Archiv der Kategorie: Kabarett

Liebster-Award 01/2017

Ela vom 365 Tage im Leben-Blog hat mich für den Liebster-Award nominiert. Vielen Dank dafür!

Zwar hatte ich mir vor ein paar Jahren nach drei oder vier Nominierungen in kurzer Folge schon geschworen, keine weiteren Nominierungen mehr anzunehmen, doch heute hatte ich sowohl Zeit als auch Lust, daher konnte ich mich dem Projekt widmen.

Die Fragen an mich

Teil des Liebster-Awards sind die Fragen, die derjenige zu beantworten hat, der sich darauf einlässt. Hier die Fragen mit meinen Antworten:

Warum und wann hast du angefangen zu bloggen?

Wann ist einfach: Diesen Blog habe ich vor fast exakt fünf Jahren eröffnet (hier). Alle Bloggerei davor war nur ein schales Vorgeplänkel (wenngleich nicht ganz frei von Konsequenzen).

Das mit dem Warum ist schon wesentlich schwerer. Vermutlich wollte ich einfach viele meiner inneren Gedanken ausformulieren, um sie dann loslassen zu können, sodass in mir wieder Platz für neue Gedanken entsteht.

Wohin wolltest du schon immer mal reisen?

Abgesehen davon, dass ich am liebsten daheim bin, gibt es da schon ein paar Orte, an die ich unbedingt mal kommen möchte:

  • New York – die Stadt, die niemals schläft
  • Hawaii – ein Kindheitstraum, den sich meine Eltern auch einmal erfüllen wollten…
  • Kanada – irgendwo raus in die wilde Natur, an den Städten bin ich trotz der unglaublichen Freundlichkeit der Kanadier kaum interessiert. Allenfalls ein kurzer Trip ins Rush-Headquarter könnte mir gefallen…

Bist du beim Reisen eher der Rucksack-, der Trolli- oder „der mein Koffer ist immer zu klein“-Typ?

Mir genügt normalerweise ein Trolley, wobei das immer von der Länge der Reise abhängt. Muss ich meine Laufsachen mitnehmen, wird es doch eher ein ausgewachsener Koffer (bzw. ein großer Trolley).

Hättest du einen Wunsch frei und dürftest etwas in deinem Leben verändern, was wäre das?

Die Nacht um zwei bis fünf Stunden verlängern, damit ich nach dem Tagwerk einfach noch eine Stunde lesen kann. Mit dem Rest bin ich eigentlich sehr zufrieden.

Jemand schenkt dir 1 Million, was machst du damit?

Kommt auf die Währung an. Bei Euro: Alle Schulden (Haus und so…) abbezahlen, die Familie vollständig absichern, die eigene Arbeitslast etwas reduzieren und ansonsten alles beim Alten lassen.

Hast du ein Lieblingsbuch? Wenn ja, welches und warum?

Diese Frage kann ich gar nicht beantworten, denn ich lese viel und höre viele Hörbücher. Dabei schwanken meine Vorlieben permanent. Es gibt schon ein paar wirklich gute Bücher, die ich immer wieder lesen kann, doch alles in allem schaffe ich es nicht, mich auf ein einziges festzulegen.

Aktuell lese ich gerade die „Krieg der Klone“-Trilogie von John Scalzi, die sicherlich zum besten Science Fiction-Futter gehört, das ich in den letzten Jahren vor die Augen bekam. Gleichzeitig war „Der Marsianer“ von Andy Weir auch sensationell gut. „The Stand – Das letzte Gefecht“ gehört zu meinen Stephen King-Favoriten. „Zorro“ und „Das Geisterhaus“ von Isabel Allende sind superb. Dann gibt es da noch die „Cotton Reloaded“-Reihe, die ich als kurzweilige Krimi-Unterhaltung sehr schätze. Hach, die Liste müsste ich jetzt noch seitenweise fortführen, um allen Autoren und Werken gerecht zu werden.

Welches ist dein liebster Lieblingsplatz?

Mein Zuhause. Ich bin nicht so der Typ, der ständig wegfahren muss. Auch in den Ferien genieße ich es sehr, einfach nur daheim zu sein und in Ruhe alle Viere von mir zu strecken. Außerdem fühle ich mich in der Gegenwart meiner Familie sehr wohl, das ist daheim am schnellsten erreicht. Noch dazu gehört Lesen zu meinen Lieblingsbeschäftigungen, das geht theoretisch überall gut, wo ich mein iPhone dabei habe (ich lese fast ausschließlich über iBooks), doch daheim gibt es im Winter den Ofen und den bequemen Sessel, im Sommer das kühle Wohnzimmer (und den gleichen bequemen Sessel), daher ist der Ort fast nicht zu übertreffen.

Wie schaffst du es regelmäßig zu bloggen?

Durch mein Song des Tages-Projekt zwinge ich mich selbst dazu. Andernfalls würde ich sicher deutlich weniger posten. Gerade in Zeiten, wenn es in der Arbeit ordentlich dampft (so wie in der kommenden Woche, in der die Halbjahres-Zeugnisse fertig werden müssen), käme sonst vermutlich gar nichts von mir. Zum Glück kann ich vorarbeiten und Beiträge programmiert erscheinen lassen. Sonst gäbe es da häufiger Lücken…

Wovor hast  du Angst und warum?

Klapperschlangen. Da gab es ein paar Erlebnisse in meiner Kindheit, die mir meine Mutter vielleicht ein oder hundert Mal zu oft erzählt hat…

Wenn morgen die Welt unterginge, was tätest du heute?

Mich mit meiner Frau im Schlafzimmer einsperren, hemmungslos die Zeit mit ihr genießen, Unmengen an Schokolade und anderem Süßkram essen – und ein einziges Mal darauf verzichten, mein Tagesziel zu erfüllen… (Wehe, die Welt geht am nächsten Tag nicht unter!)

Welche Sorte Mensch magst du gar nicht?

In der Schule mag ich den Typ Schüler gar nicht, der schon „Ich kapier’ des net!“ schreit, bevor er/sie sich auch nur eine Minute gedanklich damit beschäftigt hat. Wenn sich schon Gymnasiasten so benehmen, möchte ich ja nicht wissen, wie es an anderen Schulformen zugeht.

Bei Erwachsenen sind es vor allem Menschen, die versuchen, mich unter Druck zu setzen, nur um ihre eigenen Ziele durchzudrücken. Das kann im Beruf wie auch in der Nachbarschaft oder sonstwo sein. Wer mich nett anspricht und für seine Sache überzeugt, bekommt üblicherweise meine Unterstützung – freiwillig oder im Gegenzug für etwas, das ich gerne hätte. Wer mich jedoch einfach so zwingen oder durch intrigante Schachzüge dazu drängen will, der hat sich’s fast immer schon verscherzt.

Nominierungen

Da es mir schwerfällt, einzelne Personen herauszugreifen, die ich – aus meiner Warte – dazu verdonnern müsste, sich dem Liebster-Award zu stellen, öffne ich das einfach für alle, die Lust haben, sich meiner Fragen anzunehmen.

Natürlich wäre ich völlig hingerissen, wenn sich so illustre Persönlichkeiten wie Multicolorina, Zeilenende, Marinsche oder Hinnerk & Henrikje hinreißen ließen, teilzunehmen, aber auch deren Tage sind ohne das sicherlich bereits gut gefüllt – ich will mich nicht aufdrängen.

Meine Fragen

  1. Welche Art von Blog-Einträgen liest du am liebsten? (Zum Beispiel: Buch-Rezensionen, Schilderungen persönlicher Erlebnisse, Aufrufe zu gemeinsamen Aktionen, politische Statements, Foto-/Reise-Beiträge…)
  2. Gäbe es für deinen Blog einen Erkennungssong oder eine Erkennungsmelodie, welche(r) wäre es?
  3. Du bekommst zu Weihnachten ein Buch geschenkt, das dir überhaupt nichts sagt: weder Autor noch Titel noch Genre sind dir näher vertraut. Was machst du mit diesem Buch?
  4. Bist du der Typ, der nur ein Buch auf einmal liest? Oder hast du immer einen kleinen Stapel angefangener Bücher, von dem dann je nach Stimmung jeweils das passende Buch ausgewählt wird?
  5. Wie viele Bücher hast du im letzten Jahr abgebrochen?
  6. Bei seinem Auftritt verlangt ein Kabarettist nach einem Freiwilligen. Gehörst du zu den Personen, die begeistert ihren Finger in die Höhe reißen, um möglichst dranzukommen?
  7. Welches ist deiner Meinung nach die beste Zeit für ein „Schäferstündchen“? – Der frühe Morgen, die „Brunch“-Zeit, kurz vor dem Mittagessen, der „Nachtisch“, zum Kaffee, am frühen Abend oder eher dann, wenn alle anderen schon schlafen?
  8. Bei einer Feier singen alle gemeinsam ein Lied. Du bist voll dabei und singst begeistert mit. Alle anderen hören am Ende der ersten Strophe auf, du dagegen singst im Brustton der Überzeugung noch ein oder zwei Töne weiter – ganz allein. Ist dir das peinlich? Oder findest du es gut, dass jeder hören konnte, mit welcher Überzeugung du gesungen hast?
  9. Du hast ein Wochenende ganz zu deiner Verfügung – völlig ohne Verpflichtungen. Auch am Montag musst du nicht gleich wieder losschaffen. Was treibst du zwischen Freitag Abend und Sonntag so alles?
  10. Du wirst auf der Straße für das Fernsehen interviewt, doch bei der Ausstrahlung hat der Sender deine Antwort so verstümmelt, dass sie fast das Gegenteil dessen zum Ausdruck bringt, was du sagen wolltest. Wie reagierst du?
  11. Du hast die Möglichkeit, deinen Lieblingsautor zu treffen und ihm genau drei Fragen zu stellen. Wie lauten sie?
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Urban Priol in Ulm

Gestern Abend waren meine Frau und ich in Ulm beim von uns beiden sehr geschätzten Kaberettisten Urban Priol. Seit einigen Jahren verfolgen wir seine Jahresrückblicke unter dem Titel „Tilt! 20XX“ (wobei „XX“ durch die jeweilige Jahreszahl ersetzt werden muss). Da von diesen Jahresrückblicken (fast) immer auch eine DVD-Aufzeichnung erscheint, habe ich seit 2004 alle jeweils neu erschienenen Ausgaben hier vorrätig – und von Zeit zu Zeit sehe ich mir ein solches Programm mit Genuss an.

Live unschlagbar

Seit ein paar Jahren nutzen wir jede sich bietende Gelegenheit, ihn live zu sehen, wenn er schon einmal in der Gegend ist. Und nachdem dieses Kalenderjahr hinsichtlich der politischen und gesellschaftlichen Entwicklungen derart bewegt war, konnten wir es tatsächlich voll und ganz genießen, ihn nach dem März (ich berichtete) noch ein zweites Mal in einem Jahr auf der Bühne zu sehen.

Unglaublich, wie stark sich sein Programm in den neun Monaten verändert hat! Klar, hier und da baut er immer wieder die gleichen Versatzstücke ein, bei einem zweieinhalb bis drei Stunden dauernden Programm lässt sich das nicht vermeiden – noch dazu ändert sich ja auch in der Gesellschaft nicht alles. Und darüber hinaus ist es wie das Treffen eines alten Bekannten, wenn man ein Wortspiel oder eine Persiflage erleben darf, die man schon kannte…

Der Blick aus Reihe 19 – so durfte ich einen ganz hervorragenden Kabarett-Abend erleben!

Der Blick aus Reihe 19 – so durfte ich einen ganz hervorragenden Kabarett-Abend erleben!

Die einzige Sache, die sowohl meiner Frau als auch mir wirklich schwerfiel, war der Zeitpunkt. Normalerweise bricht um 20:00 h (meist etwas später) daheim unsere „Elternzeit“ an. Ab da vegetieren wir entspannt auf der Couch, ich mampfe Unmengen an Süß-/Knabberkram-Kalorien in mich hinein, die ich gleich am darauffolgenden Morgen hoffentlich an der Umwandlung in Körperkolonien hindere – vor allem aber kommen wir zur Ruhe. Manchmal schlafe ich schon vor 21:00, oft vor 21:30, seltener bis 22:00 h ein. Gestern lief das Programm aber allein bis 23:10, mit Applaus und allem 23:15 h. Und so lustig und unterhaltsam es war: In den letzten 20 Minuten sind mir einige kurze Passagen aufgrund des unaufhaltsamen Sekundenschlafs durch die Lappen gegangen (meiner Frau auch). Immerhin war es draußen schön kühl, sodass wir die Heimfahrt gut meisterten.

Fazit

Als Fazit für den Abend kann ich wirklich sagen, dass sich jede Minute gelohnt hat, das Programm war exzellent, Urban Priol war in guter Stimmung und das Publikum demnach auch – wundervoll! In etwa zwei Wochen kommt das aktuelle Programm als Hörbuch heraus, da bin ich sicher wieder dabei!

CCU Pausenservice – nein danke!

Einen echten Schwachpunkt gab es gestern Abend, den muss ich hier auch einmal zur Sprache bringen, denn das war derart unprofessionell, dass es einigen Kabarettbesuchern glatt die Pause verdorben hat: Es war abzusehen, dass am Getränkestand in der Pause viel los sein würde. In Ulm ist dazu ein quadratischer Bereich abgetrennt, der in der Mitte des oberen Foyers steht. Innen befinden sich die Service-Kräfte, die Getränke ausgeben und kassieren, von außen strömen aus allen Richtungen die Gäste auf das Quadrat zu.

Da wir zum ersten Mal dort waren, war uns das System noch nicht klar, was aber kein Problem darstellte. Meine Unzufriedenheit – und die etlicher anderer Gäste – rührte daher, dass ich ausgerechnet in der Schlange landete, deren einzige Service-Kraft, ein Mann grob um die 40 Jahre, mit der Situation völlig überfordert war. Er konnte die sich individuell je nach Bestellung ergebenden Beträge nicht im Kopf ausrechnen, also zückte er jedes Mal einen Taschenrechner. Da er aber auch die Preisliste nicht kannte, musste er für jedes eingegebene Getränk noch einmal auf einer eigenen Liste nachsehen. Und das dauerte.

Dummerweise ist eine solche wilde Anstellsituation nicht so übersichtlich, dass man gleich sieht, wo es zügig vorwärts geht und wo nicht. Bis ich das realisiert hatte, stand ich schon gut zehn Minuten. Sollte ich das aufgeben und mich woanders anstellen – wieder ganz hinten? Ich verblieb erst einmal, nickte meiner Frau zu, die sich in eine andere Schlange einreihte.

Als nur noch drei Personen vor mir standen, drehte sich die Service-Kraft einfach um und ging. Die letzten paar Gäste, die er bedient hatte, hatten ihn zur Beschleunigung unterstützen wollen und anhand der ausliegenden Preislisten jeweils schon den Endbetrag durchgerechnet. Das war ihm wohl so auf den Geist gegangen, dass er einfach den Bereich verließ. Und somit blieb die gesamte Schlange unversorgt. Nach weiteren zwei Minuten der Warterei übernahm ein sehr flink arbeitender (und rechnender) Kollege neben seiner Schlange auch noch unsere – und es ging trotzdem schneller weiter als vorher!

Als ich drankam, hatte sich auch meine Frau in ihrer Schlange bis auf den zweiten Platz vorgearbeitet. Mähp! Das war eine echt vergeudete Pause, denn während ich den ersten Schluck Cola Light (leider auch nicht gut gekühlt) in meinen Mund und die trockene Kehle hinunter rinnen ließ, ertönte der erste Gong zum Pausenende…

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Brexit zum Frühstück

Während meiner Yoga-Runde führte am gestrigen frühen Morgen mein iPhone eine Art Breakdance auf: Permanent gingen aktuelle Push-Mitteilungen zum Brexit über meine Tagesschau– und heute-Apps ein und versetzten den Vibrationsalarm in einen wahren Taumel. Das hier ist kein politischer Blog, ich will das auch nicht lange ausdehnen, mir kam nur beim Duschen ein Gedanke, dessen Ausformulierung ich tatsächlich für erstrebenswert erachte.

Der Brexit war aus meiner Sicht eher zu erwarten als der Verbleib in der EU, denn die Briten sind ein stolzes Volk, deren ältere Bevölkerungsschichten sich nach dem alten Glanz des Empire zurücksehnen. In gewisser Weise habe ich mir den Brexit sogar fast herbeigewünscht – nicht wirklich, aber als Gedankenspiel, denn er ermöglicht – nun sogar in der Realität – ein einzigartiges Experiment: Ich habe in Gedanken für mich mal durchgespielt, was die Langzeitfolgen des Brexit sein könnten. Aus meiner Sicht bleiben ja nur drei grundlegende Möglichkeiten zur weiteren Entwicklung:

  1. Es geht den Briten besser als vorher, die Wirtschaft blüht auf, die Politik stabilisiert sich. Das wäre das Signal schlechthin für weitere Länder, in denen die EU-Unzufriedenheit hoch ist, sich zu verabschieden. (Glaubt man einigen Twitterern, so bereitet Horst Seehofer bereits ein eigenes Volksreferendum vor, um Bayern über den Verbleib in/den Austritt aus der EU abstimmen zu lassen…)
  2. Es geht den Briten schlechter als vorher, die Wirtschaft schrumpft schmerzhaft, die Politik destabilisiert sich (und/oder rutscht deutlich nach rechts), soziale Probleme (und in deren Folge ein tumber Nationalismus) verschärfen sich. Eine gewisse Häme gegenüber Großbritannien würde sich EU-weit ausbreiten, die Vorteile einer großen Gemeinschaft würden deutlicher denn je hervortreten und den Zusammenhalt der verbliebenen Länder effektiv stärken. Da die Schotten angeblich ein erneutes Referendum zur Loslösung von England vorbereiten, spekulieren sie offensichtlich auf diesen Ausgang und werden dann als eigenständiges Land selbstverständlich gleich nach der (ebenfalls zu erwartenden) Unabhängigkeit (das wäre ja ein ganz entzückender Wortwitz, denn der Brexit wurde von dessen Befürwortern gestern ja als „Independence Day“ gefeiert) eigene Aufnahmegespräche mit der EU beginnen.
  3. Es passiert fast nichts – nach einer kurzen Anpassungsphase, in der es sicherlich turbulent wird, danach läuft für 85-95 Prozent der Menschen alles in gewohnten Bahnen weiter. Das ist wiederum die spannendste Alternative, denn die Reaktionen der anderen EU-Länder hängen dann von der medialen Interpretation dieser unspektakulären Entwicklung ab. Ich erwähne hier nur ganz beiläufig den Namen einer Zeitung mit vier Großbuchstaben, zu der es in allen europäischen Ländern mindestens ein entsprechendes Pendant gibt – und deren simple, aber häufig (fast schon unablässig) wiederholte, Parolen schon häufig zur Meinungsbildung ganzer gesellschaftlicher Schichten beigetragen haben.

Was daraus wird, hängt nun von der weiteren Entwicklung der kommenden zwei bis fünf Jahre (als Mindestzeitrahmen) ab. Wirklich valide Vergleiche benötigen sicher noch etwas länger, da alle kurzfristigeren Entwicklungen auch anderen ganz üblichen Schwankungen unterliegen könnten.

Schön finde ich persönlich, dass nach der anfänglichen Entsetzenswelle im Internet nun auch einige sehr besonnene Kommentare die möglichen positiven Auswirkungen des Brexit auf das restliche Europa, das — wie ich oben bereits geschlussfolgert habe — ja durchaus auch gestärkt werden könnte, erscheinen, z.B. bei heute.de. Was aus der Angelegenheit wird, dürfte uns allen in den kommenden Jahren wieder und wieder unter die Nase gerieben werden – egal, was in der Substanz dabei herauskommt. Insofern dürfen wir uns als Nicht-Akteure in diesem Spiel ab sofort zurücklehnen und entspannt die Show genießen.

Ein paar aus meiner Timeline ausgewählte Twitter-Kommentare zum Brexit gibt’s noch als kleines Schmankerl:

Das ist sicher zu erwarten, wenn das Experiment misslingt und die Briten schlechter dastehen als vorher

Das ist sicher zu erwarten, wenn das Experiment misslingt und die Briten schlechter dastehen als vorher

Verfrühter Jubel?

Verfrühter Jubel?

Schöner Vergleich — und nicht falsch (ich spreche aus Erfahrung, zumindest was Linux angeht...)

Schöner Vergleich — und nicht falsch (ich spreche aus Erfahrung, zumindest was Linux angeht…)

Schönes Wortspiel!

Schönes Wortspiel!

Dass es so viel ausmacht, war mir vorher nicht bewusst gewesen...

Dass es so viel ausmacht, war mir vorher nicht bewusst gewesen…

Der oben schon erwähnte Seehofer-Bayxit...

Der oben schon erwähnte Seehofer-Bayxit…

Der Brexit aus kulinarischer Sicht

Der Brexit aus kulinarischer Sicht

Ein Grundproblem aller Basisdemokratie...

Ein Grundproblem aller Basisdemokratie…

Nach der Wahl informieren, was könnte schon schiefgehen?

Nach der Wahl informieren, was könnte schon schiefgehen?

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Aktion: „Gemeinsam lesen“ – 20. Dezember 2015

Meine aktuelle Lektüre

Meine aktuelle Lektüre — sehr zu empfehlen!

Heute kann ich von einem vor zwei Tagen neu heruntergeladenen Buch berichten, das mir auf den wenigen bislang konsumierten Seiten wirklich sehr gut gefallen hat.

Welches Buch liest du gerade und auf welcher Seite bist du?

„Lassen Sie es mich so sagen“ von Georg Schramm, einem der bekanntesten deutschen Polit-Kabarettisten. Aktuell befinde ich mich auf S. 46 von 781 Seiten (iBooks auf dem iPhone).

Wie lautet der erste Satz auf deiner aktuellen Seite?

Zu Beginn betrat ich als Georg Schramm die Bühne nur gelegentlich. (S. 46)

Was willst du unbedingt aktuell zu deinem Buch loswerden?

Urban Priol und Volker Pispers sind in den letzten Jahren meine ständigen virtuellen Begleiter gewesen. Beide habe ich schon einmal live erleben und (weitgehend) genießen dürfen, Urban Priol steht im kommenden Frühjahr sogar noch einmal an, die Karten liegen schon auf meinem Schreibtisch.

Georg Schramm kannte ich nur ganz periphär aus der Sendung „Neues aus der Anstalt“, in der er unter der Leitung von Urban Priol immer wieder sehr gelungene Gastauftritte absolvierte. Vor ein paar Tagen twitterte jemand einen Link zu einem Fernseh-Mitschnitt von Georg Schramm, in dem er die hohlen Phrasen von Politikern so gekonnt und mit einer derart angenehmen Form von intelektueller Polemik zerlegte, dass ich mich umsah, was er noch so alles publiziert hatte. Und da fand ich dieses Buch.

Bereits nach wenigen Seiten war mir klar: Dieses Buch sollten so viele Menschen wie möglich lesen. Zum Einen, weil es wirklich gut geschrieben ist (sowohl auf sprachlich hohem Niveau, als auch was die innere Vernetzung der verschiedenen inhaltlichen Ebenen angeht), zum Anderen, weil es viele politische Gepflogenheiten als mehr oder weniger geschickte Ablenkungsmanöver enttarnt, deren einziger Sinn und Zweck es ist, dem Politiker eine Möglichkeit zu bieten, sich ohne inhaltliche Festlegung aus so ziemlich jeder Affäre zu ziehen.

Georg Schramm schreibt als einen der ersten Sätze in seinem Vorwort, dass er sich gerade mit Bedacht festlegt, um sowohl zu irritieren als auch seinen Standpunkt klar zu machen. Und das gelingt ihm — zumindest bislang — in diesem Buch auf wunderbare Weise. Hut ab!

 

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Urban Priol live

Signierstunde mit Urban Priol

Gestern Abend war ich mit meiner Frau bei Urban Priol, der in Heidenheim sein aktuelles Programm „Jetzt“ vorstellte. Trotz eines langen und arbeitsreichen Tages, der bei Beginn schon hinter uns lag, schaffte er es wieder einmal, uns beide von 20:00 bis 23:20 h (mit einer gefühlt sehr kurzen 20 Minuten-Pause) fast durchgehend am Lachen zu halten (und das obwohl wir seine Jahresrückblicke mehr oder weniger auswendig kennen — und natürlich gab es den einen oder anderen Text aus diesen Programmen auch gestern Abend). Dennoch waren viele ganz aktuelle Themen enthalten und in gewohnt gekonnter Art verarbeitet worden, sodass wir uns königlich amüsierten.

Eine Stelle werde ich mit Sicherheit nie wieder vergessen: Priol erzählte davon, wie er ein einziges Mal bei einem Yoga-Kurs war, den er von seinem fiktiven Therapeuten empfohlen bekommen hatte. Zuerst kam er fast eine Stunde lang nicht mehr darauf zurück, doch plötzlich kletterte er auf allen Vieren auf einen Tisch am Bühnenrand und begann lauthals zu muhen. Oje! So sehr nach Luft musste ich selten schnappen! Es wäre selbst mit Vorankündigung zum Schreien lustig gewesen, so aber — gekoppelt mit dem Überraschungseffekt — war es der Schenkelklopfer des Abends!

Bei der anschließenden Signier-Stunde ließen wir uns noch die DVD Tilt — Der etwas andere Jahresrückblick 2013 signieren. Hach, ab damit in unseren Kabarett-Devotionalienschrein

Vielen Dank an Urban Priol für einen unvergesslichen Abend!

 

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