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Gehört: „Sleeping Beauties“ von Stephen King

Ein überraschend erfrischender Roman, der so manchem „Prachtmann“ einen Spiegel vorhält...

Ein überraschend erfrischender Roman, der so manchem „Prachtmann“ einen Spiegel vorhält…

Der „Stephen King“-Stil

Stephen King ist (neben John Scalzi) der Autor, den ich in den letzten Jahren am meisten gelesen habe. Hin und wieder gibt es eine Phase, in der mir seine etwas weitschweifigen Erläuterungen ein bisschen zu viel sind, meistens aber ist sein Stil ganz genau „mein Ding“. Er etabliert binnen kurzer Zeit eine starke Vertrautheit mit den Figuren seiner Romane und lässt die Geschichte dann in ruhigem Erzähltempo „einfach laufen“ – was nicht heißt, dass es nicht von Zeit zu Zeit auch einmal heftig zur Sache geht und das Tempo massiv angezogen wird.

Ich kenne einige Leser, die mit dieser sehr ausführlichen, im bereits erwähnten „lockeren Gesprächstempo“ gehaltenen Art des Autors einfach nicht gut zurechtkommen: Das Lesen eines King-Romans ist ihnen zu ausführlich, zu lang(wierig) und vielleicht auch zu umständlich, bis sich der Höhepunkt dann endlich mal aus dem Wust an einzelnen Erzähl-Fäden herauskristallisiert. Verstehe ich, gelegentlich geht’s mir ja ebenso, doch mir gefällt’s nun einmal fast immer.

Roman + Hörbuch = doppelter Genuss

Ich lese fast ausnahmslos erst das Buch, danach gönne ich mir das Hörbuch, was bei den langen Romanen durchaus mal 40-50 Stunden umfassen kann („Es“ ist beispielsweise etwas mehr als 51 Stunden lang). Doch gerade das Anhören, nachdem man den Roman schon gelesen hat, ist eine sehr vertiefende Angelegenheit, die für mich oft erst noch eine Qualitätsebene draufpackt: Immerhin kenne ich den Ausgang und die Figuren schon, beim Hördurchgang kann ich also auf die ganzen Feinheiten achten, die mir beim ersten Lesen eventuell „durchgeschlüpft“ sind.

Im Falle des „Dunklen Turms“, einer insgesamt auf acht teils sehr umfangreiche Romane verteilten Geschichte, waren die wiederholten Hörbuch-Repetitionen äußerst hilfreich, um die unzähligen kleinen Verknüpfungen zwischen den einzelnen Teilen, aber auch etlichen anderen King-Romanen immer wieder aufgezeigt zu bekommen. So entsteht eine noch intensivere Dynamik, die gesamte Stimmung ist dichter gepackt, die Charaktere werden noch lebendiger und ihre Motive ziehen mich tiefer und tiefer in die Geschichte hinein. Aktuell bin ich zu zwei Dritteln mit dem siebten (und die Handlung eigentlich abschließenden) Band fertig, das Hörbuch liegt bereit, ebenso wie der wesentlich später ergänzte achte Band („Wind“), der allerdings zwischen den anderen Teilen angesiedelt ist und nur noch einzelne kleinere Lücken schließen soll.

Nur Hörbuch – selten, aber auch gut

Selten kommt es auch vor, dass ich statt des Lesens gleich zum Hörbuch vorstoße, meistens liegt das am Preis – jaaaa, das Schwabentum hat mich gepackt, ich gestehe es! Aber den Roman für zehn oder zwölf Euro zu kaufen, wenn ich das Hörbuch für 13 oder 14 Euro haben kann, gelegentlich ist das Hörbuch sogar günstiger als das „normale Buch“ (bei mir ja ohnehin immer in der digitalen Version bei iBooks) – in diesem Fall spare ich mir manchmal den Umweg über die Lese-Variante. Ganz besonders gilt das für die Hörbücher, die vordringlich zum Laufen gedacht sind, denn da brauche ich häufig neues Futter. Zwar höre ich auch alte Hörbücher immer wieder mal an – alle fünf Teile von John Scalzis „Krieg der Klone“ habe ich mindestens schon dreimal angehört (aber auch vorher gelesen) – aber „variatio delectat“, Abwechslung erfreut.

„Sleeping Beauties“

Einer der jüngeren King-Romane ist „Sleeping Beauties“, genau genommen ist es ein „doppelter“ King-Roman, denn Stephen King hat ihn gemeinsam mit seinem Sohn Owen (King) geschrieben. Schon sehr bald nach dem Erscheinen gab es auch eine Hörbuch-Fassung, die von David Nathan, einem der besten King-Leser aller Zeiten, vorgetragen wird und – Achtung: Schwabe am Werk! – „preislich attraktiv“ war, also griff ich zu. Über die folgenden Wochen hörte ich bei meinen morgendlichen Läufen (und in zunehmendem Maße auch in der übrigen Zeit) eine faszinierende Geschichte, die sich über fast 28 Stunden durch meine Ohren in mir ausbreitete.

Ich will auf keinen Fall etwas spoilern, doch muss ich von einer Sache berichten, dazu komme ich nach dem „Klappentext“ des Buchs (von Amazon):

Die Welt sieht sich einem faszinierenden Phänomen gegenüber: Sobald Frauen einschlafen, umhüllt sie am ganzen Körper ein spinnwebartiger Kokon. Wenn man sie weckt oder das unheimliche Gewebe entfernen will, werden sie zu barbarischen Bestien. Sind sie im Schlaf an einem schöneren Ort? Die zurückgebliebenen Männer überlassen sich zunehmend ihren primitiven Instinkten. Eine Frau allerdings, die mysteriöse Evie, scheint gegenüber der Pandemie immun zu sein. Ist sie eine genetische Anomalie, die sich zu Versuchszwecken eignet? Oder ist sie ein Dämon, den man vernichten muss? Schauplatz und Brennpunkt ist ein kleines Städtchen in den Appalachen, wo ein Frauengefängnis den größten Arbeitgeber stellt…

Die „bösen“ Männer…

Wie sowohl Titel als auch Klappentext schon andeuten, haben es die Männer in dieser Geschichte nicht einfach, denn nicht selten stehen sie als die Bösewichte dar, das reicht von „Mansplaining“ über typisch dominierendes Verhalten in diversen gesellschaftlichen Alltagssituationen bis hin zum Ausüben von physischer (und im Extremfall sexueller) Gewalt gegenüber Frauen. Beim Hören dachte ich mir immer wieder: Interessant, dass das Buch gerade von zwei Männern geschrieben wurde…

Der Teufel steckt oft auch im Detail, denn so manches im Roman beschriebene (und sicher auch im Alltag permanent auftretende) Verhalten, das sicher nicht „böse“ gemeint ist, kann aber als typisch männlich dominantes Verhalten klassifiziert werden, das die eine oder mehrere andere (oder alle anderen) Frauen in eine vergleichsweise benachteiligte Position zwingt. Hin und wieder fühlte ich mich beim Anhören genötigt, mir an die eigene Nase zu fassen, so erkannte ich eigene unreflektierte Verhaltensweisen, die mir Tag für Tag völlig selbstverständlich „von der Hand gehen“. Das kam in dieser Häufigkeit und Deutlichkeit noch bei keinem anderen Roman vor – Hut ab!

Fazit

Das war für die männlichen Leser jetzt vielleicht ein bisschen viel, dennoch: Der Roman ist spannend und höchst faszinierend, ich habe ihn beim Hören genossen und im Anschluss meiner Frau empfohlen, die ihn sich auch angehört und ebenfalls für gut befunden hat. Wer also Interesse daran hat, mal einen „etwas anderen“ King-Roman zu lesen/hören, ist hier sicher an der richtigen Adresse. Das Hörbuch kostet bei iTunes nicht viel (ich glaube, es waren ca. 15 Euro), daher kann ich das nicht zuletzt wegen des genialen David Nathan wärmstens empfehlen.

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Solera für Solera

Viel Alkohol trinke ich nicht, wenn ich – wie vor einer Woche geschehen – tatsächlich mal 140 ml Martini Rosato (auf Eis) trinke, bin ich danach schon ganz gut am Schwanken. Sehr gerne gönne ich mir aber hin und wieder ein 50-60 ml-Schlückchen vom guten alten Solera 1847.

Tja, nur klappte das in den letzten paar Monaten nicht, denn ich hatte keinen mehr im Haus. Und genau zu dem Zeitpunkt, als ich mich zu einer erneuten Bestellung aufraffen konnte, wollten alle Händler absurd hohe Summen für eine einzelne Flasche abrufen, sodass die Bestellung einer kleinen Kiste (mit sechs Flaschen) gleich ganz außer Frage war.

Vor ein paar Tagen jedoch begab ich mich wieder auf die Suche (die Lust auf den guten Schluck lässt sich halt nicht so leicht unterdrücken), dabei fand ich dann ein gutes Angebot: 7,50 €/Flasche, dafür dann über 28 € Versand. Also kaufte ich alle 13 Flaschen, die der Händler noch im Angebot hatte. Normalerweise werden für eine Flasche im Schnitt 13 bis 15 € abgerufen, hier lag ich also bei fast der Hälfte. Und über 13 Flaschen verteilt war dann auch der Versand zu schlucken – am Ende stand (ganz schwäbisch durchgerechnet) hier der günstigste Preis.

Und heute Mittag wurde nun geliefert – und seht euch diese Pracht an!

Alle 13 Flaschen von oben betrachtet.

Alle 13 Flaschen von oben betrachtet.

So schön, wie die Flaschen hier in Formation stehen, könnten sie gleich in einem Musikvideo zu tanzen beginnen...

So schön, wie die Flaschen hier in Formation stehen, könnten sie gleich in einem Musikvideo zu tanzen beginnen…

Und hier ein Bild mit dem schönen Tiefeneffekt (iPhone 7 Plus).

Und hier ein Bild mit dem schönen Tiefeneffekt (iPhone 7 Plus).

Das letzte Bild gefiel mir so gut, dass ich es auch gleich in der „Über mich“-Rubrik (hier) verbraten habe (die wurde ohnehin in den letzten Wochen etwas auf den neuesten Stand gebracht…). Aktuell wird die erste Flasche schön auf Trinktemperatur gekühlt, heute Abend gibt es dann den puren Genuss für mich und – so sie möchte – meine Frau. Genießt den warmen Nachmittag, der Abend kommt gewiss!

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Schnapszahlen und dergleichen

Heute war es soweit: Am 11.12.13 um 14:15 Uhr und 16 Sekunden passierte…

…ääääähm: nichts. Zumindest nichts besonderes.

Es gibt ja viele Schnapszahl-Fanatiker, die am 12.12.12 (am besten noch um 12:12 Uhr und 12 Sekunden) heiraten mussten. (Ich spiele mal Advocatus diaboli: Gab es eigentlich auch Leute, die sich zu einem derartigen Wunschtermin scheiden ließen?).

Hat man etwas davon? Klar: Man kann sich –– hoffentlich zumindest –– das Datum besser merken und vergisst es dann in den Folgejahren womöglich nicht ganz so häufig. Aber ansonsten? Wohl eher Fehlanzeige. (Ich habe mit dem Tippen dieser Zeilen übrigens um 14:41 Uhr angefangen, zu meiner Schande muss ich gestehen, dass ich nicht auf die Sekunden geachtet habe…)

Anders herum wird eher ein Schuh draus: Es soll ja allen Ernstes Leute geben, die sich von einem derartigen Termin eher zu einer möglicherweise verfrühten Eheschließung verleiten lassen. Sie sind sich noch nicht wirklich sicher, ob oder ob nicht –– aber der „tolle Termin“ könnte ja ungenutzt verstreichen. Das kann und darf nicht sein! Das ist so ähnlich wie die Beziehung zwischen Schwaben und Schnäppchen… Ein Angebot verstreichen lassen! „Vade retro, Satane!“

Bevor mich gleich alle für die letzte Äußerung steinigen: Ja, ich lebe hier auch im wunderschönen Schwabenland und fühle mich selbst unter den An-der-Norma-Kasse-über-den-Preis-Verhandlern wohl. Ein kleiner Scherz über die legendäre Sparsamkeit muss möglich sein…

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