Gehört: „Needful Things – In einer kleinen Stadt“ von Stephen King

Vor zwei Tagen zu Ende gehört...
Vor zwei Tagen zu Ende gehört: Needful Things – In einer kleinen Stadt

Im letzten Sommer habe ich den Roman voller Genuss gelesen. Wie so oft besorgte ich mir dann auch noch das Hörbuch, um die Geschichte bei Gelegenheit auf dem Laufband oder bei der Hausarbeit noch einmal entspannt – ohne den (vermeintlichen) Druck, auf jedes Detail achten zu müssen, da man ja nie weiß, an welcher Kleinigkeit sich später ein neuer Handlungsstrang festmachen könnte – genießen zu können.

In den letzten Wochen fanden die Kommunionsfeierlichkeiten unserer Mittleren statt, für die einiges an Arbeit im Haushalt anstand: Ein mehr oder weniger kompletter Hausputz, das Planen und Vorbereiten der Speisen, Proben für die musikalische Umrahmung und dergleichen mehr. Alles in allem ja nicht schlimm, sogar notwendig – aber mit hohem Zeit- und Arbeitsaufwand verbunden. Und gerade bei intellektuell so ansprechenden Tätigkeiten wie dem Aufräumen und Säubern von Wohnzimmer, Keller und Küche, dem Schnipseln von Gemüse zur Herstellung meines vegetarischen (nein, veganen!) Chilis kommt ein Hörbuch gerade recht. Und da mir die Geschichte ja schon vertraut war, stellte „Needful Things“ eine sehr gute Wahl dar.

Kurzfassung des Inhalts

Über den Inhalt muss ich mich nicht ellenlang ausbreiten, die Kurzform lautet: Der Teufel kommt in der Gestalt von Leland Gaunt, dem Besitzer eines Ladens namens „Needful Things“, nach Castle Rock, einem kleinen (und natürlich fiktiven) Nest in Maine. Er betreibt ein interessantes Geschäft: Durch sein Insider-Wissen über die geheimen Sehnsüchte und Bedürfnisse seiner Kunden bringt er diese dazu, ihm für geradezu absurd wenig Geld und das Versprechen, einem anderen Mitbürger einen von Mr. Gaunt festgelegten „kleinen Streich“ zu spielen, die Gegenstände, derer sie schon lange insgeheim habhaft werden wollten, zu erwerben. Durch die Streiche und Gefälligkeiten spinnt Gaunt ein Netz von Intrigen über die Stadt, wodurch nach und nach immer mehr Personen gezielt gegeneinander aufgebracht werden. Schon nach kurzer Zeit sterben die ersten Personen. Doch noch versteht keiner das dahinter liegende Muster, sodass die Situation sich im Sinne einer langen und heftigen Schluss-Klimax weiter verschärfen kann. Am Ende stehen dem Sheriff nur ein paar wenige Personen zur Seite, die die Gefahr erkannt haben und sie gemeinsam bannen wollen…

Fazit:

Das Grundkonzept ist sehr einfach, daher funktioniert es auch unter Garantie. Beeindruckend ist für mich immer wieder neu Stephen Kings Fähigkeit, die Geschichte so aufzubauen, dass nicht zu früh alles klar ist (auch wenn man früh eine Ahnung entwickelt), gleichzeitig baut er die Chraraktere durch allmähliches Preisgeben von Informationen schön auf und aus. Im Fall des Hörbuchs muss man David Nathan, der in den letzten Jahren die meisten Romane Stephen Kings als Hörbücher eingelesen hat, ebenfalls als herausragend bezeichnen, denn er versteht es geradezu perfekt, den unterschiedlichen Akteuren Leben einzuhauchen und den Erzählbogen schön gespannt zu halten. Herrlich!

 

Glückwunschkarte Marke Eigenbau

Am Montag wird meine jüngste Nichte getauft. Beim letzten Einkauf gab es bei der Auswahl von Glückwunschkarten nur die Auswahl zwischen extrem hässlich und extrem kitschig. Nichts davon taugte uns. Also beschloss ich kurzerhand, selbst aktiv und kreativ zu werden.

Zuerst musste ein halbwegs ordentlicher Hintergrund her, also zückte ich mein iPad Pro und den Apple Pencil, wählte in der Paper-App erst die Farbrolle, um weite Teile des Hintergrunds gleichmäßig einzufärben, danach kam der Pinsel an die Reihe, um diesen sterilen (da gleichmäßigen) Hintergrund wieder natürlich aufzulockern. Damit bin ich auch einigermaßen zufrieden. Allzu oft komme ich ja leider nicht dazu.

Dann ging's flugs an das Ornament: Grüne Ranken mit ebensolchen Blättern und orange-gelben Blüten. Auch hiermit bin ich zufrieden. Bis hierher ist das ein schönes Bild, das man auch für andere Zwecke gebrauchen könnte. Sollte jemand Bedarf haben, bitte: nur zu (allerdings nicht zu kommerziellen Zwecken).

Hintergrund mit Ornament
Hintergrund mit Ornament – bis hier bin ich ganz zufrieden.

Und dann kam die Schrift. Und was bin ich froh, die obige Datei dupliziert und nur mit dem Duplikat weiter gearbeitet zu haben. Ganz zufrieden mit der Schrift bin ich nicht. Sie hat zwar den beabsichtigt rustikalen Charakter, doch irgendwie fehlt mir das richtige Maß. Vielleicht muss ich da später noch in einer anderen App ran und das mit einzelnen Ebenen anlegen, die ich dann jeweils verschieben kann. Mal sehen, wie fit ich heute oder morgen Abend bin. Sollte sich noch etwas ändern, stelle ich das Bild auch noch ein.

Mit der Schrift geht die Zufriedenheit flöten...
Mit der Schrift geht die Zufriedenheit flöten...

 

Routine? – Pustekuchen!

Blick auf den Terminkalender
Ein Blick auf unseren Terminkalender in einer *ganz normalen* Woche...

Bei Routine scheiden sich ja die Geister: Die einen können nicht ohne, weil der automatisierte Ablauf vieler alltäglicher Tätigkeiten Kapazitäten freilegt, die dann für andere Dinge (beispielsweise kreative Tätigkeiten) nutzbar werden. Andere wiederum lehnen Routine grundsätzlich als Quelle allen Übels ab, weil sich gerade bei den immer gleichen Abläufen über längere Zeiträume hinweg Fehlerquellen in eigentlich gut funktionierende Handlungsmuster einschleifen können.

Ich gehöre eindeutig zur ersten Kategorie: Mein Alltag ist so voll mit Terminen (nicht nur eigenen, da sind ja noch drei Kinder mit Musikschule, Sportverein etc.), dass ich feste Abläufe dringend benötige, um darüber hinaus auch nur ein Minimum an kreativer Entfaltung (z.B. in Form dieses Blogs) und Muse (beim Musizieren, Lesen etc.) ausleben zu können. Meiner Frau geht es genauso.

Und dieses Kalenderjahr ist in dieser Hinsicht irgendwie verhext. Gerade vor ein paar Tagen haben wir gemeinsam überlegt und kamen überein, dass in diesem Kalenderjahr noch keine einzige Woche einfach nur im „normalen Alltagswahnsinn“ ablief. Immer kamen noch Sondertermine hinzu, zum Teil Aktivitäten, die fast den ganzen Tag oder einen eigentlich dringend zur Entspannung benötigten Abend auffraßen. Natürlich zusätzlich, nicht im Austausch für entfallene andere Termine. Und das nagt im Moment an uns.

Jetzt könnte man ja gleich argumentieren: „Aber ihr seid doch Lehrer, ihr habt doch so viele und so lange Ferien. Da könnt ihr euch doch immer wieder erholen und alles aufarbeiten.“ Dabei vergessen die meisten, dass ja viele Einrichtungen zur Kinderbetreuung in der Zeit auch die Pforten schließen oder verkürzte Öffnungszeiten haben, sodass es sich schlicht nicht lohnt, die Kinder für die Ferientage dort einzubuchen. Und wenn drei Kinder permanent um einen herum fegen und immer wieder (zum Teil im Zwei-bis-Drei-Minuten-Takt) Forderungen stellen, dann fällt es sehr schwer, liegen gebliebene Arbeit mal eben so abzuarbeiten. Noch dazu muss ich ganz ehrlich einen gewissen Altersanteil mittlerweile einrechnen: Zu Beginn aller Ferien benötige ich erst einmal ein paar Tage, um wieder auf „normal Null“ zu kommen. Knalle ich mir die Ferien zu voll, bin ich danach noch weniger erholt – und dann schlägt der vermeintliche Alltag mit unglaublicher Brutalität zu.

Das soll jetzt partout kein Motz-Blogeintrag werden, denn mir geht es absolut nicht um erbettelte Sympathien. Eigentlich schwebt mir etwas ganz anderes vor: Mich interessiert eher, ob auch andere (vor allem andere Eltern) den Eindruck haben, dass sich immer mehr Vereine, Ensembles und Organisationen anscheinend gezwungen (oder auch nur „moralisch verpflichtet“) sehen, andauernd durch abendfüllende oder Wochenende verschlingende Extra-Termine auf ihre bloße Existenz hinzuweisen. Vielleicht fehlt mir da auch ein speziell für diese Dinge entstandenes Lust-Gen, aber ich kann einer Veranstaltung wie einem (in diesem Fall natürlich fiktiven) „Elternstammtisch Karate“ oder einem „Elternabend Kinderturnen“ so rein gar nichts abgewinnen – am allerwenigsten nach einem vollen Arbeitstag und danach erledigter Unterrichtsvorbereitung (und eventuell sogar noch Korrekturen). Da bräuchte ich ein zusätzliches Akkupack…

Auch hier möchte ich nicht falsch verstanden werden: Es gibt haufenweise Leute, die diese Abendtermine gut und wichtig finden – denen möchte ich den Spaß daran nicht verderben. Auch gibt es etliche Termine, die einen guten Rahmen bieten, um sich auszutauschen und organisatorisch einiges voranzutreiben. Aber die implizite Aufforderung und Anklage – „Nimm teil – sonst trägst du nichts zu unserer gemeinsamen Sache bei!“ – nervt mich unglaublich.

Hier würde mich ein Feedback wahrlich interessieren…

 

Ein außergewöhnlicher Samstag

Manch einer mag es bemerkt haben: Ich habe mich hier in der letzten Woche ziemlich rar gemacht. Dahinter steckte keine böse Absicht, es war einfach eine derbe anstrengende Woche. Doch es gab auch einige Höhepunkte, einen davon gibt es im Anschluss gleich einmal zu lesen.

Der vergangene Samstag war ein eigenartiger Tag, in ihm vereinten sich sehr viele gegenläufige Strömungen, von völliger Entspannung bis zu endgültiger Erschöpfung war alles dabei.

Luxus-Schlaf

Nachdem sich die fünf Wochentage vor dem Samstag dieses Mal erheblich anstrengender angefühlt hatten als sonst – wobei ich im Detail nicht einmal sagen kann, was im Einzelnen den Ausschlag dafür gab –, gönnte ich mir am Samstag ein langes Ausschlafen (also bis 7:21 h). Ich war am Freitag Abend bereits um 21:45 h im Bett, daher kam ich auf eine Schlafenszeit von über neuneinhalb Stunden. Ich glaube, das hatte ich in den letzten Monaten nie erreicht. Und es tat gut, denn ich erwachte von selbst und konnte mich sofort voller Tatendrang aus dem Bett schwingen.

Laufen der besonderen Art

Nach einem ruhigen Einschwingen in den Tag machte ich mich auf dem Laufband an einen der allmorgendlichen 15 Kilometer-Läufe. Doch trotz Erholung und eines leichten Frühstücks wurde mir nach etwa fünf Kilometern recht plötzlich schummrig. Ich fühlte mich zittrig – und das in einer der erholsamen Phasen (bei 9 km/h) des laufenden 15-Kilometer-Programms. Nicht schön.

Ich unterbrach den Lauf und begab mich in die Küche, packte erst einmal die Schokolade aus und aß zwei Rippen. Dann folgten noch ein paar Kekse und etwas zu trinken (mit Koffein, mehr muss ich wohl nicht ergänzen). Nach ungefähr 15-20 Minuten Pause war ich wieder fit, zitterte nicht mehr und startete erneut, dieses Mal halt noch die fehlenden 10 Kilometer, jedoch mit gemütlichem Tempo (zwischen 8 und 10 km/h, mit einem absoluten Überhang der geringeren Geschwindigkeit). Klappte alles gut.

Ausgeflippte Kinder

Wir nähern uns nach und nach dem Höhepunkt des Samstags. Um ihn aber erreichen zu können, ist es wichtig, sich einen Umstand ins Gedächtnis zu rufen: Wir haben drei Kinder. Der Höhepunkt, auf den ich zusteure, ist der Besuch beim Kabarettisten unserer Wahl, doch können wir vor allem die Jüngste nicht allein zuhause lassen. Also hatten wir meine Mutter zur Betreuung eingeladen – das machen wir höchstens ein- oder zweimal im Jahr, denn allein für die einfache Strecke benötigt sie mehr als anderthalb Stunden Fahrt. Hier klappte es aber glücklicherweise.

Nur waren die Kinder völlig aus dem Häuschen – und das schon Stunden vorher. Vor allem die Jüngste freute sich wie eine Schneekönigin. Zwischen den Nachfragen, wann denn „endlich“ die Oma komme, lagen zunehmend kürzere Zeitintervalle (auch eine seltsame Wortkombination: zunehmend kürzer). Doch auch das überlebten wir (die Oma übrigens ebenso).

Urban Priol in Heidenheim

Um 18:50 h machten wir uns dann aus dem Staub und ließen Kinder und Mutter zurück. Nach knapp 35 Minuten Fahrzeit entstiegen wir in Heidenheim unserem Automobil und durften uns erst einmal zweihundert Meter durch ekelhaften Schneematsch zum Congress Centrum durchschlagen. Die Mühe lohnte sich jedoch, denn zu unserer beider Überraschung lagen unsere Karten fast ganz in der Mitte der ersten Reihe. Quasi „Angesicht zu Angesicht“ mit Urban Priol!

Blick von unseren Plätzen
Der Blick von unseren Plätzen auf die Bühne – Hmmmmmmm!

Vor etwa zwei Jahren hatten wir ihn dort schon einmal gesehen/gehört, was schon sehr gut war, aber an diesem Samstag hatte er wohl zusätzlich so richtig gute Laune. Und das war schlicht fabulös. Inklusive der etwa zwanzigminütigen Pause füllte er beinahe exakt die drei folgenden Stunden aus. Und es handelte sich um ein wahres verbales Feuerwerk. Purer Genuss!

(Na ja, fast purer Genuss… Für uns Frühaufsteher und den-ganzen-Tag-Durchwurschtler ist eine Veranstaltung, die um 20:00 h beginnt, schon recht hart an der Grenze. Wenn sie dann tatsächlich volle drei Stunden in Anspruch nimmt und danach noch 35 Minuten Heimfahrt winken, kann man mit dem Kopf genießen und gleichzeitig mit dem Körper Qualen – die „ruhelosen Beine“ und die ständig neu zufallenden Augen – ausstehen… Aber angesichts des tollen Programms handelt es sich hier vollständig um ein „Jammern auf hohem Niveau“.)

Im Anschluss besorgten wir uns direkt bei ihm zwei signierte Ausgaben der neuesten Doppel-CD („Tilt! 2015 – Der etwas andere Jahresrückblick“), eine für uns, eine für die tapfere Betreuerin, die sich mit drei überdrehten Kindern einen Abend um die Ohren schlagen musste.

Laufstatistik 2016

  • 46 Läufe
  • Kilometer gesamt: 674,35
  • Laufzeit: 65 Stunden 35 Minuten

 

Ich und die Schnapszahlen…

Ich bin kein extremer Fall, doch den einen oder anderen Tick habe auch ich. Vor einigen Monaten habe ich bereits einen Blog-Eintrag über meine Manie beim Aufhängen von Wäsche berichtet: Es geht einfach nur, wenn zwei zusammengehörende Socken auch zwei zusammenpassende Wäscheklammern bekommen. Lieber suche ich noch eine Minute nach einer passenden Klammer, als die Socken mit unterschiedlichen Klammern aufzuhängen. Das geht einfach nicht.

Beim Laufen achte ich am Ende – zumindest, wenn ich nicht unter Zeitdruck stehe – sehr genau darauf, eine schöne Abschlusszahl bei den Kilometern zu erreichen. Hoch im Kurs stehen z.B. 15,15 km oder auch 15,51 km. Lustigerweise geht die Spinnerei meinerseits manchmal auch für meinen Geschmack zu weit, denn dann bemühe ich mich, durch geschicktes Anpassen der Steigung eine Gleichzeitigkeit von Distanz und verbrauchten Kalorien zu erreichen (für beides gibt es eine Anzeige auf dem Laufband-Display). Wenn ich also sehe, dass die Distanz schneller wächst als die verbrauchten Kalorien, erhöhe ich – wirklich nur sehr selten, meistens habe ich mich in dieser Hinsicht völlig unter Kontrolle – schnell die Steigung, was auch mal anstrengend werden kann… Aber es sieht halt einfach besser aus.

Heute habe ich eine schöne Zahlenkombination gesehen, von der ich gleich ein Foto machen musste. Die passt quasi perfekt zu meiner Vorliebe für derartige Angleichungen.

Schöne Zahlenkombination
So eine schöne Zahlenkombination, da geht mir das Herz auf!

Hat noch jemand hier so lustige Schrullen? Und könnt ihr sie auch so gut wie ich unterdrücken? *Hüstel*…

 

Die „gute“ Seite des Internet

Das Internet ermöglicht viele schöne und wundervolle Dinge, z.B. WordPress mit den netten Menschen, die sich — zumindest in meinem Bekanntenkreis — dort tummeln, kann aber auch ein Ort abgrundtiefen Hasses und verdrehter Wahrheiten, Neid und sexueller Nötigung, Diffamierung und Ausnutzung sein.

Bei Twitter fand ich heute ein Beispiel für die beeindruckend schöne Seite des Internet: Ein Mädchen, das aus der Begeisterung für eine Sache anhand unzähliger Videos einen Tanzstil nicht nur erlernt sondern gleich gemeistert hat. Aber seht selbst!

Ist das nicht höchst faszinierend. Solche Videos zeigen, dass die ursprüngliche Vision des Internet immer noch lebendig ist, anders wäre eine derartige Entwicklung für mich nicht zu erklären…

 

Analog-Spammer und Hörgewohnheiten

Ich muss an dieser Stelle ein kleines Geständnis ablegen: In meiner Jugend – also vor wirklich langer Zeit – war ich ein Analog-Spammer. Was ich mit Emails oder iMessages noch nie gemacht habe – eine Nachricht an alle Email-Adressen in meinem Adressbuch zu schicken –, auf analogem Wege war ich ein Sünder. Und – es schmerzt auf moralischer Ebene noch bis heute – ich wurde dafür auch noch bezahlt.

Bevor jetzt hier ein falscher Eindruck von meiner Person (von der ich mir insgesamt doch ein sehr positives Bild gemacht habe) aufkommt: Ich verteilte Werbezettel. Für mich als Schüler war das – zumindest bei schönem Wetter – eine sehr angenehme Möglichkeit, das Taschengeld aufzubessern (vom Winter schweige ich hier lieber). Meine Mutter hat sich sicher gefreut, dass ich – als geborene Couch-Potato – damals meinen Hintern für ein paar Stunden an die frische Luft verfrachtete. Meine Geschwister waren froh, den lärmenden (Blechbläser und E-Gitarrist, das sagt alles!) Bruder aus dem Haus zu haben – und ich hörte die gesamte Austragdauer Musik.

Ganz ehrlich: Das war wertvoller als das Geld. Mein Billig-Walkman-Imitat von Woolworth (9,90 DM) war zwar eine echte Katastrophe, der spätestens ab der Hälfte der Batteriekapazität zu leiern anfing, doch so konnte ich ungestört ein Album nach dem nächsten durchhören. Manche Kassette habe ich so oft durchgehört, dass ich das Band irgendwann aufgrund übermäßiger Abnutzung entsorgen musste.

Gleichzeitig hat mich diese Erfahrung in einer Hinsicht stark geprägt: Ich bin ein Album-Hörer. Das ist typisch für die Trennung zwischen Pop- und Rockmusik, denn erstere ist singleorientiert (im Zeitalter von iTunes und Streaming-Diensten ein hoffnungslos überholter Begriff), letztere albumorientiert. Nicht zuletzt bei den in der Rockmusik so weit verbreiteten „Konzeptalben“ zeigt sich der Fokus auf das Gesamtwerk, nicht das einzelne Stück.

Zurück zu meiner Hörgewohnheit: Bis heute suche ich mir – von ein paar Ausrutschern abgesehen – immer das gesamte Album heraus. Natürlich schälen sich einzelne Stücke als Lieblinge heraus, doch die feine Abstimmung der Stücke aufeinander, in die die Musiker viel Zeit und Herzblut investieren, geht an mir nicht spurlos vorbei.

Geht es euch auch so? Ich bin schon gespannt auf Kommentare…

 

Entspannendes Zeichnen

Screenshot Pigment
Ein kleiner Screenshot aus Pigment für meine Entspannung

Heute war ein ereignisreicher und relativ langer Tag voller Aktivität, entsprechend müde bin ich. Um noch etwas schneller und effektiver herunterzukommen (der Begriff „Bettschwere“ schlendert gemütlich durch mein Bewusstsein), habe ich meinen Apple Pencil gezückt und in der Pigment-App den Teil eines Bildes ausgemalt. Das ist auf wundervolle Weise entspannend, da man sich während des Ausmalens komplett auf das Einhalten der vorgegebenen Begrenzungslinien konzentriert. Es ist hervorragend. Und auf die Weise können auch Menschen wie ich, der eigentlich zwei linke Hände (in der Kunst) besitzt, ihr Vergnügen empfinden.

Schönen Abend und einen guten Start in die neue Woche!

P.S.: Seit ein paar Tagen spiele ich mit der Runtastic Push-Ups Pro-App herum, heute habe ich auch noch die Runtastic Situps Pro-App geladen, bisher sind beide sehr interessant, wenngleich etwas fies. Vor allem das Berühren des iPads mit der Nase bei den Liegestützen ist… fordernd. Vor allem für ein so breit gebautes Muskelpaket wie mich (*hüstel*)…

P.P.S.: Die Form hat sich weiter stabilisiert. In den letzten Tagen hatte ich einige sehr gute Läufe mittlerer Dauer. Mit meiner aktuellen Lieblings-Playlist auf dem iPad flog ich nur so dahin (na ja, kontrolliertes Torkeln halt). Mal sehen, was die neue Woche so bringt.

Die Form stabilisiert sich.
Die Form stabilisiert sich — das gefällt mir.

Laufstatistik 2016:

  • 17 Läufe
  • Kilometer gesamt: 233,07
  • Laufzeit: 23 Stunden 33 Minuten 42 Sekunden

 

Ferienende und die endlose Suche nach DEM Rezept

Mit dem gestrigen Tag endeten die sog. „Ferien“. Halt, warum benutze ich dieses kleine und fast schon unscheinbar hinzugefügte Wörtchen „sog.“ vor dem Substantiv „Ferien“? Ganz einfach: Weil Ferien als Lehrer immer etwas anderes sind als noch damals, vor einer gefühlten Ewigkeit, in der Zeit als Schüler.

Ferien sind nur anders verpackte Arbeitszeit

In diesen Ferien musste ich das Abitur vorbereiten, genauer gesagt: das Fachpraktische Abitur. Die diversen Verordnungen zur Durchführung des Abiturs geben ganz genau vor, dass exakt acht Wochen vor dem Prüfungstermin die individuell festgelegten Pflichtstücke bekannt gegeben werden. Dazu muss natürlich im Vorfeld mit den Instrumentallehrern gesprochen/geschrieben werden, um eine für den jeweiligen Schüler passende Auswahl zu erhalten. Aus diesem Fundus legt man als Kursleiter dann wiederum ein Stück fest, welches genau acht Wochen vor der Prüfung bekannt gegeben wird. Das hat in diesen Ferien satte drei Tage Organisation, Emailschreiben und Telefonate mit sich gebracht.

Dann habe ich für eine Klasse, die ich erst im zweiten Halbjahr unterrichte, einen Großteil des Materials, das sich über die letzten fünf bis zehn Jahre etabliert hat, überarbeitet, weil mir gerade in den letzten zwei Jahren immer wieder kleinere Mängel an der einen oder anderen Stelle aufgefallen sind. Diese sind nun behoben, aber es waren wieder zwei Tage.

Für meine Big Band und den vierstündigen Kurs müssen noch ein paar Stücke neu arrangiert werden. Bislang habe ich dafür nur einen kompletten Arbeitstag geopfert, aber heute und morgen werde ich noch einmal Zeit investieren müssen.

So, und das waren nur ein paar der schulischen Dinge. Aber es sind, nein waren, ja Ferien.

Kinder daheim

Was die Ferien als vermeintliche Entspannungszeit spürbar einschränkt, ist die Tatsache, dass auch die Erzieherinnen und Betreuer in Kindergarten und Hort einmal eine kleine Auszeit benötigen. Ich gönne sie ihnen vollkommen. Und doch ist es ganz schön anstrengend, wenn man sich auf die Arbeit konzentrieren will, alle drei bis fünf Minuten aber ein Kind ins Arbeitszimmer schleicht und sich mehr oder weniger gnadenlos aufdrängt.

Am harmlosesten ist die Bitte: „Darf ich mir ein Hörbuch anmachen?“ – Das gewähren wir Eltern gerne, denn wir müssen eigentlich gar nichts tun, die Kinder können das Apple TV komplett alleine bedienen.

Nur für eine sehr kurze Ablenkung sorgt: „Kannst du mir ein Ausmalbild ausdrucken?“ – „Na klar, was hättest du denn gerne?“ – „Irgend etwas mit einer Prinzessin…“ – Zwei Minuten später darf der Drucker das von DuckDuckGo gelieferte Ergebnis ausspucken – und mit etwas Glück kehrt Ruhe ein. Vorläufig.

Schlimmer ist manchmal: „Mir ist langweilig!“ – „Dann lies ein Buch!“ – „Ich habe schon zwei gelesen.“ – „Dann üb auf deinem Instrument!“ – „Das will ich aber nicht…“ – Das kann schnell gehen, wenn man zufällig etwas in den Raum wirft, was taugt, es kann aber auch ergebnislos ausgehen. Dann steigt die Gefahr einer baldigen Arbeitsunterbrechung exponentiell an.

Die endlose Suche nach DEM Rezept

Kompletter Themenwechsel, es sind (nein, waren) ja Ferien, da dürfen die Gedanken auch mal abschweifen…

Was haben pädagogische Fachzeitschriften mit den typischen Frauenzeitschriften gemeinsam? Sie kreisen beständig um die immer gleichen Themen.

Wann immer ich eine Frauenzeitschrift herumliegen sehe und die Überschriften und Ankündigungen auf dem Cover sehe, scheinen sich die Inhalte auf grob die folgenden Kategorien zu erstrecken:

  • Die aktuelle Mode für die kommende Jahreszeit.
  • Rezepte (für die aktuelle Jahreszeit)
  • Tipps zum Abnehmen (oft in Kombination mit vorigem Punkt)
  • Lebenshilfe („Wie werde ich glücklich?“ und dergleichen)
  • Prominente etc.

Pädagogische Fachzeitschriften dagegen fokussieren sich auf:

  • Änderungen an der Rechtssituation für Lehrer
  • Änderungen am Beamtenrecht (und was man dagegen zu tun gedenkt)
  • Ausschreiben von Neuwahlen für die verschiedenen Vertretergremien
  • Was macht guten Unterricht aus?

Gerade dieser letzte Punkt wird gebetsmühlenartig immer und immer wieder aus der mittlerweile völlig zugemüllten Kiste herausgeholt. Und die Tipps und Anregungen, die man als Lehrer daraus ziehen kann, sind in ihrer Summe so widersprüchlich, dass man sich am Ende ohnehin wieder ein eigenes System ersinnen muss. Und komischerweise funktioniert das dann meist gar nicht so schlecht.

Ich verstehe, warum das Thema immer und immer wieder herausgeholt wird. Permanent werden neue Experimente angesetzt, neue Ergebnisse eingefahren, neue Strukturen geschaffen. Was dabei völlig aus dem Blick gerät: Stabilität hat auch einen Wert. Und der ist meist höher als alle Experimente je einbringen könnten.

Mein direkter Vorgänger hat etwa 35 Jahre lang durchgehend an dieser einen Schule unterrichtet. Seine Methoden und Ansichten waren glasklar, seine Linie wankte nie. Jeder Schüler und jeder Kollege wusste ganz genau, woran man bei ihm war. Manche Schüler hatten natürlich ihre Probleme damit, aber noch heute merkt man genau, welche Klassen er unterrichtet hat, denn durch die Stabilität der ganzen Unterrichtsstruktur war ein Fokus auf die Inhalte gewährleistet. Und das, was bei ihm einmal gelernt wurde, saß auch Jahre später noch. Beeindruckend. Und dabei so völlig frei von pädagogischem Schnickschnack.

Ständig das Rad neu zu erfinden, hat noch niemandem geholfen. Meine erste Planstelle hatte ich an einer Modellschule, die es sich in ihren ersten fünf oder sechs Jahren zum Motto gemacht hatte, alles noch einmal neu zu erfinden – und jedes Jahr gefühlt „alles anders“ zu machen. Das war für alle Beteiligten anstrengend, führte zu unglaublich viel Verwirrung und letztlich steigerte es die Unterrichtsqualität nicht, ganz im Gegenteil: Weil man sich so stark auf die sich ständig ändernden Rahmenbedingungen konzentrieren musste, blieb unterm Strich weniger Zeit für die Kernaufgabe: Unterricht vorbereiten und erteilen.

Daher meide ich die Lektüre von pädagogischen Zeitschriften genauso wie die von Frauenzeitschriften. Vergleichbares Schriftwerk für Männer übrigens ebenso.

 

Aktion: „Gemeinsam lesen“ – 20. Dezember 2015

Meine aktuelle Lektüre
Meine aktuelle Lektüre — sehr zu empfehlen!

Heute kann ich von einem vor zwei Tagen neu heruntergeladenen Buch berichten, das mir auf den wenigen bislang konsumierten Seiten wirklich sehr gut gefallen hat.

Welches Buch liest du gerade und auf welcher Seite bist du?

„Lassen Sie es mich so sagen“ von Georg Schramm, einem der bekanntesten deutschen Polit-Kabarettisten. Aktuell befinde ich mich auf S. 46 von 781 Seiten (iBooks auf dem iPhone).

Wie lautet der erste Satz auf deiner aktuellen Seite?

Zu Beginn betrat ich als Georg Schramm die Bühne nur gelegentlich. (S. 46)

Was willst du unbedingt aktuell zu deinem Buch loswerden?

Urban Priol und Volker Pispers sind in den letzten Jahren meine ständigen virtuellen Begleiter gewesen. Beide habe ich schon einmal live erleben und (weitgehend) genießen dürfen, Urban Priol steht im kommenden Frühjahr sogar noch einmal an, die Karten liegen schon auf meinem Schreibtisch.

Georg Schramm kannte ich nur ganz periphär aus der Sendung „Neues aus der Anstalt“, in der er unter der Leitung von Urban Priol immer wieder sehr gelungene Gastauftritte absolvierte. Vor ein paar Tagen twitterte jemand einen Link zu einem Fernseh-Mitschnitt von Georg Schramm, in dem er die hohlen Phrasen von Politikern so gekonnt und mit einer derart angenehmen Form von intelektueller Polemik zerlegte, dass ich mich umsah, was er noch so alles publiziert hatte. Und da fand ich dieses Buch.

Bereits nach wenigen Seiten war mir klar: Dieses Buch sollten so viele Menschen wie möglich lesen. Zum Einen, weil es wirklich gut geschrieben ist (sowohl auf sprachlich hohem Niveau, als auch was die innere Vernetzung der verschiedenen inhaltlichen Ebenen angeht), zum Anderen, weil es viele politische Gepflogenheiten als mehr oder weniger geschickte Ablenkungsmanöver enttarnt, deren einziger Sinn und Zweck es ist, dem Politiker eine Möglichkeit zu bieten, sich ohne inhaltliche Festlegung aus so ziemlich jeder Affäre zu ziehen.

Georg Schramm schreibt als einen der ersten Sätze in seinem Vorwort, dass er sich gerade mit Bedacht festlegt, um sowohl zu irritieren als auch seinen Standpunkt klar zu machen. Und das gelingt ihm — zumindest bislang — in diesem Buch auf wunderbare Weise. Hut ab!