Optische Fortsetzung von „Auffe Fresse?“

Wie am vergangenen Sonntag berichtet (hier), habe ich mir am vergangenen Freitag eine Hi-Hat beim unaufmerksamen Tragen seitlich ins Gesicht gedonnert, was neben intensivem Schmerz, einigem heftigen Schnaufen und etlichen (kaum unterdrückten) Flüchen über die letzten Tage hinweg zu dem führte, was im Volksmund „Veilchen“ genannt wird.

Gestern war unser Schulkonzert, immerhin kann ich mich über eine gute Rezension schon einmal nicht beschweren, insofern hat sich die viele Arbeit der letzten Monate ausgezahlt. Auch die zwei Uraufführungen kamen anscheinend ganz gut an… (uff!). Ungeschickterweise war der Zeitpunkt meines Affronts mit der Hi-Hat genau so gewählt gewesen, dass beim Konzert der Maximaleffekt an Bluterguss zu sehen war. Hmmmmmm, als hätte ich mir das schon immer gewünscht, vor gut 400 Leuten zu stehen und dabei wie ein (noch dazu erfolgloser) Prügelknabe auszusehen.

Da ich selbst gespannt war, wie sich das über die Tage hinweg entwickelt, habe ich jeden Tag mindestens ein Selfie gemacht. Diese schöne Entwicklung kann ich nun hier zeigen:

Einen Tag nach dem Crash, noch recht harmlos – da hoffte ich noch darauf, dass es nicht mehr werden würde...
Einen Tag nach dem Crash, noch recht harmlos – da hoffte ich noch darauf, dass es nicht mehr werden würde…
Das Licht täuscht ein wenig darüber hinweg, doch selbst damit kann man die Stelle ganz gut erkennen.
Das Licht täuscht ein wenig darüber hinweg, doch selbst damit kann man die Stelle ganz gut erkennen.
Am Montag zeigen sich bereits erste gelb-grünliche Spuren außen herum...
Am Montag zeigen sich bereits erste gelb-grünliche Spuren außen herum…
Am Morgen vor dem Konzert – bäh!
Am Morgen vor dem Konzert – bäh!
Und während eines unbeobachteten Moments während des Konzerts...
Und während eines unbeobachteten Moments während des Konzerts…

Gut, nun kann ich wieder ein paar Erfahrungen der Sorte als „gemacht“ abhaken, die ich meiner Meinung nach nicht hätte abhaken müssen. Aber von Zeit zu Zeit tut es womöglich auch ganz gut, die eigene Eitelkeit auf den Kopf gestellt zu bekommen…

Gehört: „Am Ende aller Zeiten“ von Adrian J. Walker

Ich bin ja ein großer Fan von jeglicher Art von Büchern, die mit Laufen zu tun haben. Vor einigen Monaten hatte ich mich ja erst sehr positiv über Haruki Murakamis „Wovon ich rede, wenn ich vom Laufen rede“ ausgelassen, das ich nach wie vor für eines der besten Bücher über das Laufen halte (hier ist meine Rezension). Als ich dann beim Stöbern in der „Science Fiction & Fantasy“-Hörbuch-Sektion von iTunes auf „Am Ende aller Zeiten“ von Adrian J. Walker (passender Nachname…) stieß, war ich angesichts des Anreißer-Texts ganz hingerissen.

Edgar Hill ist Mitte dreißig, und er hat sein Leben gründlich satt. Unzufrieden mit sich und seinem Alltag als Familienvater und Eigenheimbesitzer weiß er nur eins: So kann es nicht weitergehen. Als das Ende kommt, kommt es von oben: Asteroideneinschläge verwüsten die Britischen Inseln. Städte, Straßen, Internet – all das gehört plötzlich der Vergangenheit an. Das Chaos ist gigantisch, die Katastrophe total. Edgar wird von seiner Familie getrennt und vor die größte Herausforderung seines Lebens gestellt: Will er Frau und Kinder jemals wiedersehen, muss er von Schottland nach Cornwall laufen, 500 Meilen durch ein sterbendes Land. Und er muss zu dem Mann werden, der er schon immer sein wollte.

Ziemlich schnell war die Entscheidung gefallen, das Geld verschwand wie von Geisterhand von meiner Kreditkarte, dafür war ein paar Minuten später das Hörbuch geladen.

Covergestaltung

„Am Ende aller Zeiten“, gerade die Aufmachung als (Lauf-) Tagebuch finde ich durchaus gelungen.
„Am Ende aller Zeiten“, gerade die Aufmachung als (Lauf-) Tagebuch finde ich durchaus gelungen.

Im Englischen Original heißt das Buch „The End of the World Running Club“, übersetzt also „Der Ende der Welt Lauf-Club“, was eigentlich viel schöner ist. Meinetwegen hätte man diesen Titel ausnahmsweise mal gar nicht übersetzen müssen. Immerhin passt das Coverbild gut dazu, denn so eine Kladde, in die man die Trainingsfortschritte einträgt, würde einem Mitglied des Lauf-Clubs sehr gute Dienste leisten. Der Zusammenhang geht angesichts des deutschen Titels recht lange verloren bzw. wird erst um die Mitte der Handlung einleuchtend, wenn der Begriff des „Lauf-Clubs“ tatsächlich fällt.

Inhalt

Der Roman bzw. das Hörbuch handelt tatsächlich vom Ende aller Zeiten, wie der Titel verrät. Doch in diesem Fall ist es beinahe wörtlich zu nehmen, denn die Handlung spielt in einer (theoretisch nicht allzu weit entfernten) zukünftigen Welt, die von mehreren Tausend Asteroiden getroffen und verwüstet wurde. Vielerorts ist die Infrastruktur völlig zerstört oder so stark in Mitleidenschaft gezogen worden, dass als einzig effektive Möglichkeit der Fortbewegung Gehen und Rennen übrig geblieben sind.

Der Protagonist, Edgar, ist zu Beginn der Handlung noch ein übergewichtiger und fauler Kerl, der sich aus seinen familiären Verpflichtungen (zwei kleine Kinder, um die sich die Mutter kümmert) so oft wie möglich abseilt – was ihn bei mir gleich einmal ziemlich unbeliebt gemacht hat. Immerhin sieht er sein Versagen im Verlauf des Buchs ein und erntet auf diese Weise ein paar Bonuspunkte.

Während einer Nahrungsbeschaffungsaktion sind Edgar, Bryce und einige andere der Überlebenden im zerstörten Edinburgh unterwegs, als ein Hubschrauber die im Lager Zurückgebliebenen aufliest und nach Cornwall fliegt, wo sie auf ein Schiff gehen sollen, das in knapp drei Monaten in Richtung Südafrika ablegen wird.

Zum Glück – aus meiner Sicht – spielt sich alles in Schottland bzw. England ab, denn im Verlauf der Handlung muss das bunt zusammengewürfelte Grüppchen von Edinburgh hoch oben in Schottland nach Wales, also an die Südwestküste der Insel, gelangen. Das ist eine durchaus zu bewältigende Strecke, die britische Läuferin Yvie Johnson hat das vor ein paar Monaten erst gemacht, was der Geschichte einen Touch mehr Glaubwürdigkeit verleiht. Müssten die Läufer quer durch die USA ein paar Tausend Kilometer laufen, wäre das Szenario gleich viel unrealistischer.

Im Lauf der Geschichte wachsen die Hauptfiguren trotz etlicher charakterlicher Gegensätze zusammen und bilden eine Nutzgemeinschaft, die sich gegenseitig weiterhilft. Natürlich erleben sie etliche kleinere und größere Katastrophen, der Schluss ist ganz anders als erwartet, da er weder als richtiges Happy End noch als völlige Katastrophe daherkommt. Das Spiel mit den Erwartungen der Leser ist dem Autor wirklich gelungen.

Zitat

Der Anfang des Kapitels „Niemals zu Ende“ blieb mir gleich im Kopf hängen, während ich morgens kurz nach fünf auf dem Laufband dahin stapfte. Sofort war mir klar, dass ich diesen Abschnitt in meiner Rezension verbraten würde – hieße ich Zeilenende, hätte ich an der Stelle einen gelben Zettel auf mein Hörbuch geklebt… – Also musste ich mir das Kapitel merken und dann für euch heraushören. Doch die Arbeit hat sich gelohnt:

Ihr wollt wissen, wie es sich anfühlt, 30 Meilen zu laufen? 30 Meilen am Stück durch Schlamm und über versengte Erde? 30 Meilen, auf denen man ständig Kratern ausweichen und unter umgestürzten Bäumen durchkriechen muss, nachdem man schon das ganze Land zu Fuß durchquert hat? 30 Meilen mit kaputtem Knöchel, einem erblindeten Auge und nach einem Frühstück, das aus einer halben Dose Bohnen bestand? Ich kann’s euch sagen. Es beginnt wie jeder andere Lauf. Vor dem ersten Schritt, bevor die erste Muskelfaser zuckt, bevor die ersten Neuronen feuern, stehst du vor einer Entscheidung: Stehen bleiben oder laufen? Du entscheidest dich richtig. Dann wiederholst du diese Entscheidung hunderttausend Mal. Du läufst keine 30 Meilen, du läufst viele Male einen einzigen Schritt. Das ist alles beim Laufen und auch sonst. Ob du etwas erreichen oder umgekehrt von etwas loskommen musst, der Weg ist immer derselbe: Hunderttausend einzelne Entscheidungen, von denen du jede einzelne richtig triffst. Du brauchst nicht an die Entfernung zu denken oder an dein Ziel oder daran, wie weit du schon gekommen bist. Du musst nur an das denken, was vor dir liegt. Und das musst du hinter dich bringen.

Vermutlich können sich die meisten Läufer recht gut in dieses Gedankengebäude hineinversetzen, denn an den Tagen, an denen der Schweinehund die ganz harten Geschütze auffährt (Dreckswetter, Muskelkater, Erschöpfung, Termindruck…), hilft eine derartige Strategie tatsächlich: Loslegen, nicht darüber nachdenken, einfach immer noch einen Schritt. Dann noch einen. Dann noch einen.

Fazit

Alles in allem war ich mit diesem Kauf sehr zufrieden, denn man bekommt viel für das Geld: Der Preis pro Hörbuchstunde liegt deutlich unter einem Euro, damit kann ich leben. Und da ich mit Endzeit-Fantasien als Teil des Science Fiction-Genres ohnehin auf gutem Fuß stehe, sprach mich das im Roman entwickelte Szenario durchweg an. Nicht zu vergessen der Fokus auf der läuferischen Tätigkeit, die ich ja nun selbst täglich ausübe (ich bin ganz nah an den 4.300 Kilometern in diesem Kalenderjahr). Da passt aus meiner persönlichen Perspektive sehr viel sehr gut zusammen. Ich habe das Hörbuch genossen, was sicher auch zu einem guten Teil an Uve Teschners gelungenem Lesestil liegt. Wer die gerade genannten Themengebiete ebenso schätzt wie ich, kann hier nicht viel falsch machen…

Aus „Alt“ mach „Neu“

Hehe, ein wenig reißerisch ist der Titel ja schon, dabei ist die Sache recht banal: Letzte Woche fuhr ich am Mittwoch nach dem Nachmittagsunterricht von der Schule aus mit meinem wundervollen E-Bike los. Plötzlich bemerkte ich, dass das Display dunkel war. Das kann und darf nicht sein, denn über die zentrale Einheit werden ja Motor und Licht gesteuert. Es muss immer an sein. Also lag wohl ein echtes Problem vor. Wie ernst es war, konnte ich zu diesem Zeitpunkt noch nicht erahnen…

Am Morgen hatte es den gesamten Hinweg zur Schule sehr heftig geregnet, daher dachte ich mir zuerst nichts dabei, trennte kurz das Display ab und rieb die Kontaktfläche am Display sowie an der Halterung trocken. Zuerst sah alles gut aus, das Display erwachte ordnungsgemäß. Ich stieg wieder auf und trat in die Pedale. ZACK! Wieder aus. Bäh!

Also schnell den Akku abgenommen, diesen Kontakt auch überprüft und trockengelegt. Gleiches Spiel: Display geht an, sobald ich aber beim Anfahren Leistung einforderte… Aus. So kam ich ja nicht wirklich vom Fleck. Also drehte ich gleich in eine andere Richtung: Zum Fahrradladen, der glücklicherweise nicht weit weg war. Dort schilderte ich das Problem, binnen Minuten hatten wir verschiedene Tests gemeinsam durchgeführt – alle ohne Erfolg. Also ab nach Hause, ohne mein geliebtes E-Bike.

Das Ersatzteil für die zentrale Steuereinheit wurde vom Fahrradladen noch am selben Abend bestellt, kam bis Samstag, wurde am Montag eingebaut. Seitdem habe ich das E-Bike wieder. Und diese paar Tage dazwischen waren eine echte Qual: Morgens im Schulbus war es so eng und stickig – das war bei mir in den letzten Wochen/Monaten komplett in Vergessenheit geraten. Und so gerne hätte ich mein Wissen in dieser Hinsicht auch gar nicht wieder aufgefrischt.

Einen letztlich belanglosen, aber kosmetisch schönen Nebeneffekt hatte die Aktion: Der Kilometerstand vor dem Ausfall der Steuereinheit lag bei etwa 720 Kilometern, die ich seit August zurückgelegt hatte. Am Montag lag die Entfernung wieder bei 0 Kilometern. Wie durch Zauberhand habe ich somit ein „ganz neues E-Bike“ bekommen… Gewusst wie! (Lieber wäre es mir gewesen, mittlerweile schon gut 800 Kilometer auf dem Kilometerzähler zu haben und dafür nicht fast sechs Tage auf mein E-Bike verzichtet gehabt haben zu müssen…)

P.S.: Beim Abholen habe ich mich erkundigt, ob es denn am starken Regen gelegen habe, was nicht der Fall war. Beim Austausch der Teile hatte der Techniker gesehen, dass innen alles trocken war. Es war anscheinend ein ganz banaler Vollausfall der Hardware. Ihm ist das trotz etlicher baugleicher Modelle, die sie bereits verkauft haben, noch nicht untergekommen. Na gut, dann hoffe ich mal, dass mir das auch nicht noch einmal passiert…

Nur am Sonntag…

Es ist Sonntag, da gibt es bei uns ernährungstechnisch ein Ritual, das fast allwöchentlich abgehalten wird: Pfannkuchen. Herzhaft für die Eltern (mit Champignons und Käse im Teig, dazu angebratenes Kraut), süß für die Kinder (mit Ahornsirup, Marmelade und/oder Bionella).

Und heute gab es für mich (und auch für die wunderhübsche Multicolorina) einen Schluck Talisker. Er ist kräftiger und rauchiger als mein sonstiger Favorit (Glenfarclas), aber als Gegengewicht zu den Pfannkuchen gerade recht.

Pfannkuchen und Single Malt – eine sehr angenehme Kombination!
Pfannkuchen und Single Malt – eine sehr angenehme Kombination!

Die Lust auf den Single Malt war heute schon um 9:30 h spürbar, doch mit schier übermenschlicher Beherrschung widmete ich mich zuerst der Ausarbeitung der Song des Tages-Beiträge bis zum kommenden Samstag, räumte im Wohnzimmer auf, deckte den Tisch und so weiter und so fort. Letztlich nur Prokrastination, um nicht schon um 10:00 h den ersten Whiskey intus zu haben.

Das war die heutige Komplett-Dosis, die erste seit zwei oder drei Wochen. Aber lecker!
Das war die heutige Komplett-Dosis, die erste seit zwei oder drei Wochen. Aber lecker!

Wer nun glaubt, dass ich ein Alkohol-Problem habe, der darf sofort wieder beruhigt sein, denn ich trinke sehr wenig, das aber genussvoll. Stumpfsinniges Zuschütten gibt’s bei mir nicht.

Muarharhar

In unserem Hof wohnen viele Kinder, außerdem zieht es anscheinend den größten Teil der Kids aus den benachbarten Höfen dazu. An sich eine feine Sache, wenn da nur nicht diese Fußball-Wut wäre…! Nein, eigentlich geht es mir gar nicht um das Ballspielen im Hof. Ich zucke zwar immer noch bei jedem Ball gegen Hauswand und Fensterscheiben zusammen, denn zum Einzug haben wir für über 6.000 € die Außenwand ausbessern und neu streichen lassen. Doch wie gesagt, das ist nicht die hauptsächlich Ursache des Ärgers.

Mich wurmt die offensichtliche Unwilligkeit, die Bälle nach der Benutzung wieder aufzuräumen. Dabei gibt es einen dezidierten Behälter für die vielen Bälle im Hof. Das Aufräumen dauert auf keinen Fall mehr als ein paar Sekunden. Doch auch die scheinen zu viel verlangt zu sein.

Mehr als vier Jahre habe ich geduldig zugesehen und immer wieder erinnert. Weitgehend fruchtlos. Seit ein paar Wochen fahre ich eine andere Strategie: Jeden Ball, der in unserem Vorgarten oder auf unserem Grundstück liegt und nicht aufgeräumt wurde, werfe ich kurzerhand auf das Dach des Gemeinschafts-Carports.

Da liegen sie — alle aus unserem Vorgarten geholt...
Da liegen sie — alle aus unserem Vorgarten geholt…

Weg sind die Bälle so zwar nicht, doch wer spielen will, muss erst einmal klettern und sich die Teile zurückholen. Das kostet Zeit – im einen oder anderen Fall ist dann die Lust auf das Kicken ganz vergangen. Lieber wäre es mir, nicht so einen Blödsinn anstellen zu müssen, doch bislang ist die Methode viel zu effektiv, um sie gleich wieder aufzugeben…

52 Wochen – Teil 30 („Selfie für Anfänger“)

Als ich im Schwimmbad war (siehe Selfie von vorletzter Woche), hatte ich anscheinend gerade noch einen Clown verspeist, denn irgendwie kam ich auf eine ziemlich blöde Idee. Doch da ich so leicht zu erheitern bin, begeisterte diese mich derart, dass ich sie gleich umsetzen musste.

Hammer, oder?
Hammer, oder?

iPhone SE (kein Filter)

Zur Aktion „52 Wochen“

Seit nunmehr 30 Wochen läuft Zeilenendes Foto-Aktion „52 Wochen“, an der ich teilnehme (hier findet man alle meine Beiträge). Ziel ist es, jeden Sonntag ein neues Selfie oder Portrait einzustellen. Wenn man entsprechend aufgelegt ist, kann man ihm auch ein bestimmtes Motto verpassen, was mir besonders liegt, daher gab es bislang eigentlich ausschließlich Fotos mit einem bestimmten Motto. Die üblichen und allesamt sehenswerten Teilnehmer sind:

Solera auf dem Dach

Heute habe ich es tatsächlich geschafft, das komplette Dach des Woodport (ich berichtete) mit Dachpappe zu verdecken, alles ordentlich zu vernageln bzw. festzutackern, dann sogar noch alle eventuellen Nässe-Schwachstellen komplett zu verkleistern bzw. zu verspachteln – und dann kam da noch eine Heldentat der besonderen Art hinzu…

Schön ist es nicht, aber die Perspektive hat sonst kaum jemand. Daher kam es mir eher auf die Funktionalität an. Und die konnte ich hoffentlich herstellen...
Schön ist es nicht, aber die Perspektive hat sonst kaum jemand. Daher kam es mir eher auf die Funktionalität an. Und die konnte ich hoffentlich herstellen…
Wenn das jetzt nicht dicht ist, bekomme ich echt die Krise...
Wenn das jetzt nicht dicht ist, bekomme ich echt die Krise…

Gelernt habe ich bei diesem „ersten Mal“ so einiges, dazu gehören zum Beispiel die folgenden Highlights:

  • Nie ohne Schutzbrille den Kleber auftragen, das Zeug ist zähflüssig „wie die Sau“ und spritzt wie ein (männlicher) Pornostar. Meine Hände und Arme brauchten vorhin gute 20 Minuten der Intensivbehandlung, um wieder sauber zu werden…
  • Ebenfalls nie ohne Schutzbrille den Rand einer besandeten Dachpappe fürs Festtackern umbiegen, wenn man direkt darunter steht. Das könnte sonst zu leichten Sichtschwierigkeiten führen…
  • In der Sonne wird’s heiß.
  • Je länger desto heißer.
  • Vor allem wenn die Haarpracht nicht mehr ganz so intakt ist…
  • Eine Leiter benötigt einen festen Stand.
  • Mit allen vier Füßen.

Ach ja, ich hätte fast die „Heldentat“ meinerseits vergessen. Der Tacker wollte keine U-Nadeln ausspucken. Also drückte ich… und drückte… und drückte… Irgendwie passte der Winkel für mein Handgelenk nicht ganz so gut, also hielt ich den Tacker näher an meine Hüfte. In der Retrospektive ist mir klar, dass das eigentlich der Idealfall für ein Fail-/Pannenvideo bei YouTube gewesen wäre, doch irgendwie löste sich dann tatsächlich eine U-Tackernadel und – na ja – tackerte sich an mir fest. Zum Glück nur oberflächlich. Aber aua!

Geplant war das sicher nicht, dafür aber eine sehr „einprägsame“ Erfahrung. *Hüstel*
Geplant war das sicher nicht, dafür aber eine sehr „einprägsame“ Erfahrung. *Hüstel*

Gut, damit wäre dann ein für alle Mal festgestellt, dass ich der geborene Handwerker bin. Ich rühme mich jedoch damit, weder vom Dach noch von der Leiter gefallen zu sein. Außerdem bin ich tatsächlich zuversichtlich, dass es dieses Mal ein dichtes Dach sein sollte. Wenn ich im nächsten Jahr wieder mit so etwas anfangen sollte, habe ich mich geirrt.

Fun Fact: Der Gluteus maximus

Der Gluteus maximus (Quelle: iMuscle 2)
Der Gluteus maximus (Quelle: iMuscle 2-App für iPad)

Laut Wikipedia handelt es sich beim „Musculus gluteus maximus“ (lat. für „größter Gesäßmuskel“) um einen Skelettmuskel der unteren Extremität, genauer der hinteren (dorsalen) Schicht der hinteren Hüftmuskulatur.

Er ist der dem Volumen nach größte Muskel des Menschen und einer der kräftigsten.

Tja. Und meiner schmerzt nach den gestrigen fünf Stunden Handwerkern im Knien bzw. Vorbeugen heute spürbar. Autsch!

P.S.: Gerade beim Veröffentlichen des Artikels erschien der Hinweis, dass dies mein 500. Blog-Eintrag sei. Hmmmm, ein wirklich würdiges Thema habe ich mir dafür ja ausgesucht… 😉

 

Sommerprojekt 2016 – fliegender Wechsel

Abschluss…

Vorgestern habe ich den Teil des Sommerprojekts für beendet erklärt, für den ich mich maßgeblich zuständig fühlte:

Hier und da noch ein wenig krumm und schief, doch es soll ja nicht zu steril sein...
Hier und da noch ein wenig krumm und schief, doch es soll ja nicht zu steril sein…

Der Container mit fünf Tonnen Fassungsvermögen wurde gut gefüllt:

Viel mehr passt in den offenen Container nicht hinein.
Viel mehr passt in den offenen Container nicht hinein.

Insgesamt habe ich meiner Zählung nach 132 Pflanzringe verbaut, die letzte Kalkulation (ich konnte im Auto immer nur etwa 25 Stück transportieren, daher musste ich häufiger fahren) war gut, denn es sind nur vier Stück übrig geblieben, die ich in den nächsten Tagen halt wieder zurückgeben werde.

…und Neubeginn

Da für die kommenden Tage wundervolles, trockenes, wenn nicht gar heißes Wetter angesagt wurde, begann nach einem Tag der Erholung sofort das neue Projekt: Dachtausch im Woodport.

Für meine langjährigen Jünger (mir wurde jüngst unterstellt, einen leichten Jesus-Komplex zu haben, nun gut, dann kann ich ja in die Vollen gehen) ist die Woodport-Bauaktion eventuell noch ein Begriff, zur Not kann man hier noch einmal nachlesen.

Das damals mitgelieferte PVC-Dach war von Anfang an die reinste Katastrophe. Das Material war zu weich, um richtig stabil zu sein und seine Form einfach zu halten, und gleichzeitig zu steif, um sich gut aneinander zu fügen. Daher ergab sich bei allen überlappenden Abschnitten eine Lücke zwischen den Schichten – und selbstverständlich lief da immer im Winter das Schmelzwasser bzw. bei jedem Regenguss das vom „Papa“ gelieferte Wasser hinein. Kurzum: Drecksmist.

Also begann der Tag heute damit, den alten PVC-Krempel abzumontieren. Klingt nicht nach einem besonderen Aufwand, war aber bei etwa 100-120 Schrauben und abdichtenden Unterlegscheiben sowie einigen später von mir zum Zwecke der Abdichtung angebrachten Sonderverschraubungen eine gut zweistündige Arbeit, zum Teil in der prallen Sonne – und ich bin ja so ein sonnenverliebter Typ…

Hier sieht man den freien Blick auf den Himmel, nur die Stützbretter sind noch montiert. Hinter dem Woodport liegt noch ein Teil der alten PVC-Abdeckung auf den gerade am Montag fertig gestellten Stufen...
Hier sieht man den freien Blick auf den Himmel, nur die Stützbretter sind noch montiert. Hinter dem Woodport liegt noch ein Teil der alten PVC-Abdeckung auf den gerade am Montag fertig gestellten Stufen…

Dann kam der kniffligere Teil: 20 OSB-Platten montieren. Nachdem die erste Ecke passend ausgerichtet und festgeschraubt war, konnte in zwei Richtungen angebaut werden, etwa fünf Stunden und drei Akkuschrauber-Ladungen später war alles fertig:

Alles fertig, ich stehe mit den Füßen schon auf der Leiter, um nach getaner Arbeit wieder in den Feierabend hinunterzusteigen...
Alles fertig, ich stehe mit den Füßen schon auf der Leiter, um nach getaner Arbeit wieder in den Feierabend hinunterzusteigen…

Morgen wird es noch einmal anstrengend und auch ein wenig spannend, denn dann muss das Dach wetterfest gemacht werden. Erotische Begriffe wie „Dachpappe“ wandern durch meinen Kopf. Da ich damit (Dachpappe, nicht Kopf!) noch nie hantiert habe, kann es sein, dass im „Versuch und Irrtum“-Verfahren ausgetestet werden muss, wie sich das alles bewerkstelligen lässt. Wenn ich mir dabei nicht den Hals gebrochen habe, berichte ich morgen Abend wieder vom dann aktuellen Stand.

Sommerprojekt 2016 – Zwischenstand 2016-08-21

Heute habe ich mich den gesamten Vormittag effektiv um die Gartenarbeit gedrückt, also ging es nicht so weit voran. Andererseits hat das auch gut getan, mein Rücken, meine Hände, meine Füße, fast alles an mir hat das genossen… Morgen lange ich dafür noch einmal richtig hin: Mit etwas Glück komme ich sogar bis zu der Stelle, dass ich abends den Container-Service anrufen kann, damit dann am Dienstag der rappelvolle Container abgeholt wird.

Die Fotos zeigen heute natürlich nicht viel Entwicklung, wo sollte diese auch herkommen? Doch selbst das kleine Bisschen war hart erkauft, denn die Teile des lehmigen Bodens, die ich heute abgetragen habe, wehrten sich nach dem Regen der vergangenen Nacht standhaft. Zum Teil ging das nur mit der (mittlerweile erneuerten) Hacke.

An der Betonwand sieht man noch, bis zu welcher Markierung vorher die Erde reichte. Nach links ging das noch einen guten Meter weiter, um dann auf die Höhe der unteren Stufe (erst im nächsten Bild) abzufallen.
An der Betonwand sieht man noch, bis zu welcher Markierung vorher die Erde reichte. Nach links ging das noch einen guten Meter weiter, um dann auf die Höhe der unteren Stufe (erst im nächsten Bild) abzufallen.
Morgen wird eine kleine dritte Stufe (doppelt – wie die zweite) eingezogen, damit die Kräuterspirale eine erhabene Position erhält.
Morgen wird eine kleine dritte Stufe (doppelt – wie die zweite) eingezogen, damit die Kräuterspirale eine erhabene Position erhält.

Damit die geplante dritte Stufe auch gut funktioniert, muss noch ein Teil des Plateaus weichen, der Boden muss auch noch deutlich stärker eingeebnet werden – und dann darf auch die oberste Reihe an Pflanzringen (nur die fünf Stück) weichen.

Das steht morgen für mich an. Hoffentlich klappt es so, wie ich es mir wünsche. Möglicherweise muss ich halt noch einen Tag mehr investieren (und hoffen, dass das Wetter gut mitspielt).