Archiv der Kategorie: Sherry

Solera ohne Solera – so nicht!

Heute ist es ja doch ein bisschen wärmer geworden, also ist mein Durst naturgemäß hoch. Den Großteil darf dabei das altbekannte Cola Light (seit mittlerweile gut einem Jahr die geschmacklich durchaus akzeptable SodaStream-Variante) bestreiten, doch nach einem 18,57 Kilometer-Lauf am Morgen, Staubsaugen in drei Stockwerken und Unterrichtsvorbereitung für die kommende Woche stieg das Bedürfnis nach einem „ordentlichen“ Getränk. Klarer Fall für einen Solera 1847. Doch dann geschah das:

Heieiei! Nur 45 Milliliter konnte ich der Flasche noch entlocken, dann war Feierabend – so geht's ja wohl nicht!

Heieiei! Nur 45 Milliliter konnte ich der Flasche noch entlocken, dann war Feierabend – so geht’s ja wohl nicht!

Spärliche 45 Milliliter, gerade einmal genug, um – in alten Seemannsjargon verfallend – „einen hohlen Zahn zu füllen“. Und dann auch noch die bittere Feststellung, dass es sich um meine letzte Flasche gehandelt hatte. Das könnte den Tag noch ganz schön ins Wanken bringen.

Doch zum Glück entdeckte ich etwas, das einen mehr als würdigen Ersatz bieten sollte: Den guten alten Matusalem, einen über 30 Jahre gereiften Oloroso. Den hatte ich mir 2007 aus der Bodega González-Byass mitgenommen.

Was für ein edler Tropfen – jedes Glas kostet gefühlt drei Euro...

Was für ein edler Tropfen – jedes Glas kostet gefühlt drei Euro…

Jetzt steht er im Kühlschrank, in ein paar Stunden dürfte er die korrekte Temperatur erreicht haben, um mich in eine abendlich entspannte Stimmung zu versetzen. Das noch in Kombination mit der gerade in der Vorbereitung befindlichen Pizza – das kann ja nur ein Fest werden!

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Solera für Solera

Frisch geliefert – Solera 1847

Frisch geliefert: Solera 1847

Nein, ich befinde mich nicht im Wahlkampf und betreibe mitnichten Eigenwerbung im großen Stil gemäß einiger Gestalten des aktuellen US-amerikanischen Zeitgeschehens. Bei mir sind zwei Dinge eingetreten, die mir den Einstieg in die Ferien – ohnehin eine angenehme Sache – noch deutlich versüßen werden:

  1. Gestern kam meine große Box mit allen „Dr. House“-Staffeln. Da ist vor allem die frühen Staffeln mehr oder weniger gar nicht kenne, ist das eine schöne Alternative zu den von mir und meiner Frau sehr geschätzten „Eureka“-Folgen, die sonst unsere Abende begleiten.
  2. Heute lieferte DHL einen ganzen Karton mit sechs Flaschen des einzigartigen Oloroso, der diesem Blog seinen Namen (eventuell sogar gegen seinen Willen – gefragt habe ich ihn nicht) leiht: Solera 1847 von González-Byass. Die erste Flasche ist bereits im Kühlschrank. Wenn ich heute Abend mit unserer Jüngsten vom Kinderturnen zurück bin und endgültig in eine etwas entspanntere Verfassung hineingleite, wird entkorkt und das erste Glas genossen. Das letzte liegt fast zwei Jahre zurück – eigentlich ein untragbarer Zustand!

Sollte mir das Glas besonders gut munden (und ich bin absolut zuversichtlich, dass es dieses Kriterium in gewohnt bravouröser Art erfüllen wird), kann es durchaus passieren, dass ihm noch ein oder zwei weitere folgen. Mal sehen, ob ich dann morgen darüber bloggen muss, dass mein Schädel ein paar Nummern zu groß und schwer ist… Prost!

Irgendwann lade ich mal den höchst geschätzten Zeilenende und die einzigartige Es Marinsche kocht auf einen schönen Tag in die Casa „Solera 1847 und Multicolorina dilettiert“ ein, dann bekommen sie auch von diesem Nektar der Götter zu trinken. Und dann kochen und backen (und schlemmen) wir gemeinsam, bis die Stadtwerke anrufen und sich beschweren, dass ihnen bald der Strom ausgeht…

Laufstatistik 2016
– 75 Läufe
– Kilometer gesamt: 1.132,94
– Laufzeit: 111 Stunden 27 Minuten

 

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Abendessen deluxe

Gerade war das Abendessen, heute durften die Kinder kochen, entsprechend simpel (wenngleich lecker) fiel das Mahl aus: Nudeln (Gabelspaghetti) mit Pesto (verde und rosso — je nach persönlicher Vorliebe) und einer Dose Mais. Um dem Essen noch ein wenig mehr Gesundheit zu verpassen, schnippelte ich vorher noch drei schöne große Paprika, die mit meinem Spezialdressing veredelt einen ganz annehmlichen Salat bildeten.

Wer auch einmal so ein Dressing basteln möchte, sei mit folgender Bauanleitung ausgestattet, dann wird's auch lecker:

  • Nach persönlicher Vorliebe Salz und Pfeffer in ein kleines Gefäß, z.B. eine Tasse, geben. Ich ergänze häufig noch eine Prise Cayenne-Pfeffer.
  • Weißen Balsamico (nicht zu wenig) darauf schütten,
  • Sherry (möglichst eine süße Sorte) hinterher,
  • Olivenöl (sehr mäßig).

Das muss dann verrührt werden und ein paar Minuten stehen, damit sich das Salz auch gut auflöst. Danach passt es perfekt als herbes Dressing zu Blatt- und anderen Gemüsesalaten.

Am Ende des Essens war der Salat komplett vertilgt, von den Nudeln gibt's noch ein paar, was aber sicher daran lag, dass die Kinder gleich eine ganze Packung gekocht haben, ohne schon selbst so große Esser zu sein… Mein Teller wurde wieder einmal (nein, mehrfach) komplett geleert, das Foto gibt Aufschluss darüber, ob ich eher ein »Pesto verde«- oder ein »Pesto rosso«-Typ bin.

Leergemampft

Na, welche Art von Pesto präferiere ich wohl?

Nun wünsche ich euch allen einen schönen Abend, ich muss die Kinder allmählich in ihre Zimmer verfrachten und somit die notwendige Ruhe für die abendliche Entspannung herstellen.

 

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Croft Pale Cream Sherry

Ich bin ein Mensch, der mit sehr wenig Alkohol sehr gut durchs Leben kommt. Vergnügen ziehe ich nicht aus dem teilweisen oder völligen Kontrollverlust (meiner selbst oder anderer in meiner Nähe) durch unmäßigen Alkoholkonsum — und andere Rauschmittel lehne ich kategorisch ab. Wenn ich mich amüsieren will, unterhalte ich mich mit meiner Frau, die sehr geistreich ist, oder guten Freunden, die (ganz nebenbei bemerkt) ebenso geistreich sind. Oder ich lese, höre ein Hörbuch oder gute Musik (und davon gibt es quasi unbegrenzt viel auf dieser Welt), ganz zu schweigen von Filmen, die ja nicht selten auch einen gewaltigen Unterhaltungswert besitzen.

Aber: Ich kann ab und zu mit großem Genuss eine kleine Menge Alkohols trinken und mich damit angenehm entspannen. Und das deckt sich meiner Meinung nach weitgehend mit dem eigentlichen Grund dafür, warum es eine solche Vielfalt solcher Getränke gibt. Vor einigen Jahren trank ich — mal abgesehen von einer ganz kurzen Experimentierphase zwischen 16 und 18 — gar keinen Alkohol, erst als ich die 30 überschritten hatte, begann ich damit, mir allmählich einen gewissen Überblick über die verschiedenen Getränkesorten zu er-trinken. Wenn mir dann ein Getränketyp an sich gut schmeckte, testete ich gezielt verschiedene Produkte aus dieser Sparte, um das für meinen Geschmack angenehmste zu finden.

So erging es mir beispielsweise 2006 mit dem schottischen Single Malt-Whisky. Durch den Besuch der Produktionsstätten von Glenfarclas hoch oben im Norden Schottlands bekam ich einen Einblick in die Herstellung, konnte mal testen und mehrere unterschiedliche Jahrgänge (in passend kleinen Mengen) mitnehmen. Die letzte dieser drei 0,375 Liter-Flaschen habe ich ca. sechs Jahre später (endlich) geleert — dies nur, um mal meinen dramatischen Alkohol-Konsum zu verdeutlichen. Meine Schwiegereltern und auch wir pflegen immer von unserem „Alkohol-Problem“ zu sprechen, gemeint ist damit immer, dass wir kaum wissen, wohin damit; wobei das vor allem in der Zeit zutraf, da ich gar nichts trank und durch meine Musikschultätigkeit vor den größeren Ferien meist von fast allen Schülern auch eine Flasche Wein geschenkt bekam. Da konnte es schon einmal vorkommen, dass ich am Ende eines Unterrichtstages mit ca. acht oder zehn Weinflaschen nach Hause zurückkehrte.

Im Jahr 2007 waren meine Frau und ich auf einer Studiosus-Rundreise durch Andalusien. Die Gruppe bestand, wie nicht anders zu erwarten war, aus extrem vielen Lehrern (aktiv und bereits pensioniert), insofern waren wir in guter Gesellschaft… Mal ganz abgesehen von den landschaftlichen und kulturellen Reizen, dem milden Frühlingsklima (Osterferien), dem überwiegend angenehmen Wetter, der Tatsache, dass wir mehr oder weniger ohne Kinder reisen konnten (nun ja, eines reiste mit, ohne dass wir dafür extra zahlen mussten), der kompetenten Reiseleitung und etlichen anderen positiven Aspekten gab es für mich ein unumstößliches Highlight, nämlich den Besuch der Bodega Gonzalez-Byass in Jerez de la Frontera.

Echter Sherry darf nur aus dieser Region Andalusiens kommen, sonst heißt er eben nicht Sherry sondern „Amontillado“ oder nochmals anders — aber eben auf keinen Fall Sherry. Bei einer exzellenten Führung durch die Bodega wurde uns auch das Solera-Verfahren gezeigt, bei dem die verschieden alten Jahrgänge übereinander gelagert und nach einem ausgeklügelten System miteinander verschnitten werden, um so Qualitätsschwankungen zwischen den Jahren auszugleichen. Wer sich dafür interessiert, sollte unbedingt einmal dorthin fahren und sich das mit eigenen Augen ansehen, es ist ungeheuer faszinierend — und kein Artikel im Internet kann die Dimension der Produktion angemessen vermitteln (es ist gigantisch!).

Nach der Führung landeten wir in einem Probesaal, in dem uns verschiedene Sorten Sherry der Marke Gonzalez-Byass zum Testen angeboten wurden. Ich präferiere eindeutig die süßen und schweren Cream Sherry-Sorten, am liebsten mag ich den Namensgeber meines Blogs, eben den Solera 1847, der auch von Gonzalez-Byass produziert wird. Wenig bis gar nichts kann ich mit den trockenen (für mich „sauren“) Fino-Varianten anfangen, die taugen allerhöchstens als Geschmacksbestandteil in einem Salatdressing (und selbst da mag ich lieber eine süße Variante).

Diese beiden Sorten kann man üblicherweise sofort an der Farbe unterscheiden: Fino Sherry sieht hellgelb aus wie Weißwein, vielleicht ein klein wenig intensiver in der Farbe, aber sicher nicht viel. Cream Sherry dagegen ist dunkel, mindestens bernsteinfarben, im Fall des Solera 1847 fast undurchsichtig dunkel — einzelne Varianten (z.B. der „Nectar“) sind eher sirupartig denn dünnflüssig.

Auf dem Tisch im Probesaal standen lauter mit hellem Sherry gefüllte Gläser. Also dachte ich mir schon, dass da wohl nichts für mich dabei sei. Weit gefehlt, denn nur die Hälfte der Gläser war mit „Tio Pepe“, dem weltweit bekanntesten Fino Sherry, gefüllt. Die andere Hälfte entstammte indirekt einem Firmenzukauf, denn Gonzalez-Byass hatte erst kurz davor die englische Traditionsmarke Croft übernommen. Unter der Bezeichnung „Croft Traditional“ wurde hier ein sog. Pale Cream Sherry, also eigentlich eine in sich widersprüchliche Mischung vermarktet: ein süßlicher Cream Sherry, der aber mit der Frische eines Fino Sherry „verheiratet“ worden war. Entsprechend hell war die Färbung, daher der Name „Pale“ Cream Sherry, also „blasser“ Cream Sherry.

Croft Traditional Pale Cream Sherry

Croft Traditional Pale Cream Sherry

Geschmack lässt sich lang und breit in Worten ausbreiten, ohne jemandem einen echten Eindruck verschaffen zu können. Aber ein einziges Nippen an diesem Probierglas und es war um mich geschehen. Trotz beengter Transport-Verhältnisse (Rückflug etc.) nahm ich eine Flasche davon mit. Glücklicherweise fand ich in Schwäbisch Gmünd, wo ich damals wohnte, mit dem Wein-Magazin März ein engagiertes Unternehmen, das es mir ermöglichte, diese Rarität auch in Deutschland immer wieder neu zu beziehen.

Gäbe es nicht den Solera 1847, wäre der Croft Pale Cream Sherry mein Lieblingsgetränk (alkoholischer Art). Ein Gläschen davon in eisgekühltem Zustand kann fast jederzeit meine Laune heben. Wer durch meine blumigen Beschreibungen nun auf den Geschmack gekommen sein sollte, dem sei ein persönlicher Test sehr ans Herz gelegt. In Deutschland ist der Croft Pale Cream Sherry leider nicht so einfach zu bekommen, die meisten Spirituosen-Versandhäuser führen ihn nicht. Unter dieser Adresse kann man es aber mal versuchen.

 

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