Archiv der Kategorie: Sauna

Lehrer, Kinder, Ferien – und Zeilenende

Zeilenende

Gestern hat mir der einmalige Zeilenende auf Twitter einen Tweet mit einem fragenden Kommentar weitergeleitet:

Da muss man schon genau hinsehen...

Bitte genau hinsehen!

Da ich am Donnerstag meine zweiwöchige Big Band-Probe in Ellwangen hatte, die sich bis kurz nach 22 h hinzog, woran sich immer noch etwa 30 Minuten Heimfahrt anschließen, war ich in der konkreten Situation nicht in der richtigen Stimmung, mich von der Muse küssen zu lassen und gleich zu antworten. Außerdem ist das Thema gar nicht so unspannend – also kündigte ich ihm nur an, es in einem eigenen Blog-Eintrag zu verarbeiten. Nun denn…

Ferienarten

Lehrer unterscheiden Ferien, denn auch wenn die Dauer der „unterrichtsfreien Zeiten“ meist nicht extrem voneinander abweicht, wäre es vermessen zu glauben, dass alle Ferien sich gleichen würden. Doch zuerst einmal muss ich klarstellen, welche Ferien ich überhaupt habe, das unterscheidet sich ja von Bundesland zu Bundesland. Hier in Baden-Württemberg sieht es ungefähr folgendermaßen aus:

  • Herbstferien: eine Woche, die sich am Ende des Oktobers bis in die ersten Novembertage erstreckt. Diese Ferien sind unglaublich wichtig als erste Aufarbeitungsphase nach ungefähr zwei Monaten Schule. Gerade am Schuljahresanfang müssen alle Listen, Sitzpläne etc. erstellt und gepflegt werden, bis zu den Herbstferien setzt sich dann auch einiges, man hat jede Klasse einigermaßen kennen gelernt, die ersten Eindrücke sind gefestigt – jetzt kann und muss die weitere Planung angepasst werden.
  • Weihachtsferien: üblicherweise zwei Wochen, die kurz vor dem Heilig Abend beginnen und dann nach den ersten Januar-Tagen enden. Als Musiklehrer bin ich meist bis zum letzten Moment in der Schule voll im Einsatz, da im Dezember ein großes Adventskonzert und am letzten Schultag ein von Musik umrahmter Gottesdienst stattfinden. Beides erfordert Vororganisation, Proben und umfangreiche Transport-, Auf- und Abbautätigkeiten, vom eigentlichen Musizieren ganz zu schweigen. Parallel sind bis dahin in den meisten Klassen (in meinem Fall meist 14 bis 17 im Schuljahr) die ersten Klassenarbeiten/Klausuren geschrieben (und hoffentlich auch schon korrigiert, damit man nichts mit in die Ferien nehmen muss). Zum Beginn der Weihnachtsferien bin ich üblicherweise derart erschlagen, dass ich erst einmal zwei Tage brauche, um auf „normal Null“ zurück zu kommen. In den ersten Berufsjahren wurde ich beim Nachlassen der Anspannung erst einmal krank, das hat sich glücklicherweise in den letzten Jahren gelegt, denn mittlerweile achte ich etwas mehr auf mich.
  • Faschings- oder Winterferien: eine Woche, die sich vor allem aus gesetzlichen Feiertagen (Rosenmontag, Faschingsdienstag) und verschiebbaren Ferientagen zusammensetzt. Da zum Ende des ersten Halbjahres die Halbjahresinformationen fällig sind, die mit Notenkonferenzen und entsprechendem zusätzlichen Arbeitsaufwand einhergehen, ist auch diese Woche dringend nötig, um einfach wieder aufzuarbeiten und den Erholungsmangel etwas auszugleichen. Februar ist auch die Zeit, in der meist ein oder mehrere eigene Kinder eine Erkältung anschleppen.
  • Osterferien: üblicherweise zwei Wochen, eine vor Ostern, eine danach. Die Tage werden länger, die Frühjahrsmüdigkeit ist spürbar. Meist geht direkt nach den Osterferien das schriftliche Abitur los, also ist vorher ein kleiner Endspurt angesagt. Doch alles in allem sind dies meist Ferien, die zur Erholung ganz gut sind. Außerdem kann man nun wieder im Garten aktiv werden. Osterferien sind gute Ferien. (Einschränkungen folgen…)
  • Pfingstferien: üblicherweise zwei Wochen Ende Mai/Anfang Juni vor dem großen Schlusslauf. Wenn man es ungeschickt anstellt, liegen zu Beginn der Ferien ein paar große Korrekturstapel auf dem Schreibtisch, damit man in den letzten Schulwochen nicht noch zu viel Korrekturarbeit erledigen muss. Aber diese Ferien nutzen wir gern, um mal für ein paar Tage wegzufahren, ansonsten bereite ich wie üblich ein paar Tage Unterricht vor.
  • Sommerferien: Die große sechs- bis siebenwöchige Unterbrechung, die meist von Ende Juli bis zur ersten Septemberwoche reicht. Im Gegensatz zu allen anderen Ferien, in denen ich immer sehr darauf bedacht bin, schon die ersten paar Tage „danach“ gut vorzubereiten, halte ich mir die Sommerferien (schul)planerisch komplett frei. Welche Klassen ich genau bekomme, erfahre ich ohnehin erst ein paar Tage vor Beginn des Schuljahres, wozu also schon Wochen vorher die sommerliche Trägheit stören?

Soviel zur gefühlten Einteilung der Ferien aus meiner Sicht. Es gibt sicher Kollegen, die ein gänzlich anderes Prozedere pflegen. Sicher teilen aber auch etliche meine Vorgehensweise. Das Vorbereiten der ersten Tage, am besten der ganzen ersten Woche, ist ein logisches Vorgehen, das sich in der Praxis bewährt hat. Denn der Umstieg von „ich kann jeden Morgen auch erst um 6:30 h aufstehen“ auf „der Wecker klingelt um 4:35 h“ ist doch etwas anstrengend…

Kinder und Ferien – und Eltern…

Unsere Kinder sind in den Ferien üblicherweise herrlich entspannt. Unser Großer (10) könnte aus seiner Perspektive heraus auch den ganzen Tag in seinem Zimmer sitzen, Bücher lesen, LEGO bauen und Musik hören – der würde freiwillig keine Sekunde aus dem Zimmer herauskommen. Die Mädels dagegen sind wesentlich neugieriger und agiler, die motzen meist schon nach 10 Minuten Ferien, dass sie sich langweilen. Wenn man Glück hat, finden sie sehr schnell eine Beschäftigung für die folgenden Stunden, wenn man dies nicht hat, kommen sie alle paar Minuten wieder, um zu fragen, was sie denn nun tun könnten. Das kann anstrengend sein, meist finden sie aber sehr zügig eine Ihnen genehme Beschäftigung.

Unsere zwei Großen sind unter der Schulwoche an mehreren Tagen im Hort, weil wir Erwachsenen an fast allen Tagen Nachmittagsunterricht haben. Da auch noch vorbereitet werden muss, bleiben die Kinder dann bis etwa 16:00 h im Hort. Mit etwas Glück haben sie danach die Hausaufgaben fertig und können nach dem obligatorischen Instrumentalüben ihren eigenen Wünschen nachgehen. Die jüngste war bislang im Kindergarten, aus dem sie mit den anderen gemeinsam (gleiches Gebäude) gegen 16:00 h abgeholt wurde. Ab September geht auch sie in die Schule, dann werden sich die Hortzeiten angleichen (es sei denn, der neue gymnasiale Stundenplan bei unserem Großen macht dem einen Strich durch die Rechnung).

Wenn der Hort eine Ferienbetreuung anbietet, nehmen wir meist ein paar Tage davon dankend an, um unsere anstehenden Arbeiten erledigen zu können, ohne ein allzu schlechtes Gewissen zu haben. Meist gehen wir in den Wintermonaten an einem der Vormittage auch einfach mal in die Sauna, so bleiben wir etwas gesünder – auch nicht schlecht.

Bietet der Hort keine Ferienbetreuung an (die Stadt gibt den Betreuungseinrichtungen die Anzahl der freien Tage genau vor), wird es manchmal etwas „tricky“, denn wenn wir arbeiten müssen, bleibt oft nichts anderes übrig, als die Kinder ein paar Stunden sich selbst zu überlassen. Den Kindern taugt das sehr, doch es zieht meist energische Aufräumarbeiten im Haus nach sich…

Fazit

Den Kindern gefallen Ferien immer, die könnten dem Bild durchweg zustimmen. Als Lehrer kann ich nicht bestätigen, dass ich in den Ferien nur Alkohol trinke, meine Fingernägel lackiere, Geld scheffle (bekommen die normalen Arbeitnehmer während der Urlaubszeit ihren Lohn nicht weitergezahlt?), Party mache (bin eh nicht der Party-Typ, da stehe ich nur dumm herum und lese in der WordPress-App, was Zeilenende und meine anderen virtuellen Freunde so wundervoll schreiben). Ich erhole mich gezielt, arbeite nach und vor – und schreibe unzählige Blog-Einträge, die dann keiner lesen möchte. Zum Glück habe ich mit Zeilenende einen bezahlten (*hüstel*: Gottes Lohn) Dauerleser, der mir auf jeden Artikel ein Like geben muss, sonst komm ich rüber und geb ihm auf die Mütze… 😉

Spaß beiseite: In unserer Funktion als Eltern mögen wir die Ferien nicht ganz so hundertprozentig, da sie meist weniger Struktur und somit mehr Arbeit mit sich bringen. Gleichzeitig lernt man es so, die geregelten Wochen der Schulzeit noch mehr zu schätzen… Was für uns Eltern an den Ferien einmalig schön ist: Die Möglichkeit, sich jedem Kind mit mehr Zeit widmen zu können. Da kann dann eine Bastelarbeit in Ruhe zu Ende gebracht und gewürdigt werden, für die man in der Schulzeit oftmals nur den Gedanken (Verzeihung bitte!) „Wo sollen wir das Teil denn noch hinstellen?“ übrig hätte. Laut ausgesprochen wird der Gedanke nie, aber vor allem in den Ferien haben wir die nötige Ruhe (und den Mangel an Terminen, die uns herumschleichen), um das Ergebnis mit den Kindern gemeinsam zu genießen.

Insofern, lieber Zeilenende, kann ich der Elternzeile im aktuellen Zustand nicht zustimmen. Ein weinendes Gesicht vorne und hinten, aber viele lachende und gemütlich auf dem Sofa kuschelnde Emojis in der Mitte wären passender. Trotzdem: Vielen Dank für den Impuls! Schönen Samstag noch, vielleicht komme ich heute neben der Korrektur der Oberstufenklausur auch noch zum Schreiben eines weiteren Eintrags.

Die Osterferien beginnen dieses Jahr erst am Mittwoch (nächste Woche), da die Weihnachtsferien um ein paar Tage verlängert waren. Insofern verzögert sich der Ansturm meiner neuen Einträge etwas. Aber das ist ja eher erholsam als schlimm… 😉

 

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Liebster Blog-Award – Episode 3-6

Der Liebster Blog-Award ist eine Art Blog-Kettenbrief, der die nominierten Blogger auf nette Weise nötigt, etwas mehr über sich zu verbreiten. Außerdem sollen sie diesen Kettenbrief voller Fragen an eine ganze Reihe weiterer Blogger weiterschicken, die dann wiederum ihre Nominierung annehmen, das Spiel potenzieren und so weiter.

Ich wurde mittlerweile sechs Mal nominiert. Gefreut habe ich mich jedes einzelne Mal — und ich möchte allen danken, die mich nominiert haben. Aber: Vor allem die letzten vier Nominierungen lagen mir etwas schwer im Magen, denn die Nominierungen trudelten gerade ein, als ich keine Zeit zum Schreiben hatte. Manche sind nun schon mehrere Wochen alt – ich schäme mich schon fast, nach so langer Zeit darauf zu antworten. Aber früher ging es einfach nicht.

Das bringt mich gleich zu einem wichtigen Punkt: Ich finde den Liebster Blog Award eine schöne Sache, aber nur bis zu einem gewissen Grad. Und aktuell wird es mir etwas zu viel. Sollte mich noch einmal jemand nominieren, werde ich vermutlich nicht mehr darauf eingehen. Das ist keine Missachtung der mir zuteil werdenden Ehre, aber ich kann mir nicht immer so viel Zeit „aus den Rippen schneiden“, dass ich die Fragen angemessen beantworten kann. Nehmt es mir bitte nicht übel, aber lieber schreibe ich weiter meine Art von Einträgen, die meisten meiner „Anhänger“ werden mir ja deshalb folgen. Und auch diese Einträge benötigen Zeit und Muse.

So, jetzt aber ran!

Die Fragen von „Buchherz – Der Bücherblog“

Was ist deine Motivation beim Bloggen?

Mentale Hygiene, denn so kann ich die vielen Gedanken, die mir manchmal mehrere Tage lang im Kopf herumgeistern, einfach in eine Form bringen. Danach sind sie dann hoffentlich aus meinem Kopf verschwunden – oder besser strukturiert und entwickeln sich weiter. Beides gut.

Was war für dich der ausschlaggebende Moment, um mit dem Bloggen anzufangen?

Ich brauchte ein Ventil, um hier und da die wirren Gedanken in meinem Kopf einfach mal zu (virtuellem) Papier zu bringen, danach ist der Kopf wieder frei.

Worauf bist du am meisten stolz bei deinem Blog?

Dass es anscheinend immer noch Leute gibt, die Interesse daran haben, die Kommentare schreiben, die Einträge favorisieren – das freut mich irre!

Schätz mal: Wie viele Bücher besitzt du? (E-Books zählen mit)

Unmöglich zu schätzen, aber ich habe sicherlich schon ca. 2.000 Bücher gelesen.

Schläfst du lieber bei geöffnetem oder geschlossenem Fenster?

Im Winter eher zu (sonst erfriere ich), im Frühjahr, Sommer und Herbst prinzipiell immer offen.

Wie startest du morgens deinen Tag?

  • 4:50 h klingelt mein iPhone
  • 4:51 h Toilette, Timeline nachlesen
  • 4:55 h Seilspringen
  • 6:25 h Fertig, eine Minute abdampfen
  • 6:26 h Ab in die Dusche
  • 7:00 h Frühstück, hurtig, hurtig
  • 7:20 h Fahrrad, ab zur Schule!

Du hast genau eine Frage, die du irgendjemandem auf der Welt stellen kannst und diese Person muss dir ehrlich antworten. Wem würdest du diese Frage stellen?

Wenn du vom heutigen Standpunkt aus zurückblickst, welche Einsichten hättest du gerne schon vor zehn, fünfzehn oder zwanzig Jahren (abhängig vom Alter der gefragen Person) erlangt?

Von welchem Song kriegst du nie genug und kannst ihn dir immer wieder anhören?

Schwierige Frage, denn gerade als Musiker, mehr noch als Musiklehrer, kenne ich wirklich viel Musik. Und ich schätze auch sehr viel davon. Aktuell könnte ich dauernd „Augenbling“ von Seeed hören, das hat einen endcoolen Groove.

Welches Buch liest du gerade und wie lautet der 5. Satz auf S. 163?

Aktuell lese ich „Schwarz“ (das ist der erste Band der Dark Tower-Reihe) von Stephen King. Der Satz lautet:

„Links ragte ein verchromtes Rohr heraus, das über einem Abfluss im Boden endete.“

 

Leider etwas nichtssagend, aber hier wird eine Pumpe in einer Zwischenstation in einer sich schier endlos ausbreitenden Wüste beschrieben – somit erlangt sie ein gewisses Maß an Interesse…

Was möchtest du in deinem Leben noch unbedingt erreichen?

Entspannter werden. Ich kann manchmal sehr verbissen sein – mehr als mir und anderen in meiner Umgebung gut tut.

Fragen von „Zeilenendes Sammelsurium“

Vollkorn oder normales Mehl?

Die richtige Mischung macht’s. Bei Brot nehme ich lieber Vollkorn-Varianten, bei Lauge mag ich es lieber mit normalem Mehl.

Optimist oder Pessimist?

Eindeutig Optimist.

Star Trek oder Star Wars?

Keine Frage: Star Trek. Hab alle Filme und alle Serien auf DVD (oder in iTunes). Meine Frau liest sogar noch Bücher, die die Serien weiterführen.

Reden oder schweigen?

Ich kann schweigen. Glaube ich. Aber meistens fällt es mir nicht schwer, etwas von mir zu geben. Ich mag Gesellschaft, wenn es nicht zu groß wird. Smalltalk dagegen ist nicht meine Primärqualifikation.

Lesen oder fernsehen?

Beides, aber halt mit unterschiedlicher Zielsetzung. Wenn ich lese, rege ich meine Fantasie an, denn in meinem Kopf entsteht die gedruckte Geschichte neu. Beim Fernsehen lasse ich mich eher ablenken, indem ich mich von der Informationsflut fortspülen lasse. Beides ist gut, aber gleichzeitig geht es nicht.

Wenn du eine Pflanze wärest, welche wärest du?

Die Vanilleeispflanze.

Was ist dein Leib- und Magengericht?

Dampfnudeln mit Vanillesoße (süß), Pizza (herzhaft), Paprika-Salat (sauer). Und dann jede Menge Süßigkeiten und Knabberkram.

Welches Buch/Welcher Film/… hatte den stärksten Einfluss auf dein Leben?

Uh, das ist außerordentlich schwer. Da ich Lehrer wurde, kann ich leider dem Klischee nicht ganz entkommen, dass „Der Club der toten Dichter“ irgendwann einmal einen gewissen Einfluss auf mich hatte. Aber das ist schon sehr lange her.

Tatsächlich hat Star Trek mein Leben vermutlich mehr geformt als alles andere. Niemand sieht mir das an, aber ich habe viele der darin propagierten Werte verinnerlicht – und das ist sicherlich nicht schlecht. Widerstand ist ohnehin zwecklos.

Gibt es ein Leben nach dem Tod?

Gibt es eines davor? Stopp! Der war schlecht (es handelt sich um ein Zitat aus „A Prayer for the Dying“).

Ganz ehrlich: Ich fürchte mich vor dem Gedanken, es gäbe ein Leben nach dem Tod, da unsere Gedankenwelt immens von unserer Körperlichkeit bestimmt wird. Zumindest meine (vielleicht bin ich da irgendwie in der Pubertät stehen geblieben). Ich kann mir partout nicht vorstellen, wie sich eine nicht-körperliche Existenz darstellen soll. Daher fällt mir keine für mich selbst gültige Antwort ein. Vielleicht in ein oder zwei Jahrzehnten.

Was kannst du besonders gut?

Ich habe ein gewisses Händchen in musikalischen Angelegenheiten, möchte mich da aber nicht über den Klee loben.

Ansonsten bin ich unschlagbar im Vernichten großer (wenn nicht größter) Mengen von Haribo Saftbären, Schokoerdnüssen, Eiscreme, gerösteten und gesalzenen Erdnüssen, Chips – und vieler anderer Dickmacher. Würde ich nicht morgens immer konsequent gegensteuern, liefe meine Körperfülle völlig aus dem Ruder.

Gibt es ein Leben in Glückseligkeit?

Ja, aber nicht in der Form, wie es die Werbung verspricht. Denn die Glückseligkeit kommt vor allem in Form von Zufriedenheit daher. Wenn man ständig neue Wünsche entwickelt, die sich oft auf vergleichsweise belanglose Dinge beziehen (in meinem Fall sind dies oft Apple-Produkte), dann nagen diese Wünsche unterbewusst ständig an einem herum. Das ist sicher keine Glückseligkeit.

Wenn ich mich aber umsehe und mein bisheriges Leben Revue passieren lasse (intakte Familie, Kindergarten, Schulbildung, musikalische Ausbildung, mehrere Studiengänge parallel durchgeführt und alle erfolgreich abgeschlossen, Referendariat, Aufbau einer eigenen Familie, Beruf und „Karriere“), muss ich mir attestieren, dass es kaum noch dringende Wünsche geben kann. Daher bin ich mir sicher, dass ich mit etwas mehr innerer Ruhe (bin halt so ein gedanklich zappeliger Typ) und der damit einhergehenden Zufriedenheit sicher ein hohes Maß an Glückseligkeit in mein Leben bringen kann. Schon jetzt fühlt sich vieles davon erstaunlich gut an.

Fragen von „jungesleben“

Warum hast du mit dem Bloggen angefangen?

In Apples iLife-Suite gab es ein Programm namens iWeb, mit dem man eine eigene Homepage gestalten und publizieren konnte. Das musste ich natürlich ausprobieren. Irgendwann ging es dann mit dem eigenen Blog los. Es war eher Spielerei – und mein erster Blog war auch ein ziemlicher Haufen Mist. Einmal brachte er mir auch kräftig Ärger ein. Dann machte ich ihn für ein Jahr dicht, startete danach ganz neu und anders – nun bin ich seit 2012 am Stück dabei und entwickle allmählich einen eigenen Stil.

Würdest du lieber nicht sprechen oder nicht hören können? & Warum?

Lieber nicht sprechen. Als Musiker ist die bloße Vorstellung einer Ertaubung kaum an Schrecklichkeit zu übertreffen. Wer sich schon einmal Beethovens „Heiligenstädter Testament“ durchgelesen hat, kann das eventuell besser nachvollziehen.

Hast du schon einmal die Sehnsucht gehabt, dein ganzes Leben umzukrempeln?

Permanent, vor allem als ich damals „Simplify your life“ gelesen habe. Und dann gab es noch ein- bis zweihundert Anlässe. Der Punkt ist nur: So oft kann man das Leben nicht umkrempeln. Wenn man das einmal im Jahrzehnt schafft, ist man schon sehr weit. Aber man muss es tun, sonst rostet man in alten Routinen ein.

Was hindert dich daran, grenzenlos glücklich zu sein?

Verantwortung für andere, vor allem für meine Kinder. Ich will ihnen eine gute Zukunft ermöglichen, also habe ich einen Beruf ergriffen, der mir gefällt, der aber – wie vermutlich jeder andere auch – mit ein paar Pferdefüßen daherkommt (siehe dazu die Blogeinträge zum Korrigieren). Schon oft habe ich mir gedacht: „Wie schön wäre doch ein reiner Bürojob, bei dem man morgens um acht erscheint und um spätestens fünf Uhr am Nachmittag wieder gehen kann – und nichts von dem Job mit nach Hause nimmt.“

Als Lehrer habe ich immer wieder angenehme Freiphasen (Ferien), die allerdings in mindestens der Hälfte der Fälle durchaus von Arbeit durchzogen sind, der Rest wird allen Ernstes zum Erholen gebraucht. Denn rein auf der körperlichen und geistigen Belastungsebene gibt es mehrfach im Jahr absolute Durststrecken, nach denen man eine Pause dringend braucht.

Das sind alles Elemente, die dem „grenzenlosen“ Glücksgefühl im Wege stehen. Aber ich mache meinen Job gern (und hoffentlich nicht allzu schlecht), ich liebe meine Frau und meine Kinder, habe viel erreicht. Ich bin zufrieden und glücklich.

Was ist der schönste Augenblick für dich in diesem Jahr gewesen?

Es gab etliche schöne Momente, zwischen ihnen kann ich unmöglich eine sinnvolle Wahl treffen:

  • Einmal waren meine Frau und ich in der Sauna – an dem Tag hatten wir bei drei Saunagängen die Sauna ganz für uns, wodurch wir uns einfach unterhalten konnten. Das geht mit einer vollen Sauna sonst nicht.
  • Zusätzlich gab es ein paar fantastische Momente der Zweisamkeit mit meiner Frau, als die Kinder endlich eingeschlafen oder im Hort waren – in denen einfach mal Stille im Haus einkehrte. Das war wirklich erholsam. Wenn dann noch die Stimmung passt, kann nicht mehr viel schiefgehen.
  • Der schönste Moment der letzten Wochen aber war das gemeinsame Laufen mit meiner Frau. Wir haben in den letzten Wochen zwei oder drei Läufe (jeweils 12-13 km) absolviert. Noch vor ein paar Jahren hat so etwas nie geklappt, weil immer einer dem anderen zu schnell, zu langsam, zu bestimmend etc. war – jetzt konnten wir es beide genießen.

Wie abhängig bist du von den Medien, deinem Smartphone & der Technologie?

Die Frage ist zu allgemein gestellt. Ich benutze diese Dinge den ganzen Tag, aber ich bin mir nicht sicher, was mit „abhängig“ gemeint ist. Sicher würden viele bequeme und bequem erscheinende Routinen im Alltag umgeworfen werden, weil sie auf dem Einsatz dieser Dinge basieren, ich käme aber trotzdem klar.

Freiwillig verzichten möchte ich deswegen aber noch lange nicht auf mein iPad, iPhone etc. Aber ich kann auch ohne.

Angenommen du bist Single. Gibst du jeder interessierten Person die gleiche Chance dich kennenzulernen?

Bin ich schon seit mehr als 16 Jahren nicht mehr, es fällt mir außerordentlich schwer, das auch nur angedacht zu beurteilen.

Wie gehst du damit um, wenn du traurig oder niedergeschlagen bist?

Kommt zum Glück nicht allzu häufig vor, ich darf mich da wohl glücklich schätzen. Wenn, dann helfen Musik, Sport und Zurückgezogenheit – diese Phase geht vorbei, meist schneller, wenn ich mich auf ein neues Ziel konzentrieren kann.

Was fehlt deiner Meinung nach den Menschen in deiner Umgebung? Welchen Rat würdest du Ihnen geben?

Ich bin kein Missionar. Wenn mich jemand konkret um Hilfe bittet, gewähre ich diese gerne in dem Umfang, der mir möglich ist. Aber ich trete nicht aktiv auf jemanden zu, der eventuell ein Problem hat, nur um mich aufzudrängen.

Welchen Traum wirst du dir in den nächsten 12 Monaten erfüllen?

Hoffentlich noch mehr Langstreckenläufe mit meiner wundervollen Frau.

Was ist für dich das Attraktivste, das eine Person ausmachen kann?

Eigenständigkeit und Entschlossenheit. Wer weiß, was er/sie will, wird dieses Ziel konsequent verfolgen – genau diese Zielstrebigkeit lässt fast jeden Menschen attraktiv machen (solange das Ziel nicht meinen diametral entgegen läuft).

Fragen von „Seppolog“

Was hast Du unmittelbar getan, bevor Du Dich gerade vor Deinen Blog gesetzt hast?

Korrigiert. Und prokrastiniert.

Welche drei Strategien bringen uns den Weltfrieden?

  1. Mehr Sex.
  2. Noch mehr Sex.
  3. Und mehr Geschichten über Sex. Was dann zwangsläufig wieder zu Punkt 1 führt. Ein onanistischer Kreislauf der Freude.

Warum bloggst Du?

Mein Kopf hat nur begrenzten Speicher. Würde ich all die wirren Gedanken da drin lassen, gäbe es irgendwann einen finalen „information overload“. So kann ich die Sachen in eine rudimentäre Form gießen. Entweder sie sind damit zufrieden und aus meinem Kopf verschwunden, oder aber sie entwickeln sich weiter, dann bleiben sie noch ein wenig, sind aber erträglicher.

Wo warst Du, als Du zuletzt in Deinem Wohnzimmer warst?

So ganz klar ist mir die Frage nicht, denn ich war da in meinem Wohnzimmer. Das steht in Aalen. Im Stadtteil Grauleshof (geile Wohngegend). Aber meistens verbringe ich dort (=im Wohnzimmer) die Zeit auf der Couch oder beim Aufhängen von Wäsche. Gestern Abend lag ich auf der Couch, um eine Star Trek-Folge (Voyager) zu sehen.

Findest Du nicht auch, der “Liebster Award” sollte mit einem hohen Preisgeld verbunden werden?

Eindeutig. Dann wäre ich nämlich jetzt schon ein immens reicher Typ. Du sicher auch.

Angenommen, das Preisgeld läge bei fünf Millionen Euro: Du würdest doch nicht etwas spenden, oder?!

Doch, aber nur meinem eigenen „Witwen und Waisen“-Fond. (Muarharhar)

Nachdem Du mir zwanzig Prozent des Preisgeldes abgegeben hast: Wie wirst Du mich los, wenn ich Dich Tag und Nacht um weitere Prozente anbettele?

Ich nominiere dich einfach erneut, dann kann ich mir das Geld zurückpumpen. Spätestens da suchst du das Weite.

Gibt es Deiner Meinung nach einen Sinn des Lebens? Wenn ja, verrate uns nicht, welchen!

Es gibt einen, würde ich den verraten, wäre mein Sex-Appeal auf einen Schlag dahin. Mache ich also nicht.

Muss es eigentlichen einen geben?

Geheimnis. Frag Edward Snowden. Der hat meine Dateien sicher alle gelesen.

Wirklich?

Ne, bin viel zu uninteressant. Wer von der NSA oder einem anderen Dienst liest schon den Krempel, den ich verzapfe? (Sollte jemand aus dem Lager der Geheimdienste antworten wollen, gerne auch per Email oder iMessage, die Daten habt ihr ja sicher…)

Hast Du früher viel bei Schlecker eingekauft?

Extrem selten. Ich habe das Ambiente gehasst. Außerdem hat das Sortiment nicht zu meinen Wünschen gepasst.

Fazit

Noch einmal in Kurzform: Vielen Dank für die Nominierungen, ich bin dankbar, dass mein Bloggen auf soviel Wertschätzung (oder Verzweiflung) trifft. Es gibt so viele tolle Blogs, die ich selbst nicht kenne, sucht bitte selbst. Einen kleinen Tipp kann ich da geben: Lest die Kommentare zu den Einträgen. Oft findet ihr ein oder zwei Leute, die euren Geschmack treffen, die auch selbst sehr aktiv sind. Wenn euch das gefällt, folgt denen – was soll schon schief gehen?

 

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Sauna-Freuden

Meine Frau und ich gehen in allen Schulferien (mindestens) einmal in die Sauna. Diesen kleinen Luxus gönnen wir uns, da wir in den ersten Jahren mit Kindern auf sehr viele Dinge verzichtet haben. Nun, da die Kinder etwas älter sind und auch mal eine Weile ohne uns klarkommen bzw. im Hort/Kindergarten „verräumt“ sind, ist das ein wiederkehrender Termin in allen Schulferien, den wir meist schon Wochen vorher in unseren Kalender eintragen.

Noch vor ein paar Jahren hätte mich der Gedanke, meinen Körper unverhüllt in einer Sauna zu zeigen, noch mit einigem Schrecken erfüllt. (Wer meine Blog-Einträge der vergangenen Wochen gelesen hat, dürfte auch wissen, warum.) Als wir vor ca. einem dreiviertel Jahr erstmalig in die Sauna gingen, war ich immer noch etwas gehemmt. Doch kaum lag die Badehose in der Ablage, war auch die letzte Hemmschwelle gefallen — schließlich laufen alle da nackt herum. Seitdem kann ich die Sauna auch wirklich genießen.

In Aalen gibt es die Limes-Thermen, die neben dem eigentlichen Schwimmbad und mehreren kleineren Saunen auch die prachtvolle Panorama-Sauna bieten. Von dort aus hat man einen Blick auf weite Teile der Stadt, was — ganz ehrlich — in einigen Fällen wesentlich attraktiver ist als der Anblick innerhalb der Sauna (und damit meine ich nicht meine Frau, denn die könnte ich selbst nach mehr als sechzehn Jahren Partnerschaft immer noch genussvoll den ganzen Tag betrachten, schließlich wird sie von Tag zu Tag hübscher!).

Heute kamen wir zu einem Zeitpunkt an, als der letzte Aufguss gerade ein paar Minuten zurücklag. Die hohe Luftfeuchtigkeit war aber noch immer im Raum, und die Temperatur war gefühlt deutlich höher als gewöhnlich. Normalerweise brauche ich ca. fünf Minuten, bis ich so richtig ins Schwitzen komme, heute betrat ich die Sauna und fühlte mich sofort klatschnass. Das war ein kräftiger Start in den Sauna-Tag.

Der angenehmste Teil kam nach dem zweiten Saunagang, denn als wir uns auf die Ruheliegen zurückzogen, frönte ich kurz einem Buch (in diesem Fall „I Am Spock“ des kürzlich traurigerweise verstorbenen Leonard Nimoy), merkte aber ziemlich bald eine angenehme Mattigkeit über mich hereinbrechen, legte das Buch weg — und schlief binnen weniger Momente ein. Ich war so weit weg, dass ich mindestens 20, eher 30 Minuten lang wie ausgeschaltet auf dieser Liege döste. Das tat so gut.

Der dritte Saunagang war etwas verkürzt, denn meine Nase wollte nicht mehr mitspielen (Nasenbluten). Als wir dann ein paar Minuten auf den Ruheliegen verbracht hatten, siegte der Hunger, und wir zischten los zum Mittagessen (auch das gehört zu unserem Sauna-Ritual). Nach einem so entspannten Erlebnis freue ich mich schon auf die Pfingstferien, denn da geht’s wieder in die Sauna.

 

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Die große Vier

In diesem Jahr steht mein 40. Geburtstag an. Diesem Ereignis (fast schon zuviel der Ehre für einen bloßen Datumswechsel) gehen naturgemäß einige Gedanken voraus. Einerseits der — reichlich dumme — Gedanke „Jetzt wirst du alt.“ Aber ich habe bislang nach der Devise Man ist so alt, wie man sich fühlt. gelebt, daran wird sich mit dem Beginn des 41. Lebensjahres vermutlich gar nichts ändern.

Andererseits ist da aber auch noch die leicht bohrende, meist ziemlich einfach zu verdrängende Frage im Hinterkopf: „Hast du deinen Leistungszenith dann überschritten?“ Und diese Frage kann ich nun einmal erst im Rückblick, also in einigen Jahren, vielleicht sogar Jahrzehnten, beantworten. Noch ein Grund mehr, nicht weiter darüber nachzudenken.

Dachte ich. Bis ich vor ca. zwei Wochen einen grippalen Infekt abbekam, der mich für zwei Tage komplett schlapp machte — und dann noch einmal fast eine Woche bis zum vollständigen Auskurieren (Stimme wieder normal, nicht dauernd am Schniefen etc.) einschränkte. Holla! Ganz so ermutigend war das nicht. Zum Glück gibt es ein Mittel, das meine Frau und ich einmal in allen Ferien anwenden: Einen Gang in die Sauna.

Heute ist es auch wieder soweit, und ich freue mich schon sehr darauf. Am meisten gefällt mir daran, dass…

  • …die Hitze alle Poren so richtig ins Schwitzen geraten lässt, sodass man danach eine ganz weiche und von innen heraus saubere Haut hat.
  • …es in Aalen eine Panorama-Sauna gibt, von der aus man einen ganz angenehmen Blick über die Stadt genießen kann.
  • …ich in den Ruhephasen zwischen den Saunagängen regelmäßig kurz einschlafe. Auf diese Weise bin ich nach dem Saunen gut erholt.

Lustigerweise kamen wir eher durch Zufall in den Genuss der regelmäßigen Sauna-Gänge, nämlich durch einen Geschenkgutschein. Der war, als wir es dann endlich in die Limes-Thermen schafften, bereits einige Jahre alt. Aber — und das ist nun wieder ein bisschen Altersweisheit — für uns gilt: Lieber spät als nie! Und so können die nächsten zehn Jahre kommen, das macht mir gar nichts aus.

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