Archiv der Kategorie: Hörbuch

Gehört: „Der Rosie-Effekt“ von Graeme Simsion

Lustig und unangenehm zugleich: „Der Rosie-Effekt“ von Graeme Simsion.

Lustig und unangenehm zugleich: „Der Rosie-Effekt“ von Graeme Simsion.

Selten war ich über ein Hörbuch so zwiegespalten wie in diesem Fall. Dass ich innerlich so uneins bin, hat natürlich seine Gründe, die ich nun darzulegen versuche.

Hörbuch

Das Hörbuch an sich ist in hervorragender Qualität produziert, es gibt keine Aussetzer, die Audio-Auflösung ist so hoch, dass ich beim Hören mit den AirPods keinerlei nennenswerte Artefakte oder Verzerrungen feststellte. Der Sprecher, Oliver Kube, ist der gleiche wie beim ersten Teil – und er war da schon perfekt gewählt, denn sein Tonfall vermittelt genau die Akkuratesse, die man auch von Don Tillman erwarten würde. Viele der lustigsten Stellen werden gerade erst durch die Trockenheit seiner Sprechweise ins rechte Licht gerückt. Aus dieser Perspektive ist das Hörbuch auf jeden Fall makellos.

Handlung

Der Anreißer-Text zum Hörbuch bei iTunes liest sich wie folgt:

O Baby! Für Don, den unwahrscheinlichsten romantischen Helden, den es je gab, geht’s nach dem Happy-End geht’s erst richtig los.
Don Tillmans »Ehefrau-Projekt« hat geklappt. Er lebt mit Rosie in New York. Und Rosie ist schwanger. Don will natürlich der brillanteste werdende Vater aller Zeiten sein, stürzt sich in die Forschung und entwickelt einen wissenschaftlich exakten Schwangerschafts-Zeitplan für Rosie.
Aber seine ungewöhnlichen Recherchemethoden führen erstmal dazu, dass er verhaftet wird. Was Rosie auf keinen Fall erfahren darf, um ihre Beziehung nicht zu belasten. Also muss Don improvisieren, seinen Freund Gene einspannen und Lydia, die Sozialarbeiterin, davon überzeugen, dass er ein Superdad sein wird. Bei alledem übersieht er fast das Wichtigste: seine Liebe zu Rosie und die Gefahr, sie genau dann zu verlieren, wenn sie ihn am meisten braucht.

Und der Anreißer-Text lügt nicht, genau diese Elemente kennzeichnen die Handlung. Viele skurrile Situationen, die durch Dons eigentümliche Wahrnehmung der Realität und seine oft standhafte Weigerung, etwas anderes als Logik als Argumentationsmittel einzusetzen, sorgen für amüsiertes Kopfschütteln.

Die Unkenntnis diverser sozialer Gepflogenheiten erreicht in der Schilderung nicht selten Schenkelklopfer-Qualitäten. Don wird (s.o.) verhaftet, auf der Polizeiwache wird er verhört, wobei sein Gegenüber zum Glück schnell merkt, dass er völlig harmlos und nur ein etwas verschrobener Kauz ist. Nach einem längeren Gespräch wird Don also gefragt, ob er etwas zu trinken wünsche – selbstverständlich in der Erwartung, nach Wasser oder Kaffee zu verlangen. Doch Don „bestellt“ bei dem Polizeibeamten einen Tequila. Als dieser erstaunt nachfragt, ob er nicht lieber einen Cocktail möchte, antwortet Don völlig ernsthaft, dass ihm der Tequila völlig genüge, da er das Vorhandensein frischer Cocktail-Zutaten im Polizeirevier bezweifle. Viele weitere Stellen sind in diesem Stil geschrieben – das liebe ich an diesem Hörbuch!

Unangenehm

Und dennoch waren mir von den fast exakt elf Stunden Hörbuch mindestens vier oder fünf geradezu zuwider. Es lag nicht am Schreibstil, denn dieser ist einheitlich auf gleich gutem Niveau, vielmehr ist es etwas, das auch in Filmen heute relativ häufig eingesetzt wird, um am Ende eine stärkere Erleichterung beim Zuschauer zu erreichen: Das Dilemma wird konsequent und bis ins schier Unerträgliche gesteigert. Und ich hasse das.

Vor Jahren habe ich ein einziges Mal den Film „Butterfly Effect“ gesehen. Auch in diesem wird die Unerträglichkeit so lange gesteigert, dass ich ganz kurz davor war, den Film auch noch zehn Minuten vor seinem Ende abzubrechen. Auf jeden Fall war mir das zu viel bzw. emotional zu anstrengend. Ich habe den Film seither nicht mehr angesehen, werde es auch nie wieder tun. Zumindest nicht freiwillig.

Mit dem Hörbuch ist es zum Glück nicht ganz so schlimm, aber irgendwie rührten viele der geschilderten Probleme, denen Don sich ausgesetzt sieht, an Erinnerungen aus meinem eigenen Leben. Ein paar Situationen, die verständlich, aber doch auch (aus meiner Sicht) schwer verdaulich waren:

  • Wie aus dem Anreißer-Text schon ersichtlich wurde, ist Rosie schwanger. Sie überfällt Don, von dessen emotionalen Einschränkungen sie ja nun ausreichend wissen müsste, mit der Nachricht und ist dann erbost (und äußerst nachtragend), dass er nicht in gleichem emotionalen Maße wie sie reagiert. Das ist mir nicht passiert, aber ungleiche emotionale Reaktionen gibt es häufig – und sie führen fast immer zu Spannungen in der Beziehung. Diese dann literarisch ausgebreitet zu bekommen, ist nicht zwingend „angenehm“ zu nennen.
  • Rosie informiert Don über den Termin für die erste Ultraschall-Untersuchung, gibt aber mit keinem Wort zu verstehen, dass sie ihn dabei haben will. Also kommt er auch nicht mit. Sein Argument ist die Logik, denn er würde es als anmaßend oder gar belästigend gegenüber der Gynäkologin empfinden, sich mit seiner eigenen Meinung bzw. seinen eigenen Nachfragen einzumischen. Noch dazu vertraut er darauf, dass die Gynäkologin die Expertin ist und er als Vater keinen nennenswerten Beitrag leisten könnte. Kurzum: Sein Argument ist logisch, Rosies Reaktion emotional (wieder einmal erbost und nachtragend). Gerade diese Stelle empfand ich persönlich als besonders unangenehm, denn Rosie hätte wissen müssen, dass das regulär zu erwartende Verhaltensmuster eben nicht dem entspricht, was von Don zu erwarten wäre. Den zu vermutenden Ärger über ihr eigenes Versäumnis bzw. die Enttäuschung darüber, dass er eben doch keine Gedanken lesen kann, lastet sie aber gnadenlos ihm an.
  • Egal, was Don auch unternimmt, sei es die Bestellung des sichersten Kinderwagens (der nur leider eher einem Kleinpanzer ähnelt) oder das Aufstellen eines ausgeklügelten Ernährungsplans (gegen den die sprunghaften Gelüste der Schwangeren rebellieren), alles wird am Ende gegen ihn ausgelegt. Was er auch macht, in Rosies Augen macht er es falsch. Meine Frau hat mir während der Schwangerschaften nicht das Gefühl gegeben, alles falsch zu machen, deplatziert fühlt man sich als Mann aber doch immer wieder, denn das heranwachsende Kind ist dem Einfluss des Vaters nun einmal weitgehend entzogen. Und dieses Gefühl der Hilflosigkeit, das gerade bei dem emotional sehr gehemmten Don noch wesentlich drastischer ausfällt, wurde durch das Hörbuch auf die schärfste Weise in mir wachgerufen. Ich war gestern beim Hören dieser Abschnitte völlig in meiner eigenen Welt versunken und wälzte viele vergleichbare Erinnerungen, die in den letzten Jahren allmählich auf Tauchstation im Unterbewusstsein gegangen waren.
  • Auch die unterschiedliche Herangehensweise von Mann und Frau – Don als Mann erkennt ein Problem und sucht eine pragmatische (und oft schnelle) Lösung, Rosie als Frau möchte einfach nur ihre Emotionen dazu äußern bzw. sich mit dem Partner darüber austauschen – sorgen immer wieder dafür, dass aus „gut gemeint“ genau das Gegenteil von „gut“ wird. Mir war zwar permanent bewusst, dass es sich um einen Roman handelt, doch leuchteten so viele kleinere und größere Parallelen zum wirklichen Leben auf, dass das ein wirklicher „Stimmungskiller“ war…

Weiter möchte ich in dieser Hinsicht gar nicht ins Detail gehen. Aber ich denke, dass auch ich in dieser Hinsicht nicht allein dastehe mit der Auffassung, dass diese Abschnitte nicht gerade „angenehm unterhaltend“ sind.

Fazit

Eine klare Stärke dieses zweiten Teils ist die Einführung neuer und in der Darstellung ihrer Persönlichkeit sehr gelungener Charaktere wie George und Lydia, der Spiegel, der unserer heutigen Gesellschaft bezüglich des Umgangs mit der Schwangerschaft (vor allem der beinahe schon hysterisch zu nennenden Übervorsicht und der vielen unreflektiert weitergetragenen Mythen) vorgehalten wird, sowie die zähe Verbissenheit Dons, der sich partout nicht geschlagen geben will, selbst als die Logik ihm eigentlich schon nahelegt, das Ende der Beziehung zu Rosie einfach zu akzeptieren und zu seinem wesentlich simpleren Lebensstil als Single zurückzukehren.

Auf jeden Fall werde ich mir das Hörbuch nach einer gewissen Pause noch einmal anhören, immerhin habe ich den Schluss, der nach der langen Stressphase zu einer Happy End-Katharsis führt, ja nun auch intus. Aber die unbeschwerte Lustigkeit des ersten Teils kann diese Fortsetzung für mich einfach nicht im gleichen Maße zustande bringen. Schade.

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Gehört: „Ulysses“ von James Joyce

Liebevoll und aufwändig produziert: „Ulysses“ von James Joyce als Hörbuch.

Liebevoll und aufwändig produziert: „Ulysses“ von James Joyce als Hörbuch.

„Ulysses“ gehört zu den literarischen Werken, die mich aufgrund ihres Bekanntheitsgrades, des Autors (von dem ich in meiner Schul- und Studienzeit bereits drei andere Bücher gelesen und genossen hatte) und der Erzähltechnik („Stream of Consciousness“) schon lange faszinierten.

Weg mit dem (gedruckten) Buch

Die gedruckte Buchfassung hatte ich gut 20 Jahre im Regal stehen, bis mir klar wurde, dass ich sie nie lesen würde, schon gar nicht in dieser Darreichungsform. Meine Lesegewohnheiten sind in den letzten sieben Jahren derart stark auf iPhone und iPad umgemünzt worden, dass ich mich mit einem „normalen“ Buch in der Hand zwar nicht unwohl fühle, mir aber sofort klar ist, dass ich es eben nicht ständig (im Sinne von 24 Stunden am Tag) bei mir trage. Und in dieser Hinsicht schlägt das iPhone alle anderen Lesegeräte. Noch dazu ist der Kontrast auf dem Bildschirm derart hoch, dass ich auch schon seit gut fünf Jahren meine Lesebrille nicht mehr benötige. Zurück zum Buch: Die Druckfassung habe ich über Momox im letzten Jahr verkauft, aber das Interesse an „Ulysses“ als Werk blieb ungebrochen. Also langte ich vor ein paar Wochen tief in meine Taschen und leistete mir für gut 38 € im iTunes Store das beinahe 40 Stunden lange Hörbuch – pro Stunde ungefähr ein Euro, das ist aus meiner Sicht akzeptabel.

Hörbuch deluxe

Es ist eine wirklich grandios produzierte ungekürzte Fassung mit ca. 40 unterschiedlichen Sprechern (allerlei Geschlechts), die sich teils in kurzen Abschnitten, teils in wirklich langen Passagen abwechseln. Auch handwerklich ist das Hörbuch äußerst gut gemacht, denn es spielt – beim Laufen habe ich das durch die AirPods natürlich sehr deutlich gemerkt – auch mit dem Panorama: Bei Passagen, in denen sich die Sprecher in kurzem zeitlichen Versatz ergänzen, wird mehrfach zwischen linkem und rechtem Kanal hin und her gewechselt. Nötig wäre das natürlich nicht, aber ein interessanter Effekt ist es allemal.

Fazit: Die Hörbuch-Produktion ist sowohl hinsichtlich der Sprecher als auch der Audio-Qualität absolut makellos und ihr Geld zweifelsohne wert.

Das „Werk“

Vorwarnung: Ich „oute“ mich gleich als völliger Kulturbanause.

Anders als die Hörbuch-Produktion konnte mich das Werk – vielleicht auch aufgrund einer gewissen Reife, die ich mir mittlerweile schamlos zugestehen darf – nur wenig mitreißen. In den letzten Monaten/Jahren habe ich sehr viel gelesen und noch mehr gehört. Wenn mir etwas gefiel, habe ich darüber gebloggt, wodurch den Lesern meines Blogs ziemlich leicht fallen dürfte, meine literarischen Interessensgebiete einzugrenzen:

  • Unmengen an Science Fiction (z.B. „Krieg der Klone“ von John Scalzi oder die „Space Troopers“-Reihe von P. E. Jones)
  • viel Action (z.B. die „Cotton Reloaded“-Serie)
  • (leichter) Horror (vor allem die späteren Werke von Stephen King wie „Die Arena“ oder auch „Dreamcatcher“)
  • viel Humor (z.B. „Das Rosie-Projekt“ von Graeme Simsion)
  • gerne auch alles in Kombination
  • oder natürlich Fachbücher über sportliche oder Gesundheits-Themen.

Gerade bei den Romanen und Kurzgeschichten geht es mir aber darum, die Charaktere in ihrer Interaktion zu erleben, Anteil an ihren Motiven und den Umständen, die sie zum Handeln zwingen, zu nehmen, sie zu verstehen und meist auch innerlich zu bewerten – das macht Literatur ja so großartig: Sie kann uns unterhalten, uns bewegen und zum Nachdenken anregen. Außerdem schätze ich es sehr, wenn die Handlung zügig vorangetrieben wird.

„Ulysses“ dagegen ist – oberflächlich betrachtet – die Verkörperung der Banalität, denn es geht letztlich um nichts. Das sage ich nicht verächtlich, eher bedauernd. Faktisch folgt die Geschichte (es ist ja noch nicht einmal eine richtige Geschichte…) einen Tag (für die Puristen: einen Tag und ein Stück des folgenden Morgens) lang einer Person („Leopold Bloom“), zeigt seine Interaktionen mit einer Vielzahl anderer Menschen, dessen Gedanken und die der anderen Personen auf – vermag aber mit wenigen Ausnahmen kaum, mich zu interessieren. Der Grund ist die bereits erwähnte Banalität. Der Schluss des Buchs ist ja ein gut 40 Druckseiten langer innerer Monolog der Ehefrau („Molly Bloom“). James Joyce hat versucht, einen tatsächlichen Gedankenstrom nachzustellen, was ihm sicher auch gelungen ist. Doch leider sind unsere alltäglichen Gedanken mit Unmengen an Banalitäten angefüllt. Viele Menschen – ich sicher eingeschlossen – denken ziemlich oft an ganz normale körperfunktionale Dinge (z.B. „Ich muss demnächst mal wieder auf’s Klo…“ und dergleichen). Es ist ja schön, das einmal exemplarisch zu begreifen, wenn aber ein gut zweieindreiviertel Stunden langer Abschnitt eines Hörbuchs fast nur um derlei Themen kreist (und es ist wirklich so, dass Molly sich in diesem langen Abschluss-Gedankenstrom nur über Sex, die Gestaltung ihrer Wohnung, Sex, Shopping, Sex, Toilettengänge, Sex, Körperpflege, ihre eigene verschrobene Selbstwahrnehmung, Sex und dergleichen Gedanken macht) nimmt es die Wirkung einer Tortur an.

In „Geisterbrigaden“ lässt John Scalzi einen ähnlichen Gedankengang ablaufen:

Passt irgendwie perfekt, oder?

Passt irgendwie perfekt, oder?

Beim Laufen war es sogar noch viel schlimmer. Der schleppend langsame Verlauf dieses einen Tages (literarisch ja nun auf 38 Stunden ausgedehnt) zieht sich gefühlt doppelt so lange hin, wenn man sich des Morgens durch die noch recht düstere Ostalb bewegt. Mit dem richtigen Hörbuch „fliege“ ich (gefühlt) nur so über die Straßen und Wege, mit „Ulysses“ kroch ich wie eine Schnecke.

Die Erzähltechnik und die Wortwahl sowie der unverkennbar gebildete Ansatz, der nicht zuletzt durch die eingesetzten mindestens fünf Sprachen (ich konnte Deutsch, Englisch, Französisch, Italienisch und Latein erkennen) zutage tritt, sind die Elemente, die mich begeistern konnten. Hier und da schuf James Joyce sogar geradezu brüllend komische Passagen, wie zum Beispiel die Kutschfahrt nach dem Requiem für Paddy Dignam, bei der die Fahrgäste sich in einen wahren Lachrausch hineinsteigern.

Wie ich schon geschrieben habe: Ich bin wohl ein Kulturbanause. Denn selbstverständlich ist mir völlig klar, dass ein derart fähiger Autor wie James Joyce niemals in seinem Leben so viel Zeit und Mühe dafür geopfert hätte, nur Banalitäten anzusammeln. Das Werk ist durchzogen von einem feinen Netz literarischer, sozialer und historischer Anspielungen. Mein Banausentum besteht nun darin, dass mir das – geradeheraus gesagt – scheißegal ist. Momentan mag ich Bücher, die ich in die Hand nehmen und mich selbst für eine Weile darin verlieren kann. Ich suchte Unterhaltung und fand Bildung. Und genauso spröde, wie das klingt, war es leider auch.

Fazit:

Das Werk ist faszinierend, aber nicht für mein aktuelles Ich. Dieses sucht nach Unterhaltung, die das Werk in der für mich attraktiven Form nicht oder nur an wenigen Stellen zu bieten vermag. Dass ich mir die volle Länge gegönnt habe, zeigt, dass es mir durchaus ernst mit dem Buch war, doch ist mir jetzt eindeutig nach leichterer Kost, die meinem simplen Geist eher entgegen kommt. In einigen Jahren gibt es einen erneuten Anlauf, vielleicht sogar in Form eines iBooks mit zusätzlicher Sekundärliteratur, denn faszinierend ist das Werk nach wie vor auf einer intellektuellen Ebene – nur weiß ich, dass ich in den kommenden Jahren erst einmal kein Verlangen habe, mich dem Werk noch einmal so zu nähern.

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Gehört: „Das Gespenst von Canterville“ von Oscar Wilde

Unterhaltsam und bewegend zugleich: „Das Gespenst von Canterville“ von Oscar Wilde

Unterhaltsam und bewegend zugleich: „Das Gespenst von Canterville“ von Oscar Wilde

Gerade einmal vorgestern veröffentlichte Zeilenende einen kurzen, aber sehr wohlwollenden Artikel (hier) über seine Lektüre der Gruselkomödie „Das Gespenst von Canterville“ von Oscar Wilde. Seine Zusammenfassung war so anregend, dass ich nach meiner gestrigen Lektüre des Blog-Eintrags gleich das Hörbuch lud und es mir heute beim morgendlichen Lauf über die – nennen wir es einmal „erfrischend“ – kühle Ostalb anhörte.

Da ich diesen Text nicht unnötig verlängern möchte, verweise ich einfach auf Zeilenendes Rezension, die schon sehr treffend ist. Mit Ausnahme der im Hörbuch natürlich nicht sichtbaren Illustrationen (die dem Buch garantiert einen weiteren kleinen Bonus verleihen) ist das Hörbuch ebenfalls sehr gelungen. Zu Beginn ist die Geschichte sehr lustig, vor allem wenn man die (mehr oder weniger gut verborgenen) Spitzen erkennt und genießen möchte. Später dann wird sie ernster und regelrecht bewegend. Alles in allem ein tolles Hör-/Leseerlebnis, das ich uneingeschränkt weiterempfehlen kann.

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Gehört: „Cotton Reloaded — Serienspecial: Falsches Spiel in Quantico“ von Christian Weis

Ein spannendes Serien-Special (eigentlich Folge 1,5) von Christian Weis – sehr zu empfehlen!

Ein spannendes Serien-Special (eigentlich Folge 1,5) von Christian Weis – sehr zu empfehlen!

Letzte Woche erschien die neueste „Cotton Reloaded“-Episode, und endlich ist es mal wieder eine Story von Christian Weis (hier). Das soll die anderen Autoren in keinster Weise herabwürdigen, auch deren Geschichten sind superb, die meisten absolut auf Augenhöhe, doch irgendwie habe ich zu den „Christian Weis-Cottons“ eine besondere Beziehung, immerhin war es „Ebene Null“ (Episode 32, hier), die mich damals „angefixt“ hat. Danach habe ich mir alle weiteren Hörbücher besorgt und viele davon bereits mehrfach gehört („Ebene Null“ mindestens schon dreimal).

Handlung

Doch ich sollte nicht zu lange in der Vergangenheit schwelgen und mich eher auf das aktuelle Hörbuch konzentrieren! „Falsches Spiel in Quantico“ ist von der Chronologie her kurz nach der Pilot-Doppelfolge einzuordnen. Die Handlung – ohne Spoiler – lässt sich in etwa wie folgt zusammenfassen:

Cotton hat den Sprung ins G-Team des FBI geschafft, doch als Quereinsteiger steht er natürlich noch auf einem sehr wackeligen Posten, der unter Umständen auch schnell wieder zum Schleudersitz nach draußen werden könnte. Mr. High schickt ihn daher auf einen Schnellkursus in die FBI-Academy nach Quantico. Im Paket ist aber auch gleich noch ein Spezialauftrag für den frisch gebackenen Special Agent: Er soll unauffällig recherchieren, wie es erst vor kurzer Zeit zum überraschenden und etwas mysteriösen Tod eines anderen Rekruten in der Ausbildung kam. Und Cotton geht diesem Auftrag auf seine unnachahmliche Art nach…

Nostalgie und Spannung in einem

Nach den herben Rückschlägen für die Moral der Serien-Fans in der Jubiläums-Doppelfolge („Episode 50: Tödliches Finale“) ist die aktuelle Folge absoluter Balsam, denn in beinahe schon nostalgischer Art entfaltet sich die entfernt an Bud Spencer und Terence Hill erinnernde Hass-Liebe der beiden Agenten Cotton und Decker hier. Alles wirkt noch ganz frisch, noch ist nicht das tiefe gegenseitige Verständnis aufgebaut, das die späteren Folgen kennzeichnet. Christian Weis ist in dieser Hinsicht ein absolutes Meisterstück gelungen, denn das Anhören der Folge ist gleichzeitig spannend (noch kennt man die Handlung ja nicht) und nostalgisch (so fühlte sich die Serie am Anfang noch an). Hut ab dafür!

Und noch eines an der Geschichte hat mir als Star Trek-Fan besonders gefallen: Cotton ähnelt Captain James T. Kirk streckenweise verblüffend: Erst einmal losstürmen und drauflos machen, bevor man zu viel grübelt. Achtung: Es folgt ein verschwindend kleiner Mini-Spoiler! Und so löst der „kirkhafte“ Cotton am Ende den Fall, ohne genau zu wissen, was eigentlich los ist. Er stochert einfach so lange im Trüben herum, bis einer der Bösewichte die Nerven verliert und aus der Rolle fällt.

Fazit

Alle Fans der Serie werden von dieser Folge begeistert sein, davon bin ich überzeugt, denn es vereint die klassischen Cotton-Zutaten in einem spannenden und gleichzeitig die alten Zeiten heraufbeschwörenden Mix. Ich habe den Großteil der Geschichte beim Laufen durch die eiskalte Ostalb gehört – und dabei die leicht knisternde Erotik zwischen Cotton und Decker genauso genossen wie Deckers schroffe Kritik an Cottons Kirk-Aktionen. Mit der Geschichte in den AirPods vergingen die 15 Kilometer wie im Fluge… Vielen Dank an Christian Weis für diese wundervolle Episode!

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Gehört: „Space Troopers – Episode 18: In Ewigkeit“ von P. E. Jones

Der knallharte Abschluss der spannenden Science Fiction-Serie — jetzt muss ich sie noch einmal komplett anhören, so gut war sie!

Der knallharte Abschluss der spannenden Science Fiction-Serie — jetzt muss ich sie noch einmal komplett anhören, so gut war sie!

Über 18 Folgen hinweg habe ich die spannende Science Fiction-Saga „Space Troopers“ von P. E. Jones verfolgt, mit der Episode „In Ewigkeit“ ging sie nun zu Ende. Und ich muss an dieser Stelle wirklich mal mein ganz ehrliches Lob an die Autorin aussprechen: Jede einzelne Episode war spannend, jeder Cliffhanger hat mich wieder in den iTunes Store getrieben, um zu sehen, ob die neueste Folge nicht vielleicht doch schon erschienen war, auch wenn es noch vier ganze Wochen dauern würde… In dieser Intensität hat mich in letzter Zeit nur John Scalzis „Krieg der Klone“-Reihe gefesselt, und da stecke ich gerade im fünften Roman.

Ich werde mich hüten, hier einen Spoiler aus der letzten Folge einer 18 Episoden andauernden Saga unters Volk zu werfen. Doch soviel kann ich sagen: Es lohnt sich, alle 18 Episoden der Reihe nach durchzuhören. Wenn ich noch ein paar Wochen Abstand habe (vielleicht im Juni oder Juli), werde ich mich einmal mehr auf den kompletten Trip begeben und alle 18 Folgen am Stück hören. Das wird ein Fest!

P.S.: Sollte sich mal jemand in Hollywood fragen, welche Science Fiction-Geschichte unbedingt mal verfilmt werden sollte, hier wäre ein ganz heißer Kandidat!

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Der erste Marathon

Schon lange gärte es in mir, beim täglichen Laufen war es immer so ein Ziel, das mir vorschwebte. Und dann das: Vor einigen Wochen versprach ich dem guten Zeilenende relativ spontan, in den Osterferien einfach mal einen Marathon zu laufen. In den letzten Tagen hatte ich mich an die morgendliche Kühle (den Wind eingerechnet müsste ich eigentlich von „Kälte“ sprechen) beim Rennen im Freien gewöhnt (normalerweise ziehe ich bei Temperaturen unter 10 Grad Celsius das Laufband im Keller vor). Da für morgen und die kommenden Tage wiederum deutlich kühleres und z.T. auch schlechteres Wetter angekündigt ist, ergriff ich kurzerhand die Möglichkeit und stürzte mich heute früh kurz nach 6:00 h hinaus, um meinen ersten Marathon-Lauf zu absolvieren.

Unmittelbar vor dem Aufbruch: Im Hintergrund sieht man die Morgendämmerung, ich sehe (noch) ganz zuversichtlich aus...

Unmittelbar vor dem Aufbruch: Im Hintergrund sieht man die Morgendämmerung, ich sehe (noch) ganz zuversichtlich aus…

Meine Frau startete einen Moment vor mir, sie hatte sich einen Halbmarathon vorgenommen. Da die Strecken nicht gleich waren, trafen wir uns an der einen oder anderen Stelle wieder – das war sehr schön.

Aber kalt war es. Und wie. Vor allem im Wind (schlimmer nur noch im Gegenwind). Das führte dann auch dazu, dass ich Rücken und Schultern etwas verspannte – ab Kilometer 32 rächte sich das, ab Kilometer 40 war es echt unangenehm.

Hörbuch-Unterstützung

Aber erst einmal zum Start, denn gestern hatte ich vorsorglich das Hörbuch von „Glas“, dem vierten Teil des „Dunkler Turm“-Epos von Stephen King geladen (und mir die etwas langatmige Einleitung der Neufassung angehört, um gleich mit der Geschichte starten zu können).

Der vierte Teil des langen Epos war mein treuer Wegbegleiter – und das war sehr gut so.

Der vierte Teil des langen Epos war mein treuer Wegbegleiter – und das war sehr gut so.

Beim Lesen bin ich ungefähr nach einem Drittel stecken geblieben, weil mir da erst einmal vier John Scalzi-Romane und sechs Hörbücher vom gleichen Autor „in den Weg sprangen“. Um mir die Geschichte wieder schmackhaft zu machen (und mir einen Grund zu kreieren, endlich im Buch weiter zu lesen – es ist ja alles andere als langweilig!), startete ich den Lauf mit dem Hörbuch. Und die Entscheidung war gut, denn es war die perfekte Mischung aus „Ist mir schon vertraut, weil ich es bereits gelesen habe…“ und „Huch! Dieses Detail hätte ich glatt vergessen…“ – so musste ich nicht jede Sekunde voll aufpassen, konnte aber die Geschichte in kompakter Form genießen. Sehr gut!

AirPods to the MAX!

Meiner Meinung nach sind die im Dezember von Apple herausgebrachten AirPods eines der besten Technologie-Produkte der letzten Jahre. Technologisch für ein 1.0-Produkt schon wahnsinnig ausgereift und derart bequem in der Handhabung – ganz klar, dass sie mich auch bei diesem Lauf begleiteten. Da ich fürchtete, die Akku-Laufzeit würde nicht ganz ausreichen, nahm ich die Box mit, in der ein Akku integriert ist, mittels dessen sich die Kopfhörer flugs wieder aufladen lassen. Wie sich herausstellte, hätte ich mir die Mühe des Mitschleppens sparen können, denn die AirPods gaben erst nach vier Stunden und 20 Minuten Dauernutzung (und das in durchaus kalter Umgebung) ihren Geist auf. Zehn Minuten später war ich ohnehin wieder daheim.

Dauer und Kondition

Auf den Marathon habe ich mich nicht speziell vorbereitet. In diesem Kalenderjahr bin ich – wie vorher auch – einfach jeden Morgen meine 10-18 Kilometer gelaufen. Mit einer speziellen Vorbereitung hat das leider gar nichts zu tun. Und das habe ich dann auch gemerkt, denn mein Körper war überhaupt nicht darauf vorbereitet, mehr als 30 oder 32 Kilometer zu laufen. Ab da schmerzte der Rücken beträchtlich – die Schultern waren so verkrampft, dass selbst das Schulterrollen, das sie lockern sollte, derart unangenehm war, dass ich es einfach wieder bleiben ließ.

Geschafft! Mein erster Marathon in der Zusammenfassung!

Geschafft! Mein erster Marathon in der Zusammenfassung!

Meine Zeit war – gemessen an einer professionellen Zeit – grausam schlecht, denn ich brauchte gut viereinhalb Stunden. Andererseits waren da etliche Höhenmeter enthalten (Ostalb), insofern bin ich völlig zufrieden damit.

Meine Zeit – nicht konkurrenzfähig, aber für mich schon sehr gut.

Meine Zeit – nicht konkurrenzfähig, aber für mich schon sehr gut.

All das darf nicht darüber hinweg täuschen, dass ich mich ansonsten beim Lauf ziemlich gut fühlte. Zwar verspürte ich ab Kilometer 33 oder 34 einen ziemlich nagenden Durst, für den ich selbstverständlich keine Vorsorge getroffen hatte. Aber andererseits: Was soll’s?

Kreislauf mit Berg- und Talfahrt

Na ja, ich merkte danach ziemlich schnell, wie anstrengend der Lauf für meinen Körper war. Ungefähr einen halben Kilometer vor Ende des Laufs musste ich eine Straße überqueren, doch der anhaltende Verkehr zwang mich zu gut 15 bis 20 Sekunden Steh-Pause. Und schon während dieser kurzen Zeit fühlte ich ein deutlich flaues Gefühl in mir aufsteigen. Mein Kreislauf war wohl der Meinung, mich darauf hinweisen zu müssen, dass er jetzt sofort für eine Pause zu haben wäre. Also schnell zwischen den Autos hindurchgequetscht und noch den Schluss absolviert. Danach langsam die letzten 150 Meter nach Hause gegangen (das tat gut, um den Puls wieder etwas abzusenken), danach erst einmal Flüssigkeit nach gefüllt, dann in die Dusche. Schon das Abziehen der Duschkabine ging nicht mehr, dafür legte ich mich (freiwillig) auf den Boden und die Füße hoch. Danach auf das Sofa, wo ich noch eine gute Stunde blieb. Seither bin ich wieder ansprechbar.

Dieser Umstand zeigt mir, dass ich so schnell keinen weiteren Marathon laufen muss. Ein Halbmarathon stellt für mich keine große Herausforderung dar, der liegt nur ein bisschen über dem täglichen Pensum, dass das ohne spürbare Auswirkungen geht, aber das dann noch einmal zu verdoppeln – huiiiii.

Fazit

Trotz des letzten Punktes kann ich sagen: Der Lauf machte Spaß, und zwar ziemlich viel. Noch dazu war ich fast durchweg komplett im Flow: Hörbuch und Einsamkeit sind eine gute Kombination, da es kaum eine Ablenkung von der Geschichte gibt. Also, lieber Zeilenende, ich stehe zu meinen Versprechungen. Jetzt darfst du genau wie ich morgen gnadenlos schlemmen, das haben wir uns verdient. Aber der nächste Marathon-Lauf wird noch eine ganz lange Weile auf sich warten lassen. Dennoch bin ich froh, mir bewiesen zu haben, einen solchen Lauf tatsächlich durchzuhalten. Andererseits verstehe ich jetzt, warum der Bote im antiken Griechenland nach dem Absolvieren des Laufs gleich gestorben ist…

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Gehört: „Miniatures“ von John Scalzi

Eine durch und durch hörenswerte Sammlung überwiegend amüsanter Science Fiction-Kurzgeschichten: „Miniatures“ von John Scalzi.

Eine durch und durch hörenswerte Sammlung überwiegend amüsanter Science Fiction-Kurzgeschichten: „Miniatures“ von John Scalzi.

John Scalzi hat sich aufgrund seiner wundervollen „Krieg der Klone“-Reihe einen festen Platz in meinem Bücherwurm-Herzen erobert. Ein erst letztes Jahr erschienenes Buch/Hörbuch mit dem Titel „Miniatures. The Very Short Fiction of John Scalzi“ erregte im iTunes Store meine Aufmerksamkeit. Der Preis war niedrig, also lud ich es herunter – und hörte es binnen eines Kalendertages komplett durch (da stand viel Gartenarbeit an, also lief das Hörbuch ohne Unterbrechung durch, bis die AirPods mir ihren niedrigen Akkustand meldeten).

„Miniatures“ ist eine Sammlung überwiegend lustiger Science Fiction-Geschichten, oft wird eine einzige Idee ausgestaltet. Gerade im Gegensatz zu den sonst deutlich längeren Romanen aus seiner Feder sind diese Kurzgeschichten unterhaltsam (z.B. die Geschichte, in der Menschen über ihre interessantesten Erfahrungen mit Aliens berichten), absurd (z.B. die Geschichte, in der eine Firma sich darauf spezialisiert hat, alternative Geschichtsszenarien für ihre Kunden zu entwerfen), lustig und – immer – futuristisch. Vor allem letzter Punkt entspricht aktuell genau meinem Geschmack, daher war ich sehr angetan von dieser Sammlung. Und weil sie so schnell an mir vorbeigerauscht ist, werde ich sie mir schon recht bald noch einmal anhören.

Das Fazit ist kurz und knackig: Wer mit John Scalzis Schreibstil gut zurechtkommt, wird hier nichts falsch machen. Auch für Science Fiction-affine Leser, die diesen Autor noch nicht kennen, bietet sich die Möglichkeit auf einen amüsanten Trip.

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Gehört: „Magic Cleaning: Wie richtiges Aufräumen Ihr Leben verändert“

Ein Hörbuch, das mich zutiefst gespalten zurücklässt: „Magic Cleaning: Wie richtiges Aufräumen Ihr Leben verändert“ von Marie Kondo

Ein Hörbuch, das mich zutiefst gespalten zurücklässt: „Magic Cleaning: Wie richtiges Aufräumen Ihr Leben verändert“ von Marie Kondo

Nur selten hatte ich in den letzten Jahren bei einem Ratgeber-Hörbuch einen dermaßen gespaltenen Eindruck wie hier. Der Grund liegt nicht in den propagierten Grundsätzen der sog. „Konmari“-Methode:

  1. Alles auf einmal, in kurzer Zeit und perfekt aufräumen.
  2. Alle Dinge zum Aufräumen werden auf einem Haufen gesammelt.
  3. Entscheiden, was weggeworfen wird, aufgrund der Frage: „Macht es mich glücklich, wenn ich diesen Gegenstand in die Hand nehme?“
  4. Jeder Gegenstand, den man behält, bekommt seinen Platz zugewiesen.
  5. Alle Dinge müssen dort richtig verstaut werden.1

Diesen Grundsätzen stimme ich grundsätzlich zu. Und wie immer kommt nun das große ABER. Und im Fall dieses Buchs/Hörbuchs ist „groß“ noch eine Untertreibung, denn die esoterische Aura, die die Autorin um ihre eigentlich sehr pragmatische Methode aufbauscht, verleidet mir diese so gründlich, dass ich gegen Ende des Hörbuchs immer mehr die Lust verlor, weiter zuzuhören, geschweige denn sie anzuwenden.

Ein Beispiel für das esoterische „Geschwurbel“: Man soll den Gegenständen nach der Benutzung danken. Einen bewussten Umgang mit den Dingen, die einen umgeben, finde ich sehr gut und löblich, meinen Schuhen, dem E-Bike, der Jacke, den Handschuhen, dem Helm und allen anderen Dingen jeweils persönlich laut meinen Dank auszusprechen, geht mir aber dann doch einen Schritt zu weit. Noch dazu in der Gegenwart von anderen Menschen würde ich mir dabei schlicht und einfach „blöd“ vorkommen.

Hin und wieder ist die Methode in sich auch widersprüchlich. Ein ganz krasses Beispiel ist es, dass Marie Kondo darauf besteht, alle Umverpackungen sofort nach dem Kauf zu entsorgen, womöglich nicht einmal aus dem Geschäft mitzunehmen. Aber an anderer Stelle preist sie Schuhkartons als geradezu perfekte Helfer für die Sortierung. Wo soll man die aber herbekommen, wenn man sie schon im Laden gelassen hat? Und ganz ehrlich: Ich mag in der Küche keine Schuhkartons für die Sortierung benutzen. Da rollen sich – um Zeilenendes Worte zu benutzen – meine Fußnägel auf.

Dann gibt es da noch einen Punkt: Die Autorin ist gut zehn Jahre jünger als ich, lebt allein in einer Wohnung, die sie komplett nach ihren eigenen Bedürfnissen durchorganisiert hat. Ihr fehlt der große Störfaktor, der in einem „normalen“ und realistischen Haushalt für die meiste Unordnung sorgt: Kinder. Die gesamte Methode ist letztlich nur auf Erwachsene zugeschnitten. Bei Kindern, die nach der Schule einfach erst einmal alles von sich werfen, sich selbst nach mehrfacher Aufforderung nicht in die Lage versetzt sehen, Schuhe und Jacke aufzuräumen (obwohl Kleiderbügel und Schuhfach in weniger als einem Meter Entfernung und in bequemer Erreichbarkeit frei stehen), die ihre Schultasche/ihren Rucksack im Wohnzimmer parken und da gerne so lange belassen, bis die Eltern Druck machen, die Spielsachen ins Wohnzimmer räumen, noch mehr Spielsachen holen, noch mehr Spielsachen holen – und dann plötzlich das Haus verlassen, um mit anderen Kindern draußen zu spielen. Der Krempel liegt natürlich noch herum. Für dieses leider tagtäglich neu auftretende Problem (und alle schlaue Belehrung der Eltern wird von Kindern doch geflissentlich ignoriert) bietet sie überhaupt keine Lösung an.

Und da verlieren sich die vielen wohlmeinenden Ratschläge und die esoterische Wolke in einer Nichtumsetzbarkeit angesichts veränderter Ausgangsbedingungen. Wie ich oben geschrieben habe: An sich enthält das Buch etliche sehr gute Ideen, doch ohne die Widersprüche, vor allem ohne die esoterische Ausschmückung – und am meisten mit etwas mehr Familientauglichkeit wäre es tatsächlich Gold wert. So bleibt bei mir ein etwas schaler Beigeschmack. Papier ist halt geduldig, Hörbücher sind es auch. Ich als Hörer bin es nicht.

  1. Diese Auflistung stammt aus dem Wikipedia-Artikel zu Marie Kondo
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Gehört: „Deeply Odd“ von Dean Koontz

Gerade habe ich den dritten Teil dieses Hörbuch-Bundles zu Ende gehört. Gleich vorweg: Abgesehen vom ersten Teil, der wirklich DEN Maßstab schlechthin gesetzt hat, war dieser auch gleich einmal qualitativ in vorderster Front. Wie immer gekennzeichnet von einer großen Prise recht makabren Humors entfaltet sich hier eine fast durchweg in hohem Tempo dahin rauschende, von wilden Action-Szenen gekennzeichnete Achterbahnfahrt, deren furioses Finale es mir kaum möglich machte, die AirPods aus den Ohren zu ziehen, um meinem Beruf nachzugehen.

Im zuletzt gehörten Odd Thomas-Roman („Odd Apocalypse“, hier) habe ich ja bemängelt, dass es verhältnismäßig lange gedauert hat, bis ich den Zugang zur Geschichte gefunden hatte. In „Deeply Odd“ war das nicht der Fall: Keine zehn oder fünfzehn Minuten im Hörbuch war ich schon so in die Handlung eingegraben, dass ich mich stets dem Gefühl ausgesetzt sah, sofort weiterhören zu müssen.

Dean Koontz und der erste Satz eines Romans…

Womit wir wieder bei dieser Eigenschaft der meisten Dean Koontz-Romane wären: Er schafft es fast immer, den Leser binnen weniger Sätze, oft sogar mit dem allerersten Satz, abrupt in die Handlung hinein zu ziehen – und dann auch nicht mehr loszulassen. Das ist zwar meine eigene Erfahrung, doch wenn man mal bei Wikipedia nachliest, scheint es allgemein als eines seiner charakteristischen Stilmerkmale zu gelten:

Koontz wichtigster Grundsatz: während der Grafiker das Buch so gestalten muss, dass es der Käufer in die Hand nimmt, ist es seine Aufgabe als Autor, den Leser gleich mit dem allerersten Satz so an das Buch zu fesseln, dass er es nicht mehr weglegen will. Das steht ganz im Gegensatz zum Schreibstil von Stephen King, der in seinen Büchern die Spannung ganz langsam und subtil aufbaut und viel Zeit dafür aufwendet, den Charakter eines Menschen eingehend zu beleuchten. Das typische Koontz-Buch beginnt damit, dass er seinen Hauptcharakter vor eine ausweglose oder extreme Situation stellt. Tatsächlich impliziert meist schon der erste Satz, dass gleich etwas Aufregendes passieren wird.

Doch all die Lobhudelei ohne Belege bringt nichts, daher habe ich aus der deutschsprachigen Übersetzung mit dem Titel „Abgrundtief“ den ersten Satz herausgezogen:

Es stimmt tatsächlich: Ein Satz, der den Leser sofort hineinzieht. „Warum läutet das Glöckchen um seinen Hals? Warum dreimal? Warum bereits vor der Morgendämmerung?“ – Und schon steckt man in der Geschichte...

Es stimmt tatsächlich: Ein Satz, der den Leser sofort hineinzieht. „Warum läutet das Glöckchen um seinen Hals? Warum dreimal? Warum bereits vor der Morgendämmerung?“ – Und schon steckt man in der Geschichte…

Weil ich schon so in Fahrt war, habe ich alle meine Dean Koontz-iBooks angesehen und jeweils den Anfang herausgezogen. Und siehe da: Nur einer würde mich jetzt nicht sofort in seinen Bann ziehen, alle anderen sehr wohl:

Der Anfang von „Seelenlos“

Der Anfang von „Seelenlos“

Der Anfang von „Schwarze Fluten“

Der Anfang von „Schwarze Fluten“

Der Anfang von „Die Anbetung“

Der Anfang von „Die Anbetung“

Der Anfang von „Meer der Finsternis“

Der Anfang von „Meer der Finsternis“

Der Anfang von „Schattennacht“

Der Anfang von „Schattennacht“

Der Anfang von „Darkfall“

Der Anfang von „Darkfall“

Der Anfang von „Strangers“

Der Anfang von „Strangers“

Der Anfang von „The Door To December“

Der Anfang von „The Door To December“

Der Anfang von „Phantoms“

Der Anfang von „Phantoms“

Der Anfang von „Die Unbekannten“

Der Anfang von „Die Unbekannten“

(Quizfrage: Welcher Anfang hat mich womöglich nicht gleich in seinen Bann geschlagen?)

Ich hoffe, das hat nicht genervt, zum „Glück“ hatte ich nicht noch mehr Dean Koontz-Romane zur Hand. Dennoch habe ich hoffentlich verdeutlichen können, dass er es schafft, mit einem clever überlegten Satz sofort so viel Information preiszugeben, dass man eine lebendige Vorstellung entwickelt – und gleichzeitig so wenig zu verraten, dass man mehr wissen möchte. Wie bereits mehrfach gesagt: Bei mir wirkt das immer ziemlich gut, denn ich habe alle diese Bücher „verschlungen“.

Teaser für „Deeply Odd“ (bzw. „Abgrundtief“)

Viel darf ich nicht verraten, sonst ist der Witz weg, aber zumindest ein bisschen:

Eigentlich will Odd Thomas nur ein paar neue Kleidungsstücke kaufen gehen, da er nicht mehr besitzt als die Sachen, die er am Leib trägt. Doch sein paranormaler Magnetismus führt ihn noch vor Betreten des Einkaufszentrums auf eine neue Fährte. Binnen weniger Minuten befindet Odd sich auf der Suche nach drei entführten Kindern, die grausam hingerichtet werden sollen. Doch das ist noch lange nicht alles…

Fazit

Na, schon Appetit bekommen? Ich lehne mich sicher nicht zu weit aus dem Fenster, wenn ich hier einfach so von mir gebe, dass dieser Roman höchst spannend, faszinierend mysteriös und aufreibend in seinem Suchtfaktor ist. Dieses Buch an einem regnerischen Ferientag auf dem bequemen Sofa (natürlich erst nach dem Lauf), da kann nichts mehr schiefgehen. Meiner schlichten Meinung nach handelt es sich bei „Deeply Odd“ neben dem ersten Odd Thomas-Roman um den besten dieser Reihe.

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Fastenzeit 2017

Ganz offensichtlich hat das Engerschnallen des Gürtels (wobei das zu keinem Zeitpunkt notwendig wurde) geholfen.

Ganz offensichtlich hat das Engerschnallen des Gürtels (wobei das zu keinem Zeitpunkt notwendig wurde) geholfen.

Jedes Jahr, wenn die Fastenzeit kommt, legen meine Frau und ich einen etwas besinnlicheren Umgang mit unserer Ernährung an den Tag. Sie ist dieses Jahr noch konsequenter als ich, doch auch bei mir hat sich schon einiges getan. Über die Advents- und Weihnachtszeit bin ich nun einmal immer ein Keks- und Kuchenmonster: Wo immer so etwas steht, bin ich bereit, mich persönlich um die Vernichtung zu bemühen. Selbstlos, wie so ein Superheld.

Doch die Konsequenzen sind jeweils deutlich zu sehen, spätestens auf der Waage, denn selbst mein täglich angewandtes Sportprogramm kann die Unmengen an Kalorien nur bedingt im Schach halten. Vor ein paar Wochen entdeckte ich dann zu meinem Entsetzen, dass ich mehr als 67 kg – fast schon 68 kg – auf die Waage brachte. Normalerweise stellen die 66 kg (verteilt auf 178 cm Körpergröße) meine Schallgrenze dar. Bin ich da drüber, wird aktiv und konsequent gegengesteuert. Doch die winterliche Kälte verleitet mich halt immer wieder zu kleinen Snacks nebenher, um entweder etwas Warmes in den Bauch zu kriegen (ich trinke weder Tee noch Kaffee, das Cola Light schmeckt nur gekühlt – ein echtes Dilemma!).

Mein Wohlfühlgewicht liegt bei gut 64 kg, auch 65 kg sind völlig in Ordnung. Um das Ziel auch wirklich zu erreichen, habe ich mein Abnehmziel auf 63 kg gesetzt. Und dann begann ich nach dem Anhören von „Fettlogik überwinden“ (hier) wieder mit dem Kalorienzählen (mit CaloryGuard Pro). Das ist in meinem Fall immer sehr effektiv, denn es bringt mir zu Bewusstsein, was ich während des Tages so in mich hineinstopfe. Und wie es die Grafik oben so schön zeigt: Es wirkt. Es wirkt sogar sehr gut. Also bleibe ich noch ein bisschen dran, bis Ostern erreicht ist. Danach werde ich aber auch nicht damit aufhören – nur werde ich gelegentlich ganz sehenden Auges über das Tagesziel hinausschießen, denn ganz ohne Süßigkeiten kann und will ich nicht leben. Und ich werde es genießen. Der Rebell in mir frohlockt schon.

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