Archiv der Kategorie: Nebel

Eine Stirnlampe für die frühmorgendlichen Läufe

Wie schon berichtet (hier): Wenn ich morgens laufe, ist es im Moment jahreszeitlich bedingt stockfinster, am Ende des Laufs (gegen 6:15 oder 6:20 h) wird es zwar langsam etwas heller, trotzdem möchte ich auch dann noch deutlich von anderen Verkehrsteilnehmern gesehen werden, also benötige ich für die gesamte Dauer des Laufs eine adäquate Lichtquelle. Vor ein paar Wochen, als der Sommer Stückchen für Stückchen dem Herbst zu weichen begann, habe ich mir diese in weiser Voraussicht bei Decathlon gekauft:

Bei Tageslicht keine echte Schönheit, dafür überstrahlt sie bei Nacht alles...

Bei Tageslicht keine echte Schönheit, dafür überstrahlt sie bei Nacht alles…

Es gab eine Fülle unterschiedlicher Modelle, ein ganzes Regalabteil voll, z.T. sehr günstig (für unter 10€), doch allen war gemein, dass sie mit „normalen“ Batterien bzw. Akkus arbeiteten, die dann immer wieder herausgeholt und ersetzt bzw. aufgeladen werden müssten. Ich hasse das. Sofort war mir klar, dass ich mit so einem Blödsinn gar nicht erst anfangen würde.

Also habe ich mich gleich ins etwas höhere Preissegment begeben und schließlich für knapp unter 30 € dieses wundervolle Exemplar, die OnNight 710, gefunden. Und dieses Modell bietet genau die Eigenschaften, die ich mir von einer lauftauglichen Stirnlampe erhoffe:

  • Leuchtkraft „en masse“ (300 Lumen)
  • ausreichende Akku-Dauer (angeblich drei Stunden bei voller Power und dann noch eine Stunde auf der niedrigsten Stufe – für meine Läufe mit ca. 95-115 Minuten Dauer passt das auf jeden Fall)
  • bequemer Sitz am Kopf (war in weniger als einer Minute passgenau eingestellt und musste seither nicht mehr nachjustiert werden)
  • geringes Gewicht (120 Gramm)
  • wasserdichte Verarbeitung (hab ich mittlerweile schon getestet, funktioniert)
  • USB-Anschluss und integrierten Akku (nach dem Lauf hänge ich die Stirnlampe immer gleich wieder „dran“, zwei Stunden später ist sie erneut einsatzbereit)

Wenn ich bedenke, welche Summen ich (fast) bedenkenlos in Laufschuhe investiere, dann sind die 30 € keine übertriebene Investition.

Schlichte Verpackung und ein simples, aber funktionales Design – so wollte ich es.

Schlichte Verpackung und ein simples, aber funktionales Design – so wollte ich es.

Drei Leuchtmodi (ich benutze immer das Maximum) und einen Blinkmodus für gefährliche Situationen im Straßenverkehr, wasserdicht, leicht – super!

Drei Leuchtmodi (ich benutze immer das Maximum) und einen Blinkmodus für gefährliche Situationen im Straßenverkehr, wasserdicht, leicht – super!

Mit 300 Lumen kommt wirklich ordentlich Leuchtkraft zusammen, wenn ich im Wohngebiet unterwegs bin, habe ich um 4:45 h oft Sorge, diverse Nachbarn zu wecken und drehe meinen Kopf nach Möglichkeit so, dass ich nicht gerade in die Räume hinein leuchte, wenn ich auf ein Haus zulaufe.

Beim allerersten Lauf rannte ich mit der Stirnlampe durch dichten Nebel. Das war nicht ganz so toll, denn der Nebel ein bis zwei Meter vor mir wurde wunderbar erhellt – aber ich hatte das Gefühl, gegen eine Wand aus Watte anzurennen. Glücklicherweise kenne ich diese Strecke sehr gut, sonst wäre ich hier und da sicher mal gegen einen Baum gerannt.

Der USB-Anschluss, das passende Kabel ist mitgeliefert, kein Problem also.

Der USB-Anschluss, das passende Kabel ist mitgeliefert, kein Problem also.

An diesem Rädchen dreht man für die unterschiedlichen Leuchtmodi: Vorwärts drei Helligkeitsstufen, von denen 1 wirklich mager, 2 ordentlich hell und 3 gefühlt der Sonnenaufgang ist. Dreht man in die andere Richtung: Blinkmodus (damit könnte man den Schluss von Ridley Scotts „Alien“ nachspielen).

An diesem Rädchen dreht man für die unterschiedlichen Leuchtmodi: Vorwärts drei Helligkeitsstufen, von denen 1 wirklich mager, 2 ordentlich hell und 3 gefühlt der Sonnenaufgang ist. Dreht man in die andere Richtung: Blinkmodus (damit könnte man den Schluss von Ridley Scotts „Alien“ nachspielen).

Wie aus meiner Darstellung schon klargeworden sein sollte: Die Stirnlampe ist super, ich habe sie mittlerweile gut eingelaufen und mich mit der einen oder anderen Eigenheit arrangiert (z.B. muss ich beim Aufsetzen auf die Position achten, sonst leuchtet meine Nase sehr hell und blendet mich…) und kann behaupten, dass das gut investierte 30 € waren.

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Donauwörth

Am vergangenen Wochenende weilte ich mitsamt Frau und Kindern in der Jugendherberge Donauwörth, wo ein großes Familientreffen stattfand. Grund dafür war der 60. Geburtstag meiner Tante. Da sich die Verwandtschaft untereinander gut versteht, wurde über die Dauer von zwei Tagen ordentlich viel geratscht und sich ausgetauscht. Wir als Musiker-Familie steuerten natürlich auch noch einen zu unserer Profession passenden Anteil bei.

Friedhofs-Präsentation

Ein Punkt, der einiges Schmunzeln und auch Augenverdrehen hervorrief, war eine via Beamer gezeigte Präsentation über den Ort, in dem mein Vater und seine fünf Schwestern einmal aufgewachsen waren. Es handelt sich um Göllheim in Rheinland-Pfalz. Der makabre Punkt war, dass die Präsentation nach einer kurzen Einleitung überwiegend Bilder von Grabsteinen beinhaltete.

Doch für mich, der ich dort zuletzt in meinen mittleren Teenager-Jahren zu Besuch war, enthielt die Präsentation sehr viele faszinierende Elemente – immerhin konnte ich an der einen oder anderen Stelle an meinen eigenen Erfahrungsschatz anknüpfen (und diesen somit erweitern). Gezeigt wurden unter anderem die Grabsteine des Pfarrers (Haus und Grundstück lagen in unmittelbarer Nähe zur örtlichen katholischen Kirche), des damaligen Grundschullehrers, einiger früherer Nachbarn und sonst für die Familie bedeutsamer Personen aus dem Ort.

Alles in allem ging die Präsentation etwa zwanzig Minuten lang, in der Zeit habe ich mehr über den Ort und die Familie gelernt als in den vergangenen fünf Jahren – und seit damals habe ich durch den Tod meines Vaters schon ein paar neue Informationen ausgegraben.

Laufen am Morgen

Jeder kennt das Phänomen, dass es auf solchen Familienfesten immer geradezu unglaubliche Mengen an leckeren Speisen, vor allem Kuchen und andere Leckereien, gibt. Ich habe mich zwar einigermaßen beherrscht, doch das eine oder andere Stück fand durch meinen Mund den Weg in die ewigen Jagdgründe, um es mal im Stil von Karl May auszudrücken. Um aber der völligen Verfettung entgegenzuwirken, hatte ich in weiser Voraussicht (etwas anderes hätte sicher keiner meiner treuen Leser von mir erwartet) meine Laufsachen eingepackt.

Und dann erfuhr ich, dass meine Cousine sich bereits bei der Herbergsleitung mit Informationen zu geeigneten Laufstrecken versorgt hatte. Nach einer kurzen Kontaktaufnahme stand fest, dass wir am nächsten Morgen eine ca. 15 Kilometer lange Runde in Angriff nehmen wollten – meine Frau schloss sich gleich dieser illustren Runde an. Da meine Tante selbst ebenfalls eine Lehrerin ist, hatte sie die Organisation des Tages nicht dem Zufall überlassen und den Beginn des Frühstücks auf die sportliche Zeit von 7:30 h angesetzt. Da man für 15 Kilometer nun einmal zwischen 80 und 90 Minuten benötigt, war somit auch der Startzeitpunkt auf 6:00 h festgelegt.

Also trafen wir uns am Samstag Morgen ungefähr zur vereinbarten Zeit im Foyer der Jugendherberge – und dann ging es auch schon los in die Dunkelheit. Und damit begann die zu Beginn etwas planlose Sucherei, denn die Straßenkarte war eher eine grobe schematische Darstellung denn ein geeignetes Medium, um daraus die genaue Route ableiten zu können. Zusätzlich lag ein dichter Nebel über der Landschaft, was die Orientierung zusätzlich erschwerte. Dennoch fanden wir nach ein paar Kilometern die richtige Abzweigung, danach lief es relativ geradlinig, sogar dem Ring-Kling-Tick meiner Frau konnten wir gemeinsam frönen, als wir alle drei am Wendepunkt an den Pfosten eines Verkehrsschildes klopften.

Irgendwann auf dem vom Gegenwind gekennzeichneten Rückweg entzog sich meine Frau unserem den kühlen Temperaturen geschuldeten Tempo-Diktat und scheuchte mich energisch davon. Durch einen cleveren Trick (der geneigte Leser erinnert sich hier vielleicht an die Geschichte vom Hasen und dem Igel: „Ich bin schon da!“) schaffte sie es dennoch, früher als wir beiden – von ihr als „langbeinige Fliegengewichte“ bezeichnet (siehe hier) – zurück zur Jugendherberge.

Ich bin schon da!

Wie sagte doch gleich der Igel zum Hasen: Ich bin schon da!

Und dennoch vereinbarten meine Cousine und ich einen erneuten Lauf für den Sonntag Morgen. Zum Glück wussten wir ja nun, wo der Weg entlang ging. Zusätzlich hatte mein Schwager aus Tübingen eine sensationell helle Stirnlampe vom Fahrradfahren dabei, die er mir auslieh – wow, damit durch ein paar Nebelschwaden zu laufen…: Man kommt sich dabei vor wie im „Millenium Falcon“, wenn dieser auf Überlichtgeschwindigkeit beschleunigt. Also hängten wir noch einige weitere Kilometer am Ende an – der lange Umweg vom Vortag war ja nun weggefallen. Das Tempo war richtig gut, auf die Gesamtstrecke von 15,6 Kilometer liefen wir im Schnitt mit 5:27 Minuten pro Kilometer (das sind etwas mehr als 11,5 km/h). Schick, da freut man sich gleich wieder auf das nächste Familientreffen!

Kalt, aber schön!

Niedrige Außentemperaturen, hohes Tempo!

Laufstatistik 2016:
– 32 Läufe
– Kilometer gesamt: 456,15
– Laufzeit: 42 Stunden 54 Minuten

 

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Nebel am Morgen

Wie im letzten Blog-Eintrag angekündigt, ging ich es heute beim Laufen wesentlich ruhiger an. Das hatte mehrere Gründe: Einmal war der gestrige Tag lang (obwohl ich es in den Knochen nicht wirklich spürte), andererseits lag bei knapp unter 0 Grad der Nebel über der Landschaft und verwandelte die Asphalt-Wege in ziemlich hinterhältige Tests für den Gleichgewichtssinn und an einigen Stellen äußerst glatte Rutschpartien.

Nun gut, dachte ich mir, dem kann Abhilfe geschaffen werden! Und schon bog ich auf einen Feldweg ein. Dort war es nicht rutschig, dafür um so holpriger. Gleichermaßen wurde ich mit obigem Anblick einer gerade aufgegangenen Sonne durch dicke Nebelschleier belohnt. Ganz entgegen meiner üblichen Gewohnheiten blieb ich stehen und fotografierte diesen Anblick.

Ein paar Kilometer weiter lief ich an einem Feld entlang, da lichtete sich – auch wenn es vorerst nur für wenige Minuten war – der Nebel und ließ die strahlende Sonne durch. Auch dies musste fotografisch festgehalten werden:

Einen minimalen Nachteil hatte es ja schon: Die Kälte (knapp 2 Grad unter 0) entleerte gleich darauf meinen iPhone-Akku. Mit 91 Prozent war ich fünf Kilometer vorher gestartet, ab da unterstützte mich nur noch mein allzeit zuverlässiges FuelBand.

Beim Laufen erinnerte ich mich an eine ganz exquisite Stelle aus Alan Sillitoes Meisterwerk »The Loneliness of the Long Distance Runner«, mit der ich diesen Blog-Eintrag beschließen möchte. Wenn ich morgens schon einmal so allein durch die vernebelte Landschaft trabe, erinnere ich mich immer wieder an diese Passage:

Because when on a raw and frosty morning I get up at five o'clock and stand shivering my belly off on the stone floor and all the rest still have another hour to snooze before the bells go, I slink downstairs through all the corridors to the big outside door with a permit running-card in my fist, I feel like the first and last man on the world, both at once, if you can believe what I'm trying to say.

 

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