Archiv der Kategorie: Kleidung

52 Wochen – Teil 36 („Say hi to the bad guy.“)

In einer Freistunde verließ ich vor ein paar Tagen die Schule, um ein neues Kleidungsstück zu erwerben und meinen Koffein-Pegel drastisch zu erhöhen, denn es stand noch die Aufsicht über eine Klassenarbeit an (und das ist außerordentlich unspannend). Vor dem Verlassen des Schulgebäudes suchte ich noch einmal die sanitären Einrichtungen auf, die vor ein paar Wochen frisch saniert, z.T. sogar komplett neu gestaltet wurden. Und da erblickte ich mein Äußeres im Spiegel. Sofort kam mir die Idee für das heutige Foto:

Das Selfie der Woche: „Say hi to the bad guy.“

Das Selfie der Woche: „Say hi to the bad guy.“

Im Gegensatz zu den bisherigen Sonntagen habe ich heute sogar einen kleinen Bonus zu bieten: Takeouts.

Drei Versuche, drei interessante Ergebnisse, doch keines so gut wie das endgültige Selfie für heute...

Drei Versuche, drei interessante Ergebnisse, doch keines so gut wie das endgültige Selfie für heute…

Vor allem oben rechts hatte ich einen absoluten Gangster-Blick drauf, beinahe hätte ich vor mir selbst Angst bekommen… Und das untere Bild hätte fast das Rennen gemacht, doch es war zu nahe an dem Selfie Nr. 30 („Selfie für Anfänger“), daher gab ich dem anderen Foto den Vorzug.

Zur Aktion „52 Wochen“

Seit nunmehr 36 Wochen läuft Zeilenendes Foto-Aktion „52 Wochen“, an der ich teilnehme (hier findet man alle meine Beiträge). Ziel ist es, jeden Sonntag ein neues Selfie oder Portrait einzustellen. Die übrigen Teilnehmer sind:

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52 Wochen — Teil 6 („Die Protestkappe – oder: The Sky’s The Limit“)

Auch am heutigen Sonntag gibt es natürlich einen neuen Beitrag zum vom verehrten Zeilenende ins Leben gerufenen Foto-Challenge „52 Wochen“.

Die Protestkappe – The Sky's The Limit

Die Protestkappe oder: The Sky's The Limit

Am vergangenen Montag (Ostermontag) fand im Kreise meiner Familie die Taufe meiner Nichte statt. Wie schon bei den vorangegangenen Kindern bzw. deren Tauffeiern durfte ich mich musikalisch beteiligen, was ich genussvoll auslebte. Eine — von mir als solche ausgelegte — Unschärfe im Programmheft ermöglichte es mir, vier musikalische Beiträge zum Besten zu geben (statt nur eines einzigen).

Da ich für den Anlass ohnehin herausgeputzt hatte, musste meine Protestkappe mit. Diese hat eine lange Geschichte, die ich auch nur andeutungsweise hier erzählen kann (und will): Im Dezember 2010 veröffentlichte ich einen unvorteilhaften Eintrag in meinem damaligen Blog. Er existiert schon lange nicht mehr, hieß anders, war auf einer heute nicht mehr existenten Plattform publiziert, eine Suche lohnt also wirklich nicht…

Die Konsequenzen bekam ich ab dem 10. Januar 2011 zu spüren. Genau zwei Tage vorher hatte ich mir beim Besuch der Schwiegereltern in Eichstätt diese wundervolle Kopfbedeckung (fälschlicherweise Kappe genannt) zugelegt. Und jedes einzelne Mal, wenn ich sie trage, muss ich an diese wahrlich beschissene Zeit denken. Da ich mich von dieser Reminiszenz aber nicht unterkriegen lasse, ist sie meine Protestkappe.

Um es klarzustellen: Verbockt hatte ich es damals, denn geschrieben und veröffentlicht hatte ich den Blog-Eintrag. Der Umgang anderer damit war aber absolut nicht geeignet, die Situation effektiv zu bereinigen. Vielmehr sollte ganz offensichtlich ein Exempel statuiert werden, und da kam ich anscheinend gerade recht. Heute würde ich ganz anders mit einer solchen Situation umgehen, aber egal! Ich habe daraus viel gelernt, lebe jetzt um ein Vielfaches zufriedener — für mich hat sich das statuierte Exempel unterm Strich als Gewinn erwiesen (auch wenn es sich damals alles andere als gut angefühlt hat).

Und so trage ich meine Protestkappe auch weiterhin mit Stolz. Basta!

 

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Heute (SoC-Experiment)

Heute

Heute — ein eventuell einmaliges Experiment

Gleich vorweg: Jetzt wird's komisch. Ich experimentiere mit ein bisschen gezügeltem „Stream of Consciousness“ (gezügelt, weil ich Anzüglichkeiten und Obszönitäten auslasse). Wem's zu doof wird, der soll lieber etwas vernünftiges lesen.

Umstellung auf den Schulrhythmus und die Folgen

Heute ist Samstag, seit letztem Montag stelle ich meinen Tagesrhythmus wieder auf „Schule“ um, also klingelt mein Wecker um 4:55 h (die letzte Viertelstunde muss dann nächste Woche noch weichen, sonst werde ich nicht rechtzeitig fertig). Dann stürme ich in den Keller, schnappe mein erstes Springseil (ich wechsle alle 30 Minuten das Seil, um sie langsamer abzunutzen, in dem Jahr habe ich schon fünf Seile „geschafft“), werfe ein Hörbuch (heute und morgen noch „Cotton Reloaded 35: Der Geist“) an, starte die Stoppuhr und hüpfe los. 95 Minuten später wird die Stoppuhr-App beendet, ich bewege mich grazil wie ein Elefant zur Dusche. Vorher noch das Rasieren. Schwierig, da mein Bartwuchs jeglichem Bemühen, ihn einzudämmen, erbitterten Widerstand leistet. Meine Frau hat das mal mit einer Folge bei den Simpsons verglichen, in der sich der Alte (Homer?) rasiert, einen Augenblick aber wieder alles aussieht wie vorher — genauso verhält es sich bei mir. Jede Woche gibt es eine neue (und sehr scharfe) Rasierklinge der Firma Wilkinson, doch der Effekt bleibt sich meist gleich. Nun könnte ich die ja auch länger nutzen, wenn sie schon nicht so viel besser rasiert. Mit dem Alter der Klinge kommt dann aber tatsächlich eine gewisse Stumpfheit, die mich zum Applizieren eines höheren Drucks nötigt — und damit steigt dann leider die Verletzungsgefahr exponentiell an. Egal, nach dem Rasieren und dem Duschen werfe ich mich auf die Waage, die vielen Süßigkeiten nach dem Italienurlaub haben mich auf 65,1 kg aufgeblasen. Furchtbar! Dann frische Klamotten, runter ins Erdgeschoss, 400 ml Pepsi Cola Light einfüllen. Aaaaahhhhh, Genuss! Nach ein paar Minuten ist das Wärmegefühl aus Sport und Dusche verflogen, es wird mir kühl. Also hole ich die Decke und packe mich ein. Dann schreibe ich den Blogeintrag über „Breaking Bad“. Kaum bin ich fertig, überkommt mich eine heftige Müdigkeit. Mag der arbeitsreichen Woche geschuldet sein. Ich höre Musik, das neue Album von Iron Maiden, gar nicht schlecht — wenn man auf diese Musik steht. Immer kann ich sie nicht hören, heute klingt sie gut. Nur das Cover des Albums würde mich ja eher abschrecken. Aber die Musik ist erstaunlich vielseitig, und das Album ist ziemlich lang… Bevor ich mich wehren kann, schlafe ich ein. Dumm gelaufen. Als ich erwache, springen drei Kinder um mich herum. Und machen Geräusche dabei. Erheblich viele. Mittlerweile habe ich etwas mehr als eine Stunde auf dem Sofa verbracht. Fühlt sich immer noch gut an. Nun greife ich zum iPhone, lese Zeilenendes neueste Ergüsse (hehe, doch eine andeutungsweise eingestreute Obszönität), kommentiere sie ausführlich, sende den Kommentar ab. In dem Moment löscht der seinen Artikel wieder — äh, wie bitte? Klingt skurril, stimmt aber. Die Musik läuft übrigens immer noch, auch wenn meine Liste der ungelesenen Artikel in der WP-App noch lang ist. Ich arbeite mich zäh durch die letzten Tage. Aha, neue Geschichten im Seppolog. Spannend! Gleich mal schlaue Kommentare schreiben, um von meiner grenzenlosen Mondänität (oder so) Zeugnis abzulegen. Dann merke ich, dass mir immer noch kalt ist, kein Wunder, bin aufgestanden. Gleich wieder hinsetzen, Decke um mich herumziehen. Mittlerweile sind fast zwei Stunden auf dem Sofa verbracht worden. Ungelogen: Es fühlt sich immer noch gut an. Samstag halt. Letzter Samstag vor Wiedereintritt in den Alltag. Schnell noch einmal 400 ml Pepsi Cola Light geholt, dann beginnt dieser Artikel. Also gleich noch einmal von vorne.

Sorry, zuviel Koffein, da kommt so etwas schon einmal vor.

 

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Musizieren im Laienorchester

Am Samstag war ich als Trompeter im Rahmen eines Konzerts mit dem Aalener Symphonie-Orchester (AASO) aktiv –– und trotz der enormen Hitze, die allen auf der Bühne (und im Publikum) versammelten den Schweiß in Strömen am Körper hinablaufen ließ, war es ein sehr schönes Erlebnis. Während der Proben und auch beim Konzert sind mir so einige Dinge aufgefallen, die das Musizieren mit Laien unterscheiden von der Variante mit Profis.

Brandaktuell: Link zum Zeitungsartikel (ich bin der hinten in der Mitte mit dem leicht schräg gehaltenen Kopf)

Stimmen

Profis stimmen wesentlich schneller und effektiver. In so ziemlich allen Laienorchestern, mit denen ich bislang zu tun hatte, ist das Stimmen beinahe schon eine Obsession. Der Konzertmeister/die Konzertmeisterin erhebt sich, blickt mit einem vernichtenden Blick jeden an, der es noch wagt, andere Geräusche als den Kammerton von sich zu geben, dann blickt eine Oboistin/ein Oboist konzentriert auf ein Stimmgerät, intoniert das allgegenwärtige A (meist um die 442 Hz).

Und dann geschieht in den meisten Fällen etwas Seltsames: Statt sich auf ihr Gehör zu verlassen, zückt ein Teil der Bläser ein eigenes Stimmgerät, blickt ebenso gebannt auf das Display und stimmt sich ein. Und genau damit wird das Orchesterstimmen eigentlich zur Farce: Wer beim Stimmen nämlich auf das Stimmgerät blickt, passt sich — selbstverständlich unbewusst — schon permanent an die Anzeige auf dem Stimmgerät an. Wenn das die Stimmgeräte wieder weggepackt sind und das Stück beginnt, stimmt das Orchester nicht wesentlich besser. Kein Wunder!

Viel geschickter ist es, einfach nur den Ton der Oboe nach Gehör zu übernehmen — und dem Gehör zu trauen, denn während der laufenden Werke kann man nicht ständig ein Stimmgerät einsetzen, da bleibt nur das Vertrauen auf das geschulte Gehör. Wenn das Stimmgerät unbedingt sein muss, sollte man mit geschlossenen Augen den Ton so natürlich (zentriert) wie möglich spielen, dann erst die Augen öffnen und sich anhand des Displays orientieren, ob man nach oben oder unten korrigieren muss. Das ist eine realistische Rückmeldung, die zu einem besseren Ergebnis führt.

Noch dazu gibt es Erfahrungswerte, die man über die zahlreichen Jahre des Spielens erst erwirbt. Ich weiß von mir beispielsweise, dass ich beim Stimmen meist etwas mehr Spannung zum Einsatz bringe. Dadurch ist mein Ton beim Stimmen eine Winzigkeit höher als später beim Spielen. Also stimme ich mich ein, bis alles passt, um dann noch ein wenig „rein zu gehen“ (=die Trompete etwas höher zu stimmen). Dann passt meine Intonation.

Pochen auf akkurate Kleidung

Je professioneller die Musiker sind, desto weniger (bzw. desto weniger genau) muss man ihnen vorgeben, wie sie sich kleiden sollen. Wer etliche Male vor Publikum gestanden hat, bringt automatisch einen wahren Erfahrungsschatz an Peinlichkeiten mit, die es zu vermeiden gilt. Aber: Ein Profi kleidet sich in vielerlei Hinsicht passender als ein Laie, denn er kennt die Bühnen-/Auftrittssituation mit all ihren Tücken.

Probe VS Konzert

Links: Probenoutfit (Ausschnitt), rechts: Konzertoutfit (Ausschnitt)

Für das Konzert am Samstag wurde in der Probe am Freitag Abend die Kleiderordnung festgelegt. Alle wussten, dass es mit Sicherheit extrem warm werden würde, die Wetterankündigung sprach von „Hitzerekord“ und kündigte die Nähe der 40 Grad Celsius an. Und dennoch wurde als Kleiderordnung ein langes Hemd mit Krawatte für die Männer ausgegeben. An der Krawatte hatte ich nichts auszusetzen, denn die macht kaum einen Unterschied. Wohl aber am langärmeligen Hemd. Das ist schlicht und einfach Wahnsinn bei dem Wetter – und für das Publikum ziemlich egal. Ob ein Geiger, Cellist, Pauker oder Bläser nun kurze oder lange Ärmel trägt, interessiert meiner Einschätzung nach höchstens einen verkappten Mode-Zar im Publikum. Der Rest kümmert sich um wichtigere Dinge, zum Beispiel die Weiterentwicklung der Small Talk-Fähigkeiten für die Pause. Für uns Musiker war es aber auf der Bühne durch die langen Ärmel deutlich unangenehmer. Aber immerhin wurden uns allen die Krawatten zehn Minuten vor Betreten der Bühne „erlassen“.

Aufregung

Das Aalener Symphonie-Orchester ist ein mittlerweile recht routinierter Trupp, der sich auch in der Live-Situation ziemlich gut in der Hand hat. Ich habe aber auch schon mit Laienorchestern musiziert (oder sie dirigiert), bei denen in der Konzertsituation gut und gerne 20-30 Prozent der Leistungsfähigkeit eingebüsst wurden.

Am schlimmsten ist es üblicherweise, wenn gleich zu Beginn etwas „in die Hose geht“. So etwas kommt vor, meist ist es eine durch die Aufregung hervorgerufene Unsicherheit, die dann in der Kombination mit der Gesamtsituation (grelles Licht, Publikum, Hitze durch die Scheinwerfer, ungewohnte Kleidung etc.) Aufmerksamkeitsaussetzer erzeugen, die dann wiederum zu kurzen Fehlern führen. Sind diese Fehler besonders deutlich hörbar, erzeugen sie (zum Glück nur selten) eine Art „Schockstarre“, die dann gleich noch mehr Fehler hinter sich her ziehen.

Ich habe das als Dirigent in einem Konzert erlebt. Das Orchester hatte unter meiner Leitung das Stück über einige Wochen hinweg sehr gewissenhaft einstudiert und war sicher. Dann kam eine Ehemalige kurz vorher dazu, um noch mitzuspielen. In der Probe klappte alles, aber genau bei der Aufführung spielte diese eine Ehemalige genau für alle hörbar in eine Generalpause hinein. Zack! Weg war die Konzentration. Das Stück lief danach richtig schlecht, weil alle durch diesen einzelnen Patzer verunsichert waren. Das gibt es bei Profis wirklich deutlich seltener.

Enthusiasmus

Wo sich die Profis dagegen so manches mal etwas abschneiden können: Enthusiasmus. Ein Laienorchester probt viel länger, bevor ein Stück aufgeführt wird, in dieser Zeit bauen die Musiker eine wesentlich intensivere Beziehung zu diesem Werk auf. Die meisten haben sich in der Zwischenzeit eine Aufnahme besorgt und kennen diese in- und auswendig.

Außerdem werden die meisten Laienmusiker stärker gefordert beim Einstudieren. Wenn dann endlich alles „sitzt“, verspürt man natürlich wesentlich mehr Stolz auf die erbrachte Leistung als jemand, den das gleiche Stück schlicht und einfach weniger fordert (was nicht heißen soll, dass Profis jedes Werk einfach herunterspielen können).

Und genau deshalb sind die meisten Laienorchester im Konzert sehr enthusiastisch und strahlen mit einer fast schon kindlichen Freude, wenn das Vorspiel gut gelungen ist. Ein Teil dessen zu sein fühlt sich wirklich superb an.

Fazit

Auch als studierter Musiker spiele ich gerne ab und zu bei Laienensembles mit. Ich sehe für mich nicht die Notwendigkeit, alle Proben zu besuchen, denn in den meisten Fällen blicke ich recht schnell durch und beherrsche meinen Part dann. Andererseits muss auch ich proben und meine Sachen üben, denn ich möchte weder mich noch das Ensemble blamieren. Mit einigen der oben geschilderten Unannehmlichkeiten arrangiere ich mich jedes Mal aufs Neue (z.B. das ausufernde Stimmen), bei anderen Dingen setze ich vielleicht in Zukunft einfach noch mehr meinen eigenen Kopf durch (z.B. bei der Ärmellänge) – aber in der Summe macht es einfach viel Spaß, zu viel, um es nicht zu tun.

 

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