Archiv der Kategorie: Trompete

Der erste Halbmarathon 2018

Hui, es gibt mal wieder News von der Sportfront. Gestern bin ich – völlig ungeplant – meinen ersten Halbmarathon im Jahr 2018 gelaufen. Irgendwie ergab er sich einfach so…

Stress- und Fresstag…

Der 11. Mai war ein wirklich anstrengender Tag: Zur Schule mit einem Pedelec, dessen Elektronik streikte (also ohne jegliche Antriebsunterstützung, dafür mit dem zusätzlichen Gewicht, das ein Pedelec nun einmal mit sich bringt), auf dem Rücken der gut gefüllte Rucksack mit Material für den Unterricht sowie Big Band-Noten (ein dickes Pack) sowie ein Gig-Bag mit Trompete und Dämpfern. Dann fünf Stunden Unterricht, eine Stunde Umbau der Aula, dann Proben-Nachmittag bis kurz nach 16:00 h, ab zum Fahrrad-Laden, um den Austausch der Elektronik anzuleiern… Bis ich daheim war, war es fast 17:00 h. In Windeseile erledigte ich noch die ausstehenden Sport-Aktivitäten, um meinen inneren Monk zu befriedigen (die Liste muss abgehakt werden), danach fiel ich in ein von Müdigkeit überschattetes Fress-Koma. An diesem Abend kamen sicherlich noch gut 2.500 Kalorien zusammen – zusätzlich zu allem anderen, das ich an diesem Tag schon verzehrt hatte…

…und Kompensation

Samstag (12.5.) früh: 5:45 h aus dem Bett, erst einmal die Twitter-Timeline nachgelesen (der vorige Abend war da nicht mehr sehr ergiebig gewesen), dann rein in meine Laufklamotten und los. Da ich in leicht grüblerischer Stimmung war, verzichtete ich darauf, mein aktuelles Hörbuch fortzusetzen – ich hätte mich ohnehin nicht darauf konzentrieren können. Statt dessen nutzte ich die Song des Tages-Playlist (für Apple Music-Abonnenten hier zu finden), die bei zufälliger Wiedergabe eine perfekte Abwechslung genau der Songs/Stücke brachte, die mir ohnehin gefallen.

Dann lief ich los, völlig ohne Plan. Als ich gerade in der nächsten Ortschaft angekommen war, reifte die Idee, am Ende meiner normalen Strecke (also an dem Punkt, an dem ich normalerweise wieder umdrehe) einfach noch einen extra Schlenker anzuhängen. Kaum war ich dort, fühlte ich mich einer weiteren Runde gewachsen, also hängte ich auch noch ein wenig mehr dran. Ab dem Punkt war klar: Wenn schon, denn schon – Halbmarathon!

Eine wundervolle Runde bei exzellentem Wetter – himmlisch!

Eine wundervolle Runde bei exzellentem Wetter – himmlisch!

Da mir der vorige Tag noch etwas in den Knochen steckte, ging ich von einem ziemlich furchtbaren Tempo aus, doch das stimmte gar nicht, da mein „Pace“ bei 5:19/km lag:

Die Überraschung des Tages: Ein recht gutes Tempo für den Morgen nach einem „heftigen“ Tag...

Die Überraschung des Tages: Ein recht gutes Tempo für den Morgen nach einem „heftigen“ Tag…

Die 351 Höhenmeter sind nur Steigungsmeter, abwärts wird nicht gezählt. Und diese Strecke bietet einige Steigungen, manche kurz und heftig (die gehen ja immer ganz gut), andere lang und fies (sie wirken aus der Entfernung immer so harmlos, sind aber genau das Gegenteil). Doch rein landschaftlich ist es zu dieser Jahreszeit ein absolutes Vergnügen da entlang zu laufen, weil sich die Natur momentan so exzessiv entfaltet.

Hmmm, alles in allem ein schöner Lauf, aber heute gab es wieder das Standard-Programm, schließlich muss da noch einiges für die kommende Woche vorbereitet und leckeres Essen zubereitet werden…

Noch zwei meiner üblichen Morgenläufe, dann habe ich die (ersten) 2.000 Kilometer in diesem Jahr voll:

Bald sind die ersten 2.000 Kilometer in diesem Jahr voll, mein Jahresziel ist aber weiterhin undefiniert, auf keinen Fall wird es wieder auf die 6.000 vom letzten Jahr hinaus laufen...

Bald sind die ersten 2.000 Kilometer in diesem Jahr voll, mein Jahresziel ist aber weiterhin undefiniert, auf keinen Fall wird es wieder auf die 6.000 vom letzten Jahr hinaus laufen…

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Song des Tages (378) – 2018-01-31

Ein Jahr lang habe ich jeden Tag einen Song als den „Song des Tages“ empfohlen, nun bin ich schon in der zweiten Runde und habe das Intervall etwas gelockert: Statt „jeden Tag“ gibt es nun „hin und wieder“ einen Song des Tages an dieser Stelle.

Ohne die geringste Erinnerung daran, wer mir den Tipp gegeben hat, landete ich vor einigen Wochen bei einem wundervollen Song von einer mir bislang völlig unbekannten norwegischen Jazz-Sängerin namens Silje Nergaard, der bereits nach den ersten Sekunden in meiner Favoriten-Playlist landete. Mittlerweile habe ich ihn so oft gehört, dass ich keine Probleme habe, die immer wieder eingeworfenen Trompeten-Solopassagen mitzusummen, darüber hinaus ist alles an dem Song derart gelungen, dass er einen Platz in dieser illustren Runde verdient hat: „Be Still My Heart“ von Silje Nergaard:

Das ist die perfekte Musik, um dabei abends (oder auch am Vor- oder Nachmittag) sanft und völlig entspannt einzuschlafen – und das sicher nicht aufgrund von Langeweile! So ein Ruhepunkt in der Wochenmitte ist doch eine feine Sache.

Alle Songs in meiner freigegebenen Apple Music-Playlist.

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Album der Woche – Episode 15 – 2017-12-31

Jede Woche präsentiere ich ein Album, das mir persönlich gut gefällt. Im Vorfeld höre ich es noch einmal (oder häufiger) durch und bemühe mich dann, es allen Interessierten „schmackhaft“ zu machen.

The Blues Brothers (Original Soundtrack Recording)

Eines der ganz großen Alben des 20. Jahrhunderts, das man auf gar keinen Fall „zu häufig“ anhören kann.

Eines der ganz großen Alben des 20. Jahrhunderts, das man auf gar keinen Fall „zu häufig“ anhören kann.

Als Jugendlichem ging es mir so, doch bis heute sollen Leute herumlaufen, die nicht wissen, dass die Band The Blues Brothers nicht nur im gleichnamigen Film von John Landis existierte. Vielmehr veröffentlichte die Band eine ganze Reihe grooviger Alben, von denen ich insgesamt mindestens drei sehr gut kenne.

Vielleicht habe ich den Soundtrack einfach zu oft gehört, um nicht sofort an ihn denken zu müssen, wenn die Sprache auf diese Band kommt. Doch das Album ist unglaublich stark. Es hat sich den Platz in dieser illustren Runde mehr als nur verdient, es war von Anfang an dafür prädestiniert

Die Songs:

Elf Songs, 40 Minuten Spielzeit, Gast-Stars ohne Ende, von der ersten bis zur letzten Sekunde Groove – alles handgemacht, wer da nicht mit den Füßen mitwippt oder die Hüften kreisen lässt, der hat das Leben nicht begriffen.

Es gibt faktisch nur Highlights auf dieser Platte, ein Hit jagt den nächsten, doch ich habe natürlich auch ein paar Favoriten, die ich besonders gern höre:

  • „She Caught The Katy“: Eine der goldenen Regeln in der Musik heißt ja, dass der Opener eines Albums stark sein muss. Dieser ist es. Im Film gleich noch mehr, denn erst wird Jake Blues völlig ohne Musik aus dem Gefängnis entlassen, dann holt ihn sein Bruder in einer „Bullenschaukel“, einem ausgemusterten Polizeiwagen, ab. Erst als sich die beiden vor den Gefängnismauern gegenüberstehen, setzt die Musik ein – mit diesem Stück. Und es verfehlt seine Wirkung nicht, zumindest nicht die Wirkung auf mich. Als ich vor gut einem Jahr bei der Blues-Band „Blues and the Gang“ für zwei Gigs aushelfen durfte, stand „She Caught The Katy“ mit auf dem Programm – das war wie eine Erleuchtung für mich, das Stück mal „von der anderen Seite aus“ kennenlernen zu dürfen. Seither mag ich es noch mehr.
  • „Peter Gunn Theme“: Unter dem Adjektiv „cool“ findet man ja viel Musik, doch dieses Stück definiert meiner bescheidenen Ansicht nach den Informationsgehalt von Coolness in musikalischer Form. Der Einstieg über Schlagzeug, Bass und Gitarre, bevor dann die Bläser mit ihrem rotzigen Riff einfallen, das ist ein derart gelungenes Stück Musik, dass ich es bereits vor einigen Jahren für meine Schul-Big Band arrangiert habe. Die Rhythmusgruppe langweilt sich zwar immer ein wenig, weil sie wirklich das gesamte Stück (mit Ausnahme der letzten zwei oder drei Takte) das gleich Pattern zu spielen haben, doch auch das kann man ja mit einer gewissen Nonchalance vortragen und sich dabei entspannen.
  • „Everybody Needs Somebody To Love“: Von allen Highlights ist dieses das mitreißendste. Ganz unzweifelhaft stellt diese Szene den Höhepunkt des Films dar: Die Blues Brothers kommen viel zu spät zum eigenen Konzert und werden entsprechend kühl empfangen. Doch mit diesem Song schaffen sie es, das Publikum auf ihre Seite zu ziehen, sogar die Polizeistreitkräfte, die sie eigentlich verhaften sollen, werden von der Kraft der Musik angesteckt und vergessen ganz, was sie eigentlich tun sollten. Ein Märchen, klar, aber ein schönes!
  • „Think“: Aretha Franklin in absoluter Höchstform! Der Song ist allein schon superb, im Film aber, gewürzt mit der süffisanten Choreographie, in den Kontext der Szene gestellt, verfehlt sie nie die Wirkung auf die Zuschauer. Meine Nackenhaare stellen sich ehrfürchtig auf, wenn ich nur an den Song denke.

Fazit

Könnte man die Zeit einfach so zurückdrehen und ohne das Auslösen diverser Zeitreise-Paradoxa ein paar Jahre in die Vergangenheit reisen, dann würde ich mir auf jeden Fall einen der legendären Live-Auftritte dieser Band reinziehen. Das muss schlicht umwerfend gewesen sein. Leider ist John Belushi ja nun schon seit etlichen Jahren tot, sodass es nicht mehr möglich ist, diesen Haufen, der „stark genug war, um Ziegenpisse in Benzin zu verwandeln“ live zu hören. Schade, sehr schade. Zum Trost kann man sich das Album aber gut und gerne ein paar hundert Mal anhören.

Links

Nachdem sich hin und wieder Leser meines Blogs über den Mangel an Links zu den Stücken beschwert haben, kommt hier – erstmalig – eine Sektion für die Musikhungrigen ohne Streaming-Abo:

So, mehr schreibe ich in diesem Jahr nicht mehr in diesen Blog hinein, lasst es euch allen gut gehen, seid nett zueinander, wir sehen/lesen/hören uns im neuen Jahr wieder!

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Werbung in eigener Sache

Heute Abend gibt es ein wirklich empfehlenswertes Konzert zu hören – Karten sind an der Abendkasse (noch) zu haben.

Heute Abend gibt es ein wirklich empfehlenswertes Konzert zu hören – Karten sind an der Abendkasse (noch) zu haben.

Es ist mal wieder soweit: Traditionell veranstaltet das OJO (Ostalb Jazz Orchestra, hier) ein Konzert mit einem namhaften Gastkünstler. Im letzten Jahr hatten wir den ganz herausragenden Trompeter Axel Schlosser zu Gast, heute Abend ist es Obi Jenne, der Schlagzeuger der SWR Big Band. Insgesamt darf sich unser Publikum auf gut zwei Stunden Spielzeit, in der Mitte von einer Pause unterbrochen, freuen. Die Stücke entstammen vielen unterschiedlichen Jazz-Stilen, im Mittelpunkt steht immer wieder das Schlagzeug, in mehreren Stücken spielen sogar zwei Schlagzeuger an individuellen Sets, sodass es sicher ein fantastischer und abwechslungsreicher Abend wird.

Wie schon in der Bildunterschrift angekündigt: Noch gibt es Karten an der Abendkasse – aber nicht mehr allzu viele. Glücklicherweise könnte ein größerer Bedarf durch das Hinzufügen von Stühlen aus weiteren Klassenzimmern des Peutinger-Gymnasiums gedeckt werden. Wer also noch Zeit und Lust oder einfach nur Interesse hat: Kommt! Es lohnt sich.

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Song des Tages (306) – 2017-07-15

Jeden Tag empfehle ich einen Song als den „Song des Tages“. Miles Davis war zu Lebzeiten eine absolut „coole Socke“. Vor einigen Jahren habe ich seine Autobiographie gelesen, die mir durchaus imponiert hat. Und im Lauf der Zeit habe ich den einen oder anderen Hit in seinem Repertoire für mich entdeckt. Diese Stücke kann ich jederzeit anhören und mich dabei einfach besser fühlen. Eines dieser Stücke habe ich zum heutigen Song des Tages erkoren, es handelt sich um ein in der Jazzwelt nicht ungewöhnliches Wortspiel, das den Namen des Interpreten aufgreift: „Milestones“:

Ähnliche Wortspiele gibt es auch bei Charlie Parker, der mit Spitznamen „Bird“ hieß, denn er schrieb Stücke mit Titeln wie „Bird Gets The Worm“ oder „Ornithology“.

Noch eine Bemerkung zum heutigen Song des Tages: Hierbei handelt es sich um modalen Jazz. Miles Davis wollte weg vom typischen Bebop-Gedudel, bei dem die Interpreten sich beim Improvisieren so schnell über die vorgegebenen Akkorde bewegen mussten (Tempo nicht selten bei 250+ bpm), dass sie nach einer Weile immer floskelhafter spielten. Dies wollte Miles Davis nicht, also nahm er das wichtigste Element für das ihm verhasste „Gedudel“ aus der Gleichung: Die Akkordfolge mit ihrer eigenen Dynamik, die dann dadurch die Improvisation antreibt. Stattdessen bleibt jeweils ein einziger Akkord (gefühlt) minutenlang stehen. Nun ist der Solist gezwungen, sich neue (wenn nicht gar neuartige) Gedanken darüber zu machen, wie die Zeit zu füllen ist. Nicht ganz ohne, nach einer gewissen Zeit jedoch sehr befreiend!

Alle Songs in meiner freigegebenen Apple Music-Playlist.

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Song des Tages (242) – 2017-05-12

Jeden Tag empfehle ich einen Song als den „Song des Tages“. Boxen interessiert mich persönlich so rein gar nicht, auch Filme über das Boxen können mich nur in sehr geringem Maß zum Ansehen motivieren. Und doch gibt es einen Song, der auf ewig mit der Gestalt eines (fiktiven) Boxers verbunden ist – und dieses Stück (es handelt sich um ein Instrumentalstück) ist derart gut und auch noch weithin bekannt, dass ich nicht umhin kam, es in diese Liste aufzunehmen (noch dazu spielt eine Trompete die Hauptmelodie). Der heutige Song des Tages wird gespielt von Maynard Ferguson und heißt „Gonna Fly Now“:

Und nun die Quizfrage: Zu welchem Film gehört das Stück? Wer es weiß, darf gern einen Kommentar hinterlassen – zu gewinnen gibt es leider nichts, außer natürlich dem erneuten Anhören dieses klassischen Ohrwurms!

Alle Songs in meiner freigegebenen Apple Music-Playlist.

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Song des Tages (230) – 2017-04-30

Jeden Tag empfehle ich einen Song als den „Song des Tages“. Während des Studiums nahm ich dreimal an einer Mischung aus Workshop, Recording-Session und diversen Aufführungen in Bayreuth teil. Die CDs höre ich mir gelegentlich (na ja, ganz ehrlich: ziemlich selten) noch an, denn sie wecken eine ganze Reihe schöner und nostalgischer Erinnerungen. Ein großer Teil der schönen Erinnerungen liegt in der Tatsache begründet, dass wir trotz des rein klassischen Kursprogramms allabendlich eine beinahe schon „orgiastisch“ zu nennende Jazz-Jam-Session gemacht haben. Eines der besten Stücke, das wir dabei spielten, hieß „Blue Monk“ und stammte vom vielleicht exzentrischsten Jazz-Musiker aller Zeiten, Thelonious Monk. Im Prinzip ist es ein einfaches Blues-Schema mit einer Melodie, die vielen Udo Lindenberg-Fans vertraut vorkommen sollte. Darüber spielten wir unendlich lange ein Solo nach dem anderen. Klarinetten, Trompeten, Posaunen, Klavier, Kontrabass – jeder, der wollte, stieg ein und gab alles. Das war wundervoll!

Und auf diese Weise hat sich diese kleine, aber feine Jazz-Nummer einen Platz als heutiger Song des Tages verdient: „Blue Monk“ von Thelonious Monk:

So, und jetzt stellt euch das einfach mal bildlich vor: Zehn, zwölf oder fünfzehn Musikstudenten aus mindestens drei verschiedenen Ländern (Deutschland, Frankreich, Polen), die nach acht oder zehn Stunden konzentrierter Proben- oder Aufnahmearbeit noch stundenlang in gelöster Stimmung amerikanischen Bebop im verschneiten Bayreuth spielen. So sieht wahre Völkerverständigung aus, und das war schon vor gut 20 Jahren.

Also, liebe Bildungspolitiker: Statt immer nur die „harten“ Fächer zu pushen, denkt einmal darüber nach, was für die friedliche und produktive Zusammenarbeit von jungen Erwachsenen hier so hilfreich war. Auch wenn ich nicht in die Köpfe der anderen sehen kann, bin ich überzeugt, dass einige der damaligen Teilnehmer von Zeit zu Zeit so wie ich an die zwei Wochen in Bayreuth zurückdenken. Und es sind schöne Erinnerungen. Deshalb „Blue Monk“ am heutigen Tag.

Alle Songs in meiner freigegebenen Apple Music-Playlist.

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Song des Tages (162) – 2017-02-20

Jeden Tag empfehle ich einen Song als den „Song des Tages“. Mein nächst älterer Bruder ist ein großer Jazz-, Soul-, Funk-Fan, der mir schon in meinen jungen Jahren so einige musikalische Interessensgebiete quasi „en passant“ verschafft hat. Eine Gruppe, die er besonders schätzte (und sicher bis heute schätzt), war (ist) Blood, Sweat & Tears. Irgendwann im Studium zog ich also los, um mir ein „Best of“-Album zuzulegen, das ich bis heute habe. Darauf sind wirklich lauter Stücke, die ich fast unbesehen in diese exklusive Playlist werfen könnte. Doch selbst unter den guten Songs gibt es ein paar, die eben noch einen Tick besser sind. Und somit habe ich als den heutigen Song des Tages das einmalig rockige und inhaltlich ziemlich fiese „Lucretia MacEvil“ von Blood, Sweat & Tears herausgesucht:

Der Song ist ja nun mindestens so alt wie ich, vermutlich sogar noch älter. Aber er groovt derart los, dass ich mich ihm nicht widersetzen kann. Vor allem dann, wenn das Klavier nach dem Break wieder einsetzt – da können die Füße kaum mehr stillstehen… Und dann ist da noch dieses sensationell wilde Trompetensolo (gespielt vom leider viel zu früh verstorbenen Lew Soloff)

Alle Songs in meiner freigegebenen Apple Music-Playlist.

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Song des Tages (158) – 2017-02-16

Jeden Tag empfehle ich einen Song als den „Song des Tages“. Mit Erschrecken musste ich vor ein paar Tagen lesen, dass ein weiterer meiner musikalischen Helden gestorben ist. Noch dazu einer, der bislang schon einmal in dieser exklusiven Playlist aufgetaucht ist: Al Jarreau. Vor einigen Jahren habe ich eine faszinierende Dokumentation über ihn gesehen, in der er einfach so vor laufender Kamera aus dem Stand ein paar Vokalakrobatik-Nummern durchzog, dass mir die Ohren wackelten. Fantastisch! Und doch kam er als eher bodenständiger Typ rüber, was ich als sehr sympathisch empfand.

Der heutige Song des Tages ist schon über 30 Jahre alt, dennoch gehört er mit seinem funkigen Groove zu meinen dauerhaften Al Jarreau-Favoriten: „Boogie Down“:

(Die Trompeten-Parts klingen fast so, als wären sie synthetisch, doch die sind alle echt. Der Trompeter Jerry Hey war bekannt für seinen glatten und makellosen Klang, der hier eben zu diesem leichten Missverständnis führen kann…)

Bereits in den frühen 1990er Jahren habe ich diesen Song in Würzburg in der Big Band der Sing- und Musikschule gespielt. Da kam ich auf den Geschmack, denn der Song war für mich als Teenager richtig schwer an der Trompete (immerhin geht er in teils superschnellen Licks bis ans dreigestrichene E). Doch gerade das spornte mich an, also übte ich, bis die Nummer ging. Insofern hat mich Al Jarreau nicht nur musikalisch inspiriert, er hat mich auch indirekt angetrieben und meiner späteren Berufung näher gebracht.

Alle Songs in meiner freigegebenen Apple Music-Playlist.

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52 Wochen – Teil 46 („Lampenfieber“)

Am 5. Januar trat ich mit Blues & The Gang im Aalener Frapé auf. Der Auftritt lief gut, ich kann mich gar nicht beschweren – auch wenn natürlich der eine oder andere Ablauf mal eben spontan auf der Bühne geändert wurde. Aber wofür hatten wir vorher geprobt, doch nur um genau darauf gefasst zu sein, oder? Spaß beiseite: Der Gig war richtig gut, das Publikum ging toll mit, die Stimmung im Raum war exzellent (siehe Zeitungsbericht, auch wenn mein Name durch den des regulären Trompeters ersetzt wurde, der aktuell noch im Urlaub weilt).

Nun dürfte man coole Livebilder erwarten, die mich frivol mit dem Hintern wackelnd im Kreis der Band zeigen, doch erstens habe ich von den übrigen Musikern noch keine Bilder erhalten, zweitens habe ich in den Pausen eher streng (man könnte auch von „gequält“ sprechen) dreingeblickt, denn draußen war es kalt (gute -16 Grad Celsius), die Zeit lag wieder einmal außerhalb meiner Komfortzone (Beginn: 21:25 h, Ende: 0:15 h) und – für mich eindeutig am schlimmsten – Zigarettenrauch. Der ganze Laden, auch der Rückzugsraum für die Band, alles waberte nur so von Rauch.

Vor einer geraumen Weile habe ich mich zu dem Thema ja schon einmal ausgelassen (hier). Schon da habe ich darauf hingewiesen, dass ich kein militanter Nichtraucher bin, der dann aggressiv auf die Raucher zugeht und sie anschnauzt (wäre in einem Raucherlokal auch wenig hilfreich gewesen), aber üblicherweise entziehe ich mich aktiv der Umgebung, in der geraucht wird. Schnell und effektiv. Das ging nicht, da ich von 19:20 bis 0:20 h in eben diesen Räumlichkeiten bleiben musste (wenn ich nicht erfrieren wollte). Also hielt ich es mit zusammengebissenen Zähnen aus. Tja, und genau so sehe ich heute auf den Selfies auch aus:

Ein paar Impressionen von mir als dezent aufgeregtem Trompeter – der etwas gequälte Gesichtsausdruck ist aber eher dem Dauergequalme der Gäste geschuldet gewesen...

Ein paar Impressionen von mir als dezent aufgeregtem Trompeter – der etwas gequälte Gesichtsausdruck ist aber eher dem Dauergequalme der Gäste geschuldet gewesen…

Genug davon: Der Gig war wirklich fantastisch (abgesehen vom Rauch), der Titel der heutigen Selfie-/Foto-Collage lautet aber „Lampenfieber“ – und das völlig zu Recht, denn ich war geradezu „höllisch“ aufgeregt.

Bevor ich Musik studiert habe, dachte ich immer: „Wenn ich das Studium mal hinter mir habe, dann gehe ich viel relaxter und sicherer an die Auftritte heran.“ Weit gefehlt, denn mit den Fähigkeiten stiegen auch die Ansprüche. Wer mehr kann als vorher, erwartet entsprechend mehr als vorher. So erging es auch mir, weswegen ich überhaupt nicht davon reden kann, eine „coole Socke“ zu sein. Nach außen hin schon, innerlich jedoch war ich alles andere als entspannt. Auch das wirkte nachhaltig auf meinen düsteren Gesichtsausdruck.

Zur Aktion „52 Wochen“

Seit nunmehr 46 Wochen läuft Zeilenendes Foto-Aktion „52 Wochen“, an der ich teilnehme (hier findet man alle meine Beiträge). Ziel ist es, jeden Sonntag ein neues Selfie oder Portrait einzustellen. Die übrigen Teilnehmer sind:

Fortsetzung: Die nächsten 52 Wochen?

Das habe ich letzte Woche schon gefragt: „Gibt es eigentlich schon einen Plan, die hier geballte Kreativität (also die aller am Projekt teilnehmenden Blogger) in neue Bahnen zu lenken, denn in nur sechs Wochen ist ja schon Feierabend…?“ Der gute Zeilenende hat auch schon ein paar Vorschläge gemacht (siehe Kommentare von letzter Woche), womöglich bringt aber noch jemand aus der illustren Runde einen innovativen Vorschlag ein.

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