Archiv der Kategorie: Selbst ist der Mann

Fastenzeit — und jetzt?

Die Fastenzeit verlief sehr erfolgreich, der Trend darf sich gerne noch eine Weile fortsetzen!

Die Fastenzeit verlief sehr erfolgreich, der Trend darf sich gerne noch eine Weile fortsetzen!

Wie die Grafik zeigt, habe ich in den letzten Wochen ganz gut an Gewicht verloren. Die Fastenzeit war in dieser Hinsicht erfolgreich, noch besser war die Wiederaufnahme des Kalorienzählens, denn sie allein bringt Klarheit in das stets fragile Gefüge von In- und Output der Energie.

Nach dem Marathonlauf am 15.4. (hier) kann man einen deutlichen Knick nach unten erkennen, denn auf über 42 Kilometern habe ich wirklich viele Kalorien verbrannt — an diesem Tag allein kam ich auf über 50.000 Schritte.

Am Ende des Tages war da doch einiges zusammengekommen...

Am Ende des Tages war da doch einiges zusammengekommen…

Kein Wunder, dass am nächsten Morgen die Waage sehr gnädig war, hatte ich doch am Vortag mindestens 800 Kilokalorien, die im „Budget“ gewesen wären, ungenutzt gelassen. Leider, leider war es auch gleich der Ostersonntag, an dem traditionell bei den Schwiegereltern geschlemmt wird, bis alles zu spät ist. Klar, da rächte sich die Waage. Aber ich sehe das völlig entspannt, denn der Trend ist ungebrochen und klar zu erkennen.

Ein kleiner Zwischenstand von meinen täglichen Läufen.

Ein kleiner Zwischenstand von meinen täglichen Läufen.

An Sport mangelt es mir nicht, wenngleich ab morgen ein durchweg anstrengender Abschnitt im Schuljahr folgt, zusätzlich garniert mit haufenweise privaten Sonderterminen.

Doch selbst nach dem Ende der Fastenzeit werde ich weiterhin brav meine Kalorien zählen, darauf achten, abends nicht mehr als die 1.600 Kilokalorien (plus Sportanrechnung, die allerdings nur mit 20%) zu verbrauchen. Letztlich möchte ich die beiden Love-Handles an meiner Hüfte noch loswerden, wenn der Bauch auch noch einen Tick flacher wird, sträube ich mich nicht dagegen… Daher ist mein neues Zielgewicht (siehe oben) die Marke von 61 kg. Wenn das nichts hilft, dann halt nicht. Weiter runter komme ich bei 1,78 Metern Körpergröße und einer Vorliebe für Süßkram ohnehin nicht…

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Der erste Marathon

Schon lange gärte es in mir, beim täglichen Laufen war es immer so ein Ziel, das mir vorschwebte. Und dann das: Vor einigen Wochen versprach ich dem guten Zeilenende relativ spontan, in den Osterferien einfach mal einen Marathon zu laufen. In den letzten Tagen hatte ich mich an die morgendliche Kühle (den Wind eingerechnet müsste ich eigentlich von „Kälte“ sprechen) beim Rennen im Freien gewöhnt (normalerweise ziehe ich bei Temperaturen unter 10 Grad Celsius das Laufband im Keller vor). Da für morgen und die kommenden Tage wiederum deutlich kühleres und z.T. auch schlechteres Wetter angekündigt ist, ergriff ich kurzerhand die Möglichkeit und stürzte mich heute früh kurz nach 6:00 h hinaus, um meinen ersten Marathon-Lauf zu absolvieren.

Unmittelbar vor dem Aufbruch: Im Hintergrund sieht man die Morgendämmerung, ich sehe (noch) ganz zuversichtlich aus...

Unmittelbar vor dem Aufbruch: Im Hintergrund sieht man die Morgendämmerung, ich sehe (noch) ganz zuversichtlich aus…

Meine Frau startete einen Moment vor mir, sie hatte sich einen Halbmarathon vorgenommen. Da die Strecken nicht gleich waren, trafen wir uns an der einen oder anderen Stelle wieder – das war sehr schön.

Aber kalt war es. Und wie. Vor allem im Wind (schlimmer nur noch im Gegenwind). Das führte dann auch dazu, dass ich Rücken und Schultern etwas verspannte – ab Kilometer 32 rächte sich das, ab Kilometer 40 war es echt unangenehm.

Hörbuch-Unterstützung

Aber erst einmal zum Start, denn gestern hatte ich vorsorglich das Hörbuch von „Glas“, dem vierten Teil des „Dunkler Turm“-Epos von Stephen King geladen (und mir die etwas langatmige Einleitung der Neufassung angehört, um gleich mit der Geschichte starten zu können).

Der vierte Teil des langen Epos war mein treuer Wegbegleiter – und das war sehr gut so.

Der vierte Teil des langen Epos war mein treuer Wegbegleiter – und das war sehr gut so.

Beim Lesen bin ich ungefähr nach einem Drittel stecken geblieben, weil mir da erst einmal vier John Scalzi-Romane und sechs Hörbücher vom gleichen Autor „in den Weg sprangen“. Um mir die Geschichte wieder schmackhaft zu machen (und mir einen Grund zu kreieren, endlich im Buch weiter zu lesen – es ist ja alles andere als langweilig!), startete ich den Lauf mit dem Hörbuch. Und die Entscheidung war gut, denn es war die perfekte Mischung aus „Ist mir schon vertraut, weil ich es bereits gelesen habe…“ und „Huch! Dieses Detail hätte ich glatt vergessen…“ – so musste ich nicht jede Sekunde voll aufpassen, konnte aber die Geschichte in kompakter Form genießen. Sehr gut!

AirPods to the MAX!

Meiner Meinung nach sind die im Dezember von Apple herausgebrachten AirPods eines der besten Technologie-Produkte der letzten Jahre. Technologisch für ein 1.0-Produkt schon wahnsinnig ausgereift und derart bequem in der Handhabung – ganz klar, dass sie mich auch bei diesem Lauf begleiteten. Da ich fürchtete, die Akku-Laufzeit würde nicht ganz ausreichen, nahm ich die Box mit, in der ein Akku integriert ist, mittels dessen sich die Kopfhörer flugs wieder aufladen lassen. Wie sich herausstellte, hätte ich mir die Mühe des Mitschleppens sparen können, denn die AirPods gaben erst nach vier Stunden und 20 Minuten Dauernutzung (und das in durchaus kalter Umgebung) ihren Geist auf. Zehn Minuten später war ich ohnehin wieder daheim.

Dauer und Kondition

Auf den Marathon habe ich mich nicht speziell vorbereitet. In diesem Kalenderjahr bin ich – wie vorher auch – einfach jeden Morgen meine 10-18 Kilometer gelaufen. Mit einer speziellen Vorbereitung hat das leider gar nichts zu tun. Und das habe ich dann auch gemerkt, denn mein Körper war überhaupt nicht darauf vorbereitet, mehr als 30 oder 32 Kilometer zu laufen. Ab da schmerzte der Rücken beträchtlich – die Schultern waren so verkrampft, dass selbst das Schulterrollen, das sie lockern sollte, derart unangenehm war, dass ich es einfach wieder bleiben ließ.

Geschafft! Mein erster Marathon in der Zusammenfassung!

Geschafft! Mein erster Marathon in der Zusammenfassung!

Meine Zeit war – gemessen an einer professionellen Zeit – grausam schlecht, denn ich brauchte gut viereinhalb Stunden. Andererseits waren da etliche Höhenmeter enthalten (Ostalb), insofern bin ich völlig zufrieden damit.

Meine Zeit – nicht konkurrenzfähig, aber für mich schon sehr gut.

Meine Zeit – nicht konkurrenzfähig, aber für mich schon sehr gut.

All das darf nicht darüber hinweg täuschen, dass ich mich ansonsten beim Lauf ziemlich gut fühlte. Zwar verspürte ich ab Kilometer 33 oder 34 einen ziemlich nagenden Durst, für den ich selbstverständlich keine Vorsorge getroffen hatte. Aber andererseits: Was soll’s?

Kreislauf mit Berg- und Talfahrt

Na ja, ich merkte danach ziemlich schnell, wie anstrengend der Lauf für meinen Körper war. Ungefähr einen halben Kilometer vor Ende des Laufs musste ich eine Straße überqueren, doch der anhaltende Verkehr zwang mich zu gut 15 bis 20 Sekunden Steh-Pause. Und schon während dieser kurzen Zeit fühlte ich ein deutlich flaues Gefühl in mir aufsteigen. Mein Kreislauf war wohl der Meinung, mich darauf hinweisen zu müssen, dass er jetzt sofort für eine Pause zu haben wäre. Also schnell zwischen den Autos hindurchgequetscht und noch den Schluss absolviert. Danach langsam die letzten 150 Meter nach Hause gegangen (das tat gut, um den Puls wieder etwas abzusenken), danach erst einmal Flüssigkeit nach gefüllt, dann in die Dusche. Schon das Abziehen der Duschkabine ging nicht mehr, dafür legte ich mich (freiwillig) auf den Boden und die Füße hoch. Danach auf das Sofa, wo ich noch eine gute Stunde blieb. Seither bin ich wieder ansprechbar.

Dieser Umstand zeigt mir, dass ich so schnell keinen weiteren Marathon laufen muss. Ein Halbmarathon stellt für mich keine große Herausforderung dar, der liegt nur ein bisschen über dem täglichen Pensum, dass das ohne spürbare Auswirkungen geht, aber das dann noch einmal zu verdoppeln – huiiiii.

Fazit

Trotz des letzten Punktes kann ich sagen: Der Lauf machte Spaß, und zwar ziemlich viel. Noch dazu war ich fast durchweg komplett im Flow: Hörbuch und Einsamkeit sind eine gute Kombination, da es kaum eine Ablenkung von der Geschichte gibt. Also, lieber Zeilenende, ich stehe zu meinen Versprechungen. Jetzt darfst du genau wie ich morgen gnadenlos schlemmen, das haben wir uns verdient. Aber der nächste Marathon-Lauf wird noch eine ganz lange Weile auf sich warten lassen. Dennoch bin ich froh, mir bewiesen zu haben, einen solchen Lauf tatsächlich durchzuhalten. Andererseits verstehe ich jetzt, warum der Bote im antiken Griechenland nach dem Absolvieren des Laufs gleich gestorben ist…

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Ein Platz, 12 Monate – 02 – März 2017

In diesem von Zeilenende Projekt wird ein Ort ein Jahr lang fotografisch begleitet, jeweils am letzten Sonntag im Monat wird der dann aktuelle Zustand hier präsentiert.

In den letzten Wochen war es sehr hinsichtlich des Wetters recht wechselhaft, teils sehr nass, ein bisschen Schnee hatten wir auch, kalt war es obendrein (auch wenn der Sonnenschein einen anderen Eindruck erweckte) – daher hat sich in der Flora seit Ende Februar noch nicht allzu viel getan. Bei genauerer Betrachtung sieht man hier und da ein paar Grashalme in zartem, frühlingshaftem Grün sprießen, wesentlich mehr Veränderung ist noch nicht zu verzeichnen.

In zwei Wochen beginnen jedoch die Osterferien, in denen ich auf jeden Fall eine ganze Menge neuer Erde heranschaffen möchte, um die einzelnen Stufen sowie die Pflanzringe gut aufzufüllen. Außerdem soll der unterste Teil mit Kies aufgefüllt werden, damit man da bei jeder Wetterlage ungestört hinüber wandeln kann. Mit etwas Glück ist auf den Bildern Ende April davon schon etwas zu erkennen.

Wie immer bleibe ich bei den drei Perspektiven: (1) Von der Terrasse aus, (2) vom Rand des neu angelegten Abschnitts aus um die Hausecke, (3) vom Woodport aus auf die drei Etagen.

Von der Terrasse aus...

Von der Terrasse aus…

Vom Rand um die Hausecke...

Vom Rand um die Hausecke…

...und vom Woodport aus.

…und vom Woodport aus.

Die weiteren Teilnehmer und ihre spannenden Beiträge sind bei Zeilenende verlinkt.

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Nicht schön, hoffentlich aber effektiv

Im August haben wir uns die E-Bikes gekauft, seitdem sind wir zusammen locker um die 2.000 Kilometer gefahren, denn die meisten Wege zur Arbeit und für kleinere Besorgungen sowie die eine oder andere Spritztour werden damit absolviert. Üblicherweise schließen wir die Räder in unserem „Woodport“ an die großen Stützbalken an, nehmen Akku und Display mit ins Haus. So scheint das relativ sicher zu sein. Leider werden die Räder bei Regen immer nass, denn der „Woodport“ grenzt direkt an eine Hecke, von der während des Regens und auch noch eine Weile danach das Wasser tropft. Das ist kein wünschenswerter Zustand, denn bei den E-Bikes sind ja doch einige elektronische Bauteile integriert, die sich mit Feuchtigkeit nicht allzu gut vertragen.

Schon bald war der Entschluss gefasst, die dauernde Tropferei abzustellen, doch leider ist die Sache nicht ganz so einfach. Einerseits war es da schon sehr kalt – und bei Minusgraden einige Stunden feinmotorischen Arbeiten im Freien auszuüben, puh! Das muss meinetwegen nicht sein. Außerdem steht der „Woodport“ parallel zum Haus, was aber nicht parallel zur Grundstücksbegrenzung (mit Hecke) ist. Noch dazu waren die letzten Wochen auch mit Arbeit mehr als gut gefüllt. Doch diese Woche sind ja Faschingsferien, dann herrschte auch noch vergleichsweise gutes Wetter – also gab es keine Entschuldigung mehr. Ich machte mich an die Arbeit:

  • Montag: Materialeinkauf und Montage der Grundstruktur der beiden Abdeckungsstücke
  • Dienstag: Erstes Abdeckungsstück mit Dachpappe überziehen und diese festnageln
  • Mittwoch: Schnee und Regen – BÄH! Keine zehn Pferde hätten mich da zum Arbeiten im Freien gebracht. Außerdem waren die Schrauben alle, auf dem Rückweg vom Baumarkt hatte mein E-Bike einen Platten (selbstverständlich hinten), nachdem der behoben war, hatte ich keinen Bock mehr, denn da war ich durchgefroren…
  • Donnerstag: Besuch bei der Schwiegermutter, die ihren 60. Geburtstag feierte – von kurz nach acht bis nachts um zehn unterwegs…
  • Freitag: Jetzt aber – und tatsächlich ist alles fertig!

Schön kann man das Ergebnis nicht nennen. Da es aber eher um eine pragmatische Lösung ging, bin ich erst einmal zufrieden.

Keine Schönheit, wirklich nicht, eventuell aber so effektiv, dass es da nicht mehr herein tropft.

Keine Schönheit, wirklich nicht, eventuell aber so effektiv, dass es da nicht mehr herein tropft.

Man kann recht gut erkennen, wie die Länge der OSB-Platten angepasst werden musste, um den breiter werdenden Spalt abzudecken. Der Winkel ist natürlich nicht gleich – dazu bin ich handwerklich schlicht und einfach nicht geschickt genug. Andererseits ist das zwischen einer Hecke und einer Hauswand ohne Fenster – „What shall’s?“

Knifflig, da hinten Schrauben mit einer Bohrmaschine samt Aufsatz einzudrehen. Noch dazu bei derlei altersschwachen Begrenzungen...

Knifflig, da hinten Schrauben mit einer Bohrmaschine samt Aufsatz einzudrehen. Noch dazu bei derlei altersschwachen Begrenzungen…

Die Enge jenseits der Balken, denn da musste ja alles angebracht werden, war am Montag die große Herausforderung, denn mit dem Schraubaufsatz der Bohrmaschine kam ich da nicht oder gar nicht hinein. Also musste ich weitgehend per Hand schrauben. Klar geht das, aber es ist anstrengend – vor allem auf Kopfhöhe oder darüber.

Ob alles so funktioniert, wie ich es mir vorgenommen habe, bleibt nun abzuwarten (heute regnete es zur Abwechslung mal nicht).

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Ein Ort, 12 Monate – 01 – Februar 2017

Zeilenende hat mich und ein paar andere wieder zu einem neuen Projekt zusammengetrommelt, dieses Mal in einem etwas lockereren Rhythmus als die Selfie-Geschichte, die mich jeden Sonntag ereilte. Ziel des neuen Projekts ist es, einen Ort ein Jahr lang zu begleiten, jeweils am letzten Sonntag im Monat wird dieser Ort in seinem dann aktuellen Zustand dargestellt. Faszinierende Idee, da muss ich natürlich wieder mitmischen!

Ziemlich bald hatte ich eine Idee, die Ästhetik und Pragmatismus auf geschickte Weise miteinander verknüpfte: Der im vergangenen Sommer neu gestaltete Abschnitt unseres Gartens (hier), der sich jedoch immer noch nicht in einem vorzeigbaren Zustand befindet. Einerseits befindet er sich draußen, wo dann natürlich die Jahreszeiten einen erheblichen Wandel herbeiführen werden. Andererseits werde ich, kaum dass es draußen hinsichtlich der Temperaturen angenehmer geworden ist, auch wieder einige Veränderungen bzw. Ausgestaltungen vornehmen, für die mir am Ende des vergangenen Sommers einfach die Kraft/Lust fehlte. Insofern sollte sich im Lauf des Jahres da einiges tun, wodurch ich mir einen gewissen Unterhaltungswert für die Interessenten an dieser Aktion verspreche.

So, nun also ohne weitere Worte die drei Perspektiven, die ich wöchentlich präsentieren werde: (1) Von der Terrasse aus, (2) vom Rand des neu angelegten Abschnitts aus um die Hausecke, (3) vom Woodport aus auf die drei Etagen.

Von der Terrasse aus...

Von der Terrasse aus…

Vom Rand um die Hausecke...

Vom Rand um die Hausecke…

...und vom Woodport aus.

…und vom Woodport aus.

Die weiteren Teilnehmer verlinke ich ab der kommenden Woche, wenn sich dann definitiv herauskristallisiert hat, wer alles teilnimmt.

Nachtrag: Den Titel habe ich noch verändert (aus „Platz“ wurde „Ort“), außerdem werde ich einfach auf Zeilenendes Beitrag verweisen, der alle weiteren Teilnehmer verlinkt.

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Gehört: „Fettlogik überwinden“ von Dr. Nadja Hermann

Ein faszinierendes und faktenreiches Buch – nicht nur für Leute mit extremem Übergewicht!

Ein faszinierendes und faktenreiches Buch – nicht nur für Leute mit extremem Übergewicht!

Ich bin zwar sicher nicht die primäre Zielgruppe, dennoch faszinierte mich der Titel des Hörbuchs bereits seit einer Weile. Mehrfach stand ich kurz davor, es mir zu laden, jedes einzelne Mal zögerte ich es aber doch noch hinaus, bis ich dann vor gut zwei Wochen einfach meinen inneren Schweinehund bezwang und „zuschlug“. Und dann hörte ich die neun Stunden und vierzig Minuten innerhalb von zwei Tagen fast in einem Rutsch durch. Das Hörbuch war spannend, faktenreich, eloquent, und – aus meiner Sicht sein größter Vorteil – es räumte mit unglaublich vielen Ernährungshalbwahrheiten (bzw. Ernährungslügen) auf.

Inhalt

Wie der Titel schon suggeriert, geht es wirklich darum, die typischen Denkschemata eines Menschen, der auf ein gesundes Gewicht hin abnehmen möchte, zu durchbrechen, denn gerade diese verhindern in der leider überwiegenden Mehrzahl der Fälle eine erfolgreiche Gewichtsreduktion. Dazu gehören beispielsweise Sprüche wie

  • „Um abzunehmen muss man mindestens 1.200 Kilokalorien pro Tag zu sich nehmen…“
  • „Du bist im Hungermodus, kein Wunder dass du nichts abnimmst…“
  • „So wenig Kalorien am Tag? Das ist doch ungesund!
  • „Mein/Dein Stoffwechsel ist halt langsamer/schneller/xy…“

In diesem Buch werden sehr viele dieser teils wohlmeinenden, teils malevolenten Behauptungen auf die wissenschaftliche Probe gestellt, die Studien herausgesucht, in denen die jeweiligen Phänomene erforscht wurden – und dann werden sie geradezu genüsslich zerlegt: So ziemlich keine der angeblichen Abnehmregeln hat am Ende noch Bestand, außer einer, die mancher Abnehmwillige so gar nicht hören/lesen will:

Die Zufuhr an Kalorien muss geringer sein als der Verbrauch.

Wie man dieses Verhältnis herstellt, wird nicht vorgegeben – eher genau im Gegenteil, denn die Autorin, die ihr eigenes Körpergewicht von satten 150 auf gesunde 65 Kilogramm reduziert hat, legt sich da gar nicht fest. Vielmehr rät sie sogar dazu, einen individuell passenden Weg zu finden, mit dem sich der jeweils Abnehmwillige am wohlsten fühlt.

Warum habe ICH mir dieses Hörbuch besorgt und angehört?

Wie oben schon erwähnt, gehöre ich sicher nicht zur primären Zielgruppe. Vor fast sechs Jahren habe ich von gut 90 auf ungefähr 64 Kilogramm abgenommen (kurzfristig war ich sogar mal bei 62 Kilogramm, doch das war schon arg mager). Insofern habe ich den Prozess der körperlichen Umstellung schon durchlaufen, ich halte das Gewicht seit mindestens fünfeinhalb Jahren (mit Schwankungen zwischen 62 und 67 Kilo). Wieso also höre ich mir ein recht ausführliches Hörbuch zum Thema „Abnehmen“ an?

Gerade in dieser Angelegenheit möchte ich nicht falsch verstanden werden: Bei 1,78 m Körpergröße wiege ich aktuell zwischen 64 und 66 Kilogramm, befinde mich also bei einem BMI ganz grob um die 21, was im absolut grünen Bereich liegt. Ich habe nicht vor, weniger als 63 Kilogramm zu wiegen, denn alles darunter taugt mir nicht – noch dazu mag ich die Süßigkeiten und den ganzen leckeren Knabberkram nun einmal viel zu sehr, als dass es mit meinem Gewicht so schnell so weit abwärts gehen könnte… (Die vielen Knabbereien und Süßigkeiten gleiche ich selbstverständlich durch mein rigoroses Sportprogramm aus, wer mir schon länger folgt, kennt sicher den einen oder anderen Blogeintrag. )

Mir geht es also bei der Lektüre bzw. dem Anhören eines solchen (Hör-)Buchs nicht darum, mich „runterzuhungern“ (darum geht es auch der Autorin nicht). Vielmehr bin ich immer auf der Suche nach Möglichkeiten, meine Ernährungsgewohnheiten kritisch zu durchleuchten, um so frühzeitig gegenzusteuern, wenn nach der Weihnachtszeit mit ihren viel zu vielen gut gefüllten Plätzchentellern (und da kann ich schlicht und einfach nie „Nein“ sagen) die Waage plötzlich 67 oder mehr Kilogramm anzeigt.

Außerdem finde ich das Thema auch aus familiärer Hinsicht interessant, denn wer garantiert mir denn, dass nicht irgendwann eines unserer Kinder (oder gar mehrere) in der einen oder anderen Form mit Gewichtsproblemen zu kämpfen haben wird? Da kann eine solide Wissensgrundlage nicht schaden.

Fazit

Vielmehr möchte ich an dieser Stelle gar nicht zu diesem Ratgeber in Hörbuchform loswerden. Ich fand auch aus meiner Perspektive das Buch sehr interessant, der Tonfall ist sachlich und angenehm vorgelesen, die Inhalte sind intelligent aufbereitet und wissenschaftlich fundiert (eben nicht postfaktisch). Daher kann ich mir durchaus vorstellen, dass dieses Buch eines der wenigen sein wird, die tatsächlich auf lange Sicht einigen Nutzen für viele Abnehmwillige bieten können.

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52 Wochen – Teil 49 („Prima Vista“)

Am vergangenen Donnerstag war Klaus Graf, der weithin bekannte Saxophonist der SWR-Big Band, bei uns an der Schule für einen gut vierstündigen Workshop. Und er schlug im positiven Sinn ein wie eine Bombe, da er mit viel Witz und Feingefühl meine Schul-Big Band zu neuen Höchstleistungen antrieb, jeden einzelnen mal zum Improvisieren brachte (wobei ihm und auch mir gleich ein oder zwei besonders talentierte Schüler auffielen, die vorher eher unter dem Radar geflogen waren…), Spaß und konzentriertes Arbeiten auf die angenehmste Art und Weise verband – und natürlich auch selbst nicht davor zurückschreckte, sein Sax zu zücken und die eine oder andere Sache zu demonstrieren. Kurzum: Es war der blanke Hammer, alle Anwesenden gingen trotz mehrstündiger konzentrierter Arbeit entspannt und gut gelaunt nach Hause!

Für mich war es leider etwas stressig, denn erst einmal musste ich alles vorbereiten, damit die Schüler (und die beiden Kollegen, die ebenfalls mitspielen) aus dem üblichen Unterricht kommen und sofort loslegen konnten. Das klappte auch alles. Doch dann war unser E-Bassist krank. Da die anderen Musiker alle fest für ihre jeweiligen Instrumente verbucht waren, übernahm ich den Teil. Also: ein paar Stunden am E-Bass ein Stück nach dem anderen vom Blatt spielen… Einerseits war es total spaßig, denn als E-Gitarrist kam ich auf dem E-Bass schon klar, andererseits alles „prima vista“ (so der Fachausdruck für „vom Blatt“) zu spielen, und hui, das schlaucht.

Mit der heutigen Bildercollage werde ich zwar sicher keinen Schönheitspreis gewinnen, denn es handelt sich um kleine (fast schon winzige) Bildausschnitte, deren komplette Originale jeweils die gesamte Big Band mit über 20 Musikern zeigen. Daher sind alle kleinen Schnipsel, die ich verwendet habe, extrem pixelig (noch dazu stammen sie von einem Android-Smartphone, was will man also erwarten…). Aber mit ein paar Filtern und der Kombination zu einem neuen Ganzen habe ich das hoffentlich etwas abgefangen:

Mehrere Stunden „prima vista“ am E-Bass – etwas stressig, doch am Ende groovte es dann doch!

Mehrere Stunden „prima vista“ am E-Bass – etwas stressig, doch am Ende groovte es dann doch!

Wie man erkennen kann, war ich links oben noch ziemlich im Stress, denn zu dem Zeitpunkt befand ich mich noch ganz frisch in dieser Funktion als Bassist. Entsprechend verkniffen spähe ich in die Noten. Doch bis zum rechten unteren Eck hin entspannt sich die Situation dann allmählich, gegen Ende fand ich gelegentlich auch mal die korrekten Töne (und sogar zum passenden Zeitpunkt).

Zur Aktion „52 Wochen“

Seit nunmehr 49 Wochen läuft Zeilenendes Foto-Aktion „52 Wochen“, an der ich teilnehme (hier findet man alle meine Beiträge). Ziel ist es, jeden Sonntag ein neues Selfie oder Portrait einzustellen. Die übrigen Teilnehmer sind:

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Optische Fortsetzung von „Auffe Fresse?“

Wie am vergangenen Sonntag berichtet (hier), habe ich mir am vergangenen Freitag eine Hi-Hat beim unaufmerksamen Tragen seitlich ins Gesicht gedonnert, was neben intensivem Schmerz, einigem heftigen Schnaufen und etlichen (kaum unterdrückten) Flüchen über die letzten Tage hinweg zu dem führte, was im Volksmund „Veilchen“ genannt wird.

Gestern war unser Schulkonzert, immerhin kann ich mich über eine gute Rezension schon einmal nicht beschweren, insofern hat sich die viele Arbeit der letzten Monate ausgezahlt. Auch die zwei Uraufführungen kamen anscheinend ganz gut an… (uff!). Ungeschickterweise war der Zeitpunkt meines Affronts mit der Hi-Hat genau so gewählt gewesen, dass beim Konzert der Maximaleffekt an Bluterguss zu sehen war. Hmmmmmm, als hätte ich mir das schon immer gewünscht, vor gut 400 Leuten zu stehen und dabei wie ein (noch dazu erfolgloser) Prügelknabe auszusehen.

Da ich selbst gespannt war, wie sich das über die Tage hinweg entwickelt, habe ich jeden Tag mindestens ein Selfie gemacht. Diese schöne Entwicklung kann ich nun hier zeigen:

Einen Tag nach dem Crash, noch recht harmlos – da hoffte ich noch darauf, dass es nicht mehr werden würde...

Einen Tag nach dem Crash, noch recht harmlos – da hoffte ich noch darauf, dass es nicht mehr werden würde…

Das Licht täuscht ein wenig darüber hinweg, doch selbst damit kann man die Stelle ganz gut erkennen.

Das Licht täuscht ein wenig darüber hinweg, doch selbst damit kann man die Stelle ganz gut erkennen.

Am Montag zeigen sich bereits erste gelb-grünliche Spuren außen herum...

Am Montag zeigen sich bereits erste gelb-grünliche Spuren außen herum…

Am Morgen vor dem Konzert – bäh!

Am Morgen vor dem Konzert – bäh!

Und während eines unbeobachteten Moments während des Konzerts...

Und während eines unbeobachteten Moments während des Konzerts…

Gut, nun kann ich wieder ein paar Erfahrungen der Sorte als „gemacht“ abhaken, die ich meiner Meinung nach nicht hätte abhaken müssen. Aber von Zeit zu Zeit tut es womöglich auch ganz gut, die eigene Eitelkeit auf den Kopf gestellt zu bekommen…

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Gehört: „Am Ende aller Zeiten“ von Adrian J. Walker

Ich bin ja ein großer Fan von jeglicher Art von Büchern, die mit Laufen zu tun haben. Vor einigen Monaten hatte ich mich ja erst sehr positiv über Haruki Murakamis „Wovon ich rede, wenn ich vom Laufen rede“ ausgelassen, das ich nach wie vor für eines der besten Bücher über das Laufen halte (hier ist meine Rezension). Als ich dann beim Stöbern in der „Science Fiction & Fantasy“-Hörbuch-Sektion von iTunes auf „Am Ende aller Zeiten“ von Adrian J. Walker (passender Nachname…) stieß, war ich angesichts des Anreißer-Texts ganz hingerissen.

Edgar Hill ist Mitte dreißig, und er hat sein Leben gründlich satt. Unzufrieden mit sich und seinem Alltag als Familienvater und Eigenheimbesitzer weiß er nur eins: So kann es nicht weitergehen. Als das Ende kommt, kommt es von oben: Asteroideneinschläge verwüsten die Britischen Inseln. Städte, Straßen, Internet – all das gehört plötzlich der Vergangenheit an. Das Chaos ist gigantisch, die Katastrophe total. Edgar wird von seiner Familie getrennt und vor die größte Herausforderung seines Lebens gestellt: Will er Frau und Kinder jemals wiedersehen, muss er von Schottland nach Cornwall laufen, 500 Meilen durch ein sterbendes Land. Und er muss zu dem Mann werden, der er schon immer sein wollte.

Ziemlich schnell war die Entscheidung gefallen, das Geld verschwand wie von Geisterhand von meiner Kreditkarte, dafür war ein paar Minuten später das Hörbuch geladen.

Covergestaltung

„Am Ende aller Zeiten“, gerade die Aufmachung als (Lauf-) Tagebuch finde ich durchaus gelungen.

„Am Ende aller Zeiten“, gerade die Aufmachung als (Lauf-) Tagebuch finde ich durchaus gelungen.

Im Englischen Original heißt das Buch „The End of the World Running Club“, übersetzt also „Der Ende der Welt Lauf-Club“, was eigentlich viel schöner ist. Meinetwegen hätte man diesen Titel ausnahmsweise mal gar nicht übersetzen müssen. Immerhin passt das Coverbild gut dazu, denn so eine Kladde, in die man die Trainingsfortschritte einträgt, würde einem Mitglied des Lauf-Clubs sehr gute Dienste leisten. Der Zusammenhang geht angesichts des deutschen Titels recht lange verloren bzw. wird erst um die Mitte der Handlung einleuchtend, wenn der Begriff des „Lauf-Clubs“ tatsächlich fällt.

Inhalt

Der Roman bzw. das Hörbuch handelt tatsächlich vom Ende aller Zeiten, wie der Titel verrät. Doch in diesem Fall ist es beinahe wörtlich zu nehmen, denn die Handlung spielt in einer (theoretisch nicht allzu weit entfernten) zukünftigen Welt, die von mehreren Tausend Asteroiden getroffen und verwüstet wurde. Vielerorts ist die Infrastruktur völlig zerstört oder so stark in Mitleidenschaft gezogen worden, dass als einzig effektive Möglichkeit der Fortbewegung Gehen und Rennen übrig geblieben sind.

Der Protagonist, Edgar, ist zu Beginn der Handlung noch ein übergewichtiger und fauler Kerl, der sich aus seinen familiären Verpflichtungen (zwei kleine Kinder, um die sich die Mutter kümmert) so oft wie möglich abseilt – was ihn bei mir gleich einmal ziemlich unbeliebt gemacht hat. Immerhin sieht er sein Versagen im Verlauf des Buchs ein und erntet auf diese Weise ein paar Bonuspunkte.

Während einer Nahrungsbeschaffungsaktion sind Edgar, Bryce und einige andere der Überlebenden im zerstörten Edinburgh unterwegs, als ein Hubschrauber die im Lager Zurückgebliebenen aufliest und nach Cornwall fliegt, wo sie auf ein Schiff gehen sollen, das in knapp drei Monaten in Richtung Südafrika ablegen wird.

Zum Glück – aus meiner Sicht – spielt sich alles in Schottland bzw. England ab, denn im Verlauf der Handlung muss das bunt zusammengewürfelte Grüppchen von Edinburgh hoch oben in Schottland nach Wales, also an die Südwestküste der Insel, gelangen. Das ist eine durchaus zu bewältigende Strecke, die britische Läuferin Yvie Johnson hat das vor ein paar Monaten erst gemacht, was der Geschichte einen Touch mehr Glaubwürdigkeit verleiht. Müssten die Läufer quer durch die USA ein paar Tausend Kilometer laufen, wäre das Szenario gleich viel unrealistischer.

Im Lauf der Geschichte wachsen die Hauptfiguren trotz etlicher charakterlicher Gegensätze zusammen und bilden eine Nutzgemeinschaft, die sich gegenseitig weiterhilft. Natürlich erleben sie etliche kleinere und größere Katastrophen, der Schluss ist ganz anders als erwartet, da er weder als richtiges Happy End noch als völlige Katastrophe daherkommt. Das Spiel mit den Erwartungen der Leser ist dem Autor wirklich gelungen.

Zitat

Der Anfang des Kapitels „Niemals zu Ende“ blieb mir gleich im Kopf hängen, während ich morgens kurz nach fünf auf dem Laufband dahin stapfte. Sofort war mir klar, dass ich diesen Abschnitt in meiner Rezension verbraten würde – hieße ich Zeilenende, hätte ich an der Stelle einen gelben Zettel auf mein Hörbuch geklebt… – Also musste ich mir das Kapitel merken und dann für euch heraushören. Doch die Arbeit hat sich gelohnt:

Ihr wollt wissen, wie es sich anfühlt, 30 Meilen zu laufen? 30 Meilen am Stück durch Schlamm und über versengte Erde? 30 Meilen, auf denen man ständig Kratern ausweichen und unter umgestürzten Bäumen durchkriechen muss, nachdem man schon das ganze Land zu Fuß durchquert hat? 30 Meilen mit kaputtem Knöchel, einem erblindeten Auge und nach einem Frühstück, das aus einer halben Dose Bohnen bestand? Ich kann’s euch sagen. Es beginnt wie jeder andere Lauf. Vor dem ersten Schritt, bevor die erste Muskelfaser zuckt, bevor die ersten Neuronen feuern, stehst du vor einer Entscheidung: Stehen bleiben oder laufen? Du entscheidest dich richtig. Dann wiederholst du diese Entscheidung hunderttausend Mal. Du läufst keine 30 Meilen, du läufst viele Male einen einzigen Schritt. Das ist alles beim Laufen und auch sonst. Ob du etwas erreichen oder umgekehrt von etwas loskommen musst, der Weg ist immer derselbe: Hunderttausend einzelne Entscheidungen, von denen du jede einzelne richtig triffst. Du brauchst nicht an die Entfernung zu denken oder an dein Ziel oder daran, wie weit du schon gekommen bist. Du musst nur an das denken, was vor dir liegt. Und das musst du hinter dich bringen.

Vermutlich können sich die meisten Läufer recht gut in dieses Gedankengebäude hineinversetzen, denn an den Tagen, an denen der Schweinehund die ganz harten Geschütze auffährt (Dreckswetter, Muskelkater, Erschöpfung, Termindruck…), hilft eine derartige Strategie tatsächlich: Loslegen, nicht darüber nachdenken, einfach immer noch einen Schritt. Dann noch einen. Dann noch einen.

Fazit

Alles in allem war ich mit diesem Kauf sehr zufrieden, denn man bekommt viel für das Geld: Der Preis pro Hörbuchstunde liegt deutlich unter einem Euro, damit kann ich leben. Und da ich mit Endzeit-Fantasien als Teil des Science Fiction-Genres ohnehin auf gutem Fuß stehe, sprach mich das im Roman entwickelte Szenario durchweg an. Nicht zu vergessen der Fokus auf der läuferischen Tätigkeit, die ich ja nun selbst täglich ausübe (ich bin ganz nah an den 4.300 Kilometern in diesem Kalenderjahr). Da passt aus meiner persönlichen Perspektive sehr viel sehr gut zusammen. Ich habe das Hörbuch genossen, was sicher auch zu einem guten Teil an Uve Teschners gelungenem Lesestil liegt. Wer die gerade genannten Themengebiete ebenso schätzt wie ich, kann hier nicht viel falsch machen…

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Aus „Alt“ mach „Neu“

Hehe, ein wenig reißerisch ist der Titel ja schon, dabei ist die Sache recht banal: Letzte Woche fuhr ich am Mittwoch nach dem Nachmittagsunterricht von der Schule aus mit meinem wundervollen E-Bike los. Plötzlich bemerkte ich, dass das Display dunkel war. Das kann und darf nicht sein, denn über die zentrale Einheit werden ja Motor und Licht gesteuert. Es muss immer an sein. Also lag wohl ein echtes Problem vor. Wie ernst es war, konnte ich zu diesem Zeitpunkt noch nicht erahnen…

Am Morgen hatte es den gesamten Hinweg zur Schule sehr heftig geregnet, daher dachte ich mir zuerst nichts dabei, trennte kurz das Display ab und rieb die Kontaktfläche am Display sowie an der Halterung trocken. Zuerst sah alles gut aus, das Display erwachte ordnungsgemäß. Ich stieg wieder auf und trat in die Pedale. ZACK! Wieder aus. Bäh!

Also schnell den Akku abgenommen, diesen Kontakt auch überprüft und trockengelegt. Gleiches Spiel: Display geht an, sobald ich aber beim Anfahren Leistung einforderte… Aus. So kam ich ja nicht wirklich vom Fleck. Also drehte ich gleich in eine andere Richtung: Zum Fahrradladen, der glücklicherweise nicht weit weg war. Dort schilderte ich das Problem, binnen Minuten hatten wir verschiedene Tests gemeinsam durchgeführt – alle ohne Erfolg. Also ab nach Hause, ohne mein geliebtes E-Bike.

Das Ersatzteil für die zentrale Steuereinheit wurde vom Fahrradladen noch am selben Abend bestellt, kam bis Samstag, wurde am Montag eingebaut. Seitdem habe ich das E-Bike wieder. Und diese paar Tage dazwischen waren eine echte Qual: Morgens im Schulbus war es so eng und stickig – das war bei mir in den letzten Wochen/Monaten komplett in Vergessenheit geraten. Und so gerne hätte ich mein Wissen in dieser Hinsicht auch gar nicht wieder aufgefrischt.

Einen letztlich belanglosen, aber kosmetisch schönen Nebeneffekt hatte die Aktion: Der Kilometerstand vor dem Ausfall der Steuereinheit lag bei etwa 720 Kilometern, die ich seit August zurückgelegt hatte. Am Montag lag die Entfernung wieder bei 0 Kilometern. Wie durch Zauberhand habe ich somit ein „ganz neues E-Bike“ bekommen… Gewusst wie! (Lieber wäre es mir gewesen, mittlerweile schon gut 800 Kilometer auf dem Kilometerzähler zu haben und dafür nicht fast sechs Tage auf mein E-Bike verzichtet gehabt haben zu müssen…)

P.S.: Beim Abholen habe ich mich erkundigt, ob es denn am starken Regen gelegen habe, was nicht der Fall war. Beim Austausch der Teile hatte der Techniker gesehen, dass innen alles trocken war. Es war anscheinend ein ganz banaler Vollausfall der Hardware. Ihm ist das trotz etlicher baugleicher Modelle, die sie bereits verkauft haben, noch nicht untergekommen. Na gut, dann hoffe ich mal, dass mir das auch nicht noch einmal passiert…

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