Archiv der Kategorie: USA

Podcast-Empfehlung: „Sparkletack“

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„Sparkletack – The San Francisco History Podcast“ von Richard Miller – ein absolutes Muss für alle Fans dieser einmaligen Stadt!

Vor ein paar Jahren entdeckte ich über eine Empfehlung in einer Zeitschrift oder einem Buch den Podcast „Sparkletack“. Der Titel ist ein reines Fantasiewort, denn sparkle heißt so viel wie „glitzern, leuchten“, und tack ist eine „Reißzwecke“. Mit dem Thema des Podcasts hat beides nichts zu tun, denn dieser Podcast hat nur ein zentrales Thema: Die Stadt San Francisco.

Da ich dort geboren bin und es sich gleichzeitig um die schönste Stadt der Welt handelt, existiert tief in mir ein profundes Interesse an der Stadt. Ich war auch schon einige Male dort, allerdings lange nicht so oft, wie ich es gerne hätte – doch Fliegen ist teuer und äußerst unökologisch, zwei aus meiner Sicht starke Faktoren, die gegen allzu häufige Besuche sprechen.

Richard Miller

Die Podcast-Serie wurde ins Leben gerufen und komplett produziert von Richard Miller, einem Ex-Bewohner von San Francisco, den sein Beruf bereits vor acht Jahren weiter in den Norden, nach Portland in Oregon, verfrachtet hat. Aus seiner Liebe zu dieser Perle aller Städte erwuchs eine wundervolle Sammlung von Episoden, die San Francisco aus den unterschiedlichsten Sichtweisen portraitieren.

Worum geht’s?

Die ca. 100 Episoden behandeln so vielseitige Themen wie:

  • Eigenheiten des Essens und Trinkens in San Francisco
  • Sehenswürdigkeiten, die entweder jeder oder aber keiner kennt
  • Die Geschichte der Stadt
  • Historische Persönlichkeiten von Interesse

Jede Folge ist liebevoll recherchiert und eingesprochen worden – hört man sie der Reihe nach durch, merkt man, wie Richard Miller von Episode zu Episode sicherer und routinierter wird. Die Episodenlänge variiert sehr stark, denn es gibt kurze Episoden, die nur fünf oder sechs Minuten dauern, denen wiederum lange Episoden mit einer Spielzeit von gut 40 Minuten gegenüberstehen.

Gerne immer wieder…

Vor Jahren habe ich alle Folgen der Reihe nach durchgehört, immer wieder lade ich mir entweder einzelne Episoden oder doch gleich alle und höre mir meine persönlichen Highlights wieder an. Gerade im August, wenn der Arbeitsdruck bei mir geringer ist, schätze ich es sehr, mich wieder in diese nostalgische Stimmung versetzen zu lassen.

Wo gibt’s den „guten Stoff“?

Sollte ich nun jemandem Appetit auf „Sparkletack“ gemacht haben, wäre es mir persönlich eine große Freude. Zu finden ist der Podcast entweder (für die Apple-Nutzer) direkt in der Podcast-App von Apple (Teil von iOS, einfach bei der Suchfunktion den Titel eingeben und die Folgen laden/streamen) oder auf der Homepage sparkletack.com

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Song des Tages (341) – 2017-08-19

Jeden Tag empfehle ich einen Song als den „Song des Tages“. Als damals der Film „Top Gun“ in die Kinos kam, war ich noch zu jung. Das hielt mich jedoch nicht davon ab, einfach zur Kinokasse zu gehen und ein Ticket zu kaufen. Und dann saß ich da als elfjähriger Knirps und wurde völlig überwältigt von der Action. Noch Wochen später hatte ich immer ein paar Modellflugzeuge in der Tasche dabei, um Szenen aus dem Film nachzuspielen.

Heute sehe ich den Film natürlich etwas differenzierter, denn es handelt sich um ein typisches Produkt des kalten Krieges, das — selbstverständlich — die Amerikaner als die untadeligen Guten und die Russen als die ganz klar Bösen darstellt. Auch die sonstige Filmhandlung ist fast schon banal, zum Teil sexistisch, mit „naiv“ noch sehr wohlwollend umschrieben… Aber als kleiner Junge in der fünften oder sechsten Klasse war ich nun einmal begeistert.

Mitverantwortlich für meine Begeisterung war natürlich die Filmmusik, denn es gab sowohl gute Songs als auch das sog. „Top Gun Anthem“ von Harold Faltermeyer und Steve Stevens, das ich zum heutigen Song des Tages erwählt habe:

Für eine Hymne ist dieses Stück wirklich perfekt gestaltet, im Film auch noch optimal positioniert — es konnte seine Wirkung auf mich einfach nicht verfehlen.

Alle Songs in meiner freigegebenen Apple Music-Playlist.

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Trumps zweite Amtszeit

Heute mal noch eine kleine politische Prophezeiung: Ich bin mir relativ sicher, dass es hinsichtlich des amtierenden Präsidenten der Vereinigten Staaten von Amerika eine von zwei Meldungen geben wird: Entweder wird Donald Trump ziemlich bald seines Amtes enthoben (aus meiner persönlichen Sicht heraus wünschenswert, aber derzeit nicht ernsthaft zu erwarten), oder er schafft es tatsächlich in eine zweite Amtszeit.

Den ersten Punkt muss ich nicht elaborieren, denn durch die Medien geistern täglich neue Meldungen über Fehltritte und (mehr oder weniger grobe) Schnitzer des Präsidenten. Kombiniert man das noch mit den Anschuldigungen hinsichtlich seiner vielen Russland-Verbindungen, die in der amerikanischen Seele ja immer noch eine ganz bestimmte Glocke zum Klingen bringen, müsste es eigentlich langsam sehr eng werden – ob es das wirklich tut, wird die Zeit zeigen müssen. Bislang habe ich nicht den Eindruck.

Erstaunlich ist nur, dass die Republikaner noch nicht gemerkt haben, dass sie im Falle eines erfolgreichen Impeachment Trumps als seine Steigbügelhalter ebenso „den Bach runter gehen“ würden wie ihr ungeliebter Präsident. Von den Demokraten erwarte ich im Moment nicht wesentlich mehr als das, was sie aktuell tun: Nichts bzw. fast nichts. In den ersten Wochen nach der Wahl konnte man das durchaus einer gewissen Schockstarre zuschreiben, mittlerweile ist es schlicht unentschuldbar. Trotzdem bekommen sie keine gerade Linie in ihren Widerstand gegen die aktuelle Regierung – echte „Opposition“ sieht anders aus.

Aber für den Moment möchte ich einfach mal davon ausgehen, dass es kein erfolgreiches Impeachment-Verfahren gegen Donald Trump geben wird. Und für diesen Fall rechne ich mittlerweile mit einer zweiten Amtszeit. Das klingt vielleicht etwas provokant, ich habe aber Gründe, die ich nun darlegen möchte.

Pro-Trump-Wähler leben in ihrer eigenen Welt

Ein Großteil der Trump-Wähler ist schlicht und einfach nicht gebildet genug, um die platten Statements als das zu erkennen, was sie sind: heiße Luft. In diversen in- und ausländischen Nachrichtenformaten wurde nach 100 Tagen Amtszeit zusammengefasst, was von Trumps angekündigten Veränderungen umgesetzt wurde: Nichts (siehe Bild unten). Bei seinen überzeugten Wählern hat dies jedoch keinerlei Auswirkungen gehabt, ihre Unterstützung ist im weiterhin sicher. Der Grund liegt auf der Hand: Er erzählt ihnen genau, was sie hören wollen. Die Umsetzung der vielen Versprechen ist mittlerweile gar nicht mehr nötig, nur versprochen muss es werden, garniert mit einem zünftigen „Make America GREAT AGAIN!“

Tweets wie diese geistern bereits seit Wochen täglich durch alle „sozialen“ Medien.

Tweets wie diese geistern bereits seit Wochen täglich durch alle „sozialen“ Medien.

Genau genommen hat Donald Trump aber auch noch nicht wirklich etwas auf die Beine stellen können in seiner Amtszeit – in dieser Hinsicht bleibt er weit hinter seinen vollmundigen Versprechungen zurück.

Genau genommen hat Donald Trump aber auch noch nicht wirklich etwas auf die Beine stellen können in seiner Amtszeit – in dieser Hinsicht bleibt er weit hinter seinen vollmundigen Versprechungen zurück.

Postfaktische Neuigkeitsblasen

Wir sind definitiv im Zeitalter des Postfaktischen angekommen. Damit meine ich nicht nur die einzelnen Nachrichtensender, die ausschließlich positiv über den Präsidenten und seine Parteikollegen berichten. Mir geht es eher um die auf den jeweiligen Nutzer maßgeschneiderten News-Bubbles, wie sie die modernen sozialen Netzwerke erlauben. Neuigkeiten, die einem nicht in den Kram passen, werden stumm geschaltet („mute“) oder der Verfasser gleich ganz geblockt. Noch nie war es so einfach, sich eine eigene Welt voll von ausschließlich „genehmen“ Nachrichten zu basteln. Bereits vor Jahren (zu Zeiten der „Tea-Party“ um Sarah Palin) war das deutlich erkennbar, doch das Ausmaß ist derart angewachsen, dass es immer schwerer wird, zu den Menschen innerhalb einer solchen maßgeschneiderten Blase von Neuigkeiten, die derjenige an sich heranlässt, vorzudringen. Und wenn ein absoluter Trump-Anhänger sich so seine eigene Realität einmal gebastelt hat, ist es schier unmöglich, ihn oder sie wieder mit rationalen Argumenten auf den Boden der Tatsachen zurück zu holen. Beweis gefällig? Hier.

Fazit

Zusammengefasst können wir also festhalten, dass es auf der einen Seite in den USA eine schwache Opposition gibt, die ihre Zeit in den letzten Monaten zu stark mit einer eigenen verzweifelten Suche nach Lösungen für ihre internen Probleme verbracht hat: Würden Trump und sogar noch Pence durch ein hypothetisches Impeachment schon morgen aus dem Amt gejagt, wer sollte denn als demokratischer Kandidat einspringen? Da ist einfach kein charismatischer Kandidat, der bereit steht – selbst Hillary Clinton war ja nicht wirklich beliebt (und Bernie Sanders würde es nach dem letzten Wahlkampf vermutlich nicht noch einmal wagen, anzutreten).

Auf der anderen Seite stellen die Trump-Wähler eine große gesellschaftliche Gruppe dar, die sich wenig Sorgen um die Erfüllung der vollmundigen Versprechungen macht, solange man die Versprechungen in der passenden Rhetorik („MAKE AMERICA GREEEEAAAAT AGAAAAAAAIIIN!“) nur immer wieder laut genug wiederholt. Gleichzeitig wird medial zwar über alles berichtet, doch je nach Fernsehsender oder sozialen Medien haben sich die Lager klar einsortiert, sodass man als Angehöriger der einen oder anderen Gruppe oft nur noch die „gewünschten“ Fakten zu Gesicht bekommt1.

Der nächste Wahlkampf wird eine reine Schlammschlacht werden, doch Donald Trump lebt seit Jahren, wenn nicht Jahrzehnten in genau dieser Welt und beherrscht dieses Spiel mit einer gnadenlosen Rücksichtslosigkeit wie kein Zweiter. Genau deshalb wird Trump meiner Einschätzung nach auch wieder gewählt werden und eine zweite Amtszeit im Weißen Haus absolvieren. Und die Amerikaner werden – auch wenn es sich „hart“ anhört – ihn verdienen. Doch das muss ich an anderer Stelle noch einmal aufgreifen, denn für heute habe ich genug über Politik geschrieben.

Nachtrag 1 (31.7.2017, 20:10):

Vorhin habe ich bei Twitter den folgenden Link entdeckt, der mittels eines Zitats angekündigt wurde – passt perfekt zum Thema, gerade zum Kommentar von Robert.

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Sehr passend, schon in der kurzen Zusammenfassung.

Nachtrag 2 (5.8.2017, 17:15):

Gerade heute früh hat jemand bei Twitter (siehe Bild) ebenfalls diese News-Bubble schön treffend erwähnt:

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Grob übersetzt: Nicht nur Dschihadisten werden online radikalisiert. [Es gibt] so viele Twitter-Subkulturen mit ihrem eigenen Ansichten-Set und der sich selbst verstärkenden Empörung.

  1. Darüber muss ich mich an anderer Stelle auch noch einmal auslassen, denn das politische System der USA unterscheidet nur noch zwischen zwei Lagern, somit gibt es nur noch: „Bist du nicht für mich, bist du gegen mich!“ – Kompromisse, wie sie in der Politik unvermeidlich sind, werden dadurch aber unmöglich gemacht.
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Gehört: „Born to Run – Die Autobiographie“ von Bruce Springsteen

Bruce Springsteen gehört zu den Idolen meiner Adoleszenz – und das zumindest teilweise  aus den völlig falschen Gründen. Ich bin in den USA geboren, was aber eher dem mexikanischen Essen als einer gezielten Familienplanung geschuldet war. Daher war ich als Jugendlicher, der nie zu den „Coolen“ gehörte, dankbar für dieses kleine schillernde Detail meiner Biographie. Schon in der Grundschule muss ich meinen Mitschülern zum Teil erheblich auf die Nerven gegangen sein, weil viel zu viele Erzählungen mit „Als wir noch in Amerika lebten…“ begannen.

Zurück zu Bruce Springsteen: Sein Song „Born In The USA“ war für mich eine beinahe schon heilig zu nennende Hymne, vermutlich weil ich außer der einen Textzeile, die den Refrain ausmacht, nicht viel verstand. Selbst als meine Englischkenntnisse entsprechend angewachsen waren, dass dies kein Problem hätte sein sollen, musste mir das notorische Nuscheln des Sängers immer wieder Steine in den Weg werfen. Es war, nein ist (!) verhext, denn er nuschelt immer noch, zum Teil sogar noch mehr… (Wer mir das nicht glaubt: hier – bitte ganz anhören!)

Viel später sah ich mir die Lyrics zu meiner Jugendhymne dann im Internet an. Da ich mich schon ein wenig mit der amerikanischen Geschichte auskannte, begriff ich schnell, dass dieser Song alles andere als eine Hymne an das „Amerikanisch-Sein“ war, vielmehr handelte es sich um eine gnadenlose Abrechnung mit einer Gesellschaft, die Soldaten in die Ferne schickt, um dort ihre (teils auch nur vorgeschobenen) Werte und Moralvorstellungen zu verteidigen, sich dann aber rüde von den Heimkehrern abwendet und sie mitleidslos auflaufen lässt (umso mehr, wenn der Krieg ein Reinfall war).

Selbst Ronald Reagan hätte sich an diesem Song beinahe die Finger verbrannt, denn er hatte – wie ich und unzählige andere – nur die wie in einer Gebetsmühle wiederholte Refrain-Zeile im Ohr. Was wäre das doch für ein Knaller gewesen: Ein republikanischer Präsidentschaftskandidat zieht mit einer Anti-Kriegs-Hymne in Stadion nach Stadion ein, um zum Volk zu sprechen… Doch dazu kam es nicht. In Bruce Springsteens Autobiographie „Born To Run“ erfährt man diese Geschichte. Und unzählige andere.

Eine packende und von vorne bis hinten interessante Autobiographie des „Boss“ – empfehlenswert auch für jene, die sich nicht als „glühende Fans“ bezeichnen würden!

Eine packende und von vorne bis hinten interessante Autobiographie des „Boss“ – empfehlenswert auch für jene, die sich nicht als „glühende Fans“ bezeichnen würden!

Insgesamt ist das Hörbuch durchaus ein lohnenswertes Erlebnis. Selbst wenn man mit Bruce Springsteen als Musiker nicht viel am Hut haben sollte, die Einblicke in seine Generation, was sie musikalisch prägte, wodurch sie gesellschaftlich beeinflusst wurden, welche Konflikte sie mit ihren Eltern und anderen Autoritätspersonen austragen mussten, wie sie sich in einer noch ganz anderen Zeit einen eigenen Lebensweg suchen mussten, wie das Musikgeschäft funktioniert, wie sie mal zu Recht und mal ohne Not hart im Umgang mit Mitmenschen (vor allem anderen musikalischen Mitstreitern) waren und und und.

Da ich das Hörbuch fast komplett beim Laufen hörte, konnte ich mir keine Notizen machen, doch dieses Buch steckt so voll mit Stellen, die sich im Musikunterricht verbraten lassen, dass ich mir irgendwann noch das iBook besorgen muss (aktuell kostet es noch fast 20 € – da warte ich geduldig ab…). Allein die Begeisterung für Elvis Presley, die Bruce Springsteen als Teenager ereilte, ist es wert, gelesen/gehört zu werden. Die Euphorie wird so mitreißend geschildert, dass ich das Hörbuch beim Laufen kurz unterbrach, nur um ein paar Elvis-Songs auf dem iPhone zu streamen.

Genug geschrieben: Ich persönlich bin begeistert von dieser Autobiographie, die zwar sicher nicht absolut alles über den Menschen Bruce Springsteen verrät (das gibt er im Nachwort ganz offen zu), aber doch etliche sehr intime Einblicke in ein mittlerweile schon recht langes und äußerst ereignisreiches Leben ermöglicht. Wie schon gesagt: Selbst wenn man Bruce Springsteen gar nicht so toll findet, in dieser Autobiographie erfährt man viel über eine ganze Generation, über ihr amerikanisches Lebensgefühl – und das ist es schon wert, gehört zu werden. Gerade in Zeiten, in denen die Amerikaner manchmal etwas schwer zu verstehen sind…

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Song des Tages (105) – 2016-12-25

Jeden Tag empfehle ich einen Song als den „Song des Tages“. Heute besuchen wir meine Mutter, wie es traditionsgemäß jedes Jahr am ersten Weihnachtsfeiertag der Fall ist. In meiner Kindheit lief immer der gleiche Radiosender am Morgen in der Küche (ich weiß nur leider nicht mehr, welcher Sender es war…). Auf jeden Fall kam da immer um die gleiche Uhrzeit der heutige Song des Tages, glücklicherweise handelte es sich um einen guten Song, den man auch später immer wieder mal anhören kann. Und gerade zum ersten Weihnachtsfeiertag passt er ganz ausgezeichnet: „Morning Has Broken“ von Cat Stevens:

Nostalgie pur. Dafür sind die Feiertage der perfekte Rahmen.

Ein ähnliches Dauer-Erlebnis hatte ich mit dem AFRN während des Studiums. Mein Radiowecker war auf den Sender eingestellt, jeden Morgen um die gleiche Zeit sprang das Radio an, binnen weniger Sekunden danach kam die stets gleiche Ansage: „And the rest of the story…“ (Meine Frau hat das wirklich gehasst, vor allem aber, weil ich meistens selig weiter gepennt habe, während sie aufgrund der von mir voreingestellten Lautstärke senkrecht im Bett stand…). Erst Jahre später unterhielt ich mich mit einem GI, der mir erzählte, dass diese Sendung allmorgendlich live aus New York in die ganze Welt übertragen werde – und genau der Spruch „And the rest of the story…“ bei den Stammhörern des Senders einen absoluten Kultstatus einnehme… Tja, so kann’s gehen – ähnliches gilt auf jeden Fall für den heutigen Song des Tages, zumindest für mich.

Alle Songs in meiner freigegebenen Apple Music-Playlist.

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Das Urteil

Ich lese/höre ja immer mehrere Bücher/Hörbücher parallel, um gemäß der jeweils aktuellen Stimmungslage ein passendes aussuchen zu können. Eines der von mir bereits vier oder fünf Mal komplett durchgehörten Hörbücher ist „Das Urteil“ von John Grisham, gelesen von Charles Brauer. Die Geschichte ist spannend und Charles Brauer liest es sehr angenehm vor, daher greife ich immer wieder gerne darauf zurück.

Eines meiner Lieblings-Hörbücher: „Das Urteil“ von John Grisham, gelesen von Charles Brauer – ein absoluter Genuss!

Eines meiner Lieblings-Hörbücher: „Das Urteil“ von John Grisham, gelesen von Charles Brauer – ein absoluter Genuss!

Jedes einzelne Mal überkam mich beim Anhören die Lust auf einen entsprechenden Blog-Eintrag, denn das Thema brennt mir, wie man so schön sagt, unter den Nägeln. Ich habe nie geraucht und hege sicherlich keinerlei Ambitionen, damit anzufangen — mein Vater war schließlich Lungenarzt. Raucht jemand in meiner Umgebung, so spreche ich denjenigen (oder diejenige, es rauchen ja immer mehr Frauen, die Werbung hat also ihren Zweck erfüllt) zwar nicht offensiv darauf an (das entspricht einfach nicht meinem Charakter), entferne mich selbst aber so weit, dass ich den Rauch nicht abbekomme, denn den Geruch kann ich überhaupt nicht ausstehen.

Die Thematik des Romans

Nun ist es also soweit, der Blogeintrag wird geschrieben (er wird seit vier Monaten geschrieben, doch so ganz zufrieden war ich noch nicht damit). Ich beginne noch einmal bei John Grishams Roman „Das Urteil“, einem juristischen Thriller über den fiktiven Prozess der Witwe eines (vor Beginn der Handlung verstorbenen) langjährigen Rauchers gegen einen Tabakkonzern. Spannend wird der Roman nicht so sehr aufgrund seiner Thematik, die an sich auch schon hochbrisant ist, stellt sie doch ein zentrales Dilemma unserer heutigen Gesellschaft ins Zentrum:

Wie soll eine Gesellschaft mit einem früher als völlig normal geltenden, bis heute legalen Suchtmittel umgehen, von dem jeder weiß, dass es eine tödliche Gefahr darstellt?

Für Alkohol steht sicherlich irgendwann die grundsätz gleiche Debatte mit einem leicht anderen Anstrich, sicherlich aber einer ebenso mächtigen Lobby im Hintergrund irgendwann an.

Logik…

Im Prinzip sollte die Entscheidung ja außerordentlich simpel sein: Der Rauch von Zigaretten ist höchst gefährlich, und das in den Zigaretten enthaltene Nikotin sorgt binnen kurzer Zeit für eine Abhängigkeit, die für viele Raucher sehr schwer (für etliche niemals) zu überwinden ist. Und während der (und heutzutage immer mehr die) Süchtige diesem körperlichen und geistigen Drängen nachgibt, schädigt er/sie den eigenen Körper aufs Schwerste. Selbst nach dem Einstellen des Rauchens vergehen mehrere Jahre, bis das Krebsrisiko wieder auf den annähernd gleichen Wert wie bei einem Nichtraucher sinkt. Jeder vernünftige Mensch würde angesichts dieser Erkenntnisse bei einem neu auf den Markt geworfenen Produkt sofort für ein Verbot plädieren bzw. als politischer Entscheidungsträger keine Zustimmung zur Zulassung für die Öffentlichkeit erteilen.

…aber…

Dummerweise besitzt das Rauchen eine geradezu elend lange Tradition — und die Tabakkonzerne verfügen über enorm „tiefe Taschen“, die schamlos für Werbung und politische Einflussnahme genutzt werden. Mit diesem Geld werden immer wieder effektiv politische Entscheidungen verwässert oder verhindert, die das Rauchen ernsthaft einschränken könnten. Beschämend!

Immer wieder schwebt mir vor, auch lange etablierte Produkte alle paar Jahre wieder einer erneuten Zulassungsprüfung zu unterwerfen, bei der sämtliche Einflussnahme durch die Lobby strikt unterbunden wird. Klar, klingt leicht, ist in der Realität vermutlich kaum durchzuführen. Aber das hier ist (virtuelles) Papier, da darf man doch mal ein paar Gedanken entfalten, ohne sie gleich auf ihre Praktikabilität hin zu überprüfen, oder?

Aktuell

Gerade vor ein paar Minuten habe ich einen Artikel bei Zeit.de gelesen, der ein wenig Mut macht: Uruguay hat sich selbst angesichts des transamerikanischen Handelsabkommens erfolgreich in einem Prozess vor einem Schiedsgericht gegen den Tabakkonzern Philip Morris verteidigt und darf das Rauchen auch weiterhin stark gesetzlich einschränken.

Es bleibt zu hoffen, dass sich diese Art von politischer Entschlossenheit auch in unserem Land irgendwann einmal durchsetzt.

Klarstellung

Ich möchte an dieser Stelle nur einmal bemerken, dass ich keinem Raucher eine moralische Schuld zuschiebe, denn von meinem Vater weiß ich, dass bereits wenige Wochen des Rauchens ausreichen, um über das Nikotin eine körperliche Abhängigkeit zu erzeugen. Meine in diesem Artikel formulierte Kritik richtet sich vor allem an zwei Adressaten: Tabakkonzerne und Politiker, die sich von Lobbyisten zu Entscheidungen im Interesse der Tabakkonzerne verleiten lassen.

In „Dante’s Peak“, einem meiner Lieblings-Katastrophenfilme, gibt es ein perfektes Zitat (ich paraphrasiere, da ich den Film nicht ganz auswendig beherrsche):

„Setzt man einen Frosch in einen Topf mit heißem Wasser, so springt er sofort heraus. Setzt man ihn jedoch in einen Topf mit kaltem Wasser und erhitzt dieses langsam, bleibt er sitzen, bis er gekocht wird.“

So ungefähr sehe ich das mit der Tabakindustrie auch: Hätte man vor 150 Jahren bereits in vollem Umfang gewusst, wie gefährlich Rauchen tatsächlich ist, wäre die Gesetzgebung vermutlich viel restriktiver gewesen. Durch die vielen Jahrzehnte einer „Tradition des Rauchens“, das in nicht wenigen Fällen ja auch die Erinnerungen an die Kindheit prägt (nur als ein Beispiel: Welcher Cowboy raucht nicht in seinen Filmen? Selbst Terence Hill, sicherlich bei mehreren Generationen als sympathischer Cleverling und gewitzter Haudrauf bekannt und beliebt, raucht in den alten Schinken…), fällt es vielen Menschen schwer, auf einer unterbewussten emotionalen Ebene die Gefahr in vollem Umfang anzuerkennen. Logisch hat das meiner Einschätzung nach jeder begriffen, doch emotional sieht die Sache anders aus. Und sobald die Sucht mal greift, muss nur eine besonders stressige Phase in Beruf oder Familie anbrechen, schon fällt man in die altgewohnten Verhaltensmuster zurück und greift zum Glimmstengel (ich greife dann zu Gummibärchen und Schokolade).

McDonald’s und Burger King fahren ja eine ganz ähnliche Masche mit den Kinderspielzeugen in den Kid’s Meals oder Junior Tüten (oder wie auch immer die Dinger heute heißen mögen): Man besetzt die Erinnerungen an die Besuche bei McDonald’s und/oder Burger King mit einer positiven emotionalen Färbung, sodass die Kunden auch Jahre und Jahrzehnte später mit einer sehr positiven Einstellung das überteuerte, zu fette und zu salzige Essen in zu großen Portionen in sich hineinschlingen, die mittlerweile zu einer beispiellosen Welle von Übergewicht in allen „entwickelten“ (und auch etlichen „sich noch entwickelnden“) Ländern geführt hat. Der Dokumentarfilm „Supersize Me“ ist ein eindrucksvolles Zeugnis davon – noch dazu kommen etliche Experten zu Wort, die genau die von mir genannten Punkte beispielhaft erläutern.

Kommentare erwünscht

Ich denke, damit habe ich genug vor mich hin gemotzt und verdeutlicht, worum es mir geht – nun freue ich mich auf Kommentare, sowohl zustimmende als auch kritische.

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52 Wochen – Teil 18 („Die Hard – Solera-Style“)

Zugegeben, Bruce Willis steht als Schauspieler nicht gerade für gelebte Intellektualität, dafür sind die meisten seiner Filme durchaus unterhaltsam. Einer der absoluten Klassiker, den ich – selbstverständlich auch dank seines brillanten Gegenspielers Alan Rickman – immer wieder mal ansehen kann, ist Stirb langsam.

Für den heutigen Beitrag habe ich mir also eine kleine Hommage ausgesucht, die mir durchaus ein paar Minuten für Retusche-Arbeiten abforderte – und es wären noch deutlich mehr nötig gewesen, um das Endergebnis wirklich zu perfektionieren. Aber so etwas zeitlich Umfängliches kann ich erst wieder in den Sommerferien leisten – vielleicht wähle ich dann noch ein CD- oder Buch-Cover aus, das sich meines Antlitzes als wNürdig erweist…

So, wer also der Meinung ist, in der Casa Solera einfallen und einen groß angelegten Raub inszenieren zu müssen (fragt sich nur, was derjenige denn überhaupt klauen möchte: Unterrichtsmaterial, Kinderspielzeug, Sportartikel…), der muss mit einem heldenhaften Einsatz des einsamen Rächers rechnen…

Stirb Langsam – Solera-Style

Stirb Langsam – Solera-Style

Das originale Poster...

Das originale Poster…

Na, hat schon jemand Angst vor mir bekommen? Ha! Das bringt mich auf weitere Ideen für zu verunstaltende Filmposter…

Zur Aktion „52 Wochen“

Seit nunmehr 18 Wochen läuft Zeilenendes Foto-Aktion „52 Wochen“, an der ich teilnehme. Ziel ist es, jeden Sonntag ein neues Selfie oder Portrait einzustellen, wenn man lustig ist, kann man ihm auch ein bestimmtes Motto verpassen – das liegt mir besonders, daher gab es bislang eigentlich ausschließlich Fotos mit einem bestimmten Motto.

Die üblichen und allesamt sehenswerten Teilnehmer sind:

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San Francisco: Coit Tower

Viel zu lange habe ich nichts mehr über meine Geburtsstadt San Francisco geschrieben. Einige Absätze des heutigen Artikels liegen schon seit Monaten in meinem Entwürfe-Ordner herum, doch es kostet Zeit, sich dieses Themas mit dem gebotenen Ernst und der notwendigen Muse zu widmen. Daher wollte ich keinen Schnellschuss aus der Hüfte loslassen, nur um den Artikel fertig zu bekommen.

Der Coit Tower aus der Luft (Quelle: Apple Maps)

Der Coit Tower aus der Luft (Quelle: Apple Maps)

Mit dem Coit Tower treffen wir heute ein weiteres Highlight San Franciscos, das mir diese Stadt so sehr ans Herz hat wachsen lassen. Im Coit Tower vereinigen sich gleich mehrere kulturell interessante Aspekte, die natürlich auch touristisch ausgeschlachtet werden, doch in diesem Fall ist es gut so, denn sonst hätte am Ende kaum jemand Zugang zu dieser Attraktion.

An manchen Tagen kann es da ziemlich bedrängt zugehen, wir hatten damals (2003) riesiges Glück, denn trotz sonnigen Wetters und milder sommerlicher Temperaturen waren höchsten eine Handvoll Leute zeitgleich mit uns anwesend, was einige ungestörte Fotos ermöglichte.

Geschichte:

Erbaut wurde der Coit Tower im Jahr 1933, verantwortlich für den Bau waren Arthur Brown Jr. und Henry Howard. Der Name des Turms geht auf eine ganz interessante Geschichte zurück:

Lillie Hitchcock Coit, ein Kind aus sehr wohlhabenden Verhältnissen, half den Feuerwehrmännern bei einem Brand in der Nähe des Telegraph Hill, woraufhin sie zu einem Maskottchen der Freiwilligen Feuerwehr San Franciscos wurde. 1929 starb sie und hinterließ der Stadt 100.000 (andere Quellen sprechen von 125.000) Dollar für die Verschönerung der Stadt. Die Summe klingt vermutlich nach heutigen Verhältnissen nicht besonders opulent, zumindest wenn man bedenkt, was allein die Großbaustelle des BER täglich an Geld verschlingt, für damalige Verhältnisse war es aber ein „riesiger Batzen“.

Auf jeden Fall wurde der 64 Meter hohe Aussichtsturm errichtet, der bis heute fantastische Ausblicke auf einen Großteil der Stadt und der Bucht ermöglicht. Davon konnten wir uns persönlich überzeugen. Und davon gibt’s natürlich gleich einiges zu sehen…

Wer nun ein wenig auf den Geschmack gekommen ist, findet weitere Informationen zum Coit Tower hier und hier.

Architektur:

Der Coit Tower soll zwar offiziell nicht so aussehen wie eine aus dem Boden ragende Feuerwehrspritze, zumindest beabsichtigten die Architekten dies nicht. Wenn man ihn sich allerdings ansieht, fällt eine gewisse Ähnlichkeit dennoch ins Auge.

Der Coit Tower – ein bisschen kann man hier schon die stilisierte Spritze eines Feuerwehrschlauchs erkennen...

Der Coit Tower – ein bisschen kann man hier (zumindest meiner Meinung nach) schon die stilisierte Spitze einer Feuerwehrspritze erkennen.

Zumindest geht es mir so. Aber wer es anders sieht, darf mir gerne einen Kommentar schreiben. Gerade visuelle Analogien sind ja ein Gebiet, in dem sich schier unendliche Diskussionen führen lassen.

Aussicht:

Die Aussicht von der Spitze des Coit Tower ist schlicht sensationell. Aus den fast schon unzähligen Bildern habe ich nur eine sehr kleine Auswahl zusammengestellt, die als kleiner Appetizer angesehen werden können, doch einmal einen Trip nach San Francisco zu unternehmen.

Hier ein Ausblick auf die Lombard Street, außerdem sieht man am hinteren rechten Eck noch die Auffahrt auf die Golden Gate Bridge.

Ausblick auf die Lombard Street, außerdem sieht man am hinteren rechten Eck noch die Auffahrt auf die Golden Gate Bridge.

Hier der wundervolle Ausblick direkt auf die Golden Gate Bridge.

Die vermutlich bekannteste Attraktion der City by the Bay: Die Golden Gate Bridge.

Hier der Blick in Richtung der Innenstadt, zentral ist die Needle zu sehen.

Blick in Richtung der Innenstadt, im Zentrum ist die sog. Needle zu sehen.

Und zuletzt noch ein Blick in den himmlischen Sommerhimmel im August 2003...

Zuletzt noch ein Blick in den himmlischen Sommerhimmel im August 2003.

Kunst im Innern:

Beim ersten Besuch wird man fast überwältigt von den atemberaubend schön bemalten Innenwänden im Erdgeschoss. Die Wandmaler ließen sich von Diego Riveras sozialkritischer Malerei inspirieren und bauten zahlreiche „linke“ Elemente in die Wandgemälde ein.

Die Wandgemälde zeigen überwiegend die hart arbeitende Bevölkerung der USA (und diese in einem nicht geringen Ausmaß mit deutlich erkennbarem Migrationshintergrund).

Die Wandgemälde zeigen überwiegend die hart arbeitende Bevölkerung der USA (und diese in einem nicht geringen Ausmaß mit deutlich erkennbarem Migrationshintergrund).

Mensch und Maschine in einem nicht enden wollenden Arbeitsprozess

Mensch und Maschine in einem nicht enden wollenden Arbeitsprozess…

Fleiß und körperlicher Einsatz als durchgehende Motive

Fleiß und harter körperlicher Einsatz sind die durchgehenden Motive.

Sogar die echten Fenster wurden perfekt in die Wandgemälde integriert.

Sogar die echten Fenster wurden perfekt in die Wandgemälde integriert.

Und manchmal schlüpft eine wunderhübsche Frau ins Bild, die durch ihre Schönheit den Coit Tower ganz unerwartet zum Leuchten bringt.

Und manchmal schlüpft eine wunderhübsche Frau ins Bild, die durch ihre Schönheit den Coit Tower noch mehr zum Leuchten bringt…

Fazit:

Der Coit Tower gehört zu den von außen eher unscheinbaren, in seiner Gesamtwirkung aber immens bedeutsamen Attraktionen San Franciscos. Wenn ich mal wieder in der Stadt sein sollte, muss ich die drei Dollar für den Aufzug auf jeden Fall investieren – der Ausblick ist es wert!

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Gehört: „Cotton Reloaded 43: Das Gift der Viper“ von Christian Weis

Lange, viel zu lange mussten treue Cotton Reloaded-Fans wie ich (und mittlerweile meine Frau sowie unser Sohn) auf die neueste Episode warten – und ich für meinen Teil kann sagen: Es hat sich gelohnt.

Vor zwei Tagen erschienen parallel eBook und Hörbuch, wie immer tendierte ich zum Hörbuch, da ich mir die Geschichte dann beim morgendlichen Laufen anhören konnte – so auch in diesem Fall. Da macht sich auch der einzige – und sicher nicht ernst gemeinte – Kritikpunkt fest: 20 Minuten mehr hätten perfekt zu den zwei Läufen gepasst…

Christian Weis: Cotton Reloaded 43 ‚‚Das Gift der Viper“

Spannung pur: Cotton Reloaded 43 ‚‚Das Gift der Viper“ von Christian Weis

Das Cover (siehe Bild) spricht mich persönlich sehr an und wirkt allein schon spannungssteigernd, denn ich habe gerade vor Klapperschlangen eine Heidenangst. Gleichzeitig üben diese Tiere eine fast schon extreme Faszination auf mich aus. Die Gründe liegen in den diversen Geschichten, die mir meine Mutter aus meiner frühen Jugend in Kalifornien immer wieder erzählt hat. Darin kamen Klapperschlangen mehrfach vor, sowohl beim Campen, wenn ein solches Tierchen mal eben unter dem Campingtisch auftauchte (was meinem Vater wohl einige sehr spannende Momente verschaffte) oder bereits verendet auf dem Wanderweg lag (eben dieses Tierchen hatten wir in Alkohol konserviert daheim in einem Glas verwahrt – ich weiß gar nicht, ob es noch in meinem Elternhaus steht).

Zu den Details der Handlung verrate ich nichts, denn das würde bei einer so frischen Geschichte sicher für den einen oder anderen Fan einen Spoiler erster Güte bedeuten. Was ich sagen kann: Routiniert führt der fränkische Autor Christian Weis (dessen Familienname selbst iTunes-intern mehrere Schreibweisen verpasst bekam, siehe Bild oben) den Hörer/Leser durch eine spannende Geschichte um bedrohte Zeugen in einem Mafia-Fall, deren Schutz durch das G-Team sichergestellt werden soll. Ungefähr in der Mitte zeichnet sich eine – nicht ganz unerwartete – Wende ab, die aber in gewohnt actionreicher Manier bis zum Schluss durchgezogen wird.

Mir hat das Hörbuch sehr gut gefallen, wie schon Cotton Reloaded 32: Ebene Null werde ich es sicher noch mehrfach anhören. Bei einem so niedrigen Preis (1,99 €, weniger als ein Euro pro gehörter Stunde – nicht nur für Schwaben klingt das nach einem echt guten Deal!) kann ich nur empfehlen, schnell zuzugreifen und sich dem Genuss gleich an diesem Wochenende hinzugeben.

Laufstatistik 2016:

  • 100 Läufe
  • Kilometer gesamt: 1507,61
  • Laufzeit: 153 Stunden 52 Minuten

 

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Noch zwei Jahre…

Liebe Programmierer, Techniker, Entwickler und Designer bei Apple!

Ich gebe euch noch zwei Jahre.

Beginnend mit dem heutigen Tag, dem 1. Januar 2016, werde ich zwei Jahre mehr oder weniger geduldig abwarten, ob sich die in den letzten Jahren vermehrt aufgetretenen und dann Stück für Stück gravierender gewordenen Probleme vor allem in der hauseigenen Software irgendwann einmal haben lösen lassen – oder eben nicht. In letzterem Fall werde ich euch gnadenlos den Rücken kehren. Ich hätte nie gedacht, dass ich das mal sagen/schreiben würde, aber es ist mir mittlerweile wirklich egal.

2005 habe ich mir meinen ersten Mac gekauft, einen G4 Mac Mini. Knuffig und toll, ein traumhaftes Gerät. Die Einstiegsdroge. Dann kam nach ungefähr anderthalb Jahren mein erster iMac. Ein super Teil! Auch die Software: Mac OS X 10.4 Tiger und 10.5 Leopard – ich liebte sie beide. 10.6 Snow Leopard übrigens auch, das nichts anderes machte, als ein paar kleinere Fehler zu beseitigen und ein paar Kleinigkeiten neu einzuführen. Von vielen in der Technik-Welt belächelt, von den Benutzern aber sehr genossen, da einfach nur die kleinen Unpässlichkeiten beseitigt wurden, eigentlich genau das, was man sich als Kunde/Benutzer immer wünschte.

Tatsächlich bin ich mir sehr sicher, dass es vielen Leuten ganz ähnlich wie mir geht: Ich verlange nicht ständig nach neuen Funktionen, ich möchte aber, dass die alltäglichen Handgriffe immer leichter und schneller, vor allem aber stabil(er) vonstatten gehen. Sodass ich mir keine Sorgen darüber machen muss, ob die gestern auf dem iPad erstellte Textdatei morgen auch auf meinem iPhone oder iMac verfügbar sein wird.

Hardware: Hui! Software/Web Services: Pfui!

Und irgendwann kamen dann so Geschichten wie Mobile Me und iCloud. Und ab da ging es eigentlich permanent bergab. Die Hardware eigentlich immer sensationell gut, die Webservices (also vor allem die Cloud) grauselig schlecht. Obwohl iCloud nach wie vor nicht ganz zuverlässig funktioniert, werden immer weitere Teile des Betriebssystems, nein: beider Betriebssysteme (iOS ist ja noch viel stärker davon betroffen) so fest mit der iCloud verwoben, dass sie ohne noch weniger funktionieren. Das wäre ja fein, wenn die iCloud anstandslos funktionierte, doch das tut sie nun einmal nicht. Vor ein paar Monaten hatte ich dazu schon einen ausführlichen Artikel geschrieben. Wesentlich besser geworden ist an keinem der Punkte bis heute etwas.

Wie oft standen meine Frau oder ich morgens schon in der Schule, öffneten das iPad und der gestern noch getippte Unterrichtsentwurf, der sich nach offiziellen Angaben „im Hintergrund“ über iCloud auf alle Geräte synchronisieren sollte, war einfach nicht da… Ärgerlich! Vor allem, wenn es nicht nur einmal passiert. Und ich will gar nicht mit dem Zählen der Tage anfangen, an denen genau das passierte.

Ist Design wirklich wichtiger als Funktionalität?

Dann so Geschichten wie die immer dünner werdenden Geräte, vor allem bei den iPhones. Ist ja schön, dass die Designer das toll finden. Aber nicht jeder Kunde ist begeistert, wenn sein Handy so dünn ist, dass man sich beim Joggen nicht mehr darauf verlassen kann, dass der Akku vom iPhone vor lauter Dünnheit nicht auf halber Strecke aufgibt, weil es ihm zu kalt wird. Ist mir vor ein paar Tagen erst passiert, meiner Frau noch wesentlich häufiger.

Der Countdown läuft…

Ich werde die Liste an dieser Stelle nicht weiter fortsetzen, denn jeder Apple-Nutzer wird seine eigene kleine Horror-Liste haben. Aber ich schreibe mir in den kommenden Wochen in einer privaten Liste alles auf, was mich immer wieder nervt, mir Steine in den Weg legt, statt sie zu beseitigen. Und dann, nach zwei Jahren, öffne ich diese Liste wieder, hake mich von oben nach unten durch. Sollten die substantiellen Kritikpunkte dann immer noch nicht behoben sein, habt ihr mindestens einen Kunden weniger. Und das ist unabhängig davon, wieviel Geld ich bereits in eure Produkte investiert habe.

Ich möchte nicht falsch verstanden werden: Ich hasse Android, freiwillig möchte ich es eigentlich nicht benutzen. Es ist ein völlig uneinheitliches und zutiefst unsicheres System, das bekannt dafür ist, Kundendaten an allen Ecken und Enden preiszugeben (99 % aller mobilen Malware existiert ausschließlich für Android und wird da auch heftigst eingesetzt). Doch der Premium-Preis der Apple-Produkte ist ab einem gewissen Unzufriedenheitsfaktor schlicht und einfach nicht mehr hinzunehmen. Und gerade an dieser Front sticht euch jedes einzelne Android-Gerät aus. Gnadenlos.

Also, macht was draus, die Zeit läuft…

 

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