Song des Tages (230) – 2017-04-30

Jeden Tag empfehle ich einen Song als den „Song des Tages“. Während des Studiums nahm ich dreimal an einer Mischung aus Workshop, Recording-Session und diversen Aufführungen in Bayreuth teil. Die CDs höre ich mir gelegentlich (na ja, ganz ehrlich: ziemlich selten) noch an, denn sie wecken eine ganze Reihe schöner und nostalgischer Erinnerungen. Ein großer Teil der schönen Erinnerungen liegt in der Tatsache begründet, dass wir trotz des rein klassischen Kursprogramms allabendlich eine beinahe schon „orgiastisch“ zu nennende Jazz-Jam-Session gemacht haben. Eines der besten Stücke, das wir dabei spielten, hieß „Blue Monk“ und stammte vom vielleicht exzentrischsten Jazz-Musiker aller Zeiten, Thelonious Monk. Im Prinzip ist es ein einfaches Blues-Schema mit einer Melodie, die vielen Udo Lindenberg-Fans vertraut vorkommen sollte. Darüber spielten wir unendlich lange ein Solo nach dem anderen. Klarinetten, Trompeten, Posaunen, Klavier, Kontrabass – jeder, der wollte, stieg ein und gab alles. Das war wundervoll!

Und auf diese Weise hat sich diese kleine, aber feine Jazz-Nummer einen Platz als heutiger Song des Tages verdient: „Blue Monk“ von Thelonious Monk:

So, und jetzt stellt euch das einfach mal bildlich vor: Zehn, zwölf oder fünfzehn Musikstudenten aus mindestens drei verschiedenen Ländern (Deutschland, Frankreich, Polen), die nach acht oder zehn Stunden konzentrierter Proben- oder Aufnahmearbeit noch stundenlang in gelöster Stimmung amerikanischen Bebop im verschneiten Bayreuth spielen. So sieht wahre Völkerverständigung aus, und das war schon vor gut 20 Jahren.

Also, liebe Bildungspolitiker: Statt immer nur die „harten“ Fächer zu pushen, denkt einmal darüber nach, was für die friedliche und produktive Zusammenarbeit von jungen Erwachsenen hier so hilfreich war. Auch wenn ich nicht in die Köpfe der anderen sehen kann, bin ich überzeugt, dass einige der damaligen Teilnehmer von Zeit zu Zeit so wie ich an die zwei Wochen in Bayreuth zurückdenken. Und es sind schöne Erinnerungen. Deshalb „Blue Monk“ am heutigen Tag.

Alle Songs in meiner freigegebenen Apple Music-Playlist.

Song des Tages (162) – 2017-02-20

Jeden Tag empfehle ich einen Song als den „Song des Tages“. Mein nächst älterer Bruder ist ein großer Jazz-, Soul-, Funk-Fan, der mir schon in meinen jungen Jahren so einige musikalische Interessensgebiete quasi „en passant“ verschafft hat. Eine Gruppe, die er besonders schätzte (und sicher bis heute schätzt), war (ist) Blood, Sweat & Tears. Irgendwann im Studium zog ich also los, um mir ein „Best of“-Album zuzulegen, das ich bis heute habe. Darauf sind wirklich lauter Stücke, die ich fast unbesehen in diese exklusive Playlist werfen könnte. Doch selbst unter den guten Songs gibt es ein paar, die eben noch einen Tick besser sind. Und somit habe ich als den heutigen Song des Tages das einmalig rockige und inhaltlich ziemlich fiese „Lucretia MacEvil“ von Blood, Sweat & Tears herausgesucht:

Der Song ist ja nun mindestens so alt wie ich, vermutlich sogar noch älter. Aber er groovt derart los, dass ich mich ihm nicht widersetzen kann. Vor allem dann, wenn das Klavier nach dem Break wieder einsetzt – da können die Füße kaum mehr stillstehen… Und dann ist da noch dieses sensationell wilde Trompetensolo (gespielt vom leider viel zu früh verstorbenen Lew Soloff)

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Song des Tages (158) – 2017-02-16

Jeden Tag empfehle ich einen Song als den „Song des Tages“. Mit Erschrecken musste ich vor ein paar Tagen lesen, dass ein weiterer meiner musikalischen Helden gestorben ist. Noch dazu einer, der bislang schon einmal in dieser exklusiven Playlist aufgetaucht ist: Al Jarreau. Vor einigen Jahren habe ich eine faszinierende Dokumentation über ihn gesehen, in der er einfach so vor laufender Kamera aus dem Stand ein paar Vokalakrobatik-Nummern durchzog, dass mir die Ohren wackelten. Fantastisch! Und doch kam er als eher bodenständiger Typ rüber, was ich als sehr sympathisch empfand.

Der heutige Song des Tages ist schon über 30 Jahre alt, dennoch gehört er mit seinem funkigen Groove zu meinen dauerhaften Al Jarreau-Favoriten: „Boogie Down“:

(Die Trompeten-Parts klingen fast so, als wären sie synthetisch, doch die sind alle echt. Der Trompeter Jerry Hey war bekannt für seinen glatten und makellosen Klang, der hier eben zu diesem leichten Missverständnis führen kann…)

Bereits in den frühen 1990er Jahren habe ich diesen Song in Würzburg in der Big Band der Sing- und Musikschule gespielt. Da kam ich auf den Geschmack, denn der Song war für mich als Teenager richtig schwer an der Trompete (immerhin geht er in teils superschnellen Licks bis ans dreigestrichene E). Doch gerade das spornte mich an, also übte ich, bis die Nummer ging. Insofern hat mich Al Jarreau nicht nur musikalisch inspiriert, er hat mich auch indirekt angetrieben und meiner späteren Berufung näher gebracht.

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52 Wochen – Teil 46 („Lampenfieber“)

Am 5. Januar trat ich mit Blues & The Gang im Aalener Frapé auf. Der Auftritt lief gut, ich kann mich gar nicht beschweren – auch wenn natürlich der eine oder andere Ablauf mal eben spontan auf der Bühne geändert wurde. Aber wofür hatten wir vorher geprobt, doch nur um genau darauf gefasst zu sein, oder? Spaß beiseite: Der Gig war richtig gut, das Publikum ging toll mit, die Stimmung im Raum war exzellent (siehe Zeitungsbericht, auch wenn mein Name durch den des regulären Trompeters ersetzt wurde, der aktuell noch im Urlaub weilt).

Nun dürfte man coole Livebilder erwarten, die mich frivol mit dem Hintern wackelnd im Kreis der Band zeigen, doch erstens habe ich von den übrigen Musikern noch keine Bilder erhalten, zweitens habe ich in den Pausen eher streng (man könnte auch von „gequält“ sprechen) dreingeblickt, denn draußen war es kalt (gute -16 Grad Celsius), die Zeit lag wieder einmal außerhalb meiner Komfortzone (Beginn: 21:25 h, Ende: 0:15 h) und – für mich eindeutig am schlimmsten – Zigarettenrauch. Der ganze Laden, auch der Rückzugsraum für die Band, alles waberte nur so von Rauch.

Vor einer geraumen Weile habe ich mich zu dem Thema ja schon einmal ausgelassen (hier). Schon da habe ich darauf hingewiesen, dass ich kein militanter Nichtraucher bin, der dann aggressiv auf die Raucher zugeht und sie anschnauzt (wäre in einem Raucherlokal auch wenig hilfreich gewesen), aber üblicherweise entziehe ich mich aktiv der Umgebung, in der geraucht wird. Schnell und effektiv. Das ging nicht, da ich von 19:20 bis 0:20 h in eben diesen Räumlichkeiten bleiben musste (wenn ich nicht erfrieren wollte). Also hielt ich es mit zusammengebissenen Zähnen aus. Tja, und genau so sehe ich heute auf den Selfies auch aus:

Ein paar Impressionen von mir als dezent aufgeregtem Trompeter – der etwas gequälte Gesichtsausdruck ist aber eher dem Dauergequalme der Gäste geschuldet gewesen...
Ein paar Impressionen von mir als dezent aufgeregtem Trompeter – der etwas gequälte Gesichtsausdruck ist aber eher dem Dauergequalme der Gäste geschuldet gewesen…

Genug davon: Der Gig war wirklich fantastisch (abgesehen vom Rauch), der Titel der heutigen Selfie-/Foto-Collage lautet aber „Lampenfieber“ – und das völlig zu Recht, denn ich war geradezu „höllisch“ aufgeregt.

Bevor ich Musik studiert habe, dachte ich immer: „Wenn ich das Studium mal hinter mir habe, dann gehe ich viel relaxter und sicherer an die Auftritte heran.“ Weit gefehlt, denn mit den Fähigkeiten stiegen auch die Ansprüche. Wer mehr kann als vorher, erwartet entsprechend mehr als vorher. So erging es auch mir, weswegen ich überhaupt nicht davon reden kann, eine „coole Socke“ zu sein. Nach außen hin schon, innerlich jedoch war ich alles andere als entspannt. Auch das wirkte nachhaltig auf meinen düsteren Gesichtsausdruck.

Zur Aktion „52 Wochen“

Seit nunmehr 46 Wochen läuft Zeilenendes Foto-Aktion „52 Wochen“, an der ich teilnehme (hier findet man alle meine Beiträge). Ziel ist es, jeden Sonntag ein neues Selfie oder Portrait einzustellen. Die übrigen Teilnehmer sind:

Fortsetzung: Die nächsten 52 Wochen?

Das habe ich letzte Woche schon gefragt: „Gibt es eigentlich schon einen Plan, die hier geballte Kreativität (also die aller am Projekt teilnehmenden Blogger) in neue Bahnen zu lenken, denn in nur sechs Wochen ist ja schon Feierabend…?“ Der gute Zeilenende hat auch schon ein paar Vorschläge gemacht (siehe Kommentare von letzter Woche), womöglich bringt aber noch jemand aus der illustren Runde einen innovativen Vorschlag ein.

52 Wochen – Teil 44 („Packesel“)

Als Eltern hat man es in mancherlei Hinsicht gelegentlich etwas schwer. Mit dem heutigen Bild zeige ich die harmloseste Seite der zu erwartenden Schwierigkeiten: Als Packesel zu fungieren, wenn man die Kinder abholt:

Was dem Selfie fehlt, weil mein Arm schlicht nicht lang genug war: Dabei schiebe ich noch mein E-Bike… Dafür kann man ganz gut erkennen:

  • meinen Rucksack mit allen Schulmaterialien (auf dem Rücken)
  • darüber mein Trompeten-Gigbag
  • vorne die Geige unserer Mittleren, die verhinderte, dass ich meinen Kopf senkte, außerdem musste ich mich sehr gerade halten, was nach einem langen Schultag (acht Stunden) und den ersten zwölf wachen Stunden an diesem Montag wirklich schwer war (es fühlte sich ein bisschen wie Westpoint an…)
Rucksack, Trompeten-Gig Bag, Geigenkoffer und — nicht mehr zu sehen — E-Bike zum Schieben. Uff!
Rucksack, Trompeten-Gig Bag, Geigenkoffer und — nicht mehr zu sehen — E-Bike zum Schieben. Uff!

Wenn das jedoch schon alle Probleme wären, die die Kinder so mit sich bringen (ob absichtlich oder unabsichtlich), dann wäre das ja das reinste „Zuckerschlecken“. Uff!

Zur Aktion „52 Wochen“

Seit nunmehr 44 Wochen läuft Zeilenendes Foto-Aktion „52 Wochen“, an der ich teilnehme (hier findet man alle meine Beiträge). Ziel ist es, jeden Sonntag ein neues Selfie oder Portrait einzustellen. Die übrigen Teilnehmer sind:

Song des Tages (96) – 2016-12-16

Jeden Tag empfehle ich einen Song als den „Song des Tages“. Kultfilme gibt es zuhauf, doch dieser eine ist tatsächlich anders, er spielt einfach in einer gänzlich anderen Liga. Diesen Film habe ich mindestens 50 Mal gesehen (und vermutlich genügt die Zahl noch nicht) – und man wird irgendwie nie satt. Einer der Gründe ist sicherlich die exzellente Musik, die dem Film einen unvergesslichen Stempel aufdrückt. Gleich zu Beginn gibt es da einen Song, der cool und groovy zugleich ist, daher habe ich ihn kurzerhand zum heutigen Song des Tages gemacht: „She Caught The Katy“ von den Blues Brothers:

Am Samstag (also morgen) helfe ich bei einer Blues-Band aus. Das Stück steht auch auf dem Programm, darauf freue ich mich schon sehr!

Alle Songs in meiner freigegebenen Apple Music-Playlist.

Optische Fortsetzung von „Auffe Fresse?“

Wie am vergangenen Sonntag berichtet (hier), habe ich mir am vergangenen Freitag eine Hi-Hat beim unaufmerksamen Tragen seitlich ins Gesicht gedonnert, was neben intensivem Schmerz, einigem heftigen Schnaufen und etlichen (kaum unterdrückten) Flüchen über die letzten Tage hinweg zu dem führte, was im Volksmund „Veilchen“ genannt wird.

Gestern war unser Schulkonzert, immerhin kann ich mich über eine gute Rezension schon einmal nicht beschweren, insofern hat sich die viele Arbeit der letzten Monate ausgezahlt. Auch die zwei Uraufführungen kamen anscheinend ganz gut an… (uff!). Ungeschickterweise war der Zeitpunkt meines Affronts mit der Hi-Hat genau so gewählt gewesen, dass beim Konzert der Maximaleffekt an Bluterguss zu sehen war. Hmmmmmm, als hätte ich mir das schon immer gewünscht, vor gut 400 Leuten zu stehen und dabei wie ein (noch dazu erfolgloser) Prügelknabe auszusehen.

Da ich selbst gespannt war, wie sich das über die Tage hinweg entwickelt, habe ich jeden Tag mindestens ein Selfie gemacht. Diese schöne Entwicklung kann ich nun hier zeigen:

Einen Tag nach dem Crash, noch recht harmlos – da hoffte ich noch darauf, dass es nicht mehr werden würde...
Einen Tag nach dem Crash, noch recht harmlos – da hoffte ich noch darauf, dass es nicht mehr werden würde…
Das Licht täuscht ein wenig darüber hinweg, doch selbst damit kann man die Stelle ganz gut erkennen.
Das Licht täuscht ein wenig darüber hinweg, doch selbst damit kann man die Stelle ganz gut erkennen.
Am Montag zeigen sich bereits erste gelb-grünliche Spuren außen herum...
Am Montag zeigen sich bereits erste gelb-grünliche Spuren außen herum…
Am Morgen vor dem Konzert – bäh!
Am Morgen vor dem Konzert – bäh!
Und während eines unbeobachteten Moments während des Konzerts...
Und während eines unbeobachteten Moments während des Konzerts…

Gut, nun kann ich wieder ein paar Erfahrungen der Sorte als „gemacht“ abhaken, die ich meiner Meinung nach nicht hätte abhaken müssen. Aber von Zeit zu Zeit tut es womöglich auch ganz gut, die eigene Eitelkeit auf den Kopf gestellt zu bekommen…