Song des Tages (353) – 2017-08-31

Jeden Tag empfehle ich einen Song als den „Song des Tages“. An der einen oder anderen Stelle habe ich es ja schon einmal erwähnt, dass ich in San Francisco geboren wurde. Dafür kann ich nichts, es hat – bis auf eine kurze Phase in der Grundschule, in der ich allen Leuten genau das auf die Nase binden musste (und damit fürchterlich genervt habe) – erstaunlich wenig Einfluss auf mein Leben gehabt, denn der Geburtsort ist nun einmal eine weitgehend vom restlichen Lebensweg entkoppelte Angelegenheit. Dennoch handelt es sich bei San Francisco um eine wundervolle Stadt. Meiner Meinung nach liegt das vor allem daran, dass es eine zumindest teilweise unamerikanische Stadt ist, die aufgrund ihrer Lage schon immer einen stark multikulturellen Anstrich hatte, der sich als so belebend erwiesen hat, dass die Einwohner bis heute auf ihre eigene Art daran festhalten.

Bereits am 16. Oktober 2016 hatte ich einen Song über San Francisco hier als Song des Tages aufgeführt, damals war es der einzigartige Tony Bennett mit „I Left My Heart In San Francisco“, heute ist es das vermutlich bekannteste Stück aller Zeiten über diese Stadt und den sog. Summer of Love. Vor fast exakt fünf Jahren, am 18. August 2012, verstarb Scott McKenzie, dessen Stück mein Herz jedes einzelne Mal höher schlagen lässt, wenn nur die ersten paar Takte erklingen: „San Francisco (Be Sure To Wear Some Flowers In Your Hair)“:

Vor etwas mehr als einem Jahr ging ein von allen sehr geschätzter Kollege von meiner Aalener Schule in den Ruhestand. Er wünschte sich zum Abschied dieses Stück, gleichzeitig wollte er sich nicht vom gesamten Kollegium ein Ständchen singen lassen, vermutlich fürchtete er, nicht mehr ganz Herr seiner Emotionen bleiben zu können. Also „entführte“ ich ihn kurzerhand in meinen Musikraum, setzte mich ans Klavier, drückte ihm die Noten in die Hand – und wir sangen dieses Stück als Duett, nur für uns. Das war wirklich schön.

Alle Songs in meiner freigegebenen Apple Music-Playlist.

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Podcast-Empfehlung: „Sparkletack“

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„Sparkletack – The San Francisco History Podcast“ von Richard Miller – ein absolutes Muss für alle Fans dieser einmaligen Stadt!

Vor ein paar Jahren entdeckte ich über eine Empfehlung in einer Zeitschrift oder einem Buch den Podcast „Sparkletack“. Der Titel ist ein reines Fantasiewort, denn sparkle heißt so viel wie „glitzern, leuchten“, und tack ist eine „Reißzwecke“. Mit dem Thema des Podcasts hat beides nichts zu tun, denn dieser Podcast hat nur ein zentrales Thema: Die Stadt San Francisco.

Da ich dort geboren bin und es sich gleichzeitig um die schönste Stadt der Welt handelt, existiert tief in mir ein profundes Interesse an der Stadt. Ich war auch schon einige Male dort, allerdings lange nicht so oft, wie ich es gerne hätte – doch Fliegen ist teuer und äußerst unökologisch, zwei aus meiner Sicht starke Faktoren, die gegen allzu häufige Besuche sprechen.

Richard Miller

Die Podcast-Serie wurde ins Leben gerufen und komplett produziert von Richard Miller, einem Ex-Bewohner von San Francisco, den sein Beruf bereits vor acht Jahren weiter in den Norden, nach Portland in Oregon, verfrachtet hat. Aus seiner Liebe zu dieser Perle aller Städte erwuchs eine wundervolle Sammlung von Episoden, die San Francisco aus den unterschiedlichsten Sichtweisen portraitieren.

Worum geht’s?

Die ca. 100 Episoden behandeln so vielseitige Themen wie:

  • Eigenheiten des Essens und Trinkens in San Francisco
  • Sehenswürdigkeiten, die entweder jeder oder aber keiner kennt
  • Die Geschichte der Stadt
  • Historische Persönlichkeiten von Interesse

Jede Folge ist liebevoll recherchiert und eingesprochen worden – hört man sie der Reihe nach durch, merkt man, wie Richard Miller von Episode zu Episode sicherer und routinierter wird. Die Episodenlänge variiert sehr stark, denn es gibt kurze Episoden, die nur fünf oder sechs Minuten dauern, denen wiederum lange Episoden mit einer Spielzeit von gut 40 Minuten gegenüberstehen.

Gerne immer wieder…

Vor Jahren habe ich alle Folgen der Reihe nach durchgehört, immer wieder lade ich mir entweder einzelne Episoden oder doch gleich alle und höre mir meine persönlichen Highlights wieder an. Gerade im August, wenn der Arbeitsdruck bei mir geringer ist, schätze ich es sehr, mich wieder in diese nostalgische Stimmung versetzen zu lassen.

Wo gibt’s den „guten Stoff“?

Sollte ich nun jemandem Appetit auf „Sparkletack“ gemacht haben, wäre es mir persönlich eine große Freude. Zu finden ist der Podcast entweder (für die Apple-Nutzer) direkt in der Podcast-App von Apple (Teil von iOS, einfach bei der Suchfunktion den Titel eingeben und die Folgen laden/streamen) oder auf der Homepage sparkletack.com

Song des Tages (35) – 2016-10-16

Jeden Tag empfehle ich einen Song als den „Song des Tages“. Wenn es eine Stadt in meinem Leben gibt, die mich geprägt hat, ohne dass ich allzu lange dort gelebt habe, dann ist dies San Francisco. Der heutige „Song des Tages“ ist daher eine melancholische Liebeserklärung, eine poetische Hymne an diese eine Stadt, die auf ihre Art so unwiderstehlich romantisch ist: „I Left My Heart in San Francisco“ von Tony Bennett:

Bei Tony Bennett ist es ja so wie mit gutem Wein, beide sind mit dem Alter gereift.

Alle Songs in meiner freigegebenen Apple Music-Playlist.

San Francisco: Coit Tower

Viel zu lange habe ich nichts mehr über meine Geburtsstadt San Francisco geschrieben. Einige Absätze des heutigen Artikels liegen schon seit Monaten in meinem Entwürfe-Ordner herum, doch es kostet Zeit, sich dieses Themas mit dem gebotenen Ernst und der notwendigen Muse zu widmen. Daher wollte ich keinen Schnellschuss aus der Hüfte loslassen, nur um den Artikel fertig zu bekommen.

Der Coit Tower aus der Luft (Quelle: Apple Maps)
Der Coit Tower aus der Luft (Quelle: Apple Maps)

Mit dem Coit Tower treffen wir heute ein weiteres Highlight San Franciscos, das mir diese Stadt so sehr ans Herz hat wachsen lassen. Im Coit Tower vereinigen sich gleich mehrere kulturell interessante Aspekte, die natürlich auch touristisch ausgeschlachtet werden, doch in diesem Fall ist es gut so, denn sonst hätte am Ende kaum jemand Zugang zu dieser Attraktion.

An manchen Tagen kann es da ziemlich bedrängt zugehen, wir hatten damals (2003) riesiges Glück, denn trotz sonnigen Wetters und milder sommerlicher Temperaturen waren höchsten eine Handvoll Leute zeitgleich mit uns anwesend, was einige ungestörte Fotos ermöglichte.

Geschichte:

Erbaut wurde der Coit Tower im Jahr 1933, verantwortlich für den Bau waren Arthur Brown Jr. und Henry Howard. Der Name des Turms geht auf eine ganz interessante Geschichte zurück:

Lillie Hitchcock Coit, ein Kind aus sehr wohlhabenden Verhältnissen, half den Feuerwehrmännern bei einem Brand in der Nähe des Telegraph Hill, woraufhin sie zu einem Maskottchen der Freiwilligen Feuerwehr San Franciscos wurde. 1929 starb sie und hinterließ der Stadt 100.000 (andere Quellen sprechen von 125.000) Dollar für die Verschönerung der Stadt. Die Summe klingt vermutlich nach heutigen Verhältnissen nicht besonders opulent, zumindest wenn man bedenkt, was allein die Großbaustelle des BER täglich an Geld verschlingt, für damalige Verhältnisse war es aber ein „riesiger Batzen“.

Auf jeden Fall wurde der 64 Meter hohe Aussichtsturm errichtet, der bis heute fantastische Ausblicke auf einen Großteil der Stadt und der Bucht ermöglicht. Davon konnten wir uns persönlich überzeugen. Und davon gibt’s natürlich gleich einiges zu sehen…

Wer nun ein wenig auf den Geschmack gekommen ist, findet weitere Informationen zum Coit Tower hier und hier.

Architektur:

Der Coit Tower soll zwar offiziell nicht so aussehen wie eine aus dem Boden ragende Feuerwehrspritze, zumindest beabsichtigten die Architekten dies nicht. Wenn man ihn sich allerdings ansieht, fällt eine gewisse Ähnlichkeit dennoch ins Auge.

Der Coit Tower – ein bisschen kann man hier schon die stilisierte Spritze eines Feuerwehrschlauchs erkennen...
Der Coit Tower – ein bisschen kann man hier (zumindest meiner Meinung nach) schon die stilisierte Spitze einer Feuerwehrspritze erkennen.

Zumindest geht es mir so. Aber wer es anders sieht, darf mir gerne einen Kommentar schreiben. Gerade visuelle Analogien sind ja ein Gebiet, in dem sich schier unendliche Diskussionen führen lassen.

Aussicht:

Die Aussicht von der Spitze des Coit Tower ist schlicht sensationell. Aus den fast schon unzähligen Bildern habe ich nur eine sehr kleine Auswahl zusammengestellt, die als kleiner Appetizer angesehen werden können, doch einmal einen Trip nach San Francisco zu unternehmen.

Hier ein Ausblick auf die Lombard Street, außerdem sieht man am hinteren rechten Eck noch die Auffahrt auf die Golden Gate Bridge.
Ausblick auf die Lombard Street, außerdem sieht man am hinteren rechten Eck noch die Auffahrt auf die Golden Gate Bridge.
Hier der wundervolle Ausblick direkt auf die Golden Gate Bridge.
Die vermutlich bekannteste Attraktion der City by the Bay: Die Golden Gate Bridge.
Hier der Blick in Richtung der Innenstadt, zentral ist die Needle zu sehen.
Blick in Richtung der Innenstadt, im Zentrum ist die sog. Needle zu sehen.
Und zuletzt noch ein Blick in den himmlischen Sommerhimmel im August 2003...
Zuletzt noch ein Blick in den himmlischen Sommerhimmel im August 2003.

Kunst im Innern:

Beim ersten Besuch wird man fast überwältigt von den atemberaubend schön bemalten Innenwänden im Erdgeschoss. Die Wandmaler ließen sich von Diego Riveras sozialkritischer Malerei inspirieren und bauten zahlreiche „linke“ Elemente in die Wandgemälde ein.

Die Wandgemälde zeigen überwiegend die hart arbeitende Bevölkerung der USA (und diese in einem nicht geringen Ausmaß mit deutlich erkennbarem Migrationshintergrund).
Die Wandgemälde zeigen überwiegend die hart arbeitende Bevölkerung der USA (und diese in einem nicht geringen Ausmaß mit deutlich erkennbarem Migrationshintergrund).
Mensch und Maschine in einem nicht enden wollenden Arbeitsprozess
Mensch und Maschine in einem nicht enden wollenden Arbeitsprozess…
Fleiß und körperlicher Einsatz als durchgehende Motive
Fleiß und harter körperlicher Einsatz sind die durchgehenden Motive.
Sogar die echten Fenster wurden perfekt in die Wandgemälde integriert.
Sogar die echten Fenster wurden perfekt in die Wandgemälde integriert.
Und manchmal schlüpft eine wunderhübsche Frau ins Bild, die durch ihre Schönheit den Coit Tower ganz unerwartet zum Leuchten bringt.
Und manchmal schlüpft eine wunderhübsche Frau ins Bild, die durch ihre Schönheit den Coit Tower noch mehr zum Leuchten bringt…

Fazit:

Der Coit Tower gehört zu den von außen eher unscheinbaren, in seiner Gesamtwirkung aber immens bedeutsamen Attraktionen San Franciscos. Wenn ich mal wieder in der Stadt sein sollte, muss ich die drei Dollar für den Aufzug auf jeden Fall investieren – der Ausblick ist es wert!

San Francisco: Crookedest Street in the World

Lombard Street
Lombard Street — The Crookedest Street in the World

Es ist wieder einmal Zeit, sich meiner Geburtsstadt San Francisco zuzuwenden. Nicht nur meiner Meinung nach die schönste Stadt der Welt (neben Aalen, hüstel). Auch heute begegnen wir einem der weithin bekannten Wahrzeichen der „City by the bay“: Lombard Street, die den Angaben der Anwohner zufolge „krummste Straße der Welt“. Und in der Tat, vermutlich bietet nur ein Kreisverkehr mehr Krümmung, und die dafür nur in einer Richtung.

Viel los in den Kurven
Viel los in den Kurven

Der nicht ganz bescheidene Titel der Straße sowie der prachtvolle Anblick sorgen natürlich dafür, dass sich Unmengen an Touristen rund ums Jahr bei jedem Wetter dort einfinden. Als wir im Sommer 2003 dort waren, herrschte wundervollster Sonnenschein, die Temperaturen waren warm, aber nicht heiß — kein Wunder, dass sich die Touristen quasi gegenseitig auf den Füßen standen. Dennoch gelang es mir, hier und da ein paar schöne Schnappschüsse zu ergattern. Mehr möchte ich zu dieser fabulösen Ecke San Franciscos gar nicht schreiben. Lasst eure Augen über ihre sanften Rundungen streichen, sicher zaubern sie ein Lächeln auf euer Gesicht!

 

San Francisco: Der einzig wahre Podcast

In den letzten Wochen habe ich einige Einträge über die schönste Stadt der mir bekannten Welt verfasst. Nun ist es so, dass ich zwar dort geboren wurde, im weiteren Verlauf meines Lebens aber gar nicht so viel Zeit dort verbrachte, wie ich dies gerne getan hätte — aber wer weiß, vielleicht kommt ja noch eine Zeit, in der ich mich dort für eine Weile niederlassen kann…

Wer durch die Beiträge der letzten Zeit ein wenig auf den Geschmack gekommen ist, dem sei der Podcast „Sparkletack – The San Francisco History Podcast“ von Richard Miller wärmstens ans Herz gelegt.

In seinen (nicht ganz – aber fast) unzähligen Episoden der sog. „Timecapsules“ behandelt er immer ein aktuelles oder historisches Thema der Stadt. Und er hat sich da unglaublich viel Mühe gegeben, jeder einzelne Podcast stellt für sich ein Juwel dar.

Natürlich kostet unsereins der Genuss dieser Juwelen gar nichts, denn Richard Miller stellt das alles auf seiner Homepage frei zur Verfügung. Man kann als iOS- oder iTunes-User auch direkt über iTunes- bzw. die Podcast-App den Podcast abonnieren – wundervoll! Hört doch einfach mal rein, es lohnt sich wirklich.

 

Tony Bennett: „I Left My Heart In San Francisco“

Ich möchte meine San Francisco-Serie der letzten Wochen heute etwas anders fortsetzen: Mit einem Song, den ich mir schon unzählige Male angehört habe, der wunderbar geschrieben und von Tony Bennett superb interpretiert ist — einer der wahren „Klassiker“.

Wie kaum ein anderer Song vermittelt er die geradezu greifbare, schier unendliche Melancholie, die man fühlt, wenn man sich weit entfernt von einem Ort befindet, der einem ans Herz gewachsen ist.

The loveliness of Paris seems somehow sadly gray
The glory that was Rome is of another day
I've been terribly alone and forgotten in Manhattan
I'm going home to my city by the Bay

I left my heart in San Francisco
High on a hill, it calls to me
To be where little cable cars climb halfway to the stars
The morning fog may chill the air, I don't care

My love waits there in San Francisco
Above the blue and windy sea
When I come home to you, San Francisco
Your golden sun will shine for me

 

Ich habe mir von meiner Frau etwas abgeguckt: Sie hat sich eine Playlist mit ihren absoluten Lieblingssongs erstellt, die dann, wenn man zu faul ist, sich zu entscheiden, einfach auf „zufällige Wiedergabe“ gestellt wird. Da die Liste nur gute Songs enthält, kann man nie einen schlechten Song erwischen — und nun ratet mal, wer „I Left My Heart In San Francisco“ in seiner eigenen Lieblings-Liste untergebracht hat? Na? Na?