Archiv der Kategorie: Rush

Song des Tages (360) – 2017-09-07

Jeden Tag empfehle ich einen Song als den „Song des Tages“. Kurz vor dem regulären Ende dieses Projekts muss ich noch einen meiner Lieblingssongs einer meiner Lieblingsbands präsentieren, sonst wäre diese Liste einfach nicht so abgerundet, wie ich sie gerne hätte. Der Original-Clip ist auf YouTube leider nicht verfügbar, doch diese Live-Version hat es durchaus auch in sich. Nun also Bühne frei für Rush mit dem Opener des „Presto“-Albums „Show Don’t Tell“:

Das lange Intro gehört nur zur Bühnenshow, im eigentlichen Song geht es viel beschaulicher (und kürzer) zur Sache. Bemerkenswert ist wie immer die Virtuosität der Musiker, die live mindestens genauso akkurat spielen wie im Studio. Ich habe sie schon live gesehen (auch wenn das schon 25 Jahre her ist) – und es war fantastisch!

Alle Songs in meiner freigegebenen Apple Music-Playlist.

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Song des Tages (354) – 2017-09-01

Jeden Tag empfehle ich einen Song als den „Song des Tages“. Die Band Yes war ja mittlerweile doch mit einer gewissen Regelmäßigkeit, man könnte schon fast von Häufigkeit sprechen, in diesem Zirkel vertreten. Daran gibt es aber nichts zu rütteln, denn einerseits gibt es von ihnen viele Stücke, und von denen sind auch noch etliche so gut, dass sie sich ihren Platz in dieser Liste redlich verdient haben.

Der heutige Song des Tages ist ein etwas längeres Stück, das dem Gedanken des Progressive Rock in all seinem Glanz zur Ehre gereicht: Immer wieder ändern sich Charakter und Klangfarbe, stets sind Spielfreude und Virtuosität unverkennbar, doch wirkt die Musik bei all ihrem Anspruch (an Musiker und Hörer zugleich) nie gekünstelt oder affektiert. Daher keine weitere Vorrede, viel Spaß mit „Roundabout“ von Yes:

Und hier noch ein kleines Bonbon zum beginnenden Wochenende: Yes wurden gerade dieses Jahr (2017) in die Rock & Roll Hall of Fame aufgenommen, eine Ehre, die wirklich nur wenigen herausragenden Acts zuteil wird. Die Laudatio wurde von Geddy Lee, dem Sänger und Bassisten von Rush gehalten, anschließend spielten sie den heutigen Song des Tages gemeinsam live auf einer Bühne. Es ist für mich immer wieder faszinierend, Musiker im gehobenen Alter auf der Bühne zu sehen, die immer noch mehr handwerkliches Geschick aufweisen als manche gehypten Nachwuchs-Sternchen. Aber überzeugt euch selbst:

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Song des Tages (258) – 2017-05-28

Jeden Tag empfehle ich einen Song als den „Song des Tages“. Heute gibt es mal wieder einen recht nachdenklichen Song, der darüber hinaus aber auch einige wundervolle Klangqualitäten zu bieten hat. Um den Song überhaupt in irgendeiner Weise wertschätzen zu können, muss man den Hintergrund kennen: Im August 1997 verunglückte Selena Peart, die Tochter des Rush-Drummers Neil Peart, tödlich. Als ob ein solcher Schicksalsschlag allein noch nicht genug wäre, starb seine Frau Jackie, mit der er seit der Highschool zusammen war, nur zehn Monate später an Krebs. Dieser doppelte Schlag war zu viel für Neil, um einfach so weiterzumachen wie bisher. Die Band fiel in einen Winterschlaf, während er auf seinem Motorrad gut 88.000 Meilen in 14 Monaten zurücklegte. Seine Erfahrungen fasste er in dem Buch „Ghost Rider: Travels On The Healing Road“ zusammen.

Neil Peart: „Ghost Rider – Travels On The Healing Road“ – schwere Kost, vor allem im ersten Drittel...

Neil Peart: „Ghost Rider – Travels On The Healing Road“ – schwere Kost, vor allem im ersten Drittel…

Erst 2001 fand sich die Band wieder zusammen, um an einem neuen Album namens „Vapor Trails“ zu arbeiten. Das 2002 erschienene Album wurde ein furioses und sehr knackiges Comeback, härter als viele der Vorgänger-Alben, vermutlich weil Neil beweisen wollte, dass er das Drumset immer noch wie die Schlagzeug-Legende, zu der er vorher schon aufgestiegen war, beackern konnte. Zwischen all diesen harten, vorwärts drängenden Stücken verbirgt sich jedoch ein ruhiges Juwel, das – wie schon das Buch – die Erfahrungen des Schlagzeugers auf seinen einsamen Reisen durch ganz Amerika verarbeitete.

Dieser Song ist mir bereits beim ersten Anhören derart im Ohr hängen geblieben, dass ich nicht umhin kam, ihn als einen Song des Tages in diesen Zirkel aufzunehmen. Und heute ist es soweit, hier ist „Ghost Rider“ von Rush:

Ich bin mir nicht sicher, möglicherweise wurden die Fotos im Video-Clip an Stationen der langen Motorrad-Touren aufgenommen, eventuell sogar von Neil Peart selbst.

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Song des Tages (180) – 2017-03-10

Jeden Tag empfehle ich einen Song als den „Song des Tages“. Hier und da habe ich ja schon einmal Songs des kanadischen Progressive Rock-Trios Rush in diese Playlist aufgenommen. Und auch heute habe ich einen wundervollen Song, der weder besonders rockig noch besonders progressiv ist. Eigentlich handelt es sich um eine sehr intensive Ballade, die die vielen kleinen Helden des Alltags feiert, die nie den Applaus bekommen, den sie eigentlich verdienen: „Nobody’s Hero“ vom Album „Counterparts“:

Das Gitarren-Solo von Alex Lifeson ist und bleibt für mich eines der besten in der gesamten Rock-Geschichte, denn es geht nicht eine Sekunde um eine virtuose Darstellung von Fingerfertigkeit. Stattdessen fügt sich das recht kurze Intermezzo perfekt in die musikalische Klimax des Stücks ein.

Auch die beinahe „schleichend“ zu nennende Verdichtung der Instrumentierung ist sehr gelungen, sodass das Stück am Ende mit einer emotionalen Wucht daherkommt, dass man es genau genommen nach Abschluss gleich noch einmal anhören muss…

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Gehört: „Clockwork Angels – The Novel“ von Kevin J. Anderson

„Clockwork Angels – The Novel“ von Kevin J. Anderson, gelesen von Neil Peart.

„Clockwork Angels – The Novel“ von Kevin J. Anderson, gelesen von Neil Peart.

2012 erschien das bis heute letzte wirklich neue Rush-Album mit dem Namen „Clockwork Angels“, dem auch eine ausufernde Tournee folgte, außerdem wurde ein hervorragender Konzertfilm während der vielen Live-Konzerte erstellt – ich habe ihn mir 2013 oder 2014 zum Geburtstag geschenkt: drei Stunden musikalischer Hochgenuss!

„Clockwork Angels“ ist ein sog. Konzeptalbum, d. h. alle Stücke bilden zusammen Facetten einer zusammenhängenden Geschichte. Und eben diese Geschichte wurde von Kevin J. Anderson in Zusammenarbeit mit dem Rush-Drummer und -Texter Neil Peart zu einem Roman ausgeweitet. Das Buch habe ich mir gleich bei Erscheinen gekauft und geladen (in iBooks), doch so ganz kam ich nicht in Gang, bei mehreren Versuchen blieb ich stets in der etwas langatmigen Einleitung hängen.

„Clockwork Angels – The Novel“ – ein spannender Abenteuerroman

„Clockwork Angels – The Novel“ – ein spannender Abenteuerroman

Erst mit dem Hörbuch, das ein gutes halbes Jahr später erschien – gelesen von Neil Peart höchstpersönlich –, startete ich wieder einen Versuch. Doch auch dieses Mal blieb ich hängen, allerdings eher aufgrund beruflicher Voll- bzw. Überbeschäftigung. Vor ein paar Wochen zwang ich mich dann einfach noch einmal durch die Einleitung, ab da ging es ganz gut, sodass ich binnen weniger Tage das gesamte Hörbuch durch hatte – dem Laufen sei Dank!

Inhalt

Der Inhalt ist dem eines klassischen Abenteuer-/Bildungs-Romans, wie er von Autoren wie Jules Verne mehrfach geschrieben wurde, nicht unähnlich. Der Hörer/Leser wird in fantastische Länder entführt, darf – vertreten durch den Protagonisten – fremde Kulturen erleben, bislang unbekannte (und ebenso nichtexistente) Orte besuchen, exotische Bräuche kennenlernen und diverse Abenteuer allein oder mit Freunden erleben. An sich ist das ganz gut, doch fühlt sich die Handlung ein wenig an, als wäre sie für einen zehn-/zwölfjährigen Jugendlichen geschrieben. Einige der Charaktere bleiben so oberflächlich und stereotyp, dass es wirklich wie bei einem Jugendroman anfühlt. Das hat mich bei den ersten Versuchen schon etwas ausgebremst, nach Abschluss des gesamten Hörbuchs ist dies mein einziger wirklicher Kritikpunkt (neben der langatmigen Einleitung).

Optik

Entschädigt wird man durch das opulente Artwork, denn immer wieder werden Erlebnisse des Protagonisten durch wundervoll detaillierte Zeichnungen in Steampunk-Ästhetik visualisiert:

Die Steampunk-Ästhetik ist nicht zu verkennen...

Die Steampunk-Ästhetik ist nicht zu verkennen…

Die Illustrationen im Roman sind mit viel Liebe zum Detail gestaltet – ein echter Hingucker!

Die Illustrationen im Roman sind mit viel Liebe zum Detail gestaltet – ein echter Hingucker!

Symbolismus pur...

Symbolismus pur…

Musik

Nun, da ich mit dem Hörbuch final durch bin, erschließt sich mir das Konzeptalbum von Rush auch viel besser. Jeder der Songs hat plötzlich einige Verankerungspunkte in der Handlung, plötzlich ergeben manche Begriffe (z.B. das nicht auf den ersten Blick zu deutende „Carnies“ für die Mitglieder einer Zirkus-Truppe).

Das Konzeptalbum „Clockwork Angels“ von Rush – kennt man den Roman, ist das Album gleich doppelt so gut!

Das Konzeptalbum „Clockwork Angels“ von Rush – kennt man den Roman, ist das Album gleich doppelt so gut!

Schön ist es für die Hardcore-Rush-Fans, dass durch den ganzen Roman hindurch immer wieder Rush-Songtitel als beiläufige Bemerkungen oder Satzteile eingebaut werden. Immer wieder musste ich auf dem Laufband breit grinsen, wenn ich einen solchen Hinweis erkannt hatte.

Fazit

Auch wenn ich mich als Erwachsener beim Hören durch den Schreibstil ein wenig bevormundet fühlte, war es ein insgesamt positives Erlebnis, das vor allem den Genuss an der Musik des Albums „Clockwork Angels“ wieder stark erhöht hat (und der war vorher schon nicht gering). Allzu bald werde ich mir das Hörbuch aber sicher nicht noch einmal in die Gehörgänge schütten, dafür gibt es zu viel andere (und dann spannendere) Literatur.

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Song des Tages (131) – 2017-01-20

Jeden Tag empfehle ich einen Song als den „Song des Tages“. Heute ist Ohrwurm-Zeit, wenn auch aus ganz unerwarteter Richtung: „Bravado“ von Rush gehört sicher zu den kürzesten Songs der Band. Doch dafür bleibt der Song mit seiner leicht melancholischen Art sofort im Ohr kleben:

Obwohl Rush sonst eindeutig dem Bereich „Progressive Rock“ zuzuordnen sind, hier haben sie fast schon Popmusik abgeliefert. Hach!

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Song des Tages (124) – 2017-01-13

Jeden Tag empfehle ich einen Song als den „Song des Tages“. In meinem mittlerweile nicht mehr weitergeführten Rush-Blog habe ich mich über den heutigen Song des Tages einmal sehr positiv geäußert – und an meiner Wertschätzung dieses musikalischen Juwels hat sich bis heute nichts geändert: „Songs From The Wood“ von Jethro Tull:

Hach, der mehrstimmige Gesang und diese fast schon Renaissance-haften musikalischen Gesten. Den Song kann ich nicht oft genug anhören.

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Song des Tages (55) – 2016-11-05

Jeden Tag empfehle ich einen Song als den „Song des Tages“. Es war nur eine Frage der Zeit, bis auch ein Song von Rush in dieser Kategorie erscheinen musste. Und fast schon „natürlich“ musste es ein Stück vom Album „Moving Pictures“ sein, denn das hält nicht umsonst so einige Rekorde. Daher heißt der heutige Song des Tages: „Tom Sawyer von Rush.

Wenn man diese riesigen Menschenmassen im synchronen Musikgenuss vereint sieht, dann wünscht man sich glatt in so ein Konzert hinein. (Oder man wünscht sich, Schlagzeuger zu sein…) Doch leider wird Rush aller Wahrscheinlichkeit nach nicht mehr außerhalb des nordamerikanischen Kontinents unterwegs sein. Schade, schade!

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Hörtipp: „Professor Satchafunkilus and the Musterion of Rock“ von Joe Satriani

Hammer-Album vom Altmeister der E-Gitarre

Hammer-Album vom Altmeister der E-Gitarre

Joe Satriani gehört zu den gottgleichen E-Gitarristen, die bereits während meiner Adoleszenz bekannt waren und Maßstäbe für alle anderen E-Gitarristen setzten. Manch einer ließ sich von seinem exorbitant beeindruckenden Können einschüchtern und letztendlich vom eigenen Eifer abschrecken, andere (z.B. mich) inspirierten sie zu langen Übeabenden und -nächten (teilweise auch spürbar zu Lasten der schulischen Leistungen). In meiner Band (jaaaa, die eine, die sich nach jedem Auftritt umbenennen musste, damit noch Leute in die spärlichen Konzerte kamen) spielten wir sogar ein oder zwei seiner Stücke (ich bin mir zumindest bei „Big Bad Moon“ vom Album „Flying In A Blue Dream“ sicher).

Aber ich schweife ab, denn heute geht es nicht um Kindheitsreminiszenzen! Vor ein paar Tagen begann ich einfach mit einer Suche in Apple Music, gab nacheinander ein paar Namen von mir geläufigen und von mir geschätzten Gitarristen ein, dann ließ ich mich von der Neugier treiben, hörte kurz in die Alben hinein, um dann einige auf meinem iPad zu sichern, andere links liegen zu lassen etc. Sehr hilfreich war auch die Funktion „Das könnte dir auch gefallen…“, denn über diese Schiene entdeckte ich das Album, dessentwegen ich diesen Blog-Eintrag schreibe.

Joe Satriani startete als purer Rock-Gitarrist, nahm im Lauf der Jahre auch einige funkige, balladeske, aber auch härtere Stücke auf, fast immer instrumental, gelegentlich wagte er sich auch selbst als Sänger aus Mikrofon (was nicht einmal schlecht war). Später wich er in den Bereich des Jazz aus, in den letzten Jahren kehrte er – sehr zu meiner Freude – wieder zu seinen Wurzeln im Rock zurück, allerdings schön angereichert mit Elementen aus allen Bereichen, in denen er sich dazwischen herumgetrieben hat.

Mit dem Eintritt ins Musikstudium hörte ich wenig bis gar keine meiner alten Gitarren-Idole, da ich auf die klassische Schiene fixiert war, die ja nun einmal eher meinem Studienfach als Diplommusiker, also dem Musiker im Symphonie-Orchester, entgegenkam. Vor ein paar Jahren jedoch erwachte die Lust an der gitarrenlastigen Musik aufs Neue, überwiegend durch die Band Rush, und selbstverständlich kam auch Joe Satriani wieder ins Spiel.

Das Album „Professor Satchafunkilus and the Musterion of Rock“ ist perfekt gemischt, wenn man das mit guten Kopfhörern oder Boxen (Muarharhar…) hört, fegt es einen glatt von den Füßen. Stückempfehlungen gebe ich gar nicht erst ab, denn sie sind so facettenreich, dass man fast überall etwas entdecken kann, was toll ist (aber das erste Stück ist schon einmal sensationell).

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Rush: Wie kann man am besten einsteigen?

Noch ein alter Artikel aus meinem Rush-Blog (Oktober 2014):

Eine Frage, die ich mir in letzter Zeit häufig stellte, ist diese: Wenn nun jemand zufällig über meinen Rush-Blog stolpern sollte, der noch nie etwas von dieser (sensationellen) Band gehört hat — unverzeihlich! —, was sollte man ihm/ihr empfehlen, um einen guten Einstieg in die Materie zu ermöglichen?

Tatsächlich ist es bei Rush ja nun so, dass die Band im Lauf der Jahre einige stilistische Umschwünge durchlaufen hat. Der Sound hat sich geändert, die Einflüsse der jeweils aktuellen Pop- und Rockmusik waren immer wieder neu in unterschiedlichem Ausmaß hörbar — und doch blieb da immer ein Kern „typischen Rush-Sounds“, der sich vom ersten bis zum aktuellsten Album wie ein roter Faden zieht.

Was wäre aber nun ein geeigneter Einstieg in die faszinierende Rush-Welt? Die Frage ist auf keinen Fall einfach zu beantworten, denn sie hängt in gewisser Weise vom Alter und Musikgeschmack des Hörers ab. In den folgenden Absätzen bemühe ich mich, für mehrere Altergruppen passende Tipps zu geben — ohne Garantie, dass es auch wirklich die richtige Herangehensweise ist!

Der „junge“ Hörer

Mit der „junge“ Hörer meine ich eine Altersgruppe unterhalb der 20 Lenze, die eher mit aktueller Pop-/Rockmusik aufgewachsen sind. Typisch für diese Hörer sind vermutlich ein möglichst perfekt durchgestylter Sound, der nichts dem Zufall überlässt, dafür aber auf mich etwas langweilig (wenn alles immer nur perfekt ist, verliert es eben schnell an Reiz) und leicht androgyn (sehr tiefe Frauen- und sehr hohe Männerstimmen) wirkt.

Für diesen Hörertyp sind vor allem die neueren Alben (alles ab ca. 2000, also vor allem „Clockwork Angels“, „Snakes and Arrows“, „Test for Echo“ und „Vapor Trails (Remixed)“) und jene der mittleren Phase (späte 1980er und 1990er Jahre, also „Grace Under Pressure“, „Signals“, „Hold Your Fire“, „Presto“, „Roll The Bones“ und/oder „Counterparts“) geeignet. Bei all diesen Alben ist der Sound makellos und geschliffen, vor allem ist Geddy Lee’s Stimme schon weitgehend in der etwas tieferen Lage angekommen.

Der „Hörer in meinem Alter“

Ich bin vor ein paar Tagen 39 Jahre alt geworden, insofern ist die Gruppe der „Hörer in meinem Alter“ älter als die oben genannte Gruppe, aber noch nicht wesentlich älter als ich. Unsere musikalische Sozialisation fand zwangsläufig in den mittleren/späteren 1980er und frühen 1990er Jahren statt. Wir wuchsen auf, als Rush in der mittleren Schaffensphase steckten.

Da in den 1980er und 1990er Jahren der Hard Rock noch einen deutlich höheren Anteil an der Popmusik stellte (wohingegen er heute beinahe komplett aus dem Radioprogramm verschwunden ist — es sei denn, man sähe Musiker wie Bryan Adams als „Hard Rock“ an…), sind uns kantigere Stücke durchaus vertrauter, es muss nicht alles immer so klingen, als hätten die Produzenten das Mischpult am Ende noch mit Zuckerguss versehen. Daher können wir auch einsteigen mit Beginn der 1980er Jahre: Alben wie „Moving Pictures“, „Permanent Waves“, „Hemispheres“, „A Farewell To Kings“ dürften uns (in dieser Reihenfolge) durch die Bank nach sehr kurzer Einhörphase sehr ansprechen. Alles neuere Material ist natürlich auch in Ordnung, denn der Sound wird ab da ja immer schicker und geschliffener (wobei bereits „Permanent Waves“ und „Moving Pictures“ in dieser Hinsicht keinerlei Wünsche offen ließen…).

Der „gesetzte“ Hörer

Damit meine ich alle Menschen, die schon mindestens fünf bis zehn Jahre älter sind — nach oben sind keine Grenzen gesetzt. Wer nämlich so alt ist, hat vermutlich von seinen Eltern schon eine ordentliche Portion „Hippie-Musik“ mit in die Wiege gelegt bekommen (es geht ja um die Geburtsjahrgänge 1965-1970).

Diesen Hörern empfehle ich das gleiche wie den Hörern meines Alters, mit einer kleinen (aber durchaus entscheidenden) Ergänzung: „Feedback“. Auf diesem Album werden vor allem Songs aus den spätens 1960er und frühen 1970er Jahren verbraten, in einem an die Rush-Verhältnisse angepassten Sound. Mich fasziniert an diesem Album jedes Mal neu die ultimative Spielfreude, mit der das Trio zu Werke geht. Ein purer Genuss (vor allem „Crossroads“ könnte ich täglich rauf und runter hören)!

Wenn dann noch Alben wie „Caress of Steel“ dazu kommen, sollte der musikalische Zirkel perfekt sein.

Fazit

Kein angehender Rush-Hörer wird einen Fehler begehen, mit den neuesten Alben zu beginnen, denn der Sound ist phänomenal gut. Noch dazu fällt es sicher niemandem schwer, sich von da aus gegenläufig chronologisch vorzuarbeiten. Ich habe das weitgehend so gemacht (allerdings kannte ich schon mehrere frühere Alben) — es hat funktioniert. Und wie das funktioniert hat! (Fragt mal meine Kinder, die können das schon nicht mehr hören…)

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