Archiv der Kategorie: Persönlich

Song des Tages (256) – 2017-05-26

Jeden Tag empfehle ich einen Song als den „Song des Tages“. In den 1990er Jahren (oder war es Anfang der 2000er Jahre) wurde die Star Trek-Serie Voyager beim Sender Sat.1 mit einem kurzen, aber sehr einprägsamen Clip beworben, der den heutigen Song des Tages als musikalische Untermalung verwendete. In der Szene sah man unter anderem Robert Picardo, wie er in der Folge (1.12) „Helden und Dämonen“ gegen eine virtuelle Version von Grendel aus dem Beowulf-Epos antritt. Da dies eine meiner Lieblingsfolgen aus der ersten Staffel ist, blieb mir auch der Song seit damals im Ohr hängen, weswegen er sich seinen Platz hier verdient hat: „Boombastic“ von Shaggy:

Ich muss zugeben, dass der Song an sich so gar keinen Bezug zu Star Trek aufbaut, aber durch diese lustige, wenngleich zutiefst nervige (sie wurde eine Zeit lang zumindest gefühlt am Ende so ziemlich jeder einzelnen Werbepause ausgestrahlt) Werbung bei Sat.1 hat sich in meinem Kopf diese Verbindung aufgebaut – und wird wohl auch nie wieder verschwinden.

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Song des Tages (255) – 2017-05-25

Jeden Tag empfehle ich einen Song als den „Song des Tages“. Als Lehrer bin ich recht häufig in einer exponierten Stellung. Immer wieder wird mein Name im Netz gesucht (ein Kollege berichtete mir, dass ich von allen Namen unseres Kollegiums wohl die zweithäufigste Trefferquote aufweise), nicht selten landen Schüler in meinem Blog. Da ich weitgehend schreibe, wie und worüber ich sonst auch spreche, sollte das sich daraus ergebende Bild meiner Person insgesamt recht authentisch sein. Lustigerweise gibt es auch Kollegen, die sich in meinen Blog verirren. Einer ist ebenfalls ein großer Musikfan, hat wie ich früher viel E-Gitarre gespielt und ist nun blechbläserisch tätig. Er lieferte mir einen Vorschlag für diesen illustren Zirkel von Stücken. Das Stück (und das gesamte Album) war mir natürlich vorher schon bekannt, doch irgendwie hatte ich es nie in die engere Auswahl gezogen – vermutlich einfach, weil ich zu viel Musik kenne, um alles stets im Blick zu haben.

Mit dem heutigen Song des Tages greife ich den Vorschlag aber gerne auf, denn das Stück ist ein absoluter Hammer, das tatsächlich auch zu einigen anderen Songs hier sehr gut passt. Es handelt sich um den Song „Changes“ von Yes aus dem Jahr 1983:

Man könnte über Bands wie Yes, Rush, Marillion und Genesis eine leicht zu verfolgende Linie zu modernen Progressive Rock-Bands wie Dream Theater ziehen. Gestern Abend hatte meine eigens komponierte „Big Band Suite“ ihre Premiere beim „Big Band Battle 2017“ in der Aalener Stadthalle. Da ich den Artikel wie fast immer im Voraus geschrieben habe, kann ich (noch) nichts über den Erfolg oder Misserfolg berichten, doch an etlichen Stellen hat mich meine Liebe zur progressiveren Musikrichtung beim Schreiben der vier Sätze stark beeinflusst (dazu gehört auch der heutige Song des Tages). Gerade der letzte Satz mit dem Titel „Riff“ bedient sich kräftig bei der Rockmusik. Mal sehen, ob es jemand im Publikum gemerkt hat…

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Song des Tages (254) – 2017-05-24

Jeden Tag empfehle ich einen Song als den „Song des Tages“. Hmmmmm, es ist mal wieder an der Zeit für einen Klassiker aus meiner Kindheit. Diesen Song habe ich derart vergöttert, vor allem weil ich ihn nicht auf Platte oder Kassette hatte, dass ich jedes einzelne Mal, wenn er im Radio kam, mit einer Hingabe vor dem Apparat saß, man hätte es durchaus für eine religiöse Handlung halten können. Hauptsächlich lag diese Vergötterung am Sound, denn ich war noch zu jung, um verstehen zu können, worum es im Text geht. Als mir meine Cousine dann später einmal übersetzte, was der Titel bedeutete, war ich beinahe enttäuscht — in dem Alter interessierte mich „dieses Liebeszeug“ (noch) nicht.

Alles in allem kann ich den Song heute einfach nur genießen, denn es ist der perfekte Pop-Song: eine einfache Botschaft, direkt aus dem Leben gegriffen, mit schlichten Worten, die wirklich jeder verstehen kann, das Ganze gepaart mit einer eingängigen Melodie, die sich über einem entspannten Groove entfaltet. Absolut einwandfrei! Hier ist Stevie Wonder mit „I Just Called To Say I Love You“:

Ich bin mit der „Cosby Show“ groß geworden, später habe ich mir alle Folgen auf DVD gekauft. Mittlerweile hört man ziemlich viel Schlechtes oder zumindest Zweifelhaftes über Bill Cosby, doch für mich wird er vermutlich immer Heathcliff Huxtable bleiben. Unvergessen ist die Folge „Zusammenstoß mit Stevie Wonder“ — und die Folge hält, was der Titel verspricht. Da es gerade diese Zeit war, kommt natürlich auch der heutige Song des Tages in der Folge vor. Absolut empfehlenswert als Zeitdokument.

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Zweiter Meilenstein 2017

Der zweite Meilenstein ist geschafft: 2.000 Kilometer in diesem Kalenderjahr.

Der zweite Meilenstein ist geschafft: 2.000 Kilometer in diesem Kalenderjahr.

Nachdem ich gestern meinen Lauf (mir völlig unbewusst) bei der Marke von genau 1999,50 Kilometern – in diesem Jahr, nicht am Stück! – beendet hatte, war es klar, dass ich heute den zweiten großen Meilenstein, also die 2.000 Kilometer im Kalenderjahr knacken würde. Unterstützt von Hape Kerkelings Autobiographie „Der Junge muss an die frische Luft“ auf den AirPods rannte ich meine 13,87 Kilometer-Runde über die morgendlich frische Ostalb, verscheuchte dabei mehrere Hasen, einen Fuchs und gefühlte Myriaden von Mücken.

Neue Schuhe – ein Gewinn für mich

Und dabei konnte ich gleich noch eine sehr angenehme Feststellung, die sich mir über die letzten Tage aufgedrängt hat, bestätigen: Die Entscheidung, mir neue Laufschuhe von Asics zu besorgen (ich berichtete), war goldrichtig. Seit einer Woche laufe ich nun mit diesen wundervollen Schuhen, immer im Wechsel einmal Cumulus und einmal Nimbus – meine Adduktoren-Zerrung dankt es mir mit deutlich verringerten Beschwerden. Wochenlang waren die ersten zwei Minuten des Morgenlaufs äußerst schmerzhaft gewesen, bis sich alles in mir auf die etwas wackelige Laufbewegung eingestellt hatte – rund lief es erst nach ein oder zwei Kilometern. Mittlerweile starte ich wieder ganz normal, denn der Schmerz ist zu 90 Prozent verschwunden. Nach etwas über einer Stunde des Laufens merke ich eine sich rascher als sonst steigernde Erschöpfung in der Region, ansonsten bin ich weitgehend beschwerdefrei. Sehr schön.

Gleich mal auf Holz klopfen…

Zurück zum Meilenstein: Was mich dieses Jahr besonders erfreut, ist die Tatsache, dass mein Wohlbefinden insgesamt gut genug mitspielt, dass ich noch keinen einzigen Tag aussetzen musste. Es gab einige Tage, an denen ich morgens ganz schön schlapp war, meist lag es an einer langen Probe am vorigen Abend oder einer insgesamt brutal anstrengenden Woche. Aber weder hatte ich eine richtig heftige Erkältung noch sonst etwas, was mich vom Laufen abhalten konnte. Tock-tock-tock (3x gegen meinen Holzkopf geklopft, auf dass es auch weiterhin so bleiben möge).

Stabile Verhältnisse

Noch etwas gibt mir momentan Auftrieb: Seit der 11. Klasse war ich nicht mehr so „leicht“, ich liege aktuell immer unter 61 Kilogramm, nicht selten bin ich genau bei 60 kg, gelegentlich etwas drunter. Das ist ein gutes Stück weg von den etwa 90 Kilo, die ich 2006 auf den Hüften hatte. Bei meiner alle zwei Jahre stattfindenden Generalüberprüfung beim Hausarzt wog ich zu Beginn des Jahres noch satte 67 Kilo, was für mich eindeutig zu viel war. Kurz drauf begann ich wieder mit dem Kalorienzählen (mit CaloryGuard Pro), seither hat sich diese Problematik zum Glück in Wohlgefallen aufgelöst.

Hin und wieder schaffe ich es sogar, damit Leute zu belustigen. Gestern zum Beispiel fand an unserer Schule das Treffen der Oberstufenkoordinatoren aller Aalener (und benachbarter) Gymnasien zum Zweck der Kooperationsabsprachen statt. Wie bei allen solchen Anlässen hatte das Sekretariat uns mit leckeren Plunderstückchen versorgt. Also zückte ich meine kleine aber feine tragbare Waage aus dem Rucksack und wog meine Stücke ab – sehr zur Erheiterung der neben mir sitzenden Kollegen.

Fazit

Passt alles, auf zu den nächsten 2.000 Kilometern! Morgen steht noch der Big Band Battle in der Aalener Stadthalle an (Beginn: 19:00 h, der Eintritt ist selbstverständlich frei, herzliche Einladung an alle Interessenten!), danach brauche ich ein bisschen Erholung, denn die letzten Tage waren ein echter Höllenritt!

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Song des Tages (253) – 2017-05-23

Jeden Tag empfehle ich einen Song als den „Song des Tages“. Der Titel des heutigen Songs des Tages geht mir auch so manches Mal durch den Kopf, vor allem in den Zeiten, wenn mal wieder zu viel Arbeit am Ende eines Tages übrig bleibt.. Allerdings ist dieser Song wesentlich unterhaltsamer aufgebaut, vor allem der englische Abschnitt über Brad Pitt ist schlicht und einfach genial: Von den Wise Guys „Es ist nicht immer leicht“:

Der Video-Clip ist außerordentlich gelungen und setzt auf den ohnehin schon sehr lustigen Song noch eine komödiantische Geschichte. Einfach nur cool!

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Gehört: „Der Rosie-Effekt“ von Graeme Simsion

Lustig und unangenehm zugleich: „Der Rosie-Effekt“ von Graeme Simsion.

Lustig und unangenehm zugleich: „Der Rosie-Effekt“ von Graeme Simsion.

Selten war ich über ein Hörbuch so zwiegespalten wie in diesem Fall. Dass ich innerlich so uneins bin, hat natürlich seine Gründe, die ich nun darzulegen versuche.

Hörbuch

Das Hörbuch an sich ist in hervorragender Qualität produziert, es gibt keine Aussetzer, die Audio-Auflösung ist so hoch, dass ich beim Hören mit den AirPods keinerlei nennenswerte Artefakte oder Verzerrungen feststellte. Der Sprecher, Oliver Kube, ist der gleiche wie beim ersten Teil – und er war da schon perfekt gewählt, denn sein Tonfall vermittelt genau die Akkuratesse, die man auch von Don Tillman erwarten würde. Viele der lustigsten Stellen werden gerade erst durch die Trockenheit seiner Sprechweise ins rechte Licht gerückt. Aus dieser Perspektive ist das Hörbuch auf jeden Fall makellos.

Handlung

Der Anreißer-Text zum Hörbuch bei iTunes liest sich wie folgt:

O Baby! Für Don, den unwahrscheinlichsten romantischen Helden, den es je gab, geht’s nach dem Happy-End geht’s erst richtig los.
Don Tillmans »Ehefrau-Projekt« hat geklappt. Er lebt mit Rosie in New York. Und Rosie ist schwanger. Don will natürlich der brillanteste werdende Vater aller Zeiten sein, stürzt sich in die Forschung und entwickelt einen wissenschaftlich exakten Schwangerschafts-Zeitplan für Rosie.
Aber seine ungewöhnlichen Recherchemethoden führen erstmal dazu, dass er verhaftet wird. Was Rosie auf keinen Fall erfahren darf, um ihre Beziehung nicht zu belasten. Also muss Don improvisieren, seinen Freund Gene einspannen und Lydia, die Sozialarbeiterin, davon überzeugen, dass er ein Superdad sein wird. Bei alledem übersieht er fast das Wichtigste: seine Liebe zu Rosie und die Gefahr, sie genau dann zu verlieren, wenn sie ihn am meisten braucht.

Und der Anreißer-Text lügt nicht, genau diese Elemente kennzeichnen die Handlung. Viele skurrile Situationen, die durch Dons eigentümliche Wahrnehmung der Realität und seine oft standhafte Weigerung, etwas anderes als Logik als Argumentationsmittel einzusetzen, sorgen für amüsiertes Kopfschütteln.

Die Unkenntnis diverser sozialer Gepflogenheiten erreicht in der Schilderung nicht selten Schenkelklopfer-Qualitäten. Don wird (s.o.) verhaftet, auf der Polizeiwache wird er verhört, wobei sein Gegenüber zum Glück schnell merkt, dass er völlig harmlos und nur ein etwas verschrobener Kauz ist. Nach einem längeren Gespräch wird Don also gefragt, ob er etwas zu trinken wünsche – selbstverständlich in der Erwartung, nach Wasser oder Kaffee zu verlangen. Doch Don „bestellt“ bei dem Polizeibeamten einen Tequila. Als dieser erstaunt nachfragt, ob er nicht lieber einen Cocktail möchte, antwortet Don völlig ernsthaft, dass ihm der Tequila völlig genüge, da er das Vorhandensein frischer Cocktail-Zutaten im Polizeirevier bezweifle. Viele weitere Stellen sind in diesem Stil geschrieben – das liebe ich an diesem Hörbuch!

Unangenehm

Und dennoch waren mir von den fast exakt elf Stunden Hörbuch mindestens vier oder fünf geradezu zuwider. Es lag nicht am Schreibstil, denn dieser ist einheitlich auf gleich gutem Niveau, vielmehr ist es etwas, das auch in Filmen heute relativ häufig eingesetzt wird, um am Ende eine stärkere Erleichterung beim Zuschauer zu erreichen: Das Dilemma wird konsequent und bis ins schier Unerträgliche gesteigert. Und ich hasse das.

Vor Jahren habe ich ein einziges Mal den Film „Butterfly Effect“ gesehen. Auch in diesem wird die Unerträglichkeit so lange gesteigert, dass ich ganz kurz davor war, den Film auch noch zehn Minuten vor seinem Ende abzubrechen. Auf jeden Fall war mir das zu viel bzw. emotional zu anstrengend. Ich habe den Film seither nicht mehr angesehen, werde es auch nie wieder tun. Zumindest nicht freiwillig.

Mit dem Hörbuch ist es zum Glück nicht ganz so schlimm, aber irgendwie rührten viele der geschilderten Probleme, denen Don sich ausgesetzt sieht, an Erinnerungen aus meinem eigenen Leben. Ein paar Situationen, die verständlich, aber doch auch (aus meiner Sicht) schwer verdaulich waren:

  • Wie aus dem Anreißer-Text schon ersichtlich wurde, ist Rosie schwanger. Sie überfällt Don, von dessen emotionalen Einschränkungen sie ja nun ausreichend wissen müsste, mit der Nachricht und ist dann erbost (und äußerst nachtragend), dass er nicht in gleichem emotionalen Maße wie sie reagiert. Das ist mir nicht passiert, aber ungleiche emotionale Reaktionen gibt es häufig – und sie führen fast immer zu Spannungen in der Beziehung. Diese dann literarisch ausgebreitet zu bekommen, ist nicht zwingend „angenehm“ zu nennen.
  • Rosie informiert Don über den Termin für die erste Ultraschall-Untersuchung, gibt aber mit keinem Wort zu verstehen, dass sie ihn dabei haben will. Also kommt er auch nicht mit. Sein Argument ist die Logik, denn er würde es als anmaßend oder gar belästigend gegenüber der Gynäkologin empfinden, sich mit seiner eigenen Meinung bzw. seinen eigenen Nachfragen einzumischen. Noch dazu vertraut er darauf, dass die Gynäkologin die Expertin ist und er als Vater keinen nennenswerten Beitrag leisten könnte. Kurzum: Sein Argument ist logisch, Rosies Reaktion emotional (wieder einmal erbost und nachtragend). Gerade diese Stelle empfand ich persönlich als besonders unangenehm, denn Rosie hätte wissen müssen, dass das regulär zu erwartende Verhaltensmuster eben nicht dem entspricht, was von Don zu erwarten wäre. Den zu vermutenden Ärger über ihr eigenes Versäumnis bzw. die Enttäuschung darüber, dass er eben doch keine Gedanken lesen kann, lastet sie aber gnadenlos ihm an.
  • Egal, was Don auch unternimmt, sei es die Bestellung des sichersten Kinderwagens (der nur leider eher einem Kleinpanzer ähnelt) oder das Aufstellen eines ausgeklügelten Ernährungsplans (gegen den die sprunghaften Gelüste der Schwangeren rebellieren), alles wird am Ende gegen ihn ausgelegt. Was er auch macht, in Rosies Augen macht er es falsch. Meine Frau hat mir während der Schwangerschaften nicht das Gefühl gegeben, alles falsch zu machen, deplatziert fühlt man sich als Mann aber doch immer wieder, denn das heranwachsende Kind ist dem Einfluss des Vaters nun einmal weitgehend entzogen. Und dieses Gefühl der Hilflosigkeit, das gerade bei dem emotional sehr gehemmten Don noch wesentlich drastischer ausfällt, wurde durch das Hörbuch auf die schärfste Weise in mir wachgerufen. Ich war gestern beim Hören dieser Abschnitte völlig in meiner eigenen Welt versunken und wälzte viele vergleichbare Erinnerungen, die in den letzten Jahren allmählich auf Tauchstation im Unterbewusstsein gegangen waren.
  • Auch die unterschiedliche Herangehensweise von Mann und Frau – Don als Mann erkennt ein Problem und sucht eine pragmatische (und oft schnelle) Lösung, Rosie als Frau möchte einfach nur ihre Emotionen dazu äußern bzw. sich mit dem Partner darüber austauschen – sorgen immer wieder dafür, dass aus „gut gemeint“ genau das Gegenteil von „gut“ wird. Mir war zwar permanent bewusst, dass es sich um einen Roman handelt, doch leuchteten so viele kleinere und größere Parallelen zum wirklichen Leben auf, dass das ein wirklicher „Stimmungskiller“ war…

Weiter möchte ich in dieser Hinsicht gar nicht ins Detail gehen. Aber ich denke, dass auch ich in dieser Hinsicht nicht allein dastehe mit der Auffassung, dass diese Abschnitte nicht gerade „angenehm unterhaltend“ sind.

Fazit

Eine klare Stärke dieses zweiten Teils ist die Einführung neuer und in der Darstellung ihrer Persönlichkeit sehr gelungener Charaktere wie George und Lydia, der Spiegel, der unserer heutigen Gesellschaft bezüglich des Umgangs mit der Schwangerschaft (vor allem der beinahe schon hysterisch zu nennenden Übervorsicht und der vielen unreflektiert weitergetragenen Mythen) vorgehalten wird, sowie die zähe Verbissenheit Dons, der sich partout nicht geschlagen geben will, selbst als die Logik ihm eigentlich schon nahelegt, das Ende der Beziehung zu Rosie einfach zu akzeptieren und zu seinem wesentlich simpleren Lebensstil als Single zurückzukehren.

Auf jeden Fall werde ich mir das Hörbuch nach einer gewissen Pause noch einmal anhören, immerhin habe ich den Schluss, der nach der langen Stressphase zu einer Happy End-Katharsis führt, ja nun auch intus. Aber die unbeschwerte Lustigkeit des ersten Teils kann diese Fortsetzung für mich einfach nicht im gleichen Maße zustande bringen. Schade.

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Song des Tages (251) – 2017-05-21

Jeden Tag empfehle ich einen Song als den „Song des Tages“. Manchmal erinnert man sich ja in einer verklärt-verwaschenen Weise an Kindheitserlebnisse, die diese vielleicht besser darstellt, als es eigentlich angebracht wäre. Noch bin ich mir nicht ganz sicher, ob dies auf den Video-Clip zum heutigen Song des Tages zutrifft, denn es ist das erste Musikvideo, an das ich mich überhaupt erinnern kann. Die teils dystopischen, wenn nicht gleich horrorhaften Effekte sind mir unauslöschlich im Gedächtnis geblieben. Wer sich selbst ein Bild davon machen möchte, hier kommt „The Wild Boys“ von Duran Duran:

Beim erneuten Ansehen des Clips im Zuge der Vorbereitung dieses Blog-Eintrags war ich dann nicht mehr ganz so angetan vom Video-Clip. Andererseits: Was war zu erwarten, wenn es um einen Video-Clip geht, der vor ca. 30 Jahren ausgestrahlt wurde (und den ich seit damals auch nicht mehr gesehen hatte)? Die Musik ist dafür unverändert gut, den Song kann ich immer wieder anhören.

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Things 3

Eine meiner am häufigsten genutzten Apps, ohne die meine Tage wesentlich unstrukturierter verlaufen würden: Things von Cultured Code.

Eine meiner am häufigsten genutzten Apps, ohne die meine Tage wesentlich unstrukturierter verlaufen würden: Things von Cultured Code.

Seit 2010 benutze ich die App Things, die vor ein paar Tagen in einer komplett überarbeiteten Version herausgekommen ist. Gleich vorweg: Die App kostet im Vergleich so richtig viel Geld, wo man auch auf kostenlose Alternativen zurückgreifen könnte. Doch in meinem Fall ist die Zufriedenheit so hoch und der Wille, die Entwickler in ihrer hervorragenden Arbeit weiter zu unterstützen, so groß, dass ich mir die neue Version für alle drei Plattformen (iPhone, iPad und Mac) gleich am ersten Tag gekauft habe (da gab es als Anreiz auch noch 20 Prozent Preisnachlass).

Zur App will ich eigentlich so gut wie gar nichts schreiben, denn das ist schlicht und ergreifend ein bisschen langweilig: Things ist eine To Do-Listen-App, die mit vielen sehr gut durchdachten, monatelang erprobten und über einen eigenen Cloud-Dienst synchronisierten Funktionen aufwartet. Da ich sie nun schon seit sieben Jahren intensiv nutze, gehen mir alle Funktionen leicht von der Hand, die mit der aktuellen Version eingeführten Neuerungen sind mir allesamt (soll heißen: soweit ich sie nutze) schnell in Fleisch und Blut übergegangen – passt alles.

Warum ich diesen Blog-Eintrag nun also schreibe, wenn es sich doch meinen eigenen Angaben nach um eine ziemlich langweilige Angelegenheit handelt? Ganz klar: Ich möchte ein kleines Zeichen der Wertschätzung für die Entwickler der App – Cultured Code – setzen. Deren Name ist absolut Programm, denn meines Wissens gibt es nur wenige Apps, die so gründlich getestet werden, bevor sie in einer stabilen Endversion an die große Zahl der Nutzer ausgegeben werden. Ich erinnere mich, wie im Cultured Code-Blog einmal berichtet wurde, dass die neue Version jetzt fertig sei, man nun aber noch „ein paar Monate“ testen wolle, um alle Kinderkrankheiten auszumerzen, damit dann ein wirklich ausgereiftes Produkt in die Hände der Nutzer gelange. Respekt! In Zeiten, in denen oft das Motto „Schnell programmieren, kaum testen, schnell raushauen, nachbessern können wir später“ zu gelten scheint, stellt Cultured Code eine so rühmliche Ausnahme dar (am ehesten noch mit Ulysses zu vergleichen). Und das wollte ich hier einmal zum Ausdruck bringen.

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Song des Tages (250) – 2017-05-20

Jeden Tag empfehle ich einen Song als den „Song des Tages“. Vor ein paar Monaten waren wir als ganze Familie mit dem Auto unterwegs, als im Radio ein überaus bekannter Song aus dem Jahr 1984 lief. Doch der Radiosprecher erzählte dazu die Anekdote, dass die Band den Song dreimal hintereinander veröffentlichte, bis er – beim letzten Mal – dann endlich ein Erfolg wurde. Dazu gehört ein Haufen Selbstvertrauen, denn spätestens nach dem zweiten Misserfolg hätte ich mir vermutlich gedacht: „Ok. Anscheinend mag den Song einfach keiner. Lassen wir’s gut sein.“ Doch diese Jungs blieben eisern dabei und probierten es noch einmal. Seither wurde der Song weit über acht Millionen Mal verkauft. Huch!

In meiner Planung war der Song bis gestern Mittag noch gar nicht enthalten. Doch dann entdeckte ich bei Twitter eine Verlinkung auf eine recht aktuelle Live-Version. Die Band ist ganz offensichtlich in die Jahre gekommen, was jedoch den Sänger nicht im Geringsten daran hindert, mit der gleichen Eleganz wie vor über 30 Jahren eine Gänsehaut auf den Rücken aller Fans zu zaubern, wenn er beim Refrain in die Stratosphären-Lage ansetzt (und sie auch noch perfekt beherrscht). Also musste ich die geplante Reihenfolge ein bisschen über den Haufen werfen. Der heutige Song des Tages stammt von A-ha (schon der Bandname war genial ersonnen) und heißt Take On Me“:

Ich habe mit Absicht nicht einfach das Original-Video von 1984 an die erste Stelle gesetzt, weil mir diese neuerliche Live-Version gestern so unglaublich gut gefallen hat. Dennoch kann man sich auch das Original ansehen:

Hmmmm, ebenfalls sehenswert! Genießt das Wochenende – sollte das Wetter bei euch mies sein, gibt es gar keine Entschuldigung mehr, den Song nicht noch ein paar Mal anzuhören…

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Song des Tages (249) – 2017-05-19

Jeden Tag empfehle ich einen Song als den „Song des Tages“. Eine Rock-Oper scheint der Traum vieler Rock-Musiker zu sein, zumindest gibt es immer wieder Versuche von (mehr oder weniger) prominenten Figuren der Szene, sich durch ein solches Opus hervorzutun. Meiner Einschätzung nach geraten die meisten Rock-Opern zu einem fürchterlich aufgeblasenen Haufen halbgarer Musiknummern, die wesentlich weniger Strahlkraft entwickeln als Stücke, die nicht in das Korsett einer aufgepfropften Handlung passen müssen.

Hin und wieder gelingt jedoch auch einmal ein großer Wurf. Im Fall der Band Savatage bin ich mir nicht sicher, ob die gesamte Rock-Oper „Streets“ ein gelungenes Werk ist, auf jeden Fall aber beinhaltet sie einige sehr starke Stücke, von denen eines – noch dazu eines der knackigen – heute zum Song des Tages erkoren wurde. Es handelt sich um „Jesus Saves“:

Das Riff der E-Gitarre allein treibt einem schon die Bewunderung ins Gesicht, dann aber auch noch die kratzige Stimme des Sängers, die atmosphärische Dichte und der schön illustrierende Video-Clip (klar, auf dem Stand der 1990er Jahre, aber dennoch…). Mit soviel Power kann jetzt jeder ins Wochenende durchstarten, oder?

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