Archiv der Kategorie: Schule

Song des Tages (255) – 2017-05-25

Jeden Tag empfehle ich einen Song als den „Song des Tages“. Als Lehrer bin ich recht häufig in einer exponierten Stellung. Immer wieder wird mein Name im Netz gesucht (ein Kollege berichtete mir, dass ich von allen Namen unseres Kollegiums wohl die zweithäufigste Trefferquote aufweise), nicht selten landen Schüler in meinem Blog. Da ich weitgehend schreibe, wie und worüber ich sonst auch spreche, sollte das sich daraus ergebende Bild meiner Person insgesamt recht authentisch sein. Lustigerweise gibt es auch Kollegen, die sich in meinen Blog verirren. Einer ist ebenfalls ein großer Musikfan, hat wie ich früher viel E-Gitarre gespielt und ist nun blechbläserisch tätig. Er lieferte mir einen Vorschlag für diesen illustren Zirkel von Stücken. Das Stück (und das gesamte Album) war mir natürlich vorher schon bekannt, doch irgendwie hatte ich es nie in die engere Auswahl gezogen – vermutlich einfach, weil ich zu viel Musik kenne, um alles stets im Blick zu haben.

Mit dem heutigen Song des Tages greife ich den Vorschlag aber gerne auf, denn das Stück ist ein absoluter Hammer, das tatsächlich auch zu einigen anderen Songs hier sehr gut passt. Es handelt sich um den Song „Changes“ von Yes aus dem Jahr 1983:

Man könnte über Bands wie Yes, Rush, Marillion und Genesis eine leicht zu verfolgende Linie zu modernen Progressive Rock-Bands wie Dream Theater ziehen. Gestern Abend hatte meine eigens komponierte „Big Band Suite“ ihre Premiere beim „Big Band Battle 2017“ in der Aalener Stadthalle. Da ich den Artikel wie fast immer im Voraus geschrieben habe, kann ich (noch) nichts über den Erfolg oder Misserfolg berichten, doch an etlichen Stellen hat mich meine Liebe zur progressiveren Musikrichtung beim Schreiben der vier Sätze stark beeinflusst (dazu gehört auch der heutige Song des Tages). Gerade der letzte Satz mit dem Titel „Riff“ bedient sich kräftig bei der Rockmusik. Mal sehen, ob es jemand im Publikum gemerkt hat…

Alle Songs in meiner freigegebenen Apple Music-Playlist.

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Frühjahrsmüdigkeit

Augenringe sind doch eh nur Einbildung...

Augenringe sind doch eh nur Einbildung…

Aktuell verspüre ich tagtäglich die Auswirkungen einer deutlichen Frühjahrsmüdigkeit: Die Tage werden länger, das Arbeitspensum ist gerade recht hoch, doch durch das verlängerte Tageslicht bin ich bei gleicher Uhrzeit für das Aufstehen etwas später im Bett. Das macht sich bemerkbar. Vor allem beim Korrigieren, das im Moment auch verstärkt ansteht. Heute sitze ich am vierten Test in vier Tagen, das schlaucht, denn die Konzentration muss nun einmal da sein, die Schüler wollen schließlich möglichst gleich behandelt werden. Irgendwann stößt aber auch Koffein an seine Grenzen. Wie immer kommt dann (also bei der Kombination von Müdigkeit und Korrekturen) eine schier unbändige Lust auf Süßes in mir auf. Doch noch halte ich sie ganz brav im Zaum. Noch…

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Die Welt braucht mehr Liebe – Blogger spielen Liebeslieder

Arabella hatte eine wundervolle Idee – nur ich bin (wie so oft) ein wenig spät dran... Dafür aber um so enthusiastischer!

Arabella hatte eine wundervolle Idee – nur ich bin (wie so oft) ein wenig spät dran… Dafür aber um so enthusiastischer!

Arabella hatte am vergangenen Woche zu einer sehr schönen Aktion aufgerufen, bei der mich sofort die Lust überkam, teilzunehmen und einen Beitrag zu schreiben. Leider war die Zeit unter der Woche chronisch zu knapp, daher komme ich erst heute dazu…

John Dowland war ein Komponist der Renaissance, um den sich bis heute diverse Gerüchte ranken, von denen einige sehr gewagt sind. Gleichzeitig muss er als Musiker einen wirklich guten Ruf gehabt haben – etliche seiner Stücke werden bis heute immer wieder gesungen. Nicht zuletzt von mir und meinen Schülern: Mit meinem letzten vierstündigen Musik-Kurs (früher nannte man so etwas „LK“ oder „Leistungskurs“) habe ich das wundervoll romantische und gleichzeitig so überaus durchtriebene Liebeslied „Come Again“ einstudiert, ich erinnere mich noch daran, dass die Schüler es auch ein halbes Jahr später immer wieder gerne gesungen haben und es häufig einforderten. Diesem Wunsch kam ich natürlich überaus gerne nach, gehört es doch zu meinen Dowland-Favoriten.

2006 veröffentliche der von mir so geschätzte Sting das Album „Songs from the Labyrinth“, auf dem ausschließlich Dowland-Songs mit ihm als Sänger und einer Lauten-Begleitung (Edin Karamazov) zu hören sind. Obwohl sich viele fürchterlich über seinen Stimmklang aufgeregt haben, so muss ich doch sagen, dass mir seine Version dieses Stücks so unglaublich gut gefällt, eben weil sie nicht perfekt, nicht makellos ist. Als ob in der Renaissance-Zeit nur perfekte Sänger herumgelaufen wären…

Daher ist mein Beitrag zu Arabellas wundervoller Aktion dieses gleichzeitig sehnsuchtsvolle wie auch augenzwinkernd auffordernde Liebeslied: „Come Again“:

Möge es euch ein wenig Liebe in den Tag zaubern! Ich höre es mir gleich noch einmal an.

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Fastenzeit — und jetzt?

Die Fastenzeit verlief sehr erfolgreich, der Trend darf sich gerne noch eine Weile fortsetzen!

Die Fastenzeit verlief sehr erfolgreich, der Trend darf sich gerne noch eine Weile fortsetzen!

Wie die Grafik zeigt, habe ich in den letzten Wochen ganz gut an Gewicht verloren. Die Fastenzeit war in dieser Hinsicht erfolgreich, noch besser war die Wiederaufnahme des Kalorienzählens, denn sie allein bringt Klarheit in das stets fragile Gefüge von In- und Output der Energie.

Nach dem Marathonlauf am 15.4. (hier) kann man einen deutlichen Knick nach unten erkennen, denn auf über 42 Kilometern habe ich wirklich viele Kalorien verbrannt — an diesem Tag allein kam ich auf über 50.000 Schritte.

Am Ende des Tages war da doch einiges zusammengekommen...

Am Ende des Tages war da doch einiges zusammengekommen…

Kein Wunder, dass am nächsten Morgen die Waage sehr gnädig war, hatte ich doch am Vortag mindestens 800 Kilokalorien, die im „Budget“ gewesen wären, ungenutzt gelassen. Leider, leider war es auch gleich der Ostersonntag, an dem traditionell bei den Schwiegereltern geschlemmt wird, bis alles zu spät ist. Klar, da rächte sich die Waage. Aber ich sehe das völlig entspannt, denn der Trend ist ungebrochen und klar zu erkennen.

Ein kleiner Zwischenstand von meinen täglichen Läufen.

Ein kleiner Zwischenstand von meinen täglichen Läufen.

An Sport mangelt es mir nicht, wenngleich ab morgen ein durchweg anstrengender Abschnitt im Schuljahr folgt, zusätzlich garniert mit haufenweise privaten Sonderterminen.

Doch selbst nach dem Ende der Fastenzeit werde ich weiterhin brav meine Kalorien zählen, darauf achten, abends nicht mehr als die 1.600 Kilokalorien (plus Sportanrechnung, die allerdings nur mit 20%) zu verbrauchen. Letztlich möchte ich die beiden Love-Handles an meiner Hüfte noch loswerden, wenn der Bauch auch noch einen Tick flacher wird, sträube ich mich nicht dagegen… Daher ist mein neues Zielgewicht (siehe oben) die Marke von 61 kg. Wenn das nichts hilft, dann halt nicht. Weiter runter komme ich bei 1,78 Metern Körpergröße und einer Vorliebe für Süßkram ohnehin nicht…

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Versatile Blog-Award – April 2017

Der Versatile Blogger Award – dieses Mal zu Gast bei Solera 1847.

Der Versatile Blogger Award – dieses Mal zu Gast bei Solera 1847.

Bereits vor einigen Tagen (oder sind es schon Wochen?) hat mich Pialalama in ihrem eigenen Eintrag für den Versatile Blogger-Award nominiert. Die letzten Tage waren jedoch derart vollgestopft mit Arbeit, dass ich mit Mühe einige länger vorbereitete Blog-Beiträge abschließen und veröffentlichen und meine Song des Tages-Sparte leidlich am Laufen halten konnte. Kurz und gut: Es wird Zeit für Ferien! (Und es sind nur noch drei Tage bis dahin…)

Der Versatile Blog-Award

Der VBA besteht aus einem zum Glück recht simplen Kodex, der sich auf die drei sofort folgenden drei Punkten reduzieren lässt:

  1. Danke der Person, die dich nominiert hat!
  2. Verrate uns sieben noch unbekannte Dinge über Dich.
  3. Wähle Blogger aus, um sie für den VBA zu nominieren.

Zu den drei Punkten:

Die erste Verpflichtung ist kein Problem, denn ich freue mich, dass Pialalama meinem Blog folgt, offensichtlich einige Artikel gelesen, besternt und kommentiert hat – das macht das Bloggen als Tätigkeit faszinierend und lohnend. Vielen Dank schon allein dafür! Dann hat sie mich auch noch nominiert, was mich weiterhin in ihrer Schuld stehen lässt, doch mit meinen heutigen Antworten hoffe ich, diese tilgen zu können. Dennoch: Auch für die Nominierung vielen Dank!

Die zweite Aufgabe, nämlich sieben „noch unbekannte“ Dinge über mich zu erzählen, ist vergleichsweise schwierig, denn ich blogge nun schon seit mehr als fünf Jahren, da kamen schon ein paar Einträge zusammen. Laut der WordPress-App sind es vor diesem 846 Artikel gewesen. Ich bin selbst beeindruckt. Doch genau da liegt auch das Problem, denn ich weiß nicht, ob ich bei jedem der sieben Punkte etwas erwische, was ich wirklich noch nicht preisgegeben habe. Aber ich bemühe mich, versprochen!

Mit letztem Punkt tue ich mir schwer, da ich niemanden zu etwas zwingen möchte (und das Nominieren ist zwar kein echter Zwang, doch baut er eine gewisse Erwartungshaltung und damit etwas Druck auf – das möchte ich vermeiden), überlasse ich es jedem Leser dieses Blogs, sich angesprochen zu fühlen und für sich selbst sieben unbekannte Dinge zu präsentieren.

Die sieben (hoffentlich noch) unbekannten Fakten über mich

  1. Obwohl ich ein Musiker und Musiklehrer bin, der fast täglich mit Klassen singt und musiziert, fühle ich mich gerade beim Singen vor anderen immer noch leicht gehemmt. Woran genau das liegt, weiß ich nicht, denn nach fast 15 Jahren in meinem Beruf sollte diese Scheu eigentlich gründlich ausgeräumt worden sein – ist sie aber nicht.
  2. Ich schreibe für 99 Prozent aller Schulstunden immer noch einen recht detaillierten Stundenentwurf. Es gibt Kollegen, die das nach dem Referendariat sofort ablegen und nie wieder aufgreifen. Ich schätze es aber als gedankliche Stütze, damit mein Unterricht strukturiert bleibt. Und ich kann ja jederzeit von meinem Entwurf abweichen – das komplette Freischwimmen liegt mir nicht.
  3. Ich finde Eckart von Hirschhausen überhaupt nicht lustig. Vor Jahren bekam ich zum Geburtstag eines seiner Bücher geschenkt – zum Glück habe ich nicht selbst Geld dafür ausgegeben. Aber alles, was ich bis heute von ihm gehört oder gelesen habe, war allenfalls schaler Rentner-Humor. Nichts gegen Rentner, aber wenn alle Witze vorhersehbar, pedantisch, das Abtasten von Spitzfindigkeiten oder schlicht lahm sind, dann kann mich das als gefühlt jungem Menschen (von 41,5 Jahren) nicht hinter dem Ofen hervorlocken. Viel besser ist Vince Ebert, denn er schafft den Spagat zwischen einer Belehrung und dem gerade richtigen Maß an Komödie, sodass man sich dabei auf intelligente Weise unterhalten lässt. Zwischen den beiden liegen Welten (auch wenn sie oft gemeinsam vermarktet werden, was mir nicht ganz einleuchten will).
  4. Als Kind hatte ich mal alle Finger der rechten Hand in einer Autotür, als diese mit ordentlich Schwung zugeworfen wurde. Seitdem habe ich gehörigen Respekt vor diesen Dingern (also den Türen, meine Finger müssen nur intakt bleiben, Respekt benötigen sie von mir als ihrem Benutzer eigentlich keinen).
  5. Alle Schlangen, vor allem Klapperschlangen, üben auf mich eine unglaubliche Faszination aus. Doch in freier Wildbahn würde ich beim bloßen Anblick auch nur eines verendeten Exemplars vermutlich einen üblen Panik-Anfall bekommen.
  6. Beim Schließen von Freundschaften bin ich sehr zögerlich, da ich trotz aller Blechbläserhaftigkeit eigentlich ein eher zurückhaltender Mensch bin. Smalltalk liegt mir auch nicht, was mich auf Parties und in Probenpausen immer dazu verleitet, mit den gleichen, mir bereits bekannten (oder angetrauten) Personen zu sprechen. Doch habe ich eine Freundschaft dann mal geschlossen, hält sie meist über Jahrzehnte (bzw. für immer, aber ich kann nur für die letzten 41,5 Jahre sprechen).
  7. Eigentlich träume ich ja auf eine naive Weise davon, eines Tages von irgendwoher viel Geld zu bekommen, um nicht mehr arbeiten zu müssen. Doch weiß ich bis heute keine Antwort auf die Frage, ob ich dann meinen Beruf tatsächlich aufgeben könnte. Denn eigentlich mache ich den sehr gerne (auch wenn es immer wieder etwas gibt, worüber ich mich ärgere, was mich nervt, mir zusetzt etc.). Mein früherer Chef hat mir mehrfach eine Fortbildung in Richtung Schulleitung angeboten, die ich entschieden abgelehnt habe, da ich mich im Unterrichtsraum lebendig und an der „richtigen Stelle“ fühle. Beim Ausfüllen von Tabellen, dem ständigen Herumorganisieren am Schulalltag, vor allem aber am permanenten Repräsentieren etc. habe ich wenig Vergnügen, noch dazu bin ich nicht der konfrontative Typ, der man in der Eigenschaft als oberste disziplinarische Instanz innerhalb einer Schule vermutlich sein muss. Sollte jemand zufälligerweise ein paar Millionen übrig haben, biete ich mich an, das Experiment durchzuführen…

Huch, das ging ja doch relativ schnell. Ich bin ganz erleichtert, dass mir sieben Sachen eingefallen sind, von denen die meisten meiner Gefolgschaft hier bei WordPress tatsächlich noch unbekannt sein müssten.

So, nun bin ich mit (geradezu unglaublich) gutem Beispiel vorangegangen, nun sollten mir etliche folgen und sich berufen fühlen, ebenfalls dem Versatile Blogger-Award zu frönen. Und los geht’s!

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Song des Tages (202) – 2017-04-01

Jeden Tag empfehle ich einen Song als den „Song des Tages“. Am vergangenen Dienstag saß einer meiner Schüler im Unterricht und „litt“ ganz offensichtlich unter einem sehr fest sitzenden Ohrwurm. Immer und immer wieder presste er die Titelzeile im markanten Rhythmus (aber fast tonlos) hervor – ganz klar, das Stück hatte sich tief eingegraben. Geläufig war es mir nicht, doch mein Interesse wurde durch das Erlebnis geweckt, also suchte ich den Song bei Apple Music. Ich fand ihn, hörte ihn – und fügte ihn sogleich meiner privaten Favoriten-Liste hinzu. Und heute wird er sogar der Song des Tages (das ging ganz schön schnell, gell?). Es handelt sich um „Shadow On The Wall“ von Mike Oldfield:

Nach dem Anhören des Songs konnte ich den Ohrwurm verstehen, denn mir selbst lag in den kommenden Tagen immer wieder diese eine Zeile in den Ohren (hervorpressen musste ich sie glücklicherweise nicht so oft…): „Shadow On The Wall“.

Alle Songs in meiner freigegebenen Apple Music-Playlist.

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Ein Platz, 12 Monate – 02 – März 2017

In diesem von Zeilenende Projekt wird ein Ort ein Jahr lang fotografisch begleitet, jeweils am letzten Sonntag im Monat wird der dann aktuelle Zustand hier präsentiert.

In den letzten Wochen war es sehr hinsichtlich des Wetters recht wechselhaft, teils sehr nass, ein bisschen Schnee hatten wir auch, kalt war es obendrein (auch wenn der Sonnenschein einen anderen Eindruck erweckte) – daher hat sich in der Flora seit Ende Februar noch nicht allzu viel getan. Bei genauerer Betrachtung sieht man hier und da ein paar Grashalme in zartem, frühlingshaftem Grün sprießen, wesentlich mehr Veränderung ist noch nicht zu verzeichnen.

In zwei Wochen beginnen jedoch die Osterferien, in denen ich auf jeden Fall eine ganze Menge neuer Erde heranschaffen möchte, um die einzelnen Stufen sowie die Pflanzringe gut aufzufüllen. Außerdem soll der unterste Teil mit Kies aufgefüllt werden, damit man da bei jeder Wetterlage ungestört hinüber wandeln kann. Mit etwas Glück ist auf den Bildern Ende April davon schon etwas zu erkennen.

Wie immer bleibe ich bei den drei Perspektiven: (1) Von der Terrasse aus, (2) vom Rand des neu angelegten Abschnitts aus um die Hausecke, (3) vom Woodport aus auf die drei Etagen.

Von der Terrasse aus...

Von der Terrasse aus…

Vom Rand um die Hausecke...

Vom Rand um die Hausecke…

...und vom Woodport aus.

…und vom Woodport aus.

Die weiteren Teilnehmer und ihre spannenden Beiträge sind bei Zeilenende verlinkt.

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Laufen, Laufen, Laufen

Mein bisheriges Laufpensum 2017 — „es läuft“.

Mein bisheriges Laufpensum 2017 — „es läuft“.

Noch vor ein paar Jahren hätte ich jeden ausgelacht, der mir mein aktuelles Sportpensum prophezeit hätte. Dann kam der Dezember 2010: Ich installierte eine App namens CaloryGuard (heute heißt sie CaloryGuard Pro). Diese App dient dem Kalorienzählen, sie besitzt eine große Datenbank, die man auch selbst um neue Speisen erweitern kann. Sie hatte vor allem einen Effekt: Mir bewusst zu machen, was ich so täglich in mich hineinstopfte, also welche Unmengen an für mich in ihrem vollen Ausmaß nie überblickte Kalorien.

Ein Beispiel: Zum Frühstück aß ich gerne ein vermeintlich gesundes Müsli, das für mich aus einer Banane und Dinkel Crunchy von Alnatura bestand. Die Firma und ihr Produkt will ich hier überhaupt nicht verteufeln, doch es ist reich an Zucker. Das steht auch auf der Packung, doch wie oft liest man die so genau durch? Ich jedenfalls war ein Meister der selektiven Wahrnehmung, und so kam ich beim Frühstück nicht selten schon auf 800-1.000 Kalorien. Dass es so krass war, machte mir erst die App in Kombination mit der Küchenwaage vollends bewusst. Binnen weniger Tage war das Frühstück umgestellt, nun lag es bei ca. 200-300 Kalorien.

Nach und nach passte ich weitere Bereiche meiner Ernährung auf diese Weise an. Lustigerweise hatte ich nicht einmal das Gefühl eines großen Verzichts, denn da ich mir ein Tagesziel von 1.550 Kalorien gesetzt hatte, konnte ich immer noch ganz gut was in mich hineinfuttern.

Doch dann begannen die Kilos zu schmelzen: Pro Woche jeweils gut ein Kilo. Dann setzte ich noch den Sport drauf. Früher bin ich gelegentlich gelaufen, auch schon längere Strecken wie 15-25 Kilometer. Aber das war selten, außerdem kompensierte ich das danach immer sofort durch eine vermehrte Nahrungsaufnahme, um mich für die „tolle Leistung“ entsprechend zu belohnen. Klassiker! So könnte das nichts werden. Nun aber hatte ich ja stets die Übersicht über Kalorienzufuhr und deren Abnutzung.

Den Anfang machten die 5 Minuten-Apps, dazu gehörten 5 Minuten Pilates, 5 Minuten Yoga und 5 Minuten Bauch, Beine, Po. Die Apps führten vor, gaben die Trainingsdauer vor, belohnten durch eine Statistik, die im Lauf der Zeit ganz schön anwuchs. Der größte und für mich wichtigste Vorteil war jedoch die geringe Hemmschwelle, denn fünf Minuten sind ja nicht lang. Und das funktionierte fantastisch.

Bald war ich so in dieser Sache drin, dass ich dann gleich zwei oder drei 5 Minuten-Runden durchzog, das dann auch noch in drei Apps. Und schon war ich bei gut 45 Minuten Sport am Tag, aber immer noch mit dem Gefühl der Leichtigkeit, denn ich konnte jederzeit entscheiden, ob noch eine 5 Minuten-Runde angehängt werden sollte oder eben nicht.

Dann gab es da noch den Fitness-Raum, den uns die Amerikaner vererbt hatten. Das Hochbegabten-Gymnasium war dort eingerichtet worden, wo vorher die University of Maryland eine deutsche Außenstelle hatte. Als die Amerikaner gingen, ließen sie einige tolle Sachen da: Einen Fitnessraum voller Geräte sowie eine (englischsprachige) Bibliothek, die dann den Grundstock der neuen Schulbibliothek bildete. Aber ich schweife ab… Ein netter Sportkollege wies mich in die Benutzung des Laufbands ein. Ab da rannte ich fast jeden Tag.

In dieser Zeit führte ich ein leicht asketisches Dasein, da ich mir einen groben Schnitzer im Umgang mit einer Kollegin geleistet hatte. Der war nicht im luftleeren Raum passiert, doch ich hätte mich — selbst wenn ich es gewollt hätte, was nicht der Fall war — nicht herauswinden können. An mir wurde ein Exempel statuiert, das irgendwann sogar der geschädigten Kollegin zu weit ging, da die Schulleitung schlicht über das Ziel hinausgeschossen war. Ab einem gewissen Punkt ist das Maß der Bestrafung so übervoll, dass jede weitere Auflage, jedes weitere öffentliche „Die Hosen Runterlassen“ nur noch Abneigung auf allen Seiten erzeugt.

Das soll nicht ablenken, vielmehr zeigt es meine damalige Verfassung: Vom Kollegium isoliert, in einer Situation, die mir körperlich (ich war eindeutig zu dick) und seelisch (ich spürte, dass bis auf ganz wenige Ausnahmen — Gruß an D. und S. — nur meine Familie zu mir stand) ganz schön zu schaffen machte. Irrsinnigerweise erwuchs daraus der eiserne Wille, die gewollten Veränderungen mit unnachgiebiger Konsequenz durchzuziehen. Und das gelang: Sport ins Alltagsleben integriert und die Ernährung auf ein solides Fundament gestellt, zwischen Dezember 2010 und Sommer 2011 verschwanden gut 25 Kilo. Mit großer Genugtuung musste ich mehrfach neue Kleiderkollektionen anschaffen. Ein himmlisches Gefühl! Ein Jahr später klappte der Schul- und Ortswechsel, seither fühle ich mich wie ein neuer Mensch.

Seit dieser Zeit (2011) gehört ein tägliches Sportprogramm fest zu meinem Leben. Eine Zeit lang war es das Seilspringen, das mir nach wie vor viel Spaß bereitet, auch wenn ich die Menge stark reduziert habe. Doch in mir steckt nun einmal der Läufer, das habe ich erkannt. So ätzend es sein mag, sich im kalten Februar in einen eiskalten Keller zu begeben, um dort allmorgendlich 75 Minuten auf dem Laufband zu rennen, kaum läuft das Band…

…bin ich zufrieden. Zwei Stunden lang im Sommer über die Ostalb zu stürmen: herrlich. Beim Laufen schalte ich meinen ständigen Gedankenfluss durch Hörbücher oder Musik zumindest teilweise aus. So bin ich danach mental erfrischt und körperlich gut auf Touren gebracht. Vor einem langen Schultag gibt es (für mich) nichts besseres.

Mein Ziel für dieses Jahr war es, alles ein wenig ruhiger angehen zu lassen. Dem folge ich tatsächlich: Unter der Woche ist immer bei 75 Minuten Schluss. Gelegentlich werden es 76, weil ich unbedingt eine gesetzte Marke erreichen möchte, aber das sind letztlich nur ein paar Sekunden hin oder her. Bin ich schlapp, laufe ich in den 75 Minuten nur 11 Kilometer, normal sind 12,5, an besonders guten Tagen schaffe ich über 13 Kilometer. Nur an den Wochenenden oder in den Ferien gibt es die Bonusmeilen (hier). Das ist eine ausgewogene Mischung, die mir das tägliche Laufen ermöglicht, ohne mich auszulaugen.

Und ich bin zufrieden.

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Solera im Disco-Fieber

Dienstag ist mein „fast-freier Tag“, denn da habe ich nur zwei Unterrichtsstunden. Natürlich liege ich nicht auf der faulen Haut, stattdessen bereite ich vor. Nächste Woche möchte ich in zwei Klassen eine neue Unterrichtseinheit zum Thema „Disco“ (gemeint ist der Musikstil) ausprobieren, also höre ich heute schon zum gefühlt hundertsten Mal so wunderschöne Hits wie „Hot Stuff“ von Donna Summer, „Money, Money, Money“ von ABBA und – nie könnte ich es ignorieren! – „Y.M.C.A.“ von den Village People.

Und irgendwie geht es mir wie Mark Watney, dem fiktiven Astronauten aus „Der Marsianer“ (hier, hier und hier): Irgendwann zuckt die Hüfte, die schlichten Melodien, die vom unablässig hämmernden Viertelbeat der Bass-Drum angetrieben werden, fressen sich im Gehörgang fest. Also hample ich beim Tippen auf meinem Schreibtischstuhl herum und summe unbewusst (oder zumindest unbeabsichtigt) die zuckersüßen Klänge der Mitt-1970er-Jahre mit.

„Looking for some HOT STUFF…“

„Looking for some HOT STUFF…“

Ich wünsche euch allen einen groovigen Abend! Und jetzt alle:

It’s fun to stay at the Y.M.C.A…

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Gehört: „Clockwork Angels – The Novel“ von Kevin J. Anderson

„Clockwork Angels – The Novel“ von Kevin J. Anderson, gelesen von Neil Peart.

„Clockwork Angels – The Novel“ von Kevin J. Anderson, gelesen von Neil Peart.

2012 erschien das bis heute letzte wirklich neue Rush-Album mit dem Namen „Clockwork Angels“, dem auch eine ausufernde Tournee folgte, außerdem wurde ein hervorragender Konzertfilm während der vielen Live-Konzerte erstellt – ich habe ihn mir 2013 oder 2014 zum Geburtstag geschenkt: drei Stunden musikalischer Hochgenuss!

„Clockwork Angels“ ist ein sog. Konzeptalbum, d. h. alle Stücke bilden zusammen Facetten einer zusammenhängenden Geschichte. Und eben diese Geschichte wurde von Kevin J. Anderson in Zusammenarbeit mit dem Rush-Drummer und -Texter Neil Peart zu einem Roman ausgeweitet. Das Buch habe ich mir gleich bei Erscheinen gekauft und geladen (in iBooks), doch so ganz kam ich nicht in Gang, bei mehreren Versuchen blieb ich stets in der etwas langatmigen Einleitung hängen.

„Clockwork Angels – The Novel“ – ein spannender Abenteuerroman

„Clockwork Angels – The Novel“ – ein spannender Abenteuerroman

Erst mit dem Hörbuch, das ein gutes halbes Jahr später erschien – gelesen von Neil Peart höchstpersönlich –, startete ich wieder einen Versuch. Doch auch dieses Mal blieb ich hängen, allerdings eher aufgrund beruflicher Voll- bzw. Überbeschäftigung. Vor ein paar Wochen zwang ich mich dann einfach noch einmal durch die Einleitung, ab da ging es ganz gut, sodass ich binnen weniger Tage das gesamte Hörbuch durch hatte – dem Laufen sei Dank!

Inhalt

Der Inhalt ist dem eines klassischen Abenteuer-/Bildungs-Romans, wie er von Autoren wie Jules Verne mehrfach geschrieben wurde, nicht unähnlich. Der Hörer/Leser wird in fantastische Länder entführt, darf – vertreten durch den Protagonisten – fremde Kulturen erleben, bislang unbekannte (und ebenso nichtexistente) Orte besuchen, exotische Bräuche kennenlernen und diverse Abenteuer allein oder mit Freunden erleben. An sich ist das ganz gut, doch fühlt sich die Handlung ein wenig an, als wäre sie für einen zehn-/zwölfjährigen Jugendlichen geschrieben. Einige der Charaktere bleiben so oberflächlich und stereotyp, dass es wirklich wie bei einem Jugendroman anfühlt. Das hat mich bei den ersten Versuchen schon etwas ausgebremst, nach Abschluss des gesamten Hörbuchs ist dies mein einziger wirklicher Kritikpunkt (neben der langatmigen Einleitung).

Optik

Entschädigt wird man durch das opulente Artwork, denn immer wieder werden Erlebnisse des Protagonisten durch wundervoll detaillierte Zeichnungen in Steampunk-Ästhetik visualisiert:

Die Steampunk-Ästhetik ist nicht zu verkennen...

Die Steampunk-Ästhetik ist nicht zu verkennen…

Die Illustrationen im Roman sind mit viel Liebe zum Detail gestaltet – ein echter Hingucker!

Die Illustrationen im Roman sind mit viel Liebe zum Detail gestaltet – ein echter Hingucker!

Symbolismus pur...

Symbolismus pur…

Musik

Nun, da ich mit dem Hörbuch final durch bin, erschließt sich mir das Konzeptalbum von Rush auch viel besser. Jeder der Songs hat plötzlich einige Verankerungspunkte in der Handlung, plötzlich ergeben manche Begriffe (z.B. das nicht auf den ersten Blick zu deutende „Carnies“ für die Mitglieder einer Zirkus-Truppe).

Das Konzeptalbum „Clockwork Angels“ von Rush – kennt man den Roman, ist das Album gleich doppelt so gut!

Das Konzeptalbum „Clockwork Angels“ von Rush – kennt man den Roman, ist das Album gleich doppelt so gut!

Schön ist es für die Hardcore-Rush-Fans, dass durch den ganzen Roman hindurch immer wieder Rush-Songtitel als beiläufige Bemerkungen oder Satzteile eingebaut werden. Immer wieder musste ich auf dem Laufband breit grinsen, wenn ich einen solchen Hinweis erkannt hatte.

Fazit

Auch wenn ich mich als Erwachsener beim Hören durch den Schreibstil ein wenig bevormundet fühlte, war es ein insgesamt positives Erlebnis, das vor allem den Genuss an der Musik des Albums „Clockwork Angels“ wieder stark erhöht hat (und der war vorher schon nicht gering). Allzu bald werde ich mir das Hörbuch aber sicher nicht noch einmal in die Gehörgänge schütten, dafür gibt es zu viel andere (und dann spannendere) Literatur.

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