Archiv der Kategorie: iPod

Song des Tages (168) – 2017-02-26

Jeden Tag empfehle ich einen Song als den „Song des Tages“. Der heutige Song des Tages steht unter dem Motto „farbenfroh“. Er ist entspannt und verspielt – und bringt viele unterschiedliche (auch farbliche) Facetten zum Tragen (dazu sollte man sich den Video-Clip ansehen): „1234“ von Feist:

Dieser Song wurde vor einigen Jahren mal in einer iPod Nano-Werbung von Apple verwendet. Vermutlich hat dies dem Song wesentlich mehr Aufmerksamkeit verschafft als sonst zu erwarten gewesen wäre…

Alle Songs in meiner freigegebenen Apple Music-Playlist.

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Weg von den auswechselbaren Akkus

Mit dem Kauf des neuen iMacs erhielt ich von Apple auch gleich zwei neue Eingabegeräte: das Magic Trackpad 2 und das Magic Keyboard. Sie funktionieren sehr gut, wirklich „magisch“ ist daran natürlich nichts, schon gar nicht, wenn man wie ich davor schon das Trackpad der ersten Generation und diverse iOS-Geräte besaß/besessen hat, die genauso bedient werden… Wer sich diese beiden Produktnamen überlegt hat, sollte mal eine Runde nachsitzen.

Dennoch ist mir eine Sache an beiden Eingabegeräten sehr positiv aufgefallen: Der Verzicht auf auswechselbare Batterien/Akkus:

Nur dieser kleine Anschluss deutet noch darauf hin, dass das Trackpad von Zeit zu Zeit mit Energie versorgt werden muss...

Nur dieser kleine Anschluss deutet noch darauf hin, dass das Trackpad von Zeit zu Zeit mit Energie versorgt werden muss…

...und hier sieht es genauso aus.

…und hier sieht es genauso aus.

Das ist gerade im Zusammenhang mit Apple seit Jahren ein absolut strittiger Punkt, denn als das erste iPhone herauskam, wurde genau dieser Punkt bemängelt, bei den iPods vorher übrigens auch, bei den iPads später natürlich genauso wieder. Immer und immer wieder wird auf dieser Sacher herumgeritten. Mittlerweile ist fast die gesamte Konkurrenz auf die gleiche Schiene umgeschwenkt, daher schwächt sich die Diskussion allmählich ab.

Ich finde die gerade beschriebene Kritik weitgehend an den Haaren herbeigezogen. Dafür habe ich gute Gründe:

  • Die Akkus meiner Geräte halten auch nach jahrelanger Nutzung durchweg sehr gut. Meinen iPod Classic lade ich höchstens einmal im Monat auf, manchmal vergehen fast zwei, bis ich ihn ans Netzteil oder den Rechner hängen muss. Welchen Nutzen brächte mir ein klobigeres Gehäuse also, das zwangsläufig notwendig wäre, um den Akku zugänglich zu machen? Genau: Nichts.
  • Sollte der fest verbaute Akku tatsächlich einmal kaputt gehen, kann man ihn in einem AppleStore oder bei vielen anderen Elektronik-Ketten austauschen lassen. Man muss halt unter Umständen ein paar Tage auf das Gerät verzichten, aber auch das überlebt man meist unbeschadet. Mittlerweile gibt es etliche Service-Points, die einen sofortigen Wechsel (meist heißt das: „binnen einer Stunde“) anbieten.
  • Von unserem AppleTV (4. Generation) weiß ich, dass die in der Fernbedienung verbaute Akku-Technologie höchst effizient ist. Erst einmal hält der Akku gut und gerne drei Monate durch, obwohl das Gerät täglich benutzt wird. Dann hänge ich es mit dem iPhone-Ladegerät (es ist das gleiche Kabel) für ein paar Minuten an eine Steckdose – fertig. Während des Ladens kann ich die Fernbedienung weiterhin benutzen, ist sie voll aufgeladen, werde ich über den Bildschirm informiert. Das ist Komfort!
  • Der neuerlich eingeschlagene Weg minimiert die Notwendigkeit zusätzlicher Ladegeräte: Ist mein Magic Trackpad 2 am Ende der Akkulaufzeit, werde ich in regelmäßigen Abständen im Vorfeld vorgewarnt. Dann hänge ich – analog zur AppleTV-Fernbedienung – ein USB-/Lightning-Kabel an den iMac und verbinde es mit dem Trackpad. Ich kann es einfach weiter benutzen, parallel wird es aufgeladen. Genauso funktioniert es mit der Tastatur. Ich muss zu keinem Zeitpunkt die Bluetooth-Verbindung zum Rechner trennen. (Wenn überhaupt, dann rechtfertigt dieser Komfort den Produktnamen.)

Entlastung

Klar, es wird immer die Fraktion geben, die schrauben und tüfteln muss. Aber ganz ehrlich: die sollen sich dann halt Geräte kaufen, an denen man rumfummeln kann. Ich kaufe mir seit nunmehr 11 Jahren genau aus dem Grund immer wieder Geräte von Apple, weil ich an den Geräten gar nicht herummanipulieren kann. Das entlastet mich enorm, denn es nimmt mir die Last der Versuchung.

Als ich noch PC-Nutzer war (also vor 2005) und an der Hardware ständig Veränderungen vornehmen konnte, war mein Geldbeutel vor keinem Media Markt oder Online-Versand sicher. Ständig lockte neue Hardware – und immer reizte mich das Versprechen, doch noch ein kleines Quentchen mehr Leistung (von der ich überwiegend noch nicht einmal etwas spürte, sie bestand nur aus den Zahlen, die auf dem Bildschirm zu lesen waren) herausholen zu können. Zeit und Geld fanden ein großes, nimmersattes schwarzes Loch, in dem sie verschwinden konnten. Lustigerweise kann ich in der Rückschau berichten, dass es sich nur ganz selten gelohnt hat, so viel zu investieren.

Daher begrüße ich diesen neuen Ansatz in der Geräte-Strategie von Apple sehr. Für meinen Arbeits- und Freizeitalltag ist es eine spürbare Erleichterung, eben das kleine bisschen mehr Komfort, das den höheren Preis der Geräte rechtfertigt – zumindest aus meiner Sicht.

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Analog-Spammer und Hörgewohnheiten

Ich muss an dieser Stelle ein kleines Geständnis ablegen: In meiner Jugend – also vor wirklich langer Zeit – war ich ein Analog-Spammer. Was ich mit Emails oder iMessages noch nie gemacht habe – eine Nachricht an alle Email-Adressen in meinem Adressbuch zu schicken –, auf analogem Wege war ich ein Sünder. Und – es schmerzt auf moralischer Ebene noch bis heute – ich wurde dafür auch noch bezahlt.

Bevor jetzt hier ein falscher Eindruck von meiner Person (von der ich mir insgesamt doch ein sehr positives Bild gemacht habe) aufkommt: Ich verteilte Werbezettel. Für mich als Schüler war das – zumindest bei schönem Wetter – eine sehr angenehme Möglichkeit, das Taschengeld aufzubessern (vom Winter schweige ich hier lieber). Meine Mutter hat sich sicher gefreut, dass ich – als geborene Couch-Potato – damals meinen Hintern für ein paar Stunden an die frische Luft verfrachtete. Meine Geschwister waren froh, den lärmenden (Blechbläser und E-Gitarrist, das sagt alles!) Bruder aus dem Haus zu haben – und ich hörte die gesamte Austragdauer Musik.

Ganz ehrlich: Das war wertvoller als das Geld. Mein Billig-Walkman-Imitat von Woolworth (9,90 DM) war zwar eine echte Katastrophe, der spätestens ab der Hälfte der Batteriekapazität zu leiern anfing, doch so konnte ich ungestört ein Album nach dem nächsten durchhören. Manche Kassette habe ich so oft durchgehört, dass ich das Band irgendwann aufgrund übermäßiger Abnutzung entsorgen musste.

Gleichzeitig hat mich diese Erfahrung in einer Hinsicht stark geprägt: Ich bin ein Album-Hörer. Das ist typisch für die Trennung zwischen Pop- und Rockmusik, denn erstere ist singleorientiert (im Zeitalter von iTunes und Streaming-Diensten ein hoffnungslos überholter Begriff), letztere albumorientiert. Nicht zuletzt bei den in der Rockmusik so weit verbreiteten „Konzeptalben“ zeigt sich der Fokus auf das Gesamtwerk, nicht das einzelne Stück.

Zurück zu meiner Hörgewohnheit: Bis heute suche ich mir – von ein paar Ausrutschern abgesehen – immer das gesamte Album heraus. Natürlich schälen sich einzelne Stücke als Lieblinge heraus, doch die feine Abstimmung der Stücke aufeinander, in die die Musiker viel Zeit und Herzblut investieren, geht an mir nicht spurlos vorbei.

Geht es euch auch so? Ich bin schon gespannt auf Kommentare…

 

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Noch zwei Jahre…

Liebe Programmierer, Techniker, Entwickler und Designer bei Apple!

Ich gebe euch noch zwei Jahre.

Beginnend mit dem heutigen Tag, dem 1. Januar 2016, werde ich zwei Jahre mehr oder weniger geduldig abwarten, ob sich die in den letzten Jahren vermehrt aufgetretenen und dann Stück für Stück gravierender gewordenen Probleme vor allem in der hauseigenen Software irgendwann einmal haben lösen lassen – oder eben nicht. In letzterem Fall werde ich euch gnadenlos den Rücken kehren. Ich hätte nie gedacht, dass ich das mal sagen/schreiben würde, aber es ist mir mittlerweile wirklich egal.

2005 habe ich mir meinen ersten Mac gekauft, einen G4 Mac Mini. Knuffig und toll, ein traumhaftes Gerät. Die Einstiegsdroge. Dann kam nach ungefähr anderthalb Jahren mein erster iMac. Ein super Teil! Auch die Software: Mac OS X 10.4 Tiger und 10.5 Leopard – ich liebte sie beide. 10.6 Snow Leopard übrigens auch, das nichts anderes machte, als ein paar kleinere Fehler zu beseitigen und ein paar Kleinigkeiten neu einzuführen. Von vielen in der Technik-Welt belächelt, von den Benutzern aber sehr genossen, da einfach nur die kleinen Unpässlichkeiten beseitigt wurden, eigentlich genau das, was man sich als Kunde/Benutzer immer wünschte.

Tatsächlich bin ich mir sehr sicher, dass es vielen Leuten ganz ähnlich wie mir geht: Ich verlange nicht ständig nach neuen Funktionen, ich möchte aber, dass die alltäglichen Handgriffe immer leichter und schneller, vor allem aber stabil(er) vonstatten gehen. Sodass ich mir keine Sorgen darüber machen muss, ob die gestern auf dem iPad erstellte Textdatei morgen auch auf meinem iPhone oder iMac verfügbar sein wird.

Hardware: Hui! Software/Web Services: Pfui!

Und irgendwann kamen dann so Geschichten wie Mobile Me und iCloud. Und ab da ging es eigentlich permanent bergab. Die Hardware eigentlich immer sensationell gut, die Webservices (also vor allem die Cloud) grauselig schlecht. Obwohl iCloud nach wie vor nicht ganz zuverlässig funktioniert, werden immer weitere Teile des Betriebssystems, nein: beider Betriebssysteme (iOS ist ja noch viel stärker davon betroffen) so fest mit der iCloud verwoben, dass sie ohne noch weniger funktionieren. Das wäre ja fein, wenn die iCloud anstandslos funktionierte, doch das tut sie nun einmal nicht. Vor ein paar Monaten hatte ich dazu schon einen ausführlichen Artikel geschrieben. Wesentlich besser geworden ist an keinem der Punkte bis heute etwas.

Wie oft standen meine Frau oder ich morgens schon in der Schule, öffneten das iPad und der gestern noch getippte Unterrichtsentwurf, der sich nach offiziellen Angaben „im Hintergrund“ über iCloud auf alle Geräte synchronisieren sollte, war einfach nicht da… Ärgerlich! Vor allem, wenn es nicht nur einmal passiert. Und ich will gar nicht mit dem Zählen der Tage anfangen, an denen genau das passierte.

Ist Design wirklich wichtiger als Funktionalität?

Dann so Geschichten wie die immer dünner werdenden Geräte, vor allem bei den iPhones. Ist ja schön, dass die Designer das toll finden. Aber nicht jeder Kunde ist begeistert, wenn sein Handy so dünn ist, dass man sich beim Joggen nicht mehr darauf verlassen kann, dass der Akku vom iPhone vor lauter Dünnheit nicht auf halber Strecke aufgibt, weil es ihm zu kalt wird. Ist mir vor ein paar Tagen erst passiert, meiner Frau noch wesentlich häufiger.

Der Countdown läuft…

Ich werde die Liste an dieser Stelle nicht weiter fortsetzen, denn jeder Apple-Nutzer wird seine eigene kleine Horror-Liste haben. Aber ich schreibe mir in den kommenden Wochen in einer privaten Liste alles auf, was mich immer wieder nervt, mir Steine in den Weg legt, statt sie zu beseitigen. Und dann, nach zwei Jahren, öffne ich diese Liste wieder, hake mich von oben nach unten durch. Sollten die substantiellen Kritikpunkte dann immer noch nicht behoben sein, habt ihr mindestens einen Kunden weniger. Und das ist unabhängig davon, wieviel Geld ich bereits in eure Produkte investiert habe.

Ich möchte nicht falsch verstanden werden: Ich hasse Android, freiwillig möchte ich es eigentlich nicht benutzen. Es ist ein völlig uneinheitliches und zutiefst unsicheres System, das bekannt dafür ist, Kundendaten an allen Ecken und Enden preiszugeben (99 % aller mobilen Malware existiert ausschließlich für Android und wird da auch heftigst eingesetzt). Doch der Premium-Preis der Apple-Produkte ist ab einem gewissen Unzufriedenheitsfaktor schlicht und einfach nicht mehr hinzunehmen. Und gerade an dieser Front sticht euch jedes einzelne Android-Gerät aus. Gnadenlos.

Also, macht was draus, die Zeit läuft…

 

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Urlaub in Italien

Vom 22. bis zum 29. August war ich mit meiner Familie in Italien, genauer gesagt in Forte dei Marmi, einem eher noblen Küstenort der Toskana. Die Kinder waren uns schon seit Jahren in den Ohren gelegen, dass sie jetzt endlich mal einen Urlaub am (Meeres-)Strand erleben wollten. Früher konnten wir uns noch mit dem Argument drücken, dass nicht alle Kinder schwimmen könnten, nachdem unsere Jüngste es aber im Verlauf des Frühjahrs gelernt hatte, gab es schlicht keine griffige Ausrede mehr. Also buchte ich einen Urlaub am Strand.

Anreise

Da wir mit fünf Personen und dem dazugehörigen Gepäck das Auto komplett füllen und mit keinem anderen Verkehrsmittel so billig nach Italien kommen konnten, mussten wir in den sauren Apfel beißen und die ungefähr 740 Kilometer von Aalen nach Forte dei Marmi selbst fahren.

Gepackt wurde alles einen Tag vorher, das Auto stand über Nacht bereit. Mein Wecker klingelte um 3:25 h. Da die Kinder entsprechend gebrieft waren, schafften wir es mit allem Drum und Dran tatsächlich, um etwa zehn Minuten nach vier am frühen Morgen auf der Straße zu sein. Eine offensichtlich weise Entscheidung, was die Verkehrsdichte anging (so kamen wir bis auf zwei kleine Stau-Unterbrechungen kurz vor dem Ziel ungehindert durch). Irgendwie dachte ich ja, die Kinder würden im Auto dann gleich noch bis sieben oder acht Uhr weiterschlafen, doch die waren so aufgedreht, dass sie alle wach blieben. Egal, wofür gibt es iPods?

Durch Deutschland und Österreich flogen wir förmlich hindurch, eine erste Pinkelpause gab es in der Schweiz direkt vor der Viamala-Schlucht (einen schönen Gruß an Mario Adorf an dieser Stelle, zumindest mussten wir Eltern beide sofort an ihn denken). Dann rauf und rauf und rauf, bis wir durch den San Bernardino-Tunnel in den italienischsprachigen Teil der Schweiz und danach — endlich — nach Italien gelangten. Dort gab es erst einmal einen „richtigen“ Kaffee für die liebste Frau, einen „Kaba“ für unsere Jüngste, die beiden Großen tranken den Rest einer meiner Pepsi Light-Flaschen aus. Gut so, sonst hätte ich alle paar Kilometer weitere Pinkelpausen einlegen müssen!

Wie oben schon kurz erwähnt: In Italien gab es zwei kleinere Staus, beide nicht allzu lang (insgesamt ging uns etwa eine halbe Stunde dadurch verloren). In beiden Fällen waren wir der Klimaanlage im Auto für ihren reibungslosen Betrieb sehr dankbar, denn zu diesem Zeitpunkt brannte die Sonne recht gnadenlos auf die sich träge durch die Landschaft wälzende Metall-Lawine herunter.

Gegen 14 Uhr schlugen wir im Hotel auf, kurz nach drei liefen wir bereits in Richtung Strand, wo uns weitere Überraschungen erwarten sollten…

Das Hotel von vorne

Die Frontansicht des Hotels »La Pace«

Strandplatz

In der Beschreibung des Hotels stand, der Weg zum Strand sei „ca. 200 Meter“. Hmmmmmmm. Irgendwie kam es mir wie mindestens 500 Meter vor (Luftlinie zählt für mich nicht, denn ich kenne bislang niemanden, der durch Wände gehen kann). Und das war noch nicht einmal unser Strand. Bis wir an dem vom Hotel empfohlenen Abschnitt des Strandes angelangt waren, mussten wir locker 1,2 bis 1,5 Kilometer laufen. Aber wir sind ja alle sportlich, daher hat uns das nicht wirklich gestört.

Doch dann kam der Hammer: Der Strand musste bezahlt werden. Hupsi! Als ich zum letzten Mal am Strand war (irgendwann in den 1980er Jahren), gehörte das noch nicht zum Alltag. Und die Preise waren gar nicht so gering, obwohl wir später erfuhren, dass es dort auch Plätze für bis zu 200 €/Tag geben soll. Unser Strandplatz (inklusive Sonnenschirm, zweier Sonnenstühle und einer großen Liege) kostete pro Tag 43 €, die ganze Woche bekamen wir mit etwas Rabatt für 250€. Aber immer noch ein dicker Batzen Geld.

Dafür kann man sich über die gebotene Leistung nicht beschweren, denn der Strand war stets sauber, beim morgendlichen Laufen sah ich Horden von hilfreichen Geistern umher eilen, Müll beseitigen, Sand harken, Stühle und Sonnenliegen in Position stellen. Darüber hinaus gab es mehrere saubere und nur für die Mieter eines Strandplatzes zugängliche Toiletten, mehrere Süßwasserduschen, eine private Umkleidekabine — und eine fantastische Aussicht!

Aussicht vom Strand

Die Aussicht vom Strand war wirklich sehenswert.

Nach dem ersten Schock über den Preis war die Entscheidung schnell gefallen: Wir bleiben der Kinder zuliebe die ganze Woche am Strand! Somit war dann zumindest der inhaltliche Fahrplan für die restliche Woche gesetzt. Da wir auch nicht vorhatten (und ebensowenig vorhaben), in Bälde an einen solchen Badestrand zurückzukehren, war das für uns völlig in Ordnung.

Essen im Hotel

Im Hotel hatten wir nur Halbpension gebucht, das Mittagessen fiel (mit Ausnahme von ein paar Crackern oder Keksen) einfach aus, da sowohl Frühstück als auch Abendessen ziemlich opulent waren. Gerade das Frühstück war deliziös, denn es gab zwar zu wenig Obst, ansonsten aber alles, was mein Herz in seinen (ernährungstechnisch) schwachen Stunden begehrt: Cereals mit frischer Milch, Joghurt, Brötchen, Toast, Butter und Aufstriche ohne Ende, gebratene Eier, Croissants, kleine Krapfen mit Vanillepudding-Füllung, Donuts und und und — kalorientechnisch ein absoluter Overkill. Unter 1.600 Kalorien ging da kein Frühstück vorbei. Aber es musste ja eine Weile halten…

Beim Abendessen gab es immer ein riesiges Buffet, das leider für Vegetarier wie mich nicht immer ganz kompatibel war (es gab immer vegetarische Gerichte, doch nicht immer von hoher Attraktivität für mich). Mir fehlte ein wenig die Rohkost, doch für eine Woche Urlaub war schon klar, dass ich keine ernsthaften Probleme bekommen würde. Vor dem Buffet gab es allerdings stets einen Pasta-Gang als Vorspeise. Und das war Abend für Abend ein Highlight. Unsere Jüngste, die sich noch nicht so auf die italienische Küche einlassen konnte/wollte, vererbte mir nicht selten noch einen zu 75 Prozent gefüllten Teller, den ich nur zu gerne zügig leerte. Und es folgte ein hervorragendes Dessert, in dieser Hinsicht stehen meiner eigenen Erfahrung nach die Italiener den Andalusiern in nichts nach.

Laufen an Italiens Küste

Wenn so opulent gegessen wird, kann ein Urlaub leicht zu einer Ballung von Fettgewebe um die mittleren Regionen führen. In weiser Voraussicht hatte ich in Aalen meine Laufschuhe und geeignete Laufkleidung eingepackt. Morgens stahl ich mich gegen 6:45 h aus dem Hotel und rannte los.

Meine erste Feststellung: Wo sind die Höhenmeter? Aber direkt am Meer entlang gibt es davon nur wenige (die Skala in meiner Lauf-App skalierte sich auf „5 Meter“ — und die wurden kaum erreicht, bei meiner Frau, die ebenfalls fleißig war, stand am Ende tatsächlich mal „1m“ in der Rubrik „Höhenmeter“), was dann angesichts meiner Gewöhnung an einige Höhenmeter beim Laufen in Aalen wiederum ein meist recht hohes Tempo nach sich zog. Die meisten Läufe absolvierte ich mit einem Tempo von deutlich unter 5:30 Minuten/Kilometer. Der schnellste Kilometer wurde in 4:41 Minuten abgehakt, für mich ein absoluter Rekord!

Hilfreich war dabei sicher auch, dass die Küstenstraßen ziemlich geradlinig geführt werden. Jede Kurve, am Ende gar noch auf Schotter oder unebenem Boden, nagt perfide am Tempo. Hier gab es davon nur ganz wenige, daher stieg das Tempo immer weiter. Am schönsten war der etwa sechs Kilometer ununterbrochen geradeaus führende Streifen am Ufer (siehe Screenshot). Da „flog“ man gefühlt nur so dahin.

Gerade Wege, hohes Tempo

Gerade Wege, hohes Tempo!

Ein weiterer Pluspunkt war der stets wehende Wind vom Meer, der mich beim Laufen erfrischte und kühlte. Ohne den Wind wäre es für mich sicher deutlich unangenehmer gewesen. Erst im Vergleich konnte ich heute früh beim ersten heimischen Lauf den Mangel an Erfrischung an einigen Stellen bemerken. Ach!

Noch eine ganz nette Kleinigkeit: Um diese Uhrzeit ist in einem Touristenort noch absolut nichts los. Ich habe mehr Müll- und Straßenreinigungsfahrzeuge gesehen als andere Passanten oder Läufer. Aber die… Interessanterweise kann man „echte Läufer“ sehr schnell von „Joggern“ unterscheiden:

  • Echte Läufer rennen sehr geradlinig, konzentriert und flink. Außerdem grüßen sie andere Läufer meist mit einem aufrichtigen Lächeln und Kopfnicken, gelegentlich auch mit einem kurzen Handzeig. Kaum einer hört Musik oder sonst etwas, die meisten halten ihren Kopf frei und lassen ihre Füße den eigenen Rhythmus finden.
  • Jogger dagegen laufen langsam, kreuz und quer, meist mit den unmöglichsten Verrenkungen in Hüfte und Knie (schon das Hingucken schmerzt). Außerdem zählt das Aussehen mehr als das Laufen, also muss die Frisur sitzen (das bedingt dann wiederum ein langsames Tempo, sonst könnte sich ja etwas lösen). Zusätzlich sind die Laufklamotten ausnahmslos von angesagten Marken und meist gebügelt. Das Smartphone mit monströs großen Over-Ear-Kopfhörern darf als Accessoire natürlich nicht fehlen. Einen Gruß darf man sich von einem Jogger nicht erhoffen, denn das wäre zuviel Mühe. Daran könnte man mal eine ganz interessante Sozialstudie durchführen…

Einmal konnte ich nicht anders, da musste ich mir einen kleinen Spaß mit dem GPS in meiner Lauf-App machen: Fast parallel zu unserem Strandabteil gab es in der Stadt eine Art Kreisverkehr, der — dem Berliner Ring in Würzburg nicht unähnlich — in drei Spuren um ein begrüntes Zentrum geführt wird. Bei einem Lauf rannte ich die drei Spuren nacheinander konsequent ab, um zu sehen, wie akkurat das GPS funktioniert. Nun ja, das Ergebnis lässt sich auf dem folgenden Screenshot erkennen.

Nicht ganz perfekt...

Das GPS ist nicht ganz perfekt, aber man kann die Runden dennoch erkennen.

 

Außerdem erfuhr ich noch etwas über mich: Ich kann über Wasser laufen (nicht „gehen“). Offensichtlich war der lange Steg, den ich mehrfach bis zum Ende hinaus- und wieder zurück lief, nicht in der Karten-App verzeichnet. Und nun beweist der Screenshot, dass ich locker 300 Meter über das Wasser gerannt bin. Das soll mir erst einmal jemand nachmachen!

Beweis: Ich kann über das Wasser rennen!

Hier ist der Beweis: Ich kann über das Wasser rennen!

Mini-Kulturprogramm zum Schluss

Am Abreisetag wagten wir uns noch einmal ca. 40 Kilometer südlich nach Pisa, denn die Kids waren ganz scharf darauf, den „schiefen Turm“ zu sehen. Den Rest der Stadt ignorierten wir dann auch komplett, aber den Turm in seinem starken Neigungsgrad konnten wir absolut genießen (eine Besteigung sparten wir uns aufgrund des massiven Touristen-Andrangs jedoch).

Touristen-Schwemme

Die Touristenschwemme gab es übrigens schon morgens um kurz nach zehn...

Rückreise nach Deutschland

Und dann starteten wir — glücklicherweise wohl ein oder zwei Stunden nach allen anderen Touristen — unsere Rückreise. Hätten wir nicht gleich zu Beginn eine Viertelstunde im äußerst zähflüssigen Verkehr zugebracht und in der Schweiz fast 30 Minuten das Räumen einer Unfallstelle in einem Autobahntunnel abwarten müssen, wäre die Rückreise komplett ohne nennenswerte Wartezeiten abgegangen.

Ich kann mich nicht über das Bett im Hotel beschweren, denn es war völlig ok. Aber der Genuss, nach einer so langen Fahrt wieder ins eigene Bett zu sinken und dann ziemlich flink wegzudämmern, kann gar nicht akkurat in Worte gefasst werden. Hach, Urlaub hat doch eigentlich immer den Zweck, einem das Nach-Hause-Kommen besonders schmackhaft zu machen.

Zurück in den Alltag

Am nächsten Morgen dann die eine Woche ausgesetzte Seilspringen-Ration von 93 Minuten, Dusche, Waage (ein spannender Moment): 64,7 Kilogramm. Uff! Alles im grünen Bereich… Mittlerweile ist fast die komplette Wäsche gewaschen und getrocknet, sogar zusammengelegt. Nur zum Verräumen konnten wir uns noch nicht ganz aufraffen. Aber der Tag ist ja noch lang.

 

 

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»Die Augen des Drachen«

Stephen King »Die Augen des Drachen«

Stephen King »Die Augen des Drachen«

Gestern habe ich eines meiner Bücher — es handelte sich um »Beneath An Opal Moon« von Eric van Lustbader — zu Ende gelesen. Sofort stieg ich in ein weiteres ein: Stephen Kings Fantasy-Experiment »Die Augen des Drachen«.

Seit gestern habe ich schon ca. 15 Prozent des Buchs verschlungen, denn der Schreibstil ist für Stephen King eher ungewöhnlich, aber sehr angenehm. Als ich im iBook Store nach neuem Lesestoff suchte, standen einige Bücher in der engeren Auswahl, doch die durchweg positiven Rezensionen dieses Werks sorgten für den Zuschlag.

Und bislang kann ich mich absolut nicht beschweren. Ich mag es immer, wenn die Kapitel von übersichtlicher Länge sind, denn da ich oft kurze Lesephasen zwischen andere Aktivitäten zwängen muss (diese aber immer sehr genieße), bin ich froh, überschaubare Abschnitte vor mir zu haben. Hier ist das der Fall, was mir das Lesen versüßt!

In den letzten Jahren habe ich mir für Bücher mit langen Kapiteln oder Erzählungen »ohne Punkt und Komma« eine für mich gut funktionierende Vorgehensweise angewöhnt: Wenn ich sehe, dass das Kapitel oder der Abschnitt oh ein zu lange ist, um ihn gleich am Stück durchzulesen, unterbreche ich immer nach dem ersten Absatz auf einer linken Seite (auf dem iPhone ist das egal, da bekomme ich nur eine Seite angezeigt). Klingt ein bisschen komisch, funktioniert aber, denn wenn ich wieder einsteigen möchte, suche ich die Seite, finde den Absatz — und los geht's!

So, mit Verlaub: Ich muss wieder zurück zu meiner Lektüre! Das Buch fließt unglaublich gut…

(Link zum Bild)

 

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Motivation

Seit ca. zwei Jahren betreibe ich regelmäßig Seilspringen als Sport. Aus den anfänglichen 5-10 Minuten wurden irgendwann 20, dann 40, vor einem halben Jahr sprang ich üblicherweise immer 60 Minuten, aktuell bin ich bei 70 Minuten täglich. Das ist unter der Woche. Am Wochenende kann ich, falls keine gesonderten Termine anstehen, auch noch etwas mehr springen. Heute war so ein Tag (92 Minuten).

Was motiviert mich, jeden Morgen unter der Woche um 4:55 h aufzustehen, in einen dauergelüfteten, im Winter also erfrischend kühlen, Keller (man könnte auch davon sprechen, dass mir im Januar/Februar gefühlt die wichtigen Extremitäten abfrieren) zu gehen und dort mindestens eine Stunde seilzuspringen? Zwei Dinge sind zu nennen:

  • Hörbücher: Als ich bei den 40 Minuten pro Tag ankam, genügte mir das einfache Musikhören nicht mehr, denn irgendwann kennt man die sporttaugliche Musik in- und auswendig. Da ich ohnehin ein großes Interesse an Literatur habe, erschienen mir spannende Hörbücher als eine gute Alternative. Und dabei bin ich bis heute geblieben. Ein Hörbuch mit 20 Stunden habe ich bei meinem aktuellen Springpensum in ca. zwei Wochen durchgehört — und das schon, wenn ich wirklich nur beim Springen höre. Wenn ich dagegen im Verlauf des Tages noch ein- oder zweimal weiterhöre, pflüge ich mich förmlich durch die Geschichten. Das macht Spaß und lenkt vom (zugegebenermaßen etwas eintönigen) Springen ab.
  • Nike FuelBand: Seit ebenfalls ca. zwei Jahren habe ich ein Nike FuelBand, zuerst hatte ich eines der ersten Generation, seit letztem Sommer eines der zweiten. Und ich bin sehr zufrieden damit (dazu gibt es bereits einen anderen Blogeintrag). Für Unkundige: Ein FuelBand misst das Ausmaß und die Intensität der Bewegung, rechnet sie in einen fiktiven Wert, das sog. „Nike Fuel“ (es dürfte grob den KJ entsprechen), um. Wichtig ist nicht nur die Anzeige des bereits erreichten Fuelstands, bedeutsam wurde das ganze System für mich durch das vorher festgelegte Tagesziel (Nike empfiehlt zwischen 2.000 und 4.000 Fuelpunkte pro Tag, ich habe meines auf 3.600 festgelegt, erreiche aber häufig die 5.000, gelegentlich um die 6.000). Dieses Tagesziel kann man immer erst für den kommenden Tag anpassen. Wenn man also das Tagesziel noch nicht erreicht hat, gibt es nur zwei Möglichkeiten: Noch mal ran und das Tagessoll erfüllen, oder die Erfolgsserie abbrechen und einen Tag mit nicht erfülltem Tagessoll hinnehmen. Letztere Option zählt für mich nicht. Ich bin mittlerweile bei 348 Tagen in Folge (ja, ich öffne gleich das Fenster, um den Gestank des Eigenlobs verpuffen zu lassen — aber, hey, ich hab mir das wirklich hart erarbeitet), das entspricht genau der Dauer, die ich mein FuelBand der zweiten Generation in Betrieb genommen habe.
  • Sessions: Obwohl ich von zwei Gründen gesprochen habe, sind es eigentlich drei, nur hängen die letzten beiden eng miteinander zusammen. Das FuelBand der zweiten Generation bietet die Option, sog. Sessions abzuhalten. Beim Start einer sportlichen Aktivität hält man am FuelBand kurz die Taste gedrückt, bis „Start“ eingeblendet wird. Dies bestätigt man, dann absolviert man das Sportprogramm, am Ende verfährt man wie am Anfang, nur wird jetzt „End“ eingeblendet. In Abhängigkeit von der Tagesform fallen die Seilspring-Sessions recht unterschiedlich aus: So sprang ich am 11. März 66 Minuten und erreichte dabei 2.808 Fuelpunkte, am 12. März war ich offensichtlich schlapper, denn da sprang ich zwar fünf Minuten länger (71 Minuten), erreichte aber nur 2.698 Fuelpunkte. Heute konnte ich fast mein gesamtes Tagessoll (3.600) in der 92-Minuten-Session mit insgesamt 3.553 Fuelpunkten erreichen. Es mag manchen Leuten höchst albern vorkommen, sich an diesen Zahlen irgendwie festzuhalten, dennoch motivieren sie mich — und das schon seit ein paar Jahren (seit 2008 hatte ich schon mit Nike+iPod superbe Erfahrungen beim Langstreckenlauf gemacht). Noch dazu ist der Vorteil des immer gleichbleibenden Systems, dass ich tatsächlich eine Vergleichsbasis für meine eigenen Leistungen habe. Denn — und das ist die häufigste Kritik an allen Amateur-Fitnesstrackern — auch wenn die Daten nicht absolut zuverlässig und perfekt sind, sie bieten eine Vergleichsmöglichkeit. Und die nutze ich.

So, genug Eigenlob für einen Tag, die Dusche wartet. Eigentlich wollte ich nach den 92 Minuten nur auf dem Klo sitzend meine Emails auf dem iPad nachsehen, daraus wurde dieser Artikel. Egal, meine Schenkel werden schon nicht gleich abfallen!

 

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Wunschliste an Apple

Liebe Apple-Programmierer!

In den letzten Monaten habt ihr euren Nutzern so eines zugemutet, auch mir. Daher habe ich eine kleine Wunschliste zusammengestellt, in der mal die gröbsten aktuellen Schwachstellen und meine wichtigsten Wünsche aufgelistet sind, die möglichst bald behoben werden sollten, um den mittlerweile ziemlich in die Jahre gekommenen Spruch „It just works.“ wieder zu rechtfertigen. Derzeit gilt er nämlich nicht für alles. Teilweise überhaupt nicht. Leider.

Mein erster Mac war ein Mac Mini G4, gekauft im August 2005. Auf ihm lief Mac OS X 10.4, und das war derart stabil und wundervoll, dass ich das vorher benutzte Windows XP nicht einen einzigen Tag vermisst habe. Dann kam mein erster iPod, dann ein iMac, dann andere iPod-Modelle, dann ein MacBook (das weiße), schließlich iPad (vom ersten bis zum Air alle Modelle der Reihe nach durch) und — als letztes — ein iPhone 5S. Die Hardware war schon immer fantastisch, keine Frage. Selbst aus im Vergleich zu diversen Windows-Maschinen völlig „untermotorisierten“ Macs kam immer eine flüssige und zuverlässige Leistung, oft spürbar mehr als bei einem auf dem Papier stärkeren Windows-Rechner. Betriebssystem und Hardware gingen bei Apple mit ganz wenigen Ausnahmen immer exzellent Hand in Hand — das war ein wundervoller Zustand.

Und dann verließ Apple mit dem großen Erfolg des iPod, der durch den noch viel massiveren Erfolg des iPhones übertroffen wurde, erstmals nach der Anfangs-Euphorie den über Jahre hinweg eingeübten Underdog-Status. Doch die Mentalität des Underdog scheint Apple besser zu liegen, denn als Marktführer ist sind die Regeln anders. Manchmal scheint sich Apple dessen noch nicht ganz bewusst geworden zu sein.

Doch zurück zum Ausgangsproblem, den vielen kleinen (und teils großen) Ärgernissen mit den aktuellen Versionen von iOS und Mac OS X. Auch wenn ich mich für eine nummerierte Liste entschieden habe, ist die folgende Liste keine nach Prioritäten sortierte Aufzählung.

  1. Kalender (iOS 8 auf dem iPad): Im Normalfall sollte bei eingeschalteter iCloud-Synchronisierung zwischen Mac, iPhone und iPad jede Änderung im Kalender sofort per Push-Funktionalität an alle anderen Geräte weitergegeben werden. Gäbe ich also am Mac einen neuen Termin ein, müsste der binnen weniger Sekunden auch auf iPhone und iPad erscheinen. Klappt wunderbar und bislang absolut zuverlässig beim iPhone (5S), aber nicht beim iPad (Air), auch wenn beide im gleichen Netzwerk sind. Mittlerweile habe ich zwar schon eine ganz passable Möglichkeit gefunden, eine Synchronisation mit der iCloud zu erzwingen: Ich öffne die Übersicht über alle meine Kalender und ändere die Farbe eines meiner Kalender (z.B. Arbeit von „grün“ zu „blau“), speichere die Einstellung — und siehe da: auf einmal werden alle neuen Ereignisse synchronisiert (und auch noch sehr zügig). Schön, dass ich das so lösen kann, aber es ist umständlich, unnötig umständlich. Und das entspricht absolut nicht meiner Vorstellung von „It just works.“
  2. Synchronisation mit iCloud innerhalb der Apps (vor allem iWork) „erzwingen“ können: In allen iWork-Apps werden standardmäßig die Dokumente via iCloud synchronisiert. Nur eben nicht wirklich so, wie es angepriesen wird, denn häufig passiert das überhaupt nicht im Hintergrund, vielmehr beginnt die Synchronisierung erst, wenn ich die App öffne — wenn dann mal ein paar Tage seit dem letzten Mal vergangen sind, am Mac eventuell 20 oder 25 neue Dokumente hinzugefügt wurden, dann sitze ich schon einmal fünf bis zehn Minuten zur Untätigkeit verdammt vor dem iPad, weil ich darauf warten muss, dass Pages, Numbers oder Keynote überhaupt erst einmal merken, dass es neue Dokumente gibt. Und die müssen dann ja auch alle komplett geladen werden, was manchmal trotz ihrer geringen Größe absurd lange dauert. An manchen Tagen merken die Apps es anscheinend gar nicht, dass neue Dokumente vorhanden sind: Selbst nach fünf bis zehn Minuten Wartezeit taucht noch kein neues Dokument auf (meist passiert das, wenn ich eigentlich bereits aus dem Haus und auf dem Weg zur Arbeit sein müsste…). In dem Fall muss ich dann zu einem neuerlichen Spezialtrick greifen: Eine neue Datei in der App (z.B. Pages) anlegen, sie wieder verlassen und warten. Die neue Datei wird dann in die iCloud hochgeladen, nun erst bemerkt die App „zufällig“ (eher: „endlich“), dass ja neue Dateien in der Cloud warten. Aber genau dafür wäre z.B. eine Möglichkeit, den Synchronisations-Vorgang per Button zu erzwingen, eine willkommene Erleichterung.
  3. Statusanzeige für die iCloud-Synchronisierung: Beide gerade beschriebenen Vorgänge zeigen, dass die Grundproblematik anscheinend bei der iCloud-Synchronisierung liegt, denn diese ist ganz offensichtlich nicht zuverlässig. Wenn Sie funktioniert, wäre es schön, ihr einen Statusbalken mitzugeben, der den Gesamtprozess darstellt. Ein Beispiel, das ich gerade schon bemüht habe: Pages. Wenn ich Pages starte, warte und warte, dann entdeckt die App ja meistens (zumindest nach einer Weile), dass da noch etwas zu synchronisieren ist. Ich sehe dann z.B. 20 neue Dokumente, jedes einzelne mit einem eigenen Statusbalken. Schön, dass ich sehe, wie jede einzelne Datei sich fortbewegt (erfahrungsgemäß recht langsam), schöner wäre jedoch auch noch eine Anzeige, wie weit der Gesamtstatus fortgeschritten ist. Eventuell sogar mit einer (geschätzten) Restzeitangabe.
  4. W-LAN-Synchronisierung der iOS-Geräte 1: Ich bin ein großer Fan des iPod Classic, denn dieser funktioniert tadellos, immer und immer wieder, auch beim Synchronisieren. Hänge ich ihn per Kabel an meinen iMac, dauert es ca. ein bis zwei Minuten, dann ist die Synchronisierung unter Garantie und fehlerfrei abgeschlossen (klar, wenn die Datenmenge riesig ist, dauert es auch einmal fünf Minuten, aber das kommt eher selten vor). Immer. Ganz im Gegenteil verhält sich die iOS-Synchronisierung über W-LAN, denn ziemlich häufig funktioniert sie einfach gar nicht (das Problem lässt sich nicht einmal durch ein Beenden und Neustarten von iTunes beheben, nein, ich muss meinen iMac mit Yosemite komplett neu starten — wie 1998 ist das denn?), weil mein iPad „nicht erkannt“ und somit aus der Geräte-Liste entfernt wird. Dagegen kann man als Nutzer nichts tun. Man kann iTunes nämlich auch gar nicht zwingen, diese Liste zu aktualisieren. Wenn ein Gerät bei der Synchronisierung nicht gleich reagiert, wird es aus der Liste getilgt und verbleibt im digitalen Nirvana, bis ich den kompletten Rechner neu gestartet habe. Microsoft lacht sich darüber heutzutage wahrscheinlich den Arsch ab, denn genau über solche Mängel bei Windows hat sich Apple vor ein paar Jahren im Rahmen der „I'm a Mac“-Werbespots genüsslich lustig gemacht. Ich ja auch, jetzt bleibt mir oft nichts anderes übrig als der Neustart. Peinlich.
  5. W-LAN-Synchronisierung der iOS-Geräte 2: Es wird mir immer ein Mysterium bleiben, wieso ein Film, der sich bereits seit Wochen auf dem iPad befindet, bei der Synchronisierung erst einmal komplett vom iPad gelöscht und dann wieder zurück synchronisiert wird, falls ich seit der letzten Synchronisierung auch nur eine Sekunde davon angesehen habe. Klingt irrsinnig, ist aber so. Beispiel: Ich hatte für die Schule einen Filmausschnitt aufbereitet, den ich im Unterricht am Montag zeigte. Über Nacht lud mein iPad auf, beim Laden startete die Synchronisation, die allerdings aus mir nicht erfindlichen Gründen nicht klappte (worüber ich als Nutzer auch nicht informiert wurde). Dennoch: Am Dienstag stand ich in der Parallel-Klasse und wollte den besagten Filmausschnitt zeigen. Tags zuvor war er ja einwandfrei gelaufen, wozu also noch einen einzigen Gedanken daran verschwenden? Dummerweise war er zu diesem Zeitpunkt nur nicht mehr auf dem iPad. In der Filmeliste schon, aber eben nicht in einem abspielbaren Zustand. So ging diese Stunde trotz guter Vorbereitung voll den Bach runter. Danke, Apple! Wieso ist noch keiner von euch Spezialisten auf die Idee gekommen, statt der gesamten Filmdatei eine Log-Datei zu synchronisieren, in der einfach nur der aktuelle Stand gespeichert wird? Diese Datei hätte im Vergleich zur kompletten Filmdatei (man denke nur an einen HD-Film mit zwei Stunden Länge, bei dem ja in der Synchronisierung das gleiche passiert) nur einen geringen Bruchteil an Größe, wäre somit also schnell synchronisiert — cool, oder? Das müsste irgendeinem von euch doch schon eingefallen sein, oder?
  6. Hörbücher in der Musik-App 1: Ich höre gerne und häufig Hörbücher auf dem iPad an. Allerdings werden die seit jeher von iTunes und allen darauf basierten Apps etwas stiefmütterlich behandelt und verdienten eigentlich eine eigene App. Doch das schweift ab, denn mir geht es um aktuell bestehende und von mir immer wieder bemerkte (und bedauerte) Probleme. Einerseits stürzt die Musik-App unter iOS 8 derart oft ab, dass es beinahe schon ein Witz ist. Wenn die Synchronisierung eines einzigen Hörbuchs via W-LAN nicht erfolgreich war, wird nicht etwa dem Hörbuch ein gelbes Ausrufezeichen verpasst, nein, dann kann auch kein anderes abgespielt werden. Stattdessen stürzt die Musik-App dann einfach dauernd ab. Selten dämlich! Allein seit Anfang Dezember musste ich aus diesem Grund mehrfach mein iPad neu starten, sonst hätte ich gar nichts anhören können.
  7. Hörbücher in der Musik-App 2: Hörbücher sind meistens ja eine längere Geschichte, da kommt es ganz gut zu Pass, dass iTunes und die Musik-App in iOS sich die jeweils aktuelle Position merken. Zumindest offiziell. Die Praxis sieht dagegen so unzuverlässig aus, dass ich seit über einem Jahr eine manuelle Liste in der Notizen-App führe, in der ich jeden Hörbuch-Endstand gleich nach Beenden des Hörens notiere. Klingt ganz nach „It just works!“ — oder?
  8. Hörbücher in iTunesMatch: Dies ist eher ein Wunsch, doch der Wunsch erwächst aus einem simplen Problem: Alle Musik ist in iTunes Match geladen (zumindest im Idealfall), ich kann sie bei funktionierendem Internet jederzeit laden und abspielen — das ist ein echter Vorteil. Doch Hörbücher sind davon ausgeschlossen (ich vermute, dass es eine komplizierte Rechtslage ist, die Apple zwingen würde, den Hörbuch-Verlagen dann wieder mehr Geld zu zahlen etc.), sehr zum Leidwesen der Nutzer. Denn um nun ein Hörbuch auf mein iPad zu bekommen, muss ich das vom Rechner aus darauf synchronisieren. Ist einerseits umständlich, andererseits unzuverlässig (siehe oben). Wären die Hörbücher ein Teil von iTunes Match, wäre zumindest ein Bequemlichkeitsproblem schon gelöst. Und Bequemlichkeit ist einer der Gründe für iOS. Wer ständiges Gefummel will, der spart sich viel Geld und ist bei Android gut aufgehoben. Wenn ich aber — wie bei Apple — mehr Geld anlege, erwarte ich neben der (leider nicht mehr so ganz vorhandenen) Zuverlässigkeit auch die angenehme Bequemlichkeit. Je mehr Apple an dieser Front schlampt, desto leichter hat es jeder einzelne Android-Anbieter, Apple Marktanteile abzuluchsen.
  9. AirDrop: Eine sehr spannende Eigenschaft von iOS 8 und Mac OS X ist AirDrop, das einen direkten Austausch von Daten aller Geräte im gleichen W-LAN ermöglichen soll. Mit Betonung auf „soll“, denn so richtig klappt das nicht. Meistens klappt es dann nicht, wenn man ganz schnell ein einzelnes Bild oder ein 10-Sekunden-Video austauschen will. Selbst wenn es klappt, ist es oft ein elendig langsamer Prozess. Bei so vielen talentierten Leuten in der Firma sollte es doch möglich sein, diesen Vorgang etwas besser zu strukturieren.
  10. Das AppleHealth-Desaster: Auf dem iPhone ist seit iOS 8 automatisch eine App namens Health installiert. Sie ist fester Bestandteil des Betriebssystems, kann also auch nicht deinstalliert werden. Die Grundidee ist sehr gut: eine zentrale App, die alle gesundheitsrelevanten Daten bündelt. Leider krankt die Umsetzung daran, dass die wenigsten Apps, mit denen ich meine sportlichen Aktivitäten oder meine Ernährung etc. im Blick behalte, damit kooperieren. Meine sportlichen Aktivitäten sammelt ein FuelBand von Nike rund um die Uhr. Das funktioniert ausgezeichnet, nun seit mehr als anderthalb Jahren –– ich bin in diesem System fest verankert und möchte darauf nicht mehr verzichten. Die FuelBand-App ist aber nicht mit der Health-App verknüpft. Somit landen die dort gesammelten Daten nicht in der Sammelstelle. Sie manuell noch einmal zusätzlich einzugeben stellt für mich keinen erstrebenswerten Mehrwert dar, also lasse ich es. Meine Ernährung überwache ich mit CaloryGuard, das mache ich seit Dezember 2010, es funktioniert ausgezeichnet. Diese App kann sogar –– zumindest auf dem Papier –– mit der Health-App kommunizieren. Leider ist die Health-App derart instabil, dass jegliche Lese-/Schreibversuche von CaloryGuard in die Health-App in den letzten Wochen blockiert wurden. Da diese Synchronisierung immer der erste Schritt beim Aktivieren von CaloryGuard ist, blieb die App da über einen Zeitraum von einer Woche jedes einzelne Mal hängen. Also habe ich sie gelöscht (zum Glück habe ich die App auch auf dem iPad und synchronisiere die Datenbank täglich, sonst wären damit alle gesammelten Daten der letzten Tage weg gewesen) und bei der Neuinstallation die Verknüpfung mit AppleHealth verweigert. Seitdem läuft wieder alles super. „It just works!“ in Reinform.
  11. iCloud Drive und Mac OS X Mavericks: Noch eine kleine Horror-Story, die die Unüberlegtheit der aktuellen Software-Veröffentlichungen von Apple perfekt vor Augen führt: iOS 8 kam ein paar Wochen vor Mac OS X Yosemite raus. Alle iWork-Apps unter iOS wollten natürlich sofort auf iCloud Drive umgestellt werden, das war gleich der erste Bildschirm nach dem Neustart der App. Wer das machte, war aber angeschmiert, denn auf dem Mac OS X Mavericks gab es (und gibt es bis heute) kein iCloud Drive –– somit konnten keinerlei Daten zwischen iPad/iPhone und Mac OS X Mavericks via iCloud ausgetauscht werden. Nach dem Software-Upgrade auf dem iPhone bzw. iPad wurde aber nicht ein einziger Hinweis auf diesen Umstand gegeben. Ich wusste davon, weil ich mich über Twitter auf dem aktuellen Wissensstand in dieser Hinsicht halte. Also habe ich bei meinem iPad und iPhone iCloud Drive erst aktiviert, als ich auf dem iMac auch auf Yosemite umgestiegen war. Das klappte dann meistens ganz gut. Meine Frau wusste davon nichts. Ihr iPhone habe ich aktualisiert, dabei habe ich darauf geachtet, iCloud Drive nicht zu aktivieren, dann kam ihr iPad an die Reihe –– und da übernahm sie die letzten Schritte. Zack! Schon war's passiert. Und auch nicht verwunderlich, es gab ja keinen Warnhinweis. Mit der Umstellung verlor sie für die folgenden Wochen jegliche Möglichkeit der Synchronisierung ihrer Daten. Sauber ins Knie gefickt! Die nächsten Wochen musste sie sich jede einzelne Datei, die sowohl auf ihrem iMac als auch auf dem iPad/iPhone sein sollte, per Mail schicken. Man stelle sich vor, sie wäre eine Führungskraft in einem Unternehmen, die täglich mit unzähligen Tabellen und Dokumenten (z.B. Gehaltsabrechnungen etc.) hätte arbeiten müssen, die mehrfach täglich mit einem Server hätten abgeglichen werden müssen. Sie hätte vermutlich den Stecker gezogen und wäre nie wieder bei Apple Kunde gewesen. Nachdem Apple genau wusste, dass eine Synchronisation nicht möglich war, halte ich es für höchst arrogant und ignorant, wie diese Firma, die sich eigentlich den Service am Kunden auf die Fahnen geschrieben hat, in dieser Angelegenheit mit eben diesen Kunden umgegangen ist.

Gerade vor ein oder zwei Tagen hat der Entwickler Marco Arment in einem Blog-Eintrag ziemlich treffend bemerkt, dass Apple eine exzellente Hardware-Abteilung hat, nur scheint die Software-Abteilung nicht mehr hinterher zu kommen. Damit hat er meiner Einschätzung bzw. Erfahrung nach genau ins Schwarze getroffen. Keine andere Firma bringt es auf diese technische Perfektion. Marco Arment schreibt weiter, dass Apple im Moment allerdings dabei sei, seinen „functional high ground“ –– also das hohe Exzellenzniveau –– auf der Softwareseite einzubüßen. Wenn ich mir meine Liste oben ansehe (und ich könnte sie ohne Probleme noch verlängern, die Punkte oben ärgern mich halt im Moment am heftigsten), würde ich gleich einmal zustimmen.

Meinen Blog-Eintrag hatte ich knapp zwei Tage vor dem Blog-Eintrag von Marco Arment begonnen, ihn aber aus Zeitgründen nicht fertig stellen können. Mittlerweile wurden Arments Äußerungen von der sensationsgierigen Boulevard-Presse aufgegriffen, aus dem Kontext gerissen und aufmerksamkeitsheischend zu einer tumben „Apple is doomed.“-Hysterie aufgebauscht. Die Ausmaße wurden so groß, dass Marco Arment sich genötigt sah, sich bedauernd über seinen Blog-Eintrag zu äußern. Das halte ich für falsch, denn ganz offensichtlich lässt sich Apple von unrealistischen Zielvorgaben leiten, die zu einer mittelmäßigen Softwarequalität führt. Ohne echten Druck.

Die mittelmäßige Qualität sorgt letztlich dafür, dass einige Benutzer irgendwann sagen werden: „Wenn es auch so instabil läuft, dann kann ich mir auch ein Samsung/HTC/Acer oder sonst was kaufen, das kostet nur halb so viel, funktioniert aber genauso schlecht.“ –– Darüber sollte sich Apple schon einige Gedanken machen. Noch ist es nicht soweit. Im aktuellen Zustand handelt es sich meistens noch um ein Jammern auf hohem Niveau. Noch.

Aber wie lange noch?

 

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Ein Klassiker

Einleitung

Nur selten werden technische Geräte so perfekt benannt wie mein iPod Classic von Apple. Das Gerät begleitet mich seit 2007 (das sind immerhin schon gute sieben Jahre) täglich daheim und bei der Arbeit. Er ersetzte seinen Vorgänger, den weißen iPod (mit 80 GB).

Zwei iPod Classic-Modelle

iPod Classic

Als wir 2012 umgezogen sind, habe ich meiner Frau zum Einstieg an ihrer neuen Schule einen eigenen iPod Classic geschenkt. Sie hat schon das neuere Modell, die Unterschiede sind gering, ein paar werden unten erwähnt. Für uns Musiklehrer ist es von Vorteil, immer die gesamte Musik mit uns zu führen, denn so müssen wir nie an die CDs oder sonstige Tonträger denken.Damals musste ich für das „große“ Modell mit ca. 350 € einen gefühlt „dicken Batzen Geld“ bezahlen, doch verteilt man diese Summe gleichmäßig auf die Nutzungsdauer, dann hat mich das Gerät bis zum aktuellen Zeitpunkt jährlich nur ca. 50 € gekostet. Und da ich den iPod immer weiter benutzen werde, bis er auseinander fällt (und selbst dann werde ich ihn, falls möglich, erst einmal reparieren lassen), wird dieser Betrag immer weiter sinken.

Die großen Pluspunkte

Was mich an dem Gerät so begeistert? Fast alles! Hier die Details:

  • Speicherkapazität: 160 GB –– meine gesamte Musik passt drauf und sogar noch ein paar Hörbücher. Zum Zeitpunkt des Kaufs war meine Musiksammlung noch nicht so groß wie heute, daher hatte ich damals sogar noch Platz für etliche Podcasts und alle Hörbücher, doch im Lauf der Jahre ist sowohl aus beruflichen wie auch privaten Gründen die Musiksammlung gewaltig angewachsen. Aber selbst diese passt immer noch komplett auf den einen iPod. Und das ist fantastisch!
  • Bedienung: Ich verstehe als iPad- und iPhone-Nutzer schon die Vorteile des Touchscreens, dennoch ist das Click Wheel meiner Erfahrung nach keine schlechte Option zur Steuerung. So kann ich das Gerät auch bedienen, wenn ich nicht (oder nicht genau) hinsehe. Wenn der iPod beim Gehen in der Jacken- oder Hosentasche oder am Gürtel steckt, muss ich ihn nur in der Hand fühlen, um zielsicher die korrekten Stellen drücken zu können.
  • Batterie-Laufzeit: Die Batterielaufzeit ist derart gigantisch, dass ich in den gesamten sieben Jahren meiner Nutzung nur ein einziges Mal an den Zustand gekommen bin, dass der Akku leer war. Und da hatte ich den iPod mehrere Tage nicht aufgeladen und dann zum Einschlafen ein Hörbuch gehört. Kaum war ich eingeschlafen, rutschten mir die Kopfhörer aus dem Ohr — der iPod lief aber immer weiter. Als ich dann zehn oder zwölf Stunden später im Unterricht stand, war der Akku zu Ende… Ansonsten hatte ich noch nie Probleme mit der Akkulaufzeit.
  • Noch mit dem alten Dock-Connector-Anschluss: Ich bin keiner der Typen, die dem alten Dock-Connector hinterher trauern, denn der Stecker konnte nur in einer Ausrichtung eingesteckt werden und war ziemlich groß. (Außerdem gehöre ich auch nicht zu jenen Menschen, die Apple einen Vorwurf daraus machen, einmal in zehn Jahren den Anschluss zu verändern. Wer da laut aufschreit, sollte sich einmal die Konkurrenz ansehen: Samsung hatte im gleichen Zeitraum ca. 17 verschiedene Anschlusskabel für seine Mobiltelefone und Musikabspielgeräte auf den Markt geworfen.) Aber: Viele Zusatzgeräte, die den Anschluss eines iPods, iPhones oder iPads erlauben, arbeiten noch mit dem alten Dock-Connector. So auch der iPod-Adapter in unserem Auto. Ich bin ja glücklich, dass es den überhaupt gibt, denn so kann ich eine lange Autofahrt bequem nach meinen Wünschen beschallen.
  • iPod-Spiele: Dieser Punkt gehört eigentlich in einen separaten Artikel, doch ich muss schon sagen, dass diese Spiele mich bis heute immer wieder mal faszinieren können. Natürlich ist der iPod in dieser Hinsicht dem iPhone und iPad massiv unterlegen, doch gerade meine Favoriten –– Sudoku, Mahjongg und Zuma –– sind derart gut umgesetzt, dass ich immer wieder gern auf sie zurückgreife.

Die wenigen Minuspunkte

An so einem Gerät muss es natürlich auch den einen oder anderen kleineren Nachteil geben:

  • Sinnloser Schnickschnack: Mit dem damals (gemeint ist mit dem iPod Classic) neu eingeführten Menü, das den Bildschirm vertikal ungefähr in der Mitte teilt, wurde schlicht und einfach kein Mehrwert eingeführt. Es handelt sich um optischen Schnickschnack, der nicht zu einer Verbesserung des Erlebnisses beiträgt. Denn man kann nicht einfach eines der in der rechten Spalte per Zufall angezeigten Cover auswählen. Ich würde mich über diese Option freuen, denn — und das halte ich für den hauptsächlichen Sinn und Zweck dieser neuen Menüführung — so entdeckt man spontan das eine oder andere Album, an das man lange nicht mehr gedacht hat, gerade angesichts der Größe der Mediathek. Im aktuellen Zustand (also ohne die Möglichkeit, die rechts angezeigten Cover direkt anzuspringen) ist es aber wirklich nur ein bisschen Optik ohne Mehrwert.
  • Keine Kopfhörersteuerung: Das Nachfolgermodell, bei dem es nur noch die 160 GB-Modelle gibt, unterstützt die erst nach der Markt-Einführung des iPod entwickelte Lautstärke-Regelung über den Kopfhörer. Mein Modell vermag das noch nicht. Ich kann es dem iPod nicht vorwerfen, denn er ist halt vorher entwickelt worden, aber das wäre schon eine deutliche Steigerung der Bequemlichkeit.
  • Langsame Festplatte: Der iPod Classic schafft seine lange Akkulaufzeit vor allem deswegen, weil er eine gebremste Festplatte benutzt (das heißt: die Platte läuft bei einer deutlich niedrigeren Geschwindigkeit als jene, für die sie maximal ausgelegt wurde). Das ist schön für die Nutzungsdauer, zwingt aber den Nutzer gelegentlich zur Geduld, wenn man erst warten muss, bis die Platte angefahren ist, um durch das Menü zu navigieren.

Fazit

Der iPod Classic ist — wie sein Name schon vorwegnimmt — ein Klassiker. Er stellt für mich den höchsten Punkt der technologischen Entwicklung vor der Umstellung auf Touchscreens dar. Hinsichtlich der Speicherkapazität übertrifft er nach wie vor alle von Apple angebotenen Geräte mit Touch-Steuerung. Und genau da liegt auch sein größter Vorteil. Der iPod Classic verpackt diese Qualitäten in einem eleganten Äußeren, sein Akku hält lange genug, um jeden Musikhörer lange Zeit zu beglücken. Was könnte es schöneres geben?

Nachtrag

Vor zwei Wochen hat mein nunmehr fast sieben Jahre alter iPod Classic seinen Geist aufgegeben. Er startet neu, schafft es nicht, versucht es wieder, schafft es nicht etc. Vermutlich ist die Festplatte defekt, zumindest macht sie recht bedenkliche Geräusche. Leider kann sie nicht ausgetauscht werden. Zumindest bietet Apple für das alte Modell keinen Service mehr an. Zugegeben: sieben Jahre sind eine lange Zeit (und Apple ist berühmt dafür, alte Zöpfe abzuschneiden).

Aber ich musste mir dann ganz schnell bei Amazon einen neuen bestellen. Zum Glück ist der Preis seit damals (350 €) auf 205 € gesunken, das machte die Sache weniger schmerzlich. Nun kann ich wieder genießen… und das sogar mit der oben erwähnten Kopfhörersteuerung! Zusätzlich ist der neue iPod trotz gleicher Speicherkapazität deutlich dünner, wie das Bild beweist.

Der alte ist dicker.

Das alte Modell ist deutlich dicker.

Nachtrag 2

Meine mittlerweile gehäufte Anzahl an Jahren der dauerhaften iPod-Benutzung hat mich sicher schon etwas vom persönlichen Genuss der eigenen (im Sinne von »selbst gewählten«) Musik verlieren lassen. Aber der Genuss ist immer noch da. Heute jedoch hat meine sechsjährige Tochter zum allerersten Mal allein nach ihrem Geschmack querbeet Musik ihrer Wahl von meinem iPod Classic hören dürfen. Und dieses ganz von aller Künstlichkeit befreite, aus sich heraus glückselige Schwelgen in einem Meer von Musik war ein wahrhaft erhebender Anblick.

Nachtrag 3 (10. September 2014)

Gestern war die Apple Keynote, auf der iPhone 6, iPhone 6+ und die Apple Watch vorgestellt wurden. Letztere werde ich mir sicher nicht entgehen lassen. Aber: Im Zuge der Aktualisierung des AppleStores wurde der iPod Classic aus dem Sortiment genommen. Da war es ja fast so etwas wie Glück, dass ich vor ein paar Wochen mein Ersatzgerät gekauft habe…

Nachtrag 4 (29. Oktober 2014)

Vor ein paar Tagen fand ich bei MacDailyNews einen Artikel, der erklärt, warum Apple den iPod Classic nicht mehr produziert. Der Grund ist gänzlich unerwartet ausgefallen, aber dafür völlig verständlich: Es gibt keinen Hersteller mehr für die benötigten Teile. Das erschwert die Herstellung natürlich enorm. Gleichzeitig hat Apple wohl erwogen, das Gerät neu zu designen, doch da die Zahl der Benutzer, die sich für ein derartiges Gerät interessieren, verschwindend gering sei, habe man den Plan verworfen. Schade, sehr schade — aber verständlich.

 

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