hätte – doch Fliegen ist teuer und äußerst unökologisch, zwei aus meiner Sicht starke Faktoren, die gegen allzu häufige Besuche sprechen.

Richard Miller

Die Podcast-Serie wurde ins Leben gerufen und komplett produziert von Richard Miller, einem Ex-Bewohner von San Francisco, den sein Beruf bereits vor acht Jahren weiter in den Norden, nach Portland in Oregon, verfrachtet hat. Aus seiner Liebe zu dieser Perle aller Städte erwuchs eine wundervolle Sammlung von Episoden, die San Francisco aus den unterschiedlichsten Sichtweisen portraitieren.

Worum geht’s?

Die ca. 100 Episoden behandeln so vielseitige Themen wie:

  • Eigenheiten des Essens und Trinkens in San Francisco
  • Sehenswürdigkeiten, die entweder jeder oder aber keiner kennt
  • Die Geschichte der Stadt
  • Historische Persönlichkeiten von Interesse

Jede Folge ist liebevoll recherchiert und eingesprochen worden – hört man sie der Reihe nach durch, merkt man, wie Richard Miller von Episode zu Episode sicherer und routinierter wird. Die Episodenlänge variiert sehr stark, denn es gibt kurze Episoden, die nur fünf oder sechs Minuten dauern, denen wiederum lange Episoden mit einer Spielzeit von gut 40 Minuten gegenüberstehen.

Gerne immer wieder…

Vor Jahren habe ich alle Folgen der Reihe nach durchgehört, immer wieder lade ich mir entweder einzelne Episoden oder doch gleich alle und höre mir meine persönlichen Highlights wieder an. Gerade im August, wenn der Arbeitsdruck bei mir geringer ist, schätze ich es sehr, mich wieder in diese nostalgische Stimmung versetzen zu lassen.

Wo gibt’s den „guten Stoff“?

Sollte ich nun jemandem Appetit auf „Sparkletack“ gemacht haben, wäre es mir persönlich eine große Freude. Zu finden ist der Podcast entweder (für die Apple-Nutzer) direkt in der Podcast-App von Apple (Teil von iOS, einfach bei der Suchfunktion den Titel eingeben und die Folgen laden/streamen) oder auf der Homepage sparkletack.com

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Song des Tages (341) – 2017-08-19

Jeden Tag empfehle ich einen Song als den „Song des Tages“. Als damals der Film „Top Gun“ in die Kinos kam, war ich noch zu jung. Das hielt mich jedoch nicht davon ab, einfach zur Kinokasse zu gehen und ein Ticket zu kaufen. Und dann saß ich da als elfjähriger Knirps und wurde völlig überwältigt von der Action. Noch Wochen später hatte ich immer ein paar Modellflugzeuge in der Tasche dabei, um Szenen aus dem Film nachzuspielen.

Heute sehe ich den Film natürlich etwas differenzierter, denn es handelt sich um ein typisches Produkt des kalten Krieges, das — selbstverständlich — die Amerikaner als die untadeligen Guten und die Russen als die ganz klar Bösen darstellt. Auch die sonstige Filmhandlung ist fast schon banal, zum Teil sexistisch, mit „naiv“ noch sehr wohlwollend umschrieben… Aber als kleiner Junge in der fünften oder sechsten Klasse war ich nun einmal begeistert.

Mitverantwortlich für meine Begeisterung war natürlich die Filmmusik, denn es gab sowohl gute Songs als auch das sog. „Top Gun Anthem“ von Harold Faltermeyer und Steve Stevens, das ich zum heutigen Song des Tages erwählt habe:

Für eine Hymne ist dieses Stück wirklich perfekt gestaltet, im Film auch noch optimal positioniert — es konnte seine Wirkung auf mich einfach nicht verfehlen.

Alle Songs in meiner freigegebenen Apple Music-Playlist.

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Ausflug zur Harburg

Gestern spielte das Wetter mit, außerdem sind gerade Ferien – ideale Bedingungen, um einen Familienausflug, der eigentlich schon seit Jahren immer auf der Agenda stand, zu unternehmen. Gegen Mittag waren alle Vorbereitungen abgeschlossen, dann ging es von Aalen zur Harburg (im Nördlinger Ries). Auf dem Weg zu den Schwiegereltern in der Gegend von Ingolstadt kamen wir früher recht häufig dort vorbei, fast jedes einzelne Mal sagten wir uns: „Irgendwann müssen wir uns die Burg mal ansehen!“ – Und kaum waren wir daheim: Aufschieberitis, weil halt so viel anderes anstand. Seit gestern können wir aber endlich sagen: Wieder ein Haken auf unserer langen Liste!

Und die Harburg ist wirklich ein schöner Flecken, den man sich genussvoll ansehen kann. Ein paar der Bilder, die ich geschossen habe, sind hier zu einer kleinen Collage vereint:

Oben links: Ausblick von der Harburg auf den Ort Harburg, oben rechts: Blick auf die Burgmauer mit dem Rundweg, unten links: vom Gang auf der Burgmauer hinab auf den schön gepflegten Garten, unten rechts: der Innenhof – hier lässt es sich ganz gut aushalten!

Oben links: Ausblick von der Harburg auf den Ort Harburg, oben rechts: Blick auf die Burgmauer mit dem Rundweg, unten links: vom Gang auf der Burgmauer hinab auf den schön gepflegten Garten, unten rechts: der Innenhof – hier lässt es sich ganz gut aushalten!

Holzauge, sei wachsam!

Wenn wir uns schon auf einen derartigen Ausflug begeben, dann nehmen wir selbstverständlich auch die Führung durch die Burg mit. Und in diesem Fall war das ein richtiger Glücksgriff, denn die junge Führerin (vermutlich eine Schülerin aus der Gegend, die sich in den Ferien etwas dazu verdiente) machte ihre Sache sehr gut.

Und wir alle lernten tatsächlich ein paar Dinge dazu, so zum Beispiel den Ursprung des Sprichworts „Holzauge, sei wachsam!“ Dieses leitet sich ab von den Schießscharten für die Armbrust-Schützen. Damit ihnen, während sie am Nachladen bzw. Nachspannen der Armbrust waren, kein Feind von außen einen Pfeil hereinschicken konnte, war ein ausgehöhltes Holzstück in die Mauer eingesetzt (siehe Bild). Wenn man schießen wollte, nutzte man die Aussparung, wenn man dagegen nachlud, drehte man einfach das Holzstück, sodass kein Pfeil/Bolzen hereinfliegen konnte.

Das ist das Holzauge, schön kann man erkennen, dass außen herum genug Platz ist, um das Drehen zu ermöglichen – wir durften es auch alle selbst ausprobieren.

Das ist das Holzauge, schön kann man erkennen, dass außen herum genug Platz ist, um das Drehen zu ermöglichen – wir durften es auch alle selbst ausprobieren.

An dieser Stelle testete ich noch die Kamera meines neuen iPhones (7 Plus), indem ich einmal durch die Aussparung hindurch fokussierte und einmal den Innenrand anvisierte. Die zwei Bilder sind schon beeindruckend gut, vor allem das mit dem Innenrand:

Hier ging der Fokus auf den Baum draußen. Das ist schon ganz gut, aber noch nichts im Vergleich zum folgenden Bild...

Hier ging der Fokus auf den Baum draußen. Das ist schon ganz gut, aber noch nichts im Vergleich zum folgenden Bild…

Das Bild hat mich wirklich umgehauen, denn die extreme Detailschärfe ist für eine Smartphone-Kamera schon sehr beeindruckend.

Das Bild hat mich wirklich umgehauen, denn die extreme Detailschärfe ist für eine Smartphone-Kamera schon sehr beeindruckend.

Iron Man

Ach ja, eines war da noch. Am Ende der Führung bekamen wir den Prototypen von Iron Man zu sehen:

Natürlich ist das bloß ein Spaß, aber irgendwie erinnerte mich die Rüstung gestern sehr an den ersten Iron Man-Prototypen aus dem Kinofilm...

Natürlich ist das bloß ein Spaß, aber irgendwie erinnerte mich die Rüstung gestern sehr an den ersten Iron Man-Prototypen aus dem Kinofilm…

Oje! Die Rüstung war unter Garantie fürchterlich unbequem und schwer. Ob man sich als Träger damit wirklich einen Gefallen getan hat, wage ich schwer zu bezweifeln. Sicher, gegen ein paar leichte Waffen war man darin ganz gut geschützt, doch dafür büßte man auch an Beweglichkeit und Schnelligkeit ein, ganz abgesehen von der Erschöpfung, die allein durch das zusätzliche Gewicht zu erwarten war.

Fazit

Gestern kamen Wetter, Entspannung und eine wirklich gut präsentierte Harburg zu einem wundervollen Ferienerlebnis für unsere ganze Familie zusammen. Wer nah genug dran wohnt, sollte sich bei schönem Wetter auch einmal auf den Weg machen, es lohnt sich!

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Trumps zweite Amtszeit

Heute mal noch eine kleine politische Prophezeiung: Ich bin mir relativ sicher, dass es hinsichtlich des amtierenden Präsidenten der Vereinigten Staaten von Amerika eine von zwei Meldungen geben wird: Entweder wird Donald Trump ziemlich bald seines Amtes enthoben (aus meiner persönlichen Sicht heraus wünschenswert, aber derzeit nicht ernsthaft zu erwarten), oder er schafft es tatsächlich in eine zweite Amtszeit.

Den ersten Punkt muss ich nicht elaborieren, denn durch die Medien geistern täglich neue Meldungen über Fehltritte und (mehr oder weniger grobe) Schnitzer des Präsidenten. Kombiniert man das noch mit den Anschuldigungen hinsichtlich seiner vielen Russland-Verbindungen, die in der amerikanischen Seele ja immer noch eine ganz bestimmte Glocke zum Klingen bringen, müsste es eigentlich langsam sehr eng werden – ob es das wirklich tut, wird die Zeit zeigen müssen. Bislang habe ich nicht den Eindruck.

Erstaunlich ist nur, dass die Republikaner noch nicht gemerkt haben, dass sie im Falle eines erfolgreichen Impeachment Trumps als seine Steigbügelhalter ebenso „den Bach runter gehen“ würden wie ihr ungeliebter Präsident. Von den Demokraten erwarte ich im Moment nicht wesentlich mehr als das, was sie aktuell tun: Nichts bzw. fast nichts. In den ersten Wochen nach der Wahl konnte man das durchaus einer gewissen Schockstarre zuschreiben, mittlerweile ist es schlicht unentschuldbar. Trotzdem bekommen sie keine gerade Linie in ihren Widerstand gegen die aktuelle Regierung – echte „Opposition“ sieht anders aus.

Aber für den Moment möchte ich einfach mal davon ausgehen, dass es kein erfolgreiches Impeachment-Verfahren gegen Donald Trump geben wird. Und für diesen Fall rechne ich mittlerweile mit einer zweiten Amtszeit. Das klingt vielleicht etwas provokant, ich habe aber Gründe, die ich nun darlegen möchte.

Pro-Trump-Wähler leben in ihrer eigenen Welt

Ein Großteil der Trump-Wähler ist schlicht und einfach nicht gebildet genug, um die platten Statements als das zu erkennen, was sie sind: heiße Luft. In diversen in- und ausländischen Nachrichtenformaten wurde nach 100 Tagen Amtszeit zusammengefasst, was von Trumps angekündigten Veränderungen umgesetzt wurde: Nichts (siehe Bild unten). Bei seinen überzeugten Wählern hat dies jedoch keinerlei Auswirkungen gehabt, ihre Unterstützung ist im weiterhin sicher. Der Grund liegt auf der Hand: Er erzählt ihnen genau, was sie hören wollen. Die Umsetzung der vielen Versprechen ist mittlerweile gar nicht mehr nötig, nur versprochen muss es werden, garniert mit einem zünftigen „Make America GREAT AGAIN!“

Tweets wie diese geistern bereits seit Wochen täglich durch alle „sozialen“ Medien.

Tweets wie diese geistern bereits seit Wochen täglich durch alle „sozialen“ Medien.

Genau genommen hat Donald Trump aber auch noch nicht wirklich etwas auf die Beine stellen können in seiner Amtszeit – in dieser Hinsicht bleibt er weit hinter seinen vollmundigen Versprechungen zurück.

Genau genommen hat Donald Trump aber auch noch nicht wirklich etwas auf die Beine stellen können in seiner Amtszeit – in dieser Hinsicht bleibt er weit hinter seinen vollmundigen Versprechungen zurück.

Postfaktische Neuigkeitsblasen

Wir sind definitiv im Zeitalter des Postfaktischen angekommen. Damit meine ich nicht nur die einzelnen Nachrichtensender, die ausschließlich positiv über den Präsidenten und seine Parteikollegen berichten. Mir geht es eher um die auf den jeweiligen Nutzer maßgeschneiderten News-Bubbles, wie sie die modernen sozialen Netzwerke erlauben. Neuigkeiten, die einem nicht in den Kram passen, werden stumm geschaltet („mute“) oder der Verfasser gleich ganz geblockt. Noch nie war es so einfach, sich eine eigene Welt voll von ausschließlich „genehmen“ Nachrichten zu basteln. Bereits vor Jahren (zu Zeiten der „Tea-Party“ um Sarah Palin) war das deutlich erkennbar, doch das Ausmaß ist derart angewachsen, dass es immer schwerer wird, zu den Menschen innerhalb einer solchen maßgeschneiderten Blase von Neuigkeiten, die derjenige an sich heranlässt, vorzudringen. Und wenn ein absoluter Trump-Anhänger sich so seine eigene Realität einmal gebastelt hat, ist es schier unmöglich, ihn oder sie wieder mit rationalen Argumenten auf den Boden der Tatsachen zurück zu holen. Beweis gefällig? Hier.

Fazit

Zusammengefasst können wir also festhalten, dass es auf der einen Seite in den USA eine schwache Opposition gibt, die ihre Zeit in den letzten Monaten zu stark mit einer eigenen verzweifelten Suche nach Lösungen für ihre internen Probleme verbracht hat: Würden Trump und sogar noch Pence durch ein hypothetisches Impeachment schon morgen aus dem Amt gejagt, wer sollte denn als demokratischer Kandidat einspringen? Da ist einfach kein charismatischer Kandidat, der bereit steht – selbst Hillary Clinton war ja nicht wirklich beliebt (und Bernie Sanders würde es nach dem letzten Wahlkampf vermutlich nicht noch einmal wagen, anzutreten).

Auf der anderen Seite stellen die Trump-Wähler eine große gesellschaftliche Gruppe dar, die sich wenig Sorgen um die Erfüllung der vollmundigen Versprechungen macht, solange man die Versprechungen in der passenden Rhetorik („MAKE AMERICA GREEEEAAAAT AGAAAAAAAIIIN!“) nur immer wieder laut genug wiederholt. Gleichzeitig wird medial zwar über alles berichtet, doch je nach Fernsehsender oder sozialen Medien haben sich die Lager klar einsortiert, sodass man als Angehöriger der einen oder anderen Gruppe oft nur noch die „gewünschten“ Fakten zu Gesicht bekommt1.

Der nächste Wahlkampf wird eine reine Schlammschlacht werden, doch Donald Trump lebt seit Jahren, wenn nicht Jahrzehnten in genau dieser Welt und beherrscht dieses Spiel mit einer gnadenlosen Rücksichtslosigkeit wie kein Zweiter. Genau deshalb wird Trump meiner Einschätzung nach auch wieder gewählt werden und eine zweite Amtszeit im Weißen Haus absolvieren. Und die Amerikaner werden – auch wenn es sich „hart“ anhört – ihn verdienen. Doch das muss ich an anderer Stelle noch einmal aufgreifen, denn für heute habe ich genug über Politik geschrieben.

Nachtrag 1 (31.7.2017, 20:10):

Vorhin habe ich bei Twitter den folgenden Link entdeckt, der mittels eines Zitats angekündigt wurde – passt perfekt zum Thema, gerade zum Kommentar von Robert.

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Sehr passend, schon in der kurzen Zusammenfassung.

Nachtrag 2 (5.8.2017, 17:15):

Gerade heute früh hat jemand bei Twitter (siehe Bild) ebenfalls diese News-Bubble schön treffend erwähnt:

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Grob übersetzt: Nicht nur Dschihadisten werden online radikalisiert. [Es gibt] so viele Twitter-Subkulturen mit ihrem eigenen Ansichten-Set und der sich selbst verstärkenden Empörung.

  1. Darüber muss ich mich an anderer Stelle auch noch einmal auslassen, denn das politische System der USA unterscheidet nur noch zwischen zwei Lagern, somit gibt es nur noch: „Bist du nicht für mich, bist du gegen mich!“ – Kompromisse, wie sie in der Politik unvermeidlich sind, werden dadurch aber unmöglich gemacht.
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Song des Tages (316) – 2017-07-25

Jeden Tag empfehle ich einen Song als den „Song des Tages“. Mit dem heutigen Song des Tages verbinde ich immer eine – zumindest für mich und zumindest teilweise – lustige Anekdote: In der Oberstufe hatte einer meiner Mitschüler eine sturmfreie Bude, also lud er ein paar Freunde ein, darunter auch mich. Doch irgend jemand war der Meinung gewesen, noch ein paar weitere Freunde auf eigene Faust einladen zu dürfen. Und die hatten wiederum einen ähnlichen Plan verfolgt. Am Ende war das ganze Haus voll von hoch- bis spätpubertierenden Teenagern. Ich habe damals noch so gut wie gar nichts getrunken, ein paar andere auf der Party dafür um so mehr.

Es kam, wie es kommen musste: Ein Junge aus der Parallel-Klasse war gut angeheitert und befand sich gerade in der Küche, als der heutige Song des Tages in voller Lautstärke aus dem Wohnzimmer zu uns herüber drang. Mit glasigen Augen sagte er: „Ey, bei Wicked hält mich nichts mehr…“ – Dann griff er in einen Schrank mit Wassergläsern, langte dahinter und warf sie alle auf einmal (locker 10-12 Stück) aus dem Regal auf den Boden. Einfach so. Gut, der Typ hatte ohnehin einen an der Klatsche, das kann man nicht anders nennen, aber so eine Aktion hatte wirklich keiner kommen sehen.

Der Party-Gastgeber war zu dem Zeitpunkt auch schon nicht mehr nüchtern, dennoch drang die Tatsache, dass jemand sein Taschengeld für die kommenden Wochen gerade im Klo heruntergespült hatte, ziemlich hart. Er trank noch mehr, kurze Zeit später gab es einen großen Rumms aus dem Badezimmer, denn er hatte einen Köpfer von der Kloschüssel gemacht. In seinem Rausch muss der Boden irgendwie flüssig ausgesehen haben… Hmmm, das beendete die etwas ausgeuferte Party immerhin recht effektiv. Der harte (und eigentlich eingeladene) Kern blieb und räumte noch stundenlang auf, bevor wir uns am nächsten Morgen auf den Heimweg machten. Aber jedes einzelne Mal, wenn der heutige Song des Tages läuft, muss ich an diesen schwer eigentümlichen Abend zurückdenken. Wie schon zu lesen war, heißt der Song „Wicked“ um stammt vom Album „Predator“ von Ice Cube:

Hoffentlich kommt keines meiner Kinder in den kommenden Jahren auch auf so eine Schnapsidee. Bei der – trotz aller aktuell aufgebauschten Skandale – von mir so heiß geliebten Cosby Show gibt es auch eine Folge, in der Theo, der Sohn, ebenfalls zu einer solch ausufernden Party gelangt, die nur dadurch zustande kommt, dass immer mehr Leute immer mehr andere Leute einladen. Am nächsten Tag kehren die Eltern nach Hause zurück, Bill Cosby alias Heathcliff Huxtable patscht mit der Hand auf den Couchtisch, der daraufhin komplett in sich zusammenbricht. So ungefähr war das damals auch, nur dass wir die Gläser nicht mehr kleben konnten…

Alle Songs in meiner freigegebenen Apple Music-Playlist.

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Der 1.001. Beitrag!

Heute früh durfte ich ausschlafen, was sehr angenehm war. Pünktlich um kurz vor sechs rief mein Körper aber: „He, du liegst schon anderthalb Stunden länger als sonst hier herum, jetzt wird’s dringend Zeit, aufzuwachen!“ Gleich darauf piepste meine Apple Watch mit der Mitteilung, mein Beitrag Song des Tages sei veröffentlicht worden, dicht gefolgt von einer weiteren Mitteilung, dass dies mein 1.000. Beitrag auf diesem WordPress-Konto sei:

Tatsächlich: Ich habe mit dem einen von heute früh schon 1.000 Beiträge auf diesem Blog veröffentlicht! (Dieser ist der 1.001.!)

Tatsächlich: Ich habe mit dem einen von heute früh schon 1.000 Beiträge auf diesem Blog veröffentlicht! (Dieser ist der 1.001.!)

Derart beflügelt drehte ich mich um und ruhte noch eine ganze Weile. Dann stand ich auf, spülte alles, was ich gestern Abend nicht mehr wegräumen wollte, fort und ging dann Laufen. Das Wetter spielte ganz gut mit, also lief ich einfach immer weiter, am Ende wurden es 22,42 Kilometer, also etwas mehr als ein Halbmarathon:

Huuuiiiiii! Heute war ich richtig schnell!

Huuuiiiiii! Heute war ich richtig schnell!

In den letzten Wochen lief ich immer mit einem Tempo von etwa 6:10/km bis 6:30/km, heute hatte ich – vermutlich bedingt durch einen wahren Schokoladen-Fressanfall gestern Abend und den langen Nachtschlaf – unglaubliche Energiereserven, wodurch ich die letzten Kilometer mit 4:50/km absolvierte. Das beeindruckte mich selbst, weil es vollkommen unerwartet war.

Zur Belohnung erhielt ich noch eine Aktivitäts-Medaille auf meiner Apple Watch, die schön, aber nicht allzu bedeutsam ist. Ich war zwar vor vielen Jahren im Yellowstone-Nationalpark, ziehe aber Yosemite eindeutig vor…

Die heute gewonnene Herausforderung (bzw. die dazugehörige Trophäe): Schick, aber nicht wirklich nötig, gelaufen wäre ich ohne den Anreiz auch.

Die heute gewonnene Herausforderung (bzw. die dazugehörige Trophäe): Schick, aber nicht wirklich nötig, gelaufen wäre ich ohne den Anreiz auch.

Und damit habe ich die 2.900 Kilometer in diesem Kalenderjahr überwunden, nähere mich nun allmählich den 3.000 Kilometern an.

Der aktuelle Zwischenstand, nach wie vor keine Aussetzer in diesem Kalenderjahr. Wie sagt man so schön: „Es läuft...“

Der aktuelle Zwischenstand, nach wie vor keine Aussetzer in diesem Kalenderjahr. Wie sagt man so schön: „Es läuft…“

Ohne gutes Schuhwerk, AirPods und Hörbücher (sowie geeignete Kleidung) wäre das nicht drin gewesen. Noch dazu treibt mich der Wille, für meine Frau in Form zu bleiben, mindestens ebenso an…

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