Archiv der Kategorie: Mac

Es tut sich was

Die iCloud – endlich spürbar zuverlässiger!

Die iCloud – endlich spürbar zuverlässiger!

Im Lauf der letzten Monate habe ich mehrere Blogeinträge verfasst, die meine Unzufriedenheit mit einigen Apple-Produkten bzw. -Services zum Ausdruck brachte (siehe hier und hier). Inzwischen haben sich ein paar Dinge in die – aus meiner Sicht – positive Richtung verändert, was mich natürlich sehr erfreut – damit ist auch mein Zwei-Jahres-Ultimatum schon hinfällig, denn damit sind sehr wichtige Aspekte, die mich täglich betreffen, endlich so gelöst, dass ich gut damit klarkomme.

Einer meiner damaligen Kritikpunkte war die Unzuverlässigkeit der iCloud. Leider kann ich noch nicht behaupten, dass das ganz und gar „Schnee von gestern“ ist, aber die Verzögerungen bei der Synchronisation sind spürbar zurückgegangen – in den letzten acht bis zehn Wochen hatte ich allerhöchstens ein bis zwei Fälle, in denen es etwas dauerte, bis die Datei auf allen Geräten auf den gleichen Stand gebracht worden ist. Meistens habe ich einfach über Nacht abgewartet und am nächsten Morgen war alles in Ordnung.

Tatsächlich scheint auch eines der früheren Apple-Versprechen endlich relativ zuverlässig eingelöst zu sein: Die Hintergrund-Aktualisierung von Dateien, die über die iCloud synchronisiert werden. Ein Beispiel aus meinem Arbeitsalltag: Ich ändere auf dem iPad eine Datei, möglicherweise eine Notenliste, in Numbers, der Tabellenkalkulations-App von Apple. Früher musste ich Numbers auch auf dem iPhone manuell öffnen, um das Programm dort dazu zu bewegen, die Daten auf den aktuellsten Stand zu bringen. Gleiches galt natürlich für auf dem iMac geänderte Daten, die dann erst beim Öffnen der App auf dem iPad frisch synchronisiert wurden. Soweit der Stand vor ein paar Monaten.

Nun aber kann ich eine Datei auf dem iPhone ändern und am nächsten Morgen – ohne die App dazwischen geöffnet zu haben – den aktuellsten Stand auf dem iPad sehen (dann in der Schule ohne W-LAN). Vor dem Ausbau dieser Hintergrund-Aktualisierung (die es angeblich ja schon länger gibt, hüstel…) hätte ich entweder morgens die Numbers-App im iPad daheim geöffnet und abgewartet, bis alles korrekt synchronisiert ist. Oder aber ich hätte es daheim vergessen und mich dann in der Schule erst so richtig geärgert, um dann mein iPhone als mobilen Hotspot mit dem iPad koppeln müssen, damit die aktuellen Daten geladen werden können. Hier hat sich also ganz eindeutig etwas zum Besseren verändert.

Ein anderer von mir geäußerter Wunsch war es, dass die über iTunes gekauften Hörbücher auch über die iCloud verwaltet werden können, so wie es bei der Musik mit der iCloud Mediathek funktioniert. Und tatsächlich wurde das eingeführt. Nun kann auch meine Frau die von mir gekauften Hörbücher ohne Umweg über meinen iMac direkt aus der Cloud laden. Das ist sehr bequem. Wiederum eine eindeutige Verbesserung.

Klar, hier und da gibt es auch noch Dinge, die mich weiterhin stören. Aber die Mehrzahl der Dinge, die ich täglich einsetze, funktioniert seit Wochen zuverlässig. Und das ist ein sehr beruhigendes Gefühl. Danke!

Getaggt mit , , , , , , , ,

Apple Music nach ein paar Wochen

Es wird im Internet ja viel gelästert über Apple Music. Wenn man sich das so im Einzelnen durchliest, müsste man glatt davon ausgehen, dass bei diesem Streaming-Dienst nichts, aber auch gar nichts funktioniert, dass alles Mist ist, der von unfähigen Gestalten zusammengemurkst wurde etc.

Ich weiß ja nicht, was für exorbitante Erwartungen manche Leute haben, aber bei mir funktioniert Apple Music ziemlich gut, wenn nicht gar exzellent. Um das zu begreifen, muss ich vielleicht meine Art der Nutzung erläutern, denn womöglich bin ich ein gänzlich atypischer Nutzer: Wenn ich zufälligerweise auf ein neues Stück, eine neue Band oder ein interessantes Album gestoßen werde, weiteres Material von einem mir lieb gewordenen Musiker (oder einer Band) suche oder aber einen Film gesehen habe, dessen Soundtrack mich interessiert, dann wechsle ich auf dem iPad in die Musik-App (oder auf dem iMac in iTunes) und gebe den entsprechenden Suchbegriff ein – bislang wurde ich kein einziges Mal enttäuscht. Alles kam schnell und ließ sich abspielen. Wie ich vor ein paar Wochen bei meinem ersten Artikel anmerkte, sind mir andere Streaming-Dienste gänzlich unvertraut. Vermutlich funktionieren die auch gut, aber wenn es eine Lösung von Apple gibt, die dann auch nahtlos auf allen meinen Geräten funktioniert, dann werde ich mich fast immer für diese entscheiden.

Es gibt — natürlich — noch ein paar Ecken und Kanten, z.B. beim Erstellen von Wiedergabelisten, denn neu hinzugefügte Titel tauchen bei mir manchmal erst mit Zeitverzug, seltener auch gar nicht, auf. Aber das sind vermutlich die so oft genannten Kinderkrankheiten.

Beispiele für meine häufigsten Anwendungen

Ein paar Beispiele für meine Nutzung in den letzten Tagen möchte ich anfügen, denn die illustrieren, warum mir Apple Music Spaß macht.

Twitter-Tipp: Titus Andronicus

Vorgestern empfahl einer der Twitterer, denen ich folge, die Band Titus Andronicus (ja, es ist der Titel eines äußerst blutrünstigen Dramas von William Shakespeare) bzw. deren Album „The Most Lamentable Comedy“ (noch eine Anspielung auf Shakespeare, es handelt sich — ich weiß das nur, weil es meine Lieblingskomödie ist — um ein Zitat aus „Ein Sommernachtstraum“).

Titus Andronicus

@gallenbitter empfiehlt: Titus Andronicus „The Most Lamentable Comedy“

Nun bin ich ein relativ spontaner Mensch, zumindest was Einkäufe im iTunes Store angeht (zum Glück sind die Beträge dort ja auch überschaubar). Aber in diesem Fall hätte ich mir das Album nach einem kurzen Reinhören nicht zwingend gekauft. Mit Apple Music konnte ich es aber beim morgendlichen Seilspringen einmal komplett durchhören. Ein kurzer Höreindruck hätte mir diese eigenwillige und dadurch faszinierend schöne Musik kaum so nahe bringen können. Das Schöne an Apple Music ist, dass ich mir das Album noch etliche Male anhören kann. Und ebenso alle anderen der Band. Und viele weitere. Ohne extra dafür bezahlen zu müssen. Schick.

Fritz Kalkbrenner: „Back Home“

Fritz Kalkbrenner war mir bislang absolut kein Begriff. Die Musikwelt ist schon seit etlichen Jahren auf ein derart unübersichtliches Ausmaß angewachsen, dass ich schlicht nicht jeden Künstler kennen kann, nicht einmal jeden, der „etwas taugt“

Zurück zu Fritz Kalkbrenner: Heute hat Arabella in ihrem „Das Lied zum Tag“-Eintrag das sensationell genussvoll anzusehende Video-Clip von „Back Home“ verlinkt. Ich sah es, holte meine Frau an den Rechner, sie sah es, wir beide genossen es.

Fritz Kalkbrenner

Fritz Kalkbrenner: „Back Home“ — sehr entspannend!

Danach suchte ich nach dem Titel in Apple Music, fand ihn und lud ihn herunter (und fügte ihn meiner Playlist mit Lieblingssongs hinzu). Und weil der Song so schön war, durfte das restliche Album gleich folgen (aber noch nicht in meine Playlist).

Fazit

Es wird immer Leute geben, die an allem etwas auszusetzen haben. Und es wird immer Leute geben, die an Apple etwas auszusetzen haben. Auch ich habe hier und da meine Probleme mit dem Laden, und ich habe keine Scheu, diesen Ärger dann auch zu formulieren. Aber: Für mich funktioniert Apple Music gut. Der Preis, den ich ab Ende September monatlich zu zahlen habe (knapp 10 €) entspricht dem früheren Kauf eines einzigen Albums — nun kann ich unbegrenzt hören und zwischenspeichern. Für mich als Musiklehrer und -liebhaber ein absoluter Gewinn.

Wie sehen eure Erfahrungen mit Apple Music aus? Eher positiv, eher negativ, völlig neutral, noch gar nicht ausprobiert, wird auch nie getestet…? Der Kommentarbereich wartet schon.

 

Getaggt mit , , , , , , , , , , ,

NotateMe und der Stylus

Unten die Handschrift, oben das konvertierte Ergebnis

Unten die Handschrift, oben das konvertierte Ergebnis — nicht schlecht!

Vor ein paar Wochen habe ich ja schon einmal berichtet, dass ich mir zwei Stylus-Modelle für mein iPad zugelegt habe. In den letzten Tagen hatte ich mehrere Stunden lang genug Zeit, die Anwendung eines dieser Geräte in einer Musik-App namens NotateMe auszuprobieren. Und ich habe dabei so einiges gelernt – über mich, über den Stylus und über die App.

Was ist „NotateMe“?

NotateMe ist eine Software, die die per Hand notierten Noten und einige spezielle musikalische Zeichen erkennt und in eine genormte Notenschrift („Notensatz“) überführt. Auf meinem iMac benutze ich Sibelius, an das ich mich bereits im Studium gewöhnt habe. Aber unterwegs habe ich das iPad, von Sibelius gibt es keine iOS-Version, daher muss ich mir anders behelfen. NotateMe füllt diese Lücke zwar nicht ganz, aber zumindest in Teilen aus.

Unterschied zwischen Fingern und Stylus

Mit den Fingern habe ich schon etliche Male mit der App gearbeitet, doch die Ergebnisse waren bestenfalls mittelmäßig. Entweder sind meine Finger etwas zu dick (das wäre aber ganz schlecht, denn ich kenne noch etliche Menschen mit kräftigeren Fingern) oder die Eingabe bedarf schlichtweg einer höheren Präzision.

Und um eine sonst ellenlange Geschichte kurz zu machen: Mit dem Stylus geht es gut. Noch immer nicht perfekt, aber deutlich besser als mit meinen Fingern.

Am meisten beeindruckte mich die Geschwindigkeit der Eingabe. Mit den Fingern war das eine recht mühsame Sache, da die Fingerspitze den Eingabebereich auf dem Bildschirm während des Notierens verdeckt. Gerade bei einer Notationsweise, die ganz exakter Platzierung bedarf (der Notenkopf darf nur genau die Notenlinie kreuzen oder muss zwischen zwei Notenlinien liegen – aber nicht beides zugleich), waren die Finger dem Auge soweit im Weg, dass die Ergebnisse prinzipiell darunter leiden mussten. Das ist mit dem Stylus definitiv viel besser geworden (aber auch noch nicht ganz perfekt).

Zeitvergleich

Ich habe bei dem einen Stück insgesamt 62 Takte inklusive vieler Bindebögen, etlicher unterschiedlicher Akzente, Portato-Striche, Staccato-Punkte, crescendo- und decrescendo-Klammern, Wiederholungszeichen etc. innerhalb von etwas weniger als zwei Schulstunden (=90 Minuten) perfekt fertig notiert. Mit Sibelius auf dem Mac und dem MIDI-Keyboard wäre das gleiche Ergebnis in ca. 20 bis 25 Minuten erreicht gewesen, was ohne jeden Zweifel deutlich kürzer ist. Dafür hätte ich aber noch meinen Mac und das Keyboard gebraucht, und beides steht nun einmal ein paar Kilometer von der Schule entfernt. Mich erfreut daran, dass ich mit etwas mehr Übung auch garantiert noch schneller werde – und dann ist NotateMe zumindest eine akzeptable Alternative, wenn mein Mac nicht zur Hand ist.

Fazit

Wenn ich daheim bin, werde ich die Notationsarbeit sicher immer am Mac mit Sibelius ausführen. Unterwegs stellt NotateMe in Kombination mit einem geeigneten Stylus aber eine akzeptable Alternative dar, die auch ohne große Zusatzgeräte funktioniert. Der Stylus hat sich in diesem Kontext für mich als probat erwiesen – weitere Erfahrungsberichte folgen alsbald.

 

Getaggt mit , , , , , , , , , ,

Allein zweistimmig spielen

Beide Stimmen

Beide Trompetenstimmen in Logic Pro X

Neben meiner Lehrtätigkeit am Theodor-Heuss-Gymnasium in Aalen erteile ich in einem sehr überschaubaren Rahmen auch privaten Instrumentalunterricht (Trompete, Tenorhorn). Im vergangenen Jahr habe ich mit einigen Schülerinnen und Schülern das Stück Petit duet pour trompettes von Francois Aubert einstudiert. Der Schwierigkeitsgrad ist nicht allzu hoch, doch das Zusammenspiel verlangt den Schülern immer einiges ab, verlaufen die beiden Stimmen doch immer eigenständig.

So kam es im Unterricht nicht selten vor, dass ein Schüler seine eigene Stimme eigentlich gut beherrschte, das Zusammenspiel aber überhaupt nicht funktionierte, weil ihn der von mir gespielte zweite Part schlicht aus dem Konzept brachte. Beim alleinigen Üben war da z.B. eine Pause, nun nicht mehr, weil ich da etwas spielte. Bums! Schon haute das alles nicht mehr hin.

Um den Schülern – aktuell spielen es zwei – ein wenig Hilfestellung angedeihen zu lassen, habe ich das Duett heute eingespielt. Da der Schwierigkeitsgrad nicht hoch ist, stellte das für mich keine Herausforderung dar. Wohl aber, beide Stimmen exakt zusammen zu bekommen. Und das ganze unter Zeitdruck, denn es stehen noch viele andere Dinge an.

Also blieb nur ein Weg: Strikt nach Metronom spielen. In Logic Pro X war das mit einem Klick aktiviert, dann ging es mit der zweiten Stimme los, denn die erste pausiert die ersten Schläge. Glücklicherweise kam ich mit einem Take hin. Von der ersten spielte ich zwei Takes ein, der zweite war etwas besser. Schnell noch ein klein wenig Raumhall draufgemischt, damit es nicht zu sehr nach meinem Arbeitszimmer (in der Dachschräge) klingt. Fertig.

Obwohl ich noch stundenlang hätte feilen können, genügt die Aufnahme im aktuellen Zustand meinen Ansprüchen daran, dass es für Schüler gedacht ist, die das Zusammenspiel mit einer sie störenden zweiten Stimme trainieren sollen. Wer sich gerne über Patzer und Fehler amüsiert, der kann beim letzten Ton mal genau hinhören, denn der kommt nicht gut zusammen. Beim Einspielen einer der beiden Stimmen habe ich aus Gewohnheit wohl ein minimales Ritardando eingebaut, das ich in der anderen Stimme dann nicht mehr so exakt getroffen habe – in keinem der beiden Takes. Aber wie sagt man so schön: What shall’s?

Ich wünsche euch allen einen schönen Samstag Abend!

 

 

Getaggt mit , , , , , , , , ,

Things von Cultured Code

Things

Things im Dock meines iMac

In einem meiner letzten Blog-Posts habe ich offenbart, dass ich ein iPad-Nutzer der ersten Stunde war und bis heute dabei geblieben bin. Eine meiner ersten – und bis heute teuersten – Apps war Things von Cultured Code. Ich habe auch die separat erhältlichen Versionen für den Mac und das iPhone.

So, drei separate Apps, alle einzeln gekauft, jeweils neues Geld auf den (virtuellen) Tisch hingelegt: Insgesamt kommt da wirklich ein beachtliches Sümmchen zusammen. Dafür bieten alle drei Apps einen derart makellosen Qualitätsstandard auf allen Ebenen, dass ich den Preis gerne gezahlt habe.

Nicht „irgendeine“ To Do-Liste

Auf den ersten Blick ist Things nur eine weitere der zahllosen To Do-Apps, doch der Schein trügt, denn es handelt sich meiner Einschätzung nach um die Inkarnation dessen, was eine To Do-App ausmacht. Jeder Wunsch, den man an eine solche Liste stellen könnte, wird erfüllt – und das mit ruhigem und exquisitem Stil.

Sich Zeit lassen…

Als vor ein paar Jahren die Cloud allmählich Einzug in unsere Lebenswelten hielt, ließen sich die Entwickler von Cultured Code lange Zeit, um ihre eigene Cloud-Lösung zu entwickeln. Sie werkelten und werkelten, um nach einer gefühlten Ewigkeit überhaupt erst einmal in eine Beta-Testphase, die für Benutzer, die sich freiwillig dazu anmelden wollten, einzusteigen. Diese lief wiederum Monate. Die Konkurrenz lachte sich unverhohlen ins Fäustchen, immer und immer wieder geisterten bissige Kommentare über Twitter (und sicher auch andere Netze, an denen ich nicht partizipiere).

…und gnadenlos exzellente Qualität abliefern

Doch das Lachen endete abrupt, als die Beta-Phase vorbei war. Die Nutzung der Cloud war für alle App-Benutzer kostenlos, es handelte sich um eine eigene Cloud auf den Cultured Code-Servern — und sie läuft absolut fehler- und ausfallsfrei seit diesem Zeitpunkt (99,99 Prozent). Ich habe noch nicht einen einzigen Moment erlebt, in dem irgend etwas an dieser Cloud nicht funktionierte.

Andere Entwickler griffen auf iCloud (hüstel) oder Dropbox zurück. Beides naheliegende und prinzipiell gute Lösungen, aber iCloud zickt meiner Erfahrung nach permanent, Dropbox hat auch immer wieder mal kurze Auszeiten, wurde schon mehrfach gehackt und ist damit auch nicht in der Lage, mit Cultured Code mitzuhalten.

Und das gab es ohne Mehrpreis einfach so dazu. Das rechtfertigt den höheren Preis aus meiner Sicht.

Testen, testen, testen.

Noch etwas ist mir aufgefallen: Ich kann mich an kein Update erinnern, das über den App-Store oder direkt über die Mac-App installiert wurde, das nicht ausführlichst getestet worden war. Wenn die Updates kommen, kann ich mir sicher sein: Die Funktionalität bleibt auf jeden Fall gewährleistet. Das ist mir wichtig, denn diese To Do-Liste ist meine einzige. Die muss funktionieren. Und sie tut genau das. Seit fünf Jahren – ohne Unterbrechung!

Vielen Dank an die Entwickler von Cultured Code. Ihr rockt das Haus!

 

Getaggt mit , , , , , , , , ,

Liebster Blog-Award – Episode 3-6

Der Liebster Blog-Award ist eine Art Blog-Kettenbrief, der die nominierten Blogger auf nette Weise nötigt, etwas mehr über sich zu verbreiten. Außerdem sollen sie diesen Kettenbrief voller Fragen an eine ganze Reihe weiterer Blogger weiterschicken, die dann wiederum ihre Nominierung annehmen, das Spiel potenzieren und so weiter.

Ich wurde mittlerweile sechs Mal nominiert. Gefreut habe ich mich jedes einzelne Mal — und ich möchte allen danken, die mich nominiert haben. Aber: Vor allem die letzten vier Nominierungen lagen mir etwas schwer im Magen, denn die Nominierungen trudelten gerade ein, als ich keine Zeit zum Schreiben hatte. Manche sind nun schon mehrere Wochen alt – ich schäme mich schon fast, nach so langer Zeit darauf zu antworten. Aber früher ging es einfach nicht.

Das bringt mich gleich zu einem wichtigen Punkt: Ich finde den Liebster Blog Award eine schöne Sache, aber nur bis zu einem gewissen Grad. Und aktuell wird es mir etwas zu viel. Sollte mich noch einmal jemand nominieren, werde ich vermutlich nicht mehr darauf eingehen. Das ist keine Missachtung der mir zuteil werdenden Ehre, aber ich kann mir nicht immer so viel Zeit „aus den Rippen schneiden“, dass ich die Fragen angemessen beantworten kann. Nehmt es mir bitte nicht übel, aber lieber schreibe ich weiter meine Art von Einträgen, die meisten meiner „Anhänger“ werden mir ja deshalb folgen. Und auch diese Einträge benötigen Zeit und Muse.

So, jetzt aber ran!

Die Fragen von „Buchherz – Der Bücherblog“

Was ist deine Motivation beim Bloggen?

Mentale Hygiene, denn so kann ich die vielen Gedanken, die mir manchmal mehrere Tage lang im Kopf herumgeistern, einfach in eine Form bringen. Danach sind sie dann hoffentlich aus meinem Kopf verschwunden – oder besser strukturiert und entwickeln sich weiter. Beides gut.

Was war für dich der ausschlaggebende Moment, um mit dem Bloggen anzufangen?

Ich brauchte ein Ventil, um hier und da die wirren Gedanken in meinem Kopf einfach mal zu (virtuellem) Papier zu bringen, danach ist der Kopf wieder frei.

Worauf bist du am meisten stolz bei deinem Blog?

Dass es anscheinend immer noch Leute gibt, die Interesse daran haben, die Kommentare schreiben, die Einträge favorisieren – das freut mich irre!

Schätz mal: Wie viele Bücher besitzt du? (E-Books zählen mit)

Unmöglich zu schätzen, aber ich habe sicherlich schon ca. 2.000 Bücher gelesen.

Schläfst du lieber bei geöffnetem oder geschlossenem Fenster?

Im Winter eher zu (sonst erfriere ich), im Frühjahr, Sommer und Herbst prinzipiell immer offen.

Wie startest du morgens deinen Tag?

  • 4:50 h klingelt mein iPhone
  • 4:51 h Toilette, Timeline nachlesen
  • 4:55 h Seilspringen
  • 6:25 h Fertig, eine Minute abdampfen
  • 6:26 h Ab in die Dusche
  • 7:00 h Frühstück, hurtig, hurtig
  • 7:20 h Fahrrad, ab zur Schule!

Du hast genau eine Frage, die du irgendjemandem auf der Welt stellen kannst und diese Person muss dir ehrlich antworten. Wem würdest du diese Frage stellen?

Wenn du vom heutigen Standpunkt aus zurückblickst, welche Einsichten hättest du gerne schon vor zehn, fünfzehn oder zwanzig Jahren (abhängig vom Alter der gefragen Person) erlangt?

Von welchem Song kriegst du nie genug und kannst ihn dir immer wieder anhören?

Schwierige Frage, denn gerade als Musiker, mehr noch als Musiklehrer, kenne ich wirklich viel Musik. Und ich schätze auch sehr viel davon. Aktuell könnte ich dauernd „Augenbling“ von Seeed hören, das hat einen endcoolen Groove.

Welches Buch liest du gerade und wie lautet der 5. Satz auf S. 163?

Aktuell lese ich „Schwarz“ (das ist der erste Band der Dark Tower-Reihe) von Stephen King. Der Satz lautet:

„Links ragte ein verchromtes Rohr heraus, das über einem Abfluss im Boden endete.“

 

Leider etwas nichtssagend, aber hier wird eine Pumpe in einer Zwischenstation in einer sich schier endlos ausbreitenden Wüste beschrieben – somit erlangt sie ein gewisses Maß an Interesse…

Was möchtest du in deinem Leben noch unbedingt erreichen?

Entspannter werden. Ich kann manchmal sehr verbissen sein – mehr als mir und anderen in meiner Umgebung gut tut.

Fragen von „Zeilenendes Sammelsurium“

Vollkorn oder normales Mehl?

Die richtige Mischung macht’s. Bei Brot nehme ich lieber Vollkorn-Varianten, bei Lauge mag ich es lieber mit normalem Mehl.

Optimist oder Pessimist?

Eindeutig Optimist.

Star Trek oder Star Wars?

Keine Frage: Star Trek. Hab alle Filme und alle Serien auf DVD (oder in iTunes). Meine Frau liest sogar noch Bücher, die die Serien weiterführen.

Reden oder schweigen?

Ich kann schweigen. Glaube ich. Aber meistens fällt es mir nicht schwer, etwas von mir zu geben. Ich mag Gesellschaft, wenn es nicht zu groß wird. Smalltalk dagegen ist nicht meine Primärqualifikation.

Lesen oder fernsehen?

Beides, aber halt mit unterschiedlicher Zielsetzung. Wenn ich lese, rege ich meine Fantasie an, denn in meinem Kopf entsteht die gedruckte Geschichte neu. Beim Fernsehen lasse ich mich eher ablenken, indem ich mich von der Informationsflut fortspülen lasse. Beides ist gut, aber gleichzeitig geht es nicht.

Wenn du eine Pflanze wärest, welche wärest du?

Die Vanilleeispflanze.

Was ist dein Leib- und Magengericht?

Dampfnudeln mit Vanillesoße (süß), Pizza (herzhaft), Paprika-Salat (sauer). Und dann jede Menge Süßigkeiten und Knabberkram.

Welches Buch/Welcher Film/… hatte den stärksten Einfluss auf dein Leben?

Uh, das ist außerordentlich schwer. Da ich Lehrer wurde, kann ich leider dem Klischee nicht ganz entkommen, dass „Der Club der toten Dichter“ irgendwann einmal einen gewissen Einfluss auf mich hatte. Aber das ist schon sehr lange her.

Tatsächlich hat Star Trek mein Leben vermutlich mehr geformt als alles andere. Niemand sieht mir das an, aber ich habe viele der darin propagierten Werte verinnerlicht – und das ist sicherlich nicht schlecht. Widerstand ist ohnehin zwecklos.

Gibt es ein Leben nach dem Tod?

Gibt es eines davor? Stopp! Der war schlecht (es handelt sich um ein Zitat aus „A Prayer for the Dying“).

Ganz ehrlich: Ich fürchte mich vor dem Gedanken, es gäbe ein Leben nach dem Tod, da unsere Gedankenwelt immens von unserer Körperlichkeit bestimmt wird. Zumindest meine (vielleicht bin ich da irgendwie in der Pubertät stehen geblieben). Ich kann mir partout nicht vorstellen, wie sich eine nicht-körperliche Existenz darstellen soll. Daher fällt mir keine für mich selbst gültige Antwort ein. Vielleicht in ein oder zwei Jahrzehnten.

Was kannst du besonders gut?

Ich habe ein gewisses Händchen in musikalischen Angelegenheiten, möchte mich da aber nicht über den Klee loben.

Ansonsten bin ich unschlagbar im Vernichten großer (wenn nicht größter) Mengen von Haribo Saftbären, Schokoerdnüssen, Eiscreme, gerösteten und gesalzenen Erdnüssen, Chips – und vieler anderer Dickmacher. Würde ich nicht morgens immer konsequent gegensteuern, liefe meine Körperfülle völlig aus dem Ruder.

Gibt es ein Leben in Glückseligkeit?

Ja, aber nicht in der Form, wie es die Werbung verspricht. Denn die Glückseligkeit kommt vor allem in Form von Zufriedenheit daher. Wenn man ständig neue Wünsche entwickelt, die sich oft auf vergleichsweise belanglose Dinge beziehen (in meinem Fall sind dies oft Apple-Produkte), dann nagen diese Wünsche unterbewusst ständig an einem herum. Das ist sicher keine Glückseligkeit.

Wenn ich mich aber umsehe und mein bisheriges Leben Revue passieren lasse (intakte Familie, Kindergarten, Schulbildung, musikalische Ausbildung, mehrere Studiengänge parallel durchgeführt und alle erfolgreich abgeschlossen, Referendariat, Aufbau einer eigenen Familie, Beruf und „Karriere“), muss ich mir attestieren, dass es kaum noch dringende Wünsche geben kann. Daher bin ich mir sicher, dass ich mit etwas mehr innerer Ruhe (bin halt so ein gedanklich zappeliger Typ) und der damit einhergehenden Zufriedenheit sicher ein hohes Maß an Glückseligkeit in mein Leben bringen kann. Schon jetzt fühlt sich vieles davon erstaunlich gut an.

Fragen von „jungesleben“

Warum hast du mit dem Bloggen angefangen?

In Apples iLife-Suite gab es ein Programm namens iWeb, mit dem man eine eigene Homepage gestalten und publizieren konnte. Das musste ich natürlich ausprobieren. Irgendwann ging es dann mit dem eigenen Blog los. Es war eher Spielerei – und mein erster Blog war auch ein ziemlicher Haufen Mist. Einmal brachte er mir auch kräftig Ärger ein. Dann machte ich ihn für ein Jahr dicht, startete danach ganz neu und anders – nun bin ich seit 2012 am Stück dabei und entwickle allmählich einen eigenen Stil.

Würdest du lieber nicht sprechen oder nicht hören können? & Warum?

Lieber nicht sprechen. Als Musiker ist die bloße Vorstellung einer Ertaubung kaum an Schrecklichkeit zu übertreffen. Wer sich schon einmal Beethovens „Heiligenstädter Testament“ durchgelesen hat, kann das eventuell besser nachvollziehen.

Hast du schon einmal die Sehnsucht gehabt, dein ganzes Leben umzukrempeln?

Permanent, vor allem als ich damals „Simplify your life“ gelesen habe. Und dann gab es noch ein- bis zweihundert Anlässe. Der Punkt ist nur: So oft kann man das Leben nicht umkrempeln. Wenn man das einmal im Jahrzehnt schafft, ist man schon sehr weit. Aber man muss es tun, sonst rostet man in alten Routinen ein.

Was hindert dich daran, grenzenlos glücklich zu sein?

Verantwortung für andere, vor allem für meine Kinder. Ich will ihnen eine gute Zukunft ermöglichen, also habe ich einen Beruf ergriffen, der mir gefällt, der aber – wie vermutlich jeder andere auch – mit ein paar Pferdefüßen daherkommt (siehe dazu die Blogeinträge zum Korrigieren). Schon oft habe ich mir gedacht: „Wie schön wäre doch ein reiner Bürojob, bei dem man morgens um acht erscheint und um spätestens fünf Uhr am Nachmittag wieder gehen kann – und nichts von dem Job mit nach Hause nimmt.“

Als Lehrer habe ich immer wieder angenehme Freiphasen (Ferien), die allerdings in mindestens der Hälfte der Fälle durchaus von Arbeit durchzogen sind, der Rest wird allen Ernstes zum Erholen gebraucht. Denn rein auf der körperlichen und geistigen Belastungsebene gibt es mehrfach im Jahr absolute Durststrecken, nach denen man eine Pause dringend braucht.

Das sind alles Elemente, die dem „grenzenlosen“ Glücksgefühl im Wege stehen. Aber ich mache meinen Job gern (und hoffentlich nicht allzu schlecht), ich liebe meine Frau und meine Kinder, habe viel erreicht. Ich bin zufrieden und glücklich.

Was ist der schönste Augenblick für dich in diesem Jahr gewesen?

Es gab etliche schöne Momente, zwischen ihnen kann ich unmöglich eine sinnvolle Wahl treffen:

  • Einmal waren meine Frau und ich in der Sauna – an dem Tag hatten wir bei drei Saunagängen die Sauna ganz für uns, wodurch wir uns einfach unterhalten konnten. Das geht mit einer vollen Sauna sonst nicht.
  • Zusätzlich gab es ein paar fantastische Momente der Zweisamkeit mit meiner Frau, als die Kinder endlich eingeschlafen oder im Hort waren – in denen einfach mal Stille im Haus einkehrte. Das war wirklich erholsam. Wenn dann noch die Stimmung passt, kann nicht mehr viel schiefgehen.
  • Der schönste Moment der letzten Wochen aber war das gemeinsame Laufen mit meiner Frau. Wir haben in den letzten Wochen zwei oder drei Läufe (jeweils 12-13 km) absolviert. Noch vor ein paar Jahren hat so etwas nie geklappt, weil immer einer dem anderen zu schnell, zu langsam, zu bestimmend etc. war – jetzt konnten wir es beide genießen.

Wie abhängig bist du von den Medien, deinem Smartphone & der Technologie?

Die Frage ist zu allgemein gestellt. Ich benutze diese Dinge den ganzen Tag, aber ich bin mir nicht sicher, was mit „abhängig“ gemeint ist. Sicher würden viele bequeme und bequem erscheinende Routinen im Alltag umgeworfen werden, weil sie auf dem Einsatz dieser Dinge basieren, ich käme aber trotzdem klar.

Freiwillig verzichten möchte ich deswegen aber noch lange nicht auf mein iPad, iPhone etc. Aber ich kann auch ohne.

Angenommen du bist Single. Gibst du jeder interessierten Person die gleiche Chance dich kennenzulernen?

Bin ich schon seit mehr als 16 Jahren nicht mehr, es fällt mir außerordentlich schwer, das auch nur angedacht zu beurteilen.

Wie gehst du damit um, wenn du traurig oder niedergeschlagen bist?

Kommt zum Glück nicht allzu häufig vor, ich darf mich da wohl glücklich schätzen. Wenn, dann helfen Musik, Sport und Zurückgezogenheit – diese Phase geht vorbei, meist schneller, wenn ich mich auf ein neues Ziel konzentrieren kann.

Was fehlt deiner Meinung nach den Menschen in deiner Umgebung? Welchen Rat würdest du Ihnen geben?

Ich bin kein Missionar. Wenn mich jemand konkret um Hilfe bittet, gewähre ich diese gerne in dem Umfang, der mir möglich ist. Aber ich trete nicht aktiv auf jemanden zu, der eventuell ein Problem hat, nur um mich aufzudrängen.

Welchen Traum wirst du dir in den nächsten 12 Monaten erfüllen?

Hoffentlich noch mehr Langstreckenläufe mit meiner wundervollen Frau.

Was ist für dich das Attraktivste, das eine Person ausmachen kann?

Eigenständigkeit und Entschlossenheit. Wer weiß, was er/sie will, wird dieses Ziel konsequent verfolgen – genau diese Zielstrebigkeit lässt fast jeden Menschen attraktiv machen (solange das Ziel nicht meinen diametral entgegen läuft).

Fragen von „Seppolog“

Was hast Du unmittelbar getan, bevor Du Dich gerade vor Deinen Blog gesetzt hast?

Korrigiert. Und prokrastiniert.

Welche drei Strategien bringen uns den Weltfrieden?

  1. Mehr Sex.
  2. Noch mehr Sex.
  3. Und mehr Geschichten über Sex. Was dann zwangsläufig wieder zu Punkt 1 führt. Ein onanistischer Kreislauf der Freude.

Warum bloggst Du?

Mein Kopf hat nur begrenzten Speicher. Würde ich all die wirren Gedanken da drin lassen, gäbe es irgendwann einen finalen „information overload“. So kann ich die Sachen in eine rudimentäre Form gießen. Entweder sie sind damit zufrieden und aus meinem Kopf verschwunden, oder aber sie entwickeln sich weiter, dann bleiben sie noch ein wenig, sind aber erträglicher.

Wo warst Du, als Du zuletzt in Deinem Wohnzimmer warst?

So ganz klar ist mir die Frage nicht, denn ich war da in meinem Wohnzimmer. Das steht in Aalen. Im Stadtteil Grauleshof (geile Wohngegend). Aber meistens verbringe ich dort (=im Wohnzimmer) die Zeit auf der Couch oder beim Aufhängen von Wäsche. Gestern Abend lag ich auf der Couch, um eine Star Trek-Folge (Voyager) zu sehen.

Findest Du nicht auch, der “Liebster Award” sollte mit einem hohen Preisgeld verbunden werden?

Eindeutig. Dann wäre ich nämlich jetzt schon ein immens reicher Typ. Du sicher auch.

Angenommen, das Preisgeld läge bei fünf Millionen Euro: Du würdest doch nicht etwas spenden, oder?!

Doch, aber nur meinem eigenen „Witwen und Waisen“-Fond. (Muarharhar)

Nachdem Du mir zwanzig Prozent des Preisgeldes abgegeben hast: Wie wirst Du mich los, wenn ich Dich Tag und Nacht um weitere Prozente anbettele?

Ich nominiere dich einfach erneut, dann kann ich mir das Geld zurückpumpen. Spätestens da suchst du das Weite.

Gibt es Deiner Meinung nach einen Sinn des Lebens? Wenn ja, verrate uns nicht, welchen!

Es gibt einen, würde ich den verraten, wäre mein Sex-Appeal auf einen Schlag dahin. Mache ich also nicht.

Muss es eigentlichen einen geben?

Geheimnis. Frag Edward Snowden. Der hat meine Dateien sicher alle gelesen.

Wirklich?

Ne, bin viel zu uninteressant. Wer von der NSA oder einem anderen Dienst liest schon den Krempel, den ich verzapfe? (Sollte jemand aus dem Lager der Geheimdienste antworten wollen, gerne auch per Email oder iMessage, die Daten habt ihr ja sicher…)

Hast Du früher viel bei Schlecker eingekauft?

Extrem selten. Ich habe das Ambiente gehasst. Außerdem hat das Sortiment nicht zu meinen Wünschen gepasst.

Fazit

Noch einmal in Kurzform: Vielen Dank für die Nominierungen, ich bin dankbar, dass mein Bloggen auf soviel Wertschätzung (oder Verzweiflung) trifft. Es gibt so viele tolle Blogs, die ich selbst nicht kenne, sucht bitte selbst. Einen kleinen Tipp kann ich da geben: Lest die Kommentare zu den Einträgen. Oft findet ihr ein oder zwei Leute, die euren Geschmack treffen, die auch selbst sehr aktiv sind. Wenn euch das gefällt, folgt denen – was soll schon schief gehen?

 

Getaggt mit , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , ,

Liebster Blog-Award

In den letzten Wochen flatterten mir (virtuell, versteht sich) zwei Nominierungen für den „Liebster Award“ ins Postfach. Vielen Dank dafür, ich fühle mich sehr geehrt!

Ein paar der Blogs, denen ich folge, wurden in den letzten Wochen bereits nominiert, sodass ich gleich wusste, worum es dabei ging. Und ich kann nicht verhehlen, dass ich auch einen gewissen Stolz empfinde, in dieser „Liga“ mitspielen zu dürfen.

Gleichzeitig ist es so, dass die Annahme eines solchen Awards wiederum an die Nominierung anderer Blogs gekoppelt ist. Und allzu viele kenne ich nicht. Mir fehlt auch — ganz ehrlich — die Zeit, jetzt groß auf die Suche zu gehen, nur um hier ausreichend weitere Empfehlungen geben zu können. Diesem Punkt muss ich mich also leider einfach entziehen.

Es ist ganz einfach so, dass ich mir die Zeit nehme, die Beiträge der Blogs, denen ich folge, in der Regel ganz zu lesen. Wenn sie mir gefallen, besterne ich, wenn ich etwas dazu zu sagen/schreiben habe, tue ich das. Das kostet Zeit. Die gebe ich gerne, aber es gibt halt Grenzen. Und hier gilt für mich: Weniger (Blogs zu folgen) ist für mich mehr (weil ich dann mehr Zeit habe, die ich in Qualität und die Intensität bei der Beschäftigung mit den anderen Blogs investieren kann).

Auf die Fragen, deren Beantwortung nun einmal dazu gehört, antworte ich aber gerne.

Die Fragen von LifeHag

LifeHag hat die folgenden Fragen gestellt, die Antworten folgen jeweils auf dem Fuße.

Warum hast du mit deinem Blog angefangen?

Es gab (und gibt bis heute) mehrere Gründe:

  1. Der Blog ist für mich ein Ventil, um einen Platz für die Gedanken, die mir ständig durch den Kopf flitzen, zu haben. Dort kann ich die Ideen abladen, entweder reifen sie dann noch weiter (das ist gut), oder ich kann sie dann beruhigt vergessen (das ist noch besser). Alles in allem blogge ich also aus Gründen einer gewissen mentalen Hygiene.

  2. Je länger ich dabei bin, desto mehr interessante andere Blogs lerne ich kennen (hier und da habe ich ja auch schon einmal einen entsprechenden Eintrag dazu verfasst). Und auch dieses Zusammentreffen von Leuten, die sich in den meisten Fällen viel Zeit nehmen, um gute Artikel zu schreiben (meine Frau sprach von der Analogie zu „Brieffreundschaften“, was ich für ganz und gar passend halte), motiviert mich, die Qualität der eigenen Einträge immer wieder zu hinterfragen.

Meinen ersten Blog hatte ich bereits um das Jahr 2007 oder 2008, da habe ich angefangen, weil mich das Medium Weblog an sich interessiert hat (und weil iWeb die einfache Möglichkeit gewährte, einen solchen Blog zu erstellen und zu publizieren). Allerdings war dieser erste Versuch weder von Qualität noch für viele Menschen lesenswert. Am Ende habe ich ihn ziemlich überhastet eingestellt und ein Jahr (auf den Tag genau) pausiert.

Seit Frühjahr 2012 läuft dieser Blog, am Anfang eher zögerlich, mittlerweile komme ich zumindest auf mehrere Einträge pro Woche (im Schnitt, nicht dass ihr hier plötzlich Ansprüche stellt…). Viel mehr wird es nur in den Ferien, denn da habe ich meist etwas mehr freie Zeit bzw. bin ausgeruhter und kann auch spät abends noch ein paar Zeilen tippen.

Wie wichtig sind dir Follower?

Das ist eine schwierige Frage, denn einerseits schätze ich es, mehr Leser zu haben, das belebt den Blog, bringt neue Themen ein und sorgt für mehr Lebendigkeit. Andererseits würde ich nicht „alles“ tun, nur um weitere neue Leser dazuzugewinnen. Der Blog ist ein Hobby, ein angenehmes zwar, aber eben auch nur ein Hobby.

Was macht dir am Bloggen am meisten Spaß?

Das Tippen auf den „Veröffentlichen“-Button in der Blogsy-App. Und damit verbunden das mentale Abhaken der Gedanken. Manchmal reifen sie dadurch eben noch weiter, häufig räumen sie aber auch einfach das Feld und ermöglichen neue kreative Einfälle.

Laptop oder Desktop-Pc?

Das ist einfach zu beantworten: iMac, wenn ich am Schreibtisch arbeite, ansonsten iPad (alle Veröffentlichungen laufen darüber, s.o.). Unterwegs mache ich manchmal Notizen auf dem iPhone, aber zum Veröffentlichen habe ich das meines Wissens noch nie benutzt (dazu tippe ich darauf zu schlecht).

Iphone oder anderes Smartphone (wenn ja, welches)?

Ganz klar: iPhone (in meinem Fall ein 5S).

Wie viele Stunden investierst du täglich in deinen Blog?

Völlig unterschiedlich, sowohl von Tag zu Tag als auch von Woche zu Woche stark schwankend – immer in Abhängigkeit von der Arbeitsbelastung und anderen Terminen. Manchmal schreibe ich schon ein bis zwei Stunden an einem großen Artikel, manchmal öffne ich (leider) nicht einmal die WordPress-App, weil einfach zu viel anderes zu tun ist.

Liest du die Kommentare die deine Follower abgeben?

Jeden einzelnen. Ich bemühe mich, auf so ziemlich alle zu antworten oder zumindest einen Stern als Dankeschön zu vergeben – es sei denn, der Kommentar stört mich (was aber noch nie vorkam).

Deine Lieblingssportart?

Seilspringen. Ich persönlich springe jeden Tag mit mehreren Seilen (die nutzen sich so schnell ab, im letzten Jahr habe ich acht geschafft), Joggen ist aber auch nicht schlecht (das ruht im Moment aber etwas), Basketball im Hof vor dem haus genieße ich ebenfalls bei schönem Wetter. Von Zeit zu Zeit mache ich eine Runde Yoga, dann gibt es noch dieses „7-Minute-Workout“, das bei ausreichend Zeit gleich nach dem Seilspringen angehängt werden kann. Aber Seilspringen toppt schlicht alles.

Welche Blogs liest du gerne?

Ich folge einerübersichtlichen Reihe von Blogs und entscheide kaum zwischen den einzelnen Posts in meiner Reader-Ansicht. Manchmal lasse ich einen Eintrag aus, der mir zu lang(atmig) erscheint, aber üblicherweise lese ich alles. Wenn mir etwas dazu einfällt, kommentiere ich, wenn es mir gefällt, gibt’s einen Stern. Fertig.

P.S.: Die Blogs von simplifyme72 und Private Readers Book Club lese ich garantiert immer komplett.

Wieso benutzt du WordPress?

Es funktioniert. Und es ist völlig plattformunabhängig, was ich schätze, denn so könnte ich sogar aus dem abgeschiedensten Hinterland noch bloggen, auch wenn da nur ein gammliger Windows-Rechner stünde.

Was darf in keinem Blog fehlen?

Der persönliche Bezug. Ich selbst bemühe mich, nicht zu viel von mir zu offenbaren, manches geht ja schlicht und ergreifend niemanden etwas an, aber ohne persönlichen Bezug, ohne das Ergreifen einer eigenen Position, das Äußern einer Meinung, das Ausleben des eigenen Humors (so schlecht er – wie in meinem Fall – auch sein möge), was wäre ein Blog da schon?

Die Nominierungen

Eigentlich soll man ja elf weitere Blogs (mit je weniger als 100 Followern) nominieren. Doch wie oben beschrieben, kenne ich nicht allzu viele Blogs, noch dazu schätze ich sie eigentlich alle, denn jeder hat seine Eigenheiten. Man verzeihe mir dieses Abweichen von der Konvention, aber ich verzichte auf weitere Nominierungen.

Die Fragen von Buchherz – Der Bücherblog

Was ist deine Motivation beim Bloggen?

Mentale Hygiene (Gedanken loslassen können, nachdem sie ausformuliert wurden) und Spaß daran, wie andere auf diese Gedanken reagieren.

Was war für dich der ausschlaggebende Moment, um mit dem Bloggen anzufangen?

Ganz ehrlich: Ich habe keine Ahnung. Es hat einfach Spaß gemacht und hilft mir bei der mentalen Hygiene.

Worauf bist du am meisten stolz bei deinem Blog?

Dass es offensichtlich Leute gibt, die ihn interessant genug finden, um ihm (bzw. mir) zu folgen, die Kommentare schreiben und Sterne vergeben. Nicht immer kann ich gleich darauf reagieren, aber ich freue mich jedes einzelne Mal.

Schätz mal: Wie viele Bücher besitzt du? (E-Books zählen mit)

Das Zählen dauert zu lange, ich schätze, dass die Zahl jenseits der 2.000 liegen muss. Und ich habe viele Bücher, von denen ich weiß, dass ich sie nicht noch einmal lesen werde, bei Amazon oder Momox weiterverkauft — das mache ich immer so, Stauraum ist kostbar. Daher schwankt die Zahl immer wieder. Aber allein im Arbeitszimmer habe ich vier volle Regale, dazu etliche iBooks, im Keller stehen noch ein paar Kisten mit den Büchern, die nostalgischen Wert besitzen, aber nicht ständig in meiner Nähe sein müssen…

Schläfst du lieber bei geöffnetem oder geschlossenem Fenster?

Ganz einfach: Solange es keine Minus-Grade draußen hat, liebe ich die frische Luft. Also: November-Februar/März: Fenster zu. März/April-Oktober: Fenster auf.

Wie startest du morgens deinen Tag?

  • 4:50 h Wecker
  • 4:51 h Gang zur Toilette, dort dann noch im Halbschlaf auf dem iPhone nach App-Updates sehen, die Things To-Do-Liste ansehen (und ignorieren), WordPress-App öffnen und kurz Überblick verschaffen, je nach Uhrzeit Twitter-Timeline überfliegen
  • 4:58 h Ab in den Keller, Hörbuch an, Schuhe binden
  • 5:00 h Nike+ Fuel-Session und Stoppuhr starten, Seilspringen (80-90 Minuten)
  • 6:30 h Schuhe ausziehen, rauf ins Bad, Rasur, ab in die Dusche
  • 7:00 h Anziehen, Aufhübschen (bis die Frisur sitzt…), Rucksack packen, dann ab zur Schule, Kinder quälen, yee-hah!

Du hast genau eine Frage, die du irgendjemandem auf der Welt stellen kannst und diese Person muss dir ehrlich antworten. Wem würdest du diese Frage stellen?

Lieber Barack Obama (und alle Vorgänger/Nachfolger)!
Wäre es nicht viel einfacher, den gesamten Militär-Etat (500.000.000.000 Dollar/Jahr) der USA (und sei es nur der Militär-Etat eines einzigen Jahres) in die Länder der sog. Dritten Welt zu investieren, um tatsächlich einmal einen längerfristigen Frieden auf unsere Welt zu bringen? Ist die Wahrscheinlichkeit, dass das viel mehr hilft, als immer nur auf kriegerischem Wege die Symptome der krassen Ungleichverteilung auf der Welt zu bekämpfen, nicht astronomisch hoch?

Von welchem Song kriegst du nie genug und kannst ihn dir immer wieder anhören?

Diese Frage ist für einen Musiker vermutlich die größte Qual, denn es gibt nicht den einen Song. Ich habe eine Liste mit Lieblingssongs, die laut iTunes „1,1 Tage“ lang ohne jede Wiederholung laufen kann. Eine ganz kleine Auswahl aus meiner Favoriten-Liste:

  • Axel F (Harold Faltermeyer)
  • Alien Shore (Rush)
  • Alles Neu (Peter Fox)
  • Anyway The Main Thing Is (Patty Larkin)
  • Augenbling (Seeed)
  • Back in Black (AC/DC)
  • Beyond The Sea (Robbie Williams)
  • Bravado (Rush)
  • Brothers in Arms (Dire Straits)
  • Doubleback (ZZ Top)
  • Down Under (Men At Work)
  • Drive (R.E.M.)
  • Du Doof (Wise Guys)
  • Easter (Marillion)
  • Every Little Thing She Does Is Magic (The Police)
  • Fields Of Gold (Sting)
  • Finish What Ya Started (Van Halen)
  • Fly By Night (Rush)
  • Gospel (March Fourth Marching Band)
  • Hamlet (Wise Guys)
  • The Heat Is On (Glenn Frey)
  • Hey Laura (Gregory Porter)
  • Highway To Hell (AC/DC)
  • Home On The Strange (Geddy Lee)
  • Honky Tonk Women (The Rolling Stones)
  • I Left My Heart In San Francisco (Tony Bennett)
  • I Need A Dollar (Aloe Blacc)
  • I See You (Leona Lewis)
  • I Shot The Sheriff (Bob Marley)
  • Imagine (John Lennon)
  • It’s Still Rock & Roll To Me (Billy Joel)
  • Java Jive (The Manhattan Transfer)
  • A Kind Of Magic (Queen)
  • Lady In Black (Uriah Heep)
  • Limelight (Rush)
  • Loch Lomond (Runrig)
  • Marie (Herbert Grönemeyer)
  • Mary’s Place (Bruce Springsteen)

Hmmmmm, ich glaube, es ist Zeit, die Liste mal abzubrechen, sonst wird’s peinlich. Da kämen noch ein- oder zweihundert Titel. Die kann ich alle — immer je nach Stimmung — von morgens bis abends rauf und runter hören.

Welches Buch liest du gerade und wie lautet der 5. Satz auf S. 163?

Stephen King: „Sie“. Der Satz lautet: „Darin verbrachte Misery ein ausgelassenes Wochenende auf dem Lande, wo sie Growler, Ians geliebten Irish Setter, bumste.“

(Ich habe das nicht ausgesucht, ich wurde gezwungen!!!)

Was möchtest du in deinem Leben noch unbedingt erreichen?

Da gibt es einiges:

  • Einen 100 Kilometer-Lauf vorbereiten und durchziehen. Oder zumindest einen Marathon…
  • Mindestens ein halbes Jahr in San Francisco wohnen.
  • Irgendwann einmal so gut organisiert sein, dass ich jede Nacht zu ausreichend Schlaf komme, um dann den Tag über entspannt und ausgeglichen zu sein.
  • Meine Kinder Eltern werden sehen und sie bei den ersten Schritten in diese für sie neue Welt unterstützen.

Fazit

Ich danke für die beiden Nominierungen, habe die Fragen gerne und hoffentlich nicht zu ausführlich beantwortet. Gleichzeitig drücke ich mich ja vor der Nominierung weiterer Blogs. Ich hoffe, das stört nicht zu viele Leser. Genießt den schönen Nachmittag noch, ich stelle mir jetzt ein leckeres Getränk kühl, um es dann heute Abend vor dem Fernseher auszutrinken. Das solltet ihr auch tun.

 

Getaggt mit , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , ,

Filmmusik aus eigener Feder

So beginnt der Film

So beginnt der Film

Mein Schwager war im Herbst für ein paar Wochen teils beruflich, teils privat in den USA unterwegs. Dabei hat er mit seinem iPhone viele schöne Fotos und auch etliche kurze Filme (z.T. in Zeitraffer) aufgenommen, die er dann am Ende in einem ca. acht Minuten langen Film zusammengefasst hat. Ich habe ihm angeboten, eine eigene Filmmusik dazu zu basteln, damit er bei einer Veröffentlichung im Internet für Familie, Freunde, Bekannte und Mitreisende keine Copyright- oder sonstigen Urheberrechts-Probleme bekommen möge. Das Angebot nahm er dankend an.

Zeit – woher nehmen, wenn nicht stehlen?

Irgendwann im Dezember erhielt ich den fertig geschnittenen Film und machte mich in den Weihnachtsferien auch gleich an die Arbeit. Doch ich merkte schnell: Wenn die Musik etwas taugen sollte, brauchte ich wesentlich mehr Zeit, als ich zuerst eingeplant hatte. Und heute, am 22. März 2015, ca. drei Monate später, bin ich endlich fertig geworden.

Mit dem „endlich“ will ich nicht zum Ausdruck bringen, dass ich gegen Ende keine Lust darauf gehabt hätte – wäre dem so gewesen, hätte ich das Angebot von Anfang an sicher nicht unterbreitet. Und tatsächlich hat mir die Arbeit an dieser musikalischen Untermalung unglaublich viel Spaß gemacht. Es fühlt sich gut an, sich selbst beim Schreiben und Aufnehmen neuer Musik herauszufordern.

Doch ich liebe es, Projekte zügig abzuschließen und nicht lange vor mir herzuschieben. Und genau das war hier schwierig, denn für jede fertige Minute Filmmusik benötigte ich mindestens eine Stunde Produktionszeit (am besten ununterbrochen und ungestört, denn jede Unterbrechung stört den Arbeitsfluss). Und der Film dauert nun einmal etwas mehr als acht Minuten.

Komplettansicht im laufenden Betrieb

Komplettansicht im laufenden Betrieb

Unter der Woche habe ich nie so viel freie Zeit am Stück, selbst am Wochenende ist es selten, und in den letzten Wochen, eigentlich durchgehend seit Ende der Weihnachtsferien, standen außerordentlich viele Sondertermine auf dem Plan, die jeweils einen oder zwei Tage des Wochenendes weitgehend oder komplett belegten. Dann muss ja auch noch der Unterricht für Montag vorbereitet sein… Kurzum: Es dauerte ewig, bis ich mal ein Stündchen hier und da erübrigen konnte.

Nicht mehr unterstützte Hardware

Ein weiteres Hindernis beim Arbeiten war tatsächlich mal die Aktualisierung des Mac OS auf die aktuelle Version 10.10, denn sie beendete die Unterstützung für meinen altgedienten JamLab USB E-Gitarren-Adapter (möglicherweise lag es auch an einer Aktualisierung der Audio-Software Logic Pro X) – genau kann ich es leider nicht sagen.

Das merkte ich natürlich erst nach 60 bis 90 Minuten Gefummel und Ausprobieren, denn das Gerät wird nicht etwa beim Anschließen einfach als „nicht unterstützt“ abgewiesen. Nein, es wird in der Geräteliste aufgeführt, man kann es auswählen, erhält aber lediglich Rückkopplungen und verzerrte Echos, die auf dem ersten laut angespielten Ton hängen bleiben. Somit konnte ich keine E-Gitarre einsetzen. Dumm das, denn eigentlich hätte so mein Plan ausgesehen…

Die Konsequenz war, dass ich alles, jede einzelne Note, via MIDI-Keyboard einspielen musste. So etwas geht zwar, führt aber immer zu einigen Kompromissen, die nicht zwingend hätten sein müssen, wenn ein funktionierender Gitarren-Adapter zur Hand gewesen wäre. So klingt ein Gitarrensolo, das an einer Klaviatur eingespielt wurde, nie wirklich authentisch. Um den eigentümlichen Klang etwas zu kaschieren, habe ich dann gleich einiges an Effekten (Distortion und Wah-Wah) draufgemischt.

Der Wah-Wah-Effekt im Einsatz

Der Wah-Wah-Effekt im Einsatz

Der Logic Pro X-Drummer

Ein großer Lichtblick war die superbe Drummer-Funktion von Logic Pro X, denn ohne sie wäre ich nie im Leben so schnell und so wohlklingend durchgekommen. Dabei kann man zwischen verschiedenen Drummer-Typen wählen, die dann jeweils einen eigenen Stil haben. Jede erzeugte Drummer-Region (standardmäßig werden acht Takte erstellt) lässt sich in der Länge anpassen, danach legt man die Parameter des Schlagzeug-Patterns fest. Der Rest wird von der Software erledigt. Wer sich am Ende das Ergebnis anhört, wird merken, wie ausgezeichnet das funktioniert.

Auswahlmöglichkeiten nach Festlegung des Drummers

Auswahlmöglichkeiten nach Festlegung des Drummers

Ein bisschen Einarbeitungszeit war schon nötig, um die Feinheiten herauszukitzeln, denn bislang habe ich die Funktion nur selten eingesetzt. Aber es hat so gut geklappt, dass ich gegen Ende des Stücks selbst für meinen anspruchsvollen Geschmack schöne Ergebnisse erzielt habe (der geneigte Hörer möge auf die letzten zwei bis drei Minuten achten).

Ein Break vor einem neuen Abschnitt

Ein Break vor einem neuen Abschnitt

Ein bisschen „echter“ Klang muss dann doch sein

Als das Stück schon fast ganz fertig war, bemerkte ich, dass trotz aller akzeptablen musikalischen Ideen der synthetische Klang ein wenig zu viel des Guten sei. Etwas „Echtes“ musste her. Und da ich ein (noch immer unterstütztes) USB-Mikrophon habe, schloss ich es kurzerhand an, zückte meine Trompete und ein paar Dämpfer und spielte heute Nachmittag ein paar Minuten an Solo-Parts ein, die ungefähr die letzten zwei Minuten des Soundtracks ausmachen.

Nun will ich mich nicht über den Klee loben, doch gerade der „echte“ Klang am Ende wirkt meiner Meinung nach recht versöhnlich, nachdem der Hörer die gesamte Zeit vorher nur künstliche Klänge zu hören bekam.

Lust bekommen?

So, wer nun Lust bekommen hat, das Stück einmal anzuhören, der sei auf meine SoundCloud-Seite verwiesen, denn dort habe ich den Track hinterlegt. Viel Spaß beim Anhören! Ich freue mich über Kommentare.

 

Getaggt mit , , , , , ,

Wunschliste an Apple

Liebe Apple-Programmierer!

In den letzten Monaten habt ihr euren Nutzern so eines zugemutet, auch mir. Daher habe ich eine kleine Wunschliste zusammengestellt, in der mal die gröbsten aktuellen Schwachstellen und meine wichtigsten Wünsche aufgelistet sind, die möglichst bald behoben werden sollten, um den mittlerweile ziemlich in die Jahre gekommenen Spruch „It just works.“ wieder zu rechtfertigen. Derzeit gilt er nämlich nicht für alles. Teilweise überhaupt nicht. Leider.

Mein erster Mac war ein Mac Mini G4, gekauft im August 2005. Auf ihm lief Mac OS X 10.4, und das war derart stabil und wundervoll, dass ich das vorher benutzte Windows XP nicht einen einzigen Tag vermisst habe. Dann kam mein erster iPod, dann ein iMac, dann andere iPod-Modelle, dann ein MacBook (das weiße), schließlich iPad (vom ersten bis zum Air alle Modelle der Reihe nach durch) und — als letztes — ein iPhone 5S. Die Hardware war schon immer fantastisch, keine Frage. Selbst aus im Vergleich zu diversen Windows-Maschinen völlig „untermotorisierten“ Macs kam immer eine flüssige und zuverlässige Leistung, oft spürbar mehr als bei einem auf dem Papier stärkeren Windows-Rechner. Betriebssystem und Hardware gingen bei Apple mit ganz wenigen Ausnahmen immer exzellent Hand in Hand — das war ein wundervoller Zustand.

Und dann verließ Apple mit dem großen Erfolg des iPod, der durch den noch viel massiveren Erfolg des iPhones übertroffen wurde, erstmals nach der Anfangs-Euphorie den über Jahre hinweg eingeübten Underdog-Status. Doch die Mentalität des Underdog scheint Apple besser zu liegen, denn als Marktführer ist sind die Regeln anders. Manchmal scheint sich Apple dessen noch nicht ganz bewusst geworden zu sein.

Doch zurück zum Ausgangsproblem, den vielen kleinen (und teils großen) Ärgernissen mit den aktuellen Versionen von iOS und Mac OS X. Auch wenn ich mich für eine nummerierte Liste entschieden habe, ist die folgende Liste keine nach Prioritäten sortierte Aufzählung.

  1. Kalender (iOS 8 auf dem iPad): Im Normalfall sollte bei eingeschalteter iCloud-Synchronisierung zwischen Mac, iPhone und iPad jede Änderung im Kalender sofort per Push-Funktionalität an alle anderen Geräte weitergegeben werden. Gäbe ich also am Mac einen neuen Termin ein, müsste der binnen weniger Sekunden auch auf iPhone und iPad erscheinen. Klappt wunderbar und bislang absolut zuverlässig beim iPhone (5S), aber nicht beim iPad (Air), auch wenn beide im gleichen Netzwerk sind. Mittlerweile habe ich zwar schon eine ganz passable Möglichkeit gefunden, eine Synchronisation mit der iCloud zu erzwingen: Ich öffne die Übersicht über alle meine Kalender und ändere die Farbe eines meiner Kalender (z.B. Arbeit von „grün“ zu „blau“), speichere die Einstellung — und siehe da: auf einmal werden alle neuen Ereignisse synchronisiert (und auch noch sehr zügig). Schön, dass ich das so lösen kann, aber es ist umständlich, unnötig umständlich. Und das entspricht absolut nicht meiner Vorstellung von „It just works.“
  2. Synchronisation mit iCloud innerhalb der Apps (vor allem iWork) „erzwingen“ können: In allen iWork-Apps werden standardmäßig die Dokumente via iCloud synchronisiert. Nur eben nicht wirklich so, wie es angepriesen wird, denn häufig passiert das überhaupt nicht im Hintergrund, vielmehr beginnt die Synchronisierung erst, wenn ich die App öffne — wenn dann mal ein paar Tage seit dem letzten Mal vergangen sind, am Mac eventuell 20 oder 25 neue Dokumente hinzugefügt wurden, dann sitze ich schon einmal fünf bis zehn Minuten zur Untätigkeit verdammt vor dem iPad, weil ich darauf warten muss, dass Pages, Numbers oder Keynote überhaupt erst einmal merken, dass es neue Dokumente gibt. Und die müssen dann ja auch alle komplett geladen werden, was manchmal trotz ihrer geringen Größe absurd lange dauert. An manchen Tagen merken die Apps es anscheinend gar nicht, dass neue Dokumente vorhanden sind: Selbst nach fünf bis zehn Minuten Wartezeit taucht noch kein neues Dokument auf (meist passiert das, wenn ich eigentlich bereits aus dem Haus und auf dem Weg zur Arbeit sein müsste…). In dem Fall muss ich dann zu einem neuerlichen Spezialtrick greifen: Eine neue Datei in der App (z.B. Pages) anlegen, sie wieder verlassen und warten. Die neue Datei wird dann in die iCloud hochgeladen, nun erst bemerkt die App „zufällig“ (eher: „endlich“), dass ja neue Dateien in der Cloud warten. Aber genau dafür wäre z.B. eine Möglichkeit, den Synchronisations-Vorgang per Button zu erzwingen, eine willkommene Erleichterung.
  3. Statusanzeige für die iCloud-Synchronisierung: Beide gerade beschriebenen Vorgänge zeigen, dass die Grundproblematik anscheinend bei der iCloud-Synchronisierung liegt, denn diese ist ganz offensichtlich nicht zuverlässig. Wenn Sie funktioniert, wäre es schön, ihr einen Statusbalken mitzugeben, der den Gesamtprozess darstellt. Ein Beispiel, das ich gerade schon bemüht habe: Pages. Wenn ich Pages starte, warte und warte, dann entdeckt die App ja meistens (zumindest nach einer Weile), dass da noch etwas zu synchronisieren ist. Ich sehe dann z.B. 20 neue Dokumente, jedes einzelne mit einem eigenen Statusbalken. Schön, dass ich sehe, wie jede einzelne Datei sich fortbewegt (erfahrungsgemäß recht langsam), schöner wäre jedoch auch noch eine Anzeige, wie weit der Gesamtstatus fortgeschritten ist. Eventuell sogar mit einer (geschätzten) Restzeitangabe.
  4. W-LAN-Synchronisierung der iOS-Geräte 1: Ich bin ein großer Fan des iPod Classic, denn dieser funktioniert tadellos, immer und immer wieder, auch beim Synchronisieren. Hänge ich ihn per Kabel an meinen iMac, dauert es ca. ein bis zwei Minuten, dann ist die Synchronisierung unter Garantie und fehlerfrei abgeschlossen (klar, wenn die Datenmenge riesig ist, dauert es auch einmal fünf Minuten, aber das kommt eher selten vor). Immer. Ganz im Gegenteil verhält sich die iOS-Synchronisierung über W-LAN, denn ziemlich häufig funktioniert sie einfach gar nicht (das Problem lässt sich nicht einmal durch ein Beenden und Neustarten von iTunes beheben, nein, ich muss meinen iMac mit Yosemite komplett neu starten — wie 1998 ist das denn?), weil mein iPad „nicht erkannt“ und somit aus der Geräte-Liste entfernt wird. Dagegen kann man als Nutzer nichts tun. Man kann iTunes nämlich auch gar nicht zwingen, diese Liste zu aktualisieren. Wenn ein Gerät bei der Synchronisierung nicht gleich reagiert, wird es aus der Liste getilgt und verbleibt im digitalen Nirvana, bis ich den kompletten Rechner neu gestartet habe. Microsoft lacht sich darüber heutzutage wahrscheinlich den Arsch ab, denn genau über solche Mängel bei Windows hat sich Apple vor ein paar Jahren im Rahmen der „I'm a Mac“-Werbespots genüsslich lustig gemacht. Ich ja auch, jetzt bleibt mir oft nichts anderes übrig als der Neustart. Peinlich.
  5. W-LAN-Synchronisierung der iOS-Geräte 2: Es wird mir immer ein Mysterium bleiben, wieso ein Film, der sich bereits seit Wochen auf dem iPad befindet, bei der Synchronisierung erst einmal komplett vom iPad gelöscht und dann wieder zurück synchronisiert wird, falls ich seit der letzten Synchronisierung auch nur eine Sekunde davon angesehen habe. Klingt irrsinnig, ist aber so. Beispiel: Ich hatte für die Schule einen Filmausschnitt aufbereitet, den ich im Unterricht am Montag zeigte. Über Nacht lud mein iPad auf, beim Laden startete die Synchronisation, die allerdings aus mir nicht erfindlichen Gründen nicht klappte (worüber ich als Nutzer auch nicht informiert wurde). Dennoch: Am Dienstag stand ich in der Parallel-Klasse und wollte den besagten Filmausschnitt zeigen. Tags zuvor war er ja einwandfrei gelaufen, wozu also noch einen einzigen Gedanken daran verschwenden? Dummerweise war er zu diesem Zeitpunkt nur nicht mehr auf dem iPad. In der Filmeliste schon, aber eben nicht in einem abspielbaren Zustand. So ging diese Stunde trotz guter Vorbereitung voll den Bach runter. Danke, Apple! Wieso ist noch keiner von euch Spezialisten auf die Idee gekommen, statt der gesamten Filmdatei eine Log-Datei zu synchronisieren, in der einfach nur der aktuelle Stand gespeichert wird? Diese Datei hätte im Vergleich zur kompletten Filmdatei (man denke nur an einen HD-Film mit zwei Stunden Länge, bei dem ja in der Synchronisierung das gleiche passiert) nur einen geringen Bruchteil an Größe, wäre somit also schnell synchronisiert — cool, oder? Das müsste irgendeinem von euch doch schon eingefallen sein, oder?
  6. Hörbücher in der Musik-App 1: Ich höre gerne und häufig Hörbücher auf dem iPad an. Allerdings werden die seit jeher von iTunes und allen darauf basierten Apps etwas stiefmütterlich behandelt und verdienten eigentlich eine eigene App. Doch das schweift ab, denn mir geht es um aktuell bestehende und von mir immer wieder bemerkte (und bedauerte) Probleme. Einerseits stürzt die Musik-App unter iOS 8 derart oft ab, dass es beinahe schon ein Witz ist. Wenn die Synchronisierung eines einzigen Hörbuchs via W-LAN nicht erfolgreich war, wird nicht etwa dem Hörbuch ein gelbes Ausrufezeichen verpasst, nein, dann kann auch kein anderes abgespielt werden. Stattdessen stürzt die Musik-App dann einfach dauernd ab. Selten dämlich! Allein seit Anfang Dezember musste ich aus diesem Grund mehrfach mein iPad neu starten, sonst hätte ich gar nichts anhören können.
  7. Hörbücher in der Musik-App 2: Hörbücher sind meistens ja eine längere Geschichte, da kommt es ganz gut zu Pass, dass iTunes und die Musik-App in iOS sich die jeweils aktuelle Position merken. Zumindest offiziell. Die Praxis sieht dagegen so unzuverlässig aus, dass ich seit über einem Jahr eine manuelle Liste in der Notizen-App führe, in der ich jeden Hörbuch-Endstand gleich nach Beenden des Hörens notiere. Klingt ganz nach „It just works!“ — oder?
  8. Hörbücher in iTunesMatch: Dies ist eher ein Wunsch, doch der Wunsch erwächst aus einem simplen Problem: Alle Musik ist in iTunes Match geladen (zumindest im Idealfall), ich kann sie bei funktionierendem Internet jederzeit laden und abspielen — das ist ein echter Vorteil. Doch Hörbücher sind davon ausgeschlossen (ich vermute, dass es eine komplizierte Rechtslage ist, die Apple zwingen würde, den Hörbuch-Verlagen dann wieder mehr Geld zu zahlen etc.), sehr zum Leidwesen der Nutzer. Denn um nun ein Hörbuch auf mein iPad zu bekommen, muss ich das vom Rechner aus darauf synchronisieren. Ist einerseits umständlich, andererseits unzuverlässig (siehe oben). Wären die Hörbücher ein Teil von iTunes Match, wäre zumindest ein Bequemlichkeitsproblem schon gelöst. Und Bequemlichkeit ist einer der Gründe für iOS. Wer ständiges Gefummel will, der spart sich viel Geld und ist bei Android gut aufgehoben. Wenn ich aber — wie bei Apple — mehr Geld anlege, erwarte ich neben der (leider nicht mehr so ganz vorhandenen) Zuverlässigkeit auch die angenehme Bequemlichkeit. Je mehr Apple an dieser Front schlampt, desto leichter hat es jeder einzelne Android-Anbieter, Apple Marktanteile abzuluchsen.
  9. AirDrop: Eine sehr spannende Eigenschaft von iOS 8 und Mac OS X ist AirDrop, das einen direkten Austausch von Daten aller Geräte im gleichen W-LAN ermöglichen soll. Mit Betonung auf „soll“, denn so richtig klappt das nicht. Meistens klappt es dann nicht, wenn man ganz schnell ein einzelnes Bild oder ein 10-Sekunden-Video austauschen will. Selbst wenn es klappt, ist es oft ein elendig langsamer Prozess. Bei so vielen talentierten Leuten in der Firma sollte es doch möglich sein, diesen Vorgang etwas besser zu strukturieren.
  10. Das AppleHealth-Desaster: Auf dem iPhone ist seit iOS 8 automatisch eine App namens Health installiert. Sie ist fester Bestandteil des Betriebssystems, kann also auch nicht deinstalliert werden. Die Grundidee ist sehr gut: eine zentrale App, die alle gesundheitsrelevanten Daten bündelt. Leider krankt die Umsetzung daran, dass die wenigsten Apps, mit denen ich meine sportlichen Aktivitäten oder meine Ernährung etc. im Blick behalte, damit kooperieren. Meine sportlichen Aktivitäten sammelt ein FuelBand von Nike rund um die Uhr. Das funktioniert ausgezeichnet, nun seit mehr als anderthalb Jahren –– ich bin in diesem System fest verankert und möchte darauf nicht mehr verzichten. Die FuelBand-App ist aber nicht mit der Health-App verknüpft. Somit landen die dort gesammelten Daten nicht in der Sammelstelle. Sie manuell noch einmal zusätzlich einzugeben stellt für mich keinen erstrebenswerten Mehrwert dar, also lasse ich es. Meine Ernährung überwache ich mit CaloryGuard, das mache ich seit Dezember 2010, es funktioniert ausgezeichnet. Diese App kann sogar –– zumindest auf dem Papier –– mit der Health-App kommunizieren. Leider ist die Health-App derart instabil, dass jegliche Lese-/Schreibversuche von CaloryGuard in die Health-App in den letzten Wochen blockiert wurden. Da diese Synchronisierung immer der erste Schritt beim Aktivieren von CaloryGuard ist, blieb die App da über einen Zeitraum von einer Woche jedes einzelne Mal hängen. Also habe ich sie gelöscht (zum Glück habe ich die App auch auf dem iPad und synchronisiere die Datenbank täglich, sonst wären damit alle gesammelten Daten der letzten Tage weg gewesen) und bei der Neuinstallation die Verknüpfung mit AppleHealth verweigert. Seitdem läuft wieder alles super. „It just works!“ in Reinform.
  11. iCloud Drive und Mac OS X Mavericks: Noch eine kleine Horror-Story, die die Unüberlegtheit der aktuellen Software-Veröffentlichungen von Apple perfekt vor Augen führt: iOS 8 kam ein paar Wochen vor Mac OS X Yosemite raus. Alle iWork-Apps unter iOS wollten natürlich sofort auf iCloud Drive umgestellt werden, das war gleich der erste Bildschirm nach dem Neustart der App. Wer das machte, war aber angeschmiert, denn auf dem Mac OS X Mavericks gab es (und gibt es bis heute) kein iCloud Drive –– somit konnten keinerlei Daten zwischen iPad/iPhone und Mac OS X Mavericks via iCloud ausgetauscht werden. Nach dem Software-Upgrade auf dem iPhone bzw. iPad wurde aber nicht ein einziger Hinweis auf diesen Umstand gegeben. Ich wusste davon, weil ich mich über Twitter auf dem aktuellen Wissensstand in dieser Hinsicht halte. Also habe ich bei meinem iPad und iPhone iCloud Drive erst aktiviert, als ich auf dem iMac auch auf Yosemite umgestiegen war. Das klappte dann meistens ganz gut. Meine Frau wusste davon nichts. Ihr iPhone habe ich aktualisiert, dabei habe ich darauf geachtet, iCloud Drive nicht zu aktivieren, dann kam ihr iPad an die Reihe –– und da übernahm sie die letzten Schritte. Zack! Schon war's passiert. Und auch nicht verwunderlich, es gab ja keinen Warnhinweis. Mit der Umstellung verlor sie für die folgenden Wochen jegliche Möglichkeit der Synchronisierung ihrer Daten. Sauber ins Knie gefickt! Die nächsten Wochen musste sie sich jede einzelne Datei, die sowohl auf ihrem iMac als auch auf dem iPad/iPhone sein sollte, per Mail schicken. Man stelle sich vor, sie wäre eine Führungskraft in einem Unternehmen, die täglich mit unzähligen Tabellen und Dokumenten (z.B. Gehaltsabrechnungen etc.) hätte arbeiten müssen, die mehrfach täglich mit einem Server hätten abgeglichen werden müssen. Sie hätte vermutlich den Stecker gezogen und wäre nie wieder bei Apple Kunde gewesen. Nachdem Apple genau wusste, dass eine Synchronisation nicht möglich war, halte ich es für höchst arrogant und ignorant, wie diese Firma, die sich eigentlich den Service am Kunden auf die Fahnen geschrieben hat, in dieser Angelegenheit mit eben diesen Kunden umgegangen ist.

Gerade vor ein oder zwei Tagen hat der Entwickler Marco Arment in einem Blog-Eintrag ziemlich treffend bemerkt, dass Apple eine exzellente Hardware-Abteilung hat, nur scheint die Software-Abteilung nicht mehr hinterher zu kommen. Damit hat er meiner Einschätzung bzw. Erfahrung nach genau ins Schwarze getroffen. Keine andere Firma bringt es auf diese technische Perfektion. Marco Arment schreibt weiter, dass Apple im Moment allerdings dabei sei, seinen „functional high ground“ –– also das hohe Exzellenzniveau –– auf der Softwareseite einzubüßen. Wenn ich mir meine Liste oben ansehe (und ich könnte sie ohne Probleme noch verlängern, die Punkte oben ärgern mich halt im Moment am heftigsten), würde ich gleich einmal zustimmen.

Meinen Blog-Eintrag hatte ich knapp zwei Tage vor dem Blog-Eintrag von Marco Arment begonnen, ihn aber aus Zeitgründen nicht fertig stellen können. Mittlerweile wurden Arments Äußerungen von der sensationsgierigen Boulevard-Presse aufgegriffen, aus dem Kontext gerissen und aufmerksamkeitsheischend zu einer tumben „Apple is doomed.“-Hysterie aufgebauscht. Die Ausmaße wurden so groß, dass Marco Arment sich genötigt sah, sich bedauernd über seinen Blog-Eintrag zu äußern. Das halte ich für falsch, denn ganz offensichtlich lässt sich Apple von unrealistischen Zielvorgaben leiten, die zu einer mittelmäßigen Softwarequalität führt. Ohne echten Druck.

Die mittelmäßige Qualität sorgt letztlich dafür, dass einige Benutzer irgendwann sagen werden: „Wenn es auch so instabil läuft, dann kann ich mir auch ein Samsung/HTC/Acer oder sonst was kaufen, das kostet nur halb so viel, funktioniert aber genauso schlecht.“ –– Darüber sollte sich Apple schon einige Gedanken machen. Noch ist es nicht soweit. Im aktuellen Zustand handelt es sich meistens noch um ein Jammern auf hohem Niveau. Noch.

Aber wie lange noch?

 

Getaggt mit , , , , , , , ,

Ich mag Wikipedia

In der Schule habe ich viele Kollegen, die ein sehr pauschales Urteil über Wikipedia gefällt haben und davon — aus meiner Sicht leider — auch nicht mehr abweichen (wollen oder werden): „Wikipedia ist schlecht.“ Seltsam. Ich finde Wikipedia gut. Klar: Dass man bei einer offenen Plattform, die in der Tat von jedem ans Internet angeschlossenen Menschen verändert werden kann, bei brandaktuellen und kontrovers diskutierten politischen Themen (z.B. Palästina-Israel-Frage, Syrien-Konflikt etc.) kein wirklich ausgeglichenes Urteil erwarten darf, liegt auf der Hand. Aber gerade Bereiche wie die Musik bereits vergangener Epochen — da kenne ich mich halt ganz gut aus und darf mir auf der Grundlage eines 15 Semester langen Musikstudiums wohl auch ein fachkundiges Urteil anmaßen — sind in vielerlei Hinsicht absolut exzellent. Oft findet man hier auch ein recht spezielles Wissen, dass sonst nur in teurer und schwer zu beschaffender Fachliteratur zu zugänglich wäre. Wenn man dann auch noch ein bisschen des Englischen mächtig ist, kann man mit ein bisschen Geschick in der Suche selbst zu exotischen Stücken oder Interpreten noch Informationen auftreiben, die aufgrund ihrer Marginalisierung wohl kaum jemals in einer gedruckten Enzyklopädie auftauchen würden.

Nun möchte ich auch wieder nicht falsch verstanden werden: Wikipedia ist kein Allheilmittel. Aber es ist in den meisten Fällen ein exzellenter Startpunkt. Binnen weniger Minuten kann man sich einen Überblick über ein Thema verschaffen. Durch die klare Gliederung ist es auch möglich, gezielt Unterthemen anzuspringen. Und am Ende werden in den meisten Fällen passende Links zusammengetragen, die ein weiteres Erforschen des Themas ermöglichen. Wie ich schon sagte: Exzellent als Startpunkt. Im Gegensatz zu Kollegen, die den Schülern verbieten (wollen), Wikipedia zu nutzen, die auch keine Wikipedia-Links in den Quellen-Angaben sehen wollen, macht mir das überhaupt nichts aus — solange Wikipedia nicht die einzige Quelle ist.

Ganz ehrlich: Für mich ist Wikipedia die bevorzugte erste Anlaufstelle. Bin ich mir nicht sicher, ob die Informationen zuverlässig sind, vergleiche ich den deutschen mit dem englischen Artikel, denn die sind ja prinzipiell immer von unterschiedlichen Autoren (ein sehr passendes Beispiel für die unterschiedliche Qualität in den verschiedenen Sprachversionen ist der Artikel über den Komponisten Igor Strawinsky: deutsch und englisch). Alternativ gibt es noch die Google-Suche, deren Ergebnisse mit denen von Wikipedia verglichen werden können. Bin ich dann immer noch nicht sicher, gibt es auch noch gedruckte Fachliteratur. Doch in den letzten Jahren bin ich bei dieser Vorgehensweise fast nie enttäuscht worden.

Auf dem Mac benutze ich ein sog. Wikipedia-Frontend namens Wikibot, auf dem iPad Articles. Die Vorteile solcher Programme liegen auf der Hand:

  1. Es gibt einen Verlauf, sodass der Wechsel zu früheren Artikeln sehr schnell und bequem geht. Alternativ kann ich bei Articles mehrere Artikel in verschiedenen Tabs offen halten und dann schnell zwischen ihnen hin und her springen.
  2. Der Wechsel zwischen verschiedenen Sprachversionen ist schnell (mit einem Klick/Tippen) zu erreichen.
  3. Die Gliederung kann in einer Seitenleiste angezeigt werden. So ist das Springen zwischen den Abschnitten besonders flink.

Wikipedia funktioniert ohne genauso gut, aber so ein Frontend ist einfach bequem, vor allem für Leute wie mich, die viel damit arbeiten.

Fazit: Mit etwas Köpfchen eingesetzt ist Wikipedia eine absolut feine Sache.

P.S.: Die Abbildung oben habe ich mit der Mac-App Wordify erstellt.

Getaggt mit , , , , , , ,