Der erste „offizielle“ Halbmarathon

Genau vor einer Woche habe ich meinen ersten „offiziellen“ Halbmarathon absolviert – und es war ein spannendes Erlebnis.

Im Ziel, direkt vor dem Ulmer Münster – gut durchgeschwitzt und ziemlich geplättet...
Im Ziel, direkt vor dem Ulmer Münster – gut durchgeschwitzt und ziemlich geplättet…

Eigentlich bin ich ja ein absoluter Individualsportler, der beim Laufen gerne seine Ruhe (bzw. sein Hörbuch oder seine Playlist) hat. Das ist bei einem derartigen Massenevent wie dem Beuerer Halbmarathon in Ulm schlicht undenkbar, denn da gehen einige Tausend Läufer an den Start, entsprechend gedrängt geht es dann auch auf den Straßen und Wegen zu – zumindest anfänglich…

Angemeldet hatten meine Frau und ich uns bereits vor Monaten, denn wer sich früh einschreibt, zahlt nur die Hälfte. Irgendwie hätten wir uns ja auch vorbereiten können, doch ich rannte nach wie vor jeden Tag meine übliche 16-17 Kilometer lange Runde, ließ am Tag vorher einfach zwei Kilometer weg, um ein bisschen Energie einzusparen, dann war der „Tag X“ gekommen und es ging auch schon los.

Organisation und Umstände

Die Organisation des Beuerer Halbmarathons ist wirklich exzellent. Der Weg ist perfekt ausgeschildert, da kommen absolut keine Unklarheiten auf. Außerdem ist alles durchorganisiert: Von der Verstauung der persönlichen Utensilien in einem LKW, der alles zum Zielort transportiert über die digitale Zeitnahme bis hin zur Verpflegung und den Duschen für nach dem Lauf. Obwohl es mein erster Lauf dieser Art war, bestand kaum Unruhe hinsichtlich dieser Aspekte.

Aufgeregt war ich jedoch trotzdem – und zwar wie die Hölle! Das lag vor allem daran, dass ich mich leicht einschüchtern lasse, wenn um mich herum tausende von Läufern, alle in voller Montur, viele mit etlichen bereits absolvierten Läufen genau dieser Art auf dem Buckel (etc.), ihre letzten Vorbereitungen treffen. Dazu kam, dass ich um die Uhrzeit, als wir in Ulm erst starteten, daheim schon seit drei Stunden fertig gewesen wäre. Alles in allem waren die Umstände also sehr ungewohnt, was sich auch in einem erhöhten Puls niederschlug.

Der Lauf an sich

Nun gut, ich reihte mich in der Gruppe ein, die eine Zeit von 1:50 h für die 21,1 Kilometer anpeilten. Ein erfahrener Kollege hatte mir geraten, mich weit vorne in der Gruppe zu positionieren, was ich auch tat. Doch nach 1,5 oder 2 Kilometern waren die mir zu langsam, also zog ich kurzerhand vorbei; im Hinterkopf immer den Gedanken: „Hochmut kommt vor dem Fall“

Ich rechnete damit, das Tempo nicht komplett durchhalten zu können. Doch es ging… und ging… und ging… Als ich bei Kilometer 17 immer noch einen Schnitt von 4:45 Minuten/km hielt und meine Reserven nicht erschöpft waren, realisierte ich, dass es wohl so bis zum Ende gehen könnte. Und tatsächlich klappte es.

Gerade durch‘s Ziel gewitscht: 1:39:04 h für die 21,1 km – geschafft!
Gerade durch‘s Ziel gewitscht: 1:39:04 h für die 21,1 km – geschafft!

Kaum war ich durch‘s Ziel „geflogen“ (ging nicht, weil die Läufer vor mir quasi direkt hinter der Ziellinie stehen geblieben waren), erreichte mich eine automatisierte SMS mit meiner Laufzeit: 1:39:04 h.

Überraschend gute Zeit, für einen Moment war ich echt stolz auf mich!
Überraschend gute Zeit, für einen Moment war ich echt stolz auf mich!

Hui! Mit so einer guten Zeit hatte ich nicht gerechnet. Insgeheim hatte ich mir gewünscht, eine Zeit von etwa 1:40 h zu schaffen, ging aber nicht davon aus, das unter den Umständen zu schaffen – daher war ich echt stolz auf das Ergebnis.

Von den mehreren Tausend Läufern habe ich den Platz 552 erreicht (nur Männer: Platz 506), von den Männern zwischen 40 und 45 den 70. Rang. Keine Ahnung, ob das gut ist, aber ich war vollauf zufrieden.

So findet man mich in der Gesamtwertung aller teilnehmenden Männer.
So findet man mich in der Gesamtwertung aller teilnehmenden Männer.

Meine Frau hatte sich als Ziel eine Zeit unter zwei Stunden gesetzt – und es auch geschafft (sogar überdeutlich)! Das musste mit einem Selfie (beim Gehen aufgenommen, daher wirkt es etwas unentspannt) honoriert werden!

Beide erfolgreich ins Ziel gekommen, gute Stimmung und tolles Wetter – TSCHAKA!
Beide erfolgreich ins Ziel gekommen, gute Stimmung und tolles Wetter – TSCHAKA!

Fazit

Das Erlebnis war wirklich sensationell, allerdings weiß ich nicht, ob ich in den kommenden Jahren wieder an solch einem Massenevent teilnehme. Laufen macht auch ohne den Aufwand (sowohl finanziell als auch ökologisch und zeitlich) Spaß. Andererseits ist so etwas einmal im Jahr durchaus eine tolle Abwechslung. Mal sehen…

Mit der Finisher-Medaille, allerdings war ich da gerade sehr hungrig, daher der gierige Blick!
Mit der Finisher-Medaille, allerdings war ich da gerade sehr hungrig, daher der gierige Blick!

Addendum

Als wir später am Tag wieder daheim angekommen waren und sich bereits die ersten Anzeichen für die Muskelkater-Qualen des folgenden Tages abzeichneten, erfuhren wir, dass bei diesem Sportevent tatsächlich ein Läufer, ein recht junger Mann von ca. 30 Jahren, im Zieleinlauf kollabiert und später im Krankenhaus gestorben ist. Das hat der Hochstimmung nach dem Lauf dann doch einen deutlichen Dämpfer verpasst. Hoffentlich wiederholt sich das in den kommenden Jahren nicht.

Advertisements

Vom fehlenden E-Bike, einem Ersatz-MTB und der Apple Watch

Es sind Pfingstferien, gerade noch zumindest. Und doch habe ich seit mehr als drei Wochen kein E-Bike mehr zur Verfügung. So lange ist es schon in der Reparatur. Am 10. Mai fuhr ich in die Stadt, um für den Folgetag etwas zu organisieren, dabei setzte plötzlich der Antrieb aus. Binnen weniger Minuten des Akku-An- und Absteckens, Display-An- und Absteckens, etlicher Start-Versuche und unzähligen (stillen) Flüchen war klar: Da geht nichts mehr.

Also brachte ich am 11. Mai das E-Bike, mein geliebtes Hercules Jarvis, zum Service, nannte die im Display angezeigten Fehlercodes und hoffte, da das eigentlich benötigte Ersatzteil im Laden vorrätig war, auf eine zügige Reparatur. Nach ein paar Tagen rief ich dann interessehalber im Laden an, nur um zu erfahren: Das Ersatzteil hat nicht funktioniert, ein Ersatz für den Ersatz ist unterwegs. Okay. Noch ein paar Tage warten.

Dann wieder: Anruf. Auch dieses Ersatzteil funktioniert nicht. Eine Chance gibt es noch, aber der Techniker muss mit Hercules telefonieren. Vermutlich muss das Rad eingeschickt werden. Seitdem habe ich keine Neuigkeiten mehr gehört. Aber ich wollte auch nicht die gesamten Ferien ohne mobilen Untersatz verbringen. Also wagte ich einen kurzen Blick aufs Konto: Alles klar! Dann ab zum Decathlon, wo ich für 300 € ein Mountainbike – ohne Motor – erstand.

Keine Schutzbleche, kein Ständer, kein Licht, aber für knapp unter 300 € doch ein fahrbarer Untersatz.
Keine Schutzbleche, kein Ständer, kein Licht, aber für knapp unter 300 € doch ein fahrbarer Untersatz.

Das Rad ist natürlich nicht mit dem E-Bike für 2.500 € vergleichbar, aber es ist deutlich leichter (das spürt man sofort) und bringt mich beim Einsatz meiner Muskelkraft von A nach B. Da es keine Unterstützung gibt, habe ich das Mountainbike gleich als zusätzliches Sportgerät für mich entdeckt und in der vergangenen Woche mehr oder weniger täglich eine kurze Tour mit ordentlich Höhenmetern und Anstrengung unternommen. Das macht Spaß.

Dabei habe ich dann gleich noch etwas ausprobiert: Ich habe das iPhone zuhause gelassen, mir aber die AirPods in die Ohren gestopft und die Musik direkt von der Apple Watch laufen lassen, während ich das Fahrrad-Training absolvierte.

Alle Daten vorhanden, auch ohne gekoppeltes iPhone und Internetverbindung...
Alle Daten vorhanden, auch ohne gekoppeltes iPhone und Internetverbindung…
Das GPS-Modul funktioniert zuverlässig – dass ich nebenher durchgehend Musik hören konnte, war ein weiterer Bonus...
Das GPS-Modul funktioniert zuverlässig – dass ich nebenher durchgehend Musik hören konnte, war ein weiterer Bonus…

Das GPS der Uhr funktioniert auch ohne iPhone, somit konnte ich das Training komplett „tracken“, ohne aber ein gekoppeltes Telefon mitzuschleppen. Normalerweise stört mich das iPhone nicht im Geringsten, an diesem Nachmittag war es aber extrem heiß und schwül, daher wollte ich möglichst dünn bekleidet radeln. Das iPhone hätte ich nur mitnehmen können, wenn ich es mir wie beim Laufen auf den Rücken gehängt hätte – dazu war’s mir aber eindeutig zu warm…

P.S.: Es ist nun der 2. Juni, aber mein E-Bike habe ich noch nicht zurück bekommen…

Der erste Halbmarathon 2018

Hui, es gibt mal wieder News von der Sportfront. Gestern bin ich – völlig ungeplant – meinen ersten Halbmarathon im Jahr 2018 gelaufen. Irgendwie ergab er sich einfach so…

Stress- und Fresstag…

Der 11. Mai war ein wirklich anstrengender Tag: Zur Schule mit einem Pedelec, dessen Elektronik streikte (also ohne jegliche Antriebsunterstützung, dafür mit dem zusätzlichen Gewicht, das ein Pedelec nun einmal mit sich bringt), auf dem Rücken der gut gefüllte Rucksack mit Material für den Unterricht sowie Big Band-Noten (ein dickes Pack) sowie ein Gig-Bag mit Trompete und Dämpfern. Dann fünf Stunden Unterricht, eine Stunde Umbau der Aula, dann Proben-Nachmittag bis kurz nach 16:00 h, ab zum Fahrrad-Laden, um den Austausch der Elektronik anzuleiern… Bis ich daheim war, war es fast 17:00 h. In Windeseile erledigte ich noch die ausstehenden Sport-Aktivitäten, um meinen inneren Monk zu befriedigen (die Liste muss abgehakt werden), danach fiel ich in ein von Müdigkeit überschattetes Fress-Koma. An diesem Abend kamen sicherlich noch gut 2.500 Kalorien zusammen – zusätzlich zu allem anderen, das ich an diesem Tag schon verzehrt hatte…

…und Kompensation

Samstag (12.5.) früh: 5:45 h aus dem Bett, erst einmal die Twitter-Timeline nachgelesen (der vorige Abend war da nicht mehr sehr ergiebig gewesen), dann rein in meine Laufklamotten und los. Da ich in leicht grüblerischer Stimmung war, verzichtete ich darauf, mein aktuelles Hörbuch fortzusetzen – ich hätte mich ohnehin nicht darauf konzentrieren können. Statt dessen nutzte ich die Song des Tages-Playlist (für Apple Music-Abonnenten hier zu finden), die bei zufälliger Wiedergabe eine perfekte Abwechslung genau der Songs/Stücke brachte, die mir ohnehin gefallen.

Dann lief ich los, völlig ohne Plan. Als ich gerade in der nächsten Ortschaft angekommen war, reifte die Idee, am Ende meiner normalen Strecke (also an dem Punkt, an dem ich normalerweise wieder umdrehe) einfach noch einen extra Schlenker anzuhängen. Kaum war ich dort, fühlte ich mich einer weiteren Runde gewachsen, also hängte ich auch noch ein wenig mehr dran. Ab dem Punkt war klar: Wenn schon, denn schon – Halbmarathon!

Eine wundervolle Runde bei exzellentem Wetter – himmlisch!
Eine wundervolle Runde bei exzellentem Wetter – himmlisch!

Da mir der vorige Tag noch etwas in den Knochen steckte, ging ich von einem ziemlich furchtbaren Tempo aus, doch das stimmte gar nicht, da mein „Pace“ bei 5:19/km lag:

Die Überraschung des Tages: Ein recht gutes Tempo für den Morgen nach einem „heftigen“ Tag...
Die Überraschung des Tages: Ein recht gutes Tempo für den Morgen nach einem „heftigen“ Tag…

Die 351 Höhenmeter sind nur Steigungsmeter, abwärts wird nicht gezählt. Und diese Strecke bietet einige Steigungen, manche kurz und heftig (die gehen ja immer ganz gut), andere lang und fies (sie wirken aus der Entfernung immer so harmlos, sind aber genau das Gegenteil). Doch rein landschaftlich ist es zu dieser Jahreszeit ein absolutes Vergnügen da entlang zu laufen, weil sich die Natur momentan so exzessiv entfaltet.

Hmmm, alles in allem ein schöner Lauf, aber heute gab es wieder das Standard-Programm, schließlich muss da noch einiges für die kommende Woche vorbereitet und leckeres Essen zubereitet werden…

Noch zwei meiner üblichen Morgenläufe, dann habe ich die (ersten) 2.000 Kilometer in diesem Jahr voll:

Bald sind die ersten 2.000 Kilometer in diesem Jahr voll, mein Jahresziel ist aber weiterhin undefiniert, auf keinen Fall wird es wieder auf die 6.000 vom letzten Jahr hinaus laufen...
Bald sind die ersten 2.000 Kilometer in diesem Jahr voll, mein Jahresziel ist aber weiterhin undefiniert, auf keinen Fall wird es wieder auf die 6.000 vom letzten Jahr hinaus laufen…

Das Schlaf-Experiment

In den letzten Wochen war es hier im Blog sehr still, der letzte Eintrag liegt fast einen Monat zurück. Die Gründe sind simpel: Wenn ich Lust zum Schreiben hatte, fehlte es an Zeit, Wachheit oder einer zündenden Idee – wenn ich dann aber eine zündende Idee hatte, fehlte es an der Zeit, sie auszuarbeiten. Die Situation wurde auch dadurch nicht verbessert, dass in den letzten Wochen arbeitstechnisch nicht gerade wenig los war – womöglich kann ich in den Osterferien, die in knapp zwei Wochen anstehen, wieder ein paar gute (soll heißen: mehr als nur in fünf Minuten hingeworfene) Beiträge veröffentlichen.

Zum heutigen Thema: Ich treibe viel Sport, einerseits zur Erhaltung der Gesundheit im Allgemeinen, andererseits zur Gewichtskontrolle, denn ich gebe es offen zu: Ohne Süßigkeiten und Knabberkram fehlt mir ein großes Stück Lebensqualität. Basta. Seitdem ich vor mittlerweile etwa sieben Jahren 25-30 Kilo abgenommen habe, halte ich mein Gewicht im Großen und Ganzen, es schwankt lediglich um ca. drei bis fünf Kilo. Da ich damit nur zwischen dem unteren Rand des empfohlenen Gewichtsbereichs und dem Normalgewicht changiere, bereitet mir das keine Sorgen.

Seit einigen Monaten benutze ich auf der Apple Watch und dem iPhone die App AutoSleep (ich berichtete), die ihren Namen der Tatsache verdankt, dass sie automatisch (und das äußerst zuverlässig) erkennt, wenn ich einschlafe. Während des Schlafs werden die körperliche (Un)Ruhe und die Herzfrequenz protokolliert. Der Automatismus ist die große Stärke, denn ich würde es unter Garantie an den meisten Abenden vor lauter Müdigkeit vergessen, eine Protokollierung meines Schlafverhaltens manuell zu aktivieren – damit wäre das dann auch sinnlos. AutoSleep funktioniert aber wirklich gut, bis auf eine Nacht, in der die Apple Watch auf dem Ladegerät blieb, weil ich so tief und fest einschlief, dass ich nicht mehr vom Sofa hochkam, habe ich alle Nächte aufgezeichnet.

Und dabei ist mir eine interessante Sache aufgefallen, die zwar wenig erstaunlich, in ihrer Deutlichkeit aber höchst beeindruckend ist: Wenn ich mir abends auf dem Sofa viel Knabber- und Süßkram einverleibe, steigt mein Puls über Nacht (und auch den folgenden Tag) dauerhaft an. Das sollte grundsätzlich niemanden überraschen, die direkte und quasi sofort nachweisbare Auswirkung ist aber ein wirklicher „Augenöffner“.

In der Fastenzeit verzichte ich normalerweise unter der Woche auf Süßigkeiten und Knabberkram, nur am Wochenende ist so etwas erlaubt. Dieses Jahr hat das überhaupt nicht funktioniert, da ich direkt vor Beginn der Fastenzeit einen widerlichen grippalen Infekt durchleben musste, der mir im Abklingen für mindestens drei Tage ganz unangenehme Geschmacksverirrungen bescherte: Nichts von meinen vorher so lieben Geschmäckern wollte mir noch taugen. Als es dann endlich wieder schmeckte, waren weder mein Körper noch mein Geist bereit, sofort den Verzicht anzutreten – unfreiwillig hatte ich ja gerade erst eine gute Woche Verzicht hinter mir.

Also fraß ich die folgenden Tage wie ein Scheunendrescher. Vermutlich war das tiefenpsychologisch eine Kompensation für die Tage des Elends zuvor, auf jeden Fall stellte ich mir schon zu Beginn der abendlichen Abschlaff-Phase nicht nur eine Kleinigkeit auf die Sofa-Lehne (was mich zwingt, jedes Mal aufzustehen, um Nachschub zu holen, bei zunehmender Müdigkeit bleibt das dann einfach aus – eine fast schon als „genial“ zu bezeichnende Strategie der Selbstkasteiung…). Nein, nun stellte ich mir gleich drei oder vier Sachen hin – am besten in der kompletten Packung, nicht nur eine kleine Portion in einem Schälchen…

Ein paar Tage später registrierte ich, dass mein Ruhepuls in der Nacht erhöht war. Üblicherweise liegt mein Pulsdurchschnitt während des Schlafens bei 43-48 Schlägen pro Minute, Tiefstwerte sind 37-39, Höchstwerte um die 50-55. Nach dem mehrtägigen Kompensationsfressen war der Ruhepuls im Mittel auf über 50 gestiegen, die Höchstwerte lagen über 60. Nach weiteren Tagen kletterte das Mittel sogar auf über 55. Zehn Schläge mehr in jeder einzelnen Minute, das gab mir zu denken.

Also startete ich ein Experiment: Letzte Woche verzichtete ich von Montag bis Freitag komplett auf alles Süße und allen Knabberkram. Und wie erwartet sank die durchschnittliche Herzfrequenz wieder ab. Noch nicht ganz auf Normalniveau, aber fünf Tage können nun einmal keine zwei bis drei Wochen Dauerfressen kompensieren…1

Die Übersicht über meinen Schlafpuls im bisherigen Monat.
Die Übersicht über meinen durchschnittlichen Schlafpuls im bisherigen Monat.

Dargestellt sind die Daten für März 2018: Die ersten vier Tage gehörten noch zur Kategorie „gnadenlose Fresstage“, also wirklich ohne jegliche Rücksicht auf Verluste. Ab dem 5.3. gab es keine Süßigkeiten und keinen Süßkram mehr, also beginnt der Ruhepuls mit seinem Sinkflug über die folgenden Tage. Der Restzucker musste wohl erst einmal metabolisch verwertet und abgebaut werden, sodass es nicht sofort einen deutlicheren Rückgang zu verzeichnen gibt, bis zum Freitag sank die durchschnittliche Herzfrequenz aber doch um beachtliche acht Schläge pro Minute.

Der Samstag (10.3.) war ein echter Horror-Tag, an dem ich von 8:00 bis 21:30 h in der Schule war: Erst „Tag der offenen Tür“, später noch ein Benefiz-Konzert, um Gelder für Südafrika zu sammeln. Als ich damit fertig war, musste eine ganze Packung Schokokekse dran glauben. Und weil ich schon dabei war, habe ich die letzten Tage gleich weiter gemampft! Damit erklärt sich auch der erneute Anstieg des Ruhepulses. Hach!

Somit ist es klar zu erkennen, wie stark und direkt der Konsum von Süßkram in den Metabolismus des Körpers eingreift. Was ich noch nicht getestet habe:

  • Kommt es zum gleichen Effekt, wenn ich zum Beispiel mittags etwas Süßes zu mir nehme, abends aber nicht?
  • Tritt der gleiche Effekt auch ein, wenn ich abends nur Knabberkram wie geröstete und gesalzene Erdnüsse verzehre? (Ist also Salz genauso „wirksam“ wie Zucker?)

Das werde ich in den kommenden Wochen erkunden. Hat sonst noch jemand solche Erfahrungen gemacht?

  1. Das ist wie der Beginn einer Diät, bei der man einen Tag lang „heldenhaft“ durchhält, um am nächsten Morgen enttäuscht festzustellen, dass von den drei Kilo zu viel noch immer 2,99 Kilo übrig sind, obwohl man sich doch „so bemüht“ hatte.

Gesehen: Akte X – Staffeln 1-3

Mein aktueller Serien-Fetisch: „Akte X“ – drei Staffeln geschafft, noch warten acht weitere auf mich...
Mein aktueller Serien-Fetisch: „Akte X“ – drei Staffeln geschafft, noch warten acht weitere auf mich…

Ja, ich bin fast 25 Jahre zu spät zur „Akte X“-Party gestoßen, doch jetzt genieße ich jede Folge, wenn ich sie mir beim Rudertraining ansehe. In meiner Jugend war es meine Schwester, die völlig vernarrt in Mulder und Scully jede Folge sehen musste, die ausgestrahlt wurde. Sie bastelte sich – in Ermangelung geeigneter käuflicher Exemplare – ihr eigenes „Akte X“-Poster, kurz: Sie verkörperte den klassischen Sci-Fi-Nerd. Bewundernswert, zumindest in der Retrospektive. Denn damals fühlte sich das noch albern an, ich machte mich – und das trotz meiner eigenen Star Trek-Fanschaft – über ihr Nerdtum lustig. Heute sieht die Sache dagegen ganz anders aus, denn nun kann ich die jeweils nächste Folge kaum erwarten.

Mittlerweile habe ich mein Vorhaben umgesetzt und mein Sportpensum etwas reduziert, sodass ich aktuell morgens etwa 10 Kilometer renne und dann die 90 Minuten noch mit Training auf dem Rudergerät auffülle. Das klappt gut, denn ich kann etwas länger schlafen (Aufstehen jetzt erst um 4:25 h), noch dazu bekomme ich auch auf diese Weise mein Bewegungsziel für den Tag voll – was will ich also mehr.

Bei den aktuell so niedrigen Temperaturen (hier in Aalen hatte es heute früh gute -11 Grad Celsius) ziehe ich ganz einfach das Laufband vor, dabei lege ich mein iPad auf das Laufband-Display (mit einem gefalteten Tuch als Abstandshalter, das klappt sehr gut). Während der insgesamt ca. 90 Minuten Training kann ich mir zwei Akte X-Folgen ansehen, ein Ritual, auf das ich mich tagtäglich freue. Mittlerweile bin ich mit der dritten Staffel fast komplett fertig, ich freue mich schon auf die weitere Entwicklung, denn die Serie ist ein absolutes Fest für Science Fiction-Fans. Außerdem zeugt jede neue Folge von der Nerdschaft der Serienmacher, denn immer wieder wird auf diverse Vorbilder in Literatur, Film und sogar anderen Serien Bezug genommen. Wenn man diese Bezüge erkennt, kann man sich jeweils freuen und die Parallelen genießen.

Morgen früh warten die nächsten zwei Folgen – ich freue mich schon!

Laufen im Januar 2018

Der Januar 2018 war ein ziemlich guter Laufmonat, der mir auch wettertechnisch zumindest hin und wieder entgegen kam (soll heißen: das Laufband wurde nur spärlich genutzt, fast alle Läufe fanden draußen statt – macht mehr Spaß und ist als Training durch die Höhenmeter und die frische Luft viel effektiver). Ein paar Läufe führten mich durch fast knietiefen Schnee, was sich nach einigen Kilometern als äußerst anstrengend herausstellte, dafür war es optisch ein absoluter Genuss, durch die weiße Winterlandschaft zu traben – da macht der „brennende“ Oberschenkel nichts aus.

Tempo- und streckenmäßig kann ich mich auch nicht beklagen, ich bin fast immer zeitig aus dem Bett gekommen, nur gelegentlich hielten mich die noch nicht aufgeladenen AirPods zurück, was sich aber zügig bereinigen ließ. Insofern: Alles im grünen Bereich.

Mit etwas mehr als 530 Kilometern war der Januar recht effektiv – und dennoch recht entspannt.
Mit etwas mehr als 530 Kilometern war der Januar recht effektiv – und dennoch recht entspannt.

Mal sehen, was der Februar so bringt, der erste Morgenlauf wurde, dem schlechten Wetter sei‘s gedankt, auf dem Laufband absolviert (mit John Wick: Kapitel 2 als Ablenkung).

Rudern mit Scully und Mulder

Seit fast drei Wochen habe ich meine Rudermaschine im Keller stehen (ich berichtete), bis auf zwei absolut übervolle Tage war ich immer mindestens zehn, häufiger 20 oder 30, meist 40-45 Minuten dran und habe mich mittlerweile gut eingewöhnt.

Wunderbar an diesem Training ist vor allem, dass es recht leise vonstatten geht (mein Schnaufen, wenn der Gegenzug auf Level 10 ansteigt, ist da schon am lautesten), sodass ich auch ohne Kopfhörer nebenbei zur Ablenkung ein paar „Akte X“-Folgen gucken kann.

Unerwartet gut – „Akte X" aus den 1990er Jahren.
Unerwartet gut – „Akte X“ aus den 1990er Jahren.

Von dieser Serie kannte ich vorher fast nichts, nur die allererste Folge hatte ich bislang auf DVD gesehen. Nun aber stelle ich mein iPad neben die Rudermaschine und lasse die Folge beim Training laufen – so habe ich mich mittlerweile durch die ersten 12 oder 13 Folgen geguckt – und bin außerordentlich positiv beeindruckt, denn das Qualitätsniveau ist für eine „popelige“ TV-Serie aus den 1990er Jahren wirklich hoch. Die Drehbücher und Dialoge sind meist sehr intelligent und voller kleiner Überraschungen, auch das Darsteller-Gespann David Duchovny und Gillian Anderson ist quasi die Idealbesetzung. Besser noch für mich als Sci-Fi-Nerd: In beinahe jeder Folge wird Bezug auf bekannte Science Fiction-, Horror- oder Mystery-Filme/-Bücher genommen.

Als ein Beispiel soll die Folge „Eis“ (Erste Staffel, Folge 8) herhalten, die die wichtigsten Elemente des Science Fiction-/Horror-Klassikers „Das Ding aus einer anderen Welt“ mit Kurt Russel mit viel Liebe zum Detail nachstellt. Die Handlung ist natürlich stark angelehnt, weist aber eine gelungene Anpassung an das kürzere Serien-Format auf, die ausgewählten Gast-Darsteller, das Set sowie die Special-Effects sind mehr als nur „passend“, die Original-Stimmung wird ziemlich perfekt getroffen. Diese Episode war (und ist) ein echter Genuss!

Nachdem das Rudertraining nun nicht außergewöhnlich spannend ist – vor und zurück, wieder vor, wieder zurück, und noch einmal vor… bei 45 Minuten komme ich da auf über 1.000 Züge – bin ich dankbar für die spannenden „Akte X“-Folgen, die mich aus der geistigen Lethargie ziehen. Ohne sie wäre das Training nur halb so gut zu ertragen, vor allem, weil mir spätestens nach 35 Minuten der Hintern zu schmerzen beginnt…

P.S.: Ich bin im Moment arbeitstechnisch gut ausgelastet, daher habe ich die letzten beiden Termine für das „Album der Woche“ ungenutzt verstreichen lassen. Es kommt wieder…