Archiv der Kategorie: Science Fiction

Song des Tages (273) – 2017-06-12

Jeden Tag empfehle ich einen Song als den „Song des Tages“. 1999 habe ich ungefähr vier Wochen lang als Sommerjob bei Audi in Ingolstadt gearbeitet, wo ich mit einer Nietenpistole die rechte Außenseite vom TT an den Stellen verdichtete, wo eine Maschine nur sehr schwer hingekommen wäre. Wohnen konnte ich bei meinen Schwiegereltern, die nur ca. 20 Kilometer entfernt leben. Auf dem Weg zur Arbeit (und natürlich auch auf dem Rückweg) hörte ich mir in der gesamten Zeit nur zwei oder drei CDs an (mehr hatte ich nicht im Auto, einen iPod gab es damals noch gar nicht). Eine der CDs war die superbe Filmmusik zu der fantastischen Science Fiction-Action-Komödie „Das fünfte Element“ mit Bruce Willis und Mila Jovovich. Die Musik stammt von Eric Serra, und der Titelsong ist so gut, dass er auch ohne Kenntnis des Films sensationell gut wirkt: „Little Light of Love“

Noch während ich diese Zeilen schreibe, merke ich, dass ich den Film viel zu lange nicht mehr gesehen habe. Jetzt wird’s aber dringend wieder Zeit!

Alle Songs in meiner freigegebenen Apple Music-Playlist.

Getaggt mit , , , , , , , , , , , , , ,

Gehört: „Alien Wars – Sterneninvasion“ von Marko Kloos

Der gelungene Auftakt einer Science Fiction-Reihe, gerade vor ein paar Tagen von mir  durchgehört und für gut befunden...

Der gelungene Auftakt einer Science Fiction-Reihe, gerade vor ein paar Tagen von mir durchgehört und für gut befunden…

Hui! Wieder eine tolle Neuentdeckung für mich an der Science Fiction-Front! Der mir bislang völlig unbekannte Autor Marko Kloos (in Deutschland geboren, lebt aber in den USA) hat eine vier Teile umspannende Serie sog. Military Science Fiction unter dem Übertitel „Alien Wars“ geschaffen, deren ersten Teil ich geradezu verschlungen (so absonderlich diese Vorstellung bei einem digitalen Hörbuch auch immer sein mag…) habe.

Den ersten Teil habe ich heute gerade zum zweiten Mal innerhalb weniger Wochen komplett durchgehört, also verdient das Hörbuch eine gute Rezension an dieser Stelle.

Handlung

Die Handlung ist in vier grobe Blöcke unterteilt, die in normaler chronologischer Folge nacheinander ablaufen:

  • Die (kurze) Vorgeschichte des Protagonisten Andrew Grayson im „Ghetto“,
  • die Verpflichtung zum Militärdienst und die Grundausbildung,
  • die Zeit bei der irdischen Armee,
  • Wechsel zu den Space Marines und dortige Erlebnisse.

Die Vorgeschichte wird recht zügig abgehandelt, auch die Grundausbildung wird dankenswerterweise nicht extrem breitgetreten. Sehr interessant ist die Schilderung der Einsätze bei der TA (der „Terranen Verteidigungs-Armee“), denn hier äußert der Protagonist (stellvertretend für den Autor) bereits kritische Gedanken zur Medienzensur und zu manch einer politischen Entscheidung, die nur aus der Perspektive „von oben“ kommt. Nach mehreren Einsätzen auf der Erde erhält Andrew Grayson die Möglichkeit, zu den Marines zu wechseln – und nutzt diese. Als „Neuronaler Netzwerk-Administrator“ erlebt er dann auch gleich eine äußerst aufreibende Mission, die die Menschheit erstmals in Kontakt mit einer feindlich gesinnten außerirdischen Spezies bringt. Und damit ist die Basis für die weiteren Teile gelegt.

Fazit

Der gesamte Roman ist in einem zügigen Tempo und einer packenden, stark technologisch geprägten Sprache geschrieben (beides passt perfekt zur Military Science Fiction). Das Hörbuch mit Matthias Lühn als Sprecher ist exzellent, bei meinen morgendlichen Läufen habe ich es von vorne bis hinten genossen. Der zweite Teil ist bereits geladen – ich bin schon gespannt, ob er an das Niveau des ersten anschließen kann. Ich werde wieder berichten, sobald der neue Teil durch ist…

Getaggt mit , , , , , , , , , , , ,

Gehört: „Ulysses“ von James Joyce

Liebevoll und aufwändig produziert: „Ulysses“ von James Joyce als Hörbuch.

Liebevoll und aufwändig produziert: „Ulysses“ von James Joyce als Hörbuch.

„Ulysses“ gehört zu den literarischen Werken, die mich aufgrund ihres Bekanntheitsgrades, des Autors (von dem ich in meiner Schul- und Studienzeit bereits drei andere Bücher gelesen und genossen hatte) und der Erzähltechnik („Stream of Consciousness“) schon lange faszinierten.

Weg mit dem (gedruckten) Buch

Die gedruckte Buchfassung hatte ich gut 20 Jahre im Regal stehen, bis mir klar wurde, dass ich sie nie lesen würde, schon gar nicht in dieser Darreichungsform. Meine Lesegewohnheiten sind in den letzten sieben Jahren derart stark auf iPhone und iPad umgemünzt worden, dass ich mich mit einem „normalen“ Buch in der Hand zwar nicht unwohl fühle, mir aber sofort klar ist, dass ich es eben nicht ständig (im Sinne von 24 Stunden am Tag) bei mir trage. Und in dieser Hinsicht schlägt das iPhone alle anderen Lesegeräte. Noch dazu ist der Kontrast auf dem Bildschirm derart hoch, dass ich auch schon seit gut fünf Jahren meine Lesebrille nicht mehr benötige. Zurück zum Buch: Die Druckfassung habe ich über Momox im letzten Jahr verkauft, aber das Interesse an „Ulysses“ als Werk blieb ungebrochen. Also langte ich vor ein paar Wochen tief in meine Taschen und leistete mir für gut 38 € im iTunes Store das beinahe 40 Stunden lange Hörbuch – pro Stunde ungefähr ein Euro, das ist aus meiner Sicht akzeptabel.

Hörbuch deluxe

Es ist eine wirklich grandios produzierte ungekürzte Fassung mit ca. 40 unterschiedlichen Sprechern (allerlei Geschlechts), die sich teils in kurzen Abschnitten, teils in wirklich langen Passagen abwechseln. Auch handwerklich ist das Hörbuch äußerst gut gemacht, denn es spielt – beim Laufen habe ich das durch die AirPods natürlich sehr deutlich gemerkt – auch mit dem Panorama: Bei Passagen, in denen sich die Sprecher in kurzem zeitlichen Versatz ergänzen, wird mehrfach zwischen linkem und rechtem Kanal hin und her gewechselt. Nötig wäre das natürlich nicht, aber ein interessanter Effekt ist es allemal.

Fazit: Die Hörbuch-Produktion ist sowohl hinsichtlich der Sprecher als auch der Audio-Qualität absolut makellos und ihr Geld zweifelsohne wert.

Das „Werk“

Vorwarnung: Ich „oute“ mich gleich als völliger Kulturbanause.

Anders als die Hörbuch-Produktion konnte mich das Werk – vielleicht auch aufgrund einer gewissen Reife, die ich mir mittlerweile schamlos zugestehen darf – nur wenig mitreißen. In den letzten Monaten/Jahren habe ich sehr viel gelesen und noch mehr gehört. Wenn mir etwas gefiel, habe ich darüber gebloggt, wodurch den Lesern meines Blogs ziemlich leicht fallen dürfte, meine literarischen Interessensgebiete einzugrenzen:

  • Unmengen an Science Fiction (z.B. „Krieg der Klone“ von John Scalzi oder die „Space Troopers“-Reihe von P. E. Jones)
  • viel Action (z.B. die „Cotton Reloaded“-Serie)
  • (leichter) Horror (vor allem die späteren Werke von Stephen King wie „Die Arena“ oder auch „Dreamcatcher“)
  • viel Humor (z.B. „Das Rosie-Projekt“ von Graeme Simsion)
  • gerne auch alles in Kombination
  • oder natürlich Fachbücher über sportliche oder Gesundheits-Themen.

Gerade bei den Romanen und Kurzgeschichten geht es mir aber darum, die Charaktere in ihrer Interaktion zu erleben, Anteil an ihren Motiven und den Umständen, die sie zum Handeln zwingen, zu nehmen, sie zu verstehen und meist auch innerlich zu bewerten – das macht Literatur ja so großartig: Sie kann uns unterhalten, uns bewegen und zum Nachdenken anregen. Außerdem schätze ich es sehr, wenn die Handlung zügig vorangetrieben wird.

„Ulysses“ dagegen ist – oberflächlich betrachtet – die Verkörperung der Banalität, denn es geht letztlich um nichts. Das sage ich nicht verächtlich, eher bedauernd. Faktisch folgt die Geschichte (es ist ja noch nicht einmal eine richtige Geschichte…) einen Tag (für die Puristen: einen Tag und ein Stück des folgenden Morgens) lang einer Person („Leopold Bloom“), zeigt seine Interaktionen mit einer Vielzahl anderer Menschen, dessen Gedanken und die der anderen Personen auf – vermag aber mit wenigen Ausnahmen kaum, mich zu interessieren. Der Grund ist die bereits erwähnte Banalität. Der Schluss des Buchs ist ja ein gut 40 Druckseiten langer innerer Monolog der Ehefrau („Molly Bloom“). James Joyce hat versucht, einen tatsächlichen Gedankenstrom nachzustellen, was ihm sicher auch gelungen ist. Doch leider sind unsere alltäglichen Gedanken mit Unmengen an Banalitäten angefüllt. Viele Menschen – ich sicher eingeschlossen – denken ziemlich oft an ganz normale körperfunktionale Dinge (z.B. „Ich muss demnächst mal wieder auf’s Klo…“ und dergleichen). Es ist ja schön, das einmal exemplarisch zu begreifen, wenn aber ein gut zweieindreiviertel Stunden langer Abschnitt eines Hörbuchs fast nur um derlei Themen kreist (und es ist wirklich so, dass Molly sich in diesem langen Abschluss-Gedankenstrom nur über Sex, die Gestaltung ihrer Wohnung, Sex, Shopping, Sex, Toilettengänge, Sex, Körperpflege, ihre eigene verschrobene Selbstwahrnehmung, Sex und dergleichen Gedanken macht) nimmt es die Wirkung einer Tortur an.

In „Geisterbrigaden“ lässt John Scalzi einen ähnlichen Gedankengang ablaufen:

Passt irgendwie perfekt, oder?

Passt irgendwie perfekt, oder?

Beim Laufen war es sogar noch viel schlimmer. Der schleppend langsame Verlauf dieses einen Tages (literarisch ja nun auf 38 Stunden ausgedehnt) zieht sich gefühlt doppelt so lange hin, wenn man sich des Morgens durch die noch recht düstere Ostalb bewegt. Mit dem richtigen Hörbuch „fliege“ ich (gefühlt) nur so über die Straßen und Wege, mit „Ulysses“ kroch ich wie eine Schnecke.

Die Erzähltechnik und die Wortwahl sowie der unverkennbar gebildete Ansatz, der nicht zuletzt durch die eingesetzten mindestens fünf Sprachen (ich konnte Deutsch, Englisch, Französisch, Italienisch und Latein erkennen) zutage tritt, sind die Elemente, die mich begeistern konnten. Hier und da schuf James Joyce sogar geradezu brüllend komische Passagen, wie zum Beispiel die Kutschfahrt nach dem Requiem für Paddy Dignam, bei der die Fahrgäste sich in einen wahren Lachrausch hineinsteigern.

Wie ich schon geschrieben habe: Ich bin wohl ein Kulturbanause. Denn selbstverständlich ist mir völlig klar, dass ein derart fähiger Autor wie James Joyce niemals in seinem Leben so viel Zeit und Mühe dafür geopfert hätte, nur Banalitäten anzusammeln. Das Werk ist durchzogen von einem feinen Netz literarischer, sozialer und historischer Anspielungen. Mein Banausentum besteht nun darin, dass mir das – geradeheraus gesagt – scheißegal ist. Momentan mag ich Bücher, die ich in die Hand nehmen und mich selbst für eine Weile darin verlieren kann. Ich suchte Unterhaltung und fand Bildung. Und genauso spröde, wie das klingt, war es leider auch.

Fazit:

Das Werk ist faszinierend, aber nicht für mein aktuelles Ich. Dieses sucht nach Unterhaltung, die das Werk in der für mich attraktiven Form nicht oder nur an wenigen Stellen zu bieten vermag. Dass ich mir die volle Länge gegönnt habe, zeigt, dass es mir durchaus ernst mit dem Buch war, doch ist mir jetzt eindeutig nach leichterer Kost, die meinem simplen Geist eher entgegen kommt. In einigen Jahren gibt es einen erneuten Anlauf, vielleicht sogar in Form eines iBooks mit zusätzlicher Sekundärliteratur, denn faszinierend ist das Werk nach wie vor auf einer intellektuellen Ebene – nur weiß ich, dass ich in den kommenden Jahren erst einmal kein Verlangen habe, mich dem Werk noch einmal so zu nähern.

Getaggt mit , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , ,

Gehört: „Space Troopers – Episode 18: In Ewigkeit“ von P. E. Jones

Der knallharte Abschluss der spannenden Science Fiction-Serie — jetzt muss ich sie noch einmal komplett anhören, so gut war sie!

Der knallharte Abschluss der spannenden Science Fiction-Serie — jetzt muss ich sie noch einmal komplett anhören, so gut war sie!

Über 18 Folgen hinweg habe ich die spannende Science Fiction-Saga „Space Troopers“ von P. E. Jones verfolgt, mit der Episode „In Ewigkeit“ ging sie nun zu Ende. Und ich muss an dieser Stelle wirklich mal mein ganz ehrliches Lob an die Autorin aussprechen: Jede einzelne Episode war spannend, jeder Cliffhanger hat mich wieder in den iTunes Store getrieben, um zu sehen, ob die neueste Folge nicht vielleicht doch schon erschienen war, auch wenn es noch vier ganze Wochen dauern würde… In dieser Intensität hat mich in letzter Zeit nur John Scalzis „Krieg der Klone“-Reihe gefesselt, und da stecke ich gerade im fünften Roman.

Ich werde mich hüten, hier einen Spoiler aus der letzten Folge einer 18 Episoden andauernden Saga unters Volk zu werfen. Doch soviel kann ich sagen: Es lohnt sich, alle 18 Episoden der Reihe nach durchzuhören. Wenn ich noch ein paar Wochen Abstand habe (vielleicht im Juni oder Juli), werde ich mich einmal mehr auf den kompletten Trip begeben und alle 18 Folgen am Stück hören. Das wird ein Fest!

P.S.: Sollte sich mal jemand in Hollywood fragen, welche Science Fiction-Geschichte unbedingt mal verfilmt werden sollte, hier wäre ein ganz heißer Kandidat!

Getaggt mit , , , , , , , , , , , ,

Song des Tages (219) – 2017-04-19

Jeden Tag empfehle ich einen Song als den „Song des Tages“. Einer der bewegendsten (wenngleich darin auch kitschigsten) Science Fiction-Filme der letzten Jahre war „Avatar – Aufbruch nach Pandora“. Mir gefällt der Film, vor allem aufgrund des Spiegels, den er vielen westlichen Ländern der heutigen Welt vorhält (was Nachhaltigkeit und Weitsicht im Umgang mit den Ressourcen des Planeten angeht). Gleichzeitig ist der Film einfach wundervoll choreographiert, die Handlung ist spannend und packend – was will man mehr?

Na, Musik! Und auch auf dieser Ebene ist der Film gelungen, denn sowohl die eher klassischen Stücke (im typischen Hollywood-Soundtrack-Stil) als auch der Titelsong sind empfehlenswert. Der Titelsong – „I See You“ von Leona Lewis ist der heutige Song des Tages:

Am gelungensten ist die Akkordfolge, die aufgrund ihrer nicht zu einer einzigen Tonart passenden Progression immer wieder „neue Türen“ aufstößt – das passt meiner Meinung nach sehr gut zu einem Science Fiction-Film.

Alle Songs in meiner freigegebenen Apple Music-Playlist.

Getaggt mit , , , , , , , , , , , ,

Gesehen: „Star Trek: Beyond“

Ein klasse Action-Film, der sich (leider) immer weiter von den eigentlichen Star Trek-Eckpfeilern entfernt...

Ein klasse Action-Film, der sich (leider) immer weiter von den eigentlichen Star Trek-Eckpfeilern entfernt…

Am vergangenen Donnerstag haben wir uns zum ersten Mal den neuesten Star Trek-Film mit dem Titel „Beyond“ angesehen. Alles in allem ist der Film ein echter Hingucker, denn für die Augen wird ein opulentes Fest geboten, sowohl hinsichtlich der Kostüme, des Make-Up bzw. der Masken, auch auf Seiten der Musik sowie der Action-Choreographien und der visuellen Effekte. Wirklich sehr ansprechend.

Gleichzeitig hinterließ der Film bei mir einen etwas zwiespältigen Eindruck, da die früher für Star Trek noch so zentralen Themen vom knallharten und durchaus spektakulären Action-Anteil schlichtweg in den Hintergrund gedrängt wurden. Und das sogar in einem derartigen Ausmaß, dass sie weitgehend zu fehlen scheinen. Nun habe ich den Film lediglich ein einziges Mal gesehen, eventuell ändert sich da noch etwas an meiner Einstellung, wenn ich den Film noch ein- oder zweimal gesehen habe. Doch im Vergleich zu „Star Trek IX: Der Aufstand“, der ganz zentral den Aspekt der Humanität, der Legalität, der Gerechtigkeit (und viele andere der wirklich tief in der Trekkie-Seele verankerten Topoi) behandelte, war dies auf den ersten Blick ein zwar opulentes, doch streckenweise sinnentleertes Science Fiction-Geballere.

Ich gebe zu, dass meine Meinung noch nicht gefestigt ist, der Film verdient auch eine zweite und dritte Chance (so eine würde ich „Sunshine“ nicht ohne Weiteres einräumen). Sollte sich meine Wahrnehmung noch maßgeblich ändern, schreibe ich einen Anhang zu dieser Rezension.

Handlung

Die Enterprise dockt an einer Raumstation an, empfängt eine Bitte um Hilfe von der Vertreterin eines fremden Volkes. Natürlich bietet man die Hilfe an, muss dann aber beim Eintritt in das Zielsystem erkennen, dass es eine brutale Falle war. Binnen kurzer Zeit wird die Enterprise von einem schier übermächtigen Feind angegriffen, besiegt und weitgehend zerstört, die Mannschaft wird auf einem Planeten des gerade angeflogenen Systems gefangen gehalten. Nur die üblichen Verdächtigen (Kirk, Spock, Pille…) und ein neuer Charakter, die mysteriöse Jaylah, schlagen sich allein oder in kleinen Gruppen durch, um eine Lösung für die verfahrene Situation zu finden, was am Ende natürlich gelingt. Die gemeinsame Anstrengung und die in der Gruppe durchstandene Notsituation schweißt die Mannschaft noch fester zusammen, als es vorher der Fall gewesen war.

Fazit

Meine oben ausgebreitete Kritik zeichnet ein etwas düsteres Bild, was nicht in meinem Interesse liegt, denn alle Kritikpunkte beziehen sich eher darauf, dass der Film nicht so ganz in das gewohnte Star Trek-Gedankengebäude passt. Er „leiht sich“ die bekannten Figuren (und das Schiff), baut darum eine solide Action-Handlung, vergisst aber leider zu sehr seine Wurzeln in eben diesem Star Trek-Universum. Und wir Trekkies sind dann doch sehr daran gewöhnt, dass die altbekannten Topoi eine gewichtige Rolle spielen, weswegen der Film auf dieser Ebene leider enttäuschen muss.

Damit möchte ich aber nicht falsch verstanden werden: Wem diese grundlegende Star Trek-Philosophie oder -Ethik egal ist, der kann den Film ganz einfach als grandioses Action-Kino genießen (so werde ich ihn mir sicher auch noch etliche Mal abends ansehen). Optik und Musik (Michael Giacchino wie immer in Höchstform) passen ebenfalls, hier gibt es ganz und gar nichts zu beanstanden.

Wenn man jedoch diesen Film mit „Star Trek VIII: Der erste Kontakt“ oder „Star Trek IX: Der Aufstand“ – beide stellen für mich die Krone der (modernen) Star Trek-Filme dar – vergleicht, dann kann er trotz der wesentlich krasseren Action-Szenen niemals mithalten. Schade, sehr schade, denn das Potenzial hätte der Film durchaus gehabt. Es wurde aber vorschnell zugunsten einer sehr rasch fortschreitenden (dafür aber nicht in die Tiefe reichenden) Handlung ungenutzt gelassen.

Getaggt mit , , , , , , , , , , , ,

Gesehen: „Sunshine“

Vielversprechendes Setting für einen actiongeladenen Science Fiction-Film, nur leider grottig in der Umsetzung...

Vielversprechendes Setting für einen actiongeladenen Science Fiction-Film, nur leider grottig in der Umsetzung…

Gleich vorweg: Finger weg von diesem Schrott! Das sage ich nicht leichtfertig, denn die Optik des Films ist an sich ziemlich gut, einem modernen Science Fiction-Film durchaus angemessen. Doch leider, leider gleitet die Handlung im Verlauf immer weiter ab in Richtung eines ziemlich unappetitlichen Horror-Films.

Das Setting des Films ist eine Variation dessen, was mir an „The Core – Der innere Kern“ so gut gefallen hat: Mittels Wissenschaft (oder zumindest Pseudo-Wissenschaft) muss die Menschheit sich aus einer ihren Fortbestand bedrohenden Notlage befreien (je nach Variante dieser Grundidee kann man ergänzen: in die sich die Menschheit auch selbst hineinmanövriert hat). Im Falle von „The Core – Der innere Kern“ reisen die Menschen ins Erdinnere, um den Kern wieder in Bewegung zu versetzen, im Fall von „Sunshine“ begeben sie sich auf den Weg zur Sonne, um diese mittels einer gigantischen Fusions-Bombe vor dem Verlöschen zu bewahren.

So unrealistisch das Setting auch ist – der Menschheit steht nun einmal keinerlei Technologie zur Verfügung, die ein derartiges Unterfangen jetzt oder in den kommenden Jahrhunderten ermöglichen würde –, ein unterhaltsamer Science Fiction-Film mit haufenweise Action und spektakulären visuellen Effekten müsste sich daraus schon stricken lassen.

Die ersten Minuten sind auch wirklich vielversprechend, epische Bilder, langsame Kamera-Schwenks, perfekte visuelle Effekte, alles richtig gut. Ich frohlockte schon und machte mich auf einen unterhaltsamen Filmabend gefasst. Doch dann prügeln sich plötzlich – vollkommen aus dem Blauen heraus – zwei der männlichen Darsteller. Der Grund dafür? Wird nicht verraten, auch nicht groß weiter verfolgt. Das war gestern beim Ansehen der erste Moment, in dem ich stutzte, denn normalerweise gibt es ausreichend filmische Erzähltechniken, die eine solche Eskalation der Gewalt mehr oder weniger subtil vorbereiten könnten. Doch keine davon kam zum Einsatz. Mitten hinein in die spürbar noch laufende Eröffnungsphase des Films platzt diese unmotivierte Prügelei. Irgendwie gab mir das schon einmal einen Dämpfer.

Und dann wird es zunehmend schlimmer. Nach und nach sterben einzelne oder auch gleich mehrere Crew-Mitglieder, zum Teil auf nicht gerade leckere Weise. Und irgendwann dockt die Mannschaft am Schiff ihrer Vorgänger-Mission an, das führerlos im All treibt. Obwohl seit sieben Jahren kein Lebenszeichen von diesem Schiff mehr ausgeht, scheint der Captain überlebt zu haben. Nur halt nicht als richtiger Mensch, eher als eine Art Dämon. Und ab da verliert der Film völlig jeden Rest von peripherer Glaubwürdigkeit. Außerdem wird es unappetitlich, denn das Mensch-Dämon-Wesen benutzt Skalpelle und taucht unvermittelt und höchst erschreckend aus dunklen Ecken auf, um diese Geräte auf genau die Weise anzuwenden, die der hippokratische Eid nicht vorgesehen hatte…

Das Ende ist dann derart absurd (ich verrate nur so viel: zwei der Protagonisten stürzen über eine Kante, doch die Gesetze der Schwerkraft scheinen außer Kraft gesetzt zu sein, denn dort rutschen sie ein Stück hinab, halten an, dann laufen sie einfach weiter. Spätestens da wollte mein Gehirn den Weg seitlich aus meinem Kopf heraus antreten. Ich musste ihm zwei Schoko-Ostereier in den Weg stellen, sonst hätte ich diese Rezension nicht mehr schreiben können…

Fazit

  • Wer einen amüsanten Abend erleben will: Finger weg!
  • Wer sich für einen guten Science Fiction-Film interessiert: Finger weg!
  • Wer nichts von Horror-Elementen hält: Finger weg!

Klingt fies, ist auch nicht sonderlich positiv formuliert, doch es gibt so viele gute Filme, dass ich es mir einfach erlauben kann, auch einmal vor einem – meiner Meinung nach – wirklich nicht gelungenen Film zu warnen. Basta!

Getaggt mit , , , , , , , ,

Gehört: „Miniatures“ von John Scalzi

Eine durch und durch hörenswerte Sammlung überwiegend amüsanter Science Fiction-Kurzgeschichten: „Miniatures“ von John Scalzi.

Eine durch und durch hörenswerte Sammlung überwiegend amüsanter Science Fiction-Kurzgeschichten: „Miniatures“ von John Scalzi.

John Scalzi hat sich aufgrund seiner wundervollen „Krieg der Klone“-Reihe einen festen Platz in meinem Bücherwurm-Herzen erobert. Ein erst letztes Jahr erschienenes Buch/Hörbuch mit dem Titel „Miniatures. The Very Short Fiction of John Scalzi“ erregte im iTunes Store meine Aufmerksamkeit. Der Preis war niedrig, also lud ich es herunter – und hörte es binnen eines Kalendertages komplett durch (da stand viel Gartenarbeit an, also lief das Hörbuch ohne Unterbrechung durch, bis die AirPods mir ihren niedrigen Akkustand meldeten).

„Miniatures“ ist eine Sammlung überwiegend lustiger Science Fiction-Geschichten, oft wird eine einzige Idee ausgestaltet. Gerade im Gegensatz zu den sonst deutlich längeren Romanen aus seiner Feder sind diese Kurzgeschichten unterhaltsam (z.B. die Geschichte, in der Menschen über ihre interessantesten Erfahrungen mit Aliens berichten), absurd (z.B. die Geschichte, in der eine Firma sich darauf spezialisiert hat, alternative Geschichtsszenarien für ihre Kunden zu entwerfen), lustig und – immer – futuristisch. Vor allem letzter Punkt entspricht aktuell genau meinem Geschmack, daher war ich sehr angetan von dieser Sammlung. Und weil sie so schnell an mir vorbeigerauscht ist, werde ich sie mir schon recht bald noch einmal anhören.

Das Fazit ist kurz und knackig: Wer mit John Scalzis Schreibstil gut zurechtkommt, wird hier nichts falsch machen. Auch für Science Fiction-affine Leser, die diesen Autor noch nicht kennen, bietet sich die Möglichkeit auf einen amüsanten Trip.

Getaggt mit , , , , , , , , , , , , , ,

Gesehen: „Alien Autopsy“

Eine herrliche Science Fiction-Komödie, die ich mir unbedingt noch ein paar Mal ansehen werde!

Eine leicht bekömmliche Science Fiction-Komödie, die ich mir unbedingt noch ein paar Mal ansehen werde!

Ganz ehrlich: Als ich den Film gestern startete, erwartete ich einen völlig anderen Film. Schon eine Pseudo-Dokumentation, die allerdings eher auf eine tatsächlich (wenngleich natürlich fiktive) Alien-Landung ausgerichtet wäre. Doch es geht – Achtung: ein Mini-Spoiler! – eigentlich „nur“ um den geschickten Versuch, eine solche Dokumentation zu fälschen.

Dennoch ist der Film in der Summe schön amüsant, sodass ich mich überhaupt nicht beschweren möchte. Ich musste einige Male wirklich laut losprusten, an vielen weiteren Stellen breit grinsen oder still vor mich hin lächeln. Auf jeden Fall verbreitet der Film gute Laune – auch wenn er sicher nicht zum wirklich „großen Kino“ gehört.

Getaggt mit , , , , , , , , , ,

Roland Emmerich x2

In den letzten Tagen habe ich gleich zwei Filme von Roland Emmerich gesehen. Einen kannte ich schon, der gehört noch zu seinem „Frühwerk“, der andere ist relativ aktuell.

Moon 44

Ein früher Science Fiction-Film von Roland Emmerich, der leider an einer unglaublichen Menge dämlicher Dialoge leidet...

Ein früher Science Fiction-Film von Roland Emmerich, der leider an einer unglaublichen Menge dämlicher Dialoge leidet…

„Moon 44“ ist mittlerweile schon ziemlich in die Jahre gekommen. Insgesamt strahlt er eine bis heute sehr futuristische Grundstimmung aus, die mir gefällt, deswegen habe ich vor ein paar Wochen zugeschlagen, als der Film in der 3,99 €-Abteilung bei iTunes landete. Beim Ansehen freute ich mich auf dieses nostalgische Gefühl des wohligen Wiedererkennens, das sich angesichts mindestens eines Jahrzehnts meiner Abstinenz von diesem Film sicherlich einstellen würde. Ich wurde in dieser Hinsicht auch nicht enttäuscht, leider musste ich aber auch feststellen, wie unglaublich platt und beschränkt viele der Dialoge gehalten sind. Dass es so schlimm sein würde, war mir vorher nicht bewusst. Dennoch: Für mich als Science Fiction-Fan und in diesem Fall Nostalgiker war es ein willkommenes Erlebnis, das eine Verbindung zu meiner Adoleszenz herstellte.

Independence Day – Wiederkehr

Der zweite Teil von „Independence Day“ – mir gefiel er offensichtlich besser als vielen anderen Leuten, denn im Netz mangelt es nicht an Kritik...

Der zweite Teil von „Independence Day“ – mir gefiel er offensichtlich besser als vielen anderen Leuten, denn im Netz mangelt es nicht an Kritik…

Gerade gestern Abend sah ich zum ersten Mal überhaupt den zweiten Teil von „Independence Day“ mit dem Namenszusatz „Wiederkehr“. Selbstverständlich kann der Film nicht an die vielen genialen Ideen des ersten Teils anknüpfen, denn die sind ja schon verbraten. Doch alles in allem ist es ein absolut solider Unterhaltungsfilm mit fabulösen Effekten. Und wenn ich ganz ehrlich sein soll: Bei einem Science Fiction-Film, der an diesen ersten Teil anknüpfen soll, auf Realismus zu hoffen… Na ja, ich sag mal so: „Der Kandidat hat heute keine Waschmaschine gewonnen.“

Faszinierend war für mich vor allem, auf welch sympathische Weise viele der Schauspieler aus dem ersten Teil gealtert waren. Die meisten von ihnen (im innersten Kern sind es ja fast ausschließlich Männer) kommen wesentlich besser weg als damals (allen voran Jeff Goldblum und Bill Pullman).

Der absolute Bonus – vor allem für mich als Star Trek-Fan – ist natürlich Brent Spiner in seiner Rolle als Dr. Okun. Ein bisschen drängte sich mir der Verdacht auf, dass der gesamte neue Film eigentlich nur von seiner Teilnahme abhing. Letztlich war ja klar, dass sich ein ganzer Stapel Trekkies nur seinetwegen den Film ansehen würden. Bei mir war es nicht der einzige, wohl aber einer der entscheidenden Gründe.

Einen kleinen Vorteil gibt es im Vergleich zum ersten Teil: Der Film kommt schneller zur Sache. Da beim ersten Film erst einmal ein Mysterium draus gemacht werden musste, was für die Satelliten-Störungen und die unerklärlichen Phänomene zuständig war, konnte der zweite Film direkt dort ansetzen und direkt in die Handlung einsteigen, ohne gut 30 Minuten für den Spannungsaufbau zu benötigen.

Im Wikipedia-Artikel zum Film wird ausführlich über die Kritiken berichtet, die ich weitgehend nachvollziehen kann. Dennoch ist es so, wie ich oben schon geschrieben habe: Wenn ich am Abend gut unterhalten werden möchte, dann ist dieser Film eindeutig eine gute Wahl, auf die ich in Zukunft auch sicher noch etliche Male zurückgreifen werde.

Getaggt mit , , , , , , , , , , , , ,