Archiv der Kategorie: USA

Gehört: „Born to Run – Die Autobiographie“ von Bruce Springsteen

Bruce Springsteen gehört zu den Idolen meiner Adoleszenz – und das zumindest teilweise  aus den völlig falschen Gründen. Ich bin in den USA geboren, was aber eher dem mexikanischen Essen als einer gezielten Familienplanung geschuldet war. Daher war ich als Jugendlicher, der nie zu den „Coolen“ gehörte, dankbar für dieses kleine schillernde Detail meiner Biographie. Schon in der Grundschule muss ich meinen Mitschülern zum Teil erheblich auf die Nerven gegangen sein, weil viel zu viele Erzählungen mit „Als wir noch in Amerika lebten…“ begannen.

Zurück zu Bruce Springsteen: Sein Song „Born In The USA“ war für mich eine beinahe schon heilig zu nennende Hymne, vermutlich weil ich außer der einen Textzeile, die den Refrain ausmacht, nicht viel verstand. Selbst als meine Englischkenntnisse entsprechend angewachsen waren, dass dies kein Problem hätte sein sollen, musste mir das notorische Nuscheln des Sängers immer wieder Steine in den Weg werfen. Es war, nein ist (!) verhext, denn er nuschelt immer noch, zum Teil sogar noch mehr… (Wer mir das nicht glaubt: hier – bitte ganz anhören!)

Viel später sah ich mir die Lyrics zu meiner Jugendhymne dann im Internet an. Da ich mich schon ein wenig mit der amerikanischen Geschichte auskannte, begriff ich schnell, dass dieser Song alles andere als eine Hymne an das „Amerikanisch-Sein“ war, vielmehr handelte es sich um eine gnadenlose Abrechnung mit einer Gesellschaft, die Soldaten in die Ferne schickt, um dort ihre (teils auch nur vorgeschobenen) Werte und Moralvorstellungen zu verteidigen, sich dann aber rüde von den Heimkehrern abwendet und sie mitleidslos auflaufen lässt (umso mehr, wenn der Krieg ein Reinfall war).

Selbst Ronald Reagan hätte sich an diesem Song beinahe die Finger verbrannt, denn er hatte – wie ich und unzählige andere – nur die wie in einer Gebetsmühle wiederholte Refrain-Zeile im Ohr. Was wäre das doch für ein Knaller gewesen: Ein republikanischer Präsidentschaftskandidat zieht mit einer Anti-Kriegs-Hymne in Stadion nach Stadion ein, um zum Volk zu sprechen… Doch dazu kam es nicht. In Bruce Springsteens Autobiographie „Born To Run“ erfährt man diese Geschichte. Und unzählige andere.

Eine packende und von vorne bis hinten interessante Autobiographie des „Boss“ – empfehlenswert auch für jene, die sich nicht als „glühende Fans“ bezeichnen würden!

Eine packende und von vorne bis hinten interessante Autobiographie des „Boss“ – empfehlenswert auch für jene, die sich nicht als „glühende Fans“ bezeichnen würden!

Insgesamt ist das Hörbuch durchaus ein lohnenswertes Erlebnis. Selbst wenn man mit Bruce Springsteen als Musiker nicht viel am Hut haben sollte, die Einblicke in seine Generation, was sie musikalisch prägte, wodurch sie gesellschaftlich beeinflusst wurden, welche Konflikte sie mit ihren Eltern und anderen Autoritätspersonen austragen mussten, wie sie sich in einer noch ganz anderen Zeit einen eigenen Lebensweg suchen mussten, wie das Musikgeschäft funktioniert, wie sie mal zu Recht und mal ohne Not hart im Umgang mit Mitmenschen (vor allem anderen musikalischen Mitstreitern) waren und und und.

Da ich das Hörbuch fast komplett beim Laufen hörte, konnte ich mir keine Notizen machen, doch dieses Buch steckt so voll mit Stellen, die sich im Musikunterricht verbraten lassen, dass ich mir irgendwann noch das iBook besorgen muss (aktuell kostet es noch fast 20 € – da warte ich geduldig ab…). Allein die Begeisterung für Elvis Presley, die Bruce Springsteen als Teenager ereilte, ist es wert, gelesen/gehört zu werden. Die Euphorie wird so mitreißend geschildert, dass ich das Hörbuch beim Laufen kurz unterbrach, nur um ein paar Elvis-Songs auf dem iPhone zu streamen.

Genug geschrieben: Ich persönlich bin begeistert von dieser Autobiographie, die zwar sicher nicht absolut alles über den Menschen Bruce Springsteen verrät (das gibt er im Nachwort ganz offen zu), aber doch etliche sehr intime Einblicke in ein mittlerweile schon recht langes und äußerst ereignisreiches Leben ermöglicht. Wie schon gesagt: Selbst wenn man Bruce Springsteen gar nicht so toll findet, in dieser Autobiographie erfährt man viel über eine ganze Generation, über ihr amerikanisches Lebensgefühl – und das ist es schon wert, gehört zu werden. Gerade in Zeiten, in denen die Amerikaner manchmal etwas schwer zu verstehen sind…

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Song des Tages (105) – 2016-12-25

Jeden Tag empfehle ich einen Song als den „Song des Tages“. Heute besuchen wir meine Mutter, wie es traditionsgemäß jedes Jahr am ersten Weihnachtsfeiertag der Fall ist. In meiner Kindheit lief immer der gleiche Radiosender am Morgen in der Küche (ich weiß nur leider nicht mehr, welcher Sender es war…). Auf jeden Fall kam da immer um die gleiche Uhrzeit der heutige Song des Tages, glücklicherweise handelte es sich um einen guten Song, den man auch später immer wieder mal anhören kann. Und gerade zum ersten Weihnachtsfeiertag passt er ganz ausgezeichnet: „Morning Has Broken“ von Cat Stevens:

Nostalgie pur. Dafür sind die Feiertage der perfekte Rahmen.

Ein ähnliches Dauer-Erlebnis hatte ich mit dem AFRN während des Studiums. Mein Radiowecker war auf den Sender eingestellt, jeden Morgen um die gleiche Zeit sprang das Radio an, binnen weniger Sekunden danach kam die stets gleiche Ansage: „And the rest of the story…“ (Meine Frau hat das wirklich gehasst, vor allem aber, weil ich meistens selig weiter gepennt habe, während sie aufgrund der von mir voreingestellten Lautstärke senkrecht im Bett stand…). Erst Jahre später unterhielt ich mich mit einem GI, der mir erzählte, dass diese Sendung allmorgendlich live aus New York in die ganze Welt übertragen werde – und genau der Spruch „And the rest of the story…“ bei den Stammhörern des Senders einen absoluten Kultstatus einnehme… Tja, so kann’s gehen – ähnliches gilt auf jeden Fall für den heutigen Song des Tages, zumindest für mich.

Alle Songs in meiner freigegebenen Apple Music-Playlist.

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Das Urteil

Ich lese/höre ja immer mehrere Bücher/Hörbücher parallel, um gemäß der jeweils aktuellen Stimmungslage ein passendes aussuchen zu können. Eines der von mir bereits vier oder fünf Mal komplett durchgehörten Hörbücher ist „Das Urteil“ von John Grisham, gelesen von Charles Brauer. Die Geschichte ist spannend und Charles Brauer liest es sehr angenehm vor, daher greife ich immer wieder gerne darauf zurück.

Eines meiner Lieblings-Hörbücher: „Das Urteil“ von John Grisham, gelesen von Charles Brauer – ein absoluter Genuss!

Eines meiner Lieblings-Hörbücher: „Das Urteil“ von John Grisham, gelesen von Charles Brauer – ein absoluter Genuss!

Jedes einzelne Mal überkam mich beim Anhören die Lust auf einen entsprechenden Blog-Eintrag, denn das Thema brennt mir, wie man so schön sagt, unter den Nägeln. Ich habe nie geraucht und hege sicherlich keinerlei Ambitionen, damit anzufangen — mein Vater war schließlich Lungenarzt. Raucht jemand in meiner Umgebung, so spreche ich denjenigen (oder diejenige, es rauchen ja immer mehr Frauen, die Werbung hat also ihren Zweck erfüllt) zwar nicht offensiv darauf an (das entspricht einfach nicht meinem Charakter), entferne mich selbst aber so weit, dass ich den Rauch nicht abbekomme, denn den Geruch kann ich überhaupt nicht ausstehen.

Die Thematik des Romans

Nun ist es also soweit, der Blogeintrag wird geschrieben (er wird seit vier Monaten geschrieben, doch so ganz zufrieden war ich noch nicht damit). Ich beginne noch einmal bei John Grishams Roman „Das Urteil“, einem juristischen Thriller über den fiktiven Prozess der Witwe eines (vor Beginn der Handlung verstorbenen) langjährigen Rauchers gegen einen Tabakkonzern. Spannend wird der Roman nicht so sehr aufgrund seiner Thematik, die an sich auch schon hochbrisant ist, stellt sie doch ein zentrales Dilemma unserer heutigen Gesellschaft ins Zentrum:

Wie soll eine Gesellschaft mit einem früher als völlig normal geltenden, bis heute legalen Suchtmittel umgehen, von dem jeder weiß, dass es eine tödliche Gefahr darstellt?

Für Alkohol steht sicherlich irgendwann die grundsätz gleiche Debatte mit einem leicht anderen Anstrich, sicherlich aber einer ebenso mächtigen Lobby im Hintergrund irgendwann an.

Logik…

Im Prinzip sollte die Entscheidung ja außerordentlich simpel sein: Der Rauch von Zigaretten ist höchst gefährlich, und das in den Zigaretten enthaltene Nikotin sorgt binnen kurzer Zeit für eine Abhängigkeit, die für viele Raucher sehr schwer (für etliche niemals) zu überwinden ist. Und während der (und heutzutage immer mehr die) Süchtige diesem körperlichen und geistigen Drängen nachgibt, schädigt er/sie den eigenen Körper aufs Schwerste. Selbst nach dem Einstellen des Rauchens vergehen mehrere Jahre, bis das Krebsrisiko wieder auf den annähernd gleichen Wert wie bei einem Nichtraucher sinkt. Jeder vernünftige Mensch würde angesichts dieser Erkenntnisse bei einem neu auf den Markt geworfenen Produkt sofort für ein Verbot plädieren bzw. als politischer Entscheidungsträger keine Zustimmung zur Zulassung für die Öffentlichkeit erteilen.

…aber…

Dummerweise besitzt das Rauchen eine geradezu elend lange Tradition — und die Tabakkonzerne verfügen über enorm „tiefe Taschen“, die schamlos für Werbung und politische Einflussnahme genutzt werden. Mit diesem Geld werden immer wieder effektiv politische Entscheidungen verwässert oder verhindert, die das Rauchen ernsthaft einschränken könnten. Beschämend!

Immer wieder schwebt mir vor, auch lange etablierte Produkte alle paar Jahre wieder einer erneuten Zulassungsprüfung zu unterwerfen, bei der sämtliche Einflussnahme durch die Lobby strikt unterbunden wird. Klar, klingt leicht, ist in der Realität vermutlich kaum durchzuführen. Aber das hier ist (virtuelles) Papier, da darf man doch mal ein paar Gedanken entfalten, ohne sie gleich auf ihre Praktikabilität hin zu überprüfen, oder?

Aktuell

Gerade vor ein paar Minuten habe ich einen Artikel bei Zeit.de gelesen, der ein wenig Mut macht: Uruguay hat sich selbst angesichts des transamerikanischen Handelsabkommens erfolgreich in einem Prozess vor einem Schiedsgericht gegen den Tabakkonzern Philip Morris verteidigt und darf das Rauchen auch weiterhin stark gesetzlich einschränken.

Es bleibt zu hoffen, dass sich diese Art von politischer Entschlossenheit auch in unserem Land irgendwann einmal durchsetzt.

Klarstellung

Ich möchte an dieser Stelle nur einmal bemerken, dass ich keinem Raucher eine moralische Schuld zuschiebe, denn von meinem Vater weiß ich, dass bereits wenige Wochen des Rauchens ausreichen, um über das Nikotin eine körperliche Abhängigkeit zu erzeugen. Meine in diesem Artikel formulierte Kritik richtet sich vor allem an zwei Adressaten: Tabakkonzerne und Politiker, die sich von Lobbyisten zu Entscheidungen im Interesse der Tabakkonzerne verleiten lassen.

In „Dante’s Peak“, einem meiner Lieblings-Katastrophenfilme, gibt es ein perfektes Zitat (ich paraphrasiere, da ich den Film nicht ganz auswendig beherrsche):

„Setzt man einen Frosch in einen Topf mit heißem Wasser, so springt er sofort heraus. Setzt man ihn jedoch in einen Topf mit kaltem Wasser und erhitzt dieses langsam, bleibt er sitzen, bis er gekocht wird.“

So ungefähr sehe ich das mit der Tabakindustrie auch: Hätte man vor 150 Jahren bereits in vollem Umfang gewusst, wie gefährlich Rauchen tatsächlich ist, wäre die Gesetzgebung vermutlich viel restriktiver gewesen. Durch die vielen Jahrzehnte einer „Tradition des Rauchens“, das in nicht wenigen Fällen ja auch die Erinnerungen an die Kindheit prägt (nur als ein Beispiel: Welcher Cowboy raucht nicht in seinen Filmen? Selbst Terence Hill, sicherlich bei mehreren Generationen als sympathischer Cleverling und gewitzter Haudrauf bekannt und beliebt, raucht in den alten Schinken…), fällt es vielen Menschen schwer, auf einer unterbewussten emotionalen Ebene die Gefahr in vollem Umfang anzuerkennen. Logisch hat das meiner Einschätzung nach jeder begriffen, doch emotional sieht die Sache anders aus. Und sobald die Sucht mal greift, muss nur eine besonders stressige Phase in Beruf oder Familie anbrechen, schon fällt man in die altgewohnten Verhaltensmuster zurück und greift zum Glimmstengel (ich greife dann zu Gummibärchen und Schokolade).

McDonald’s und Burger King fahren ja eine ganz ähnliche Masche mit den Kinderspielzeugen in den Kid’s Meals oder Junior Tüten (oder wie auch immer die Dinger heute heißen mögen): Man besetzt die Erinnerungen an die Besuche bei McDonald’s und/oder Burger King mit einer positiven emotionalen Färbung, sodass die Kunden auch Jahre und Jahrzehnte später mit einer sehr positiven Einstellung das überteuerte, zu fette und zu salzige Essen in zu großen Portionen in sich hineinschlingen, die mittlerweile zu einer beispiellosen Welle von Übergewicht in allen „entwickelten“ (und auch etlichen „sich noch entwickelnden“) Ländern geführt hat. Der Dokumentarfilm „Supersize Me“ ist ein eindrucksvolles Zeugnis davon – noch dazu kommen etliche Experten zu Wort, die genau die von mir genannten Punkte beispielhaft erläutern.

Kommentare erwünscht

Ich denke, damit habe ich genug vor mich hin gemotzt und verdeutlicht, worum es mir geht – nun freue ich mich auf Kommentare, sowohl zustimmende als auch kritische.

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52 Wochen – Teil 18 („Die Hard – Solera-Style“)

Zugegeben, Bruce Willis steht als Schauspieler nicht gerade für gelebte Intellektualität, dafür sind die meisten seiner Filme durchaus unterhaltsam. Einer der absoluten Klassiker, den ich – selbstverständlich auch dank seines brillanten Gegenspielers Alan Rickman – immer wieder mal ansehen kann, ist Stirb langsam.

Für den heutigen Beitrag habe ich mir also eine kleine Hommage ausgesucht, die mir durchaus ein paar Minuten für Retusche-Arbeiten abforderte – und es wären noch deutlich mehr nötig gewesen, um das Endergebnis wirklich zu perfektionieren. Aber so etwas zeitlich Umfängliches kann ich erst wieder in den Sommerferien leisten – vielleicht wähle ich dann noch ein CD- oder Buch-Cover aus, das sich meines Antlitzes als wNürdig erweist…

So, wer also der Meinung ist, in der Casa Solera einfallen und einen groß angelegten Raub inszenieren zu müssen (fragt sich nur, was derjenige denn überhaupt klauen möchte: Unterrichtsmaterial, Kinderspielzeug, Sportartikel…), der muss mit einem heldenhaften Einsatz des einsamen Rächers rechnen…

Stirb Langsam – Solera-Style

Stirb Langsam – Solera-Style

Das originale Poster...

Das originale Poster…

Na, hat schon jemand Angst vor mir bekommen? Ha! Das bringt mich auf weitere Ideen für zu verunstaltende Filmposter…

Zur Aktion „52 Wochen“

Seit nunmehr 18 Wochen läuft Zeilenendes Foto-Aktion „52 Wochen“, an der ich teilnehme. Ziel ist es, jeden Sonntag ein neues Selfie oder Portrait einzustellen, wenn man lustig ist, kann man ihm auch ein bestimmtes Motto verpassen – das liegt mir besonders, daher gab es bislang eigentlich ausschließlich Fotos mit einem bestimmten Motto.

Die üblichen und allesamt sehenswerten Teilnehmer sind:

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San Francisco: Coit Tower

Viel zu lange habe ich nichts mehr über meine Geburtsstadt San Francisco geschrieben. Einige Absätze des heutigen Artikels liegen schon seit Monaten in meinem Entwürfe-Ordner herum, doch es kostet Zeit, sich dieses Themas mit dem gebotenen Ernst und der notwendigen Muse zu widmen. Daher wollte ich keinen Schnellschuss aus der Hüfte loslassen, nur um den Artikel fertig zu bekommen.

Der Coit Tower aus der Luft (Quelle: Apple Maps)

Der Coit Tower aus der Luft (Quelle: Apple Maps)

Mit dem Coit Tower treffen wir heute ein weiteres Highlight San Franciscos, das mir diese Stadt so sehr ans Herz hat wachsen lassen. Im Coit Tower vereinigen sich gleich mehrere kulturell interessante Aspekte, die natürlich auch touristisch ausgeschlachtet werden, doch in diesem Fall ist es gut so, denn sonst hätte am Ende kaum jemand Zugang zu dieser Attraktion.

An manchen Tagen kann es da ziemlich bedrängt zugehen, wir hatten damals (2003) riesiges Glück, denn trotz sonnigen Wetters und milder sommerlicher Temperaturen waren höchsten eine Handvoll Leute zeitgleich mit uns anwesend, was einige ungestörte Fotos ermöglichte.

Geschichte:

Erbaut wurde der Coit Tower im Jahr 1933, verantwortlich für den Bau waren Arthur Brown Jr. und Henry Howard. Der Name des Turms geht auf eine ganz interessante Geschichte zurück:

Lillie Hitchcock Coit, ein Kind aus sehr wohlhabenden Verhältnissen, half den Feuerwehrmännern bei einem Brand in der Nähe des Telegraph Hill, woraufhin sie zu einem Maskottchen der Freiwilligen Feuerwehr San Franciscos wurde. 1929 starb sie und hinterließ der Stadt 100.000 (andere Quellen sprechen von 125.000) Dollar für die Verschönerung der Stadt. Die Summe klingt vermutlich nach heutigen Verhältnissen nicht besonders opulent, zumindest wenn man bedenkt, was allein die Großbaustelle des BER täglich an Geld verschlingt, für damalige Verhältnisse war es aber ein „riesiger Batzen“.

Auf jeden Fall wurde der 64 Meter hohe Aussichtsturm errichtet, der bis heute fantastische Ausblicke auf einen Großteil der Stadt und der Bucht ermöglicht. Davon konnten wir uns persönlich überzeugen. Und davon gibt’s natürlich gleich einiges zu sehen…

Wer nun ein wenig auf den Geschmack gekommen ist, findet weitere Informationen zum Coit Tower hier und hier.

Architektur:

Der Coit Tower soll zwar offiziell nicht so aussehen wie eine aus dem Boden ragende Feuerwehrspritze, zumindest beabsichtigten die Architekten dies nicht. Wenn man ihn sich allerdings ansieht, fällt eine gewisse Ähnlichkeit dennoch ins Auge.

Der Coit Tower – ein bisschen kann man hier schon die stilisierte Spritze eines Feuerwehrschlauchs erkennen...

Der Coit Tower – ein bisschen kann man hier (zumindest meiner Meinung nach) schon die stilisierte Spitze einer Feuerwehrspritze erkennen.

Zumindest geht es mir so. Aber wer es anders sieht, darf mir gerne einen Kommentar schreiben. Gerade visuelle Analogien sind ja ein Gebiet, in dem sich schier unendliche Diskussionen führen lassen.

Aussicht:

Die Aussicht von der Spitze des Coit Tower ist schlicht sensationell. Aus den fast schon unzähligen Bildern habe ich nur eine sehr kleine Auswahl zusammengestellt, die als kleiner Appetizer angesehen werden können, doch einmal einen Trip nach San Francisco zu unternehmen.

Hier ein Ausblick auf die Lombard Street, außerdem sieht man am hinteren rechten Eck noch die Auffahrt auf die Golden Gate Bridge.

Ausblick auf die Lombard Street, außerdem sieht man am hinteren rechten Eck noch die Auffahrt auf die Golden Gate Bridge.

Hier der wundervolle Ausblick direkt auf die Golden Gate Bridge.

Die vermutlich bekannteste Attraktion der City by the Bay: Die Golden Gate Bridge.

Hier der Blick in Richtung der Innenstadt, zentral ist die Needle zu sehen.

Blick in Richtung der Innenstadt, im Zentrum ist die sog. Needle zu sehen.

Und zuletzt noch ein Blick in den himmlischen Sommerhimmel im August 2003...

Zuletzt noch ein Blick in den himmlischen Sommerhimmel im August 2003.

Kunst im Innern:

Beim ersten Besuch wird man fast überwältigt von den atemberaubend schön bemalten Innenwänden im Erdgeschoss. Die Wandmaler ließen sich von Diego Riveras sozialkritischer Malerei inspirieren und bauten zahlreiche „linke“ Elemente in die Wandgemälde ein.

Die Wandgemälde zeigen überwiegend die hart arbeitende Bevölkerung der USA (und diese in einem nicht geringen Ausmaß mit deutlich erkennbarem Migrationshintergrund).

Die Wandgemälde zeigen überwiegend die hart arbeitende Bevölkerung der USA (und diese in einem nicht geringen Ausmaß mit deutlich erkennbarem Migrationshintergrund).

Mensch und Maschine in einem nicht enden wollenden Arbeitsprozess

Mensch und Maschine in einem nicht enden wollenden Arbeitsprozess…

Fleiß und körperlicher Einsatz als durchgehende Motive

Fleiß und harter körperlicher Einsatz sind die durchgehenden Motive.

Sogar die echten Fenster wurden perfekt in die Wandgemälde integriert.

Sogar die echten Fenster wurden perfekt in die Wandgemälde integriert.

Und manchmal schlüpft eine wunderhübsche Frau ins Bild, die durch ihre Schönheit den Coit Tower ganz unerwartet zum Leuchten bringt.

Und manchmal schlüpft eine wunderhübsche Frau ins Bild, die durch ihre Schönheit den Coit Tower noch mehr zum Leuchten bringt…

Fazit:

Der Coit Tower gehört zu den von außen eher unscheinbaren, in seiner Gesamtwirkung aber immens bedeutsamen Attraktionen San Franciscos. Wenn ich mal wieder in der Stadt sein sollte, muss ich die drei Dollar für den Aufzug auf jeden Fall investieren – der Ausblick ist es wert!

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Gehört: „Cotton Reloaded 43: Das Gift der Viper“ von Christian Weis

Lange, viel zu lange mussten treue Cotton Reloaded-Fans wie ich (und mittlerweile meine Frau sowie unser Sohn) auf die neueste Episode warten – und ich für meinen Teil kann sagen: Es hat sich gelohnt.

Vor zwei Tagen erschienen parallel eBook und Hörbuch, wie immer tendierte ich zum Hörbuch, da ich mir die Geschichte dann beim morgendlichen Laufen anhören konnte – so auch in diesem Fall. Da macht sich auch der einzige – und sicher nicht ernst gemeinte – Kritikpunkt fest: 20 Minuten mehr hätten perfekt zu den zwei Läufen gepasst…

Christian Weis: Cotton Reloaded 43 ‚‚Das Gift der Viper“

Spannung pur: Cotton Reloaded 43 ‚‚Das Gift der Viper“ von Christian Weis

Das Cover (siehe Bild) spricht mich persönlich sehr an und wirkt allein schon spannungssteigernd, denn ich habe gerade vor Klapperschlangen eine Heidenangst. Gleichzeitig üben diese Tiere eine fast schon extreme Faszination auf mich aus. Die Gründe liegen in den diversen Geschichten, die mir meine Mutter aus meiner frühen Jugend in Kalifornien immer wieder erzählt hat. Darin kamen Klapperschlangen mehrfach vor, sowohl beim Campen, wenn ein solches Tierchen mal eben unter dem Campingtisch auftauchte (was meinem Vater wohl einige sehr spannende Momente verschaffte) oder bereits verendet auf dem Wanderweg lag (eben dieses Tierchen hatten wir in Alkohol konserviert daheim in einem Glas verwahrt – ich weiß gar nicht, ob es noch in meinem Elternhaus steht).

Zu den Details der Handlung verrate ich nichts, denn das würde bei einer so frischen Geschichte sicher für den einen oder anderen Fan einen Spoiler erster Güte bedeuten. Was ich sagen kann: Routiniert führt der fränkische Autor Christian Weis (dessen Familienname selbst iTunes-intern mehrere Schreibweisen verpasst bekam, siehe Bild oben) den Hörer/Leser durch eine spannende Geschichte um bedrohte Zeugen in einem Mafia-Fall, deren Schutz durch das G-Team sichergestellt werden soll. Ungefähr in der Mitte zeichnet sich eine – nicht ganz unerwartete – Wende ab, die aber in gewohnt actionreicher Manier bis zum Schluss durchgezogen wird.

Mir hat das Hörbuch sehr gut gefallen, wie schon Cotton Reloaded 32: Ebene Null werde ich es sicher noch mehrfach anhören. Bei einem so niedrigen Preis (1,99 €, weniger als ein Euro pro gehörter Stunde – nicht nur für Schwaben klingt das nach einem echt guten Deal!) kann ich nur empfehlen, schnell zuzugreifen und sich dem Genuss gleich an diesem Wochenende hinzugeben.

Laufstatistik 2016:

  • 100 Läufe
  • Kilometer gesamt: 1507,61
  • Laufzeit: 153 Stunden 52 Minuten

 

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Noch zwei Jahre…

Liebe Programmierer, Techniker, Entwickler und Designer bei Apple!

Ich gebe euch noch zwei Jahre.

Beginnend mit dem heutigen Tag, dem 1. Januar 2016, werde ich zwei Jahre mehr oder weniger geduldig abwarten, ob sich die in den letzten Jahren vermehrt aufgetretenen und dann Stück für Stück gravierender gewordenen Probleme vor allem in der hauseigenen Software irgendwann einmal haben lösen lassen – oder eben nicht. In letzterem Fall werde ich euch gnadenlos den Rücken kehren. Ich hätte nie gedacht, dass ich das mal sagen/schreiben würde, aber es ist mir mittlerweile wirklich egal.

2005 habe ich mir meinen ersten Mac gekauft, einen G4 Mac Mini. Knuffig und toll, ein traumhaftes Gerät. Die Einstiegsdroge. Dann kam nach ungefähr anderthalb Jahren mein erster iMac. Ein super Teil! Auch die Software: Mac OS X 10.4 Tiger und 10.5 Leopard – ich liebte sie beide. 10.6 Snow Leopard übrigens auch, das nichts anderes machte, als ein paar kleinere Fehler zu beseitigen und ein paar Kleinigkeiten neu einzuführen. Von vielen in der Technik-Welt belächelt, von den Benutzern aber sehr genossen, da einfach nur die kleinen Unpässlichkeiten beseitigt wurden, eigentlich genau das, was man sich als Kunde/Benutzer immer wünschte.

Tatsächlich bin ich mir sehr sicher, dass es vielen Leuten ganz ähnlich wie mir geht: Ich verlange nicht ständig nach neuen Funktionen, ich möchte aber, dass die alltäglichen Handgriffe immer leichter und schneller, vor allem aber stabil(er) vonstatten gehen. Sodass ich mir keine Sorgen darüber machen muss, ob die gestern auf dem iPad erstellte Textdatei morgen auch auf meinem iPhone oder iMac verfügbar sein wird.

Hardware: Hui! Software/Web Services: Pfui!

Und irgendwann kamen dann so Geschichten wie Mobile Me und iCloud. Und ab da ging es eigentlich permanent bergab. Die Hardware eigentlich immer sensationell gut, die Webservices (also vor allem die Cloud) grauselig schlecht. Obwohl iCloud nach wie vor nicht ganz zuverlässig funktioniert, werden immer weitere Teile des Betriebssystems, nein: beider Betriebssysteme (iOS ist ja noch viel stärker davon betroffen) so fest mit der iCloud verwoben, dass sie ohne noch weniger funktionieren. Das wäre ja fein, wenn die iCloud anstandslos funktionierte, doch das tut sie nun einmal nicht. Vor ein paar Monaten hatte ich dazu schon einen ausführlichen Artikel geschrieben. Wesentlich besser geworden ist an keinem der Punkte bis heute etwas.

Wie oft standen meine Frau oder ich morgens schon in der Schule, öffneten das iPad und der gestern noch getippte Unterrichtsentwurf, der sich nach offiziellen Angaben „im Hintergrund“ über iCloud auf alle Geräte synchronisieren sollte, war einfach nicht da… Ärgerlich! Vor allem, wenn es nicht nur einmal passiert. Und ich will gar nicht mit dem Zählen der Tage anfangen, an denen genau das passierte.

Ist Design wirklich wichtiger als Funktionalität?

Dann so Geschichten wie die immer dünner werdenden Geräte, vor allem bei den iPhones. Ist ja schön, dass die Designer das toll finden. Aber nicht jeder Kunde ist begeistert, wenn sein Handy so dünn ist, dass man sich beim Joggen nicht mehr darauf verlassen kann, dass der Akku vom iPhone vor lauter Dünnheit nicht auf halber Strecke aufgibt, weil es ihm zu kalt wird. Ist mir vor ein paar Tagen erst passiert, meiner Frau noch wesentlich häufiger.

Der Countdown läuft…

Ich werde die Liste an dieser Stelle nicht weiter fortsetzen, denn jeder Apple-Nutzer wird seine eigene kleine Horror-Liste haben. Aber ich schreibe mir in den kommenden Wochen in einer privaten Liste alles auf, was mich immer wieder nervt, mir Steine in den Weg legt, statt sie zu beseitigen. Und dann, nach zwei Jahren, öffne ich diese Liste wieder, hake mich von oben nach unten durch. Sollten die substantiellen Kritikpunkte dann immer noch nicht behoben sein, habt ihr mindestens einen Kunden weniger. Und das ist unabhängig davon, wieviel Geld ich bereits in eure Produkte investiert habe.

Ich möchte nicht falsch verstanden werden: Ich hasse Android, freiwillig möchte ich es eigentlich nicht benutzen. Es ist ein völlig uneinheitliches und zutiefst unsicheres System, das bekannt dafür ist, Kundendaten an allen Ecken und Enden preiszugeben (99 % aller mobilen Malware existiert ausschließlich für Android und wird da auch heftigst eingesetzt). Doch der Premium-Preis der Apple-Produkte ist ab einem gewissen Unzufriedenheitsfaktor schlicht und einfach nicht mehr hinzunehmen. Und gerade an dieser Front sticht euch jedes einzelne Android-Gerät aus. Gnadenlos.

Also, macht was draus, die Zeit läuft…

 

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Gewusst wie…

Gestern ist mir bei Twitter eine Geschichte in den Blick geraten, die mir sehr nach zwar erfunden, aber genial klingt. Ich habe den Link zum Glück noch einmal gefunden, sonst könnte ja noch jemand denken, ich hätte mir das selbst ausgedacht…

Die Geschichte geht folgendermaßen: Ein Mann besitzt ein großes Grundstück, zu dem auch ein See gehört. Er ist nicht häufig auf diesem Grundstück, noch seltener am See. Als er aber eines Tages wieder einmal einen Ausflug dorthin unternimmt, sieht er eine Gruppe von Frauen beim Baden – alle unbekleidet. Er nähert sich und spricht die Frauen an. Diese hatten ihn schon beim Näherkommen gesehen und sich aus seiner direkten Reichweite zurückgezogen. Als er am Ufer steht, ruft eine der Frauen, dass sie erst aus dem Wasser kämen, wenn er wieder weg sei. Seine Antwort ist (vermutlich erfunden, aber) unschlagbar: Ich bin nicht Ihretwegen gekommen. Eigentlich wollte ich nur den Alligator füttern…

Na, ist der Groschen schon gefallen? Ich könnte immer noch lachen, auch wenn die Geschichte brachial erfunden klingt –zumindest kenne ich keine Gruppen von Frauen, die gemeinsam zum Nacktbaden an einen verlassenen See fahren (hmmm, vielleicht kenne ich auch einfach nur die falschen Frauen…).

 

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Halloween — bitte abschaffen!

Vor ein paar Wochen war Halloween, leider. Es gibt nur ganz wenige Tage im Kalenderjahr, die ich noch weniger mag als diesen einen.

Exkurs in meine Kindheit

Eigentlich gab es diesen Brauch in meiner Kindheit nur in den USA. Da ich in der Nähe von Würzburg aufgewachsen bin, wo es über Jahrzehnte hinweg mehr als eintausend dauerhaft stationierte amerikanische Soldaten gab, sah man natürlich schon ein bisschen davon. Aber: Wir nahmen daran nicht teil, von uns Kindern wäre auch keiner auf die Idee gekommen, sich Ende Oktober zu verkleiden und von Haus zu Haus zu ziehen, um dort nach Süßigkeiten zu fragen.

In unserer Straße in Estenfeld wohnte eine Familie namens Bennett, die mich und meinen besten Kumpel aus Kindheitstagen sogar mal zu einer Halloween-Feier in der Schule der Leighton-Barracks mitnahm. Für uns zwei 13- oder 14-Jährige war das ganz außergewöhnlich und somit schlichtweg fantastisch. Davon konnten wir erzählen, wir konnten als zwei „Eingeweihte“ in diesen besonderen Erinnerungen schwelgen, denn die auf dem Fest gezeigten Kostüme waren für unsere deutschen Verhältnisse schon sehr realistisch und mit wesentlich mehr Mühe gemacht (oder mit mehr Geld gekauft), als es bei uns an Fasching üblich war.

Transfer nach Europa

Mittlerweile ist der Brauch, an Halloween von Haus zu Haus zu ziehen, leider auch bei uns angekommen, allerdings hat er hier keine Tradition, daher verkommt der Brauch meiner Erfahrung nach zu einem „Heute lass ich die Sau raus!“-Tag für Pubertierende.

Einige schaffen es ja wenigstens noch, sich ordentlich zu kostümieren und einen einigermaßen kunstvollen Spruch aufzusagen. Da gebe ich auch gerne etwas her. Gelegentlich klingeln an meiner Tür auch Kids, die mit Mühe und Not drei Worte ausspucken: „Süßes oder Saures!“ Das wirkt so lahm, dass ich gerade mit Fleiß in unserem Vorratsbeutel neben der Tür nach den unattraktivsten und kleinsten Süßigkeiten suche. Wer es nicht schafft, sich ein klein wenig Mühe zu geben, bekommt auch keine außergewöhnlichen oder tollen Leckereien.

Party

Mein Sohn hat das Glück/Pech, am Heilig Abend geboren zu sein, weshalb es da erfahrungsgemäß schwierig wird mit einer Geburtstagsparty. Also feiern wir seit Jahren vor. Letztes Jahr lief die Party an Halloween ganz gut, also wollte er dieses Jahr wieder eine, die wir ihm auch gewährten. Der Personenkreis war überschaubar, leider kamen auch zwei Jungs, die eigentlich nichts anderes taten, als mit ihren Spielzeugpistolen in einer Tour zu knallen. Ohne Munition, nur dieses trockene, aber recht schneidende Geräusch, wenn die Metall- oder Kunststoffteile mit Karacho aufeinander knallen. Nach zwei Minuten war es störend, nach 30 Minuten richtig enervierend, nach zwei Stunden hätte ich die Pistolen am liebsten einkassiert und in den Mülleimer oder die Mülltonne entsorgt.

Doch zusätzlich zum Knallen richteten sie die Waffen — zwar nur im Spiel, aber doch mit viel gespieltem Ernst — immer und immer wieder auf die anwesenden Personen, natürlich auch mich. Und das mag ich überhaupt nicht. Wenn schon knapp Zehnjährige dauernd so enthemmt sind, dass sie permanent Kopfschüsse simulieren, dann läuft da irgend etwas falsch. Da verrutschen mir persönlich zu sehr die Wertmaßstäbe.

Später mussten wir natürlich auch noch um die Häuser ziehen, wonach die Süßigkeiten gleichmäßig auf alle verteilt wurden. Dazu warfen alle ihre „Beute“ in der Mitte auf einen Haufen, dann würde reihum jeweils ein großes oder zwei bis drei kleine Teile weggenommen. Dabei fiel dann von einem der beiden Knarrenträger mehrfach der Spruch: „Wenn du das XY (hier bitte beliebigen Süßigkeitsnamen einsetzen) genommen hättest, hätte ich dich umgebracht!“

So setzt sich diese Enthemmung gleich einmal fort. Für mich gänzlich inakzeptabel. Wären sie nicht Geburtstagsgäste gewesen, hätte ich sie noch in dem Moment aus meinem Haus geworfen. Möglicherweise hätte sie das zum Nachdenken gebracht, was sie da eigentlich die ganze Zeit unreflektiert von sich geben.

Mir ist klar, dass ich hier mehrere ganz unterschiedliche Dinge in einen Topf geworfen habe: Meine Abneigung gegen Halloween in Deutschland und mein Erschrecken über das offen gewaltverherrlichende Verhalten zweier Zehnjähriger. Dennoch musste das einfach mal raus. Über Kommentare würde ich mich freuen, vielleicht verleihen diese dem Artikel die noch fehlende Tiefe…

 

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San Francisco: Crookedest Street in the World

Lombard Street

Lombard Street — The Crookedest Street in the World

Es ist wieder einmal Zeit, sich meiner Geburtsstadt San Francisco zuzuwenden. Nicht nur meiner Meinung nach die schönste Stadt der Welt (neben Aalen, hüstel). Auch heute begegnen wir einem der weithin bekannten Wahrzeichen der „City by the bay“: Lombard Street, die den Angaben der Anwohner zufolge „krummste Straße der Welt“. Und in der Tat, vermutlich bietet nur ein Kreisverkehr mehr Krümmung, und die dafür nur in einer Richtung.

Viel los in den Kurven

Viel los in den Kurven

Der nicht ganz bescheidene Titel der Straße sowie der prachtvolle Anblick sorgen natürlich dafür, dass sich Unmengen an Touristen rund ums Jahr bei jedem Wetter dort einfinden. Als wir im Sommer 2003 dort waren, herrschte wundervollster Sonnenschein, die Temperaturen waren warm, aber nicht heiß — kein Wunder, dass sich die Touristen quasi gegenseitig auf den Füßen standen. Dennoch gelang es mir, hier und da ein paar schöne Schnappschüsse zu ergattern. Mehr möchte ich zu dieser fabulösen Ecke San Franciscos gar nicht schreiben. Lasst eure Augen über ihre sanften Rundungen streichen, sicher zaubern sie ein Lächeln auf euer Gesicht!

 

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