Volljährig

Heute ist es soweit: Meine Frau und ich sind seit genau 18 Jahren zusammen. Wie in jeder Beziehung gab es immer wieder mal besondere Höhen und besondere Tiefen, doch alles in allem überwogen die Höhen eindeutig.

Vorhin haben wir die Kinder kurz allein zuhause gelassen und sind für eine halbe Stunde durch die Abenddämmerung spaziert. Beim Reden waren wir uns wieder einmal einig darüber, dass wir viele Ansichten bzw. Einstellungen teilen – und dass wir stets nach vorne blicken. Die 18 Jahre, die bereits gemeinsam hinter uns liegen, sind mehrheitlich gute Jahre gewesen (2011 war nicht so das Jahr nach unserem Geschmack, dafür kamen danach die bislang besten…), mit Sicherheit folgen noch viele wundervolle Jahre, nein Jahrzehnte.

Seit nunmehr 18 Jahren zusammen – und es wird immer besser.
Seit nunmehr 18 Jahren zusammen – und es wird immer besser.

Daher fasse ich mich zum späten Abend ganz kurz: Danke für alles, beste Frau der Welt!

E-Bike – Erfahrungsberichte und eine (gar nicht so kleine) Vision

Seit August habe ich mein E-Bike, mittlerweile bin ich deutlich mehr als 600 Kilometer damit über die Ostalb gefahren – und es ist immer noch traumhaft angenehm. Jeder, der mich danach fragt, bekommt einen quasi euphorischen Zwischenbericht.

Mein E-Bike – hier in der Mitte einer kleinen Tour durch die Ostalb
Mein E-Bike – hier in der Mitte einer kleinen Tour durch die Ostalb

Interessante Reaktionen

Es war keine große Überraschung, dass ich von allen möglichen Seiten mit Kommentaren beworfen wurde. Die meisten davon waren fragender, fast schon zweifelnder Natur:

  • Der häufigste Kommentar (von Schülerseite) war tatsächlich: „Sie fahren/haben ein E-Bike?
  • Der zweithäufigste Kommentar von Schülern war: „Sie wollen mir das E-Bike doch sicher schenken, oder?“
  • Der dritthäufigste Kommentar machte sich eher indirekt am Fahrrad fest. Da das Fahrrad viel gekostet hat und ich einfach keine Lust habe, mich mit Vandalismus oder Diebstahl auseinanderzusetzen, parke ich es weder im Fahrradkeller noch vor der Schule sondern in meinem Unterrichtsraum (der liegt glücklicherweise im Erdgeschoss der Schule). Beim Hineinschieben in das Schulgebäude darf ich mir auch nach mehr als fünf Schulwochen noch anhören: „Dürfen Fahrräder hier überhaupt rein?“
  • Eine Schülerin rief bei meinem Anblick auf dem E-Bike mit entsetztem Tonfall aus: „Aber Sie sind doch noch jung!“ – Klar bin ich jung (gefühlt allemal), aber was hat das mit dem E-Bike zu tun?
  • Ein Kollege, der jeden Tag gut 15 Kilometer (einfach) zur Schule und später dann zurück radelt (alles nur mit Muskelkraft), fragte im (gefühlt) halben Kollegium herum, wem denn das „dicke E-Bike im Fahrradkeller“ gehöre, bis er endlich erfuhr, dass es meines ist.

Nachdem die erste Aufregung sich etwas gelegt hat, immerhin kam ich an den 25 ersten Schultagen des Schuljahres 24 Mal mit dem E-Bike zur Schule (einmal musste es zur ersten großen Überprüfung nach 400 gefahrenen Kilometern, das dauerte über Nacht), erwachte bei einigen Kollegen ein sehr positives Interesse. Plötzlich wurde ich zu Details befragt, dann ging es um meine Erfahrungen, allein der Anblick des Rads, das eben nicht aussieht wie „Modell Oma Jahrgang 1930“, verleitete eine Kollegin dazu, ihre bisherige Abneigung weitgehend abzulegen (sehr verständlich, denn auf so eine „Oma-Schaukel“ würde ich mich auch nicht freiwillig setzen).

Und dann fragte mich sogar der äußerst dynamische Sport-Kollege sehr interessiert nach meinen Erfahrungen, nach Anschaffungspreisen und dergleichen. Das fand ich sehr cool, denn viele zweifelnde Fragen deuteten auf einen (gefühlten) Widerspruch zwischen sportlicher Gesamterscheinung und der Benutzung eines E-Bikes hin. Dass nun der Sport-Kollege, an dessen Fitness überhaupt kein Zweifel bestehen kann, Interesse an dem E-Bike offenbart, zeigt mir, dass ich wohl unbeabsichtigt einige Denkprozesse im Kollegium ausgelöst habe.

Das finde ich gut, denn nach wie vor fahren unglaublich viele Menschen viel zu viele kurze Strecken unnötig mit dem Auto. Wie oft habe ich gesehen, dass Kollegen, die nur zwei oder drei Kilometer von der Schule entfernt wohnen, jeden Tag mit dem Auto anfahren. Im Winter, mit schwerem Gepäck (aber: Wann kommt das bei Lehrern dauerhaft vor?) oder bei wirklich schlechtem Wetter kann ich das ja als Ausnahme noch verstehen. Aber selbst zu Fuß sind zwei Kilometer doch in maximal zwanzig Minuten bequem zu schaffen. Mit dem Auto im morgendlichen Berufsverkehr wird die Strecke auch mindestens 10 Minuten benötigen. Und Spaß macht Stop-and-Go-Verkehr den wenigsten.

Vision

Mit meiner Frau habe ich mich in den vergangenen Monaten häufig über das Thema Mobilität ausgetauscht. Wir haben ein paar kleine Kopfrechnungen durchgeführt. Tatsächlich ist es mittlerweile unser erklärtes Ziel, nach dem Ableben unseres aktuellen Autos (Jahrgang 2010) kein neues mehr anzuschaffen. Dazu müsste das aktuelle Modell noch gut acht Jahre durchhalten, denn dann wäre selbst unser jüngstes Kind 14 Jahre alt – alt genug, um mit einem eigenen E-Bike komfortabel klarzukommen. Das würde uns Eltern von vielen Taxi-Diensten befreien, den Kindern ein gesundes Verhältnis zur Notwendigkeit mancher Fahrten verschaffen, viel Geld einsparen (dazu komme ich gleich noch) und die Umwelt schonen.

Auf das Auto sind wir im Moment nur für wenige konkrete Dinge angewiesen: Einkaufen, familiäre Besuche, Transporte schwerer Gegenstände und Fahrten zur Musikschule, zu weiter entfernten Proben/Konzerten etc. Alles weitere können wir schon jetzt mit den E-Bikes erledigen – unkompliziert und schnell. In Zukunft würden wir in den unumgänglichen Fällen ein Auto mieten, ansonsten könnten wir ohne Probleme komplett darauf verzichten.

Kostenfaktor Auto

Ich versprach, gleich noch einmal auf die Kosteneinsparung durch den Verzicht auf ein Auto zu sprechen zu kommen: Ein Auto ist sehr teuer, genau genommen verschlingt es Unmengen an Geld, doch diese muss ich ein wenig aufschlüsseln:

  • Anschaffungskosten: Unser Auto (Fiat Dobló) hat ziemlich genau 20.000 € gekostet. Bei einer zehnjährigen Nutzungszeit würde allein dies 2.000 € pro Jahr ausmachen, bei einer zwanzigjährigen immerhin noch 1.000 €.
  • Versicherung: Selbst mit allen möglichen Schadenfreiheitsrabatten kostet uns die Versicherung jedes Jahr etwa 280 €.
  • Steuer: 120 € pro Jahr.
  • Benzinkosten: Das hängt stark von der Fahrweise und dem Kilometeraufwand ab. Auf 100 Kilometer verbraucht der Fiat aktuell ca. 8,4 Liter Benzin (für einen Benziner gar nicht so schlecht, aber immerhin). Mittlerweile sind wir mit dem Auto 78.000 Kilometer gefahren. Das macht (780×8,4=) 6.552 Liter Benzin. Bei einem Literpreis von moderaten 1,20 € (und es waren ja auch schon deutlich mehr zwischenzeitlich) haben wir in den letzten sechs Jahren also 7.862,40 € für Benzin ausgegeben, pro Jahr also satte 1.310,4 €.
  • Reparaturen: Gut, die sind nie ganz kalkulierbar. Schätzungsweise nehmen sie aber mit Zunahme des Alters auch noch deutlich zu. Wenn man 400 € pro Jahr nur für Reparaturen ansetzt, ist man sicher recht moderat (wir hatten bislang schon deutlich mehr).
  • Wartungen und sonstiges: Die üblichen Kundendienste und Wartungen kosten ja auch Geld, selbst wenn gar nichts kaputt ist. Die TÜV-Plakette gibt’s nicht geschenkt. Unter 200 € pro Jahr kommt man einfach nicht weg.

So, ich zähle mal zusammen: Ich gehe von 20 Jahren Nutzung aus, das ist vielleicht etwas optimistisch, aber dann bekommt es eine ganz gute Langzeitperspektive:

20.000 € (Anschaffungskosten) + 5.600 € (Versicherung) + 2.400 € (Steuer) + 26.208 € (Benzinverbrauch) + 8.000 € (Reparaturen) + 4.000 € (Wartungen etc.)

Ergibt zusammen: 66.208 € – ein teurer Spaß. Und der Fiat Dobló gehört nun nicht gerade zu den prestigeträchtigen Fahrzeugen. Wäre das ein Audi oder Mercedes, dann müsste ich den Anschaffungspreis locker verdoppeln, wenn nicht gar verdreifachen.

Selbstverständlich kann es sein, dass bei einem teureren Auto die Reparaturkosten niedriger ausfallen. Dafür kostet die Wartung bei VW, Mercedes, Audi, BMW und anderen Marken deutlich mehr, wenn ich meinen Kollegen glaube (einer berichtete davon, dass auch beim Ölwechsel die Arbeitszeit in Meisterstunden berechnet würde – als ob je ein Meister in der Werkstatt noch das Öl wechseln würde…). Vermutlich gleicht sich das wieder aus – und auch 8.000 € Reparaturen gegen vielleicht nur 4.000 € aufzurechnen, wenn dafür der Anschaffungspreis des Autos um 15.000 oder 20.000 € höher liegt, erzeugt keine bessere Gesamtbilanz. Das Auto ist und bleibt ein wirklich sauteures Luxus-Vergnügen, dessen wahre Kosten nur selten auf den Tisch kommen, da sie sich meist über viele Jahre strecken und dadurch gut tarnen…

Die Vision wächst.

Letztlich ist unsere Vision doch gar nicht so klein, zumindest nicht hinsichtlich unserer eigenen Lebensgestaltung. Diese Vision umfasst eine Photovoltaik-Anlage auf unserem Hausdach. Wir benutzen zwar schon seit Jahren ausschließlich Energie von Naturstrom, der zu 100 Prozent aus erneuerbaren Energiequellen stammt, doch durch die Photovoltaik treiben wir in unserem kleinen Rahmen die Dezentralisierung der Energieversorgung voran – das vermutlich wichtigste Element einer nachhaltigen Neuausrichtung dieser gesellschaftlichen Herausforderung. Noch dazu wäre dann nach einer vermutlich üppigen Anfangsinvestition ein Großteil der verbrauchten Energie ab diesem Zeitpunkt selbst erzeugt, wodurch die alltägliche finanzielle Belastung sinken würde. Auf Dauer sicher keine schlechte Entscheidung.

Angeblich soll zum Jahresende ein neuer Standard für Photovoltaik-Anlagen verabschiedet werden, der eine bessere Vergleichbarkeit zwischen den einzelnen Herstellern gewährleistet. Sobald sich da etwas Klarheit abzeichnet, wird unser Projekt Stück für Stück in die Wege geleitet und umgesetzt. Ich kann es kaum noch erwarten.

Gut, jetzt habe ich das Thema einigermaßen weit aufgerissen. Doch es ist mir wichtig, also schreibe ich darüber. Vielleicht bewege ich ja den einen oder anderen tatsächlich dazu, auch einmal etwas nachzudenken. Jede kleine Veränderung, die im Alltag Fuß fassen und sich in einer veränderten Gewohnheit niederlegen kann, hilft.

Solera im E-Bike-Fieber

Bis vor kurzem war ein E-Bike für mich zwar nicht wirklich ein „rotes Tuch“, aber mental schon irgendwie ein Gerät für eher unsportliche, vielleicht sogar „faule“ Menschen, auf jeden Fall nichts für mich, den sportlichen Solera, der es schafft, sich aus eigener Muskelkraft den Berg hinaufzuarbeiten.

Meine Frau dagegen interessierte sich bereits seit mindestens anderthalb Jahren für ein E-Bike, da es ihr nicht gefiel, den Weg zur Arbeit und/oder zurück nach Hause nicht bewerkstelligen zu können, ohne nassgeschwitzt heimzukommen. Mir ging es ja nicht anders, ich nahm das halt immer in Kauf – auch wenn ich zugeben muss, dass es immer wieder Tage gab, an denen ich mir dessen sehr deutlich bewusst war, dass ich nach dem Heimradeln (ca. 4,5 km, mindestens 3,5 davon bergan) mein T-Shirt wechseln müsste. Und das eine oder andere Mal siegte dann auch einfach die Bequemlichkeit, das Fahrrad blieb zuhause.

Dann zog ich mir im Juni noch die lästige Adduktoren-Zerrung zu, die das Laufen erschwerte und – wenig erstaunlich – auch beim Fahrradfahren für einige Schmerzen sorgte. Selbst bergab fühlte ich beim Treten ein starkes Ziehen in der rechten Hüfte. Bäh!

Um auf den Punkt zu kommen: Anfang der Sommerferien gingen wir in der Absicht, ein schönes E-Bike für meine Frau zu kaufen, das auch ich gelegentlich nutzen könnte. Wir ließen uns gut beraten, denn bis dahin hatte keiner von uns auch nur einen Meter auf einem E-Bike zurückgelegt. Nach etwa 20 Minuten Erläuterungen, Fragen und Antworten und Erfahrungsaustausch ging es ans Ausprobieren.

Und da packte es mich. Aber derart… Binnen einer Minute stand fest: Ich möchte, nein, will, nein: brauche so ein Teil für mich! Am besten sofort! Also verließen wir tatsächlich eine gute Stunde später den Laden um ein paar Tausender leichter in der (virtuellen) Tasche.

Zwei Tage später holten wir die Fahrräder ab, die Lichtanlage (wir müssen ja nun morgens den ganzen Winter über in ziemlicher Dunkelheit starten) ist bestellt und wird Anfang September montiert. Dann musste noch eine Versicherung sowie ein entsprechend heftiges Schloss her.

Seither bin ich aber so ziemlich jeden Tag, den wir daheim waren, irgendwann einmal mit dem Rad aufgebrochen, um die Umgebung unsicher zu machen. Und nun mal ganz ehrlich: Dieses E-Bike sieht auch wirklich rattenscharf aus, da macht das Fahren schon allein des Ausführens eines solch heißen Ofens wegen Spaß! Oder?

Mein E-Bike, bequemer kam ich auf zwei Rädern noch nie einen Berg hinauf!
Mein E-Bike, bequemer kam ich auf zwei Rädern noch nie einen Berg hinauf!
Noch fehlt die Lichtanlage, aber in den Ferien muss ich ja noch nicht in der Dunkelheit starten.
Noch fehlt die Lichtanlage, aber in den Ferien muss ich ja noch nicht in der Dunkelheit starten.

Die Bilder entstanden im Innenhof der Kapfenburg. Normalerweise wäre ich da nicht freiwillig mit dem Fahrrad hingefahren, denn die Höhenmeter, die bis dahin zu überwinden sind, summieren sich ganz ordentlich. So aber schalte ich als elendig fauler Mensch einfach in den Climb-Modus, dann muss ich nur die Pedale leicht treten (in einem bequemen Gang), den Rest erledigt der Motor.

Gerade für die vielen kleinen Erledigungen in der Innenstadt (in meinem Fall eben etwa 4 bis 4,5 Kilometer von daheim entfernt) ist das E-Bike das ideale Fortbewegungsmittel. Bergab fahre ich genauso schnell wie das Auto (ich warte immer noch auf den Tag, an dem ich an unserer festinstallierten Blitzanlage mal fotografiert werde), die 50 km/h knacke ich bergab locker (hmmm, waren es vielleicht doch zu viele Gummibärchen?). Bergauf fahre ich zwischen 20 und 30 km/h, je nach Energie, die ich in die Treterei investiere. Den Mangel an Geschwindigkeit hier mache ich aber durch die einfachere Routenwahl wett. Auf einigen Strecken bin ich mit dem E-Bike sicher deutlich schneller als mit dem Auto, vor allem im Berufsverkehr.

Heute habe ich die 100 Kilometer-Marke auf dem E-Bike geknackt, überwiegend mit kleinen Besorgungsfahrten angesammelt. Jede einzelne ein Genuss. Für mich hat sich die Investition bereits gelohnt, wenn in ein paar Wochen die Schule wieder startet, bin ich hinsichtlich der Mobilität perfekt ausgestattet. Yay!

52 Wochen – Teil 26 („Heiligenschein“)

Letzte Woche war unser 14. Hochzeitstag (hmmmm, noch so ein Indiz für das voranschreitende Alter…). Für zweieinhalb Tage konnten wir die Kinder bei meiner Mutter abstellen und uns in ein Wellness-Hotel in der Rhön zurückziehen. Luxus pur!

Direkt am Hochzeitstag wanderten wir über die nahegelegenen Wasserkuppe und bis ins Rote Moor hinein (insgesamt ca. 17-18 Kilometer), den Nachmittag verbrachten wir im Schwimmbad und der Sauna des Hotels, morgens und abends gab es ein derart reichliches und exquisites Buffet, dass wir das Mittagessen einfach ausließen. Und nach dem Abendessen lungerten wir noch einmal bis nach 22:00 h im angenehm warmen Wasser der Pool-Bar herum (Multicolorina dilettiert hatte einen Touch Down, ich einen Mojito), danach gab es noch einen sehr lustigen Film auf dem iPad (Rezension folgt), kurz nach Mitternacht müssen wir beide dann eingeschlafen sein.

Zum Selfie des heutigen Tages: Bei der Wanderung über die Wasserkuppe kamen wir natürlich auch am Radom vorbei. Und irgendwie war ich – vielleicht dank der erhabenen Position, in der wir uns befanden (immerhin fast 1.000 Meter über NHN) – so vermessen, mir einen Heiligenschein zu verpassen…:

Solera mit Heiligenschein – dafür leicht geblendet von der Schönheit seiner Frau...
Solera mit Heiligenschein – dafür leicht geblendet von der Schönheit seiner Frau…

(Kamera: iPhone SE (Frontkamera), Bearbeitung mit Pixelmator: Magnetische Auswahl, Farbanpassung)

Zur Aktion „52 Wochen“

Seit nunmehr 26 Wochen – Heute ist exakt die Halbzeit! – läuft Zeilenendes Foto-Aktion „52 Wochen“, an der ich teilnehme (hier findet man alle meine Beiträge). Ziel ist es, jeden Sonntag ein neues Selfie oder Portrait einzustellen, wenn man lustig ist, kann man ihm auch ein bestimmtes Motto verpassen – das liegt mir besonders, daher gab es bislang eigentlich ausschließlich Fotos mit einem bestimmten Motto. Die üblichen und allesamt sehenswerten Teilnehmer sind:

Spontan

Meine Frau überlegt seit mindestens anderthalb Jahren, ob sie sich ein E-Bike zulegen soll. In den letzten Wochen beschlossen wir gemeinsam, dass das sicher eine ganz hervorragende Lösung wäre. Gestern waren wir nun im örtlichen Rad & Tat (hier), um uns beraten zu lassen und einen Einblick in die komplexe Materie zu erhalten.

Nach ein paar Minuten der Einführung waren wir ohnehin schon ganz heiß, dann durften wir testfahren. Und damit war es um mich geschehen. Morgen holen wir nun zwei E-Bikes ab… Dann folgen auch noch einige schöne Bilder!

Kümmerlich nährt sich das Eichhörnchen

Seit letztem Freitag laufe ich wieder (ich berichtete), doch so ganz ist der frühere Zustand noch nicht wiederhergestellt. Insgesamt laufe ich sehr langsam, um nicht noch durch eine einzelne schnelle Bewegung einen neuen Schaden anzurichten. Bei jedem einzelnen Schritt muss ich außerdem sehr auf meine Haltung achten, denn sobald ich meinem Becken und unteren Rücken erlaube, in ein Hohlkreuz zu gehen, handle ich mir Schmerzen ein. Daher bin ich nun sehr aufrecht und sehr langsam unterwegs – ich selbst sehe mich nicht, es wirkt aber aller Wahrscheinlichkeit nach etwas erheiternd.

Und just dabei kommt es vor, dass meine jugendlich-sportliche Frau voller Elan an mir vorbeizieht, dass es wirkt, als stünde ich wie ein Möbelstück in der Gegend herum. Immerhin schoss sie heute früh gleich noch ein schmeichelhaftes Foto von mir – dann darf sie mich auch gerne jederzeit wieder überholen…

Hinterrücks von der Frau „geschossen“...
Hinterrücks von der Frau „geschossen“…

Ganz nebenbei bemerkt: So ein Lauf durch die frische Morgenluft ist schon sehr fein, ich vermisse mein Laufband gerade keine Sekunde…

Die Timothy Ferriss-Diät

Am Sonntag vor einer Woche begann ich eine Diät. In den Wochen/Monaten davor hatte ich nach und nach ein wenig mehr Speck angesetzt, als mir ins Konzept passt. Statt meiner üblichen 64-65 kg Gesamtgewicht zeigte die Waage am Sonntag Morgen allen Ernstes 66,9 kg. Das war so nicht hinzunehmen, denn bereits bei 66,0 schrillen eigentlich alle Warnglocken.

Mit meinen 178 Zentimetern stellen 66 kg noch kein ernstzunehmendes Problem dar (selbst 70 kg wären ja noch kein Problem), ich wog allerdings vor ein paar Jahren mal etwa 90 kg. Dorthin möchte ich auf keinen Fall zurück, weswegen mir ein rechtzeitiges Gegensteuern immer ratsam erscheint.

Timothy Ferriss: „Der 4-Stunden Körper“ – etwas extrem, aber effektiv
Timothy Ferriss: „Der 4-Stunden Körper“ – etwas extrem, aber effektiv

Inspiriert durch einen Tweet von Bastian Wölfle (siehe hier), der auf ein Interview verlinkte, hatte ich mir im iBooks Store bereits das Buch „Der 4 Stunden Körper“ von Timothy Ferris besorgt und ein Stück gelesen. Gerade am Sonntag vor einer Woche zog ich mir beim Gehen auf dem Laufband (das ist vielleicht eine einschläfernde Tätigkeit, aber meine Zerrung ließ leider keinen Lauf zu) einige weitere Kapitel rein, fand vieles, was ich gut umsetzen konnte – und begann sofort mit der Diät.

Der Einstieg war so spontan, dass ich gleich einmal meine Frau verärgerte, denn plötzlich passte der zwei Tage vorher gemeinsam für die anstehende Woche gewählte Speiseplan nicht mehr zu dem, was ich essen durfte, wollte ich die Diät sinnvoll durchziehen. Dumm das! Doch weil sie nun einmal die beste Frau der Welt ist, legte sich der Ärger schnell und sie unterstützte mich. Das Ende der Diät stand auch sofort fest: Freitag. Beim Abiball wollte ich am Buffett nehmen, wonach mir der Sinn stand. Dazu gehören in Schwaben fast immer Spätzle und diverse andere leckere Beilagen, die sich unmöglich mit der Diät vereinbaren ließen. Gerade der kurze Zeitrahmen ließ mich voller Zuversicht an das Experiment herangehen.

Gleich vorweg: Ich habe mich an manche Elemente aus der Ferriss-Diät nicht gehalten, denn er predigt einen gezielten Einsatz von Medikamenten, die den Stoffwechsel beeinflussen, um die über die Nahrung aufgenommenen Stoffe davon abzuhalten, in Fettdepots gespeichert zu werden. Mit so etwas kann ich überhaupt nichts anfangen, noch dazu geht es um irgendwelche Substanzen, deren komplettes Wirkspektrum noch gar nicht erforscht ist (diesen Teil des Kapitels habe ich dann gleich in hohem Tempo überflogen, denn vom ersten Satz an war mir klar, dass es für mich nicht in Frage kommt).

Und noch eins vorweg: Selbst im angepassten Zustand funktioniert die Diät außerordentlich gut, denn ich habe innerhalb von fünf Tagen 3,1 kg Körpergewicht eingebüßt und mein Körperfett um etwas mehr als ein Prozent gesenkt. Gar nicht so schlecht.

Was habe ich dafür getan? Es gibt ein paar ganz einfache Grundregeln in dieser Diät, an die ich mich auch sehr streng gehalten habe:

  • Keine Getreideprodukte, kein Reis, keine Kartoffeln, keine Pasta etc.
  • Kein Zucker, auch keine Fructose (also keinerlei Obst, was mir schon etwas schwerfiel)
  • Keine Milchprodukte
  • Möglichst wenig Light-Getränke (das war die Hölle für mich, der ich sonst 1,5 Liter Cola Light am Tag trinke), da der Süßstoff Aspartam wohl dafür sorgt, dass leichter Fettdepots gebildet werden. Maximal 500 ml sind pro Tag erlaubt – und die habe ich bis zum letzten Tropfen ausgekostet…
  • Viele Hülsenfrüchte (Bohnen, Linsen, Erbsen, Mais etc.) essen, da sie gut sättigen und auch über längere Zeit füllen.
  • Gemüse darf in rauen Mengen verzehrt werden, gerne bis zur vollständigen Sättigung.
  • Nüsse können zur Überbrückung in Maßen eingesetzt werden.
  • Die erste Mahlzeit des Tages innerhalb von 30 Minuten nach dem Aufstehen, um den Stoffwechsel in Gang zu bringen.
  • Viel Wasser trinken (deshalb habe ich mir ja überhaupt diese dämlichen Trink-Apps auf dem iPhone installiert – zumindest für ein paar Tage).
  • Nicht zu viel Sport treiben, weil der Körper sonst mehr Wasser einlagert und das Hungergefühl stärker wird, was dann wieder für Heißhungerattacken sorgen kann. Gut, in der Hinsicht fiel es mir in der Woche leicht, denn ich war ja lahmgelegt.

Das waren im Grunde die wichtigsten Regeln, wer es genauer wissen möchte, muss im Buch nachlesen, denn da wird das auf etlichen Seiten genau ausgeführt und begründet. Am Montag kaufte ich einen Korb voller Konserven: Chili-Bohnen, Linsen, Baked Beans, Erbsen etc. Und ab da gab es bei jeder Mahlzeit etwas davon – oder eine Mischung. Oft peppte ich das Essen mit Zwiebeln, Frühlingszwiebeln, Paprika, Fenchel oder anderem Gemüse auf. Für eine Woche war das völlig ok, noch nicht einmal eintönig.

Überraschend angenehm war das Essen morgens um 5:00 h. Nach dem frühen Aufstehen briet ich mir ein oder zwei Eier, dazu gab es Baked Beans. Normalerweise würde ich nur selten so mächtig in den Tag starten, aber es war sehr spannend, das lang anhaltende Sättigungsgefühl zu erleben. Denn tatsächlich war bis weit in den Mittag hinein noch kein besonders starkes Hungergefühl zu bemerken. Gerade wenn man dann noch viel trinkt, ist die Gefahr sehr gering, immer wieder zwischendurch etwas zu essen.

Am schlimmsten war für mich der Verzicht auf Pasta, denn die könnte ich dauernd in unterschiedlichsten Variationen essen. Aber für eine einzige Woche nahm ich diesen Verzicht in Kauf.

Als großes Fazit kann ich festhalten, dass diese Diät funktioniert, für mich auf Dauer aber undenkbar ist. Allerdings kann ich sie ja immer wieder für ein paar Tage herausholen, wenn ich mit meiner Gewichtsentwicklung nicht zufrieden bin. Durch die vielen möglichen Gemüse-Kombinationen kommt da auch nicht so schnell Langeweile auf.

Wer sich für das Konzept im Detail interessiert und die weiteren Aspekte des Buchs, das übrigens in einem weitgehend angenehmen Tonfall geschrieben ist, dem kann ich die paar Euro durchaus empfehlen. Bei iBooks waren es 11,99 €, im Buchhandel oder bei Amazon wird es sicherlich nicht deutlich mehr kosten.

So, zum Ausgleich gab es heute erst einmal leckere Pfannkuchen zum Mittagessen. Ein wahres Fest!

Pfannkuchen in vielerlei Variation: Käse, Pilze, Ahornsirup, Bionella, Marmelade etc. – ein Genuss!
Pfannkuchen in vielerlei Variation: Käse, Pilze, Ahornsirup, Bionella, Marmelade etc. – ein Genuss!

Gesehen: „Jurassic World“

Vorgestern entdeckte ich bei iTunes ein Angebot: „Jurassic World“ in HD für 6,99 € – ganz spontan schlug ich zu und lud den Film. Immerhin sehen meine Frau und ich uns gerne von Zeit zu Zeit einen der drei Vorgänger zur abendlichen Entspannung an.

Das Jurassic World-Poster
Das Jurassic World-Poster

Noch am gleichen Abend überraschte ich dann meine Frau mit diesem vierten Teil, der lose an die Vorgeschichte anknüpft, aber bis auf die Übernahme des Charakters Henry Wu (der leitende Wissenschaftler) und die Nennung des Namens von John Hammond keine direkten Bezüge zu den vorherigen Handlungssträngen mehr aufweist.

Story vs. Effekte

Nein, über die Handlung schreibe ich lieber nichts, denn sie ist derart sinnfrei, wie sie eben nur bei einem Action-Film mit ordentlich Computer-Effekten sein kann. Oft nervt mich so eine grundlegende Schwäche, in diesem Fall jedoch war mir die grundlegende Trivialität der Handlung mitsamt ihrer nicht geringen Menge an Logik-Fehlern vollkommen egal.

Statt einer interessanten Handlung wird dem Zuschauer am Anfang eine Ausgangssituation präsentiert, die kaum klischeehafter sein könnte: Zwei Brüder, einer ungefähr acht bis zehn Jahre alt, der andere grob drei bis fünf Jahre älter, werden von den Eltern, die kurz vor der Scheidung stehen, über ein Wochenende zu ihrer Tante „abgeschoben“, die die Hauptverantwortung für die Leitung des Freizeitparks „Jurassic World“ trägt. Natürlich ist die Tante schwer im Stress, weil gerade wieder einiges nicht nach Plan verläuft, also werden die Jungs ihrerseits wieder mit einer niederen Betreuerin abgestellt und auf eine Tour durch den Park geschickt.

Wie es bei einem solchen Action-/Science Fiction-/Katastrophen-Film nicht anders sein kann, laufen aber im Hintergrund gerade gefährliche Experimente auf der gleichen Insel, auf der sich am Tag der Handlung etwa 22.000 Touristen aufhalten. (Wie realistisch…). Eines dieser Experimente ist der Versuch, die gefährlichen Velociraptoren abzurichten und an ein menschliches Alpha-Tier zu gewöhnen (man hätte ja auch echte Löwen oder Tiger hernehmen können…). Das andere Experiment ist die bereits erfolgte Züchtung eines Super-Predators, der natürlich so überaus intelligent ist, sofort einen erfolgreichen Fluchtversuch hinzulegen. Und dann ist da noch ein Typ vom Militär, der eigentlich alle diese Viecher am liebsten als biologische Allzweckwaffe nutzen möchte…

Ab da geht es – in bester Jurassic Park-Tradition – nur noch ums blanke Überleben. Klar, wenn man mit dem Rücken zur Wand steht, dann holt man schon mal einen T-Rex aus seinem Gehege, um ihn einem anderen Monster-Dino auf den Hals zu hetzen. Im ersten Teil hatten wir zwar noch erfahren, dass ein T-Rex locker eine Renngeschwindigkeit von 50 Stundenkilometern erreicht, doch in „Jurassic World“ kann man auch als zierliche Dame mit Stöckelschuhen noch locker vor dem Tier durch ein gutes Stück des Parks rennen. Hüstel!

Hmmmm, jetzt habe ich ja doch etwas über die Handlung geschrieben. Egal, entscheidend ist, dass der Film trotz aller Logik-Fehler gut und gerne zwei Stunden Unterhaltung bietet. Die Computer-Effekte sind exzellent, hier und da gibt es sogar etwas zu lachen – die Moral-Frage („Dürfen bzw. sollen Wissenschaftler so etwas tun, nur weil sie es können?“) wird natürlich einmal gestellt, aber – vermutlich in der Befürchtung, das klassische Blockbuster-Publikum zu verschrecken – auch gleich wieder (selbstverständlich unbeantwortet) beiseite gelegt.

Fazit:

Wer auf eine sinnvolle und logische Handlung zugunsten eines spannenden und optisch sehr ansprechenden Action-Spektakels verzichten kann, macht bei „Jurassic World“ sicher nichts falsch. Bei mir ist der Film innerlich schon in die Kategorie „hohl, aber unterhaltsam“ einsortiert worden – perfekte Filme, um sie zur abendlichen Hirnabschaltung einzusetzen. Und auch dafür braucht man immer wieder neues Futter.

52 Wochen – Teil 13 („Junker Solera auf der Wartburg“)

Die vergangenen drei Tage weilte ich mit meiner Familie in Sömmerda, ganz in der Nähe von Erfurt. Ein alter Schulfreund ist arbeitsbedingt im letzten Sommer dorthin gezogen, nun wollten wir mal sehen, wie es ihm und seiner Familie dort geht.

Wenn man aber schon 340 Kilometer einfache Strecke auf sich nimmt, hängt man nach Möglichkeit gleich noch ein paar kulturelle Exkursionen an. Und so kam es, dass wir als Lehrer und somit KvD (Kulturvermittler vom Dienst) am vorgestrigen Freitag der Wartburg und dem Bachhaus in Eisenach einen Besuch abstatteten.

Beide sind touristisch voll erschlossen – und das meine ich positiv, denn es war hervorragend organisiert. Auch die Führung durch die Wartburg war so gemacht, dass wir mit drei Kindern (6-10 Jahre alt) ohne größere Drängeleien und Nörgeleien durchkamen.

In diesem Kontext entstand das Foto für meinen heutigen Beitrag zu Zeilenendes immer noch (mal sehen, wann sich das ändert) wundervoller Foto-Aktion „52 Wochen“ (hier sein heutiger Beitrag, hier alle seine Beiträge, hier alle von mir unter dieser Rubrik veröffentlichten): Ich als „Junker Solera“, der sich auf der Wartburg vor der Kirchen- und Reichsacht versteckt, um dort in Ruhe ein Buch zu übersetzen (das Neue Testament muss es jetzt nicht sein, auch Griechisch liegt mir nicht so ganz…):

Wartburg-Selfie.jpg
Solera versteckt sich als Junker Solera auf der Wartburg – aber in Begleitung seiner schönen Frau, sonst wäre der Zustand unerträglich!

Wie das Bild verrät, kann ich mich mit einem zölibatären Dasein nicht einverstanden zeigen, meine Tonsur ist eher Tarnung als Berufung – daher nahm ich kurzerhand meine hübsche Frau zu mir aufs Selfie, ohne sie gehe ich schließlich fast nirgendwo hin.

Macht euch einen schönen Sonntag, ich bin gerade noch etwas erschlagen von einigen Stunden Probe in der Big Band. Viel mehr bringe ich heute nicht zustande.