Archiv der Kategorie: Vegan

Die Timothy Ferriss-Diät

Am Sonntag vor einer Woche begann ich eine Diät. In den Wochen/Monaten davor hatte ich nach und nach ein wenig mehr Speck angesetzt, als mir ins Konzept passt. Statt meiner üblichen 64-65 kg Gesamtgewicht zeigte die Waage am Sonntag Morgen allen Ernstes 66,9 kg. Das war so nicht hinzunehmen, denn bereits bei 66,0 schrillen eigentlich alle Warnglocken.

Mit meinen 178 Zentimetern stellen 66 kg noch kein ernstzunehmendes Problem dar (selbst 70 kg wären ja noch kein Problem), ich wog allerdings vor ein paar Jahren mal etwa 90 kg. Dorthin möchte ich auf keinen Fall zurück, weswegen mir ein rechtzeitiges Gegensteuern immer ratsam erscheint.

Timothy Ferriss: „Der 4-Stunden Körper“ – etwas extrem, aber effektiv

Timothy Ferriss: „Der 4-Stunden Körper“ – etwas extrem, aber effektiv

Inspiriert durch einen Tweet von Bastian Wölfle (siehe hier), der auf ein Interview verlinkte, hatte ich mir im iBooks Store bereits das Buch „Der 4 Stunden Körper“ von Timothy Ferris besorgt und ein Stück gelesen. Gerade am Sonntag vor einer Woche zog ich mir beim Gehen auf dem Laufband (das ist vielleicht eine einschläfernde Tätigkeit, aber meine Zerrung ließ leider keinen Lauf zu) einige weitere Kapitel rein, fand vieles, was ich gut umsetzen konnte – und begann sofort mit der Diät.

Der Einstieg war so spontan, dass ich gleich einmal meine Frau verärgerte, denn plötzlich passte der zwei Tage vorher gemeinsam für die anstehende Woche gewählte Speiseplan nicht mehr zu dem, was ich essen durfte, wollte ich die Diät sinnvoll durchziehen. Dumm das! Doch weil sie nun einmal die beste Frau der Welt ist, legte sich der Ärger schnell und sie unterstützte mich. Das Ende der Diät stand auch sofort fest: Freitag. Beim Abiball wollte ich am Buffett nehmen, wonach mir der Sinn stand. Dazu gehören in Schwaben fast immer Spätzle und diverse andere leckere Beilagen, die sich unmöglich mit der Diät vereinbaren ließen. Gerade der kurze Zeitrahmen ließ mich voller Zuversicht an das Experiment herangehen.

Gleich vorweg: Ich habe mich an manche Elemente aus der Ferriss-Diät nicht gehalten, denn er predigt einen gezielten Einsatz von Medikamenten, die den Stoffwechsel beeinflussen, um die über die Nahrung aufgenommenen Stoffe davon abzuhalten, in Fettdepots gespeichert zu werden. Mit so etwas kann ich überhaupt nichts anfangen, noch dazu geht es um irgendwelche Substanzen, deren komplettes Wirkspektrum noch gar nicht erforscht ist (diesen Teil des Kapitels habe ich dann gleich in hohem Tempo überflogen, denn vom ersten Satz an war mir klar, dass es für mich nicht in Frage kommt).

Und noch eins vorweg: Selbst im angepassten Zustand funktioniert die Diät außerordentlich gut, denn ich habe innerhalb von fünf Tagen 3,1 kg Körpergewicht eingebüßt und mein Körperfett um etwas mehr als ein Prozent gesenkt. Gar nicht so schlecht.

Was habe ich dafür getan? Es gibt ein paar ganz einfache Grundregeln in dieser Diät, an die ich mich auch sehr streng gehalten habe:

  • Keine Getreideprodukte, kein Reis, keine Kartoffeln, keine Pasta etc.
  • Kein Zucker, auch keine Fructose (also keinerlei Obst, was mir schon etwas schwerfiel)
  • Keine Milchprodukte
  • Möglichst wenig Light-Getränke (das war die Hölle für mich, der ich sonst 1,5 Liter Cola Light am Tag trinke), da der Süßstoff Aspartam wohl dafür sorgt, dass leichter Fettdepots gebildet werden. Maximal 500 ml sind pro Tag erlaubt – und die habe ich bis zum letzten Tropfen ausgekostet…
  • Viele Hülsenfrüchte (Bohnen, Linsen, Erbsen, Mais etc.) essen, da sie gut sättigen und auch über längere Zeit füllen.
  • Gemüse darf in rauen Mengen verzehrt werden, gerne bis zur vollständigen Sättigung.
  • Nüsse können zur Überbrückung in Maßen eingesetzt werden.
  • Die erste Mahlzeit des Tages innerhalb von 30 Minuten nach dem Aufstehen, um den Stoffwechsel in Gang zu bringen.
  • Viel Wasser trinken (deshalb habe ich mir ja überhaupt diese dämlichen Trink-Apps auf dem iPhone installiert – zumindest für ein paar Tage).
  • Nicht zu viel Sport treiben, weil der Körper sonst mehr Wasser einlagert und das Hungergefühl stärker wird, was dann wieder für Heißhungerattacken sorgen kann. Gut, in der Hinsicht fiel es mir in der Woche leicht, denn ich war ja lahmgelegt.

Das waren im Grunde die wichtigsten Regeln, wer es genauer wissen möchte, muss im Buch nachlesen, denn da wird das auf etlichen Seiten genau ausgeführt und begründet. Am Montag kaufte ich einen Korb voller Konserven: Chili-Bohnen, Linsen, Baked Beans, Erbsen etc. Und ab da gab es bei jeder Mahlzeit etwas davon – oder eine Mischung. Oft peppte ich das Essen mit Zwiebeln, Frühlingszwiebeln, Paprika, Fenchel oder anderem Gemüse auf. Für eine Woche war das völlig ok, noch nicht einmal eintönig.

Überraschend angenehm war das Essen morgens um 5:00 h. Nach dem frühen Aufstehen briet ich mir ein oder zwei Eier, dazu gab es Baked Beans. Normalerweise würde ich nur selten so mächtig in den Tag starten, aber es war sehr spannend, das lang anhaltende Sättigungsgefühl zu erleben. Denn tatsächlich war bis weit in den Mittag hinein noch kein besonders starkes Hungergefühl zu bemerken. Gerade wenn man dann noch viel trinkt, ist die Gefahr sehr gering, immer wieder zwischendurch etwas zu essen.

Am schlimmsten war für mich der Verzicht auf Pasta, denn die könnte ich dauernd in unterschiedlichsten Variationen essen. Aber für eine einzige Woche nahm ich diesen Verzicht in Kauf.

Als großes Fazit kann ich festhalten, dass diese Diät funktioniert, für mich auf Dauer aber undenkbar ist. Allerdings kann ich sie ja immer wieder für ein paar Tage herausholen, wenn ich mit meiner Gewichtsentwicklung nicht zufrieden bin. Durch die vielen möglichen Gemüse-Kombinationen kommt da auch nicht so schnell Langeweile auf.

Wer sich für das Konzept im Detail interessiert und die weiteren Aspekte des Buchs, das übrigens in einem weitgehend angenehmen Tonfall geschrieben ist, dem kann ich die paar Euro durchaus empfehlen. Bei iBooks waren es 11,99 €, im Buchhandel oder bei Amazon wird es sicherlich nicht deutlich mehr kosten.

So, zum Ausgleich gab es heute erst einmal leckere Pfannkuchen zum Mittagessen. Ein wahres Fest!

Pfannkuchen in vielerlei Variation: Käse, Pilze, Ahornsirup, Bionella, Marmelade etc. – ein Genuss!

Pfannkuchen in vielerlei Variation: Käse, Pilze, Ahornsirup, Bionella, Marmelade etc. – ein Genuss!

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Veganes Gericht von und bei Solera

Hmmmm, mir läuft das Wasser im Mund zusammen...

Hmmmmmm, noch heute läuft mir das Wasser im Mund zusammen!

Haha! Solera kann auch vegan kochen. Auch wenn es völlig unbeabsichtigt war… Am Samstag war hier große Familienfeier anlässlich der Kommunion unserer Mittleren. Bereits am Freitag habe ich mein berühmt-berüchtigtes Chili gekocht. Doch erst am Samstag machte mich eine Schwägerin darauf aufmerksam, dass das ja ein rein veganen Essen sei. Von selbst wäre ich nie auf den Gedanken gekommen.

Zutaten:

Die Zutatenliste ist sehr übersichtlich, alles auf der Liste lässt sich in einem normalen Lebensmittelladen (ja, sogar bei den Discountern) ohne Probleme erstehen – und das Ergebnis ist durchaus lecker:

  • 4-5 Zwiebeln
  • 1 mittelgroße Zucchini
  • 2 rote Paprika (gerne auch Spitzpaprika, die geben ein ganz eigenes Aroma)
  • 2 gelbe Paprika
  • Tomatenpürree
  • Tomaten (gehackt)
  • 1 große Dose Mais
  • mehrere Sorten Bohnen (im Prinzip würde eine auch langen, aber mehrere bringen einfach noch mehr unterschiedliche Aromen ins Spiel)

Zubereitung

Die Zubereitung ist ganz einfach, bedarf leider eines etwas höheren Zeitaufwands, wenn man (wie ich) kein Virtuose mit dem Schneidemesser ist – und sollte am besten in mehreren getrennten Stufen durchgeführt werden:

  • Vorbereitung am Tag zuvor: Bohnen in reichlich Wasser einlegen und über Nacht einweichen lassen.
  • Vorbereitung am Tag selbst: Ich bin ein großer Fan von recht fein geschnittenem Gemüse, daher wird alles in mehr als nur mundgerechte Stücke zerkleinert (siehe Bild, die Maiskörner dienen als Referenz für die Größe). Das erhöht für mich den Genuss beim Essen, kostet aber in der Vorbereitung erheblich mehr Zeit. Am Geschmack ändert sich aber sicherlich gar nichts, wenn man die Stücke etwas größer lässt.
  • Jetzt geht's richtig los: Zuerst die Zwiebeln anbraten. Erst wenn diese einen leichten Bräunungsgrad erreicht haben, werfe ich Zucchini und Paprika dazu. Sobald auch diese etwas Farbe gewonnen haben, lösche ich mit Mais und Tomaten ab. Salz und (Cayenne-)Pfeffer sollten schon einmal vorsichtig dosiert hinzugegeben werden. Das darf dann eine ganze Weile vor sich hin köcheln.
  • Parallel dazu werden die eingeweichten Bohnen in einem separaten Topf gekocht. Auf dem Wasser schwimmt dann ziemlich bald ein sehr dichter Schaum, den ich abschöpfe und wegschütte. Erst wenn mittels Test die Bohnen als fertig (weich genug, aber gerade noch ein wenig Biss) abgestempelt sind, kommen sie in das übrige Gericht hinein. Nun muss notfalls noch einmal die Menge an Tomatenpürree angepasst werden, damit das Chili nicht zu stückelig bleibt. Ideal ist es, wenn auch die oberste Schicht noch von Sauce umgeben ist (siehe Foto).
  • Wenn es wiederum ein paar Stunden ruhen oder – meine Empfehlung – bei niedriger Hitze weiter köcheln durfte, wird es Zeit für die endgültige Würzung. Hier entscheidet der persönliche Geschmack: In meinem Fall wird es schon scharf, aber nicht unvertretbar. Gerade bei einer Familienfeier trete ich hinsichtlich des Pfeffer-Anteils deutlich kürzer. Nachwürzen mittels Tabasco-Sauce oder Cayenne-Pfeffer ist ja nicht verboten.
  • Der Geheimtipp ist aber: Nun sollte das Gericht noch eine Nacht, eventuell sogar einen ganzen Tag ruhen. Auf diese Weise vermischen sich die Aromen der unterschiedlichen Gemüsesorten mit den hinzugefügten Gewürzen zu einem wundervollen Ganzen.

Fazit

Sicher kein Essen, dass man jeden Tag machen kann (allein aus Rücksicht auf die atmende Umwelt) und/oder will (Aufwand). Dafür ein himmlisch leckeres und tatsächlich rein veganen Essen. Noch dazu garantiert diese Form der Zubereitung, dass man ziemlich genau weiß, was im Essen steckt (klar, das Tomatenpürree ist die Schwachstelle, aber solange auf der Packung nichts anderes als „Tomaten“ als Inhaltsstoff angegeben ist, vertraue ich einfach mal darauf, dass keine Salami in meinen Topf plumpst) – und das finde ich in unserer von einer sehr dubiosen Lebensmittelindustrie gekennzeichneten Welt sehr beruhigend.

 

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