Archiv der Kategorie: Orchester

Ferienauftakt

Canadian Club

Mein lange vermisster Canadian Club

Seit gestern sind in Baden-Württemberg Ferien. Endlich. Und dieses endlich ist kein pseudo-leidendes Gejammer, denn in diesem Jahr wurden wir bis ganz ans Ende des Schuljahres voll auf Trab gehalten.

Schuljubiläum

In meinem Fall war es ein Schuljubiläum, denn meine Schule wurde vor 50 Jahren „in Betrieb genommen“, damals noch zum üblichen Schuljahresbeginn direkt nach den Osterferien. Dieses Jubiläum brachte einiges an Arbeit mit sich:

  • Projekttage, die ich mit einem Kollegen für den Abschluss unserer mit großem zeitlichen Vorlauf gestarteten Probenarbeit (Blasorchester und Big Band der Schule) nutzte.
  • Big Band Workshop gleich am Abend des ersten Projekttages. Viel Vorbereitungsarbeit, gelungener Verlauf, Zufriedenheit bei allen Beteiligten. Aber anstrengend!
  • Ehemaligen-Fest mit gefühlten 500 Besuchern, bei dem wir fast zwei Stunden „live“ gespielte Musik darboten (und das ist richtig viel, wie erfahrene Musiker sicher bestätigen können). Dazu kommen vorher eine Stunde Aufbau, danach eine Stunde Abbau — mental und physisch muss man als Leiter eines Ensembles da immer voll „auf Zack“ sein, sonst gibt es ein heilloses Durcheinander.
  • Spielen im Seniorenheim: bereits seit einiger Zeit vororganisiert, dann aber doch ein Kraftakt, alle 35 Musiker mit ihren Instrumenten, Notenständern und -mappen sowie allem weiteren Zubehör durch die Stadt zu karren… Aber es hat sich gelohnt und war ein guter Probelauf für den folgenden Tag.
  • Festakt zum 50-jährigen Jubiläum: Bei einem solchen Festakt gibt es immer eine ganze Reihe von Grußworten, Ansprachen und Festreden, die musikalisch umrahmt werden wollen. Zugleich soll das ganze Spektakel auch in der Öffentlichkeit positiv wahrgenommen werden, daher müssen auch alle Abläufe (Auftritt, Abgang, „Wer ist für welchen Notenständer verantwortlich?“ etc.) geplant, besprochen und geübt werden. Ist nicht besonders schwer, aber kräftezehrend.
  • Schulfest: Direkt im Anschluss an den Festakt musste alles Equipment wieder in den eigens für diesen Anlass angemieteten Lieferwagen geladen, zur Schule zurückgefahren und wieder aufgebaut werden. Noch dazu möglichst flink. Ein etwas stressiger Teil im Tagesablauf. Dann noch das Musizieren (wozu sonst hätten wir alles gleich wieder aufbauen sollen?). Und danach muss wiederum alles verräumt werden…
  • Abschlussgottesdienst: Am letzten Schultag dann noch der obligatorische Gottesdienst. Dieses Jahr fiel dieser ganz leicht spontan aus, da die Verantwortlichen sich mit der Planung nicht übereilt hatten. Doch mit ein paar ausgesuchten Musikern aus der Oberstufe konnte auch das noch zu einem runden Abschluss geführt werden.

Bei meiner Frau stand auch ein Musical von ihrer Schule auf dem Programm, dann noch die üblichen Scherze wie Wandertag und Büchertausch. Alles einzeln für sich genommen kein Drama (nun, das Musical doch), in Kombination mit den familiären Terminen (die zum Schuljahresende natürlich auch noch in einige Konfusion geraten mussten) jedoch höchst aufreibend. Nicht ganz zu vergessen, dass zum Teil auch noch die Hitzewelle für zusätzlichen Aufwand und ein Mehr an Erschöpfung sorgte.

Schlafen, Schlafen, Schlafen

Ich habe in den letzten drei Tagen gemerkt, wie physisch fordernd das alles war, denn kaum habe ich mich mittags oder nachmittags auf das heimische Sofa gesetzt, fielen mir jeweils die Augen zu. Drei Tage hintereinander habe ich mittags ein Stündchen geschlafen, nur um des Abends wiederum fix und fertig in die Kissen zu sinken. Gut, dass ich dem Drängen meines Körpers nun einigermaßen ungestraft nachgeben kann. Während einer normalen Schulwoche ginge das nicht.

Anspannung lässt nur langsam nach

Ich bin mir nicht sicher, ob das ein Zeichen des Alterns ist, aber die Anspannung lässt spürbar langsam nach, auf jeden Fall langsamer als in den vergangenen zwei Jahren. Irgendwie fühlt es sich immer noch ganz komisch an, wenn man nicht von morgens bis abends diversen Terminen entsprechen muss.

Sport hilft

Mein tägliches Sportprogramm hilft, einen gewissen Rhythmus aufrecht zu erhalten. Heute bin ich mit meiner Frau laufen gewesen. Die 17 Kilometer fühlten sich gut an, waren aber in Kombination mit der aktuellen Erschöpfungslage ein klein wenig zu viel für meine Frau, die danach erst einmal gegen ihren Kreislauf kämpfen musste. Sie war erfolgreich, sodass wir nun noch einen entspannten Abend vor der Flimmerkiste vor uns haben. Dazu bekomme ich einen Schluck Canadian Club, der letzte ist schon mindestens fünf Jahre her…

Ahhhhh, Ferien!

 

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Torpedo Bag Classic

Mein Torpedo Bag Classic

Lange ersehnt, endlich hier: Mein Torpedo Bag Classic!

So, die Überschrift des heutigen Blog-Eintrags dürfte vermutlich einem überwiegenden Anteil meiner Leser ein großes Fragezeichen ins Gesicht zaubern. Dazu kann ich gleich sagen, dass das Torpedo Bag Classic mein neues, vorgestern bei Thomann bestelltes, gestern dank des nicht mehr laufenden Post-Streiks geliefertes Gigbag für meine Trompete ist.

Was ist ein Gigbag?

Vor drei Jahrzehnten beförderten die meisten Blechbläser ihre Instrumente noch in Koffern von einem Ort zum nächsten. Das war sehr sicher für die Instrumente, meist klobig in der Handhabung und überaus schwer, weil diese Koffer oft ein immenses Eigengewicht mitbrachten. Ich kann ein langes und leidvoll klagendes Lied davon singen, denn in meinem letzten Schuljahr beförderte ich meine Trompeten in einem Koffer für drei Trompeten durch die Gegend — und der war aus meiner Sicht über die Maßen klobig und schwer. Da ich fast nirgendwo ohne meine Trompeten auftauchte, schleppte ich dieses Trum quasi permanent mit mir herum.

Ich höre schon die Stimme, die ruft: „Und was hat das alles mit einem Gigbag zu tun?“ Keine Sorge, es legt die Basis für das Verständnis, warum ein Gigbag so wichtig für die Musiker ist.

Wo ein Koffer klobig und schwer ist, stellt ein Gigbag eine leichte und oft deutlich elegantere und ergonomischere Transportlösung dar, dafür ist ein Gigbag normalerweise nie genauso sicher. Ein Gigbag ist nun einmal eher so etwas wie eine Tragetasche für das Instrument, in den meisten Fällen so gestaltet, dass man es als Rucksack oder seitlich baumelnd tragen kann – das ist der komfortable Aspekt.

Sicherheit geht vor

Leider tauschen vor allem billige Gigbags zu viel an Sicherheit für das Instrument gegen den Tragekomfort ein. Mein ca. fünfzehn Jahre altes Gigbag gab vor ein paar Monaten den Geist auf, die Reißverschlüsse waren verschlissen und ausgerissen. Außerdem war innen das Futter an mehreren Stellen aufgerissen, sodass das Dämm-Material herauskam – in diesem Zustand war es für den alltäglichen Einsatz nicht mehr geeignet.

Das ausgemusterte Gigbag war ziemlich billig, ich habe ca. 40 bis 50 Mark dafür gezahlt. Während des Studiums ist es mir ein einziges Mal beim Tragen am Handgriff (während des gemütlichen Gehens in der Innenstadt) ausgekommen und auf den Boden gefallen – aus einer Höhe von ca. 50 bis 60 Zentimetern (höchstens). Dabei hat sich sofort der zweite Ventilzug minimal eingestaucht, wodurch ich das zweite Ventil nicht mehr benutzen konnte. Die Trompeten sind alle versichert, also konnte ich den Schaden mit ein wenig Papierkram und Fahrzeit bei einem befreundeten Instrumentenbauer zügig wieder richten lassen. Aber: Nötig wäre das nicht gewesen, hätte das Gigbag den Stoß einfach nur gut genug abgefangen. Hat es aber nicht. Da hat sich der billige Preis schon einmal gerächt.

Sicherheit hat ihren Preis

Dieses alte Gigbag hat sich vor ca. einem halben Jahr verabschiedet. Schon lange hatte ich ein Auge auf das Torpedo Bag geworfen, denn ein Schüler in meiner Big Band hat das auch – und irgendwie war es schon verlockend. Doch das Eintrittsgeld in diese Königsklasse des bequemen Instrumententransports war mir damals noch etwas zu hoch. Beim ersten Kontrollblick auf die Thomann-Homepage lag der Preis bei 169 € für das Gigbag, ein paar Wochen später schon bei 199 €. Durch den schwachen Eurokurs der letzten Monate ist er nunmehr auf 229 € geklettert.

Damals war mir das zu teuer. Ich vertagte den Kauf auf die Zeit um meinen Geburtstag (Herbst), bestellte einen Lückenfüller, das mit 25 € sehr günstige, leider aber nicht wirklich sichere Trompeten-Gigbag von Thomann. Für den Preis ist es völlig ok, man darf sich nur keinen Illusionen über die Sicherheit des Instrumentes hingeben. Wenn ich das Instrument von außen deutlich in seinen Konturen erspüren kann, ist da kein effektiver Schutz. Punkt.

Durch Proben und Konzerte (z.B. mit dem Aalener Symphonie Orchester), Üben und Spielen in der Schule, beim Instrumentalunterricht und dergleichen mehr wurde mir aber bewusst, dass ich das Instrument permanent der Gefahr aussetzte, verbeult und eingedellt zu werden (und es gibt noch schlimmere Gefahren). Bevor der Preis des Torpedo Bags die Chance bekommen konnte, noch weiter zu klettern, schlug ich nun in dieser Woche zu. (Damit ist auch klar, dass er spätestens morgen mit großer Sicherheit wieder sinken wird…)

Das Torpedo Bag Classic ist ein fantastisches Produkt zu einem gehobenen Preis, den ich aber – mittlerweile – zu zahlen bereit bin, denn ich transportiere meine Trompete aktuell täglich durch die Gegend. Schäden am Instrument möchte ich um jeden Preis vermeiden.

Exzellenz

Exzellentes Material, fantastische Verarbeitung – Perfektion!

Exzellentes Material

Wenn man sich bei YouTube unter dem Stichwort „Torpedo Bags Classic“ oder direkt auf der Homepage des Herstellers umsieht, entdeckt man ein schönes Video mit dem Titel „The Torpedo Bag Classic: Features & Design“. Darin führt der Chef der Firma durch die einzelnen Materialien und die Verarbeitung. Hat man das Video gesehen, versteht man auch den hohen Preis – und dann nimmt man ihn nicht mehr als hoch sondern als angemessen wahr. Mir geht es zumindest so.

Fazit

Noch fehlen mir die Erfahrungswerte, daher habe ich keine Übersicht darüber, wie sich mein schickes Torpedo Bag Classic im Alltag schlägt, auf jeden Fall kann ich schon einmal vermelden, dass es absolut herrlich aussieht und beim Tragen einen ungeheuer stabilen Eindruck hinterlässt. Der Hersteller verspricht, dass man sogar mit dem Auto darüber fahren könne, ohne die Trompete darin zu beschädigen. Das möchte ich nicht testen. Aber es beruhigt – und das allein fühlt sich schon sehr gut an.

 

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Musizieren im Laienorchester

Am Samstag war ich als Trompeter im Rahmen eines Konzerts mit dem Aalener Symphonie-Orchester (AASO) aktiv –– und trotz der enormen Hitze, die allen auf der Bühne (und im Publikum) versammelten den Schweiß in Strömen am Körper hinablaufen ließ, war es ein sehr schönes Erlebnis. Während der Proben und auch beim Konzert sind mir so einige Dinge aufgefallen, die das Musizieren mit Laien unterscheiden von der Variante mit Profis.

Brandaktuell: Link zum Zeitungsartikel (ich bin der hinten in der Mitte mit dem leicht schräg gehaltenen Kopf)

Stimmen

Profis stimmen wesentlich schneller und effektiver. In so ziemlich allen Laienorchestern, mit denen ich bislang zu tun hatte, ist das Stimmen beinahe schon eine Obsession. Der Konzertmeister/die Konzertmeisterin erhebt sich, blickt mit einem vernichtenden Blick jeden an, der es noch wagt, andere Geräusche als den Kammerton von sich zu geben, dann blickt eine Oboistin/ein Oboist konzentriert auf ein Stimmgerät, intoniert das allgegenwärtige A (meist um die 442 Hz).

Und dann geschieht in den meisten Fällen etwas Seltsames: Statt sich auf ihr Gehör zu verlassen, zückt ein Teil der Bläser ein eigenes Stimmgerät, blickt ebenso gebannt auf das Display und stimmt sich ein. Und genau damit wird das Orchesterstimmen eigentlich zur Farce: Wer beim Stimmen nämlich auf das Stimmgerät blickt, passt sich — selbstverständlich unbewusst — schon permanent an die Anzeige auf dem Stimmgerät an. Wenn das die Stimmgeräte wieder weggepackt sind und das Stück beginnt, stimmt das Orchester nicht wesentlich besser. Kein Wunder!

Viel geschickter ist es, einfach nur den Ton der Oboe nach Gehör zu übernehmen — und dem Gehör zu trauen, denn während der laufenden Werke kann man nicht ständig ein Stimmgerät einsetzen, da bleibt nur das Vertrauen auf das geschulte Gehör. Wenn das Stimmgerät unbedingt sein muss, sollte man mit geschlossenen Augen den Ton so natürlich (zentriert) wie möglich spielen, dann erst die Augen öffnen und sich anhand des Displays orientieren, ob man nach oben oder unten korrigieren muss. Das ist eine realistische Rückmeldung, die zu einem besseren Ergebnis führt.

Noch dazu gibt es Erfahrungswerte, die man über die zahlreichen Jahre des Spielens erst erwirbt. Ich weiß von mir beispielsweise, dass ich beim Stimmen meist etwas mehr Spannung zum Einsatz bringe. Dadurch ist mein Ton beim Stimmen eine Winzigkeit höher als später beim Spielen. Also stimme ich mich ein, bis alles passt, um dann noch ein wenig „rein zu gehen“ (=die Trompete etwas höher zu stimmen). Dann passt meine Intonation.

Pochen auf akkurate Kleidung

Je professioneller die Musiker sind, desto weniger (bzw. desto weniger genau) muss man ihnen vorgeben, wie sie sich kleiden sollen. Wer etliche Male vor Publikum gestanden hat, bringt automatisch einen wahren Erfahrungsschatz an Peinlichkeiten mit, die es zu vermeiden gilt. Aber: Ein Profi kleidet sich in vielerlei Hinsicht passender als ein Laie, denn er kennt die Bühnen-/Auftrittssituation mit all ihren Tücken.

Probe VS Konzert

Links: Probenoutfit (Ausschnitt), rechts: Konzertoutfit (Ausschnitt)

Für das Konzert am Samstag wurde in der Probe am Freitag Abend die Kleiderordnung festgelegt. Alle wussten, dass es mit Sicherheit extrem warm werden würde, die Wetterankündigung sprach von „Hitzerekord“ und kündigte die Nähe der 40 Grad Celsius an. Und dennoch wurde als Kleiderordnung ein langes Hemd mit Krawatte für die Männer ausgegeben. An der Krawatte hatte ich nichts auszusetzen, denn die macht kaum einen Unterschied. Wohl aber am langärmeligen Hemd. Das ist schlicht und einfach Wahnsinn bei dem Wetter – und für das Publikum ziemlich egal. Ob ein Geiger, Cellist, Pauker oder Bläser nun kurze oder lange Ärmel trägt, interessiert meiner Einschätzung nach höchstens einen verkappten Mode-Zar im Publikum. Der Rest kümmert sich um wichtigere Dinge, zum Beispiel die Weiterentwicklung der Small Talk-Fähigkeiten für die Pause. Für uns Musiker war es aber auf der Bühne durch die langen Ärmel deutlich unangenehmer. Aber immerhin wurden uns allen die Krawatten zehn Minuten vor Betreten der Bühne „erlassen“.

Aufregung

Das Aalener Symphonie-Orchester ist ein mittlerweile recht routinierter Trupp, der sich auch in der Live-Situation ziemlich gut in der Hand hat. Ich habe aber auch schon mit Laienorchestern musiziert (oder sie dirigiert), bei denen in der Konzertsituation gut und gerne 20-30 Prozent der Leistungsfähigkeit eingebüsst wurden.

Am schlimmsten ist es üblicherweise, wenn gleich zu Beginn etwas „in die Hose geht“. So etwas kommt vor, meist ist es eine durch die Aufregung hervorgerufene Unsicherheit, die dann in der Kombination mit der Gesamtsituation (grelles Licht, Publikum, Hitze durch die Scheinwerfer, ungewohnte Kleidung etc.) Aufmerksamkeitsaussetzer erzeugen, die dann wiederum zu kurzen Fehlern führen. Sind diese Fehler besonders deutlich hörbar, erzeugen sie (zum Glück nur selten) eine Art „Schockstarre“, die dann gleich noch mehr Fehler hinter sich her ziehen.

Ich habe das als Dirigent in einem Konzert erlebt. Das Orchester hatte unter meiner Leitung das Stück über einige Wochen hinweg sehr gewissenhaft einstudiert und war sicher. Dann kam eine Ehemalige kurz vorher dazu, um noch mitzuspielen. In der Probe klappte alles, aber genau bei der Aufführung spielte diese eine Ehemalige genau für alle hörbar in eine Generalpause hinein. Zack! Weg war die Konzentration. Das Stück lief danach richtig schlecht, weil alle durch diesen einzelnen Patzer verunsichert waren. Das gibt es bei Profis wirklich deutlich seltener.

Enthusiasmus

Wo sich die Profis dagegen so manches mal etwas abschneiden können: Enthusiasmus. Ein Laienorchester probt viel länger, bevor ein Stück aufgeführt wird, in dieser Zeit bauen die Musiker eine wesentlich intensivere Beziehung zu diesem Werk auf. Die meisten haben sich in der Zwischenzeit eine Aufnahme besorgt und kennen diese in- und auswendig.

Außerdem werden die meisten Laienmusiker stärker gefordert beim Einstudieren. Wenn dann endlich alles „sitzt“, verspürt man natürlich wesentlich mehr Stolz auf die erbrachte Leistung als jemand, den das gleiche Stück schlicht und einfach weniger fordert (was nicht heißen soll, dass Profis jedes Werk einfach herunterspielen können).

Und genau deshalb sind die meisten Laienorchester im Konzert sehr enthusiastisch und strahlen mit einer fast schon kindlichen Freude, wenn das Vorspiel gut gelungen ist. Ein Teil dessen zu sein fühlt sich wirklich superb an.

Fazit

Auch als studierter Musiker spiele ich gerne ab und zu bei Laienensembles mit. Ich sehe für mich nicht die Notwendigkeit, alle Proben zu besuchen, denn in den meisten Fällen blicke ich recht schnell durch und beherrsche meinen Part dann. Andererseits muss auch ich proben und meine Sachen üben, denn ich möchte weder mich noch das Ensemble blamieren. Mit einigen der oben geschilderten Unannehmlichkeiten arrangiere ich mich jedes Mal aufs Neue (z.B. das ausufernde Stimmen), bei anderen Dingen setze ich vielleicht in Zukunft einfach noch mehr meinen eigenen Kopf durch (z.B. bei der Ärmellänge) – aber in der Summe macht es einfach viel Spaß, zu viel, um es nicht zu tun.

 

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