Archiv der Kategorie: Kreativität

Gehört: „Ulysses“ von James Joyce

Liebevoll und aufwändig produziert: „Ulysses“ von James Joyce als Hörbuch.

Liebevoll und aufwändig produziert: „Ulysses“ von James Joyce als Hörbuch.

„Ulysses“ gehört zu den literarischen Werken, die mich aufgrund ihres Bekanntheitsgrades, des Autors (von dem ich in meiner Schul- und Studienzeit bereits drei andere Bücher gelesen und genossen hatte) und der Erzähltechnik („Stream of Consciousness“) schon lange faszinierten.

Weg mit dem (gedruckten) Buch

Die gedruckte Buchfassung hatte ich gut 20 Jahre im Regal stehen, bis mir klar wurde, dass ich sie nie lesen würde, schon gar nicht in dieser Darreichungsform. Meine Lesegewohnheiten sind in den letzten sieben Jahren derart stark auf iPhone und iPad umgemünzt worden, dass ich mich mit einem „normalen“ Buch in der Hand zwar nicht unwohl fühle, mir aber sofort klar ist, dass ich es eben nicht ständig (im Sinne von 24 Stunden am Tag) bei mir trage. Und in dieser Hinsicht schlägt das iPhone alle anderen Lesegeräte. Noch dazu ist der Kontrast auf dem Bildschirm derart hoch, dass ich auch schon seit gut fünf Jahren meine Lesebrille nicht mehr benötige. Zurück zum Buch: Die Druckfassung habe ich über Momox im letzten Jahr verkauft, aber das Interesse an „Ulysses“ als Werk blieb ungebrochen. Also langte ich vor ein paar Wochen tief in meine Taschen und leistete mir für gut 38 € im iTunes Store das beinahe 40 Stunden lange Hörbuch – pro Stunde ungefähr ein Euro, das ist aus meiner Sicht akzeptabel.

Hörbuch deluxe

Es ist eine wirklich grandios produzierte ungekürzte Fassung mit ca. 40 unterschiedlichen Sprechern (allerlei Geschlechts), die sich teils in kurzen Abschnitten, teils in wirklich langen Passagen abwechseln. Auch handwerklich ist das Hörbuch äußerst gut gemacht, denn es spielt – beim Laufen habe ich das durch die AirPods natürlich sehr deutlich gemerkt – auch mit dem Panorama: Bei Passagen, in denen sich die Sprecher in kurzem zeitlichen Versatz ergänzen, wird mehrfach zwischen linkem und rechtem Kanal hin und her gewechselt. Nötig wäre das natürlich nicht, aber ein interessanter Effekt ist es allemal.

Fazit: Die Hörbuch-Produktion ist sowohl hinsichtlich der Sprecher als auch der Audio-Qualität absolut makellos und ihr Geld zweifelsohne wert.

Das „Werk“

Vorwarnung: Ich „oute“ mich gleich als völliger Kulturbanause.

Anders als die Hörbuch-Produktion konnte mich das Werk – vielleicht auch aufgrund einer gewissen Reife, die ich mir mittlerweile schamlos zugestehen darf – nur wenig mitreißen. In den letzten Monaten/Jahren habe ich sehr viel gelesen und noch mehr gehört. Wenn mir etwas gefiel, habe ich darüber gebloggt, wodurch den Lesern meines Blogs ziemlich leicht fallen dürfte, meine literarischen Interessensgebiete einzugrenzen:

  • Unmengen an Science Fiction (z.B. „Krieg der Klone“ von John Scalzi oder die „Space Troopers“-Reihe von P. E. Jones)
  • viel Action (z.B. die „Cotton Reloaded“-Serie)
  • (leichter) Horror (vor allem die späteren Werke von Stephen King wie „Die Arena“ oder auch „Dreamcatcher“)
  • viel Humor (z.B. „Das Rosie-Projekt“ von Graeme Simsion)
  • gerne auch alles in Kombination
  • oder natürlich Fachbücher über sportliche oder Gesundheits-Themen.

Gerade bei den Romanen und Kurzgeschichten geht es mir aber darum, die Charaktere in ihrer Interaktion zu erleben, Anteil an ihren Motiven und den Umständen, die sie zum Handeln zwingen, zu nehmen, sie zu verstehen und meist auch innerlich zu bewerten – das macht Literatur ja so großartig: Sie kann uns unterhalten, uns bewegen und zum Nachdenken anregen. Außerdem schätze ich es sehr, wenn die Handlung zügig vorangetrieben wird.

„Ulysses“ dagegen ist – oberflächlich betrachtet – die Verkörperung der Banalität, denn es geht letztlich um nichts. Das sage ich nicht verächtlich, eher bedauernd. Faktisch folgt die Geschichte (es ist ja noch nicht einmal eine richtige Geschichte…) einen Tag (für die Puristen: einen Tag und ein Stück des folgenden Morgens) lang einer Person („Leopold Bloom“), zeigt seine Interaktionen mit einer Vielzahl anderer Menschen, dessen Gedanken und die der anderen Personen auf – vermag aber mit wenigen Ausnahmen kaum, mich zu interessieren. Der Grund ist die bereits erwähnte Banalität. Der Schluss des Buchs ist ja ein gut 40 Druckseiten langer innerer Monolog der Ehefrau („Molly Bloom“). James Joyce hat versucht, einen tatsächlichen Gedankenstrom nachzustellen, was ihm sicher auch gelungen ist. Doch leider sind unsere alltäglichen Gedanken mit Unmengen an Banalitäten angefüllt. Viele Menschen – ich sicher eingeschlossen – denken ziemlich oft an ganz normale körperfunktionale Dinge (z.B. „Ich muss demnächst mal wieder auf’s Klo…“ und dergleichen). Es ist ja schön, das einmal exemplarisch zu begreifen, wenn aber ein gut zweieindreiviertel Stunden langer Abschnitt eines Hörbuchs fast nur um derlei Themen kreist (und es ist wirklich so, dass Molly sich in diesem langen Abschluss-Gedankenstrom nur über Sex, die Gestaltung ihrer Wohnung, Sex, Shopping, Sex, Toilettengänge, Sex, Körperpflege, ihre eigene verschrobene Selbstwahrnehmung, Sex und dergleichen Gedanken macht) nimmt es die Wirkung einer Tortur an.

In „Geisterbrigaden“ lässt John Scalzi einen ähnlichen Gedankengang ablaufen:

Passt irgendwie perfekt, oder?

Passt irgendwie perfekt, oder?

Beim Laufen war es sogar noch viel schlimmer. Der schleppend langsame Verlauf dieses einen Tages (literarisch ja nun auf 38 Stunden ausgedehnt) zieht sich gefühlt doppelt so lange hin, wenn man sich des Morgens durch die noch recht düstere Ostalb bewegt. Mit dem richtigen Hörbuch „fliege“ ich (gefühlt) nur so über die Straßen und Wege, mit „Ulysses“ kroch ich wie eine Schnecke.

Die Erzähltechnik und die Wortwahl sowie der unverkennbar gebildete Ansatz, der nicht zuletzt durch die eingesetzten mindestens fünf Sprachen (ich konnte Deutsch, Englisch, Französisch, Italienisch und Latein erkennen) zutage tritt, sind die Elemente, die mich begeistern konnten. Hier und da schuf James Joyce sogar geradezu brüllend komische Passagen, wie zum Beispiel die Kutschfahrt nach dem Requiem für Paddy Dignam, bei der die Fahrgäste sich in einen wahren Lachrausch hineinsteigern.

Wie ich schon geschrieben habe: Ich bin wohl ein Kulturbanause. Denn selbstverständlich ist mir völlig klar, dass ein derart fähiger Autor wie James Joyce niemals in seinem Leben so viel Zeit und Mühe dafür geopfert hätte, nur Banalitäten anzusammeln. Das Werk ist durchzogen von einem feinen Netz literarischer, sozialer und historischer Anspielungen. Mein Banausentum besteht nun darin, dass mir das – geradeheraus gesagt – scheißegal ist. Momentan mag ich Bücher, die ich in die Hand nehmen und mich selbst für eine Weile darin verlieren kann. Ich suchte Unterhaltung und fand Bildung. Und genauso spröde, wie das klingt, war es leider auch.

Fazit:

Das Werk ist faszinierend, aber nicht für mein aktuelles Ich. Dieses sucht nach Unterhaltung, die das Werk in der für mich attraktiven Form nicht oder nur an wenigen Stellen zu bieten vermag. Dass ich mir die volle Länge gegönnt habe, zeigt, dass es mir durchaus ernst mit dem Buch war, doch ist mir jetzt eindeutig nach leichterer Kost, die meinem simplen Geist eher entgegen kommt. In einigen Jahren gibt es einen erneuten Anlauf, vielleicht sogar in Form eines iBooks mit zusätzlicher Sekundärliteratur, denn faszinierend ist das Werk nach wie vor auf einer intellektuellen Ebene – nur weiß ich, dass ich in den kommenden Jahren erst einmal kein Verlangen habe, mich dem Werk noch einmal so zu nähern.

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abc Etüden (April 2017)

Die drei Schlüsselbegriffe für die Minimalstory: „Duschvorhang“, „Leichenschmaus“, „Frühlingsgefühle“

Die drei Schlüsselbegriffe für die Minimalstory: „Duschvorhang“, „Leichenschmaus“, „Frühlingsgefühle“

In meiner WordPress-Timeline habe ich in den letzten Tagen mehrere Beiträge zur Aktion abc Etüden entdeckt. Ausgegangen ist die Aktion von „Irgendwas ist immer“ (hier), doch erst der dritte Beitrag aus meiner Timeline schaffte es, mich zur Teilnahme zu bewegen. Der Link zur Aktion – für weitere Teilnahmewillige – findet sich hier. Die aktuellen Wortvorgaben sind: „Duschvorhang“, „Leichenschmaus“ und „Frühlingsgefühle“. Alle drei Begriffe sollen in der Minimalgeschichte vorkommen, mehr als zehn Sätze sollen es nicht werden.

Und hier ist er nun, mein erster Beitrag (ich habe nur acht Sätze gebraucht). Seit der Schule habe ich keinen „kreativen“ Text mehr geschrieben, den außer mir jemand gelesen hätte. Ich bin verständlicherweise etwas aufgeregt…

Duschvorhang – Leichenschmaus – Frühlingsgefühle

Nichts ahnend betrat ich nackt, wie ich stets zu schlafen pflege, im morgendlichen Prä-Kaffee-Taumel das Bad. Meine Augen, eigentlich noch überhaupt nicht auf Dauerbetrieb eingestellt, weiteten sich zuerst nur ein wenig, als ich bemerkte, dass bereits Licht im Bad brannte, dann riss ich sie weit auf, denn da erst erkannte ich, wer hinter dem Duschvorhang unter den heißen Wasserströmen stand. Hände voller Seifenschaum, feucht, nein nass von Kopf bis Fuß – ein Anblick, der selbst einem zölibatär lebenden Eremiten spontan Frühlingsgefühle eingehaucht hätte. Mein Körper reagierte sofort, vergaß von einer Sekunde auf die andere die eben noch so erdrückende Müdigkeit, ließ beeindruckend schnell einen deutlichen anatomischen Wandel offensichtlich werden. Doch noch bevor ich weitere Schritte ergreifen konnte, hörte ich hinter mir das Tappen kleiner Kinderfüße, zögerlich zwar, doch auch unaufhaltsam. Heiß durchzuckte mich der Gedanke, in welch pochendem Zustand sich ein prominenter Teil meiner Anatomie befand. Meine Augen weiteten sich noch weiter, Panik brandete in mir auf. Da erklang die Stimme hinter dem Duschvorhang, der Situation wie immer bewundernswert gewachsen: „Denk an den Leichenschmaus…“

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Gehört: „Odd Interlude“ von Dean Koontz

Ein günstiges Dreierpack mit „Odd Thomas“-Hörbüchern – da konnte ich nicht widerstehen.

Ein günstiges Dreierpack mit „Odd Thomas“-Hörbüchern – da konnte ich nicht widerstehen.

Dean Koontz gehört zu den Autoren, deren Werke ich seit meiner Jugend immer wieder gelesen habe. Und seit ein paar Jahren habe ich seine Bücher für mich wiederentdeckt (hier) und auch darüber hinaus gleich mehrere neue, mir bis dato unbekannte Romane von ihm gelesen.

Die „Odd Thomas“-Reihe

Eine dieser Neuentdeckungen ist die Odd Thomas-Reihe (zur wahrhaft exzellenten Verfilmung des ersten Buches habe ich mich hier geäußert), die ihren Reiz für mich vor allem aus zwei Elementen zieht: Ein faszinierender, geradezu enigmatischer Protagonist, der gleichzeitig ein erklärter Antiheld und dabei doch der vollkommenste aller Helden ist (eben weil er keiner sein möchte), und ein Erzählstil, der zwischen betont sachlich-kühl und frech-aufmüpfig, aber immer aus der Protagonistenperspektive (und da mit einem gehörigen Schalk im Nacken), schwankt. Beide Elemente machen die ganze Romanreihe zu einem spannenden und (durch das viele Grinsen und Auflachen) entspannenden Erlebnis.

Inhalt

„Odd Interlude“ ist dabei der fünfte Roman der Serie. Obwohl ich auch das Buch habe (das sogar in deutscher Sprache), lag für das morgendliche Laufprogramm das Hörbuch so viel näher, also wählte ich dieses. Zum Glück laufe ich mit den AirPods, sodass auch die englische Sprachfassung jederzeit klar verständlich in meinen Gehörgängen landete. Und was war ich begeistert!Zum Inhalt äußere ich mich nur ganz kurz:

Odd und seine Begleiterin landen in einem kleinen Nest an der kalifornischen Küste, in dem ganz offensichtlich etwas ganz und gar nicht geheuer ist. Die Anwohner verhalten sich seltsam, scheinen von einem Moment zum nächsten in eine gänzlich andere Stimmung zu verfallen – Odd wird den Verdacht nicht los, dass die Menschen durch irgendetwas oder irgend jemanden kontrolliert werden. Also macht er sich auf die Suche danach.

Und wie immer glänzt Dean Koontz durch seine fantastischen Ideen, die man vorher kaum hätte absehen können. Auch die an den genau passenden Momenten eingeschobenen absurd komischen Äußerungen des Protagonisten verfehlen nie ihre Wirkung auf mich.

Fazit

Alles in allem handelt es sich bei „Odd Interlude“ um eine sehr gute Fortsetzung der Odd Thomas-Reihe, die ich mir in Zukunft sicher noch das eine oder andere Mal anhören werde. Im Gegensatz zum Lesen gleiten meine Gedanken bei Hörbüchern gelegentlich etwas ab, noch dazu morgens um kurz vor fünf, wenn ich auf dem Laufband meinen Puls von den knapp unter 50 bpm auf das Zweieinhalbfache (oder mehr) hinauf jage… Insofern schadet es überhaupt nicht, ein so gutes Hörbuch auch noch einmal anzuhören. Aber in diesem Pack kommen ja erst noch zwei andere, die gehört werden wollen – und ich werde berichten.

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Von der kreativen Kraft einer Deadline

Immer wieder stoße ich im Internet (vor allem auf Twitter) auf das weithin bekannte Duke Ellington-Zitat, in dem er trefflich sagt:

Ich brauche keine Zeit, ich brauche eine Deadline.

Eines der besten Zitate, das meine Arbeits-Situation nicht selten perfekt umschreibt.

Eines der besten Zitate, das meine Arbeits-Situation nicht selten perfekt umschreibt.

Heute ist so ein Tag, an dem ich genau nach dem Motto arbeite. Jeden Freitag um 13:00 h beginnt die Big Band-Probe in meiner Schule. Letzte Woche habe ich großspurig verkündet, bis nächste Woche (von heute aus: morgen) sei das neue Stück „sicherlich fertig“. Doch dann…

  • Samstag: Tag der offenen Tür (oder „Grundschulinfotag“), von 8:00 bis 13:30 h durchgehend nur am Rennen und Machen, Organisieren und Musizieren. Danach: Müde zum Umfallen, keine Chance mehr, etwas in kreativer Hinsicht gebacken zu bekommen.
  • Sonntag: Vorbereitung für drei Klassen (jeweils Doppelstunden), Fertigstellen einer Korrektur (zum Glück eine relativ kleine Klasse). Da kam ich immerhin ein bisschen zum Arrangieren.
  • Montag: Schule von 7:45 bis 15:30 h, die Jüngste vom Hort abholen, Haushalt (da hatte meine Frau ihren Tag der offenen Tür), ab 19:00 h war ich so platt, dass ich schon das Abendessen nur mit halb geöffneten Augen hinbekam.
  • Dienstag: Mein Vorbereitungstag, denn da habe ich nur zwei Stunden Unterricht. Dafür ist der Mittwoch immer sehr lang und voll, also musste ich alle vier Klassen für den Mittwoch hinbekommen. Das Arrangieren/Komponieren trat ganz kurz.
  • Mittwoch: Langer Tag, entsprechend platt danach, außerdem musste auch noch der Donnerstag vorbereitet werden. Uffffffffff…
  • Donnerstag/heute: Vormittag durchgehend, daheim um kurz vor 14:00 h, Essen, dann Arrangieren/Komponieren ohne größere Pausen.

Doch ich bin zuversichtlich, das Stück morgen fertig mit in die Probe nehmen zu können. Dieser Blog-Eintrag war ein dringend benötigter Prokrastinationsvorwand, so bekomme ich den Kopf frei und neue Ideen hinein…

Ein kleiner Ausschnitt aus dem neuen Stück, mal sehen, wie es mit „echten“ Instrumenten klingt.

Ein kleiner Ausschnitt aus dem neuen Stück, mal sehen, wie es mit „echten“ Instrumenten klingt.

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Ein Ort, 12 Monate – 01 – Februar 2017

Zeilenende hat mich und ein paar andere wieder zu einem neuen Projekt zusammengetrommelt, dieses Mal in einem etwas lockereren Rhythmus als die Selfie-Geschichte, die mich jeden Sonntag ereilte. Ziel des neuen Projekts ist es, einen Ort ein Jahr lang zu begleiten, jeweils am letzten Sonntag im Monat wird dieser Ort in seinem dann aktuellen Zustand dargestellt. Faszinierende Idee, da muss ich natürlich wieder mitmischen!

Ziemlich bald hatte ich eine Idee, die Ästhetik und Pragmatismus auf geschickte Weise miteinander verknüpfte: Der im vergangenen Sommer neu gestaltete Abschnitt unseres Gartens (hier), der sich jedoch immer noch nicht in einem vorzeigbaren Zustand befindet. Einerseits befindet er sich draußen, wo dann natürlich die Jahreszeiten einen erheblichen Wandel herbeiführen werden. Andererseits werde ich, kaum dass es draußen hinsichtlich der Temperaturen angenehmer geworden ist, auch wieder einige Veränderungen bzw. Ausgestaltungen vornehmen, für die mir am Ende des vergangenen Sommers einfach die Kraft/Lust fehlte. Insofern sollte sich im Lauf des Jahres da einiges tun, wodurch ich mir einen gewissen Unterhaltungswert für die Interessenten an dieser Aktion verspreche.

So, nun also ohne weitere Worte die drei Perspektiven, die ich wöchentlich präsentieren werde: (1) Von der Terrasse aus, (2) vom Rand des neu angelegten Abschnitts aus um die Hausecke, (3) vom Woodport aus auf die drei Etagen.

Von der Terrasse aus...

Von der Terrasse aus…

Vom Rand um die Hausecke...

Vom Rand um die Hausecke…

...und vom Woodport aus.

…und vom Woodport aus.

Die weiteren Teilnehmer verlinke ich ab der kommenden Woche, wenn sich dann definitiv herauskristallisiert hat, wer alles teilnimmt.

Nachtrag: Den Titel habe ich noch verändert (aus „Platz“ wurde „Ort“), außerdem werde ich einfach auf Zeilenendes Beitrag verweisen, der alle weiteren Teilnehmer verlinkt.

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Gehört: „Space Troopers“ von P. E. Jones

Vor kurzem erst berichtete ich von meinem Spontankauf des sog. „Collector’s Pack“ von Timothy Stahls Werwolf-Saga „Wölfe“ (hier). Im gleichen Zuge – ich konnte ja nicht wissen, ob mir „Wölfe“ auch wirklich gefallen würde, besorgte ich mir aus dem iTunes Store auch gleich noch den Sammelband der ersten sechs Episoden von „Space Troopers“ von P. E. Jones.

Kleinere Parallelen zu „Starship Troopers“ gehören zum Genre, dennoch gehört „Space Troopers“ von P. E. Jones zu meinen aktuellen Science Fiction-Favoriten.

Kleinere Parallelen zu „Starship Troopers“ gehören zum Genre, dennoch gehört „Space Troopers“ von P. E. Jones zu meinen aktuellen Science Fiction-Favoriten.

P. E. Jones

Erst nach ein paar Tagen begann ich eine Internetsuche nach „P. E. Jones“, denn von diesem Autor hatte ich vorher nie etwas gehört. Und siehe da: P. E. Jones ist nur ein Pseudonym, hinter dem sich eine deutsche Schriftstellerin verbirgt (siehe hier oder hier). Irgendwie hatte ich mir vom Schreibstil her immer einen männlichen Autor vorgestellt, aber dieser Irrtum stört nicht weiter, solange die Geschichten nur so schön spannend sind…

Space Troopers

Space Troopers ist ein außerordentlich gelungener, rasant erzählter und aufregend futuristischer Mix aus Filmen wie Alien, Aliens – Die Rückkehr, Starship Troopers und dem Computerspiel Starcraft. Ausgehend von einem überraschenden Einstieg, in dem der Protagonist noch wie ein echter Antiheld daherkommt, begleitet man ihn und seine Teamkollegen während der Ausbildung und der Einsätze. Parallel gibt es in den „Zwischenspielen“ noch die Perspektiven der politischen Strippenzieher sowie anderer für die Weiterentwicklung der Gesamtgeschichte notwendigen Akteure.

Zusätzlichen Pepp erhält die Serie durch die kybernetischen Aufbesserungen, die der Protagonist zuerst durch eine Notamputation, später durch die unbedacht eingegangenen vertraglichen Verpflichtungen erfährt. Das erweitert sowohl die Perspektive des Akteurs wie auch des Lesers/Hörers, die Geschichte wird dadurch auf eine ganz neue Ebene gehoben.

Mit dem Sammelband der ersten sechs Episoden bin ich so gut wie durch, zum Glück warten bereits neun weitere Episoden auf mich. Hoffentlich setzt sich die Geschichte genauso spannend fort!

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Noch eigenartiger…

Vor ein paar Tagen wies ich auf eine recht eigentümlich positionierte Litfaßsäule in meiner Nachbarschaft hin (hier). Heute kamen wir erneut beim Spazieren dort vorbei, da fiel mir etwas noch viel komischeres auf: Selbst die Rückseite, die eigentlich nur zu einer sehr großen Weide zeigt, auf der die Auerochsen grasen, ist plakatiert:

Hier ist selbst die Rückseite plakatiert – doch wer sieht die?

Hier ist selbst die Rückseite plakatiert – doch wer sieht die?

Um das in die richtige Perspektive zu setzen, habe ich ein Foto von der Straße aus gemacht:

Außerordentlich effektiv angebracht...

Außerordentlich effektiv angebracht…

Immerhin haben mich die Kommentare vom letzten Eintrag schon auf einige heiße Spuren gebracht, welchem Zweck dieses Bauwerk, das sich ganz offensichtlich nur als Litfaßsäule tarnt, dienen könnte:

Vielleicht gibt’s nach diesen neuen Informationen auch noch weitere Ideen oder Hinweise…

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Sonntags-Schmunzeln

Gerade habe ich bei Twitter etwas gefunden, gleich bei YouTube nachgesehen, denn das muss ich einfach teilen. Es ist so gnadenlos süß, dass es sicher nicht nur meinen Sonntag ein wenig verschönert!

So herrlich!

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Gesehen: „James Bond 007: Skyfall“

James Bond 007: Skyfall — endlich habe ich ihn mir angesehen!

James Bond 007: Skyfall — endlich habe ich ihn mir angesehen!

Zeitverzögert

Bei manchen Filmen bin ich immer ein wenig später dran als die Allgemeinheit, zum Glück stört es mich nicht im Geringsten, erst nach Ablauf einer ganzen Weile einen Film zu sehen, den ich als Jugendlicher gefühlt sicher sofort hätte sehen müssen. Bei den Bond-Filmen bin ich nun immer noch einen hinten dran, doch ich habe Zeit und Geduld…

Die „Craig-Bonds“

Insgesamt muss man den Bond-Filmen mit Daniel Craig attestieren, dass sie den Action-Aspekt deutlicher als alle Vorgänger in den Vordergrund stellen, wofür — leider — der feine Humor, der beispielsweise die Bond-Filme mit Roger Moore zu meinen Favoriten machte, etwas (streckenweise sogar weit) zurückgedrängt wurde. So sehr ich die rasante Action schätze, für mich sind die Craig-Bonds dahingehend unübertroffen, so sehr vermisse ich dieses fein ausgewogene Pendel zwischen Ironie/Humor und Action. Das ist sicher eine Frage des Zeitgeschmacks, anscheinend bin ich da irgendwie in den 80er-Jahren stehen geblieben…

An der dritten Bond-Komponente, dem zu entziffernden Rätsel, hat sich nichts geändert. Im Gegensatz zu den früheren Bond-Filmen, in denen oft schon sehr früh klargestellt wird, was der Titel zu bedeuten hat (z.B. bei „Goldeneye“), muss man sich bei „Skyfall“ bis etwa 20 Minuten vor Ende des Films gedulden. Das hat mir gefallen.

Gleichzeitig wirkt James Bond in der Darstellung von Daniel Craig immer deutlich fragiler als die früheren, vor Selbstsicherheit und Arroganz nur so strotzenden Versionen (vor allem bei Sean Connery und Roger Moore). Mehr als je zuvor wird trotz der Härte der Action der zerbrechliche menschliche Aspekt des Agenten beleuchtet, wodurch die Action einen emotionalen Widerpart findet (womöglich blieb dabei der Humor auf der Strecke), der die Filme geschickt ausbalanciert. Ohne diese psychologische Komponente wären die Craig-Bonds ziemlich tumbe Action-Filme ohne Tiefe.

Gleichzeitig ist es aus Sicht der gesamten Serie absolut verständlich, wenn nicht gar sinnvoll, den Charakter so anzulegen, denn die Craig-Bonds stellen ja eine Art Vorgeschichte (neudeutsch auch „Prequel“ genannt) zu den früheren Filmen dar. Die spätere Selbstsicherheit bzw. Arroganz des Doppelnull-Agenten ist dann wie das Resultat der inneren Kapitulation vor der Gewalt, die nun einmal sein gesamtes Leben beherrscht, zu deuten. Zumindest erscheint es mir so ganz schlüssig.

Skyfall

Insgesamt ist „Skyfall“ meiner Meinung nach ein sehr gelungener, zügig und energiereich inszenierter Action-Knaller mit einer wehmütigen und gleichzeitig nostalgisch verklärten Schlusswendung (Stichwort: „Moneypenny“).

Grundsätzlich dreht sich die Geschichte darum, einem ehemaligen MI6-Agenten namens Raoul Silva, der entdeckt hat, dass die andere Seite des Gesetzes für ihn viel spannender und schöner ist, dingfest zu machen bzw. in seiner Zerstörungswut zu stoppen, denn der hat es in äußerst mörderischer Absicht auf „M“, Bonds Chefin, abgesehen. Und dieses Ziel verfolgt er ohne Rücksicht auf Verluste. Zusätzlich gewürzt wird die Handlung durch einen anfänglichen Ausstieg Bonds aus dem Geheimdienst, weil er sich nach einer vermeintlich tödlichen Verletzung längere Zeit nicht zum Dienst zurückmeldet.

Positiv aufgefallen sind mir vor allem die folgenden Aspekte:

  • Endlich geht ein Bond-Film intensiver auf die Familiengeschichte der Bonds ein! Hier und da gab es ja immer ein paar Anspielungen, doch nie so detailliert wie in „Skyfall“. So wird geschickt der Charakter des Geheimagenten vertieft, ohne vom hauptsächlichen Handlungsstrang abzulenken. Bedenkt man, dass es sich um den 23. Film einer seit mehr als 50 Jahren fortgesetzten Filmreihe handelt, ist das durchaus eine willkommene Abwechslung.
  • Die in diesem Zuge (Charaktervertiefung) verwendeten Landschaftsaufnahmen aus den schottischen Highlands sind schlicht umwerfend!
  • Der Titelsong von Adele ist gleichzeitig modern und doch hörbar an den typisch opulenten Stil der frühen Bond-Songs angelehnt. Geschickt wurde die charakteristische Bond-Harmoniefolge (mit der kreisenden chromatischen Melodielinie) in die Begleitung der Strophe eingebaut – sehr schön!
  • Die Verneigung vor den früheren Filmen, z.B. in Form des Aston Martins, der während der Flucht vor dem Bösewicht aus einer versteckten Garage geholt wird, stellt eine weitere Verbindung zur Bond-Tradition dar. Es ist für mich auch gleich die lustigste Stelle im Film, als James Bond seiner Chefin scherzhaft damit droht, sie mittels Schleudersitz aus seinem Aston Martin zu befördern — ich glaube, zuletzt kam der in „Goldfinger“ zum Einsatz… Herrlich!

Negativ aufgefallen ist mir eigentlich nur eines: Der neue „Q“ kommt als jugendlicher Nerd in meinen Augen total unglaubwürdig rüber. Gerade in einem so traditionsversessenen Land wie England müssten schon wahre Wunder geschehen, bis so ein „Jungspund“ zu einer derartigen Position im MI6 aufsteigen könnte. Da seine Rolle in „Skyfall“ insgesamt sehr klein ausfällt, macht das nicht viel aus. Dennoch wird dieser Charakter sicher ein Element in den kommenden Bonds werden, das mir ein wenig Magengrimmen verursachen könnte.

Fazit

Alles in allem ein wirklich sehenswerter Bond-Film, der sich gleichzeitig gut in die Traditionen einfügt, dabei aber auch neue Elemente geschickt ins Spiel bringt. Ein bisschen Spannung hat mich ja schon gepackt, wie denn die Reihe insgesamt (ab dem 25. oder 26. Film) fortgesetzt werden soll. Speziell als britischem Agenten gehen Bond langsam aber sicher die Konfliktherde aus (na ja, vielleicht könnte die EU ja angesichts des Brexit zum neuen „Schurkenreich“ aufsteigen). Und irgendwann nutzt sich die „Terroristen oder ehemalige Kollegen“-Schiene auch ein wenig ab. Wie gesagt: spannend.

Mal sehen, wann ich mir „Spectre“ ansehen kann. Meinetwegen darf da noch ein gutes Jahr ins Land ziehen. Eventuell greife ich ihn auch erst später – wie schon „Skyfall“ – für 4€ bei einer iTunes-Aktion ab…

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Solera auf dem Dach

Heute habe ich es tatsächlich geschafft, das komplette Dach des Woodport (ich berichtete) mit Dachpappe zu verdecken, alles ordentlich zu vernageln bzw. festzutackern, dann sogar noch alle eventuellen Nässe-Schwachstellen komplett zu verkleistern bzw. zu verspachteln – und dann kam da noch eine Heldentat der besonderen Art hinzu…

Schön ist es nicht, aber die Perspektive hat sonst kaum jemand. Daher kam es mir eher auf die Funktionalität an. Und die konnte ich hoffentlich herstellen...

Schön ist es nicht, aber die Perspektive hat sonst kaum jemand. Daher kam es mir eher auf die Funktionalität an. Und die konnte ich hoffentlich herstellen…

Wenn das jetzt nicht dicht ist, bekomme ich echt die Krise...

Wenn das jetzt nicht dicht ist, bekomme ich echt die Krise…

Gelernt habe ich bei diesem „ersten Mal“ so einiges, dazu gehören zum Beispiel die folgenden Highlights:

  • Nie ohne Schutzbrille den Kleber auftragen, das Zeug ist zähflüssig „wie die Sau“ und spritzt wie ein (männlicher) Pornostar. Meine Hände und Arme brauchten vorhin gute 20 Minuten der Intensivbehandlung, um wieder sauber zu werden…
  • Ebenfalls nie ohne Schutzbrille den Rand einer besandeten Dachpappe fürs Festtackern umbiegen, wenn man direkt darunter steht. Das könnte sonst zu leichten Sichtschwierigkeiten führen…
  • In der Sonne wird’s heiß.
  • Je länger desto heißer.
  • Vor allem wenn die Haarpracht nicht mehr ganz so intakt ist…
  • Eine Leiter benötigt einen festen Stand.
  • Mit allen vier Füßen.

Ach ja, ich hätte fast die „Heldentat“ meinerseits vergessen. Der Tacker wollte keine U-Nadeln ausspucken. Also drückte ich… und drückte… und drückte… Irgendwie passte der Winkel für mein Handgelenk nicht ganz so gut, also hielt ich den Tacker näher an meine Hüfte. In der Retrospektive ist mir klar, dass das eigentlich der Idealfall für ein Fail-/Pannenvideo bei YouTube gewesen wäre, doch irgendwie löste sich dann tatsächlich eine U-Tackernadel und – na ja – tackerte sich an mir fest. Zum Glück nur oberflächlich. Aber aua!

Geplant war das sicher nicht, dafür aber eine sehr „einprägsame“ Erfahrung. *Hüstel*

Geplant war das sicher nicht, dafür aber eine sehr „einprägsame“ Erfahrung. *Hüstel*

Gut, damit wäre dann ein für alle Mal festgestellt, dass ich der geborene Handwerker bin. Ich rühme mich jedoch damit, weder vom Dach noch von der Leiter gefallen zu sein. Außerdem bin ich tatsächlich zuversichtlich, dass es dieses Mal ein dichtes Dach sein sollte. Wenn ich im nächsten Jahr wieder mit so etwas anfangen sollte, habe ich mich geirrt.

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