Archiv der Kategorie: Kunst

Milanaise Armband (Fake) für die Apple Watch

Schon bei der allerersten Präsentation der Apple Watch fiel mir das ungeheuer schicke Armband namens Milanaise Loop auf: ein echter Hingucker. Wie es bei Apple üblich ist, hat schickes Design seinen Preis. Im Falle dieses Armbands sind es fast 160 €. Zu viel. Leisten könnte ich es mir schon, aber für einen reinen Luxus-Artikel (ein Armband war bei meiner Apple Watch ja schon dabei) unnötig viel Geld.

Das originale Milanaise Armband von Apple – schick, elegant und teuer. Zu teuer für meinen Geschmack. Aber halt doch verlockend schick...

Das originale Milanaise Armband von Apple – schick, elegant und teuer. Zu teuer für meinen Geschmack. Aber halt doch verlockend schick…

Seit Ende Oktober genieße ich meine Apple Watch, von der ich mich auch nicht mehr trennen werde. Doch in der Nike + Edition wird halt ein für sportliche Zwecke nach wie vor unschlagbares Kunststoff-Armband geliefert. Durch dessen Löcher schwitzt man nicht ganz so heftig (bzw. der Schweiß kann leichter abfließen bzw. verdampfen), alles super – zum Rennen werde ich das auch weiterhin tragen. Aber es ist halt nicht so ein Hingucker wie das Milanaise Armband…

In meinem Bekanntenkreis gibt es eine sportliche Dame des medizinischen Gewerbes, die ebenfalls eine Apple Watch besitzt. Wir liefern uns immer wieder nett gemeinte Rivalitäten hinsichtlich der Erfüllung der „drei Ringe“ (Aktivität, Training, Stehen). Sie hat mir einmal ein ganz anderes Armband gezeigt und nebenbei erwähnt, dass sie dieses „ganz billig bei Amazon“ erstanden habe. Und schon war die Idee geboren…

Nicht das Original, dennoch sehr schick – und 140 € billiger...

Nicht das Original, dennoch sehr schick – und 140 € billiger…

…fünf Minuten später war das (Fake) Milanaise Armband für 19,95 € bestellt. Heute kam es an, wurde natürlich sofort ein- und angelegt – und sieht einfach nur rattenscharf aus. Überzeugt euch selbst:

Hier noch kaum zu erkennen (Perspektive ist alles)...

Hier noch kaum zu erkennen (Perspektive ist alles)…

Hier in der prachtvollen Seitenansicht (wer Lust hat: Zoomt mal in das Bild hinein und seht euch das Stahlgewebe genauer an – traumhaft!)

Hier in der prachtvollen Seitenansicht (wer Lust hat: Zoomt mal in das Bild hinein und seht euch das Stahlgewebe genauer an – traumhaft!)

Mit dem neckischen magnetischen Verschluss, der sich absolut stufenlos an jedes Handgelenk anpasst – super!

Mit dem neckischen magnetischen Verschluss, der sich absolut stufenlos an jedes Handgelenk anpasst – super!

Klar, bei einem derart billigen Material darf ich nicht erwarten, dass es mit dem Original konkurrieren kann. Doch eine optische Verbesserung im Vergleich zum Sportarmband stellt es für mich eindeutig dar. Noch dazu kann ich die Weite ganz flexibel meinen jeweiligen Bedürfnissen anpassen. Hach!

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Hotarus Filmchallenge – Oktober 2016

Wer noch nicht weiß, was mit „Hotarus Filmchallenge“ gemeint ist, der sollte bitte hier klicken.

Ich bin zugegebenermaßen etwas zu spät dran für den Oktober, doch beim letzten Punkt musste ich erst eine ganze Weile suchen, um einen Film zu finden, der mir tatsächlich zu diesem Stichwort einleuchten wollte. Die November-Stichwörter werde ich mir dafür schon recht bald zu Gemüte führen, damit sie noch in diesem Monat veröffentlicht werden können.

  • (40) Koffer: Pulp Fiction (weitere Infos) – Natürlich fielen mir sofort alle möglichen „Airport“-Filme, „Einsame Entscheidung“ und der zweite Teil von „Stirb Langsam“ ein, denn selbstverständlich werden am Flughafen viele Koffer abgewickelt und im Flugzeug transportiert. Doch die Koffer spielen dabei faktisch keine Rolle. Also musste ein anderer Film her, in dem ein – vielleicht sogar der – Koffer eine hervorgehobene Stellung innehat. Und dann kam die Erleuchtung: Gab es jemals noch einen Film neben Pulp Fiction, in dem das Geheimnis um den Inhalt eines Koffers im Verlauf des Films trotz der erzeugten Spannung beim Publikum nicht gelöst wurde? Falls dem so sein sollte, ist es mir nicht bekannt. Daher passt dieser Film wie die Faust aufs Auge zum gestellten Thema.
  • (41) Tanz: Footloose (weitere Infos) – Einen heftigen Konkurrenten gab und gibt es: „Singin‘ in the Rain“, doch meine Begeisterung für „Footloose“ hat mich damals selbst überrascht, denn sonst konnte ich mit Tanzfilmen nie viel anfangen – das war/ist einfach nicht meine Welt. Diesen Film mag ich jedoch, weil er so wundervoll den klassischen Generationenkonflikt, hier sogar noch durch eine religiöse Komponente verschärft, darstellt – und eine interessanterweise (mehr oder weniger) glaubwürdige Lösung anbietet. Außerdem durfte Kevin Bacon (der Nachname ist doch wirklich eine Strafe, oder?) dort ausnahmsweise mal einen „Guten“ spielen, sonst habe ich ihn oft nur als Fiesling oder Bösewicht in Filmen wahrgenommen.
  • (42) Behinderung: The Village (weitere Infos) – Im ersten Moment musste ich sofort an „Rainman“ denken, doch mir ist der Film etwas zu langatmig. Noch dazu mag ich Tom Cruise als Schauspieler nicht wirklich. Gerade in diesem Film trägt er (wie meistens) einfach zu dick auf. Stattdessen habe ich mich für „The Village“ entschieden, denn die Protagonistin dieses Films ist blind. Dennoch nimmt sie für ihre große Liebe eine schier unlösbare Aufgabe auf sich. Noch dazu ist der Film mit der vermutlich besten aller Filmmusiken unterlegt, die ich in den letzten 30 Jahren zu hören bekam. Wer die DVD des Films besitzt, sollte sich unbedingt einmal das Special zur Filmmusik (mit der wundervollen Hilary Hahn) ansehen. Umwerfend!
  • (43) Angst: Shining (weitere Infos) – Das Hörbuch war schon sehr starker Tobak, den ich nur im Tageslicht bei der Gartenarbeit im Sommer hören konnte. Die Verfilmung des Stephen King-Romans kann ich mir aber auf gar keinen Fall am Stück ansehen, sie ist mir schlicht und einfach zu gruselig. Kein anderer Film hat mir jemals so viel Angst gemacht. Und das Thema des Films ist ja auch die Angst, sowohl in irrealer Form (Lagerkoller) als auch in reeller Form (Angst vor dem an Lagerkoller leidenden Psychopathen). Da kommen Gleich und Gleich in Perfektion zusammen. Ich verstehe nur zu gut, warum Stephen King diese Verfilmung nicht mochte…
  • (44) Familie: Jumanji (weitere Infos) – Der Film ist derart faszinierend, dass ich ihn bestimmt schon vier- oder fünfmal angesehen habe. Seit dem Tod von Robin Williams konnte ich mich noch nicht wieder überwinden, doch der Tag wird auch kommen. Beide in diesem Film dargestellten Familien werden durch Unglück(e) auseinandergerissen und können nur durch die Überwindung größter Mühen und Gefahren am Ende wieder glücklich vereint werden. Der Zuschauer durchlebt eine intensive Katharsis, die den Abschluss des Films so entzückend erleichternd erscheinen lässt. Leider können meine Kinder den Film frühestens in ein paar Jahren ansehen, im Moment würden sie alle vor lauter Aufregung schreiend aus dem Wohnzimmer rennen…
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52 Wochen – Teil 23 („Warhol-Solera“)

Solera im Warhol-Style – und die Brille macht ganz klar: Love, Peace and Happiness for all mankind...

Solera im Warhol-Style – und die Brille macht ganz klar: Love, Peace and Happiness for all mankind…

Passend zur allmählich einsetzenden Ferien-Entspannung gibt es heute mal einen Haufen Kunst und einen Haufen Blödsinn (aber angenehmen!) auf einmal. Die Idee hatte ich schon vor Wochen, denn in der Kaffeeküche neben unserem Lehrerzimmer in der Schule hängt ein Kunstdruck des bekannten Marilyn Monroe-Bilds von Andy Warhol. Beim Händewaschen warf ich einen Blick darauf – und sofort war mir klar, dass ich das auch einmal ausprobieren muss. Das Ergebnis ist hier zu sehen!

Zur Aktion „52 Wochen“

Seit nunmehr 23 Wochen – Achtung! Bei 26 erreichen wir die Halbzeit! – läuft Zeilenendes Foto-Aktion „52 Wochen“, an der ich teilnehme. Ziel ist es, jeden Sonntag ein neues Selfie oder Portrait einzustellen, wenn man lustig ist, kann man ihm auch ein bestimmtes Motto verpassen – das liegt mir besonders, daher gab es bislang eigentlich ausschließlich Fotos mit einem bestimmten Motto. Die üblichen und allesamt sehenswerten Teilnehmer sind:

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52 Wochen – Teil 18 („Die Hard – Solera-Style“)

Zugegeben, Bruce Willis steht als Schauspieler nicht gerade für gelebte Intellektualität, dafür sind die meisten seiner Filme durchaus unterhaltsam. Einer der absoluten Klassiker, den ich – selbstverständlich auch dank seines brillanten Gegenspielers Alan Rickman – immer wieder mal ansehen kann, ist Stirb langsam.

Für den heutigen Beitrag habe ich mir also eine kleine Hommage ausgesucht, die mir durchaus ein paar Minuten für Retusche-Arbeiten abforderte – und es wären noch deutlich mehr nötig gewesen, um das Endergebnis wirklich zu perfektionieren. Aber so etwas zeitlich Umfängliches kann ich erst wieder in den Sommerferien leisten – vielleicht wähle ich dann noch ein CD- oder Buch-Cover aus, das sich meines Antlitzes als wNürdig erweist…

So, wer also der Meinung ist, in der Casa Solera einfallen und einen groß angelegten Raub inszenieren zu müssen (fragt sich nur, was derjenige denn überhaupt klauen möchte: Unterrichtsmaterial, Kinderspielzeug, Sportartikel…), der muss mit einem heldenhaften Einsatz des einsamen Rächers rechnen…

Stirb Langsam – Solera-Style

Stirb Langsam – Solera-Style

Das originale Poster...

Das originale Poster…

Na, hat schon jemand Angst vor mir bekommen? Ha! Das bringt mich auf weitere Ideen für zu verunstaltende Filmposter…

Zur Aktion „52 Wochen“

Seit nunmehr 18 Wochen läuft Zeilenendes Foto-Aktion „52 Wochen“, an der ich teilnehme. Ziel ist es, jeden Sonntag ein neues Selfie oder Portrait einzustellen, wenn man lustig ist, kann man ihm auch ein bestimmtes Motto verpassen – das liegt mir besonders, daher gab es bislang eigentlich ausschließlich Fotos mit einem bestimmten Motto.

Die üblichen und allesamt sehenswerten Teilnehmer sind:

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San Francisco: Coit Tower

Viel zu lange habe ich nichts mehr über meine Geburtsstadt San Francisco geschrieben. Einige Absätze des heutigen Artikels liegen schon seit Monaten in meinem Entwürfe-Ordner herum, doch es kostet Zeit, sich dieses Themas mit dem gebotenen Ernst und der notwendigen Muse zu widmen. Daher wollte ich keinen Schnellschuss aus der Hüfte loslassen, nur um den Artikel fertig zu bekommen.

Der Coit Tower aus der Luft (Quelle: Apple Maps)

Der Coit Tower aus der Luft (Quelle: Apple Maps)

Mit dem Coit Tower treffen wir heute ein weiteres Highlight San Franciscos, das mir diese Stadt so sehr ans Herz hat wachsen lassen. Im Coit Tower vereinigen sich gleich mehrere kulturell interessante Aspekte, die natürlich auch touristisch ausgeschlachtet werden, doch in diesem Fall ist es gut so, denn sonst hätte am Ende kaum jemand Zugang zu dieser Attraktion.

An manchen Tagen kann es da ziemlich bedrängt zugehen, wir hatten damals (2003) riesiges Glück, denn trotz sonnigen Wetters und milder sommerlicher Temperaturen waren höchsten eine Handvoll Leute zeitgleich mit uns anwesend, was einige ungestörte Fotos ermöglichte.

Geschichte:

Erbaut wurde der Coit Tower im Jahr 1933, verantwortlich für den Bau waren Arthur Brown Jr. und Henry Howard. Der Name des Turms geht auf eine ganz interessante Geschichte zurück:

Lillie Hitchcock Coit, ein Kind aus sehr wohlhabenden Verhältnissen, half den Feuerwehrmännern bei einem Brand in der Nähe des Telegraph Hill, woraufhin sie zu einem Maskottchen der Freiwilligen Feuerwehr San Franciscos wurde. 1929 starb sie und hinterließ der Stadt 100.000 (andere Quellen sprechen von 125.000) Dollar für die Verschönerung der Stadt. Die Summe klingt vermutlich nach heutigen Verhältnissen nicht besonders opulent, zumindest wenn man bedenkt, was allein die Großbaustelle des BER täglich an Geld verschlingt, für damalige Verhältnisse war es aber ein „riesiger Batzen“.

Auf jeden Fall wurde der 64 Meter hohe Aussichtsturm errichtet, der bis heute fantastische Ausblicke auf einen Großteil der Stadt und der Bucht ermöglicht. Davon konnten wir uns persönlich überzeugen. Und davon gibt’s natürlich gleich einiges zu sehen…

Wer nun ein wenig auf den Geschmack gekommen ist, findet weitere Informationen zum Coit Tower hier und hier.

Architektur:

Der Coit Tower soll zwar offiziell nicht so aussehen wie eine aus dem Boden ragende Feuerwehrspritze, zumindest beabsichtigten die Architekten dies nicht. Wenn man ihn sich allerdings ansieht, fällt eine gewisse Ähnlichkeit dennoch ins Auge.

Der Coit Tower – ein bisschen kann man hier schon die stilisierte Spritze eines Feuerwehrschlauchs erkennen...

Der Coit Tower – ein bisschen kann man hier (zumindest meiner Meinung nach) schon die stilisierte Spitze einer Feuerwehrspritze erkennen.

Zumindest geht es mir so. Aber wer es anders sieht, darf mir gerne einen Kommentar schreiben. Gerade visuelle Analogien sind ja ein Gebiet, in dem sich schier unendliche Diskussionen führen lassen.

Aussicht:

Die Aussicht von der Spitze des Coit Tower ist schlicht sensationell. Aus den fast schon unzähligen Bildern habe ich nur eine sehr kleine Auswahl zusammengestellt, die als kleiner Appetizer angesehen werden können, doch einmal einen Trip nach San Francisco zu unternehmen.

Hier ein Ausblick auf die Lombard Street, außerdem sieht man am hinteren rechten Eck noch die Auffahrt auf die Golden Gate Bridge.

Ausblick auf die Lombard Street, außerdem sieht man am hinteren rechten Eck noch die Auffahrt auf die Golden Gate Bridge.

Hier der wundervolle Ausblick direkt auf die Golden Gate Bridge.

Die vermutlich bekannteste Attraktion der City by the Bay: Die Golden Gate Bridge.

Hier der Blick in Richtung der Innenstadt, zentral ist die Needle zu sehen.

Blick in Richtung der Innenstadt, im Zentrum ist die sog. Needle zu sehen.

Und zuletzt noch ein Blick in den himmlischen Sommerhimmel im August 2003...

Zuletzt noch ein Blick in den himmlischen Sommerhimmel im August 2003.

Kunst im Innern:

Beim ersten Besuch wird man fast überwältigt von den atemberaubend schön bemalten Innenwänden im Erdgeschoss. Die Wandmaler ließen sich von Diego Riveras sozialkritischer Malerei inspirieren und bauten zahlreiche „linke“ Elemente in die Wandgemälde ein.

Die Wandgemälde zeigen überwiegend die hart arbeitende Bevölkerung der USA (und diese in einem nicht geringen Ausmaß mit deutlich erkennbarem Migrationshintergrund).

Die Wandgemälde zeigen überwiegend die hart arbeitende Bevölkerung der USA (und diese in einem nicht geringen Ausmaß mit deutlich erkennbarem Migrationshintergrund).

Mensch und Maschine in einem nicht enden wollenden Arbeitsprozess

Mensch und Maschine in einem nicht enden wollenden Arbeitsprozess…

Fleiß und körperlicher Einsatz als durchgehende Motive

Fleiß und harter körperlicher Einsatz sind die durchgehenden Motive.

Sogar die echten Fenster wurden perfekt in die Wandgemälde integriert.

Sogar die echten Fenster wurden perfekt in die Wandgemälde integriert.

Und manchmal schlüpft eine wunderhübsche Frau ins Bild, die durch ihre Schönheit den Coit Tower ganz unerwartet zum Leuchten bringt.

Und manchmal schlüpft eine wunderhübsche Frau ins Bild, die durch ihre Schönheit den Coit Tower noch mehr zum Leuchten bringt…

Fazit:

Der Coit Tower gehört zu den von außen eher unscheinbaren, in seiner Gesamtwirkung aber immens bedeutsamen Attraktionen San Franciscos. Wenn ich mal wieder in der Stadt sein sollte, muss ich die drei Dollar für den Aufzug auf jeden Fall investieren – der Ausblick ist es wert!

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David Bowie: „Blackstar“

Vor ein paar Wochen machte der unerwartete Tod David Bowies in den Medien die Runde. Nur ein paar Tage vorher hatte er sein neues Album „Blackstar“ herausgebracht. Bei Apple Music habe ich gleich damals hineingehört – und nach ein paar Minuten beschlossen, dass es nicht unbedingt die Musik ist, die mich anspricht. Obwohl ich als Musiklehrer sehr bewandert in dieser Thematik bin, konnte ich mit David Bowie nie viel anfangen. Ich hatte Interesse, war nie völlig abgeneigt, aber auch nie so richtig begeistert.

Eigentlich müsste man an dieser Stelle folgerichtig erwarten, dass sich eine weitere Beschäftigung mit „Blackstar“ für mich damit auch schon erledigt hatte. Doch dem war nicht so. Die Klangfarbe am Anfang des ersten Songs (und Titelgeber des Albums) hatte mich irgendwie eingefangen und verfolgte mich. Über Tage und Wochen hinweg. Irgendwann in der letzten Woche brachte ich unsere Jüngste am Abend ins Bett. Während sie allmählich in den Schlaf sank, hörte ich mir den ganzen (fast zehn Minuten langen) Song noch einmal an und las mir dabei die Lyrics durch.

Offizieller Video-Clip auf Vevo

Und dabei machte es „Klick“ in meinem Kopf. Es ist ganz offensichtlich eine Musik, die man nur genießen kann, wenn man sich in der richtigen Stimmung dafür befindet. Dann aber fegt sie einen geradezu weg. Mich zumindest. Was gefällt mir an dem Song nun? Ich habe mich selbst gefragt und die folgenden Punkte gefunden:

  • Vor allem das Intro: Diese sanft wallende Akkordfolge war es, die mich einfing – und bis heute nicht mehr hergegeben hat. Musikalische Verführung vom Feinsten.
  • Das Schlagzeug: Kaum ist die einleitende Akkordbegleitung vorbei, setzt das Drumset mit einem etwas eigenartigen Sound ein, fast möchte man meinen, es handele sich um ein synthetisches (also am Computer programmiertes) Drumset. Noch dazu spielt es einen etwas abstrusen Rhythmus, der nicht in die gängigen Rock-/Pop-Schemata passt. Zu Beginn störte mich das wahnsinnig, denn ich kann dilettantisches Schlagzeugspiel nicht ausstehen (der Grund dafür liegt daran, dass ich vor mehr als zwei Jahrzehnten einen Auftritt mit meiner damaligen Band und einer anderen hatte, deren Schlagzeuger bestenfalls ein unzusammenhängendes Geklopfe abgeliefert hat – auf jeden Fall war es auf grausame Weise ungeeignet, den damals gespielten Songs irgendeine Art von Struktur zu verleihen). Nur hätte sich David Bowie nie einen Dilettanten an die „Schießbude“ gesetzt. Also gab ich dem ungewohnten Pattern ebenfalls eine neue Chance – und wurde durch ein neues Hörerlebnis belohnt… Hier muss man eher wie beim Jazz herangehen – und schon wieder fühlt sich der Song etwas heimischer an.
  • Die häufigen Stilwechsel: Klar, zehn Minuten Popmusik ohne stilistischen Wandel wären vollkommener Geschmacks-Suizid (Entschuldigung). In „Blackstar“ wird der Hörer für seine Geduld mit faszinierend schönen Abschnitten belohnt (z.B. ab 4:35), die vor allem im Kontrast mit anders klingenden Abschnitten hervortreten. Die Kombination macht hier den Reiz aus.
  • Die abwechslungsreichen Klangfarben und Effekte: Selten habe ich eine so geschmackvolle Mischung aus synthetischen, elektrisch verstärkten bzw. elektronisch veränderten und akustischen Instrumenten gehört – alles ergänzt sich zu einer höchst interessanten Mischung. Wie weit die Liebe zum Detail geht, kann man in dem Teil ab 4:35 hören, denn mir drängt sich der Eindruck auf, dass hier z.T. jedes einzelne Wort eine eigene Nachhall-Dauer verpasst bekommen hat. Die Wirkung entfaltet sich auf jeden Fall bei genauem Hinhören.

So, genug geschwärmt. Jetzt solltet ihr die Musik anstellen, die Augen schließen (mir gefällt der Video-Clip nicht sonderlich) und den Song mindestens zweimal gleich hintereinander hören. Hier und da werden euch beim zweiten Durchgang die kleinen musikalischen Juwelen anstrahlen – und jedes weitere Mal legt weitere Schätze offen.

 

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Die „gute“ Seite des Internet

Das Internet ermöglicht viele schöne und wundervolle Dinge, z.B. WordPress mit den netten Menschen, die sich — zumindest in meinem Bekanntenkreis — dort tummeln, kann aber auch ein Ort abgrundtiefen Hasses und verdrehter Wahrheiten, Neid und sexueller Nötigung, Diffamierung und Ausnutzung sein.

Bei Twitter fand ich heute ein Beispiel für die beeindruckend schöne Seite des Internet: Ein Mädchen, das aus der Begeisterung für eine Sache anhand unzähliger Videos einen Tanzstil nicht nur erlernt sondern gleich gemeistert hat. Aber seht selbst!

Ist das nicht höchst faszinierend. Solche Videos zeigen, dass die ursprüngliche Vision des Internet immer noch lebendig ist, anders wäre eine derartige Entwicklung für mich nicht zu erklären…

 

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Entspannendes Zeichnen

Screenshot Pigment

Ein kleiner Screenshot aus Pigment für meine Entspannung

Heute war ein ereignisreicher und relativ langer Tag voller Aktivität, entsprechend müde bin ich. Um noch etwas schneller und effektiver herunterzukommen (der Begriff „Bettschwere“ schlendert gemütlich durch mein Bewusstsein), habe ich meinen Apple Pencil gezückt und in der Pigment-App den Teil eines Bildes ausgemalt. Das ist auf wundervolle Weise entspannend, da man sich während des Ausmalens komplett auf das Einhalten der vorgegebenen Begrenzungslinien konzentriert. Es ist hervorragend. Und auf die Weise können auch Menschen wie ich, der eigentlich zwei linke Hände (in der Kunst) besitzt, ihr Vergnügen empfinden.

Schönen Abend und einen guten Start in die neue Woche!

P.S.: Seit ein paar Tagen spiele ich mit der Runtastic Push-Ups Pro-App herum, heute habe ich auch noch die Runtastic Situps Pro-App geladen, bisher sind beide sehr interessant, wenngleich etwas fies. Vor allem das Berühren des iPads mit der Nase bei den Liegestützen ist… fordernd. Vor allem für ein so breit gebautes Muskelpaket wie mich (*hüstel*)…

P.P.S.: Die Form hat sich weiter stabilisiert. In den letzten Tagen hatte ich einige sehr gute Läufe mittlerer Dauer. Mit meiner aktuellen Lieblings-Playlist auf dem iPad flog ich nur so dahin (na ja, kontrolliertes Torkeln halt). Mal sehen, was die neue Woche so bringt.

Die Form stabilisiert sich.

Die Form stabilisiert sich — das gefällt mir.

Laufstatistik 2016:

  • 17 Läufe
  • Kilometer gesamt: 233,07
  • Laufzeit: 23 Stunden 33 Minuten 42 Sekunden

 

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Aktion: „Gemeinsam lesen“ – 20. Dezember 2015

Meine aktuelle Lektüre

Meine aktuelle Lektüre — sehr zu empfehlen!

Heute kann ich von einem vor zwei Tagen neu heruntergeladenen Buch berichten, das mir auf den wenigen bislang konsumierten Seiten wirklich sehr gut gefallen hat.

Welches Buch liest du gerade und auf welcher Seite bist du?

„Lassen Sie es mich so sagen“ von Georg Schramm, einem der bekanntesten deutschen Polit-Kabarettisten. Aktuell befinde ich mich auf S. 46 von 781 Seiten (iBooks auf dem iPhone).

Wie lautet der erste Satz auf deiner aktuellen Seite?

Zu Beginn betrat ich als Georg Schramm die Bühne nur gelegentlich. (S. 46)

Was willst du unbedingt aktuell zu deinem Buch loswerden?

Urban Priol und Volker Pispers sind in den letzten Jahren meine ständigen virtuellen Begleiter gewesen. Beide habe ich schon einmal live erleben und (weitgehend) genießen dürfen, Urban Priol steht im kommenden Frühjahr sogar noch einmal an, die Karten liegen schon auf meinem Schreibtisch.

Georg Schramm kannte ich nur ganz periphär aus der Sendung „Neues aus der Anstalt“, in der er unter der Leitung von Urban Priol immer wieder sehr gelungene Gastauftritte absolvierte. Vor ein paar Tagen twitterte jemand einen Link zu einem Fernseh-Mitschnitt von Georg Schramm, in dem er die hohlen Phrasen von Politikern so gekonnt und mit einer derart angenehmen Form von intelektueller Polemik zerlegte, dass ich mich umsah, was er noch so alles publiziert hatte. Und da fand ich dieses Buch.

Bereits nach wenigen Seiten war mir klar: Dieses Buch sollten so viele Menschen wie möglich lesen. Zum Einen, weil es wirklich gut geschrieben ist (sowohl auf sprachlich hohem Niveau, als auch was die innere Vernetzung der verschiedenen inhaltlichen Ebenen angeht), zum Anderen, weil es viele politische Gepflogenheiten als mehr oder weniger geschickte Ablenkungsmanöver enttarnt, deren einziger Sinn und Zweck es ist, dem Politiker eine Möglichkeit zu bieten, sich ohne inhaltliche Festlegung aus so ziemlich jeder Affäre zu ziehen.

Georg Schramm schreibt als einen der ersten Sätze in seinem Vorwort, dass er sich gerade mit Bedacht festlegt, um sowohl zu irritieren als auch seinen Standpunkt klar zu machen. Und das gelingt ihm — zumindest bislang — in diesem Buch auf wunderbare Weise. Hut ab!

 

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Ratgeber gibt es viele…

Literatur zum Thema

Meine private Bibliothek zu diesem Themenkomplex

Wenn man sich in Buchläden, bei Amazon oder iBooks umguckt, scheint es eine nie versiegende Anzahl von Ratgebern zu allen möglichen Themen zu geben. Auch das weite Themenfeld der Musik, insbesondere das Üben, werden dabei nicht ausgespart. Ich persönlich habe keine besonders große Affinität zu dieser Art von Ratgebern, denn Papier ist geduldig, schreiben kann man viel, wenn der Tag lang ist – und vor allem: ob das, was sich in gedruckter Form gut liest, dann auch in der Praxis umsetzen lässt, ist wiederum eine ganz andere Geschichte.

Inventur im eigenen Bücherregal

Dennoch wollte ich mal kurz Inventur machen: In meinem Bücherschrank im Arbeitszimmer fand ich immerhin vierzehn Bücher mit einem direkten Bezug zum Üben (gemeint ist: Üben, Proben und/oder Auftreten ist das hauptsächliche Thema des jeweiligen Buchs) und nochmals vier, die das Thema zumindest deutlich anschneiden (z.B. ein Buch über die „Psychologie des Instrumentalunterrichts“). Das ist dann doch eine ganze Menge zu einem vermeintlich einfachen Thema.

Ich beschränke mich bei den folgenden Ausführungen erst einmal auf die vierzehn erstgenannten Bücher, denn diese sind ja direkt auf das Üben bezogen. Diese vierzehn Bücher könnten kaum unterschiedlicher sein: Das kürzeste Exemplar ist die komprimierte Kurzfassung einer Studie (Umfang: 33 Seiten im Din A5-Format), das längste ist ein gebundenes Buch in englischer Sprache (Umfang: 271 Seiten).

Erfahrungen mit den Büchern

Ich habe in alle Bücher zumindest hineingelesen. Manche waren faszinierend geschrieben, die konnte man sowohl anwenden als auch leicht lesen, andere waren geradezu krampfhafte Ansammlungen chaotisch zusammengewürfelter Tipps und Ratschläge, die sich gegenseitig widersprachen (z.B. wenn auf der linken Buchseite steht: „Immer im Originaltempo üben, damit man sich dieses möglichst intensiv einprägt!“ und die rechte Seite dagegen hält: „Unbedingt langsamer üben, um immer die volle Kontrolle über jeden Teil der Bewegungsausführung zu behalten!“ – wie soll man das nun anwenden?), andere waren in ihrer Herangehensweise schlicht zum Kaputtlachen (für Kenner: „Effortless Mastery“ von Kenny Werner, schon der Titel ist ein Widerspruch allererster Güte, fast so gut wie „Die McDonalds-Diät“) oder aber auf ästhetischer Ebene sehr ansprechend (so hatte man schon allein aufgrund der Aufmachung des Buchs Lust, es immer wieder in die Hand zu nehmen).

Persönliches Fazit

Interessant ist, dass bei allem, was da geschrieben steht, eine innere Überzeugung in mir gereift ist, die bislang keiner der Autoren widerlegen oder „ausstechen“ konnte: Wenn es was werden soll, muss man sich hinsetzen und so lange daran arbeiten/üben, bis es klappt. Nichts anderes hilft.

Klingt nach Pädagogik pur, gell? Jetzt aber mal Spaß beiseite: Hat schon mal jemand von einem erfolgreichen Musiker gehört, der besonders viele Bücher über das Üben gelesen hat? Eher nicht so. Wohl aber haben etliche Leute schon von Musikern gehört und gelesen, die Tag für Tag etliche Stunden Übezeit abgerissen haben. Und das ist nun einmal das Rezept zum Erfolg: Harte Arbeit.

Anekdoten-Zeit

Eine kleine Anekdote aus meinem eigenen Leben: Ungefähr in der zehnten Klasse war bei mir der Entschluss gereift, die Musik zum Zentrum meines beruflichen Lebens zu machen. Ab da übte ich Tag für Tag mindestens drei Stunden, während der Kollegstufe, damals also Klasse 12 und 13, kam ich auf ca. vier bis fünf Stunden. Im Studium stieg das auf z.T. über sieben Stunden an. Jeden Tag. Und komischerweise hatte ich während des ganzen Studiums keinen Bedarf für derlei Ratgeber über das Üben. Wenn etwas nicht ging, blieb ich einfach so lange stur dabei, bis es ging.

Einmal im Unterricht nahm mein Professor ein herumliegendes Übetagebuch (auch eine Sache, die ich nie führen musste, um meine Ziele zu erreichen) eines Kommilitonen zur Hand, blätterte interessiert und durchaus belustigt darin. Plötzlich legte er es weg und sagte nur: „Der übt zu wenig.“ Der Kollege, um den es ging, war absolut kein schlechter Trompeter, aber er litt gerade zu der Zeit an ein paar Ansatzproblemen. Üben und Spielen waren für ihn dadurch etwas mühsamer als für die meisten anderen – eine frustrierende Situation. Aber der einzig sinnvolle Weg aus dieser Krise war nun einmal, viel zu üben und zu spielen. Nur so konnte sich der Körper auf die veränderten Bedingungen einstellen und sie so verinnerlichen, dass sie auch „live“, unter Druck und ohne zusätzlichen gedanklichen Aufwand abrufbar wurden. Und dafür übte er damals zu wenig.

Streichholzmethode

Sollte einer meiner vielen Leser auch ein Musiker sein, kann ich eine Übemethode vorschlagen, die wirklich garantiert funktioniert (vorausgesetzt, man schaltet auch das Hirn ein):

  • Man nehme eine Packung Streichhölzer und leere sie auf den Tisch aus, die leere Packung stelle man sich hin.
  • Dann wird geübt, zuerst nur in dem Tempo, in dem die Stelle, um die es geht, auf jeden Fall funktioniert.
  • Für jeden erfolgreichen Durchgang wandert ein Streichholz in die leere Schachtel hinein. Bei jedem fehlerhaften Durchgang fliegt eines (verschärft: zwei oder drei, für die ganz Harten: alle) wieder raus.

Ich garantiere: Wenn die Packung voll ist, läuft die Stelle. Und damit es nicht heißt: „Ja, auf dem (virtuellen) Papier klingt das ja immer toll, wie schaut es mit der Praxis aus?“ Ich habe diese Methode für mich selbst schon oft angewandt, auch einige Schüler mussten schon da durch — es fühlt sich im jeweiligen Moment katastrophal an, aber so wird die frisch angelegte Spur im Gehirn gleich so durchlässig gemacht, dass es dann wirklich gut sitzt.

Klingt ein bisschen nach „Holzhammer“, ist es sicher auch – dafür klappt’s damit auch wirklich.

 

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