Gehört: „Suizid“ von Dean Koontz

Wie ich bereits erwähnte (hier), bietet Apple Music auch eine nicht ganz geringe Menge an Hörbüchern und Hörspielen für seine Abonnenten an. Als großer Dean Koontz-Fan war ich natürlich erfreut, dort ein relativ aktuelles Hörbuch zu finden, dessen Titel mich jedoch ein paar Mal vor dem Herunterladen zurückschrecken ließ: „Suizid“.

Gruseliger Titel, aber eine wundervoll spannende Geschichte mit einem leicht offenen Ende — Dean Koontz vom Feinsten!
Gruseliger Titel, aber eine wundervoll spannende Geschichte mit einem leicht offenen Ende — Dean Koontz vom Feinsten!

Was genau mich an dem Titel so abschreckte, kann ich gar nicht sagen, denn ich zähle sicher nicht zur „Risiko-Gruppe“, kenne persönlich auch niemanden, der sich umgebracht hat. Dennoch ist es kein Thema, über das ich stundenlang beschallt werden möchte.

Irgendwann überwand ich mich – zum Glück, denn es lohnte sich, dieses ca. siebenstündige Hörbuch anzuhören. Der von mir mit eher gemischten Gefühlen aufgenommene Titel hat eher mit dem Auslöser einer langen und sehr spannend geschilderten Ermittlung zu tun, taucht also nur peripher im Roman auf. Tatsächlich steigt zu Beginn der Handlung die Selbstmordrate in den USA seit Monaten kontinuierlich an. Betroffen ist auch der Ehemann einer FBI-Agentin namens Jane Hawk, was diese dazu bringt, der Sache auf den Grund gehen zu wollen. Natürlich kann sie als direkt Betroffene nicht in offiziellem Auftrag ermitteln, also lässt sie sich beurlauben, um auf eigene Faust zu ermitteln, was jedoch schon bald zu einigen sehr verstörenden Erkenntnissen und einem furchterregenden Verdacht führt…

Meine Frau blickte mich übrigens auch ganz skeptisch an, als ich ihr das Hörbuch empfahl (sie mag die Romane von Dean Koontz, vor allem die „Odd Thomas“-Reihe), doch mittlerweile hat sie sich das Hörbuch schon mindestens zweimal angehört. Kein Wunder, ist die Protagonistin der Geschichte doch eine echte Powerfrau, der Erzählstil ist flüssig und macht ständig Lust auf mehr.

Da es sich um eine gekürzte Fassung handelt, scheint wirklich alles „unnötige“ Drumherum ausgespart worden zu sein. Üblicherweise bin ich ein großer Freund ungekürzter Hörbücher, hier aber war der Kompromiss sicher nicht schlecht, denn das Ergebnis ist sehr gelungen. Wer also ebenfalls Apple Music-Abonnent ist, darf (hier) beherzt auf den Download-Knopf drücken.

Aktuelles Lese- und Hörfutter

I. Lesefutter

Seit einigen Tagen lese ich voller Begeisterung „Tommyknockers – Das Monstrum“ von Stephen King, einen wirklich „dicken Schmöker“ aus dem Jahr 1987.

Einer der langen, epischen Wälzer vom „Meister“, der allerdings überwiegend kurzweilig zu lesen ist – bislang sehr empfehlenswert!
Einer der langen, epischen Wälzer vom „Meister“, der allerdings überwiegend kurzweilig zu lesen ist – bislang sehr empfehlenswert!

Nach der üblichen „Einlesephase“, die jedes Buch braucht, habe ich jeden Tag eifrig weiter gelesen. So kam ich auch schon bald an den Punkt, ab dem man dann binnen Sekunden in die bereits bekannte Welt eintaucht, die vielen Namen (und bei einem so dicken Wälzer sind es wirklich viele Charaktere, denen man so begegnet) einsortiert und innerlich an die vorher geschilderten Ereignisse anknüpft.

Die Handlung ist bisher noch in der Aufbauphase, die dann aller Erwartung nach sicher in eine immens spannende Klimax übergehen wird. Noch werden viele einzelne Handlungsstränge eingeführt, Stück für Stück miteinander verwoben und die einzelnen Charaktere vorgestellt bzw. vertieft. Die Stadt Haven, in der die Geschichte spielt, wird allmählich immer plastischer, hier kann Stephen King seine große Stärke, den Detailreichtum, voll ausspielen.

Ich kann jeden verstehen, der keine Lust auf diese Informationsdichte hat, denn hin und wieder gerät das Lesen dazu zu einem ermüdenden Prozess. Mir gefällt dieser Stil jedoch, da er mir das tiefe Eintauchen in die fiktive Geschichte erleichtert. Insofern freue ich mich auf jede weitere Seite in diesem Buch – aktuell stehe ich kurz vor der Mitte, die Schlussklimax wird wohl noch einige Seiten auf sich warten lassen.

II. Hörfutter

Tja, einmal King, immer King. Ich bin seinem Schreibstil wohl vollkommen verfallen, denn aktuell höre ich beim morgendlichen Laufen seinen neuesten Roman: „Sleeping Beauties“.

Der neue King-Roman ist faszinierend, höchst spannend und weist ein paar willkommene Parallelen zu „The Stand“ auf – sehr gut!
Der neue King-Roman ist faszinierend, höchst spannend und weist ein paar willkommene Parallelen zu „The Stand“ auf – sehr gut!

Geschrieben hat er ihn gemeinsam mit seinem Sohn Owen King, wobei ich bislang keine stilistischen Divergenzen zu den früheren Romanen feststellen kann. Auch hier werden die Charaktere eingeführt und liebevoll ausgestaltet, sodass sich ein stimmiges Gesamtbild ergibt.

Der erste Einstieg war ein wenig anstrengend, weil ich mich in den ersten Laufminuten nicht gut konzentrieren konnte und so gerade in der Einstiegsphase manches Detail verpasste. Das stört mich aber gar nicht so sehr, denn ich werde das Hörbuch später sicher noch ein paar Mal anhören, dabei fallen dann die neu hinzukommenden Informationen in ein gut vorbereitetes Beet, um so den vorher geschaffenen Gesamteindruck noch zu komplettieren.

Wie ich direkt unter dem Cover-Bild geschrieben habe, gibt es Parallelen zu einem meiner anderen King-Lieblingsromane: „The Stand – Das letzte Gefecht“, den ich bereits als Jugendlicher mehrfach gelesen, vor ein paar Jahren auf Englisch neu gelesen und dann als Hörbuch mindestens zwei- oder dreimal komplett angehört habe (und das ist ein laaaanges Ding!). Die Parallele besteht darin, dass bei „The Stand“ eine Seuche namens „Captain Trips“ die Menschen befällt und tötet, bei „Sleeping Beauties“ dagegen die sog. „Aurora-Grippe“ alle Frauen zum Einschlafen bringt. Kaum schlafen sie, wächst ein Kokon um sie herum, aus dem man sie besser nicht weckt. Der gesamte bisherige Verlauf – ich bin gerade ungefähr in der Mitte des Hörbuchs angekommen – erinnert von der Herangehensweise und auch dem Erzählstil stark an „The Stand“, es kann aber gut sein, dass die Geschichte sich nur zu bald in eine völlig andere Richtung bewegen wird. Es bleibt spannend.

Soweit der aktuelle Stand, sobald ich mit den beiden Schätzlein durch bin, gibt es gesonderte Rezensionen.

Gehört: „Ready Player One“

Apple Music bietet für die Abonnenten nicht nur Musik und Musikvideos, sondern auch eine angenehme Auswahl von Hörspielen und Hörbüchern. Selbstverständlich habe ich alles von Stephen King, das bei Apple Music im Angebot ist, schon lange durch, die letzten drei oder vier „Cotton Reloaded Nemesis“-Episoden ebenfalls, doch dann stolperte ich über mein gerade heute fertig gehörtes Juwel: „Ready Player One“ von Ernest Cline.

Eines der gelungensten Hörbücher der letzten Jahre, ich kann es uneingeschränkt empfehlen, auch wenn Menschen meines Alters (so Anfang bis Mitte 40) den meisten Genuss draus ziehen werden...
Eines der gelungensten Hörbücher der letzten Jahre, ich kann es uneingeschränkt empfehlen, auch wenn Menschen meines Alters (so Anfang bis Mitte 40) den meisten Genuss draus ziehen werden…

Da die Verfilmung des Romans gerade im Kino läuft, ist die mediale Aufmerksamkeit diesbezüglich nicht zu übersehen. Wenn es jedoch die Möglichkeit gibt, höre ich mir zuerst das Hörbuch an oder lese das Buch, um die intensivere Perspektive zu genießen, meine eigene innere Vorstellung entstehen zu lassen – und somit eine „intimere“ Beziehung zur Geschichte aufzubauen. Insofern freute ich mich sehr, das Hörbuch im Apple Music-Angebot zu entdecken. Für 15 Euro im Monat genießen meine Frau, ich und alle drei Kinder die Option, alles, was uns interessiert (und das angeboten wird) ohne Zusatzkosten anzuhören.

Zum Roman: Allzu viel möchte ich nicht verraten, sonst verderbe ich womöglich jemandem den Spaß, aber einige Details kann ich hier völlig risikofrei offenlegen. Der Roman befasst sich einerseits mit Computerspielen und virtueller Realität, rollt dabei aber en passant auch gleich die Geschichte der Computerspiele und Spielkonsolen auf, schwelgt in der Nostalgie der Spieleklassiker der 1980er Jahre und erzählt eine spannende Geschichte über Wettkampf, Intrigen, Strategien, Käuflichkeit versus Integrität und – natürlich – Liebe.

Für Menschen meiner Altersklasse, also 40 und aufwärts, ist der Roman schon deshalb so faszinierend, weil er viele Elemente unserer Vergangenheit, gerade der Zeit der maximalen Faszination für derlei fesselnde Computer-/Videospiele, aufgreift. Zusätzlich wird alles garniert mit Gestalten aus den beliebten Fernsehserien und der Musik dieser Zeit, so erhalten die Band Rush, die ich in meiner Song des Tages-Rubrik schon einige Male ins Zentrum gestellt habe, und Wil Wheaton (ja, Fähnrich Wesley Crusher aus Star Trek – The Next Generation) ihre eigene Erwähnung, darüber hinaus kommen schier unzählige Autoren bzw. Werke der Literatur sowie Filmklassiker zu Wort (kein Wortspiel, es wird immer wieder direkt aus einigen Werken zitiert).

Gelesen wird das Hörbuch von David Nathan, der mir als altem Stephen King-Fan schon bestens bekannt ist, schließlich liest er viele der ganz langen Romane des „Meisters“, sodass man seine Stimme jeweils lockere 30-50 Stunden (ja, das Hörbuch von „Es“ dauert satte 51 Stunden) hört – ab einem gewissen Zeitpunkt ist einem die Stimme wirklich sehr vertraut. So fühlte ich mich sehr schnell heimisch beim Anhören, sicherlich ein Vorteil.

Alles in allem ist das Hörbuch aus meiner Sicht bereits jetzt ein moderner Science Fiction-Klassiker, ein intelligenter und spannender Roman voller Anspielungen auf Elemente der Pop-Kultur der 1970er, 1980er und 1990er Jahre. Wer also ein gewisses Alter und die entsprechende Kenntnis der Literatur, Musik und Filme der erwähnten Jahrzehnte aufweisen kann, wird hier voll auf seine Kosten kommen. Ich habe das Hörbuch von Beginn bis zur letzten Sekunde genossen, in ein paar Wochen oder Monaten gibt es noch einen weiteren Durchgang, ganz sicher!

Gesehen: „Valerian – Die Stadt der tausend Planeten“

Luc Besson gehört schon seit einigen Jahren zu meinen Lieblings-Regisseuren, da er nicht „nur Filme macht“ sondern meist gleich ganz eigene Welten erstehen lässt. Meine Favoriten unter seinen bereits weithin bekannten Filmen sind: „Leon – Der Profi“, „Das fünfte Element“, „Taxi“ (als Produzent) und „The Big Blue – Im Rausch der Tiefe“. Häufig kann man schon nach recht kurzer Zeit seine typische Handschrift als Regisseur erkennen.

„Valerian – Die Stadt der tausend Planeten“ – moderne und unterhaltsame Science Fiction, mehr davon, bitte!
„Valerian – Die Stadt der tausend Planeten“ – moderne und unterhaltsame Science Fiction, mehr davon, bitte!

Am letzten Wochenende nun gab es „Valerian – Die Stadt der tausend Planeten“, Besson’s neuesten Film, bei iTunes für knapp sieben Euro im Angebot. Ich griff zu, vorgestern sahen wir ihn uns abends an.

Und die Erfahrung war erstaunlich, denn die ersten 20, vielleicht sogar 30 Minuten konnte ich mich nicht entscheiden, ob der Film ernst gemeint oder eher eine Science Fiction-Persiflage sein sollte. Wie sich herausstellte, ist der Film durchaus ernst gemeint und arbeitet sich zu einem furiosen Finale hinauf (mehr erzähle ich darüber nicht, will ja kein böser Spoiler-Verbreiter sein). Doch in der Eröffnungsphase des Films ist es wirklich kaum zu entscheiden, da sich nach Abhandlung der Vorgeschichte die beiden Hauptfiguren, Valerian und Laureline, einen extrem überzogenen (und dadurch irrsinnig komischen) „Zickenkrieg“ bieten.

Danach nimmt die Geschichte ordentlich an Fahrt auf, sodass man den Rest der gut zweieinviertel Stunden gebannt auf die opulente Bilderflut guckt, den sinnlichen Rausch in sich aufnimmt und die Welt um sich herum vergisst. Wer Gefallen an mit komödiantischen Elementen durchsetzter, optisch unglaublich vielseitiger und ansprechender Science Fiction findet, wird hier sicher zufrieden gestellt. Ich habe den „Trip“ auf jeden Fall genossen.

Gelesen: „Cujo“ von Stephen King

Kurzweilig, gruselig und spannend – das Ende ist sehr dramatisch. Wer einen schnellen und schweißtreibenden Lese-Trip erleben will, ist hier gut aufgehoben.
Kurzweilig, gruselig und spannend – das Ende ist sehr dramatisch. Wer einen schnellen und schweißtreibenden Lese-Trip erleben will, ist hier gut aufgehoben.

Besorgt hatte ich mir das Buch schon vor gut einem Jahr, denn als Teenager hatte ich die Verfilmung des Buchs gesehen. Diese hatte mich nachhaltig beeindruckt, auch wenn sie am Ende vom Roman abweicht, wenngleich ich das vorher gar nicht wusste.

Klappentext

Direkt im Buch steht der folgende Klappentext, der den Inhalt auch auf gelungene Weise anreißt:

Vic und Donna Trenton sind aus der Großstadt New York in die idyllische Kleinstadt Castle Rock in Maine gezogen. Vic will dort seinen Traum, eine eigene Werbeagentur aufzubauen, verwirklichen, steht aber schließlich vor dem finanziellen Ruin. Donna sitzt als gelangweilte Hausfrau mit ihrem vierjährigen Sohn Tad daheim; sie hat gerade eine Affäre mit einem Tennislehrer beendet.
Donna macht sich eines Tages mit Tad auf den Weg zu Joe Camber, um von ihm etwas an ihrem Wagen reparieren zu lassen. Was sie nicht weiß: Joe ist auf grausame Weise von Cujo, dem tollwütigen Bernhardiner seines Sohnes Brett, getötet worden. Als sie die abgelegene Farm erreichen, fällt der reparaturbedürftige Automotor ganz aus. Weil draußen die mordende Bestie lauert, können Donna und Tad die Wagenkabine aber nicht verlassen. Weit und breit ist keine Menschenseele zur Rettung zu sehen. Im heißesten Sommer, den Castle Rock je erlebt hat, beginnt ein aussichtsloser Überlebenskampf…

Leseerlebnis

Stephen King ist ja nun nicht gerade dafür bekannt, seine Geschichten in aller Kürze zu verfassen, aber für einen seiner Romane ist „Cujo“ wirklich ein ziemlich kurzes Lesevergnügen, das in ordentlichem Tempo auf seinen mehrfachen Erzählebenen dahintrabt.

Da mir der Inhalt vom Film her in groben Zügen bekannt war, stellte der Roman eine angenehme Vertiefung dar, denn einige Elemente, die im Roman relativ viel Platz einnehmen, spielten in der Verfilmung – zumindest meiner Erinnerung nach – eine sehr untergeordnete oder sogar gar keine Rolle.

Alle Charaktere (inklusive des Hundes Cujo) erleben eine derart starke Veranschaulichung, dass man an ihren Beweggründen Anteil nimmt, mit ihnen fiebert, sie verurteilt, ihnen Glück oder die Pest an den Hals wünscht — all das, was die Lektüre eines Buchs nun einmal so unwiderstehlich faszinierend macht.

Die DVD habe ich mir vor ein paar Monaten schon besorgt, allerdings habe ich mir das Ansehen bis heute aufgespart, denn zuerst wollte ich das Buch lesen. Da das Interesse an der Geschichte in den letzten Wochen stärker geworden war, lud ich das Buch also wieder in iBooks und begann mit dem Lesen. Trotz der ganzen Arbeit (und die letzte Woche war wirklich gut gefüllt) und diversen zusätzlichen Aktivitäten (Stolpersteinverlegung in Aalen, Proben etc.) habe ich das Buch in knapp über einer Woche geschafft, auch wenn ich bis auf die letzten Tage kaum mehr als zehn Minuten pro Tag ins Lesen investieren konnte.

Fazit

Ein sehr spannender Roman, der eindeutig der Horror-Literatur zuzuordnen ist, auch wenn es glücklicherweise kaum eklige Stellen gibt. Der Gruselfaktor geht, wie bei Stephen King üblich, nicht zwingend vom tollwütigen Hund aus, auch wenn er den größten Horrorfaktor des Romans darstellt. Nein, die beklemmenden Umstände des alltäglichen Lebens sowie die kleinen und immer im genau falschen Moment auftretenden Probleme, die sich dann zu wahren Problembergen auftürmen, sich zu einem immer stärker an den handelnden Personen ziehenden und zerrenden Strudel entwickeln, sie bringen den wahren Horror mit sich, denn jeder Leser kann sich zumindest in einen Teil dieser Probleme hineinversetzen. Und Stephen King ist es gelungen, das in der Form eines Romans perfekt umzusetzen.

Gesehen: Akte X – Staffeln 1-3

Mein aktueller Serien-Fetisch: „Akte X“ – drei Staffeln geschafft, noch warten acht weitere auf mich...
Mein aktueller Serien-Fetisch: „Akte X“ – drei Staffeln geschafft, noch warten acht weitere auf mich…

Ja, ich bin fast 25 Jahre zu spät zur „Akte X“-Party gestoßen, doch jetzt genieße ich jede Folge, wenn ich sie mir beim Rudertraining ansehe. In meiner Jugend war es meine Schwester, die völlig vernarrt in Mulder und Scully jede Folge sehen musste, die ausgestrahlt wurde. Sie bastelte sich – in Ermangelung geeigneter käuflicher Exemplare – ihr eigenes „Akte X“-Poster, kurz: Sie verkörperte den klassischen Sci-Fi-Nerd. Bewundernswert, zumindest in der Retrospektive. Denn damals fühlte sich das noch albern an, ich machte mich – und das trotz meiner eigenen Star Trek-Fanschaft – über ihr Nerdtum lustig. Heute sieht die Sache dagegen ganz anders aus, denn nun kann ich die jeweils nächste Folge kaum erwarten.

Mittlerweile habe ich mein Vorhaben umgesetzt und mein Sportpensum etwas reduziert, sodass ich aktuell morgens etwa 10 Kilometer renne und dann die 90 Minuten noch mit Training auf dem Rudergerät auffülle. Das klappt gut, denn ich kann etwas länger schlafen (Aufstehen jetzt erst um 4:25 h), noch dazu bekomme ich auch auf diese Weise mein Bewegungsziel für den Tag voll – was will ich also mehr.

Bei den aktuell so niedrigen Temperaturen (hier in Aalen hatte es heute früh gute -11 Grad Celsius) ziehe ich ganz einfach das Laufband vor, dabei lege ich mein iPad auf das Laufband-Display (mit einem gefalteten Tuch als Abstandshalter, das klappt sehr gut). Während der insgesamt ca. 90 Minuten Training kann ich mir zwei Akte X-Folgen ansehen, ein Ritual, auf das ich mich tagtäglich freue. Mittlerweile bin ich mit der dritten Staffel fast komplett fertig, ich freue mich schon auf die weitere Entwicklung, denn die Serie ist ein absolutes Fest für Science Fiction-Fans. Außerdem zeugt jede neue Folge von der Nerdschaft der Serienmacher, denn immer wieder wird auf diverse Vorbilder in Literatur, Film und sogar anderen Serien Bezug genommen. Wenn man diese Bezüge erkennt, kann man sich jeweils freuen und die Parallelen genießen.

Morgen früh warten die nächsten zwei Folgen – ich freue mich schon!

Album der Woche – Episode 11 – 2017-11-26

Jede Woche präsentiere ich ein Album, das mir persönlich gut gefällt. Im Vorfeld höre ich es noch einmal (oder häufiger) durch und bemühe mich dann, es allen Interessierten „schmackhaft“ zu machen.

Ramin Djawadi: „Warcraft: The Beginning“

Gelungener Soundtrack zu einem spannenden Film: „Warcraft: The Beginning“ von Ramin Djawadi
Gelungener Soundtrack zu einem spannenden Film: „Warcraft: The Beginning“ von Ramin Djawadi

Gestern früh stand ich um ca. 5:00 h auf, um mich zum Laufen aufzumachen. Schon während der paar Minuten, die ich noch im Bett verweilte, prasselte der Regen heftig gegen das Fenster des Schlafzimmers. Als ich dann zum Fenster hinausblickte, sah ich das, was man allgemein als „es regnete Hunde und Katzen“ bezeichnet. Es war wirklich ekelhaft nass. Und windig. Und kalt. Noch bevor ich meine Laufklamotten hätte anziehen können, war der Entschluss gefasst: Laufband!

Wenn ich schon auf das Teil gehe, dann nutze ich den Luxus, den mir dieser Umstand bietet, voll aus: Ich suchte mir einen Film mit gut zwei Stunden Laufzeit aus, legte das iPad auf die Ablage, koppelte die Kopfhörer und legte los. Und der Film war bombastisch, ein optisches Highlight, spannend, nicht zu komplex, aber auch nicht zu banal – perfekt für‘s Laufen. Es handelte sich um den 2016 veröffentlichten Film „Warcraft: The Beginning“ von Duncan Jones.

Für‘s Laufen wie gemacht: „Warcraft: The Beginning“ – spannende Fantasy-Action!
Für‘s Laufen wie gemacht: „Warcraft: The Beginning“ – spannende Fantasy-Action!

Ich habe noch nie „World of Warcraft“ gespielt, wohl aber in den 1990er Jahren die alte Version namens „Warcraft 2“, damals tatsächlich noch auf einem Windows-PC (so etwas besitze ich seit 2005 nicht mehr). Daher waren mir die verfeindeten Gruppen der Orcs und Menschen vertraut, sodass der Film in dieser Hinsicht gleich auf einen gut vorbereiteten Boden fiel. Und er gefiel mir wirklich.

Die Stücke:

Insgesamt beinhaltet das 2016 erschienene Soundtrack-Album 19 Titel mit einer Spielzeit von etwa 61 Minuten. Ich werde ausnahmsweise heute keine persönlichen Empfehlungen abgeben, denn dazu kenne ich das Album – es befindet sich ja erst seit gestern in meiner Musik-Bibliothek – noch nicht gut genug. Ich habe es jedoch als Hintergrundbegleitung den gesamten gestrigen Tag immer wieder laufen lassen und auch heute früh wieder angehört. Mir gefällt die Musik sehr.

Den Komponisten Ramin Djawadi kannte ich vorher gar nicht, zumindest hatte ich den Namen nie bewusst wahrgenommen, bei weiteren Nachforschungen fand ich allerdings schnell heraus, dass er z.B. für den Soundtrack zu „Iron Man“ und der HBO-Serie „Game of Thrones“ verantwortlich war/ist. Anscheinend lohnt es sich, den Namen im Kopf zu behalten, denn der Soundtrack zu „Warcraft: The Beginning“ ist angenehm abwechslungsreich und schafft gute musikalisch Personencharakterisierungen sowie Abgrenzungen zwischen der Welt der Orcs und der der Menschen.

Spannung – Rekord

Der Film war so spannend und actionreich, dass ich streckenweise recht schnell gelaufen bin. Auf dem Laufband starte ich aktuell immer bei 8 km/h, dann geht‘s jeden halben Kilometer um 0,1 km/h hoch. Bei einer Entfernung von fünf Kilometern liege ich also bei 9 km/h, bei zehn erreiche ich die 10 km/h, bei 15 die 11 km/h und bei 20 die 12 km/h (das entspricht exakt 5 Minuten/Kilometer). Das klingt erst einmal nicht allzu spannend, da es aber keine Pausen gibt, wird die Sache im Lauf der Zeit recht schweißtreibend.

Da ich so auf den Film konzentriert war, rannte ich einfach nach Gefühl, bei jedem Piepsen der Uhr (alle 500 Meter) drückte ich automatisch auf die „+“-Taste, die das Tempo erhöht. Erst als ich fertig war, informierte mich die Nike Running Club-App darüber, dass es mein schnellster Halbmarathon gewesen sei:

Halbmarathon unter zwei Stunden – und das ganz ohne Planung, schön!
Halbmarathon unter zwei Stunden – und das ganz ohne Planung, schön!

Vermutlich wäre ich bei einem anderen Film nicht ganz so schnell gerannt, doch hier war es wirklich eine gänzlich unbewusste Geschichte, die einfach durch die massive Action im Film ausgelöst wurde. Eine schöne Überraschung!

Fazit

Soundtrack-Alben sind immer eine heikle Sache, denn wer den Film nicht mag, wird meist auch die Musik ganz grundsätzlich ablehnen. In diesem Fall hat mich der Soundtrack angenehm überrascht und mich auf eine neue Person unter den vielen Filmmusik-Komponisten aufmerksam gemacht. Sehr schön!

Album der Woche – Episode 9 – 2017-11-12

Jede Woche präsentiere ich ein Album, das mir persönlich gut gefällt. Im Vorfeld höre ich es noch einmal (oder häufiger) durch und bemühe mich dann, es allen Interessierten „schmackhaft“ zu machen.

James Newton Howard: „The Village (Soundtrack)“

Eine der besten Filmmusiken, die ich jemals zu hören bekam – ohne „Wenn“ und „Aber“!
Eine der besten Filmmusiken, die ich jemals zu hören bekam – ohne „Wenn“ und „Aber“!

Heute weiche ich ein wenig von meinen sonst hier geschilderten Vorlieben, die ja eher im Pop-/Rock-Bereich liegen, ab. Dennoch könnte es für Interessierte ein sehr faszinierendes Hörerlebnis werden.

2004 kam „The Village – Das Dorf“ in die Kinos. Vermarktet wurde der Film als eine Art Suspense- oder Horror-Film, wobei der Film ungefähr in der Mitte eine ganz drastische Wende nimmt, die – zumindest für mich beim ersten Ansehen – wirklich unvorhersehbar war. Und damit ändert sich auch der Charakter des Films auf grundlegende Weise (aus meiner Sicht zum Guten). So überrascht wurde ich selten. Leider mag meine Frau den Film überhaupt nicht, weshalb ich ihn seit sechs oder sieben Jahren nicht mehr angesehen habe.

Die Musik ist dafür einer der absoluten Gipfel dessen, was jemals ein Komponist als musikalische Umrahmung einer Filmhandlung geschrieben hat. Es gibt ja viele Menschen, die John Williams, Ennio Morricone oder Hans Zimmer für den oder die besten Filmmusikkomponisten halten. Seit dem Genuss dieses Films und der dazugehörigen Musik steht James Newton Howard für mich an erster Stelle, ziemlich dicht gefolgt von Michael Giacchino („The Incredibles“, die neueren Star Trek-Filme, „Jurassic World“ und noch viele mehr).

Die Stücke:

Insgesamt beinhaltet das Album 13 Stücke mit einer Gesamtspielzeit von 43 Minuten – wobei es selbstverständlich auch ein paar Stücke gibt, die – der Dramaturgie des Films geschuldet – allein für sich nur einen begrenzten Reiz ausüben, zumindest geht es mir so. Doch andere Stücke sind derartig hochwertige „Juwelen“, dass man nur in Demut das Haupt neigen kann sowohl vor der kompositorischen (James Newton Howard) als auch vor der interpretatorischen (Hilary Hahn) Leistung.

What Are You Asking Me?

Vorsicht, ich muss ein wenig spoilern, sonst kann ich die immense emotionale Wirkung dieses Stücks nicht annähernd umreißen.

In der Handlung gibt es eine junge Frau namens Ivy Walker (phänomenal gespielt von Bryce Dallas Howard), die Lucius Hunt (vom nicht minder genialen Joaquin Phoenix dargestellt) liebt – und er liebt sie. Er ist jedoch schüchtern und wagt es zu Beginn des Films noch nicht, seine Liebe einzugestehen. In einer überaus romantischen Szene, in der sich beide nach einigem verbalen Abtasten („endlich“) ihre Liebe gestehen, kann man die Schüchternheit beider nicht übersehen. Dieses Stück, das die Frage, die dem gesamten Dialog zugrunde liegt, als Titel trägt, zeigt dieses fragile Verhältnis zweier Menschen, die innerlich schon lange füreinander brennen, sich dies aber sowohl aufgrund ihrer Mitmenschen und deren antizipierter Reaktion als auch durch ihre generelle Schüchternheit bedingt kaum trauen.

Und dieses Herantasten kann man schon in den ersten Sekunden des Stücks so wundervoll nachempfinden, wenn das Klavier zögerlich mit zwei Sechzehnteln und einer Achtelkette einsetzt (für Leute vom Fach: so nimmt der Komponist die Betonung aus dem ersten Ton bzw. dem Taktbeginn heraus, was die Zaghaftigkeit noch weiter unterstützt). Mit dem Einsatz der Geige kann man fast schon die zwei Liebenden in ihrem scheuen Tanz um die Wahrheit herum vor Augen sehen. Es ist ein unglaublich ergreifendes Stück – sowohl als Musik wie auch als Szene im Film.

The Vote

Die entscheidende Stelle im Film, an der sich die für das Dorf Verantwortlichen entscheiden müssen, ob ihnen das Leben des allerseits als zukünftigem Anführer erdachten Lucius wichtiger ist als die Aufrechterhaltung ihres raffinierten Coups (mehr spoilere ich nicht, basta!), muss natürlich auch musikalisch mit äußerster Dramaturgie umgesetzt werden.

Im Zentrum dieser Entscheidung steht Ivy Walker, die im Film um die zwanzig Jahre alt sein soll. Das Geigenthema, das mit ihr assoziiert ist, wurde von Hilary Hahn (leider nicht mit mir verwandt…) eingespielt, die zum damaligen Zeitpunkt ungefähr genauso alt war – was die Gestaltung des Stücks auf die bestmögliche Weise unterstützte. Auch im Making of äußern sich Komponist und Regisseur dazu, was man sich in diesem Video ansehen kann.

Die inständige Bitte an die Dorfältesten, ihrem Antrag stattzugeben, sie ziehen zu lassen, um für ihren schwer verletzten Verlobten Medizin zu holen, das Flehen um die Ausnahme von der eisernen Regel, all das wird musikalisch so intensiv dargeboten, dass mir bei jedem Anhören neu der Atem stockt. Alles an diesen sechs Minuten ist wunderbar, die zweite Hälfte davon jedoch noch etwas himmlischer. Unbedingt mit einer guten Anlage oder Kopfhörern anhören, um jedes Details der Musik voll auskosten zu können!

Fazit

Neben diesen zwei Stücken sind von den elf übrigen natürlich noch weitere Stücke hörenswert, doch jedes einzelne Mal, wenn ich das Album anhöre, sind die beiden meine Anlaufpunkte, mit ihnen beginne ich, mit ihnen ende ich. (Geht es nur mir so, oder schreibe ich heute wirklich extrem „salbungsvoll“?)

Auch wer mit klassischer Musik üblicherweise nichts am Hut hat, sollte sich diese paar Minuten nehmen, und die beiden Stücke – mit gutem Sound-Equipment – anhören. Jede Sekunde lohnt sich. Garantiert.

Ein kleiner Nachgedanke: Wie ich gerade heute auf dieses Album kam, ist mir selbst schleierhaft, denn in der Pipeline habe ich noch etliche rockige Gegenstücke. Möglicherweise ist es der Herbst mit den entlaubten Bäumen, die auch im Film einen Teil der mysteriösen, düsteren Stimmung zu Beginn ausmachen. Gegen Ende meines heutigen Morgenlaufs ging die Sonne auf und ich konnte die kahlen Bäume um mich herum mit jenem deutlichen Kontrast erkennen, denn es nur früh am Morgen und kurz vor Sonnenuntergang gibt. Vermutlich hat das mein Unterbewusstsein auf die Spur geführt.

Filme en masse

Vorbemerkung

Die vergangenen Tage habe ich mich hier im Blog kaum sehen lassen, denn die Tage waren einfach zu voll. Neben dem Schuljahresende, der Mitte und allen Zeiten dazwischen ist der Schuljahresbeginn immer die stressigste Zeit, denn da muss zusätzlich zur Unterrichtsvorbereitung unglaublich viel organisatorischer Krempel abgearbeitet werden. Außerdem gibt es viele außerplanmäßige Termine, die einem den Tag verkürzen. Wenn man dann trotzdem am nächsten Tag eine ordentliche Arbeit abliefern will, wird’s stressig.

Das legt sich hoffentlich bald wieder, sonst falle ich in den Herbstferien krank ins Bett. Und bislang habe ich dieses Jahr wirklich eine ziemlich stabile Gesundheit, das soll so bleiben. Den heutigen Blog-Eintrag habe ich seit gut einer Woche in Vorbereitung, doch zum Schreiben kam ich schlicht und ergreifend nicht. Ich bin mir noch nicht einmal sicher, ob ich heute noch meinen eigentlich ausstehenden Artikel zum „Album der Woche“ veröffentlicht bekomme. Mal sehen…

Zurück zum eigentlichen Thema: In den letzten Wochen habe ich mir ein paar Filme angesehen, manche davon abends in aller Ruhe, andere morgens auf dem Laufband (wenn draußen mal wieder ein ekelhaftes Mistwetter war). Auf jeden Fall waren ein paar bemerkenswerte Filme dabei, die es lohnen, von ihnen zu berichten:

E.T. – Der Außerirdische

Einer der ganz starken Filme meiner Kindheit – nun kennen ihn auch meine Kinder!
Einer der ganz starken Filme meiner Kindheit – nun kennen ihn auch meine Kinder!

Dieser Klassiker aus den 1980er Jahren ist mir seit meiner Kindheit ein treuer Begleiter, allerdings hatte ich ihn seit mehr als fünf Jahren nicht mehr angesehen. Und darüber hätte ich fast ausgeblendet (vergessen kann man es nicht), wie gut der Film ist. Unsere Kinder kannten den Film noch gar nicht, also überraschte ich sie damit, bereitete sie hier und da auf kommende dramatische Entwicklungen vor (vor allem unsere Mittlere reagiert sonst unter Umständen etwas eigen selbst auf einen hervorragenden Film wie diesen), freute mich aber umso mehr, als sie bei den lustigen Szenen vor Vergnügen laut quietschten.

Einmal mehr hat mich die Musik völlig umgehauen, John Williams hat hier meiner Meinung nach sogar noch bessere Arbeit vollbracht als bei allen Teilen der Star Wars-Reihe (und da setzte er ja wirklich Meilensteine der Filmmusik). Und wie jedes Mal ärgere ich mich, dass die reine Klavierfassung des „Flying“-Themas (gleich zu Beginn des Abspanns) nicht Teil der veröffentlichten Filmmusik ist. Da gibt es eine ähnliche Version, die allerdings gleich vom Orchester untermalt wird. Sehr schön, keine Frage, doch eben nicht ganz so verträumt wie das Stück aus dem Abspann.

Oblivion

Spannende Science Fiction mit einem gereiften Tom Cruise – sehenswert!
Spannende Science Fiction mit einem gereiften Tom Cruise – sehenswert!

Bevor ich den Film angesehen habe, gab es ein langes Zögern. Der Grund ist bzw. war: Tom Cruise. Ich mag ihn als Schauspieler nicht allzu sehr, seine Scientology-Zugehörigkeit hat ihn mir zusätzlich verleidet. Daher bin ich in seiner Hinsicht immer etwas zurückhaltend.

Doch dieser Film hat mich positiv überrascht, denn einerseits trägt er darstellerisch nicht mehr ganz so dick auf (bei „Rain Man“ oder anderen älteren Filmen war das furchtbar), andererseits ist die Story wirklich gut und nicht nur auf ihn als Charakter fixiert.

Alles in allem ein wirklich solider Science Fiction-Action-Film mit berauschend guten Effekten, einer guten (wenngleich recht dystopischen) Story und überzeugenden Leistungen aller Darsteller (einziges Manko: der auf dem Poster groß angekündigte Morgan Freeman taucht nur in gut 10-15 Minuten des 100-minütigen Films auf). Diesen Film kann man sich gut auch öfter ansehen – ich werde das sicher machen.

My Big Fat Greek Wedding 2

Für mich eine der besten familientauglichen Komödien der letzten Jahre – absolute Empfehlung!
Für mich eine der besten familientauglichen Komödien der letzten Jahre – absolute Empfehlung!

Wer den ersten Teil kennt, weiß vermutlich schon, in welcher Comedy-Liga der Film spielt: Es ist ein harmloser Familien-Spaß, den man gut und gern auch mit den Kindern angucken kann. Gleichzeitig ist er so gut gemacht, dass Erwachsene sich angesprochen fühlen, herzhaft lachen und mitfiebern können, ohne sich dabei albern zu fühlen.

Und der zweite Teil setzt einfach noch so viele neue kleine Spitzen auf das bekannte Schema des ersten Films, dass ich gleich nach Beenden des ersten Durchgangs sofort wieder von vorne beginnen wollte. Eine ganz und gar herrliche Komödie, die es mit den aus dem ersten Teil bekannten Schauspielern schafft, tatsächlich eine gelungene (und keineswegs abgeflachte) Fortsetzung abzuliefern. Wunderbar!

Live. Die. Repeat

Actionreiche Science Fiction, die sich bei einer guten Vorlage bedient und sie geschickt umsetzt – spannend!
Actionreiche Science Fiction, die sich bei einer guten Vorlage bedient und sie geschickt umsetzt – spannend!

Noch ein Film mit Tom Cruise. Nach den positiven Erfahrungen mit „Oblivion“ dachte ich mir, ein weiterer Film könne nicht schaden, um mein etwas revidiertes Urteil über ihn erneut auf die Probe zu stellen. Und tatsächlich ist der Film wiederum ein gelungener Science Fiction-Action-Film.

Die Grundidee entstammt einer alten Star Trek TNG-Folge namens „Deja-vu“, in der die Enterprise bei einer Raumkollision zerstört wird, woraufhin sie in einer Zeitschleife gefangen bleibt und diesen Tag wieder und wieder erlebt – bis sie es schafft, die Situation zu meistern.

Bei „Live. Die. Repeat“ ist das Prinzip extrem ähnlich: Tom Cruise wird als Soldat in eine Gefechtssituation gebracht, wo er beim Töten eines Aliens selbst stirbt. Der Kontakt mit dem Alien löst eine Zeitschleife aus, wodurch er diesen einen Tag immer und immer wieder erlebt, bis er einen Ausweg aus der Situation findet und – man hätte es nicht erwartet – die Menschheit dabei rettet.

Besonders gelungen ist die Beschleunigung der Wiederholungsabläufe, denn gerade an dieser heiklen Stelle könnte der Film unendlich zäh werden. Wird er aber nie, denn der Regisseur hat sich für eine gekonnte Raffung aller zeitlichen Abläufe auf die wenigen notwendigen Momente beschränkt. Es ist so ähnlich wie „Und täglich grüßt das Murmeltier“, nur halt nicht in lustig (na ja, ein paar Szenen sind auf ihre Weise schon lustig).

Auch wenn ich den Ausgang jetzt schon kenne, der Film landet garantiert noch öfter im Apple TV oder auf dem iPad, er strotzt nur so vor tollen Effekten, die Handlung ist wirklich nicht schlecht, man kann kaum weggucken. Sehr gut!

Fazit

Wenn ich schon abends meist zu müde bin, um einen ganzen Film am Stück zu gucken, so hat sich das mit dem iPad-Gucken während des Laufens als gute Möglichkeit erwiesen, die 100 Minuten Monotonie im Keller spannend(er) zu gestalten. Durch die AirPods höre ich alles kristallklar direkt im Kopf, ohne meine Familie schon morgens um kurz vor Fünf aus dem Schlaf zu reißen. Und es ist tatsächlich unterhaltsam – das wird’s in Zukunft noch öfter geben!

Solera (mal wieder) im Stephen King-Fieber

Damit ging's wieder los...
Damit ging’s wieder los…

In den letzten Wochen (eigentlich sind es schon mehrere Monate) habe ich mehrere Romane und Kurzgeschichten (auch Sammlungen von Kurzgeschichten) von Stephen King gelesen und gehört. Zum Teil handelte es sich dabei um mir bereits bekannte Hörbücher, die ich in den letzten Jahren schon gelesen, dann gehört und zum Teil sogar in diesem Blog rezensiert hatte. Wieso hörte ich die Geschichten also noch einmal, wenn es doch so vielen neuen (Lese-/Hör-) Stoff auf der Welt zu entdecken gibt?

On Writing

Die Antwort ist einfach, und ich habe sie mit dem Bild oben auch schon verraten: An erster Stelle stand das teils autobiographische, teils anleitende Werk „On Writing. A Memoir of the Craft.“ In diesem höchst interessanten und auch noch vom Autor selbst gelesenen Abriss über seine eigene Biographie (vor allem im Bezug auf die ihn hinsichtlich der Schriftstellerei prägenden Ereignisse) und diverse schreibstellerische Fertigkeiten touchiert er natürlich immer wieder eigene Werke, beschreibt die Umstände ihrer Entstehung, weist auf Besonderheiten hin, erläutert die Probleme, die er beim Schreiben mit dem jeweiligen Werk hatte, und was ihn da wieder herausgebracht hat. All das war so faszinierend, so unprätentiös und gleichzeitig anregend, dass ich mir die Werke gleich wieder anhören musste, zumindest so ich ihre Hörbücher schon besaß. Und dann hörte ich mir „On Writing“ gleich noch einmal an – aktuell bin ich tatsächlich im dritten Durchgang, den ich beispielsweise zum Kochen laufen lasse.

Gedruckt vs. Hörbuch

Huch! Ein „analoges“ Buch in meinem Haushalt... (Spaß beiseite, da gibt's noch ein paar Schränke voll...)
Huch! Ein „analoges“ Buch in meinem Haushalt… (Spaß beiseite, da gibt’s noch ein paar Schränke voll…)

Das Buch hatte ich in der deutschen Übersetzung schon vor fast zehn Jahren einmal gelesen. Es hatte mir auch schon gefallen, doch in der Hörbuch-Fassung, die vom „Meister“ selbst gelesen wurde, wirkt alles stringenter und authentischer. Gerade weil alle Betonungen „genau so“ gewollt sind, weil der Tonfall „genau dem“ entspricht, was der Autor beim Tippen im Sinn hatte. Fantastisch! Jedem, der auch nur ein mäßiges Englisch beherrscht, sei dieses Hörbuch im Original ans Herz gelegt. Es ist gerade heraus, offen und ehrlich, man (besser: ich) möchte einfach lauschen und merkt überhaupt nicht, wie die Zeit vergeht, während eine überaus faszinierende Geschichte um einen herum ausgebreitet wird.

Welche SK-Romane bzw. -Geschichten habe ich mir also angehört?

Da kam schon so einiges zusammen, was sich aber beim Laufen gut unterbringen ließ (außerdem entspannt mich das, wenn ich bereits vertraute Geschichten beim Laufen höre, dann muss ich mich nicht auf jedes einzelne Wort konzentrieren):

  • „Todesmarsch“ (insgesamt schon das dritte Mal)
  • „Carrie“ (das Erstlingswerk, mit dem er seinen Durchbruch schaffte)
  • „Der Fluch“ („Thinner“, davon gibt es auch eine recht gut Verfilmung)
  • „Rita Hayworth and the Shawshank Redemption“ (kennt man im Deutschen als „Die Verurteilten“, gleich zweimal auf Englisch, früher schon fünf oder sechs Mal in der deutschen Fassung gehört)
  • „Glas“ (der vierte Teil der „Dunkler Turm“-Reihe)
  • „Dreamcatcher“ (deutsch: „Duddits“ – die Verfilmung ist gut, aber man versteht sie nur, wenn man das Buch kennt, sonst ist es ein gänzlich überzogener Horror-Science Fiction-Müll)
  • „Basar der bösen Träume“ (die ersten paar Kurzgeschichten hatte ich schon mehrfach gehört, aber dieses Mal habe ich ganz bereitwillig bis zum Schluss alles in mich aufgesogen)

Parallel dazu lese ich mich gerade durch die Kurzgeschichten-Sammlung „Skeleton Crew“ (auf Deutsch, aber der Titel der deutschen Fassung lautet „Blut“, was irgendwie so gar nicht passt…), in der gleich zu Beginn „Der Nebel“ steht (wurde verfilmt). Danach kommen „Cujo“ und „Tommyknockers“ dran. Danach muss ich wieder in die „Dunkle Turm“-Welt eintauchen, sonst gehen mir die Anknüpfungspunkte am Ende noch verloren. Hach, der Mann hat einfach zu viele gute Bücher geschrieben!

Fazit

Ich habe nicht die Absicht, Schriftsteller zu werden. Aber der kreative Prozess, den ich im musikalischen Bereich ja immer wieder einsetze, fasziniert mich unglaublich. Und wenn etwas meine Aufmerksamkeit so fesselt, dann packt mich diese Sache meist mit Haut und Haaren. So ist es hier ganz offensichtlich passiert. Und es fühlt sich gut an, nicht nur als schönes Gegengewicht zum Arbeitsalltag.