Archiv der Kategorie: Science Fiction

Hörbücher galore

In der letzten Zeit habe ich sehr viele Hörbücher gehört, eigentlich wollte ich jeweils eine Rezension schreiben, doch das ist für mich immer etwas anstrengend, denn die richtige Balance zu finden zwischen „Dem Leser/Hörer in spe Lust auf ein (Hör-)Buch machen“ und „Ultimative Ansammlung von Spoilern“ ist eine zeitaufwändige Geschichte. Und bis zum Ferienbeginn wird sich daran auch nicht wirklich etwas ändern. Daher habe ich mich für einen Zwischenweg entschieden: Ich liste die in letzter Zeit gehörten Hörbücher auf und äußere mich jeweils kurz dazu, wo sie ungefähr einzusortieren sind bzw. ob und wie sehr sie mir gefallen haben. Also: Auf geht’s!

Cotton Reloaded, Serienspecial: „Der Tod eines guten Mannes“

Die neueste Episode von „Cotton Reloaded“ bringt Licht in die Vorgeschichte von Joe Brandenburg – spannend und sehr gut gemacht, von vorne bis hinten ein Genuss!

Die neueste Episode von „Cotton Reloaded“ bringt Licht in die Vorgeschichte von Joe Brandenburg – spannend und sehr gut gemacht, von vorne bis hinten ein Genuss!

Bis zum Herbst, wenn die Serie „Cotton Reloaded“ einen thematisch neu ausgerichteten Relaunch erleben soll, gibt es alle zwei Monate ein sog. „Serienspecial“, also Folgen, die als Vor- oder Nebenhandlung nun einmal nicht in der normalen Chronologie zu verorten sind. Das erzeugt mehr Tiefe für die bereits etablierten Figuren und beleuchtet hier und da auf interessante Weise die Hintergründe.

Dieses Hörbuch stellt keine Ausnahme dar, die Qualität ist gewohnt hoch und die Produktion makellos. Für alle Fans der Serie eine lohnende Investition!

Vince Ebert: „Zukunft Is The Future – Die Live-Show“

Ein kurzweiliges Comedy-Programm, das für meinen Geschmack leider zu viele bereits bekannte Elemente verwendet.

Ein kurzweiliges Comedy-Programm, das für meinen Geschmack leider zu viele bereits bekannte Elemente verwendet.

Ich mag Vince Ebert als wissenschaftlich angehauchten Comedian. Mittlerweile habe ich vier oder fünf seiner Hörbücher, meistens Live-Shows oder Lesungen seiner Bücher. Ein paar davon habe ich schon sehr oft gehört. Und vielleicht war genau dies mein Problem mit dem für mich noch neuen Hörbuch „Zukunft Is The Future – Die Live-Show“, denn gefühlte 90 Prozent der Witze/Pointen waren mir bereits aus den anderen Programmen vertraut. Die vereinzelten Male, an denen mich ein Element überraschen konnte, waren spärlich gesät.

Für jemanden, der die anderen Hörbücher/Programme von Vince Ebert noch nicht dermaßen gut kennt, ist es sicherlich ein höchst befriedigendes Erlebnis, diesem gut 70-minütigen Live-Programm zu folgen. Ich empfand es als rausgeworfenes Geld und hätte die Zeit lieber für interessantere Hörkost verwendet.

Harper Lee: „Gehe hin, stelle einen Wächter“

Auf den ersten Blick unscheinbar und nicht „in der gleichen Liga“ wie „Wer die Nachtigall stört“, am Schluss dann aber ebenso tiefgreifend und geradezu umwerfend ehrlich.

Auf den ersten Blick unscheinbar und nicht „in der gleichen Liga“ wie „Wer die Nachtigall stört“, am Schluss dann aber ebenso tiefgreifend und geradezu umwerfend ehrlich.

Vor ein paar Wochen berichtete ich vom großen Genuss, den ich aus dem Anhören von Harper Lees Klassiker „Wer die Nachtigall stört“ zog (hier). Dieses Buch wurde nicht umsonst einer der ganz großen Klassiker des 20. Jahrhunderts. Vielen, die sich dann für die Autorin interessieren, wird es ergangen sein wie mir: Völlige Verblüffung, dass sie bis kurz vor ihrem Tod nur diesen einen Roman veröffentlichte. Ein Jahr, bevor sie unerwartet im Schlaf verstarb, erschien diese „Fortsetzung“, die angeblich ein eigentlich früherer Entwurf des erfolgreichen Erstlingswerks darstellt.

Kennt man „Wer die Nachtigall stört“, fühlt man sich sofort wieder zuhause, wenngleich in einem Zuhause, das man verlassen und für etliche Jahre nicht mehr besucht hat, nur um festzustellen, dass sich unter der ewig unveränderlichen Oberfläche doch einiges ganz unerwartet entwickelt hat. Insofern ist der Roman gleichzeitig nostalgisch als auch entzaubernd – die Kraft liegt darin, dass der Leser aus erster Hand die letzten Wehen einer Adoleszenz miterlebt, die im Austausch für das Erwachsenwerden sterben muss. Nicht ganz einfache Kost, aber lohnende. Und noch dazu in Hörbuchform ganz exzellent!

Giulia Enders: „Darm mit Charme“

Zu Beginn deutlich spannender als am Schluss, dennoch interessant und durchaus besser geschrieben als dem Titelbild nach zu schlussfolgern wäre...

Zu Beginn deutlich spannender als am Schluss, dennoch interessant und durchaus besser geschrieben als dem Titelbild nach zu schlussfolgern wäre…

Das Gesundheitsthema lässt mich einfach nicht los, noch dazu mag ich es, zumindest hin und wieder Fakten in einem nüchternen Tonfall präsentiert zu bekommen. Deshalb gefiel mir auch „Fettlogik überwinden“ von Dr. Nadja Hermann viel besser als „Kopfsache schlank“ von Dr. Marion Reddy und Dr. Iris Zachenhofer – aber wie so oft ist das nur meine persönliche Meinung (aber in meinem Blog gibt’s halt auch meine Meinung zu lesen). „Darm mit Charme“ beginnt sehr vielversprechend, in diesem sachlichen und angenehm nüchternen Tonfall, um dann in der zweiten Hälfte etwas weniger spannend zu werden. Abgesehen davon war es dennoch ein lohnendes Hörbuch, das ich sicher noch einmal, ach nein, bestimmt noch mehrere Male, hören werde!

Neil Gaiman: „American Gods“

Actionreiche Mystery in poetischer Sprache und rappelvoll mit Anspielungen auf alte Sagen und Mythen – was für ein Einstieg in das Werk eines mir bis dato unbekannten Autors!

Actionreiche Mystery in poetischer Sprache und rappelvoll mit Anspielungen auf alte Sagen und Mythen – was für ein Einstieg in das Werk eines mir bis dato unbekannten Autors!

Eigentlich war dieses Hörbuch eine reine Zufallsentdeckung, weil ich beim Stöbern im iTunes Store nach etwas im Bereich meiner Interessen suchte, das zugleich nicht zu teuer wäre. Den Namen Neil Gaiman hatte ich schon recht häufig gelesen, doch eben noch kein einziges Werk von ihm. Also lag es nahe, einfach mal ein einzelnes Hörbuch auf Verdacht zu kaufen. Und ich habe es nicht bereut.

Die Geschichte ist eine Art Transposition der antiken Sagenwelt mitten hinein in die USA der Jetztzeit. Götter und Menschen interagieren miteinander, intrigieren gegeneinander, stecken ihre Bereiche ab, verteidigen diese Grenzlinien und kämpfen mit harten Bandagen um den eigenen Vorteil. Das alles wird in einer hochpoetischen Sprache voller Bilder und doch nur selten mit einem einzigen Wort zu viel präsentiert (und in diesem Fall von Stefan Kaminski hervorragend gelesen). Der aus meiner Sicht bestmögliche Einstieg in die Welt von Neil Gaiman!

Neil Gaiman: „Der Ozean am Ende der Straße“

Science Fiction, Mystery und eine auf kindliche Weise unverdorbene Schwärmerei in einer fantastischen Geschichte vereint: Einer der Hörbuch-Höhepunkte der letzten Wochen!

Science Fiction, Mystery und eine auf kindliche Weise unverdorbene Schwärmerei in einer fantastischen Geschichte vereint: Einer der Hörbuch-Höhepunkte der letzten Wochen!

Nachdem ich mit „American Gods“ auf den Geschmack gekommen war, fiel mir – ebenfalls recht kostengünstig – ein weiteres Buch von Neil Gaiman in Hörbuch-Form in die Hände: „Der Ozean am Ende der Straße“. In dieser Geschichte vereinen sich Elemente aus Science Fiction und Mystery, verweben sie zu einem gelungenen Netz aus Handlungsfäden, die sich allmählich entfalten und den Hörer in eine ganz andere Realität entführen. Erst nach dem Kauf des Hörbuchs bemerkte ich, dass es sich um eine gekürzte Version handelte – wäre mir das vorher aufgefallen, hätte ich es vielleicht gar nicht gekauft (die ungekürzte Version kostet über 20€). So aber kam ich in den Genuss einer leicht gekürzten, aber dennoch fantastischen Geschichte. Wunderbar!

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Gehört: „Zero – Sie wissen, was du tust“ von Marc Elsberg

„Zero – Sie wissen, was du tust“ von Marc Elsberg ist ein spannender Technologie-Thriller mit glaubwürdigen Charakteren und einem modernen Setting. Absolut lesens-/hörenswert!

„Zero – Sie wissen, was du tust“ von Marc Elsberg ist ein spannender Technologie-Thriller mit glaubwürdigen Charakteren und einem modernen Setting. Absolut lesens-/hörenswert!

Dieses Hörbuch war eine Zufallsentdeckung, die ich Zeilenende zu verdanken habe. Er hatte sich sehr positiv zu „Blackout“, einem weiteren Roman von Marc Elsberg geäußert (hier), woraufhin ich mir diesen bei iBooks besorgte. Natürlich kam ich noch nicht zum Lesen, immerhin liegen da noch ein paar ganz andere Bücher auf meinem virtuellen SuB, doch in iBooks bekam ich natürlich gleich noch weitere Bücher und – ganz entscheidend – Hörbücher vom gleichen Autor angezeigt. „Zero“ war relativ kostengünstig und bot mit mehr als 13 Stunden Länge Futter für mehrere Läufe/Tage. Also ging ich gleich „all in“ – gestern habe ich das Hörbuch mit Genuss zu Ende gehört.

Inhalt

Inhaltlich dreht sich die im „High Tech“-Milieu angesiedelte Handlung vorrangig um den Aspekt der Überwachung, die durch moderne Technik ermöglicht und von vielen Nutzern im Gegenzug für die Bereitstellung sog. „kostenfreier“ Dienste bereitwillig zugelassen wird. Dieses Paket wird in eine Story um eine Journalistin, die zu Beginn selbst noch technologisch „hinter dem Mond“ lebt, verpackt. Im Zuge ihres Wissens- und Erfahrungszuwachses darf der Leser/Hörer das „technologische Erwachen“ mit seinen positiven und negativen Seiten miterleben – sehr geschickt, denn so werden technologisch unbeleckte Leser/Hörer nicht von Anfang an übervorteilt, während die „Techies“ nicht permanent das Gefühl haben, in die Steinzeit zurückversetzt worden zu sein.

Besonders gut gefallen hat mir, dass der Grundtenor entgegen meiner anfänglichen Befürchtungen nicht grundsätzlich technologiefeindlich ist, denn so etwas wirkt auf mich immer sehr rückwärtsgewandt (da spüre ich immer die erhobenen Hände und den gewollt hilflosen Ausruf: „Davon verstehe ich doch nichts!“, in dem implizit mitschwingt: „Und davon möchte ich auch nie etwas verstehen…“) und verdirbt meiner persönlichen Einschätzung nach fast grundsätzlich die Stimmung. Da dies hier nicht der Fall ist, war ich in dieser Hinsicht sehr glücklich.

Persönlicher Bezug

Noch dazu ist die Überwachung persönlicher Daten ein zweischneidiges Schwert, das ich als ein notorischer Selbstoptimierer selbstverständlich ganz intim kenne. Der Umgang mit den eigenen Daten ist von entscheidender Bedeutung, denn wer alle Fitness-Apps mit seinen sozialen Medienstreams verbindet und jeden getätigten Schritt in die weite Welt hinausposaunt, macht sich in dieser Hinsicht selbstverständlich durchsichtig. Alle meine diesbezüglichen Profile sind und waren schon immer auf „PRIVAT“ gestellt, sodass keine App irgendetwas bei Twitter oder Facebook (letzterem verweigere ich mich ohnehin komplett) veröffentlichen darf. Das sieht bei anderen Leuten ja ganz anders aus (was kein Urteil sein soll, ich sehe nur oft entsprechende Mitteilungen). Wenn ich dann im Rahmen eines Blog-Eintrags oder einfach so zum Angeben (Eitelkeit ist wichtig…) etwas über Twitter posten möchte, kann ich das via Screenshot immer tun – mein Blog ist ja nun voll von solchen Beispielen. Auf diese Weise behalte ich aber die Kontrolle über die öffentlich wahrnehmbaren Daten.

Gleichzeitig frage ich mich auch immer, wen meine Laufdaten so brennend interessieren sollten. Das ist sicher eine etwas naive Sichtweise, doch da mir bislang keine auf den Laufsport bezogene Werbung ins Haus bzw. Postfach geflattert ist, scheint mein Konzept von Privatsphäre noch ganz gut aufzugehen.

Nike & Apple sind nicht Facebook oder Google

Noch so ein Punkt, in dem sich eventuell herausstellen könnte, dass ich massiv naiv bin, aber ich vertraue Apple. Meine Aktivitätsdaten werden hauptsächlich bei Nike und Apple gesammelt, andere Apps benutze ich nur sporadisch und mit den bereits erwähnten Privatsphäre-Einstellungen. Apple nimmt seit Jahren einen klar definierten Standpunkt zur Privatsphäre ein: Meine Daten bleiben meine, in vielen Fällen bleiben sie sogar direkt auf dem Gerät in einem gesicherten Chip gespeichert und werden niemals auf irgendwelche Server hochgeladen (z.B. seit dem iPhone 5S die Fingerabdrücke zum Entsperren der Geräte).

Klar, es kann sich fast jederzeit herausstellen, dass ich in dieser Hinsicht angelogen und betrogen wurde. Da Apple diesen Standpunkt aber immer wieder sehr vehement verteidigt und – zumindest den eigenen Angaben nach – Technologien verwendet, die es der Firma selbst unmöglich machen, die auf dem Gerät verschlüsselten Daten zu entschlüsseln, vertraue ich Ihnen zumindest im Moment meine Daten an. Ein Glücksspiel, ja, aber eben nur eines. Und die Chancen sind immerhin 50:50. Bei Facebook oder Google ist die Wahrscheinlichkeit gar kein Faktor, denn bei beiden ist es klar, dass alle verwertbaren personenbezogenen Daten auch ausgewertet und an alle zahlungswilligen Interessenten verkauft werden.

Fazit

Zurück zum Hörbuch! Wie meine langen Ausführungen gezeigt haben, handelt es sich bei „Zero – Sie wissen, was du tust“ um ein brandaktuelles Thema, das uns auch in den kommenden Jahren immer wieder in unterschiedlichen Dringlichkeitsstufen begleiten wird. Da das Thema von Marc Elsberg intelligent, kompetent und auf kurzweilige und spannende Weise aufbereitet wurde, kann ich das Hörbuch sehr empfehlen. Ich freue mich schon auf die Lektüre von „Blackout“, das gleich nach „Glas“, „Cujo“, „Alien 1-3“ dran ist. Versprochen, gaaaanz sicher… 😉

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Der 1.001. Beitrag!

Heute früh durfte ich ausschlafen, was sehr angenehm war. Pünktlich um kurz vor sechs rief mein Körper aber: „He, du liegst schon anderthalb Stunden länger als sonst hier herum, jetzt wird’s dringend Zeit, aufzuwachen!“ Gleich darauf piepste meine Apple Watch mit der Mitteilung, mein Beitrag Song des Tages sei veröffentlicht worden, dicht gefolgt von einer weiteren Mitteilung, dass dies mein 1.000. Beitrag auf diesem WordPress-Konto sei:

Tatsächlich: Ich habe mit dem einen von heute früh schon 1.000 Beiträge auf diesem Blog veröffentlicht! (Dieser ist der 1.001.!)

Tatsächlich: Ich habe mit dem einen von heute früh schon 1.000 Beiträge auf diesem Blog veröffentlicht! (Dieser ist der 1.001.!)

Derart beflügelt drehte ich mich um und ruhte noch eine ganze Weile. Dann stand ich auf, spülte alles, was ich gestern Abend nicht mehr wegräumen wollte, fort und ging dann Laufen. Das Wetter spielte ganz gut mit, also lief ich einfach immer weiter, am Ende wurden es 22,42 Kilometer, also etwas mehr als ein Halbmarathon:

Huuuiiiiii! Heute war ich richtig schnell!

Huuuiiiiii! Heute war ich richtig schnell!

In den letzten Wochen lief ich immer mit einem Tempo von etwa 6:10/km bis 6:30/km, heute hatte ich – vermutlich bedingt durch einen wahren Schokoladen-Fressanfall gestern Abend und den langen Nachtschlaf – unglaubliche Energiereserven, wodurch ich die letzten Kilometer mit 4:50/km absolvierte. Das beeindruckte mich selbst, weil es vollkommen unerwartet war.

Zur Belohnung erhielt ich noch eine Aktivitäts-Medaille auf meiner Apple Watch, die schön, aber nicht allzu bedeutsam ist. Ich war zwar vor vielen Jahren im Yellowstone-Nationalpark, ziehe aber Yosemite eindeutig vor…

Die heute gewonnene Herausforderung (bzw. die dazugehörige Trophäe): Schick, aber nicht wirklich nötig, gelaufen wäre ich ohne den Anreiz auch.

Die heute gewonnene Herausforderung (bzw. die dazugehörige Trophäe): Schick, aber nicht wirklich nötig, gelaufen wäre ich ohne den Anreiz auch.

Und damit habe ich die 2.900 Kilometer in diesem Kalenderjahr überwunden, nähere mich nun allmählich den 3.000 Kilometern an.

Der aktuelle Zwischenstand, nach wie vor keine Aussetzer in diesem Kalenderjahr. Wie sagt man so schön: „Es läuft...“

Der aktuelle Zwischenstand, nach wie vor keine Aussetzer in diesem Kalenderjahr. Wie sagt man so schön: „Es läuft…“

Ohne gutes Schuhwerk, AirPods und Hörbücher (sowie geeignete Kleidung) wäre das nicht drin gewesen. Noch dazu treibt mich der Wille, für meine Frau in Form zu bleiben, mindestens ebenso an…

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In memoriam Christian Weis

Christian Weis (das Bild habe ich mir von seinem Blog „geliehen“).

Christian Weis (das Bild habe ich mir von seinem Blog „geliehen“).

Am 6. Juni erhielt ich eine Email von Christian Weis, dem von mir sehr geschätzten Autor einiger exzellenter Folgen von Cotton Reloaded und etlicher weiterer (meist kurzer) Werke. Insgesamt haben wir uns nur ein paar Mal hin und her geschrieben, das erste Mal kontaktierte er mich nach meinem Blog-Eintrag „Wo steckt eigentlich Christian Weis?“ vom 8. Januar 2016. Er entschuldigte sich für seine längere WordPress-Abstinenz und schilderte mir kurz seine ernste gesundheitliche Situation.

Dann, verteilt über das Jahr 2016 und sogar noch das Frühjahr 2017, erschienen mehrere neue „Cotton Reloaded“-Episoden aus seiner Feder, auch in seinem Blog erschienen ein paar neue Artikel, er kommentierte in anderen Blogs – für mich ein Anzeichen, dass es ihm wieder besser gehen müsse. Die Email vom 6. Juni war dann ein schwerer Schlag, denn darin fasste er kurz seinen nicht mehr zu behebenden gesundheitlichen Zustand zusammen und bedankte sich für alles. Ich war erst einmal völlig sprachlos, brauchte über einen Tag, um mir eine Antwort zu überlegen, die nicht allzu oberflächlich und platt rüberkam (hoffentlich) – Kern meiner Email war es, dass nicht er mir zum Dank verpflichtet sei. Ganz im Gegenteil, denn seine Werke hatten mein Leben bereichert, hatten mich fasziniert, zum Lachen gebracht oder vor Spannung in den Sitz gefesselt…

Gerade habe ich im BiomAlpha-Blog gelesen, dass Christian Weis Anfang Juli gestorben ist. Ich werde ihn vermissen.

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Gesehen: „RoboCop“ (2014)

Faszinierend und verstörend zugleich: Das Remake des 80er Jahre-„Robocop“ von 2014.

Faszinierend und verstörend zugleich: Das Remake des 80er Jahre-„Robocop“ von 2014.

Den „RoboCop“-Film von 1987 kenne ich gut, schließlich habe ich ihn als Teenager mehrmals auf VHS gesehen. Dass vor drei Jahren ein Remake herauskam, ging dagegen völlig an mir vorbei. Nun habe ich dieses aber tatsächlich entdeckt, mir in Ruhe angesehen und kann rechtens behaupten, dass mir der Film in seiner neuen Fassung gefällt.

Die Neuverfilmung von 2014 hat mit dem Original nur noch ganz am Rande zu tun, sie wurde in ein durchweg modernes Gewand gesteckt – und das ist insgesamt, vor allem aber auf der optischen Ebene ein echtes Highlight. Auch die Zuspitzung der medialen Hysterie, das gegenseitige Ausspielen von Ereignissen zum eigenen (finanziellen oder politischen) Nutzen, das Uminterpretieren von Sachverhalten, bis es den eigenen Standpunkt stützt, all dies ist raffiniert getextet und von hervorragenden Schauspielern (vor allem Samuel L. Jackson und Michael Keaton) umgesetzt. Aber auch die noch stark von den heutigen Wunschvorstellungen geleitete wissenschaftliche Seite, vertreten durch einen gewohnt exzellenten Gary Oldman, muss sich keineswegs verstecken.

Alles in allem spannende Unterhaltung, die zwar keinen intellektuellen Tiefgang voraussetzt, immerhin aber einige ethische Grundfragen über die Entscheidungsfreiheit des Menschen aufwirft – und das ganze dann in effektvoller Weise mit einer ordentlichen Ladung Action inszeniert. Klassisches Popcorn-Kino, wie man es für einen entspannten Samstag Abend gebrauchen kann. Den Film sehe ich mir sicher noch ein paar Mal an.

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Nostalgie-Lektüre

Die Romane zum Film von Alan Dean Foster sind wahre Meisterwerke, die man sich immer wieder durchlesen kann – vor allem den zweiten habe ich als Teenager wiederholt verschlungen.

Die Romane zum Film von Alan Dean Foster sind wahre Meisterwerke, die man sich immer wieder durchlesen kann – vor allem den zweiten habe ich als Teenager wiederholt verschlungen.

Vor ein paar Tagen habe ich völlig durch Zufall bei iBooks einen Sammelband mit drei Romanen von Alan Dean Foster entdeckt, jeweils „Romane zum Film“, eine der vielleicht mit der größten Skepsis betrachteten literarischen Gattungen, da sie versuchen, eine literarische Ausarbeitung zu einem bereits bestehenden Film zu liefern, ohne auf die Gestaltung des Films irgend einen noch so geringen Einfluss nehmen zu können. Als Kind und Jugendlicher las ich derlei Romane zum Film sehr oft. Der Grund lag darin, dass mir fast immer das Geld für den Kinobesuch fehlte oder aber die Filme für meine Altersgruppe gar noch nicht freigegeben waren.

Die schmalen Bücher für sechs oder sieben Mark (oft noch billiger, wenn ich es gebraucht bekommen konnte), las ich dann locker drei oder vier Mal, im Fall von „Aliens – Die Rückkehr“ mindestens fünf oder gar sechs Mal. Wenn ich später den Film zu sehen bekam, war ich oft bestens im Bilde, was den Genuss tatsächlich steigerte!

Alan Dean Foster ist darüber hinaus der Spagat zwischen einer „Nacherzählung“ des Films und einer gekonnten Ausschmückung und Verfeinerung sowohl der Handlung (durch Hinzufügen von Begründungen/Motiven) als auch der Charaktere (durch die im Film nicht darstellbaren Gedankengänge) gelungen. Andernfalls hätte ich die Bücher nicht so oft wieder hervorgeholt und erneut gelesen.

Zurück zu meiner Entdeckung: Die drei Romane wurden für 4,99 € angeboten, da zögerte ich höchstens zwei oder drei Sekunden, bevor ich meine Kreditkarte belastete und mir ein Stück Nostalgie lud. Dieser Sammelband wird in den kommenden Wochen immer wieder in den kurzen „Klo-Lesepausen“ in iBooks geöffnet und Häppchen für Häppchen genüsslich gelesen. Und später vermutlich noch einmal – und noch einmal…

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Gehört: „Alien Wars“ Teile 2-5

Eine sehr gelungene und überaus spannende Fortsetzung der „Alien Wars“-Reihe von Marko Kloos!

Eine sehr gelungene und überaus spannende Fortsetzung der „Alien Wars“-Reihe von Marko Kloos!

Die letzten Wochen war wirklich viel los, daher kam ich weder zum Schreiben noch richtig zum Lesen, was ich sehr bedauere, aber die Prioritäten zwingen sich mir förmlich auf. Noch viereinhalb Wochen, dann sind Sommerferien, ab da wird es wieder etwas entspannter. Vielleicht sogar schon früher.

Gerade in den Stress-Zeiten ist der morgendliche Lauf die entspannteste Zeit des Tages neben dem Nachtschlaf, vor allem weil letzterer immer etwas zu kurz kommt (das weiß ich mittlerweile ganz genau, denn ich verfolge aufmerksam die Auswertung der AutoSleep-App). Beim Laufen höre ich fast immer ein Hörbuch, nur ganz selten gibt’s Musik, die höre ich dafür am Rest des Tages mehr als Hörbücher. Also schaffe ich in der Schulzeit jeden Morgen 90-110 Minuten einer Geschichte. Entsprechend flitzen die Geschichten nur so vorbei, umso mehr, wenn sie so spannend sind wie diese Reihe.

Hier hatte ich bereits über den ersten Teil berichtet, den ich schon mehrfach durchgehört habe, weil er spannend und kurzweilig zugleich ist. Auch den zweiten Teil „pflügte“ ich nur so durch, um dann ein bisschen zu erschrecken, denn die weiteren zwei Teile, die es in der deutschen Übersetzung im iTunes Store gibt, sind mir aktuell noch zu teuer. Für etwa zehn Stunden Hörbuch möchte ich (gerade bei meinem Durchsatz an Hörbüchern) keine 20 € hinlegen. Zum Glück zeigt der iTunes Store bei der Suche nach dem Autor-Namen auch die englischen Fassungen an…

Und das war dann auch meine Rettung: Die Teile 3-5 kosten jeweils nur 7,99 €, also die Hälfte vom ersten Teil in der deutschen Fassung (15,99 €). Also: Gekauft, geladen, gehört. Und alle drei Teile waren fantastisch.

Der dritte Teil...

Der dritte Teil…

...und der vierte Teil...

…und der vierte Teil…

...und der fünfte Teil. Jeder einzelne Teil ist fürchterlich spannend und gut vorgelesen.

…und der fünfte Teil. Jeder einzelne Teil ist fürchterlich spannend und gut vorgelesen.

Die Geschichte ist insgesamt ganz klar im Bereich der Military Science Fiction angesiedelt, es geht also um (in diesem Fall menschliche) Soldaten, die die Erde oder von Menschen kolonisierte Planeten vor einer aggressiven außerirdischen Macht (hier den „Lankies“) verteidigen müssen.

Wo der erste Teil noch etwas patriotisch rüberkam (für Amerikaner überhaupt nicht ungewöhnlich), distanziert sich der Autor ab Beginn des zweiten Teils immer deutlicher vom blinden militärischen Gehorsam, lässt den Protagonisten und einige seiner Freunde/Kameraden sogar wiederholt aufgrund einer Gewissensentscheidung gegen direkte Befehle ihrer Vorgesetzten eine Meuterei anzetteln. Mit jedem weiteren Kapitel vertiefen sich die Charaktere, treffen teils unerwartete Entscheidungen, werden menschlicher und somit nachvollziehbarer – sie wachsen einem schlicht ans Herz.

Den fünften Teil habe ich vor ein paar Tagen mit Genuss zu Ende gehört. Doch ganz am Ende geschah es: Entgegen meiner Erwartung war es noch nicht der Abschluss der Reihe, denn ein sechster Teil ist gerade in der Endphase der Entstehung, wie ich noch am selben Tag der Homepage des Autors entnehmen konnte. Das bedeutet, dass mich wieder einmal ein Autor mit einer unfertigen Roman-Reihe auf die Folterbank spannt. Zum Glück scheint es in diesem Fall deutlich schneller zu gehen als bei Patrick Rothfuss

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Song des Tages (273) – 2017-06-12

Jeden Tag empfehle ich einen Song als den „Song des Tages“. 1999 habe ich ungefähr vier Wochen lang als Sommerjob bei Audi in Ingolstadt gearbeitet, wo ich mit einer Nietenpistole die rechte Außenseite vom TT an den Stellen verdichtete, wo eine Maschine nur sehr schwer hingekommen wäre. Wohnen konnte ich bei meinen Schwiegereltern, die nur ca. 20 Kilometer entfernt leben. Auf dem Weg zur Arbeit (und natürlich auch auf dem Rückweg) hörte ich mir in der gesamten Zeit nur zwei oder drei CDs an (mehr hatte ich nicht im Auto, einen iPod gab es damals noch gar nicht). Eine der CDs war die superbe Filmmusik zu der fantastischen Science Fiction-Action-Komödie „Das fünfte Element“ mit Bruce Willis und Mila Jovovich. Die Musik stammt von Eric Serra, und der Titelsong ist so gut, dass er auch ohne Kenntnis des Films sensationell gut wirkt: „Little Light of Love“

Noch während ich diese Zeilen schreibe, merke ich, dass ich den Film viel zu lange nicht mehr gesehen habe. Jetzt wird’s aber dringend wieder Zeit!

Alle Songs in meiner freigegebenen Apple Music-Playlist.

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Gehört: „Alien Wars – Sterneninvasion“ von Marko Kloos

Der gelungene Auftakt einer Science Fiction-Reihe, gerade vor ein paar Tagen von mir  durchgehört und für gut befunden...

Der gelungene Auftakt einer Science Fiction-Reihe, gerade vor ein paar Tagen von mir durchgehört und für gut befunden…

Hui! Wieder eine tolle Neuentdeckung für mich an der Science Fiction-Front! Der mir bislang völlig unbekannte Autor Marko Kloos (in Deutschland geboren, lebt aber in den USA) hat eine vier Teile umspannende Serie sog. Military Science Fiction unter dem Übertitel „Alien Wars“ geschaffen, deren ersten Teil ich geradezu verschlungen (so absonderlich diese Vorstellung bei einem digitalen Hörbuch auch immer sein mag…) habe.

Den ersten Teil habe ich heute gerade zum zweiten Mal innerhalb weniger Wochen komplett durchgehört, also verdient das Hörbuch eine gute Rezension an dieser Stelle.

Handlung

Die Handlung ist in vier grobe Blöcke unterteilt, die in normaler chronologischer Folge nacheinander ablaufen:

  • Die (kurze) Vorgeschichte des Protagonisten Andrew Grayson im „Ghetto“,
  • die Verpflichtung zum Militärdienst und die Grundausbildung,
  • die Zeit bei der irdischen Armee,
  • Wechsel zu den Space Marines und dortige Erlebnisse.

Die Vorgeschichte wird recht zügig abgehandelt, auch die Grundausbildung wird dankenswerterweise nicht extrem breitgetreten. Sehr interessant ist die Schilderung der Einsätze bei der TA (der „Terranen Verteidigungs-Armee“), denn hier äußert der Protagonist (stellvertretend für den Autor) bereits kritische Gedanken zur Medienzensur und zu manch einer politischen Entscheidung, die nur aus der Perspektive „von oben“ kommt. Nach mehreren Einsätzen auf der Erde erhält Andrew Grayson die Möglichkeit, zu den Marines zu wechseln – und nutzt diese. Als „Neuronaler Netzwerk-Administrator“ erlebt er dann auch gleich eine äußerst aufreibende Mission, die die Menschheit erstmals in Kontakt mit einer feindlich gesinnten außerirdischen Spezies bringt. Und damit ist die Basis für die weiteren Teile gelegt.

Fazit

Der gesamte Roman ist in einem zügigen Tempo und einer packenden, stark technologisch geprägten Sprache geschrieben (beides passt perfekt zur Military Science Fiction). Das Hörbuch mit Matthias Lühn als Sprecher ist exzellent, bei meinen morgendlichen Läufen habe ich es von vorne bis hinten genossen. Der zweite Teil ist bereits geladen – ich bin schon gespannt, ob er an das Niveau des ersten anschließen kann. Ich werde wieder berichten, sobald der neue Teil durch ist…

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Gehört: „Ulysses“ von James Joyce

Liebevoll und aufwändig produziert: „Ulysses“ von James Joyce als Hörbuch.

Liebevoll und aufwändig produziert: „Ulysses“ von James Joyce als Hörbuch.

„Ulysses“ gehört zu den literarischen Werken, die mich aufgrund ihres Bekanntheitsgrades, des Autors (von dem ich in meiner Schul- und Studienzeit bereits drei andere Bücher gelesen und genossen hatte) und der Erzähltechnik („Stream of Consciousness“) schon lange faszinierten.

Weg mit dem (gedruckten) Buch

Die gedruckte Buchfassung hatte ich gut 20 Jahre im Regal stehen, bis mir klar wurde, dass ich sie nie lesen würde, schon gar nicht in dieser Darreichungsform. Meine Lesegewohnheiten sind in den letzten sieben Jahren derart stark auf iPhone und iPad umgemünzt worden, dass ich mich mit einem „normalen“ Buch in der Hand zwar nicht unwohl fühle, mir aber sofort klar ist, dass ich es eben nicht ständig (im Sinne von 24 Stunden am Tag) bei mir trage. Und in dieser Hinsicht schlägt das iPhone alle anderen Lesegeräte. Noch dazu ist der Kontrast auf dem Bildschirm derart hoch, dass ich auch schon seit gut fünf Jahren meine Lesebrille nicht mehr benötige. Zurück zum Buch: Die Druckfassung habe ich über Momox im letzten Jahr verkauft, aber das Interesse an „Ulysses“ als Werk blieb ungebrochen. Also langte ich vor ein paar Wochen tief in meine Taschen und leistete mir für gut 38 € im iTunes Store das beinahe 40 Stunden lange Hörbuch – pro Stunde ungefähr ein Euro, das ist aus meiner Sicht akzeptabel.

Hörbuch deluxe

Es ist eine wirklich grandios produzierte ungekürzte Fassung mit ca. 40 unterschiedlichen Sprechern (allerlei Geschlechts), die sich teils in kurzen Abschnitten, teils in wirklich langen Passagen abwechseln. Auch handwerklich ist das Hörbuch äußerst gut gemacht, denn es spielt – beim Laufen habe ich das durch die AirPods natürlich sehr deutlich gemerkt – auch mit dem Panorama: Bei Passagen, in denen sich die Sprecher in kurzem zeitlichen Versatz ergänzen, wird mehrfach zwischen linkem und rechtem Kanal hin und her gewechselt. Nötig wäre das natürlich nicht, aber ein interessanter Effekt ist es allemal.

Fazit: Die Hörbuch-Produktion ist sowohl hinsichtlich der Sprecher als auch der Audio-Qualität absolut makellos und ihr Geld zweifelsohne wert.

Das „Werk“

Vorwarnung: Ich „oute“ mich gleich als völliger Kulturbanause.

Anders als die Hörbuch-Produktion konnte mich das Werk – vielleicht auch aufgrund einer gewissen Reife, die ich mir mittlerweile schamlos zugestehen darf – nur wenig mitreißen. In den letzten Monaten/Jahren habe ich sehr viel gelesen und noch mehr gehört. Wenn mir etwas gefiel, habe ich darüber gebloggt, wodurch den Lesern meines Blogs ziemlich leicht fallen dürfte, meine literarischen Interessensgebiete einzugrenzen:

  • Unmengen an Science Fiction (z.B. „Krieg der Klone“ von John Scalzi oder die „Space Troopers“-Reihe von P. E. Jones)
  • viel Action (z.B. die „Cotton Reloaded“-Serie)
  • (leichter) Horror (vor allem die späteren Werke von Stephen King wie „Die Arena“ oder auch „Dreamcatcher“)
  • viel Humor (z.B. „Das Rosie-Projekt“ von Graeme Simsion)
  • gerne auch alles in Kombination
  • oder natürlich Fachbücher über sportliche oder Gesundheits-Themen.

Gerade bei den Romanen und Kurzgeschichten geht es mir aber darum, die Charaktere in ihrer Interaktion zu erleben, Anteil an ihren Motiven und den Umständen, die sie zum Handeln zwingen, zu nehmen, sie zu verstehen und meist auch innerlich zu bewerten – das macht Literatur ja so großartig: Sie kann uns unterhalten, uns bewegen und zum Nachdenken anregen. Außerdem schätze ich es sehr, wenn die Handlung zügig vorangetrieben wird.

„Ulysses“ dagegen ist – oberflächlich betrachtet – die Verkörperung der Banalität, denn es geht letztlich um nichts. Das sage ich nicht verächtlich, eher bedauernd. Faktisch folgt die Geschichte (es ist ja noch nicht einmal eine richtige Geschichte…) einen Tag (für die Puristen: einen Tag und ein Stück des folgenden Morgens) lang einer Person („Leopold Bloom“), zeigt seine Interaktionen mit einer Vielzahl anderer Menschen, dessen Gedanken und die der anderen Personen auf – vermag aber mit wenigen Ausnahmen kaum, mich zu interessieren. Der Grund ist die bereits erwähnte Banalität. Der Schluss des Buchs ist ja ein gut 40 Druckseiten langer innerer Monolog der Ehefrau („Molly Bloom“). James Joyce hat versucht, einen tatsächlichen Gedankenstrom nachzustellen, was ihm sicher auch gelungen ist. Doch leider sind unsere alltäglichen Gedanken mit Unmengen an Banalitäten angefüllt. Viele Menschen – ich sicher eingeschlossen – denken ziemlich oft an ganz normale körperfunktionale Dinge (z.B. „Ich muss demnächst mal wieder auf’s Klo…“ und dergleichen). Es ist ja schön, das einmal exemplarisch zu begreifen, wenn aber ein gut zweieindreiviertel Stunden langer Abschnitt eines Hörbuchs fast nur um derlei Themen kreist (und es ist wirklich so, dass Molly sich in diesem langen Abschluss-Gedankenstrom nur über Sex, die Gestaltung ihrer Wohnung, Sex, Shopping, Sex, Toilettengänge, Sex, Körperpflege, ihre eigene verschrobene Selbstwahrnehmung, Sex und dergleichen Gedanken macht) nimmt es die Wirkung einer Tortur an.

In „Geisterbrigaden“ lässt John Scalzi einen ähnlichen Gedankengang ablaufen:

Passt irgendwie perfekt, oder?

Passt irgendwie perfekt, oder?

Beim Laufen war es sogar noch viel schlimmer. Der schleppend langsame Verlauf dieses einen Tages (literarisch ja nun auf 38 Stunden ausgedehnt) zieht sich gefühlt doppelt so lange hin, wenn man sich des Morgens durch die noch recht düstere Ostalb bewegt. Mit dem richtigen Hörbuch „fliege“ ich (gefühlt) nur so über die Straßen und Wege, mit „Ulysses“ kroch ich wie eine Schnecke.

Die Erzähltechnik und die Wortwahl sowie der unverkennbar gebildete Ansatz, der nicht zuletzt durch die eingesetzten mindestens fünf Sprachen (ich konnte Deutsch, Englisch, Französisch, Italienisch und Latein erkennen) zutage tritt, sind die Elemente, die mich begeistern konnten. Hier und da schuf James Joyce sogar geradezu brüllend komische Passagen, wie zum Beispiel die Kutschfahrt nach dem Requiem für Paddy Dignam, bei der die Fahrgäste sich in einen wahren Lachrausch hineinsteigern.

Wie ich schon geschrieben habe: Ich bin wohl ein Kulturbanause. Denn selbstverständlich ist mir völlig klar, dass ein derart fähiger Autor wie James Joyce niemals in seinem Leben so viel Zeit und Mühe dafür geopfert hätte, nur Banalitäten anzusammeln. Das Werk ist durchzogen von einem feinen Netz literarischer, sozialer und historischer Anspielungen. Mein Banausentum besteht nun darin, dass mir das – geradeheraus gesagt – scheißegal ist. Momentan mag ich Bücher, die ich in die Hand nehmen und mich selbst für eine Weile darin verlieren kann. Ich suchte Unterhaltung und fand Bildung. Und genauso spröde, wie das klingt, war es leider auch.

Fazit:

Das Werk ist faszinierend, aber nicht für mein aktuelles Ich. Dieses sucht nach Unterhaltung, die das Werk in der für mich attraktiven Form nicht oder nur an wenigen Stellen zu bieten vermag. Dass ich mir die volle Länge gegönnt habe, zeigt, dass es mir durchaus ernst mit dem Buch war, doch ist mir jetzt eindeutig nach leichterer Kost, die meinem simplen Geist eher entgegen kommt. In einigen Jahren gibt es einen erneuten Anlauf, vielleicht sogar in Form eines iBooks mit zusätzlicher Sekundärliteratur, denn faszinierend ist das Werk nach wie vor auf einer intellektuellen Ebene – nur weiß ich, dass ich in den kommenden Jahren erst einmal kein Verlangen habe, mich dem Werk noch einmal so zu nähern.

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