Archiv der Kategorie: Hollywood

Song des Tages (302) – 2017-07-11

Jeden Tag empfehle ich einen Song als den „Song des Tages“. Der Dienstag ist in diesem sich rapide dem Ende nähernden Schuljahr prinzipiell mein ruhigster Tag, an dem ich nur zwei Stunden Unterricht habe. Relativ häufig wurde der Tag in den letzten Wochen von anderen schulorganisatorischen Verpflichtungen in Anspruch genommen. Heute aber sollte – zumindest war das der Planungsstand beim Schreiben dieser Zeilen – der Tag mal wieder nach seiner üblichen Routine ablaufen. Ein Grund für gute Laune, für richtig gute Laune – und das schreit nach der passenden musikalischen Untermalung. Moment mal, da hatte ich doch einen schönen Song…

In der meiner Meinung nach sehr gelungenen Komödie „Twins“ mit Arnold Schwarzenegger und Danny DeVito gibt es eine zum Brüllen komische Szene, in der Arnie zwar nicht zum ersten Mal, dafür aber sehr deutlich, sein komödiantisches Talent nach außen kehrt: Er (also der von ihm gespielte Zwilling) hört während eines Langstreckenflugs via Kopfhörer die Musik, die im Flugzeug angeboten wird. Da er mit dieser Art von Musik noch keinerlei Erfahrung hat, ist er völlig begeistert und beginnt – selbstverständlich mitten im vollbesetzten Flieger – lauthals mitzusingen. Im Film ist das so wunderbar überzeichnet, weil alle um ihn herum nur noch die Augen verdrehen, er es aber nicht kapiert und immer weiter singt, bis ihn die Stewardess auf das etwas eigenartige Verhalten hinweist.

Eben diesen Song habe ich als heutigen Song des Tages ausgewählt, es handelt sich um „Yakety Yak“ von den Coasters:

Immer wieder neu faszinierend, was man aus diesem mittlerweile fast 150 Jahre alten Blues-Schema so alles zaubern kann. So einfach und doch so effektiv.

Als kleines Bonbon für alle jene, die den Film nicht kennen, habe ich die Stelle doch tatsächlich bei YouTube gefunden:

Die deutsche Synchronisation ist fast noch etwas besser, denn dabei überschlägt sich die Stimme des Sprechers beim Singen noch ein wenig, was einfach noch cooler rüber kommt. Leider fand ich da keinen passenden Schnipsel auf YouTube.

Alle Songs in meiner freigegebenen Apple Music-Playlist.

Getaggt mit , , , , , , , , , , , , , , , ,

Gesehen: „RoboCop“ (2014)

Faszinierend und verstörend zugleich: Das Remake des 80er Jahre-„Robocop“ von 2014.

Faszinierend und verstörend zugleich: Das Remake des 80er Jahre-„Robocop“ von 2014.

Den „RoboCop“-Film von 1987 kenne ich gut, schließlich habe ich ihn als Teenager mehrmals auf VHS gesehen. Dass vor drei Jahren ein Remake herauskam, ging dagegen völlig an mir vorbei. Nun habe ich dieses aber tatsächlich entdeckt, mir in Ruhe angesehen und kann rechtens behaupten, dass mir der Film in seiner neuen Fassung gefällt.

Die Neuverfilmung von 2014 hat mit dem Original nur noch ganz am Rande zu tun, sie wurde in ein durchweg modernes Gewand gesteckt – und das ist insgesamt, vor allem aber auf der optischen Ebene ein echtes Highlight. Auch die Zuspitzung der medialen Hysterie, das gegenseitige Ausspielen von Ereignissen zum eigenen (finanziellen oder politischen) Nutzen, das Uminterpretieren von Sachverhalten, bis es den eigenen Standpunkt stützt, all dies ist raffiniert getextet und von hervorragenden Schauspielern (vor allem Samuel L. Jackson und Michael Keaton) umgesetzt. Aber auch die noch stark von den heutigen Wunschvorstellungen geleitete wissenschaftliche Seite, vertreten durch einen gewohnt exzellenten Gary Oldman, muss sich keineswegs verstecken.

Alles in allem spannende Unterhaltung, die zwar keinen intellektuellen Tiefgang voraussetzt, immerhin aber einige ethische Grundfragen über die Entscheidungsfreiheit des Menschen aufwirft – und das ganze dann in effektvoller Weise mit einer ordentlichen Ladung Action inszeniert. Klassisches Popcorn-Kino, wie man es für einen entspannten Samstag Abend gebrauchen kann. Den Film sehe ich mir sicher noch ein paar Mal an.

Getaggt mit , , , , , , , , , , , , ,

Gesehen: „Last Vegas“

Eine herrliche Komödie mit Tiefgang, wundervolle Unterhaltung und anrührender Herzschmerz in einem.

Eine herrliche Komödie mit Tiefgang, wundervolle Unterhaltung und anrührender Herzschmerz in einem.

Vor fünf Minuten waren wir noch 17…

Diese Zeile tiefer Erkenntnis aus dem Mund eines Siebzigjährigen verkörpert wundervoll den Tiefgang dieser schier unglaublichen Komödie. Die insgesamt 105 Minuten bestehen zu gut 60 Minuten nur aus Spaß und guter Laune (nicht zuletzt durch die mehr als gelungenen Anspielungen auf die unter Robert De Niros Mitwirkung entstandenen Mafia-Trilogie „Der Pate“), der Rest ist zwar durchaus ernst und regt unter Umständen dazu an, noch lange über die eine oder andere angeschnittene Thematik nachzudenken, doch all das ist stets unterhaltsam genug, damit der Film nie spröde oder gar belehrend wirkt. Vielmehr laufen sich oft minutenlang ein Schenkelklopfer nach dem anderen den Rang ab. Herrlich!

Star-Besetzung

Ein Grund für den hohen Spaßfaktor ist eindeutig die Star-Besetzung, denn hier kommt in vielerlei Hinsicht die „Crème de la Crème“ zusammen:

  • Robert De Niro
  • Michael Douglas
  • Morgan Freeman
  • Kevin Kline

Alle befinden sich in einem „fortgeschrittenen“ Alter, jeder von ihnen hat mehr Filme gemacht als manch ein anderer gesehen hat – und ihr Zusammenspiel ist schlicht perfekt: Vom Timing der Witze über das jeweils genau richtige Maß an Unter- oder Übertreibung, um den maximalen Spaßfaktor aus einer Szene „herauszukitzeln“, bis zu den vielen kleinen Gesten und mimischen Details, die das Ansehen so lohnend machen.

Handlung

Die Zusammenfassung, wie sie bei iTunes zu lesen ist:

Billy (…), Paddy (…), Archie (…) und Sam (…) sind beste Freunde seit Kindertagen. Als Billy, der eingefleischte Junggeselle der Truppe, seiner Freundin um die 30 endlich einen Antrag macht, fahren die vier nach Las Vegas mit dem Plan, sich nicht ihrem Alter entsprechend zu benehmen und alte glorreiche Tage wieder aufleben zu lassen. Kurz nach ihrer Ankunft erkennen die vier jedoch recht schnell, dass die Zeit Sin City veränderte und ihre Freundschaft auf nie erwartete Weise auf die Probe stellt. Das Rat Pack mag einmal im Sands gespielt haben und Cirque du Soleil mag nun den Strip regieren, aber diese vier machen Vegas absolut unsicher…

Fazit

Wer sich für fast zwei Stunden exquisit amüsieren will, ohne auf schauspielerische Qualität und einen Schuss Nachdenklichkeit zu verzichten, der darf hier beherzt zugreifen. Viel Spaß!

Getaggt mit , , , , , , , , ,

Song des Tages (277) – 2017-06-16

Jeden Tag empfehle ich einen Song als den „Song des Tages“. 2001 kam „Shrek“ in die Kinos, ich sah den Film und war begeistert. Ein klassischer Antiheld, der sich auf eine Mission begibt, die seine ganze Welt auf den Kopf stellt, das Ganze noch garniert mit viel (derbem) Humor und markigen Sprüchen sowie guter Musik — einfach spitzenmäßig! Aus dem Soundtrack, den ich mir damals sofort kaufte, stach ein Song besonders hervor, der heute zum Song des Tages gekürt wurde: „I’m A Believer“ von Smash Mouth:

Eigentlich ist der Song ja von den Monkees, doch die Smash Mouth-Version hat deutlich mehr Pepp. Auch der dazu produzierte Video-Clip ist sehr gelungen und mit einem ähnlichen Humor wie der Film „Shrek“ ausgestattet.

Getoppt wird der Clip aber noch von der Version, die tatsächlich im Film erklingt: Der Anfang entstammt der Smash Mouth-Fassung, doch dann übernimmt Eddie Murphy, der im Film dem Esel seine Stimme leiht, das Mikrofon — und das ist dann der wahre Hammer!

Alle Songs in meiner freigegebenen Apple Music-Playlist.

Getaggt mit , , , , , , , , , , , , , ,

Gesehen: „Storm Hunters“

Was für ein Schrott!

Was für ein Schrott!

Heute kann ich’s kurz machen, denn dieser Film ist und bleibt einfach Mist. Also in einem Satz: Finger weg von diesem Film!

Etwas ausführlicher: „Storm Hunters“ stellt hinsichtlich des darin vorzufindenden Qualitätsmangels einen neuen Rekord auf. Unter dieser Adresse (dort unter der Sparte „Movie Reviews“) findet man schon eine wirklich gute Auflistung von Filmen, deren Begründungen für die eine oder andere in der Handlung ergriffene Aktion aus Sicht der Physik auf äußerst wackeligen Beinen stehen.

Doch abgesehen von einer in dieser Hinsicht nicht als „realistisch“ zu bezeichnenden Darstellung vieler Sachverhalte entbehrt der Film auch noch einer so zu nennenden Handlung. Es gibt eine Reihe von Personen, die halt während des Films durch die Gegend fahren und Tornados jagen – aber wo ein gelungener Katastrophenfilm wie „Twister“ (mit dem leider viel zu früh verstorbenen Bill Paxton) noch eine humorvolle und anrührende Rahmenhandlung aufbaut, die dann die massiv computergestützten Actionszenen trägt, wird in „Storm Hunters“ darauf vorsorglich ganz verzichtet.

Daher das oben schon genannte Fazit: Nicht anschauen. Das sind völlig verschwendete anderthalb Stunden (und noch nicht einmal die werden voll).

Getaggt mit , , , , , , ,

Gesehen: „Bruchreif“

Eine herrlich entspannte Komödie, die sich gänzlich der leichten Unterhaltung verschrieben hat — und darin absolut brilliert.

Eine herrlich entspannte Komödie, die sich gänzlich der leichten Unterhaltung verschrieben hat — und darin absolut brilliert.

Gestern Abend hatte ich das Vergnügen, gemeinsam mit meiner Frau zur abendlichen Entspannung eine mit hervorragenden Schauspielern besetzte und – für uns in diesem Fall sehr angenehm – wunderbar „leichte“ Komödie zu sehen: „Bruchreif“. In den Hauptrollen brillieren hierbei Christopher Walken, der sonst ja eher als Erzschurke auftritt, hier aber gerade durch seine ruhige Art für die meisten Lacher sorgt, Morgan Freeman und William H. Macy.

Handlung

Der kurze Infotext zum Film bei iTunes bringt die wichtigsten Elemente der Handlung schon gut auf den Punkt:

Drei brave Museumswärter, ein Schicksalsschlag – Trennung! Der neue Chef des Museums hat ihre über alles geliebten Kunstwerke nach Dänemark verkauft, um Platz für wüste Avantgarde-Kunst zu schaffen. Ihr halbes Leben haben Charles, Roger und George vor und mit ihren Lieblingswerken verbracht, ihr Verlust wäre wie eine Amputation. Doch bevor es so weit kommt, tüfteln die Brüder im Geiste einen genialen Coup aus. Sie werden ihre drei Favoriten vor den Dänen retten und einfach stehlen.

Sehr leicht ist zu erkennen, dass der Fokus stark auf der Situationskomik liegen muss – und das dann auch tatsächlich tut. Was aber meiner gestrigen Empfindung nach sehr angenehm ist, denn als Zuschauer begreift man ziemlich bald, dass es in diesem Film nicht darum gehen wird, ob die drei völlig verplanten und für diesen Job alles andere als geeigneten Herren es am Ende schaffen, ihr jeweiliges Lieblings-Kunstwerk zu „retten“. Der Fokus richtet sich darauf, wie sie es bewerkstelligen und natürlich was dabei alles schiefgeht.

Fazit

Ich mag es sehr, wenn Filme „einfach so“ funktionieren, ohne dass man jede Sekunde mit vollster Aufmerksamkeit zusehen muss. Noch dazu ist „Bruchreif“ nicht kompliziert, dennoch funktioniert die Mischung aus Situationskomik und gewohnt professionell dargebotenen Schauspiels von drei bewährten Altmeistern ihres Fachs ganz wunderbar. Dieser Film sorgt ganz unaufdringlich für gute Laune und wird sicher noch etliche Male über unseren Fernseh-Bildschirm laufen dürfen.

Getaggt mit , , , , , , , , , ,

Gesehen: „Tarzan – Der Affenmensch“

Ein uralter, aber dennoch sehenswerter Klassiker: „Tarzan – Der Affenmensch“ mit Johnny Weissmüller und Maureen O'Sullivan

Ein uralter, aber dennoch sehenswerter Klassiker: „Tarzan – Der Affenmensch“ mit Johnny Weissmüller und Maureen O’Sullivan

Vor ein paar Wochen gab es diesen Klassiker des Abenteuerfilms bei iTunes in der 3,99 €-Abteilung. Da ich den Film als Kind mehrfach gesehen und absolut geliebt habe, musste ich ihn mir zulegen. Am vergangenen Wochenende hatte ich endlich mal die Möglichkeit, ihn in Ruhe anzusehen.

Keine Musik

Als erstes fiel mir ganz drastisch auf, dass der Film völlig auf eine dezidierte Filmmusik verzichtet. Das kennt man heute überhaupt nicht mehr. Das einzige Beispiel der ganzen letzten Jahre, nein: Jahrzehnte, war „Cast Away – Verschollen“ mit Tom Hanks, bei dem für die gesamte Zeit, in der der verschollene Fed Ex-Mitarbeiter allein auf einer einsamen Insel festsitzt, alle Musik ausgesetzt wird. Erst bei der Rückkehr in die Zivilisation hören wir wieder eine musikalische Untermalung, was diese umso intensiver wirken lässt.

Bei Tarzan ist es nicht so: Der Film weist am Anfang exakt 40 Sekunden Musik als Untermalung für die „Opening Credits“ auf, diese könnten sogar für diesen Film komponiert worden sein, zumindest konnte ich das Werk nicht erkennen. Am Ende hört man nochmal exakt 20 Sekunden aus der „Romeo und Julia. Fantasie-Ouvertüre“ von Peter I. Tschaikowsky. Zusammen also eine Minute Musik, die aber nur gespielt wird, während der eigentliche Film (also die Handlung) mit einer Länge von 101 Minuten nicht läuft.

Interessanterweise kannte ich den Film ja schon so, daher war ich nicht wirklich überrascht, dennoch verändert die Absenz von untermalender Musik auf spektakuläre Weise die Zeitwahrnehmung. Musik glättet auch viele kleine Ecken und Kanten eines Films, die durch eine leicht durchwachsene Handlung stehen bleiben. Hier eben nicht, weswegen die eine oder andere Stelle etwas holprig rüberkommt.

Interessantes Frauenbild

Spannender als früher fand ich meine Wahrnehmung des Frauenbilds, ganz speziell geht es ja um Jane (genau die aus dem berühmten Zitat): Am Anfang tritt sie sehr energisch, burschikos, leicht arrogant und schon fast übermütig auf. Niemand würde ihr zutrauen, nur wenige Filmminuten später schon ein hilfloses Häuflein Elend zu sein, das beim bloßen Anblick eines (wohlgemerkt: kleinen) Affen in verzweifeltes Geschrei ausbricht. Das ist eine der Stellen, bei denen die Musik die unterschiedlichen Facetten etwas glätten und durch ein absolut denkbares „Jane-Thema“ in Einklang bringen könnte. So aber bleibt der Widerspruch im Charakter der Jane bestehen. Auch später ist es immer eine – womöglich damals als besonders aufreizend empfundene – Mischung aus naiver Verängstigung bzw. übertrieben unselbstständiger Hilflosigkeit und einer gekonnten Inszenierung weiblicher Reize, wodurch der „Affen-Mann“ eingewickelt wird.

Absenz von Special Effects

Klar, damals gab es noch keine Special Effects im heutigen Sinne, aber als Tarzan in den letzten 20 Minuten dreimal gegen Löwen und andere Raubtiere kämpft und jeweils nach längerem Gerangel am Boden ohne einen einzigen Kratzer wieder aufsteht, leidet die (bei einem Abenteuer-Film ja ohnehin nicht essentielle) Glaubwürdigkeit enorm. Wenn ich bedenke, wie oft ich mir schon beim Spülen einen Schnitt an einem im Spülwasser versteckten Messer eingefangen habe oder wie ich mir mal ein blaues Auge beim Tragen einer Hi-Hat geschlagen habe (hier), dann ist der Kampf mit zwei Löwen binnen zweier Minuten ohne jegliche sichtbare Blessuren ein arges „Understatement“.

Noch cooler sind die Stellen, an denen gezeigt werden soll, wie schnell sich Tarzan sowohl auf dem Boden als auch in den Bäumen fortbewegen kann. Dabei wurde der Film einfach etwas schneller abgespielt. (Sarkasmus ein) Das fällt ja auch überhaupt nicht auf. (Sarkasmus aus) Allerdings darf ich nicht zu herablassend klingen, denn für seine Zeit war der Film absolut spektakulär.

Der Tarzan-Schrei

Und ganz ehrlich: Der wichtigste Grund, sich einen Tarzan-Film mit Johnny Weismüller anzusehen, ist und bleibt der Tarzan-Schrei. Den konnte einfach niemand anderer in dieser Qualität darbieten. Und in dieser Hinsicht wurde ich auch nicht enttäuscht, denn allein in diesem einen Film darf man ihn locker acht oder zehn Mal hören. Hach, da wird einem ganz nostalgisch verklärt ums Herz…

Fazit

Ein wunderschöner Trip auf der Nostalgie-Straße, überraschend der Erinnerung ähnlich und doch so verschieden, da aus einer völlig anderen Geisteshaltung heraus erneut gesehen. Wer den Film so wie ich seit locker 20 oder 25 Jahren nicht mehr gesehen hat, könnte durch einen erneuten Genuss nicht nur ein wenig erstaunt werden. Allerdings darf der Film jetzt wieder ein Jahr in den „Winterschlaf“ gehen, denn zu viel Nostalgie ist auch wieder nicht gut.

Getaggt mit , , , , , , , , , , , , ,

Gesehen: „Star Trek: Beyond“

Ein klasse Action-Film, der sich (leider) immer weiter von den eigentlichen Star Trek-Eckpfeilern entfernt...

Ein klasse Action-Film, der sich (leider) immer weiter von den eigentlichen Star Trek-Eckpfeilern entfernt…

Am vergangenen Donnerstag haben wir uns zum ersten Mal den neuesten Star Trek-Film mit dem Titel „Beyond“ angesehen. Alles in allem ist der Film ein echter Hingucker, denn für die Augen wird ein opulentes Fest geboten, sowohl hinsichtlich der Kostüme, des Make-Up bzw. der Masken, auch auf Seiten der Musik sowie der Action-Choreographien und der visuellen Effekte. Wirklich sehr ansprechend.

Gleichzeitig hinterließ der Film bei mir einen etwas zwiespältigen Eindruck, da die früher für Star Trek noch so zentralen Themen vom knallharten und durchaus spektakulären Action-Anteil schlichtweg in den Hintergrund gedrängt wurden. Und das sogar in einem derartigen Ausmaß, dass sie weitgehend zu fehlen scheinen. Nun habe ich den Film lediglich ein einziges Mal gesehen, eventuell ändert sich da noch etwas an meiner Einstellung, wenn ich den Film noch ein- oder zweimal gesehen habe. Doch im Vergleich zu „Star Trek IX: Der Aufstand“, der ganz zentral den Aspekt der Humanität, der Legalität, der Gerechtigkeit (und viele andere der wirklich tief in der Trekkie-Seele verankerten Topoi) behandelte, war dies auf den ersten Blick ein zwar opulentes, doch streckenweise sinnentleertes Science Fiction-Geballere.

Ich gebe zu, dass meine Meinung noch nicht gefestigt ist, der Film verdient auch eine zweite und dritte Chance (so eine würde ich „Sunshine“ nicht ohne Weiteres einräumen). Sollte sich meine Wahrnehmung noch maßgeblich ändern, schreibe ich einen Anhang zu dieser Rezension.

Handlung

Die Enterprise dockt an einer Raumstation an, empfängt eine Bitte um Hilfe von der Vertreterin eines fremden Volkes. Natürlich bietet man die Hilfe an, muss dann aber beim Eintritt in das Zielsystem erkennen, dass es eine brutale Falle war. Binnen kurzer Zeit wird die Enterprise von einem schier übermächtigen Feind angegriffen, besiegt und weitgehend zerstört, die Mannschaft wird auf einem Planeten des gerade angeflogenen Systems gefangen gehalten. Nur die üblichen Verdächtigen (Kirk, Spock, Pille…) und ein neuer Charakter, die mysteriöse Jaylah, schlagen sich allein oder in kleinen Gruppen durch, um eine Lösung für die verfahrene Situation zu finden, was am Ende natürlich gelingt. Die gemeinsame Anstrengung und die in der Gruppe durchstandene Notsituation schweißt die Mannschaft noch fester zusammen, als es vorher der Fall gewesen war.

Fazit

Meine oben ausgebreitete Kritik zeichnet ein etwas düsteres Bild, was nicht in meinem Interesse liegt, denn alle Kritikpunkte beziehen sich eher darauf, dass der Film nicht so ganz in das gewohnte Star Trek-Gedankengebäude passt. Er „leiht sich“ die bekannten Figuren (und das Schiff), baut darum eine solide Action-Handlung, vergisst aber leider zu sehr seine Wurzeln in eben diesem Star Trek-Universum. Und wir Trekkies sind dann doch sehr daran gewöhnt, dass die altbekannten Topoi eine gewichtige Rolle spielen, weswegen der Film auf dieser Ebene leider enttäuschen muss.

Damit möchte ich aber nicht falsch verstanden werden: Wem diese grundlegende Star Trek-Philosophie oder -Ethik egal ist, der kann den Film ganz einfach als grandioses Action-Kino genießen (so werde ich ihn mir sicher auch noch etliche Mal abends ansehen). Optik und Musik (Michael Giacchino wie immer in Höchstform) passen ebenfalls, hier gibt es ganz und gar nichts zu beanstanden.

Wenn man jedoch diesen Film mit „Star Trek VIII: Der erste Kontakt“ oder „Star Trek IX: Der Aufstand“ – beide stellen für mich die Krone der (modernen) Star Trek-Filme dar – vergleicht, dann kann er trotz der wesentlich krasseren Action-Szenen niemals mithalten. Schade, sehr schade, denn das Potenzial hätte der Film durchaus gehabt. Es wurde aber vorschnell zugunsten einer sehr rasch fortschreitenden (dafür aber nicht in die Tiefe reichenden) Handlung ungenutzt gelassen.

Getaggt mit , , , , , , , , , , , ,

Gesehen: „Sunshine“

Vielversprechendes Setting für einen actiongeladenen Science Fiction-Film, nur leider grottig in der Umsetzung...

Vielversprechendes Setting für einen actiongeladenen Science Fiction-Film, nur leider grottig in der Umsetzung…

Gleich vorweg: Finger weg von diesem Schrott! Das sage ich nicht leichtfertig, denn die Optik des Films ist an sich ziemlich gut, einem modernen Science Fiction-Film durchaus angemessen. Doch leider, leider gleitet die Handlung im Verlauf immer weiter ab in Richtung eines ziemlich unappetitlichen Horror-Films.

Das Setting des Films ist eine Variation dessen, was mir an „The Core – Der innere Kern“ so gut gefallen hat: Mittels Wissenschaft (oder zumindest Pseudo-Wissenschaft) muss die Menschheit sich aus einer ihren Fortbestand bedrohenden Notlage befreien (je nach Variante dieser Grundidee kann man ergänzen: in die sich die Menschheit auch selbst hineinmanövriert hat). Im Falle von „The Core – Der innere Kern“ reisen die Menschen ins Erdinnere, um den Kern wieder in Bewegung zu versetzen, im Fall von „Sunshine“ begeben sie sich auf den Weg zur Sonne, um diese mittels einer gigantischen Fusions-Bombe vor dem Verlöschen zu bewahren.

So unrealistisch das Setting auch ist – der Menschheit steht nun einmal keinerlei Technologie zur Verfügung, die ein derartiges Unterfangen jetzt oder in den kommenden Jahrhunderten ermöglichen würde –, ein unterhaltsamer Science Fiction-Film mit haufenweise Action und spektakulären visuellen Effekten müsste sich daraus schon stricken lassen.

Die ersten Minuten sind auch wirklich vielversprechend, epische Bilder, langsame Kamera-Schwenks, perfekte visuelle Effekte, alles richtig gut. Ich frohlockte schon und machte mich auf einen unterhaltsamen Filmabend gefasst. Doch dann prügeln sich plötzlich – vollkommen aus dem Blauen heraus – zwei der männlichen Darsteller. Der Grund dafür? Wird nicht verraten, auch nicht groß weiter verfolgt. Das war gestern beim Ansehen der erste Moment, in dem ich stutzte, denn normalerweise gibt es ausreichend filmische Erzähltechniken, die eine solche Eskalation der Gewalt mehr oder weniger subtil vorbereiten könnten. Doch keine davon kam zum Einsatz. Mitten hinein in die spürbar noch laufende Eröffnungsphase des Films platzt diese unmotivierte Prügelei. Irgendwie gab mir das schon einmal einen Dämpfer.

Und dann wird es zunehmend schlimmer. Nach und nach sterben einzelne oder auch gleich mehrere Crew-Mitglieder, zum Teil auf nicht gerade leckere Weise. Und irgendwann dockt die Mannschaft am Schiff ihrer Vorgänger-Mission an, das führerlos im All treibt. Obwohl seit sieben Jahren kein Lebenszeichen von diesem Schiff mehr ausgeht, scheint der Captain überlebt zu haben. Nur halt nicht als richtiger Mensch, eher als eine Art Dämon. Und ab da verliert der Film völlig jeden Rest von peripherer Glaubwürdigkeit. Außerdem wird es unappetitlich, denn das Mensch-Dämon-Wesen benutzt Skalpelle und taucht unvermittelt und höchst erschreckend aus dunklen Ecken auf, um diese Geräte auf genau die Weise anzuwenden, die der hippokratische Eid nicht vorgesehen hatte…

Das Ende ist dann derart absurd (ich verrate nur so viel: zwei der Protagonisten stürzen über eine Kante, doch die Gesetze der Schwerkraft scheinen außer Kraft gesetzt zu sein, denn dort rutschen sie ein Stück hinab, halten an, dann laufen sie einfach weiter. Spätestens da wollte mein Gehirn den Weg seitlich aus meinem Kopf heraus antreten. Ich musste ihm zwei Schoko-Ostereier in den Weg stellen, sonst hätte ich diese Rezension nicht mehr schreiben können…

Fazit

  • Wer einen amüsanten Abend erleben will: Finger weg!
  • Wer sich für einen guten Science Fiction-Film interessiert: Finger weg!
  • Wer nichts von Horror-Elementen hält: Finger weg!

Klingt fies, ist auch nicht sonderlich positiv formuliert, doch es gibt so viele gute Filme, dass ich es mir einfach erlauben kann, auch einmal vor einem – meiner Meinung nach – wirklich nicht gelungenen Film zu warnen. Basta!

Getaggt mit , , , , , , , ,

Gesehen: „Alien Autopsy“

Eine herrliche Science Fiction-Komödie, die ich mir unbedingt noch ein paar Mal ansehen werde!

Eine leicht bekömmliche Science Fiction-Komödie, die ich mir unbedingt noch ein paar Mal ansehen werde!

Ganz ehrlich: Als ich den Film gestern startete, erwartete ich einen völlig anderen Film. Schon eine Pseudo-Dokumentation, die allerdings eher auf eine tatsächlich (wenngleich natürlich fiktive) Alien-Landung ausgerichtet wäre. Doch es geht – Achtung: ein Mini-Spoiler! – eigentlich „nur“ um den geschickten Versuch, eine solche Dokumentation zu fälschen.

Dennoch ist der Film in der Summe schön amüsant, sodass ich mich überhaupt nicht beschweren möchte. Ich musste einige Male wirklich laut losprusten, an vielen weiteren Stellen breit grinsen oder still vor mich hin lächeln. Auf jeden Fall verbreitet der Film gute Laune – auch wenn er sicher nicht zum wirklich „großen Kino“ gehört.

Getaggt mit , , , , , , , , , ,